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Full text of "Literaturblatt für Germanische und Romanische Philologie"

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LITERN  T^HRRLATT 


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GERMANISCHE  UiND  KOx.     iSCHE  PHILOLOGM 

HERAUSGEGEBEN  VON 

j)R.  OTTO  BEHAGHEL  usd  D''    FRITZ  NEUMANN 


o.  ö.  Professor  der  germauischen  Philologie 
an  der  üiiiversität  Giessen. 


o.  ö.  Professor   der  romanischen  Philologie 
an  der  Universität  Heidelberg. 


Erscheint  monatlich. 


VERLAG    VON 
O.  R.  REISLAND,  LEIPZIG. 


Preis  halbjährlich  M.  5. 


XII.  Jahrgang. 


Nr.  1.    Januar. 


1891. 


Braun.     Die     letzten    Schicksale    der    Krimgoten 

(B  e  h  a  g  h  e  ll. 
Hir  Sehfeld.      Untersuchungen     zur     Lokasenna 

iGo  1  th  e  rl. 
Meier,  Bruder  Hermanns  Leben  der  Gräfin  Jolande 

von  Vianden  (B  e  h  a  g  h  e  1). 
Schweitzer,     De     poemate     latino     Walthario 

(Pei  p  er). 
K  a  u  f  f  m  a  n  n  ,  Geschichte  der  schwäbischen  Mund- 
art im  Mittelalter  und  in  der  Neuzeit  (B  eh  a  g  h  e  1). 
Hauffen,    Caspar   Scheidt    der   Lehrer   Fischarts 

(Franke  1). 
(l  e  u  H  n  g  ,  Die  komische  Figur  in  den  wichtigsten 

deutschen  Dramen   bis   zum  Ende  des  XVIL  Jlu^s 

(Minor). 
Steiner,    Goethe   :tls  Vater   einer  neuen  Aesthetik 

IS  ie  beck;. 


B  r  a  i  t  ra  a  i  e  r  ,    Geschichte   der   poet.  Theorie    und 

Kritik  von  den  Diskursen  der  Maier  bis  auf  Lessing 

(V  e  tt  er). 
L  i  n  o  w  ,    The   Desputisoun   bitween   the   Bodi   and 

the  Soule  (Kalaza). 
B  u  c  h  h  o  1  z  ,    Die  Fragmente  der  Reden    der  Seele 

an   den  Leichnam    in  zwei  Hss.  zu  "Worcester  und 

Oxford  (Kaluza). 
Haeckel,  Das  Sprichwort  beiChaucer  (Bül  bring). 
Riegel,    Die  Quellen    von  "Will.  Morris'  Dichtung 

„The  Earthly  Paradise'-   (B  ü  1  b  r  i  n  g). 
P  r  o  e  1  s  s ,  Shakespeares  Macbeth  erläutert  (Koch). 
Schmeding,    Jacob    Thomson,    ein   vergessener 

Dichter  des  18.  Jh.'s  (Kressner». 
Kawczynski,    Essai    comparatif   sur    I'origine   et 

rhistoire  des  rvthmes  (Becker). 


L  e  m  a  i  t  r  e  ,    Corneille    et    la    poetique    d'Aristote 

(M  o  r  f). 
Bouquet,    Points   obscurs    et  nouveaux  de  la  vie 

de  Pierre  Corneille  (Mo  rf). 
Boadurand,  Charte  d'acensement  du  Xllt"  s.  en 

langue  d'oc  (Levyt. 
. — ,  Hommage  en  langue  d'oc  a  l'eveque  de  Mende 

(L  e  V  y). 
Gaudenzi,    I    suoni,   le   forme   e   le   parole   del- 

l'odierno  dialetto  della  cittä  di  Bologna  (Meyer- 

L  ü  b  k  e). 
J  e  1 1  i  n  e  k  ,   Die   Sage  von    Hero    und  Leander   in 

der  Dichtung  (Müller). 
Bibliographie. 
Literarische     Mittheilungeu,      Pcrsonal- 

nachrichteu  etc. 


BraaD,  F.,    Die   letzten   Schicksale    der   Krim^oten. 

Separatabdruck  au3  Jem  Jahresbericht  der  reformirten 
Kirchenschule  zu  St.  Petersburg  für  1889/90.  St.  Peters- 
burg, Golicke,  Troizkistr.  18. 

Braun  fasst  zusammen,  was  wir  bisher  über  die 
Krimgoten  wussten.  Dazu  fügt  er  mancherlei  kleine 
Nachträge,  zumal  aus  russischen  Quellen.  Weiter  aber 
hat  er  die  Schicksale  jenes  Volksstammes  zu  einer  Zeit 
verfolgt,  von  der  wir  bis  jetzt  keine  Kunde. liatten.  Er 
zeigt,  dass  die  Krimgoteu  später  tatarisirt  wurden,  und 
dass  ihre  Nachkommen  im  vorigen  .Jahrhundert  unter 
Suwaroffs  Leitung  in  die  Gegend  des  Asowschen  Meeres 
übergesiedelt  wurden.  Die  Arbeit  ist  durchaus  löblich, 
am  löblichsten  aber,  was  sie  in  Aussicht  stellt :  der  Ver- 
fasser will  noch  in  diesem  Sommer  Ausgrabungen  in  der 
Krim  anstellen.  Möge  ihm  und  uns  reiche  Ausbeute  zu 
Theil  werden. 

Giessen,  2.  .Juli  1890.  0.  Behaghel. 

Hirschfeld,   M. ,    Untersuchungen    znr   Lokasenna. 

(In  den  Acta  germanica  I.)  Berlin,  Maj-er  &  Müller.  1S89. 
86  8.  8. 

Das  Bändchen  gibt  den  Text  im  AVesentlichen  nach 
Sievers'  Proben  und  eine  nebenstehende  Uebersetzung  mit 
dem  sehr  geschmackloseu  Titel  „Lokes  Zwist  bei  Aegers 
Trinkgelage,  Götterkomödie  in  einem  Akt,  nordisch  imd 
deutsch",  nebst  Theaterzettel  und  Bühnenweisungen.  Eine 
Inhaltsangabe  und  Erläuterungen  zu  den  einzelnen  Strophen, 

,  worin  aber  nichts  Xeues  und  Bemerkenswerthes  gegeben 
ist,  gehen  voraus.  Den  rntersuchungen  liegt  Bugges 
Text  zu  Grunde:  zu  rügen  ist,  dass  vielfach  die  in  der 

.  l  Tntersuclinng  gebrauchte  Strophenzählung  mit  derjenigen 
des  abgedruckten  Textes  nicht  genau  stimmt;  hier  war 
doch  Einheitlichkeit  herzustellen.  So  bleibt  ein  ver- 
hältnissmässig  nur  kleiner  Raum  für  die  eigenen  For- 
schungen des  Verfassers.  S.  10 — 15  wird  eine  Deutung 
der  Lokasenna  d.  h.  ihi-es  Inhaltes  gegeben.  Loki  ist 
die  züngelnde  Flamme,,  die  Sonnenhitze,  die  Erdwärme, 
der  warme  Wind,  der  Blitz  u.  s.  w. ;  überwunden  wird 
der    Sonnenbrand    durchs    Gewitter,    Loki    durch    Porr. 


Loki  rühmt  sich  bekanntlicli  der  Buhlschaft  mit  Frigg, 
Sif  und  andern,  d.  h.  mit  Personifikationen  des  Wassers, 
der  Luft,  der  Erde;  das  thut  er  in  seiner  Eigenschaft 
als  schmeichelnder,  buhlerischer,  warmer  Wind.  Dass 
diese  Deutung  völlig  nichtssagend  ist,  braucht  wolil  kaum 
erwähnt  zu  werden.  Die  natursymbolische  M3'thologie 
in  dem  hier  gebrauchten  Sinne  ist  denn  doch  nimmer 
zeitgemäss.  S.  16 — 32  ist  überschrieben:  der  Loki- 
mythus,  enthält  aber  keineswegs  eine  gründliche  syste- 
matische Beschreibung  und  Erklärung  dieser  interessanten 
Gestalt.  Eichtig  und  brauchbar  ist  nm-,  was  H.  aus 
Hofforys  und  Noreens  Bemerkungen  über  Vlöpiir  den 
Feuer-  imd  Wärmegott  anführt,  dessen  Stelle  nachmals 
Loki  einnahm,  und  dann  allenfalls  der  allgemeine  Hin- 
weis darauf,  dass  Loki.  so  weit  er  Feuerdämon  ist,  unter 
der  Einwukung  isländischer  Xatur  erklärt  werden  kann. 
Aber  Loki  ist  eben  ausserdem  auch  noch  etwas  anderes, 
eine  mephistophelische  Figur,  die  unmöglich  natiu'sym- 
bolisch  gedeutet  werden  darf.  S.  28  findet  es  H.  über- 
flüssig, noch  weitere  Gründe  gegen  Bugges.Loki-Lucifer 
anzuführen;  er  betrachtet  wohl  diese  ganze  phantastische 
Richtung  als  einen  überwundenen  Standpunkt,  wie  auch 
aus  S.  18  hei'vorgeht,  wo  eine  sehr  harmlose  Erklärung 
des  Namens  Byleiptr  vorgetragen  wird.  Die  vom  Verf. 
betriebene  Mj'thologie  ist  jedenfalls  dem  Referenten  und 
vielleicht  noch  manchem  Andern  auch  nicht  befriedigend. 
S.  23  wird  im  Handumdrehen  das  Bild  des  Feni'isülfr 
mit  dem  Schwert  im  Radien  aus  einer  isländischen 
Schwefelquelle  gewonnen;  der  Mythus  von  Porr,  wie  er 
sich  im  Däumling  des  Handschuhs  des  Skryinir  verkriecht, 
ist  ein  isländischer,  weil  in  West-Island  auf  der  Karte 
eine  Landzunge  Aehnlichkeit  mit  einer  ausgespreizten 
Hand  besitzt!  Island  war  ziu-  Landnämatifl  am  Strande 
dicht  bewaldet,  so  dass  man  von  einer  Laubinsel  (laufet/) 
reden  konnte;  Loki  Laufeifjar  sonr,  Loki  der  Laub- 
insel Sohn  ist  das  vulkanische  Feuer  Islands!!  Auch 
S.  46  Anm.  zu  Str.  42,  4 — 5  taucht  der  isländische 
Wald  nochmals  auf:  und  das  schreibt  H.,  obschon  er 
Maurers  Island  S.  13  if.  citirt;  ernstlich  gelesen  hat  er 

1 


1891.     Litcraturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  1. 


.lie  betreflViide  Stelle  bei  Maurer  scliwerUcL.    Die  S.  28  f. 
an-eführte  Sa^e  ist  jedfufalls  tn.t/  .1.  Grimm  gelelirten 
iTsprungs    und    die   Forscliunf?    sieht    besser    Von    derlei 
höchst    zweifelhaften    Producten    ab.     Was    S.   32—34 
von    den    vier  Verfassem    ffesa;,'t    wird,    ist    unklar   und 
s.l.werlidi   richtig.     Der  Versuch,    das  Alter  der  Loka- 
senna   um  !'iV"  anzusetzen  (S.  49—58),  bietet  gar  keine 
tiewiihr     Dass  das  Gedicht  in  die  heidnische  Zeit   fallen 
IUU88.    ist    keinesweirs    auspremacht.      Wir    können    bis 
jetzt  nur  ganz  allgemein  sagen,  dass  die  Lokasenna  die 
ausgebildete  imrdisclie  Jlyth.dogie  voraussetzt.    So  lange 
aber  noch  über  deren  wichtigste  Quellen  wie  die  VijlospQ 
^o   grosse    Ungpwissheit    herrscht,    ist    die   Altersbestira^- 
mung  von  wahrscheinlicli  Jüngeren  Gedichten  unmöglich, 
l'nser  rrtheil    über    Hiischfelds  Arbeit    kann    nicht 
günstig   ausfallen.     Entweder    hätte    die   Schrift    irgend 
welchen    neuen    und    rördenideu  (udankeii    in  der  l-orm 
einer    Specialuntersuchung    vortragen    sollen,    was    aber 
nicht  der  Fall  ist,    oder  hätte  der  Verf.  einen  ausfuhr- 
lichen (nmmentar  schreiben  können  und  wäre  schon  dui-ch 
erschöiifende    übersichtlich.-   Darstellung    der   seither  ge- 
wonnenen Ergebnisse  des  Dankes  der  Fachgelehrten  sicher 
gewesen,    auch    ohne    dass    er   selber   viel    Eigenes   und 
wesentlich   Neues    beibringen    musste.     So    aber   ist   die 
Arbeit    ungenügend   und  nicht  gehörig  ausgereift.     Von 
einer  \bliandlung  aus  dem  Gebiete  der  nordischen  Philo- 
logie in  einer  Saiiunlung.  welche  unter  Hottorys  Leitung 
steht,    durfte   man  widil  Besseres  und  GrümUicheres  er- 
warten. ,^    ,  , 
München.                                 Wolfgang  Golther. 


Die  Anmerkungen  wollen  hauptsächlich  die  stilistischen 
Motive  des  Dichters  durch  die  übrige  Literatur  verfolgen, 
bieten  aber  auch  sonst  manches  Lehrreiche. 

Giessen.  <">•  Behaghcl. 


Bruder  Hermanns  Leben  der  Gräfln.Tolande  von  Vianden 

mit    Hinloitunf;  und  An.nerkuni;en  hr^s.   von  John  -Moiei. 

Hresbiu.    Koebner.    18S».    CXXXIV,    13_9    S.    8.      (üerman. 

Abimnillungen  hrsg.  von  ^^elnhol^l,  H.   (.) 

.lohn  Meier  bietet  uns  eine  Arbeit,  die  durchaus 
Tüchtiges  und  Erfreuliches  leistet.  Er  ist  einer  der 
Wenigen,  die  bei  der  Ausgabe  eines  mittelalteili<lien 
Textes  das  volle  Rüstzeug  der  modernen  grammatisclien 
Forschung  handhaben.  Das  ist  um  so  werthvoller,  als 
bei  der  .lolande  das  poetische  und  das  literarhistorische 
Interesse  sehr  in  den  Hintergrund  tritt,  dagegen  neben 
.len  geschichtlichen  VerliäUnissen  besonders  die  sprach- 
lichen   Tliatsachen    unsere  Aufmerksamkeit    in  Anspruch 

nehmen. 

In  seiner  sorgfältigen  Einleitung  erörtert  Jl.  sehr 
ausführlich  die  Sprache  der  .Jolaude.  Er  scheidet  richtig 
zwischen  der  Mundart  des  Schreibers  und  der  des 
Dichters:  er  vermag  die  Heimath  des  letzteren  mit 
gi-osser  Genauigkeit  festzustellen  und  bietet  im  Enizelucn 
mancherlei  Förderung  unserer  grammatischen  Kenntnisse; 
ich  erwähne  die  Erörterungen  über  das  bewegliche  n, 
die  Grenze  von  rd/rt,  die  Praep.  hit,  die  er  -  gewiss 
richti"-  —  aus  unbetontem  mit  erklärt.  Neben  den  sprach- 
lichetri'ntersuchungen  nehmen  di.'  gründlichen  Darlegungen 
über  die  Geschichte  d.-r  Grafen  von  Vianden  den  grössten 

Raum  ein.  ^     •,,    ■  . 

Die  Ueberlieferung  des  Textes  ist  sehr  gut;  M.  ist 
mit  Recht  sehr  conservativ  verfahren  und  hat  im  Wesent- 
lichen nur  Regelungen  der  Orthographie  vorgenommen. 
In  einem  Punkte  ist  er  mir  auch  hier  zu  weit  gegangen: 
dass  dem  mlid.  Diphth.  ie  in  der  Regel  die  Schreibung 
V  entspriclit,  aber  im  Adverbimu  ic  häufig  ye  geschrieben 
wird  (ich  zähl.'  20  Belege,  nicht  19),  hat  doch  gewiss 
sprachliche  Bedeutung,  und  es  wäre  hier  einfach  der 
llan.lschrift  zu  folgen. 


Schweitzer.  Charles.  De  poemate  latino  Walthario. 

Th.'sim  proponebat  la.iiltuti  litteranim  Pansiensi.   Lutetiae 
Parisiorum.  MDCCCLXXXIX.    XXVllI,  117  S.  8. 

1  »er  Verfasser  wünscht  seine  Landsleute,  bei  .lenen 
vielfach    noch    die   Behauptung   Famüels   gilt,    dass   der 
Waltharius    lateinischen  Ursprungs  sei,    mit  den  Ergeb- 
niss.-n    der    neueren    deutschen    Forschung    bekannt    zn 
machen.    Er  schickt  eine  Beschreibung  der  Handschriften, 
sowie    eine  Uebersicht    der    einschlägigen  Literatur,    die 
der  wünschenswerthen  Vollständigkeit  entbehrt  (s.  z.  B. 
•lenaer  L.Z.   1875,  5tw),    voraus,    theilt   den  Inhalt  des 
Gediclits  in  kurzen  Zügen  mit,  verfolgt  der  Walthersag^e 
rrspruna-    und    Verbreitung,     schildert    die    Stätte    des 
Kami)fes.    all    das    ohne  eigene  Zugabe  einzig  uach  den 
Arbeiten  der  Vorgänger.    Er  selbst  hat  seine  Autin«rk- 
samkeit   insbesondere   auf  Spra.he   und  Metrik    des  Ge- 
dichtes   gerichtet:    bezüglich  der  ersteren  wiederholt  er 
manche  fragliche  und  unrichtige  Meinung  friiherer  Zeit, 
die  man  längst  abgethan  meinte.     In  dein  Kapitel  über 
die    Metrik,    welches   im   Mitteli)unkt    der   Arbeit   steht, 
sucht  der  Verfasser  die  ungemeine  Ausdehnung,    welche 
Alliteration.    Assonanz,    dazu   .l.-r  Reim,    seiner    Ansicht 
nach  in  dem  Gedichte  gewonnen  haben,  zu  erweisen  — 
nicht   die  Alliteration,    wie   sie    im  Altdeutschen  üblich, 
wo  die  SUben.  welche  Träger  derselben  sind,  rhytiuischen 
oder  metrischen  Accent  haben:  er  versteht  darunter  viel- 
mehr   eine   dem  Unbefangenen   meist  weder   durchs  Ohr 
noch    auch    (luichs    Auge    wahrnehmbare    Wiederholung 
derselben  Mitlauter  oder  solcher,    die    unter  einander  in 
engerer  oder  weiterer  Verwandtschaft  stehen ;  eine  ^^  le.ler- 
hohme-,    welche    zudem    in  jedem  Vers-  oder  Worttheile 
stattfinden   kann.     Dieselbe  Ungebundenlieit   herrscht  m 
den    geaensoitigen   Beziehungen    der  Vokale:    hier    darf 
nach  de'm  V.-rfasser  sogar  selbstlautendes  u  oder  /  dem 
mitlauteuden  {D  oder  /)  entsprechen,  einfaches  n  oder  v 
den  Doppellautern  oii  oder  ei<   gegenüber   treten    sowie 
den  Lauten   qu   und    (ju    (z.  B.    Jlle  ,/ac.>bat,    »*ergit  in 
rt«strum.  5(Mppe  «idetur,   sine  san(/»ine  «ictor).     Wenn 
wir   nicht   leugnen  wollen,    dass  all  den  Ungeheuerlich- 
keiten, die  man  selbst  nachlesen  möge,  ein  Schatten  von 
Wahrheit    zu  Grunde    liegt,    dass    der    mit   spracldicher 
Darstellung   rinaend.'  Dichter  oft  durch  den  Wortklaug 
(„das  Wortgeklingel")  den  Aus.lruck  und  Nachdruck  der 
Rede    ersetzt,    dass   seine    ungefügen  Worte   die  rauhen 
Töne  seiner  noch  unaeschliftenen  Muttersprache  uns  ahnen 
lassen,   so   hat  sich  doch  der  Verfasser  der  Mühe  über- 
hoben, seine  Aufstellungen  an  den  Dichtungen  der  Alten, 
zumal  des  Virgil,  zu  prüfen  -  eine  unablässige  Forderung, 
deren  Erfüllung   ihn   freilich  belehrt  haben  wurde,    dass 
der    Dichter    des  Waltharius    mit    dem   Römer    in    allen 
jenen  Beziehungen  auftällig  übereinstimmt,  d.  h.  dass  es 
'im  Allgemeinen  nichts  ist  mit  seinen  Entdeckungen.    Em 
grösserer  Fehler  tritt  dazu.    An  Sammlung  und  Sichtung 
des  Materials  darf  man  in  einer  so  sehr  dem  Gefühl  und 
Geschmack    des    Einzelnen    unterliegenden   Sache   immer 
erst    gehen  nach   erfolgter  Feststellung  des  Textes  auf 
Grund    wohlerwogener    Abschätzung   der    Handschriften. 
Den  entgegengesetzten  Weg  schlägt  Schweitzer  ein:  er 
will   für  Abstammung   und  Alter  der  Handschritten  des 
Waltherliedes,    sowie   für  die  Autorschaft  der  einzelnen 
Recensionen  die  Kriterien  gewinnen  aus  den  Assonanzen. 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  1. 


Hier  feiert  nun  der  Dilettantismus  in  der  Kritik  wahre 
Orgien:  es  wird  Alles  durcheinander  g:e\virbelt:  die  fest- 
stehenden Thatsachen  der  Kritik  werden  umgestossen, 
die  schlechtesten  Lesarten  finden  Anerkennun;?,  die  guten 
werden  verworfen;  die  jüngsten  Handscliriftenklassen, 
die  am  schlimmsten  interpolirten,  sieht  man  zu  Originalen 
gestempelt.  Wozu  sollen  wir  einzelne  Blüthen  des 
Xonsens.  der  hier  gezeitigt  worden  ist,  anfuhren.  Genug, 
die  Schrift  ist  von  Anfang  zu  Ende  verfehlt  —  in  dem 
ersten  Tlieile  -(und  oft  im  letzten)  Plagiat,  im  zweiten 
Tlieil  Thorheit.  Die  krasseste  Unwissenheit  in  Dingen, 
auf  die  es  hier  zumal  ankam,  wie  Handschriftenkunde, 
Orthogiaphie  des  mittelalterlichen  Lateins,  macht  sich 
hier  breit  und  wird  nur  noch  durch  die  besondere 
Abart  von  Latein  überboten,  in  der  die  Schrift  ver- 
fasst  i.st.  Mit  den  rühmlichen  Leistungen  der  mittel- 
alterlichen Philologie  uud  Geschichtsforschung  des  Nach- 
barlandes berührt  sich  die  Arbeit  auch  nicht  entfernt. 
Breslau.  R.  Peiper. 

Kaiiffmann,  Friedlich,  Geschichte  der  schwäbischen 
Mundart  im  .Mittelalter  und  in  der  Neuzeit.  Mit  Te.xt- 
prubeu  un.l  einer  Geschichte  üei-  Schriftsprache  in  Schwaben. 
Strassburg,  Trübner.   1890.  X.\;VI,  .355  S.  8. 

Kauffmann  ist  der  erste,  der  es  unternommen  hat, 
eine  wirkliche  Geschichte  einer  heutigen  Jhmdart  zu 
schi-eiben,  uud  er  hat  die  Aufgabe,  die  er  sich  gestellt 
hat,  in  ganz  vortrefflicher  Weise  gelöst.  In  seiner 
Arbeit  vereinigen  sich  wie  in  einem  Brennpunkte  die 
Bestrebungen  der  beiden  letzten  .Jalu-zehnte.  Er  bietet 
einerseits  eine  musterhaft  klare  und  sorgfältige  Be- 
schreibung des  lebendigen  Sprachlautes,  anderseits  eine 
umfassende  Uebersicht  über  die  in  den  schriftlichen 
Quellen  überlieferten  Thatsachen.  Ueberall  wird  Ver- 
gangenheit und  Gegenwart  in  Beziehung  gesetzt:  von 
jedem  Aberglauben  au  den  überlieferten  Buchstaben  ist 
K.  unbedingt  frei.  Was  aber  besonders  sein  Buch  kenn- 
zeichnet, ist  das  Streben,  die  Thatsachen  in  ihrem  Zu- 
sammenhange zu  begreifen,  möglichst  viele  Erscheinungen 
mit  einer  Erklärung  zu  umfassen.  So  hat  er  denn  in 
dem  vorliegenden  Werke  unsere  Kenntniss  und  Ein- 
sicht vielfältig  gefördert.  Ich  erwähne  beispielsweise 
den  Umstand,  dass  im  Schwäbischen  ein  Xasalconsonant 
nicht  nur  vorhergehenden,  sondern  auch  nachfolgenden 
A'okal  nasalii-t;  so  dürfte  sich  auch  nhd.  tum  =  mhd. 
/lu  erklären.  Ferner  seine  Fassung  des  schwäbischen, 
bezw.  allgemein  alemannischen  Dehuungsgesetzes,  seine 
Darstellung  der  Ä--  und  /J-^'erschiebung.  Das  Gesammt- 
ergebniss  seiner  Betrachtungen  ist  dies,  dass  die  schwä- 
bische Mundart  schon  vor  vier,  fünf  Jahrhunderten  den 
heutigen  Stand  eingenommen  habe,  und  er  zieht  in  der  j 
Einleitung  daraus  allgemeine  Schlüsse  über  das  Wesen  ' 
der  Sprachentwickelung  überhaupt.  j 

Es  versteht   sich,    dass  bei  einer  so  umfangreichen  | 
uud    so    vieles   Neue    bietenden   Arbeit    nicht    alle  Auf- 
stellungen gleich  sicher  sein  können. 

Um  bei  dem  Allgemeinsten  zu  beginnen :  auf  Grund  ' 
des  langen  BehaiTens  der  schwäbischen  Mundart  verwirft 
er  überhaupt  die  Ansicht,  dass  die  Laute  sich  von  selber  ' 
weiterbilden:  er  will  nur  äussere  Anlässe,  also  z.  B. 
Wanderungen,  zugeben  und  betrachtet  die  Eigenart  des 
schwäbischen  Dialekts  als  Ergebiiiss  der  Aupassiuig  an 
neue  Wohnsitze  des  schwä'bischen  Stammes.  Aber  ab- 
gesehen davon,  dass  das  auf  S.  X  über  die  Stabilität 
der  Mondart  Gesagte  nicht  mit  dem  auf  S.  41  Vorge- 
brachten in  Einklang  steht,  widerspricht  seiner  Ansicht 


z.  B.  die  Entwickelung  von  ai  >  ^i  >  ai:  es  ist  doch 
kaum  denkbar,  dass  die  .\npassungsvorgänge  einen  Laut 
X  erst  zu  y  wandeln  und  dann  dieses  wieder  zu  x  zurück- 
kehren lassen.  —  K.'s  Ansicht  über  das  schwäbische  k 
theile  ich,  dagegen  halte  ich  das  über  p-  Gesagte  für 
irrig.  Er  meint,  p  sei  auch  im  Anlaut  ursprünglich  zu 
/  verschoben;  das  später  fast  ausschliesslich  geltende 
pf  sei  theils  durch  Satzsandhi  entstanden :  ein  funt  > 
eimp/imt  >  ein  p/unt  (als  ob  aus  empfinden  ein  pp'nden 
abgeleitet  würde),  theils  durch  Compromiss  von  Doppel- 
formen: das  Nebeneinander  von  pinit  und  funt  habe 
pfiint  ergeben.  Dagegen  scheinen  mir  nun  die  Orts- 
namen zu  sprechen.  Bei  ihnen  sind  derartige  Doppel- 
formen, d.  h.  Nebeneinander  von  früherer  tmd  späterer 
Entlehnung  kaum  denkbar  und,  so  viel  ich  sehe,  auch 
nicht  nachgewiesen.  Und  sie  stehen  im  Satzzusammen- 
hang fast  ausschliesslich .  nach  der  Praeposition  ze.  Auch 
für  pßegen  dürften  sich  Doppelformen  schwer  wahr- 
scheinlich machen  lassen,  und  das  Verbum  steht  in  den 
meisten  Fällen  nach  den  Pronomina  personalia,  deren 
keines  auf  X'asal  ausgeht.  Sicher  unrichtig  ist  es,  wenn 
Kauffmann  annimmt  (S.  152),  dass  der  Umlaut  von  ü, 
0,  Oll,  u,  uo  nur  vor  urspr.  i,  nicht  vor  /  sich  ent- 
wickelt habe.  AVie  sollten  z.  B.  beim  schwachen  Verbum 
der  /-Klasse  die  2.  und  3.  Pers.  Sgl.  Praes.  Ind.  im 
Stande  gewesen  sein,  das  ganze  Paradigma  des  Praesens 
in  ihre  Analogie  zu  ziehen?  —  Gerne  wüsste  mau,  wie 
sich  K.  die  Umwandlung  des  alten  Lautstandes:  in  vor 
Gutturalen  und  Labialen,  io  vor  Dentalen  zu  dem  spätem 
Sachverhältniss  denkt:,  er  hat  S.  94  die  Frage  überhaupt 
nicht  berührt.  —  Der  Syntax,  die  doch  einen  wichtigen 
Bestandtheil  in  der  geschichtlichen  Darstellung  einer 
Mundart  bilden  müsste,  hat  K.  keine  eigene  Betrachtung 
gewidmet;  dass  es  an  Stoff  dafür-  gefehlt  haben  würde, 
kann  ich  nicht  zugeben. 

Reicher  Gewinn  ist  trotzdem  unserer  Forschung  aus 
K.'s  Buche  erwachsen,  und  wir  hoffen,  dass  aus  den  von  ihm 
gegebenen  Anregungen  neue  schöne  Früchte  reifen  mögen. 
Giessen.  0.  Behaghel. 

Hauffen,  Adolf,  Caspar  Scheidt  der  Lehrer  Fischarts. 

Studien     zur    Geschichte     der    grobianischeu    Literatur     in 

Deutschlanii.     Strassburg,  Trübner.   18S9. 

Eine  willkommene  Gabe  bietet  uns  das  neueste  Heft 
der  'Quellen  und  Forschungen  zur  Sprach-  und  Kultur- 
geschichte der  germanischen  Völker',  der  ganzen  Reihe 
66.  Xummer.  Dr.  Hauffen,  der  sich  kürzlich  für  das 
Fach  der  neueren  deutschen  Literatur  an  der  Prager 
deutschen  Universität  habilitirt  -hat,  legt  hier  die  Er- 
gebnisse seiner  eingehenden  Untersuchungen  über  den 
literarischen  Grobianismus  nebst  dessen  Vor-  uud  Xach- 
geschichte  vor,  indem  er  die  deutschen  Zeugnisse  des 
16.  Jahrhimderts  und  hier  wiederum  die  liebenswürdige 
Gestalt  des  Wormser  Präceptors  Caspar  Scheidt  in  den 
Mittelpunkt  seiner  Betrachtung  rückt.  Der  umfangreiche 
Stoff'  ist  nach  allen  Seiten  mit  Autljietung  aller  verfüg- 
baren Hilfsmittel  durchforscht;  zwei  volle  Jahre  müh- 
seliger Ai-beit,  deren  Ertrag  gewiss  oftmals  die  gehegten 
Hoffniuigen  täuschte,  hat  Hauffen  auf  sein  Werk  ver- 
wandt (wenn  Ref.  anders  sich  seiner  Angaben  aus  ihi-er 
gemeinsamen  Thätigkeit  über  den  herrlichen  Schätzen 
der  Berliner  königlichen  Bibliothek,  Winter  1887  auf 
1888,  recht  erinnert).  Es  ist  ihm  sicherlich  in  aner- 
kennenswerthester  Weise  gelungen,  des  zusammenge- 
tragenen Materials  so  weit  Herr  zu  werden,  dass  die 
äussere    Form    des    Vortrags,     in    die     er    die    Summe 

2 


1891.    LitcraturbUtt  für  germaoiaoheundjomanUcl.e  Philoloeic- 


Nr.  1. 


8 


festgestellter  Tliatsaclu-n  und  wahrscheinlich  gemachter 
Annahm.n  rüpte.  nicht  zu  kurz  kam.  Im  lic;?entheil . 
Der  oft  Nvenig  salontahise  Inhalt  tritt  uns  in  einer  Dar- 
stellung vor  Atigen,  die  sich  mit  tnos^H^m  Uc.<chick 
dem  wechselnden  Spiel  von  Scherz  und  Ernst  in  den 
verschlungenen  Ciängen  der  Grobianusliteratur  jezuweilen 
aiii.asst  Die  Entwicklungsgeschichte  des  grt.biauischen 
^tils  im  besonderen  noch  erläutert  durch  Vergleich  ge- 
i-igneter  Kulturmomente  verwandten  Schlags,  wird  somit 
treffend  veranschaulicht.  ..   ,v     , 

Diese  Anzeige    bescheidet   sich,    aut    die   mit  Dank 
begrilsste     Bereicherung,     die    die    Literat  urfreschichte 
des   Reformationszeiuilters   durch   Hauffen    ertiihrt.    hin- 
zuweisen    Da  im  Einzelnen  weniger  zu  berichtigen  und 
einzuwenden   als  hinzuzufügen  wäre,    so  fasste  Referent  ■ 
seine    Zusätze    als    'Bemerkungen    zur    Entwicklung    des  | 
Grobianismus'  zusammen,  die  etwa  gleichzeitig  hiermit  die 
'Germania  veröffentUcht.    Es  zeigrte  sich,  dass  namentlich 
die  Entstehung   des  Grobiancharakters  weit  truher  vor- 
bereitet wurde  als  Hautleu  vermuthet,  nämlich  im  klas- 
sischen \lterthuiii,  und  auch  sonst  lässt  sich  der  Umfang 
des  grobianischeu  Literaturgebiets  sowohl  im  16.  Jahr- 
hundert  selbst    wie    in    der  Periode  der  Nacligeschiclite 
mannigfach  erweitern.    \'.elleicht  vernachlässigte  H.  das 
und  jenes,  weU  es  sich  ihm  wesentlicli  um  Sclieidt  drehte 
(obwohl  das  Vorwort  im  Hinblick  auf  Ph.  Strauchs'  an- 
gekündigte Monographie    gerade  für  dessen  Behandlung 
engere  Schranken  zieht).     Daher  tritt  wohl  auch  b.  12 
Scheidt     bisher  noch  unerwähnt,    ohne  weiteren  Beisatz 
auf    Und  ebenderselbe  Grund  erklärt  es  möglicherweise 
auch     dass    die    Grobianusschriften    vor    Sclieidts   Dede- 
kindscher  Grundlage   etwas  stiefmütterlich  wegkommen: 
insbesondere   war  S.  9  if.    diesbezüglich    eine    schärfere 
Klassitication    der    Tischzuchtdrucke    nach    den    niiter- 
sclieidenden  Merkmalen  erforderlich,  zumal  mit  ganz  be- 
stimmten Buchstabensigeln  hautirt  wird.     Die  gesammte 
mittelalterliche    Didaktik    von    der    Art    der    deutscheu 
Sittenbücher  überblickt  man  beiiuem  in  den  vergleichen- 
den   'Essays    on    early    Italian    and    German    books    of 
courtesy",  die  Furnivall  18(59  seiner  Ausgabe  von  Gilberts 
'Queene    Elizabeth's  Academy'    angehängt   hat.     Einmal 
bei    der    einleitenden    Epoche    der    Grobianusbewegung, 
folgen   noch    einige  Kleinigkeiten    aus  dem  betreffenden 
Abschnitte.      Weshalb     setzt    Häuften    (S.    19)     Brants 
Narrenschiff"    etUche  Jahre    vor  die  übliche  Aimahme. 
ohne  es  zu  begründen?   Zur  Chronologie  der  Phagifacetus- 
Uebersetzuug   s.   M.  Radlkofer,    Brant  Murner  Erasinus 
(Progiamm  Burghausen  1877)  S.  4  A.  10.    Der  Charakter 
der  Fressschilderung   in  des  M.  Reinerus  Thesmophagia 
-  die  übrigens  (gegenüber  S.  19  A.  3)  schon  Jena  183J 
durch  E(ichstädt)    neu   gedruckt  wurde  -  scheint   doch 
(S  20)  verschoben,  wenn  man  nur  die  ^^arnung  in  eine  Aut- 
forderung zur  VüUerei  verwandeln  solle,  um  die  Parodie 
fertig  zu  haben.    Zum  Johannestrunk  (S.  22  A.  6)  sei  aut 
Seilers  Ruodlieb-Ausgabe  S.  KU  u.  222  sowie  auf  Böckel, 
Volkslieder  aus  Oberhessen  p.  XXllI  ff.  verwiesen.    Das 
Citat  aus  Wrampelmeyer,  Cordatus'  Tagebuch  über  Luther 
(S    22  A.  2)  wünscht  man  genauer  —   wenigstens  dass 
es  erst  1H83  hervortrat  -  und  tiefer  ausgenützt;  jeden- 
falls   versprach   sich  Referent   mehr   davon    als    er    den 
Verfasser  seinerzeit  darauf  aufmerksam  machte. 

Das  Tliema   ist   mit  Glück    durchgeführt.     Häuften 


.  Der  inzwischen  Beinen  treffliclien  Artikel  über  Schei(d)t 
in  der  „Allg.  Deutschen  Biogr."  30,  721  ff.  veröffentlicht  hat. 


hat   selbst   eine  geschmackvolle  Uebersieht  seiner  reich- 
haltigen Funde  und  Combinationen  in  der  Skizze    ^anct 
Groblanus  im  IG.  Jahrhundert"  24.  Sonntagsbeilage  zur 
^•„ssischen    Zeitung    1889    (IG.    Juni)    geliefert.     Auch 
^til   tuid  Aurtassungsweise    sind  durchgeh.  nds  der  btoit- 
bewältiguug   ebenbürtig.     lu  ersterer  Hinsicht  sei  blo.> 
die   seltsame    Bezeichnung   des    landläuügen    Anekdoten- 
krams  zotiger  Gattung  als  'venerischer  Schwanke    (b.  3M 
herausgegritten.    Was  die  Art  der  Anschauung  anlangt 
so    durfte    beispielsweise    doch    ein    freierer    Standpunkt 
verlangt  werden,  als  er  in  der  Titulatur  der  Werke  von 
Montanus.  Schumann  und  Lindener  als  Schandsaminluugen 
in  Bausch  und  Bogeu  zum  Ausdruck  gelangt.     Alles  in 
Allem  •  die  Frucht  fteissigsten  gewissenhaftesten  Grabens 
und  Scharrens    in   den  thcilweise  noch  gänzlich  nneroft- 
neten  Literaturschachten  des  IG.  Jahrliunderts.     Xeben- 
sächliche    Schwächen,   mit   denen   jede   literarhistorische 
Quellenstudie    behaftet    sein    muss,    besagen    nicht    viel 
o-e-enüber    dem   echt  wissenschaftlichen  Eifer,   mit  dem 
Ha'uffen    die   durch   seine    Stil-  und  Ursprungsgeschichte 
des   Marienlebeus   von  Walther    von  Bheinau    (Zs    t    d. 
Alterth    N.  F.  20)  angeregten  Erwartungen  erfüllt  hat. 
Einzelfragen  beantwortet  Referent  nach  Kräften  an  ge- 
nannter Stelle.  T^   •■    1    1 
Leipzig.                                         Ludwig  I-rankeL 

deutschen   Dramen    bis  f"  ,?"?«, ^•"«  ^^Vl'  4 
hunderts.     Stuttgiiit,  Göschen.  1S<)0.  1^*1  S-^  J^'-  ^• 
Dieses  Buch  behandelt  einen  Gegenstand,  über  dessen 
Wichtigkeit   kein  Zweifel   sein   kann ;    aber    es   ist  eine 
unreife  Frucht.     Schon   der  Titel,    welcher   keine   volle 
Kenntniss  des  Dramas  der  bezeichneten  Periode  voraus- 
setzen lässt.  noch  mehr  aber  der  Inhalt  deutet  auf  unge- 
nügende Beherrschung  des  Materials  hin.    Aus  der  reichen 
dramatischen  Literatur  des  XVI.  Jahrhunderts  kennt  der 
Verfasser  nur  die  Schweizer  Dramen  und  auch  diese  zum 
grösseren  Tlieile  nur  aus  den  Auszügen  Bächtolds;    das 
hiteinische    Drama    lässt    er    gänzlich    ausser    Betnicht 
\uf    den    Morio    des    lateinischen    Dramas    und   auf    die 
Abhängigkeit  der  typischen  Xarrenfigur  von  dem  1  ara- 
siten  der  lateinischen  Komödie  kommt  daher  ebenso  wenig 
die  Rede    als   auf  den  Leimstengler  des  aussersciweize- 
rischen  Dramas,    über   welchen  Spengler   im  Archiv    ur 
Literaturgeschichte  X,  576  ft'.  gehandelt  hat.     Auf  das 
XVII.  Jahrhundert   hätte  sich  der  Verfasser  lieber  gai 
nicht    einlassen   sollen,    da    ihm  nur  vereinzelte  Dramen 
und  Dramatiker    aus   dieser  Zeit   bekannt  sind  und  der 
Einfluss     des    italienischen    Harlekin    auf    die    deutsche 
Xarrenfigur    ihn    lücht    ziu-    Untersuchung    gereizt    liat 
In    den  Kapiteln    über   die   englischen  Komödianten  und 
über  das  Volksschauspiel  vom  Doctor  Faust  ist  er  ganz 
abhängig    von   Creizenach,    in    dem  Abschnitt    über    die 
Wanderbühnen  von  Dr.  Heine.     Auf  genauer  Kenntniss 
des  Materials  beruhen  also  bloss  die  Kapitel  über  Hans 
Sachs,  Ayrer,  den  Herzog  Julius  von  Braunschweig  und 

Ch.  Weise.  ..  ,    .    ,.„ 

In  diesen  Kapiteln  geht  der  Verfasser  zunächst  die 
einzelnen  Dramen  durch,  indem  er  von  jedem  eine  kurze 
Inhaltsangabe  vorausschickt  und  die  Stellung  der  komischen 
Figur  innerhalb  des  (Janzeu.  näher  bestimmt.  Dass  aut 
dii-ein  Wege  Vieles  mit  unterläuft,  was  nicht  zum  Thema 
gehört  und  die  Aufmerksamkeit  gerade  von  der  komischen 
Figur  wieder  abzieht,  ist  begreiflich.  Der  \  erfassei 
hätte  die  Uebersichtlichkeit  wenigstens  durch  emc  bes  e,  e 
Anordmuig   fördern  können,   wenn   er  z.  B.  die  »tucke 


1891.     Literatuvblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  1. 


10 


Ayrers  anstatt  iu  der  Reihenfolge  des  Druckes  so  nach 
einander  aufgezählt  hätte,  dass  die  Stücke  in  welchen 
der  Xarr  wenig-  zu  tliun  hat,  denen  voransgingen.  in 
welchen  er  viel  beschäftigt  ist:  die  Stücke,  in  welchen 
er  Nebenperson  ist  denen,  in  welchen  er  die  Hauptrolle 
spielt:  die  Stücke,  in  denen  er  nur  mit  den  bekannten 
Zügen  erscheint,  denen,  in  welchen  er  luit  neuen  Zügen 
ausgestattet  ist.  Auf  diese  Weise  hätte  der  Leser 
der  Untersuchung  schrittweise  folgen  können,  welche 
jetzt  beständig  liinauf  und  hinunter,  abwärts  und  wiederum 
iu  die  Höhe  führt.  Ich  zweifle  aber,  ob  es  überhaupt 
nöthig  war,  die  Excerpte  selbst  dem  Leser  vorzulegen, 
welchem  die  Texte  der  von  dem  Verfasser  benutzten 
Dramen  in  den  meisten  Fällen  unschwer  zugänglich  sind. 
Die  zusammenfassenden  Charakteristiken,  welche  der 
^'erfasser  am  Schlüsse  jedes  Abschnittes  gibt,  hätten 
vollauf  genügt,  wenn  sie  der  Verfasser  etwas  weniger 
schematiseh  gehalten  und  die  Darstellung  zu  einem 
lebendigen  Bild  abgerundet  hätte. 

Ein  letztes  und  schweres  Bedenken  richtet  sich 
ferner  gegen  die  Abgrenzung  des  Stoffes.  Das  Buch 
schliesst  genau  mit  dem  Zeitpunkt,  in  welchem  die  Herr- 
schaft des  Hanswurst  beginnt,  dessen  immer  mehr  um 
sich  greifender  Bedeutung  schon  die  letzten  Kapitel  nicht 
mehr  gerecht  zu  werden  verstanden.  Es  wird  neuer- 
dings Mode,  Vorgeschichten  zu  schreiben.  In  der  Regel 
vergisst  mau  dabei  zweierlei:  erstens  dass  die  Dinge 
selbst  freüich  immer  da  waren,  dass  es  sich  aber  in  der 
Geschichte  des  geistigen  Lebens  darum  handelt,  ob  sie 
im  Vordergrund  oder  im  Hintergrmid,  obenauf  oder  unten 
waren;  zweitens  dass  uns  eine  Vorgeschichte  nur  dann 
willkommen  ist,  wenn  sie  die  Geschichte  selbst  einleitet 
oder  ergänzt.  Eine  Geschichte  des  Hanswurst  müsste 
selbstverständlich  auch  auf  dessen  Vorgeschichte  Ruck- 
sicht nehmen.  So  weit  aber,  wie  der  Verfasser  meint, 
sollte  man  die  Specialisirung  doch  nicht  kommen  lassen. 
Er  verlangt  einen  eigenen  Arbeiter  und  ein  eigenes  Buch 
über  die  komische  Figur  in  den  Fanstdramen,  über  den 
Hanswiu'st  der  Wandertruppen,  endlich  für  die  selbstän- 
dige HanswTirstkomödie.  Wir  glauben,  dass  die  Unter- 
suchung über  einen  einzigen  Charakter  in  einer  einzigen 
Dichtungsgattung  in  dem  Zeitraum  vom  XVI.  bis  zum 
XVII.  .lahrhundert  doch  vielleicht  noch  von  einem 
Arbeiter  zu  bewältigen  sein  wird,  vorausgesetzt,  dass 
er  sich  auf  seinen  Gegenstand  wohl  vorbereitet  hat. 
Forderungen,  wie  sie  der  Verfasser  aufstellt,  lesen  sicli 
wie  ein  Hohn  auf  das  Princip  der  Arbeitstheilung  und 
öffnen  dem  schlinunsten  Dilettantismus  das  Thor:  nämlich 
demjenigen,  der  von  heute  auf  morgen  arbeitet  und  von 
der  Hand  in  den  Mund  lebt,  sich  wissenschaftlich  anstellt 
und  doch  zur  wissenschaftlichen  Uebersicht  über  die  That- 
sachen  niemals  durchdringt. 

Wien.  Minor. 


Steiner,  Rudolf,  Goethe  als  Vater  einer  neuen 
Aesthetik.  Vortrag  geholten  im  Wiener  Goetheverein. 
Wien,  Verlag  der  „Deutschen  Warte"  (Engelbert  Perner- 
storffer).  18S9.  [Sonderabdruck  aus  dem  4.  (April-)  Heft 
der  , Deutschen  Warte",  1889.] 

Gegenüber  der  idealistischen  Aesthetik,  welche  die 
Schönheit  als  sinnliche  Erscheinung  der  Idee  betrachtet, 
sowie  gegenüber  der  empiristischen,  die  aus  der  Analyse 
des  subjectiven  Lustgefiihls  das  Prhicip  für  die  Begriffs- 
bestimmung des  objectiv  Schönen  zu  gewinnen  sucht, 
weist  der  Verf.  in  feiner  und  bei  aller  Kürze  klar  durch- 
geführter   Erörterung    auf    ein    Princip    der    A^'Sthetik 


zurück,  welches,  schon  in  Schillers  Untersuchungen  nahe 
gelegt,  bei  Goethe  in  mehr  gelegentlichen  Aensserungen, 
i  aber  scharfer  Beleuchtung  hervortritt.  S.  13:  „In  dem 
Hinausgehen  des  Ciegenstandes  über  sich  selbst,  aber 
doch  nur  auf  Grundlage  dessen  was  in  ihm  schon  ver- 
borgen ist,  liegt  das  Schöne."  In  diesem  Sinne  aber 
ist  es  nicht  die  „Idee  in  der  Form  der  sinnlichen  Er- 
scheinung", sondern  gerade  umgekehrt  eine  „sinnliche 
Erscheinung  in  der  Form  der  Idee"  (15).  Das  Schöne 
ist  nicht  ..das  Göttliche  in  einem  sinnlich-wh-klichen 
Gewände";  sondern  „das  Sinnlich-Wirkliche  in  einem 
göttlichen  Gewände"  ;  es  ist  Schein  (im  Sinne  Schillers), 
weil  es  eine  sinnliche  Wirklichkeit  vor  Augen  stellt,  „die 
sich  als  solche  wie  eine  Idealwelt  darstellt"  (ebd.).  Dass 
wir  hier  in  der  That  auf  dem  Boden  der  Aesthetik 
unserer  Klassiker,  insbesondere  Cxoethes,  stehen,  hätte 
sich  noch  diu'ch  viel  eingehendere  Belege  darthun  lassen, 
als  es  bei  dem  Verf.  (etwas  zu  flüclitig)  vermittelst 
einiger  Aphorismen  aus  Dichtung  imd  Wahrheit,  den 
Sprüchen  in  Prosa  und  den  Gesprächen  mit  Eckermann 
geschieht.  Seine  Ansicht  am  Schlüsse  (15):  „Die  Aesthe- 
tik, die  von  der  Defiuition  ausgeht:  das  Schöne  ist  ein 
sinnlich  Wirkliches,  das  so  erscheint,  als  wäre  es  Idee, 
diese  besteht  noch  nicht"  —  ist  übrigens  nur  theilweise 
zutreffend.  Denn  jene  Auffassung  des  Schönen  liegt 
bereits  demjenigen  zu  Grunde,  was  iu  Aristoteles'  Poetik 
über  die  Aufgabe  der  dichterischen  Darstellung  gesagt 
ist  (es  ist  unrichtig  (5),  dass  Ai'ist.  „kein  höheres  Kunst- 
princip  kannte  als  die  Xaturnachahmung"),  und  sie  ist 
auch  iu  der  Aesthetik  der  Gegenwart  nicht  ohne  Ver- 
tretung. 

Giessen.  H.  Siebeck. 


Braitmaier,  Friedrich,  Geschichte  der  poetischen 
Theorie  und  Kritik  von  den  Disknrsen  der  Maler 
bis  auf  Lessing.  Frauenfeld,  Huber.  I.  Theil.  1888. 
X,  312  S.  8.  II.  Theil.  1889.  VIII,  288  S.  8.  M.  10. 
Vor  drei  .Jahren  hat  uns  Karl  Borinski  mit  einer 
vortrefflichen  Arbeit  über  „Die  Poetik  der  Renaissauce 
und  die  Anlange  der  literarischen  Kritik  in  Deutschland" 
(Berlin,  Weidmann)  beschenkt.  Er  schildert  uns  die 
poetische  Theorie  von  Opitz  bis  ziun  Anfange  des  18. 
.Jahrhimderts,  bricht  also  leider  gerade  au  dem  Punkte 
ab,  wo  der  grosse  Kampf  über  das  Wesen  der  Poesie 
zu  entstehen  beginnt.  Eine  willkommene  Fortsetzung 
bietet  uns  nun  Braitmaier  und  zwar  auf  nT)ch  breiterer 
Grmidlage  und  mit  einer  Beleseuheit,  die  derjenigen 
Boi'inskis  kemeswegs  nachsteht..  B.  verspricht  uns  im 
Vorworte  nicht  nur  eine  Geschichte  einzelner  Begriffe 
luid  Lehren,  sondern  ..eine  zusammenhängende  DarsteUnng 
des  Systems  der  bedeuteuderen  Autoren".  Von  den 
Diskursen  der  Maler  ausgehend  charakterisirt  der  Ver- 
fasser die  historisch-kritische  Stellimg  dieser  ei-sten 
deutschen  moralischen  Wochenschi  ift  zm-  deutschen  Lite- 
ratiu-,  ihi-  Verhältniss  zu  den  Franzosen  mid  Engländern 
und  —  in  eingehender  Weise  —  die  Ziele  der  jungen 
Autoreu  namentlich  mit  Hinsicht  auf  ihre  poetischen 
Theorien.  B.  versäumt  nicht,  wiederholt  auf  die  Ab- 
hängigkeit der  Schweizer  von  ihren  ausländischen  Vor- 
gängern hinzuweisen,  gleichwohl  scheint  uns  diese  Seite 
noch  nicht  genügend  hervorgehoben  zu  sein.  Wie  wenig 
entwickelt  der  Begi'iff  des  literarischen  Eigenthumsrechtes 
damals  war,  hat  neuerdings  Servaes  (Die  Poetik  Gott- 
scheds und  der  Schweizer;  Anliang)  an  Breitiugers 
kritischer  Dichtkunst  gezeigt.   Von  den  Diskiu'sen  düi-fte 


11 


1891.     Litoraturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  1. 


12 


narh    genaner.    allseitiger  Untersncliimg   nur   noch   sehr  | 
wei)i(sr  als  ;r-istigr<-s  KifTfiithum  dt-r  Zürcher  übrisr  Weihen. 

Die  grusse  Ahhäiifrifrkeit  der   „Verniinftifren  Tadle-   j 
rinnen"  von  der  Wochenschrift  liodmers  und  Ureitingers 
ist    vom  Verf.  —  unsers  Wissens    zum    ersten  Male  — 
genau  nachg'ewiesen  worden.  1 

Im  weiteren  Verlaufe  seiner  Untersuchung  schildert 
uns    H.  das   anfängliche    Zusammengehen    der   Leipziger 
und  Zünher,  die  entstehenden  Difterenzeii,  den  Ausbruch 
des  (irt'enen  Streites  —  Alles  theilweise  unter  wiatlicher 
Beiziehung  der  wichtigsten  Stellen  ans  den  Streitschriften. 
Wer  schon  Anläufe  genommen  hat,  sich  durch  den  zum 
Theil    doch    recht  unerquicklichen  Wald  jener  Literatur 
durchzusoUlag.'n.    wird   dem    Verf.    dafür    dankbar   sein, 
dass  er  uns  in  angenehmer  und  doch  recht  zuverlässiger 
Weise   mit    allen  wichtigen  Einzelheiten    der  Bewegung 
bekannt    macht.     In   einem  Punkte  nur  können  wir  mit 
B.  nicht  übereinstimmen.     Die  freundliche  Sorgfalt,  mit 
der   er  die  Verdienste  Bodmers  und  Breitingers  hervor- 
hebt, verwandelt  sich  ins  Gegentheil,  sobald  die  Unter- 
sncliung   auf   Gottsched   übergeht.     Danzel    mag   seinen 
Helden  zu  sehr  gepriesen  haben,  B.  geht  nach  entgegen- 
gesetzter Seite  zu  weit,  indem  er  den  Leipziger  Dictator 
sammt    seinem   Biographen   zerzaust.     Wir    greifen    ein 
Beispiel  heraus.    Es  soll  imrichtig  sein,  wenn  „heute  noch 
in  vorgeblich  wissenschaftlichen  Literaturgeschichten"  be- 
hauptet   wird,    Gottscheds    historische    Bedeutung    liege 
auch    „in    der  Fixiining   der   neueren   deutschen  Schrift- 
sprache"   (p.  9).     Dazu    vergleiche    man    nun,    was    B. 
später  selbst  über  diese  Frage  sagt  (p.  49):   „Selbstän- 
dig ist  Gottsched  in  der  Schätzung  der  deutschen  Sprache 
und  aller  Achtung  werth  ist  sein  Appell  an  den  deutschen 
Patriotismus    wegen    sorgfältigerer    Pflege    der   Jlutter- 
sprache";    ferner:    „es    ist  ein  wirkliches  Verdienst  von 
ihm,  dass  er  mit  grossem  Eifer  nic'iit  bloss  für  die  Rein- 
haltung   der    lluttersprache    von    fremder    Beimischung, 
sondern  überhaupt  für  feinere  und  geschmackvollere  Aus- 
bildung derselben  eintritt-'.  Die  abschwächenden  Zwischen- 
bemerkungen B.'s,  Gottsched  gebe  damit  „nichts  als  die 
in    den   deutschen  Sprachgesellschaften  seit  einem  Jahr- 
hundert  hergebrachte  Phrase",    oder    er  setze  „die  seit 
Opitz    übliche    Tradition"    fort,    können    die    Thatsache 
seiner    Verdienste    nicht    verschwinden    machen.      Vgl. 
noch  p.  53. 

Den  gi-össten  Reichthum  an  neuen  Gesichtspunkten 
scheint  uns  im  I.  Theile  das  9.  Kapitel  zu  enthalten; 
besonders  was  B.  über  .T.  E.  Schlegel  bringt,  ist  von 
bleibendem  Werth,  tiotz  der  Abhandlung  von  Antouiewicz, 
mit  welchem  sich  der  \'erf.  in  einer  längeren  Anmerkung 
auseinandersetzt  (p.  292—295). 

Der  IL  Theil  ist  den  Aesthetikern  der  Leibuitz- 
Wolffschen  Schule  gewidmet.  Baumgartens  Eintührung 
der  neuen  Wissenscliaft  der  Aestlietik  wird  ausführlich 
behandelt;  wir  erhalten  ein  genaues  Bild  seiner  Be- 
strebungen und  hören  auch,  wie  die  bisher  herrschenden 
Theoretiker  sich  zu  der  neuen  Lehre  stellen.  Es  ist 
überhaupt  ein  besonderes  Verdienst  B.'s,  dass  er  die 
verschiedenen  Anschauungen  und  Theorien  nicht  nackt 
darstellt,  sondern  fortwährend  auch  grossen  Fleiss  darauf 
verwendet,  die  Lmstände,  unter  welchen  dieselben  auf- 
tauchten, genau  zu  schildern.  —  Nach  einer  kurzen 
Charakterisirnng  des  Snlzerschen  Standi)unktes  fallt  der 
Löwenantheil  des  II.  Bandes  Jloses  Mendelssohn  zu, 
dessen  Kunstlehre  aus  seinen  Schriften  zu  einem  weit- 
läufigen Gebäude  aufgeführt  wird.     Ohne  im  Stande  zu 


sein,  die  Einzelheiten  nachprüfen  zu  können,  heben  wir 
nur  die  Sorgfalt  hervor,  mit  welcher  der  Verf.  die  Be- 
ziehungen .Mendelssohns  zu  Franzosen  und  Engländern 
darstellt,  während  bei  den  üblichen  Schilderungen  Jener 
Literaturperiode  diese  Seite  gewöhnlich  verkürzt  wird 
zu  Gunsten  einer  weiteren  Austührung  der  Anknüpfunjreu 
des  Berliner  Aestlietikers  an  die  klassischen  V.>rl)ilder. 
B.'s  Werk  darf  den  berechtigten  Anspruch  auf  volle 
Beachtung  von  Seite  der  Literarhistoriker  des  18.  .lahr- 
hunderts  erheben :  denn  nirgends  sind  bisher  die  poetischen 
Theorien  .jener  Zeit  mit  solcher  Gründlichkeit  und  Aus- 
führlichkeit behandelt  worden.  Auch  die  Bibliograidien 
werden  sich  über  die  detinitive  Feststellung  einer  Reihe 
bisher  schwankender  Angaben  freuen. 

Zürich.  Theodor  Vetter. 


Erlanser  BeitrSRe  znr  englisohen  Philologie.  Hernus- 
gegeben  von  U  e  r  ni  a  n  n  V  a  r  n  h  a  gc  ii.  1.  Heft :  Pe  Dcspu- 
tisoun  bitwecn  jie  Boili  iin.l  l)e  Soule.  Hrsg.  von  W  i  lli  e  I  m 
Linow.  Nebst  dem  altfrnnz.  Oo. lichte  'Un  Siimedi  par 
Nuit'.  209  S.  —  VI.  Heft:  Die  l'ia;,'menfo  der  Keilen  der 
Seele  nn  den  Leichnam  in  zwei  Handscliriftcn  zu  Worccster 
und  Oxforil.  Neu  hrsR.  nebst  einer  üntersucliung  über 
Sprache  und  Metrik,  sowie  einer  deutsehen  Uebersetzung 
von  Richard  Buch  holz.  LXX,  2S  S.  Erlangen  und 
Leipzig,  Deichertsche  Verlagsbucliliandlung  (Georg  Bölinie). 
1889/1890. 

Von  den  'Erlanger  Beiträgen  zur  englischen  Philo- 
logie   (vgl.  Ltbl.  1890,  Sp.  301)  sind  zwei  weitere  Hefte 
erschienen,  die  dasselbe  Lob  verdienen,  wie  die  früheren. 
Heft  I    enthält   zunächst    eine  in  sechs  Hss.  über- 
lieferte   me.    Bearbeitung    des    „Streites    zwischen   Leib 
und  Seele".     Seine  Absicht,   eine  kritische  Ausgabe  des 
Denkmals   zu   versuchen,    hat    der  Herausgeber.    Linow, 
„nicht    ohne  Widerstreben   und    Bedauern"    aufgegeben. 
Die    Schwierigkeiten,    die    sich    der    Ausführung    seines 
Planes  entgegenstellten,  hat  er  auf  S.  21  ft".  aufgezählt. 
Aehnliche  Schwierigkeiten  begegnen  aber  fast  bei  jeder 
kritischen  Ausgabe;  sie  wären  nicht  unüberwindlich  ge- 
wesen.    Innnerhin    ist  es  besser,    dass  die  kritische  Ge- 
staltung  des  Textes  vor  der  Hand  hinausgeschoben  ist, 
denn    es   ist   mir    fraglich,    ob   der    von  L.    aufgestellte 
Stammbaum  der  Hss.  in  allen  Punkten  den  thatsächlichen 
Verhältnissen    entspricht.     L.    ist   bei   der  Beurtheilung 
des  Hss.-Vcrhältnisscs  von  der  Strophentabelle,  S.  5—7, 
ausgegangen,    und   das   wäre    ganz  gut,    wenn   wir   nur 
irgend   einen    äusseren    Anhalt   hätten,    um   mit   Sicher- 
heit  diese    oder  jene  Strophe    für    echt    oder  unecht  zu 
erklären.     Wenn    aber   auch   wirklich,    was  ich  zugebe, 
die  in  AL  enthaltenen,  in  VDR  fehlenden  sieben  Strojdie.n 
ursprünglich  sind,    so  folgt  daraus  doch  nur,  dass  VDR 
auf   eine    gemeinsame,    bereits   lückenhafte   Quelle,    also 
j',    zurückgehen.       Irgend    welche    gemeinsame    Fehler, 
Lücken.    Zusätze    für    AL    hat    der    Herausgeber    nicht 
nachgewiesen,  und  ich  habe  auch  keine  gefunden;  es  ist 
demnach    durchaus    nicht    „schon   aus   dem  Obigen  klar, 
dass  A  und  L    auf   eine    gemeinsame   Quelle   «    zurück- 
gehen" (S.  8);    vielmehr  kann  jede  Hs.  für  sich,   unab- 
hängig von  der  andern  und  von  der  Gruppe  y  aus  dem 
Original  herstannnen.    In  praxi  würde  dies  freilich  nicht 
allzuviel  ändern,  denn  wenn  AL  der  Gruppe  VDR  gegen- 
überstehen,   würde   man    auch   nach  Linows  Stammbaum 
ihnen,    als   den  älteren,    den  Vorzug  geben.     Wichtiger 
aber  ist  etwas  anderes.     Linow  hat  es  untei lassen,    die 
Richtigkeit    seines  Stammbaums    auch   im  Detail  an  den 
Lesarten   der   einzelnen  Hss.  nachzuprüfen  und  etwaige 
Widersprüche   gegen   denselben  in  befiiedigender  Weise 


13 


1891.    Literaturblatt  für  ^ermanisclie  und  romanische  Philologie.    Nr.  1. 


14 


zu  lösen.  So  liiitti-  vr  ■/..  l'>.  timifn  müssen,  dass  K  an 
einer  Keihe  von  Stellen  in  eleu  Lesarten  genauer  mit 
A  übereinstimmt,  wiiln-enil  LVD  oder  VI)  iremeinsam 
anders  lesen,  leli  erwiiline  als  die  wiclitiirsten  Fälle 
(die  Verszahlen  nach  dem  Drig-inal) :  V.  54:  wilde  icoriiie» 
AR  >  foule  warmes  LVD  :  A'.  67  :  nie»  AE  >  gyloiirs 
\'Y) :  V.  89 :  hl  alle  Jn  Utie  AE  >  in  al  pi  siht  VD ; 
V.  122:  AI  pi  gode  AE  >  Pyn  oper  ])i»g  V;  /'// 
other  catel  D:  V.  126:  Jlors  o>id  sirine,  sehepe  and 
net  AK;  Scheep  or  siri/n  or  Jtors  or  nei  VD :  V.  145: 
reweful  AE  >  grisli  VD;  V.  151:  Wlupcr  poii  ort 
mi  fere  A;  Where  hast  J>ou  he  mif  ferc  R  >  Whoder 
pOH^test  pou  fere  VD ;  V.  172:  Hui  A;  have  lived  R 
>  haue  dured  V;  endured  D;  V.  177:  iroipli  AR  > 
iiiurie  VD;  V.  197:  wirhecraff  ALR  >  wikl'ed  craft 
VD;  V.  217:  wreche  AR  >  om.  LVD:  V.  402:  of  pi 
soule  AE  ;  of  me pi  soule  L  >  of  me  .  .  .  rihtliche  VD; 
V.  522:  ^s  he  schuld  ALR  >  And  scholde  VD ; 
V.  541:  fendes  A:  dcveles  R;  deceles  ratchcs  L  > 
racches  VD.  Xach  Linows  Stammbaum  müssten,  falls 
AR  die  ursprüngliche  Lesart  bieten,  die  Schreiber  von 
V  und  D :  falls  letztere  lichtig-  sind,  die  Schreiber  von 
A  und  R.  jeder  selbständig'  für  sich,  auf  genau  dieselben 
Aenderung-en  verfallen  sein.  Das  ist  aber  unmöglich ; 
es  musä  vielmehr  irgendwie  eine  Diu'chkreuzung  des 
Hss.-Verhältnisses  stattgefunden  haben.  Jedenfalls  bedarf 
es  einer  nochmaligen,  gründlichen  Untersuchung-,  ehe 
man  an  die  Herstellung  eines  kritischen  Textes  heran- 
g:elien  kann. 

In  dem  Abschnitt  C  '(^uellenfrage'  (S.  10  —  13)  sucht 
es  li.  wahrscheinlich  zu  machen,  dass  der  englische 
Dichter  ausser  der  lateinischen  Fassung  auch  noch  eine 
der  alt  französischen  Bearbeitungen  des  Stoftes  benutzt 
hat,  nämlich  das  von  Varnhagen  im  'Anhang  I'  heraus- 
gegebene Gedicht  'Uu  samedi  par  nuit'  O'gl-  darüber 
Mussalias  Referat  Ltbl.  Sp.  150).  Ich  muss  gestehen, 
dass  die  von  L.  zum  Beweise  dafür  angeführten  Parallel- 
stellen mich  durchaus  nicht  von  der  Richtigkeit  seiner 
Ansicht  haben  überzeugen  können.  Gleich  der  erste 
Hinweis  aiif  'Pi  proude  palfrais  und  pi  siede'  etc.  ist 
in  der  me.  Lviik  so  stereotj'p,  dass  der  Dichter  diesen 
Gedanken  nicht  erst  aus  einem  franz.  Gedichte  zu  schöpfen 
brauchte.  Ebenso  sind  Klagen  über  die  Untreue  der 
AVeiber  gar  nicht  ungewöhnlich  (vgl.  z.  B.  Maximion) 
und  überdies  hier  durch  die  lateinische  Vorlage  nahe 
gelegt  (ed.  Wright  V.  66/67).  Die  dritte  Stelle  steht 
im  Franz.  in  einem  ganz  anderen  Zusammenhange  und 
auch  die  folgenden  zeigen  keineswegs  eine  sehr  enge 
Berührung.  Von  einer  Benutzung  des  franz.  Gedichtes 
durch  den  Engländer  könnte  man  nur  dann  reden,  wenn 
irgend  ein  der  franz.  Bearbeitung  allein  eigenthttm- 
licher  Passus  im  engl.  Gedichte  wiedergegeben  wäre, 
so  z.  B.  die  Darstellung  der  Auferstehung  von  den 
Todten  und  des  jüngsten  Gerichts,  die  dort  einen  sehr 
grossen  Raum  einnimmt  (V.  45-3  —  564).  Also,  es  steht 
nur  so  viel  fest,  dass  das  englische  Gedicht  in  engem 
Anschluss  au  das  lateinische,  vielleicht  aber  auch  unter 
leiser  Anlehnung  an  ältere  englische  Gedichte  ähnlichen 
Inhalts  geschrieben  ist. 

Ueber  den  Dialekt  handelt  L.  auf  S.  16—19.  Wie 
Heesch  entscheidet  er  sich  für  das  Mittelland  und  fügt 
hinzu :  Die  consefiuente  Abwerfung  des  n  des  Intinitivs 
und  die  Formen  fro  und  liifurn  sprechen  für  den  Norden 
desselben. 

Auf   die  Metrik    des   Denkmals    ist  L.  leider    niilit 


näher  eingegangen.  Als  Entstehungszeit  nimmt  er  die 
zweite  Hälfte  des  13.  .Th.'s  an,  was  richtig  sein  dürfte. 

Bei  dem  Abdruck  der  Texte,  von  denen  X  und  L 
einerseits.  V  und  D  anderseits  parallel  gedruckt  sind, 
hat  Linow  diejenige  Stropheiioidnung  zu  Grunde  gelegt, 
welche  er  als  die  des  Originals  auf  S.  13  ft'.  ermittelt 
hat ;  er  ist  also  bis  zu  einem  gewissen  Grade  wenigstens 
kritisch  verfahren.  Diese  gleichmässige  Anordnung  er- 
leichtert die  Uebersicht  und  die  Vergleichung  ungemein, 
selbst  wenn  sie  in  einzelneu  Punkten  nicht  ganz  richtig 
sein  sollte.  I'm  so  mehr  ist  zu  bedauern,  dass  L.  die 
von  Varnhagen  (Angl.  II,  229  If.)  herausgegebene  Hs. 
R  nicht  nochmals  abgedruckt  hat.  Von  dem  Fragment 
der  Simeon-Hs.,  die  fast  wörtlich  mit  der  Vernon-Hs. 
übereinstimmt,  gibt  L.  mit  Eecht  nur  die  Varianten. 

Da  L.  auf  eine  kritische  Gestaltung  des  Textes 
verzichtet  hat,  so  hätte  er  vielleicht  besser  gethan,  iiuch 
jede  Aeuderung  der  handschriftlichen  Lesart  im  Texte 
selbst  zu  unterlassen.  Wollte  er  aber,  was  ja  voll- 
ständig zu  billigen  ist.  offenbare  Fehler  der  Schreiber 
bessern,  so  hätte  er  mindestens  diese  Stellen  hn  Text 
dui-ch  cursiven  Druck  auszeichnen  und  die  handschrift- 
liche Lesung  unter  dem  Texte  verzeichnen  müssen.  In 
den  dem  Texte  folgenden  Anmerkungen  (S.  107 — 111) 
gibt  L.  zwar  Auskunft  über  seine  Aenderungen  und  die 
Lesung  der  Hss.,  aber,  so  weit  L  in  Betracht  kommt, 
nicht  mit  absoluter  Vollständigkeit.  So  steht  z.  B.  im 
Texte  von  L  V.  72:  Htli:  273:  te;  291  je;  312: 
Forpi,  während  die  Hs.  nach  Varuhagens  Collation 
(Angl.  II,  249  ff.)   an   den   entsprechenden  Stellen   litel 

—  to  —  pe  —  forhi  liest;  in  den  Anmerkungen  hat 
aber  L.  nicht  das  Geringste  darüber  bemerkt.  Dabei 
sind  manche  Aenderungen  von  L,  die  der  Herausgeber 
allerdings  von  Varnhagen  (1.  c.)  übernommen  hat,  ganz 
überflüssig.  So  ist  z.  B.  L  123  die  Lesung  der  Hs. 
ivijt  (=  ae.  täte)  durchaus  passend;  warum  ist  also 
dafür  das  synonyme  gult  aus  den  jüngeren  Hss.  einge- 
setzt? —  Ebenso  ist  L  190:  Was  te  nane  non  of 
pise  'es  fehlte  dir  keiiis  von  diesen'  (d.  h.  von  den  vor- 
her aufgezählten  Lastern)  sehr  gut  und  verständlich, 
und  es  lag  nicht  die  geringste  Veranlassung  vor,  mit 
den  übrigen  Hss.  in  al  icise  zu  schreiben. 

Im  Anschluss  daran  ein  paar  andere  Bemerkungen : 
L  235.  Die  Bedeutung  'günstig  gesinnt'  hat  mind 
auch  Cursor  Mundi  21895:  sa  meke  and  mind  {:  kind). 

—  L  447.  Warum  ist  Mätzners  Aeuderung  mani, 
die  auch  Varnhagen  billigt,  nicht  adoptirtV  —  D  29. 
brede  'brüten'  gäbe  vielleicht  auch  einen  passenden  Sinn. 

—  D  132.  Es  war  einfach  zusammenzuschreiben  kneland 
'knieend'.  —  D  255.  Linow  schreibt  list ;  „die  Hs.  lie^ 
find  (letzteres  Wort  durch  Abkürzungszeichen)".  Nun 
kann  aber  das  Abkürzungszeichen  für  and  unter  Um- 
ständen einem  st  zum  Verwechseln  ähnlich  sehen ;  so  hat 
z.  B.  hn  Rom.  of  the  Rose  6344  der  Schreiber  statt 
Ahstinence  utreyned  (cf.  ib.  7325.  7366.  7483)  ganz 
sinnlos  Ahstinence  and  reijued  geschrieben  und  alle 
Herausgeber  drucken  es  so  nach.  Auch  an  unserer  Stelle 
stand  jedenfalls  He-^st  in  der  Vorlage.  —  A  168.  In 
der  Hs.  steht  Per  nis  non  ojain-char  da  gibt  es  keine 
Rückkehr'  (vgl.  ^einchar  Rückkehr.  Umkehr'  Mätzner, 
Wb.  2,  346).  L.  schiebt  aber  nach  VDR,  wo  die  Con- 
structiou  ganz  verschieden  ist.  helpe  hinter  non  ein:  Per 
nis  nun  [hetpej  o^ain  char.  Wie  will  er  das  über- 
setzen? —  A  242.  higin(n)  in  der  Bedeutung  'um- 
garnen, bezaubern"  kunnut  auch  vor  C.  M.  3880.  15966. 

3 


ir. 


1891.    Literaturbutt  fQr  ^ermanisolio  und  romRnigohc  PhilotoKie.    I7r.  I. 


\i; 


1222(1.  A  343  44.    Die   Stelle    ist    sjar   nicht    ver- 

derbt:  nur  darf  nicht  />/  einscschubi-n  wi-rden.  Nicht 
'Icli  ^'inü•  nacli  deinem  Willen  nach  Nurdeu  und 
Süden",  sundern  'ich  g:iug  nach  Willen  (d.  h.  nach 
nicinr-ni  Willen,  willkiirüch)  nach  Norden  und  Süden 
und  licss  auch  dich  deinen  ci^:cnen  Willen  halien'. 
—  A  411.  Alias.'...  wi  lif  ijhtKt  'Wehe,  dass  mein 
Leben  (Sf  lang:e)  K't'dauert  hat',  'Wehe  über  mein  ver- 
frangenes  Leben'  ist  eine  l'articiiiialconstiuction  ähnlich 
wie  .A  107 :  }\ow  weh-  is  liiiii  Jiis  day  i/sviii  'Nun  wcilil 
ihm.  dass  er  diesen  Tag  gesehen'  eder  Lib.  Desc.  (meine 
.■Vusg.)  073:  117/«/  Itcl/j  tno  toleg  tehl ;  Maximion  (ed. 
Varnhagen)  HO:  ]V(ü  lidpt/)  (il  ito/il :  K.  .\lis.  7H70 : 
U'liat  hfi/Htli  il  h-ni/cr  i/teld  etc. 

Eine  sehr  dankenswertlie  Beigabe  ist  '.-Vnhang  U': 
The  Moiik'.''  Dreani,  eine  freie  Bearbeitung  des  me. 
(iedichtes  von  Sir  Theodore  Martin,  mit  Erlaubniss  des 
Verfassers  aus:  The  Song  of  the  Bell  and  otlier 
Translations  frum  Schiller.  Goethe,  l'hland  and 
others  (Bliickwood  &  Sons)  hier  wieder  abgedruckt. 
„Statt  der  aclit/.eiligen.  aus  lauter  vieiliebigeu  Versen 
bestehenden  Stroiihe  der  Vorlage  hat  der  moderne  IHchter 
eine  neunzeilige  Strophe  gewählt,  in  weidier  die  ersten 
acht  Verse  in  je  zehn  Silben  fünf  Hebungen  haben, 
während  der  letzte  Vers  zwiilfsilbig  und  sechshebig  ist. 
Die  Keimfolge  ist  abablicbcc"  sagt  der  Herausgeber. 
Warum  nicht   einfach:   ..die  Spen.serstanze'"  V 

Heft  W  enthält  'I>ie  Fragmente  der  Keden  der 
Seele  an  den  Leichnam  in  zwei  Hss.  zu  Worcester  und 
Oxford.  Neu  hrsg.  von  Riehard  Buchholz'.  Diese  Frag- 
mente sind  zwar  längst  bekannt  und'  wiederholt  gedruckt ; 
aber  es  ist  immentlich  der  Text  der  ersteren  so  ver- 
stümmelt uns  überliefert,  ilass  selbst  nach  den  zahl- 
reiclien  glückliclien  Ergiinzungen  Haufes  (tireifswalder 
Diss.  1880)  innner  noch  viel  zu  tliuii  übrig  bliel). 
Die  neue,  von  Buchholz  hier  besorgte  Ausgabe  ist  recht 
sorgfältig  gearbeitet. 

In  der  EinhMtung  Itespricht  B.  zunäclist  die  Hss. 
und  .Ausgaben,  sodann  das  \'erliältniss  von  W  zu  O. 
Etwas  Sicheres  lässt  sich  über  letzteres  nicht  feststellen  : 
aber  dass  O  nur  ein  weiteics  Bruchstück  des  in  den 
W-Fragmeuteu  enthalteiieii  Gedichtes  sein  sollte,  ist 
m.  E.  doch  recht  unwahrscheinlich.  Die  ganze  Anlage 
ist  in  beiden  Gedichten  zu  sehr  verschieden,  und  da  ich 
O  dem  \'ersbau  nach  für  älter  halte,  so  ist  die  IMöglich- 
keit.  dass  O  v<in  dem  Verfasser  von  W  benutzt  wurde, 
trotz  Varnhagen  keineswegs  ausgesclilossen.  Die  Fnter- 
suchung  über  die  '(^uellelifrage'  (III)  und  'Eutsteliungs- 
zeit'  (XI 1)  hat  kein  positives  Resultat  ergeben. 

Auf  S.  V1--LX11  gibt  B.  eine  ausführliche  Dar- 
steilnng  der  Laut-  und  Fh-xionsverhältnisse  der  Frag- 
mente, was  gerade  l)el  einem  Denkmal  ans  der  Ueber- 
gaugszeit  verdienstvoll  ist.  l  iipractiscli  aber  erscheint 
mir.  gerade  weil  es  sich  um  die  rebergangszelt  liandelt, 
das  Ausgelieu  von  dem  Lautbestaude  des  Denkmals;  das 
emptiehlt  sich  nur  in  Perioden,  in  denen  eine  gewisse 
Fixirung  der  Sjiraclie  stattgefunden  hat.  also  ■/..  B.  bei 
Chaucer.  Beiläufig  will  ich  zu  p.  XVI  ;■  bemerken,  dass 
die  Ursache,  weshalb  in  (Inzeluen  Wörtern  urg.  o  im 
Ae.  zu  u  geworden  ist  (z.  B.  /»'//,  fi(f/ol,  inilf  etc.) 
doch  wohl  'ersichtlich'  ist,  nämlich  die  Nähe  eines  labialen 
Consonanteu  (vgl.  Sweet.  Ilistor.v  of  English  Sounds 
1888  p.  118  §  423).  (ianz  dieselbe  l'rsache  hat  auch 
im  Ne.  in  einzelnen  Wörtern,  wie  fiill,  huU,  wiilf,  pull, 
pul    etc.    den    w-Laut    rein    erhalten.      Es    fidgen    auf 


S.  LXII — LXXVI  Bemerkungen  über  die  Metrik  beider 
Texte,  die  sich  allerdings  auf  die  Verwendung  der  W- 
literation  und  des  Endreims  beschränken  und  von  einer 
Durchforschung  der  rhythmischen  Principien  absehen ; 
eine  Beschränkung,  die  bei  diesen  Texten  gewiss  be- 
rechtigt ist.  Zu  den  Versen  mit  Endreim  hätte  B.  nicht 
bloss  vermutliunusweise.  sondern  thatsächlich  ancli  die 
Verse  A  .U».  42.  44:  C  15.  37:  D  ü.  Di.  42;  F  19; 
G  t)  rechnen  können,  denn  ungenaue  Reime  wie  /// ; 
$'i[)  sind  auch  in  der  späteren  Zeit  gar  nicht  selten:  ich 
verweise  z.  B.  auf  Desputisouu  ed.  l.inow  A  Sit:  liuv : 
sijic  :  kipe  :  hlific. 

Den  Texten  selbst  (S.  1-11)  folgen  Anmerkungen 
(S.  12  -UM  und  als  .\nhang  eine  deutsche  l'ebersetzung. 
Der  Text  und  das  Aerstäudniss  der  Worcester-Fragmente 
hat  inzwischen  eine  wesentliche  Förderung  erfahren  durch 
die  zahlreichen  Besserungs-  luid  Erkliirungsvorschläge 
Zui)itzas  im  Archiv  für  nenere  Sprachen  8.5.  78  ff.  Einige 
Kleinigkeiten  füge  ich  hinzu:  D  44.  \ielleicht  ist  zu 
lesen:  Tu  loii<jlv  spatjedc  ihaji  Jie  fiel  he  uoldc  uimcti 
pe.  —  F  2.  3.  Zupitza  (1.  c.)  hat  schon  darauf  hinge- 
wiesen, dass  die  Lücke  zu  ergänzen  ist:  I'k  /opiirdc?! 
phie  miijij  nicht  fdn  l/Oii.  Aber  auch  in  dem  htt.  \'erse 
steckt  ein  Fehler.  Statt  ipsuiii,  das  keinen  Sinn  gibt,  ist 
mit  der  A'ulgata  spiritiiiii  zn  lesen,  wofür  in  der  englischen 
Uebertragung  des  Verses  »ic  steht,  weil  es  eben  der  In'isf 
Selbst  ist,  der  spricht.  Der  Schreiber  konnte  die  Ab- 
kürzung von  sjiiritinii  leicht  mit  ijisuni  verwechseln.  — 
G  25.  A!  iiHiltc  hirc  im  etc.  drnckeu  H.  und  B.  und 
letzterer  übersetzt :  '.Ach !  werde  ihr  Weh'  etc.  Es  ist 
aber  A  hier  sicher  nicht  die  Interjection,  sondern  das 
adv.  ((  'immerdar,  ewig'.  Das  Ausrufung-szeiclien  ist  also 
zu  streichen  und  demnach  zu  übersetzen:  'Auf  ewig 
werde  ihr  Weh  1 

Königsberg  i.  Pr.  Max  Kaluza. 


Uuevkel,    NN'ill.v,    Ilas  Sprich wurt   bei   CliHUcei'.     /^u- 

{{li'icli    Pin  Beitrag   zur    vorglciclipii<lpn  Piirichwörterkunde. 

Krlangon  iiml  Leipzig,  DeioluMt.   ISiU).     M.   l.SO. 
Riegel,   .lulin».    Die   (|nelleii    vuii    William    Morris' 

Dichtung  ,,The  Karthly  Paradise".   Erlangen  ii.  Leipzig, 

Deichert.   ISltO.     M.   1,00. 

Die  beiden  Arbeiten  bilden   Heft  VUI  und  IX   der   ' 
„Erlanger  Beiträge  zur  Englischen  Philologie",    welche 
Prof,  Varnhagen  herausgibt. 

In  dem  erstgenannten  Werke  finden  wir  an   ei>iei 
Stelle    eine    wohlgeordnete    Zusammenstellung    von    187  '. 
j.sichern  Spiichwörtern  und  sjiricliwörtlichen  Redensarten"  ) 
aus  Cliaueers  Werken    mit   Einscliluss   des  Roseuromans.  v 
Daviiii    Werden    1(15    auch  ans  dem  sonstigen    Englischen   n 
und    aus    andern  Sinaclien   nachgewiesen;    für   I  (i  findet   7 
der    \eil.   Xergleichsstellen    nur    im    Englischen,    und    6 
konnnen  alh'in  bei  Chaucer  vor.   der  sie  aber  ausdrück- 
lich als  Siirichwörter  bezeichnet.    Darauf  gibt  der  Verf, 
noch    eine    lange  Liste    ,,zweifelliafter  Sprieinvörter  und 
sprichwörtli<'her    Redensarten",    die    er    zum  Tlieil    auch 
sonst   belegt,      l'nil    schliesslich    konnnen  Cliaueers   ,. .An- 
spielungen auf  Sprichwörter  und  sprichwörtliche  Redens- 
arten".    Am  P^nde  angehängt  ist  ein  nach  den  Werken 
Chaucers     geordnetes    ,.\'erzeicliniss     der     besprochenen 
Stellen".     Hierdurch,    und    namentlich  durch  sorgfältige      • 
Hinweise    auf   die    umfangreiche    einschlägige    Literatm      1 
wird  die  Benutzung  des  verständig  auKefertigten  Buche        | 
sehr    erleichtert    unil    seine  Brauchbarkeit    erheldieh   ;;■ 
steigert.   Es  hat  namentlich  die  Eikenntniss  von  Chane  > 
.Art  und  Sprache  einen  guten  Schritt  vorwärts  gebiad 


17 


1^191.     Literaiurblatt  für  gcrnianiscliu  unil  romanische  Philologie.     Kr.  I. 


18 


l)as  andere  Heft  dev  Erlaiig-er  Beiträi^e'  beliandelt 
die  voi'züjiliilie  Dichtung'  TIte  Ecrtitli/  Paradise  des 
iR'kannten  englischen  Sozialisten  und  Pneten  William 
.Alorris  in  iiireni  Veihältniss  zu  den  benutzten  (Quellen. 
Her  Verf.  folgt  darin  den  Spuren  seines  Lelirers.  der 
in  Sil  schöner  Weise  den  Ursprung:  der  meisten  eiii- 
zi'liien  Erzählungen  in  Longfellows  Tales  of  a  Wdijside 
Inti  nachgewiesen  hat.  Es  ist  ihm  gelungen,  für  jede 
der  24  Geschichten,  die  i[orris  in  seinem  Werke  in  so 
anziehender  Weise  vereinigt  und  bearbeitet  hat,  die 
entsprechende  mittelalterliche  oder  klassische  Fassung 
autzutiuden.  Auch  hat  er  durch  Vergleichung  der  Vor- 
lagen mit  der  neuen  Bearbeitung  in  ihren  einzelnen 
Zügen  nianclnnal  helleres  Licht  auf  die  dichterische 
Eigenart  !Morrisens  geworfen  und  gezeigt,  wo,  wie  und 
warum  er  auslässt,  zufügt  oder  ändert.  Einige  kurze, 
nicht  .Federn  zugängliche  Quellen  theUt  er  wörtlich  mit. 
Heidelberg.  Karl  D.  Bülbring. 


Proelss,    Robert,   Shakespeare's   -Macbeth    erl.äntert. 

Erläuterungen  zu  den  .■juäländischen  Klassikern  it.  Bämlchen. 

Leipzig,    Ed.  Wartigs  Verlag   (Ernst  Hoppe).    1SS9.    153  S. 

S.     M.  1. 

Proelss  handelt  kurz  von  der  Entstehung-  des  Stückes, 
theilt  dann  aus  Holiiished  die  Abschnitte  über  Duncan 
und  König  Dutfs  Ermordung  mit,  sowie  eine  Scene  aus 
Middletou's  Witch  und  einige  Sätze  aus  E.  Scott's  Dis- 
coveries  of  Witchraft.  Au  dritter  Stelle,  S.  49—86, 
untersucht  er  Shakespeare's  VerhUltniss  zu  seiner  Quelle, 
an  vierter  gibt  er  eine  ..Entwicklung  der  Handlung"'. 
Dieser  letzte  Theil  erscheint  mir  als  der  ungenügendste 
der  Arbeit,  gegen  die  freilich  auch  sonst  manche  Bedenken 
auftauchen  müssen.  Die  Aufzählung  der  Uebersetzungen 
bis  1833  könnte  den  Glauben  erwecken,  als  wenn  hier 
nach  Vollständigkeit  gestrebt  würde:  es  feUljt  aber  die 
Uebertragung  von  Wieland  1765,  Eckert  1779,  H.  L. 
AVagner  1779.  Lachmann  1829.  Von  den  späteren 
hätte  wenigstens  Simrocks  Probeband  ..Shakespeare  als 
Vermittler  zweier  Nationen"  1842  noch  ausser  Leo,  nach 
dem  Proelss  citirt,  Erwähnung  verdient.  Literatiu"- 
angaben  sind  überhaupt  ausgeschlossen,  und  es  lässt  sich 
ja  die  Ansicht  wohl  begründen,  dass  dem  Schüler  nur 
das  thatsächlich  Vorliegende  erklärt  werden  soll,  ohne 
ihn  mit  Büchertitelu,  die  ihm  ja  doch  nur  Namen  bleiben, 
zu  belästigen.  Bei  Düutzers  Erläuterungen,  nach  deren 
Muster  ja  die  Erläuterungen  zu  ausländischen  Klassikern 
entstanden  sind,  wird  freilich  nicht  bloss  der  Schüler 
und  sein  Bedürfniss  berücksichtigt.  Jedenfalls  erscheint 
mir  auch  tür  den  Schulgebrauch  die  citatenreiche  pro- 
saische Inhaltsumschreibung  der  Sceneu,  wie  Proelss  sie 
als  ..Entwickeluug  der  Handlung"  gibt,  so  verkehrt  wie 
möglich.  Was  soll  mit  dieser  Verwässerung  dessen  was 
in  der  Dichtung  klar  vorliegt  erreicht  werden'?  Ohne 
zu  hohe  Anforderungen  an  den  Schüler  zu  stellen,  kann 
man  doch  die  Erläuterung  eines  Werkes  wie  Macbeth 
in  ganz  anderer  Weise  ausnützen.  Was  Werder  in 
seinen  A'orlesungen  über  Macbeth  (188.5)  über  die  ästhe- 
tische Antiassung  des  Stückes  so  anziehend  entwickelt, 
lässt  sich  auch  dem  Verständnisse  des  Schülers  zurecht- 
legen und  wü'd  seine  Theibiahme,  und  damit  sein  Lernen, 
ganz  anders  fördern,  als  die  entsetzlich  geistlose  Para- 
phrasirung  des  vom  Dichter  eindringlicher  Gesagten. 
Ich  weiss  recht  gut,  dass  Proelss  nur  in  gleicher  Weise 
Verfährt,  wie  so  viele  Erläuterungen  zu  deutscheu 
Klassikern  es  thun.  W.  Bittmauns  Studie  über  Goetlies 
Iphigenie  (1888)  z.  B.  ist  ein  Muster  dieser  verwässern- 


den Umschreibung  einer  Dichtung.  Durch  die  HänUgkeit 
dieser  üblen  Erklärungsart  wird  indessen  die  Sache  nicht 
besser.  Was  Proelss  in  den  drei  ersten  Abschnitten 
seines  Bändchens  gibt,  findet  sich  ungefähr  ebenso  gut 
in  den  Einleitungen  von  Delius,  Leo,  Bodeustedt :  das 
als  „Eutwickelung  der  Handlung"'  Gebotene  (S.  87 — 148) 
ist  Umschreibung,  nicht  Erläuterung  der  Dichtung.  Dabei 
sind  noch  einzelne  Bemerkungen  von  höchst  fragwürdiger 
Richtigkeit.  Selbst  wenn  man  Lady  Macbeth  als  eine 
verhärtete  Verbrecherin  betrachtet,  hat  doch  der  Vor- 
wurf S.  143,  sie  schliesse  sich  ., selbstisch"  mit  ihrer  Qual 
von  Macbeth  ab,  keinen  Sinn.  Wenn  sie  das  thut, 
geschieht  es  doch  aus  dem  geraden  Gegen  theil  von 
„selbstischem"'  Triebe,  sie  will  dann  den  geliebten  Mann 
nicht  durch  Einblick  in  ihr  Elend  noch  elender  machen. 
Werder  ist  für  die  einst  ^^el  versiiottete  Ansicht  Tiecks 
eingetreten,  welche  in  Lady  Macbeth  nicht  die  Ueber- 
liexe,  sondern  die  liebende  und  durch  ihre  Liebe  zum 
Verbrechen  getriebene  Gattin  sieht.  Ich  habe  stets 
Tiecks  Auffassimg,  freilich  väe  er  sie  geäussert,  nicht 
wie  seine  Gegner  sie  verzerrt  haben,  für  richtig  gehalten. 
Die  lehrreiche  Vergleichung  mit  Schillers  Umdichtimg 
sollte  in  jeder  Erläuterung  des  Macbeth  Platz  finden. 
Proelss  hat  üir  so  gut  wie  keine  Beachtung  geschenkt. 
Aber  auch  der  Vergleich  mit  andern  W'erken  Shake- 
speares selbst  wäre  noch  in  anderer  Weise  als  Proelss 
es  durch  die  Gegenüberstellung  von  Brutus  und  Hamlet 
gethan  hat  für  den  Unterricht  auszunützen.  Macbeth, 
sagte  Goethe  1825  zu  Eckermann,  .,halte  ich  für  Shake- 
speares bestes  Theaterstück :  es  ist  darin  der  meiste 
Verstand  in  Bezug  auf  die  Bühne"'. 

Breslan.  Max  Koch. 

'  Scbmediu;^,  G.,  Jacob  Thomson,  ein  vergessener 
Dichter  des  achtzehnten  Jahrhunderts.  Brauuschweig, 
Scliwetsehke  &  Sohn.  1889.  VIL  94  S.  8.     il.  1,80. 

Wenn  auch  Thomson  durchaus  nicht  als  ..vergessener"' 
Dichter  bezeichnet  werden  kann  (ist  doch  sogar  eine 
Schulausgabe  des  Spring  von  A.  Werner  in  Leipzig  bei 
Teiibner  erschienen),  so  ist  er  doch  durch  die  dem  ruhigen 
Empfinden  und  der  beschaulicheu  Betrachtung  diametral 
entgegengesetzten  Literatiu-bestrebungen  unserer  Zeit  et- 
was in  den  Hintergnuid  gedrängt  worden.  Es  darf  so- 
mit als  ein  verdienstliches  Unternehmen  bezeichnet  werden, 
wenn  Scluueding  in  seiner  Schrift  den  Blick  der  Zeit- 
genossen wieder  auf  jenen  Mann  ziunicklenkt,  der  einst 
als  beller  Stern  an  dem  Himmel  der  englischsii  Literatur' 
glänzte,  dessen  Dichtungen  tiefen  Frieden  und  sittlichen 
Ernst  athmen,  dessen  Meisterwerk  „Die  Jalu-eszeiten" 
ein  anderes,  grösseres  Genie  zu  einer  der  edelsten 
Schöpfungen  des  menschlichen  Geistes  veranlasste,  ich 
meine  Haydn  mit  seiner  gleichnamigen  musikalischen 
Dichtung.  Der  Verfasser  behandelt  zunächst  das  Leben 
des  Dichters,  über  welches  die  Quellen  allerdings  ntu' 
düi'ftig  fliessen :  sodann  aber  in  eingehender  Weise  seine 
Werke,  wobei  selbstverständlich  den  ,..Jahreszeiteu""  der 
Hauptantheil  zufällt,  deren  Schönheiten  und  Schwächen 
genügend  hervorgehoben  werden.  Eine  etwas  ki'u'zere 
aber  vollkommen  ausreichende  Besprecluuig  erfahren  auch 
die  kleinen  Gedichte  (Britamiia  —  In  Memory  of  Isaac 
Newton  —  Castle  of  Indolence),  sowie  die  Dramen,  die 
allerdings  nur  für  den  engeren  Kreis  der  Literatiu"- 
historiker  Interesse  haben,  da  sie  sowohl  der  Anlage, 
der  Ausführung  und  der  Sprache  nach  als  verfehlt  zu 
bezeichnen  sind. 

Schmedings  Buch  wendet  sich  weniger  an  den  Fach- 


1!» 


1891.     Literaturblatt  für  gcrmanisohe  und  romanisclie  Philologie.    Kr.  1. 


20 


iiiiuni  (obgleich  auch  dieser  es  mit  grossem  (ienuss  lesen 
wird),  als  au  das  g-rosse  gebildete  Publiknui :  wenn  da- 
her einifre  Partien  der  Schrift  nicht  vertieft  genug  er- 
scheinen —  so  z.  B.  erfahren  wir  nichts  über  Thumsoiis 
Metrik,  über  die  sich  eine  ganze  Abliandlnng  schreiben 
Messe  — ,  so  ist  sie  doch  wegen  ihrer  glanzvollen,  von 
Begeisterung  für  den  (Gegenstand  getragenen  Sjnache 
zur  Leetüre  durchaus  zu  empfehlen:  sie  wird  gewiss 
ihren  Zweck  erfüllen  und  dem  englischen  Dichter  neue 
Leser  und  Bewunderer  zuführen. 

Kassel.  .\dolf  Kressiier. 

Kawczynski,  Maximilien.  Kssai  cuniparatif  sur 
l'origine  et  riiistoire  des  rythmes.  Paris,  Uouillon. 
ISSil.  -.'20  S.  S.     fr.   5. 

Vorliegende  .\rbeii  behandelt  Jen  Ursprung  der 
rythmischen  Poesie  und  ihre  AVeiterentwicklung  bis  zu 
den  romanischen  Literaturen  hinab.  Der  A'erf.  geht  von 
eigenen  Principien  aus,  die  er  sehr  entschieden  und 
etwas  iiaradoxal  verficht:  Die  Poesie  wie  die  musischen 
Künste  überhaupt  sind  kein  spcmtanes  Erzeuguiss.  sondern 
ein  künstliches;  und  dieses  ihr  charakteristisches  Jlerk- 
mal  niuss  bereits  ihren  ersten  Keimen  angehaftet  haben. 
Eine  arische  Urpoesie  gibt  es  nicht,  die  Autochthoneität 
ist  zumeist  ein  Wahn  des  Nationalstolzes;  aucli  kann 
die  sog.  Volkspoesie  nicht  älter  sein  als  die  Kiuistpoesie, 
vielmehr  ist  sie,  wo  sie  auftiitt.  das  Derivat  einer 
früheren  Kunstperiode.  Nie  erfindet  das  Vtdk,  es  kann 
nur  bewahren;  die  Initiative  ist  stets  die  persönliche 
Tliat  auserwählter  Geister,  das  von  ihnen  Erdachte  und 
(beschaffene  pflanzt  sich  anf  dem  AVege  der  Nachalnnung 
Weiter,  selbst  übei'  die  Grenze  der  Nationen  hinaus. 

Die  ersten  und  lehrreichsten  Kapitel  beschäftigen 
sich  mit  dem  Begriff  des  Rythnnis.  I.  Der  Vers  geht 
aus  dem  Satze  hervor,  zuerst  als  unregelniässiger  \'ers, 
alsdann  durch  die  Verwendung  der  gleichen  Wortzahl 
geregelt  (.Saturnier.  A'irgilius  Jlaro  granim.),  erst  spät 
in  gleichviel  Silben  zerlegt  (den  Deutschen  gelang  dieser 
Fortschritt  erst  im  lii.  Jh.);  vom  syllabischen  Verse 
gelangten  die  Alten  bei  ihrem  feinen  (iefühle  für  Vokal- 
ijuantität  bald  zum  lythmisclien  Verse.  IL  Der  Kythmus 
ist  der  regelmässige  ^^'echsel  kurzer  und  langer  Silben. 
Kythnuis  und  Metrum  sind  im  Princip  nicht  verschieden ; 
der  Rytlnnus  ist  eine  unbegrenzte  Reihe  von  Füssen,  das 
^Metrum  eine  begrenzte:  der  Ictus  bedeutet  ja  keinen 
expiratorischen  Nachdruck.  III.  Der  antike  A<-cent  war 
melodisch:  <lii'  natürliche  Jlelodie  der  Sprache  ward  beim 
empliatischen  Vortrag  der  rythmischen  \'erse  zum  Gesang; 
lange  lehnte  sich  der  griechische  Gesang  an  dieselbe  an, 
bis  zu  i;uri])ides'  Zeiten  ungefähr.  IV.  I'rsprünglich 
war  der  Rytlnnns  der  Poesie,  des  Tanzes,  des  (Gesanges 
eins,  nämlich  ein  Wechsel  von  Längen  und  Kürzen 
ohne  (Inteusitäts-)  Ictus.  .\ls  sich  später  ]\Insik 
und  I'oesie  trennten,  erfolgte  eine  secundäre  Unter- 
scheidung von  Rythnnis  inid  Jletrum,  indem  die  Silbe 
die  .Masseinheit  des  Jh'trums,  die  abstracte  Zeit  die  des 
Rytlnnus  wurde,  so  dass  metrische  Füsse  gleiche  .Anord- 
nung iler  Längen  und  Kürzen,  rythmische  bloss  gleiche 
Sunnnen  von  Zeiteinheiten  verlangen.  Die  (iriecheu 
bildeten  vornelnnlich  dir  lytlniiisclie  Seite  aus  in  ihrer 
Chorlyrik,  die  Römer  bcM'liränklcn  s|iäter  deren  Freiheit 
zu  (Gunsten  der  metrischen  .\nffassinig.  A'.  Die  römische 
Rhetorik  besass  einige  Elemente,  die  hier  einschlagen: 
das  inimerose  cadere,  welches  nicht  auf  dem  Wortton 
beruht,  sondern  lediglich  ein  proxiine  accederc  ad  numeros 
ist,  Woher  nnmeiosus  =  rijyllniii  speciem  habens;   ferner 


den  Reim  und  die  .\lliteration.  .\lle  drei  finden  wii'  in 
der  hiteiuischen  Poesie  und  der  des  Mittelalters  wieder. 
VI.  Die  Metrik  und  die  Rythmik  haben  sich  also  so 
getrennt,  dass  erstere  die  conlocatio  pedum,  letztere  bloss 
die  temporum  ratio  beachtet  und  sich  mithin  Jede  .\rt 
von  .Vuflösungeu  und  Zusammenziehungeu  gestatten  kann. 
Nun  war  bei  den  Rythmen  die  musikalische  Composition 
die  Hauptsache;  bald  kamen  die  Componisten  dazu,  dass 
sie  ihre  Weisen  ohne  Rücksicht  anf  die  Quantitätsver- 
liältnisse  ihrer  Textvorlagen  rythmisirten,  die  Melodie 
sagte  sieh  vom  Gesetze  der  Metrik  los,  nud  zwar  geschah 
dies  schon  zur  klassischen  Zeit,  als  noch  die  "Längen- 
Unterschiede  in  der  Rede  gefühlt  wurden  (Zeuguiss  des 
Dionysius  H;»licarn.),  und  bereits  taucht  jenes  {nHuofidtc 
der  Khetoriker  in  den  Schriften  der  Rythmiker  auf. 
Nach  alledem  wäre  nun  die  bekannte  Stelle  des  Jlarius 
Victorinus  (Granun.  lat.  VI,  200)  so  zu  deuten :  Rythmen 
sind  Verse  mit  einer  JFelodie  vcrboruiii  inodiilata 
compositio ,  welche  auf  die  Vokahjuantitäten  keine 
Rücksicht  nehmen  nun  iiietrlra  ratioiie,  sondern  eine 
eigene  rj'thmische  Bewegung  (d.  i.  freien  Wechsel  von 
langen  uiul  kurzen  Noten)  haben  sed  iiumerusa  scau- 
sione,  nach  dem  Ermessen  des  Componisten,  der  im 
übrigen  das  (Gehör  für  natürliche  Länge  und  Kürze  der 
Vokale  nicht  mehr  hat,  ud  iudicixm  anriinii  exiimi- 
iitita.  Zu  diesen  ^Merkmalen  der  rythmischen  Verse 
(Vernachlässigung  der  (Quantität  und  numerositas)  treten 
noch  die  der  Wahrung  der  Silbenzahl  (von  Diomedes 
zuerst  erwähnt  und  durch  Beda  an  Stelle  der  numerosa 
scansio  eingeschoben)  und  im  Mittelalter  die  Beobachtung 
der  Schlusscadenz.  Bei  dieser  Hessen  sich  die  Dichter 
durch  den  .\ccent  leiten,  aber  bloss  insofern  sie  durch 
ihn  die  Vokahiuantitätcn  zu  erkennen  vermeinten.  Im 
Versinueru  beobachteten  sie  ihn  nicht,  es  sei  denn  aus 
Zufall.  „Und  thäten  sie  es  auch,  so  wäre  es  immerhin 
nur  eine  secimdäre  Erscheinung,  kein  Princip."*  (!) 

MI.  Die  horazischen  Metra  werden  nicht  nur  von 
den  heidnischen  Dichtern,  sondern  auch  von  den  christ- 
lichen verwendet  mit  verschiedenen  Neuerungen  1)  im 
(Gebrauch  y.arn  aTi/nv,  2)  in  den  Strophenformen.  So 
lebte  die  lat.  Lyrik  bis  ins  5.  .Ih.  fort,  ging  im  •>. 
zurück,  ward  im  7/8.  nach  England  verpflanzt,  kam  dann 
an  Karls  Hof  und  gedieh  zu  neuer  Blüthe.  Klassisch 
waren  die  Vorbilder,  klassisch  die  Versmasse.  Diese 
Versmasse,  sowohl  die  wieder  in  (Gebrauch  genommenen 
als  solche,  die  sie  nur  ans  (Granniiatikern  kennen  lernten, 
ahmten  die  rythmisclien  Dichter  nach  (imiter,  calquer), 
d.  h.  sie  schrieben  Verse  von  gleicher  Silbenzahl  wie 
die  klassischen  Metra,  ohne  dass  je  vom  .-Vccent  die 
Rede  ist.  Nicht  einmal  im  .Vusgang  ninnnt  der  Verf. 
eine  Berücksichtigung  desselben  an:  so  ist  es  ihm  z.  1!. 
gleich,  ob  die  Zeile:  Altrix  saiirtortim  putrin  profudit 
Aqiiitiiiiin  einen  troch.  (!)ctc)uar  oder  einen  doppelten 
ianib.  Dinn'ter  darstelle.  Der  Verf  gibt  für  die  ryth- 
mischen Verse  von  4  bis  l(j  Silben  eine  Liste  ent- 
sprechender metrischer  Vorbilder  an :  z.  B.  Zehnsilber  = 
trimet.  dactyl.  hypercat..  Elfsilber  =  hcnd.  phaläc, 
Neuusilbei'  fehlt ;  für  den  iM'eizehnsilber  (Goliardenzeile) 
findet  der  \'erf.  kein  lat.  A'orbiid,  er  leitet  ihn  deshalb 
aus    dem    franz.  .Mexandriner    mit   wcilil.  Caesnr  al)  (!). 

\111.  .Auch  die  freien  Formen  der  griechischen 
Rythmik  wurden  nach  dem  .Abendlande  gebracht.  .Auch 
bei  den  griech.  Troparien  liegt  der  Rythmus  lediglich 
in  der  AA'eise,  die  gleiche  Dislokation  der  .Accente  in 
den    i-inzeliu-n    Strophen    hat    keine    rythmische    sondern 


■2\ 


1891.    Literaturblatt  für  Rcrraanischc  und  romanische  Philologie.    Nr.  1. 


90 


eine  melodische  Bedeutung-  (en  repetant  les  memes  accents 
lians  tüUtes  les  stroiilies,  on  deteniiinait  les  faites  de  la 
iiieliidie).  Unter  Karl  d.  Ur.  wurden  die  byzant.  Melodien 
im  Reich  eingeführt:  im  12.  .Ih.  veränderte  sieh  die 
Furm  der  Sequenzen,  indem  ihre  Kula  sich  in  feste,  ge- 
reimte Verse,  ihre  Perioden  in  Strophen  verwandeln, 
auf  Grund  der  Abneigung'  der  Abendländer  für  schwan- 
kende Formen. 

IX.  ..La  versitication  romane  tiie  son  origine  de  la 
rvtlimique  latine,  mais  la  phipart  des  fornies  lyriques 
romanes  sont  posterieures  ä  rintroduction  des  sequences 
latines."  Das  ist  das  Thema  des  letzten  Kapitels:  zum 
Deweis  des  ersten  Satzes  dienen  die  Detinitionen  der 
ältesten  romanischen  Verslehren,  und  in  der  That  deti- 
niren  auch  sie  die  Kythmeu  —  so  nennen  sie  ihre 
Verse  —  als  Zeilen  von  bestinnnter  Silbenzalil  mit 
reimenden  Ausgängen ;  von  einer  Xachbildung  von  Füssen 
ist  keine  Eede.  „Les  rythraes  latins  servaient  de  modele 
pour  la  plupart  de  ces  vers  (romans),  mais  nous  ne 
croyous  pas  devoir  iusister  sur  ce  point  paree  qu'on  a 
pu  faire  des  rythmes  romans  inniiediatemeut  sur  des 
sehemes  metriques  que  les  createurs  de  vers  romans 
connaissaient  sans  doute."  Xur  eine  einste  Schwierigkeit 
besteht :  Obwohl  man  in  den  lat.  ßythmen  schon  längst 
nur  gleichbetonte  Worte  reimte,  so  zählte  man  doch 
alle  Silben,  wälirend  man  sie  in  den  franz.  und  provenz. 
nur  bis  zur  letzten  Tonsilbe  zälilt.  Diese  E^igenthüm- 
lichkeit  ist  rythmisch  gar  nicht  begründet,  sie  kann  nur 
Vom  AVerthe  der  Vokale  abhängen ;  sie  erklärt  sich 
mithin  im  Französischen,  aber  im  Pruvenzalischen  —  ? 
Sollte  hier  die  franz.  Auffassiuig  hinübergenommen  worden 
sein?  Die  abweichende  Zähluugsweise  der  Italiener, 
welche  die  versi  tronchi  und  sdruccioli  den  piani  unter- 
ordnen, sclieint  ein  Kompromiss  zwischen  dem  franz. 
Vorbild  und  dem  Wesen  der  ital.  .Sprache.  —  Zum 
Scliluss  untersucht  der  Verf.,  welche  Formen  der  roman. 
Lyiik  aus  dem  lat.  Typus,  welche  aus  dem  byzaut. 
hervorgegangen  sind,  bei  jenen  sind  die  Strophen  gleich 
und  isometrisch,  häutig  mit  Refrain,  diese  siiul  meta- 
bolisch gebaut  (heterometriscli)  und  haben  oft  ein  Pro- 
iiemium  oder  Epliynnüon.  Am  productivsten  war  der 
byzant.  Typns.  aus  ihm  flössen  (freilich  häutig  aus  der 
sequence  en  mi-voie  de  transformation) :  Canzonen.  Chan- 
sons. Pastonrellen.  Ballaten.  Tanzlieder,  Lais,  Sonette, 
Eondeaux,  Albas,  Motette;  dem  lat.  Tj^jus  gehört  nur 
die  fi'anz.  Romanze  an.  Bald  kreuzten  sich  beide  Typen 
imd  entlehnten  einander  Refrain  und  Tornada,  aber  bis 
lieutzutage  besteht  in  Frankreich  zwischen  Chanson  und 
Romance  der  charakteristische  Unterschied  in  der  Ver- 
wendung gleicher  oder  ungleicher  Zeilen. 

Als  ich  im  vorigen  Jahr  meinen  Aufsatz  ..über  den 
Ursprung  der  roman.  \'ersmasse"  (Strassbnrg,  Trübner, 
1890)  ausarbeitete,  hatte  ich  keine  Kenntniss  von  dem 
eben  analysirten  Werke.  Zwar  hätte  es  im  Allgemeinen 
meine  Autfassung  nicht  geändert;  gedankenreich  und  an- 
regend wie  das  Buch  aber  ist,  hätte  es  manchen  neuen 
iTesichtspunkt  eröti'net.  Namentlich  scheinen  mir  die 
Ergebni.sse  der  Kap.  II.  IV.  VI  sehr  beachtenswerth ; 
sie  erweitern  imd  berichtigeH  unsere  Einsicht  in  den 
BegTiflf  des  Rythmus  und  seine  Wandlungen  auf  Grund 
reichhaltiger  und  scharf  beleuchteter  Zeugnisse  von  Zeit- 
genossen selbst.  Ist  aber  der  Verf.  nicht  zu  früh  stehen 
geblieben  V  Haben  die  Zeugnisse  des  Mittelalters,  blosse 
Kopien  der  Definitionen  der  .\lteii.  gleichen  WertliV 
Entsprechen    sie    den    tliatsächliclicu    Veihältnisseny    — 


Es  seien  die  Eythmen  des  4.  .Jh. 's  -Verse  mit  Melodien'', 
nicht  metrische,  sondern  (nhiionöilc  und  syllabische :  wie 
nun,  wenn  sich  diese  Verse  abermals  von  der  .Musik  be- 
freien ?  sollte  sich  da  nicht  wieder  der  Begriff  des  Ryth- 
mus spalten,  in  musikalischen  Rythmus  einerseits  und 
Versrythmus  anderseits?  Und  sollte  hier  nicht  der 
Accent,  der  respiratorische,  bedeutsam  werden?  I>enn 
offenbar  tritt  doch  das  expiratorische  Xacbdruckselement 
schon  vor  dem  14.  .Jh.  in  der  Spiache  des  lat.  Westens 
hervor !  Es  handelte  sich  dabei  nicht  um  Xachaiimung 
metrischer  Füsse  vermittelst  des  Betonnngsrythmus  —  ein 
Einfall,  auf  den  erst  Opitz  kam  —  :  W.  Meyer  hat  mit 
dieser  Auffassung  wohl  definitiv  aufgeräumt :  freilich 
werden  seine  Arbeiten  nur  in  beschränktem  blasse  vom 
Verf.  herangezogen. 

Worin  aber  meine  .\nsichten  mit  denen  des  Verf.'s 
diametral  auseinander  gehen,  das  sind  elien  die  Principien. 
Ich  kann  mich  schlechterdings  nicht  mit  einer  künstlichen, 
geleiirten  tmd  in  hohem  Ma.sse  willkürlichen  Entlehnung 
der  roman.  Versmasse  befreunden.  Die  Schöpfung  der 
rythmischen  Versmasse  ist  nicht  die  That  eines  Mannes, 
eines  Tages,  sondern  das  Product  von  Geschlechtern 
(nicht  unbewusste  CoUectivarbeit.  sondern  die  Summe  der 
successiveii  Zuthaten  der  betheiligten  Individuen).  Und 
zwischen  dem  4.  und  H.  Jh.  liegen  viele  Jahrdreissig. 
Wie  unwahrscheinlich,  dass  man  sieben  oder  acht  .Jahr- 
hunderte hindurch  mit  stets  bewusstem  Akt  die  ryth- 
mischen Versmasse  den  metrischen  nachbildete  !  Schliess- 
lich brauchte  man  die  Rythmen  kaum  als  Zwischenstufe 
der  klassischen  und  romanischen  'Wrse !  —  Bei  so  ent- 
gegengesetztem Standpunkte  ist  eine  Einzelkritik  nicht 
mögUch. 

Die  letzte  Frage,  die  der  Verf.  auf  wirft,  welche 
Formen  der  roman.  Lyrik  dem  lat.,  welche  dem  byzant. 
Typus  entspringen,  wäre  wohl  einer  ausführlicheren 
Untersuchung  wertli,  als  ihr  auf  wenigen  Seiten  zu  Tlieil 
werden  konnte:  mir  scheint  eine  so  durchgreifende  Schei- 
dung nicht  möglich. 

Die  Frage   vom  Ursprung   und  der  Geschichte  der 
Rythmik  schwebt  noch ;  K.'s  Buch  hat  ihre  Lösung  jeden- 
falls durch  einen  bedeutenden  Beitrag  gefördert. 
Freiburg  i.  B.  Ph.  Aug.  Becker. 

Lemaltre,  Jules.  Corneille  et  la  poetitine  d'Aristote. 

Paris,  Leceue  et  Oudiii.  ISSS.  84  S.   12.     fr.  1,.J0. 

In  seiner  Pratlque  du  theätre  von  1,657  liatte  der 
Abbe  d'Aubignac  jene  uns  leider  so  unbefriedigend  über- 
lieferten Notizen  des  Aristoteles,  die  wir  seine  Poetik 
nennen,  von  neuem  im  Sinne  der  strengsten  Regelhaftig- 
keit  iuterpretirt,  „so  dass  nirgends  vollkommener  und 
mit  mehrerem  Verstände  die  Regeln  der  Einheit  des 
Ortes  und  der  Zeit  entwickelt  sind",  wie  J.  E.  Schlegel 
sagt.  D'Aubignac  erklärt  aber  ausdrücklich,  dass  er 
nur  Theorie  gebe.  Pour  la  pratique  et  l'applicatioii  de 
ces  grandes  Instructions  —  je  n'en  ai  rien  trouve.  fügt 
er  hinzu. 

Diese  Lücke  will  Corneille  ausfüllen.  Er  sagt  dies 
zwar  nicht  ausdrücklich,  aber  an  mehr  als  einer  Stelle 
seiner  drei  dramaturgischen  Abhandlungen  von  1660 
scheint  er  auf  den  Wortlaut  der  Pratique  du  theätre 
Bezug  zu  nehmen  und  insbesondere  auf  D'Aubignac  zu 
weisen,  wenn  er  zur  Rechtfertigung  seiner  Abhandlungen 
sagt,  dass  Aristoteles  bislang  meist  nur  von  Grammatikern 
und  Pliüosoidien  interpretiit  wonlen  sei,  denen  die 
I   experience    du    theätre    gefehlt    habe,     welche    ihm    auf 


IHUI.     Litcraturblatt  für  germanische  und  romauiscbc  Philologie.    Nr.  I. 


•24 


Grund   dreissigjiUniger   diamaturgiselier   ThStifrkeit   zur 
Vi-rfügiin?  stehe. 

r»alii-i  zi-ijrt  sich  in  den  Ausfiihrung'en  IfAubi^uacs 
und  Corueilles  deutlich  der  Unterseliied  in  der  Auftas-suiiy' 
des  Tlieuretikers  und  des  Praktikers.  Jener  ist.  wie 
iiatürlieh,  strentrer.  unbeugsamer  als  dieser.  Corneille 
'  "rtriit  den  .Standpunkt  des  ("onipromisses  zwischen 
•  rengrer  Reg'el  und  Praxis.  Mau  kann  sagen,  dass  seine 
'liauiaturjrischen  Abhandluufren  für  ihre  Zelt  einen  Vt-i-- 
sueh  darstellen.  Aristoteles"  Lehren  im  Sinne  der  Ki'eiheit, 
freilirh  einer  sehr  bescheidenen  Freiheit,  zu  deuten. 
Ciiineille  niaclil  den  Eindruck  eines  Jlenschen.  der  fühlt, 
dass  diese  zweitausend  .lahre  alten  dramaturg:isehen 
Bemerkungen  eines  g-riechischen  Philosoi»heu.  die  aus 
ganz  andern  Lebens-  und  Theaterverhiiltnisseu  hervor- 
gegangen sind,  nicht  mehr  recht  für  den  modernen 
Poeten  passen  wollen.  Aber  er  ist  so  tief  von  der 
-Vutorititt  dieses  alten  Philosophen  durchdrungen,  so  sehr 
in  der  .Scheu  des  Aristoteles  befangen,  dass  er  über 
dieses  Gefühl  sich  selbst  nicht  deutlich  Rechenschaft 
abzulegen  im  .Stande  ist  und  demselben  also  noch  viel 
weniger  in  oft'ener  Auflehnung  gegen  die  unbequeme 
Autorität  entschiedene  Worte  zu  leihen  vermag.  Er 
redet  sich  vielmehr  die  geahnte  Discrepauz  beständig 
wieder  aus  luid  deutelt  an  ihr  herum,  bis  sie  glücklich 
verschwunden  zu  sein  scheint.  Man  möchte  sagen:  der 
Dramaturg  Corneille  betrügt  sich  in  einem  fort  selbst 
und  mit  mitleidigem  Lächeln  folgt  der  Leser  heute 
diesem  Hebahren,  das  oft  geradezu  den  Eindruck  eines 
tiaukclsiiiels  macht.  Man  meint  einen  mittelalterliclien 
Gelehrten  zu  sehen,  der  sich  die  widerspenstige  Gegen- 
wart nach  aprioristischeu  Formeln  haarspalteiüsch  zurecht 
zu  legen  bemüiit. 

('"est  une  comedie  excellente,  au  fonds  qne  cc  debat 

d'Aristote  et  de  Corneille,  sagt  Lemaitre.  und  bei  seiner 

geistreichen  und  witzigen  Darstellung  zieht  diese  Komödie 

in  unterhaltender  und  belehrender  Form  an  uns  vorüber. 

Zürich.  H.  Morf. 


Bouqnet,  F.,  Points  obscnrs  et  noiiveanx  de  la  vie 
de  Pierre  Corneille.  Etuile  liistoiiquo  et  eiitiqiie,  avcc 
pieees  iiistifieativcs.  Paris,  Ilaohcttu.  1S88.  XVI,  394  S.  S. 
Das  ]}ucli  ist  vom  Verf.  seinem  engern  Landsmann 
Leopold  r)elisle  gewidmet,  dessen  .Vufmuntorung  es  theil- 
wcise  seine  \'eröttentlicliuiig  verdankt.  Bouiiuet  gehört 
zu  den  zahlreichen  Koiiennais,  welche  durch  emsige  und 
minutiöse  archivalische  Forschungen  auf  die  uns  noch 
recht  wenig  bekannten  Lebensverhältnisse  Pierre  Cor- 
neilles  Licht  zu  werfen  unternommen  und  aus  deren 
nützlicher  Arbeit  die  Biographen  Tascliereau  (LSiiO)  und 
Marty-Laveaux  (lKi)2)  so  viel  Vortheil  gezogen  haben. 
Das  Corneillejnbiläum  von  1884,  aus  dessen  .-\nlass  von 
so  vielen  unberufenen  Federn  alte  und  neue  Fabehi  über 
den  Dichter  dem  l^ublikuui  geboten  wurden,  ward  für 
Bouquet  eine  Gelegenheit,  in  kritischen  Zeitungsartikeln 
sich  mit  einer  Reihe  diesei-  Legenden  zu  befassen.  Diese 
.\rtikel  sind  im  vorliegenden  Bande  in  neuer  Redaction 
vereinigt  und  es  sind  ihnen  die  entsprechenden  iiiices 
Justilirdtifrg  (p.  MS — 383),  >iel)enumlzwanzig  an  der 
Zahl,  beigegeben. 

Der  Text  umfasst  in  einem  ersten  Tlieil  die  .5li  Jahre, 
die  (.'orneille  in  Ronen  vei'bracht,  in  einem  zweiten  die 
22  .Fahre,  die  er  in  Paris  verl(4)t  hat ;  doch  sdireibt 
der  N'erf.  nicht  eine  eigentliche  Biographie,  sondern  er 
erörtert,  wie  der  Titel  sagt,  nur  einzelne  Punkte.  Es 
ist    von    iler    Familie    und    ihren   \'erwandten    die    Rede. 


von  Corneilles  Kindheit,  seiner  Studien-  und  ei-sten  Amts- 
zeit, von  seinen  ersten  literarischen  Versuchen,  insbeson- 
dere der  Melite  und  den  frühesten  Beziehungen  zum 
Hofe,  von  der  Verleihung  des  Adelstitels  und  deren 
Folgen,  besonders  aber  werden  die  tinanziellen  Verhält- 
nisse Pierre  Corneilles  untersucht :  die  Hälfte  der  zwanzig 
Kapitel  des  Buches  sind  dieser  eiugeheiulen  Erörterung 
gewidmet. 

Gewiss  enthalten  alle  Abschnitte  des  Buches  einzelne 
neue  Jlittheilungeu  —  und  für  manches,  was  auch  schon 
anderswo  gesagt  worden  sein  mag.  ist  der  nicht  an  der 
Quelle  sitzende  Leser  ebenfalls  dankbar  — ,  aber  der 
.Schweri)unkt  der  Belehrung  liegt  in  diesen  Auseinander- 
setzungen über  die  ökonomischen  Verhältnisse  des  I  »ichters, 
durch  welche  die  Legende  von  seiner  Armuth  endgiltig 
beseitigt  wird:  P.  Corneille  war  ein  wohlhabender  Mann, 
der  den  ererbten  nicht  unerheblichen  Besitz  durch  ge- 
schäftskundige Führung  seiner  literarischen  .\ngelegen- 
heiten  zu  vermehren  verstand.  Mit  Dedicationsepistelu 
und  schwungvollen  Versen  gewami  und  quittirte  er  nach 
Art  der  Zeit  Geldgeschenke  und  Pensionen,  während  er 
zugleich,  hierin  mehr  dem  modernen  Schriftsteller  gleichend, 
von  den  Bühnen  und  den  Verlegern  imgewöhnliche  Hono- 
rare zu  erhalten  verstand.  P.  Corneille  gehört  zu  den 
ersten  .\utoreu.  welche  auf  diese  Weise  die  nuUerielle 
Unabhängigkeit  ihres  Standes  förderten,  indem  sie  neben 
den  erbettelten  Gunstbezeugungen  hochstehender  Personen 
sich  eine  natürlichere  und  würdigere  Form  der  Remune- 
ration auf  dem  grossen  Markte  der  republique  des  lettres 
suchten  und  fanden. 

Unstreitig  hätte  indessen  Bouquet  seine  Auseinander- 
setzungen viel  kürzer  fassen  können,  ohne  dass  dieselben 
deswegen  weniger  lehrreich  geworden  wären.  Er  ist 
von  Anfang  bis  zu  Ende  viel  zu  weitschweifig,  im  Text 
sowohl  als  in  den  Beilagen.  In  diesen  druckt  er  z.  B. 
Stücke  v<illständig  ab,  die  in  einem  so  leicht  zugäng- 
lichen Werke,  wie  es  die  Corneilleausgabe  von  Marty- 
Laveaux  ist,  längst  ganz  mitgetheilt  sind:  und  vom  Text 
ist  zu  sagen,  dass  manche  rhetorische  Weitschweifigkeit, 
die  der  Lokalpatriotismus  einem  Zeitungsartikel  gerne 
gestattet  hat,  in  einem  Buche  nicht  mehr  am  Platze  ist. 
Zürich.  H.  Morf. 


B  on  d  u  r  an  d  ,  Edouard,  Charte  d'acensement  dn  XIII° 
siede  en  langiie  d'oc.  Paris,  Alplioiise  Picani.  18S9. 
18  S.  S.  (lixtrait  Jos  Memuii'c.s  de  I'-Vcaileiuie  de  Xiiues  ISSS.) 

,   Hommage  cn  langne  d'oc  ä  l'eveque  de  Mende 

(1332).     Paris,    Alphonse  Pieard.    ISSlt.    18  S.    8.     (Extrait 
dos  Meiiiüires  de  rAcndeinie  de  Nimcs  1888.) 

Die  ..Charte"  ist  am  31.  December  120.')  von  einem 
Notar  aus  Millau  in  Cantobre  bei  Nant  abgefasst  worden 
und  befindet  sich  .jetzt  in  Priv:ttbesitz.  Der  Heraus- 
geber hat  dem  Text  eine  grosse  Zahl  von  Anmerkungen 
beigefügt,  zu  denen  auch  Dr.  E.  Mazel  beigetragen  hat. 
—  Das  zweite  Denkmal  befindet  sich  in  den  Archiven 
des  Departement  dn  Gard.  Es  enthält  die  Huldigung, 
die  am  19.  September  13.'!2  Raimund  dWnduze,  Herr 
der  Baronie  Florac.  dem  Bischof  von  Mende  Albert 
Lordet,  Grafen  von  Gevaudan.  leistete.  Auch  dieser 
Text  ist  mit  zahlreichen  Anmerkungen  versehen.  Cha- 
baneau  hat  in  der  Revue  des  laugues  roraaues  XXXIII, 
454 — .")  Anm.  die  hauptsächlichsten  Irrthümer  der  beiden 
Texte  verbessert.  Es  ist  ferner  zu  bemerken:  Charte  S.  5 
Anm.  (i.  A'/i  kommt  nicht  von  Senhvr:  -■-  S.  9  Z.  ti  ist  mir 
tetis  in  . .  (1(1  mas  ijiic  leiis  Giiillicitin  Mergucs  nicht  ver- 
ständlich ;  corr.  ijue  teil  eiis  G.,  wie  eus  Benin fz  S.  16  Z.  1 1> 


1S9I.     Literaturblntt  für  germftniscfie  und  romanisclio  Philologie.     Kr.  I. 


Ü6 


iiacli  Chabaneaus  Correctur?  —  S.  10  Z.  1  coir.  airals? 
—  8.  14  Z.  16  ist  das  Kuinina  iiacl»  tot  zu  streiclieii 
und  desgleichen  das  Kduinia  S.  16  Z.  17  nacli  mos-,  — 
Hoinmag-e  S.  10  Z.  11  corr.  scf/ou  statt  segeii?  — 
S.  10  Z.  15  ist  das  KdUinia  vor  //  zu  tilgen,  desgleichen 
das  Komma  S.  11  Z.  )i  vor  io:  —  S.  12  Z.  4  corr.  e 
statt  fH:  —  S.  12  Z.  12  corr.  (ki  statt  det;  —  S.  14 
Z.  9  corr.  seria  statt  serio;  —  S.  15  Z.  6  corr.  no  statt 
)ii;  —  S.  15  Z.  20  corr.  dels  statt  del;  —  S.  16 
Z.  14  wird  das  Komma  nach  seroij  zu  streichen  und 
zu  deuten  sein :  ..ich  werde  mich  nicht  berinden  in.  d.h. 
idi  werde  nidit  tlieihielnneu  an  einem  Eath  oder  einer 
That".  I'ie  in  der  .Anmerkung  gegebene  Uebersetzung 
setzt  Aenderung  von  serai/  in  foraij  voraus.  —  Die 
folgenden  ^Vörter  habe  ich  mir  als  bei  Eaynouard  felilend 
notirt:  Charte  0.  1  und  10.  1  cfiscniuro:  9,  8  co)i- 
fronfar  in  der  Bedeutung  .abgrenzen,  näher  bestimmen, 
bezeichnen";  9,  M  coifroiifonieir.  !'.  9  fricii  ..Pfad. 
AVeg";  10,  2  pufif.  11.  8  aondoa  „befriedigt"  [ijuens 
e»    teneii  per  ben  l>fif/i'[j,  per  rontev  e  per  ahomlos]-, 

II.  9  odissir:  13,  2  spOiiUine.:  1.3.  6  nnd  17.  9  sol- 
Jcmpne-,  10,  3,  16,  6  und  17,  2  usk-,  17,  15  caliimp- 
niar  -anfecliteu"  [e^  eii  re  vostra  drechuro  noits  ca- 
himpiiiarew,  Uebers.  coiifesferoiis]-.  —  Hommage  13,  4 
froiifiei/nimoi:  13  1.  Z.  posier,  vgl.  Ltbl.  XI.  313  zu 

III.  23V.  und  Crois.  Alb.  Gl.  nnd  II.  77  Anm.  5;  15 
1.  Z.  Maiiatt/e.  —  Zu  bemerken  ist  auch  der  Xom.  Sg. 
wa^es  Ciiarte  S.  9  Z.  3:  vgl.  Ltbl.  IX.  270  Anm. 

Freiburg  i.  B.  Emil  Lew. 


Gaudenzi.  A.,  I  suoni,  ie  forme  e  le  parole  del- 
l'odierno  dialetto  della  cittä  di  Bologna,  studio  seguito 
da  una  serie  di  antichi  testi  boloE^nesi  inediti  in  Latino,  in 
volgare,  in  dialetto.  Turin,  Loescher.  18^9.  LVI,  292  S. 
kl.  8.     L.  ;,.50. 

Während  durch  Ascoli.  Flechia,  Jlussatia,  .Salvioni. 
Tobler  die  mittelalterliclien  Schriftsprachen  und  z.  Th. 
auch  die  heutigen  Dialekte  auf  dem  linken  Poufer  von 
Turin  bis  Venedig  sorgfältige  Behandlung  erfahren  haben, 
konnte  sich  die  Emilia  nicht  derselben  Aufmerksamkeit 
erfreuen.  Mussafias  treffliche  Darstellung  des  llodern- 
romagnolischeu  ist  bis  jetzt  meines  Wissens  vereinzelt 
geblieben,  und  zum  .Studium  des  Bolognesischen  im  XIII. 
und  XIV.  Jli.  lag  lauge  Zeit  nur  der  Tesoro  dei  poveri 
vor  in  der  nicht  leicht  zu  verschaffenden  Ausgabe  von 
Mazzoni-Toselli  Origiue  della  liiigiia  italiana  231.  Vor 
einigen  Jahren  hat  T.  Casini  durch  die  Veröffentlichung 
von  Briefen  luid  Urkunden  dem  Mangel  wenigstens  etwas 
abgeholfen',  ohne  übrigens  selber  mehr  als  die  Texte 
zu  geben.  Jetzt  ist  die  Lücke  durch  das  Buch  Oaudenzis 
in  vorzüglicher  Weise  ausgefüllt ;  wir  erhalten  zalilreiche 
Sprachproben,  die  vom  XIII.  Jh.  anfangen  und  eine 
genaue  Darstellung  des  Xeubolognesischen,  der  man  es 
nicht  anmerken  würde,  dass  ihr  Verfasser  nicht  Sprach- 
forscher von  Beruf  ist.  Von  ganz  besonderer  Wiclitig- 
keit  ist  die  Vorrede,  die  llonacis  Ansicht  über  die  Ent- 
stehung der  italienischen  Schriftsprache  (vgl.  Gaspary, 
Ltbl.  1884,  Sp.  442)  aufnimmt  und  eine  Reihe  neuer 
Stützen  füi-  dieselbe  beibringt.  Die  bolognesische  Studenten- 
schaft theilte  sich  im  XIII.  Jh.  in  vier  Landsmannsdiafteu, 
Tedeschi.  Fraacesi,  Provenzali.  Italici,  und  diese 
letzteren   zerfielen    seit    1213    in  Lombardi.    d.  li.  die 


'  IJocunienti  dell'antico  dialetto  bologncse  1SS2. 


GaUoitaliker.  nnd  Toschi,  d.  h.  die  Toskaner.  Römer. 
Süditaliener  nnd  die  Venezianer.  Die  Toschi  waren 
bedeutend  zahlreicher  als  die  Lombardi.  und  bei  ihnen 
hat  sich  die  Literärsprache  entwickelt.  Die  einzelneu 
Landsmannschaften  hatten  Lelirer  aus  ihrer  Heimat, 
die  Toschi  also  Toskaner,  und  diese  haben  zunächst  in 
den  Vorlesungen  über  die  ..arte  notaria"  das  Tos- 
kanische  eingeführt.  Der  erste  Professor  aber  dieses 
Faches  war  Rainero  da  Perugia,  von  dem  ein  zwischen 
1214  und  1216  verfasster  imd  wie  es  sclieiut  eben  den 
Toschi  gewidmeter  Tractat  über  die  ars  notaria  uns 
überliefert  ist.  Nun  enthält  eine  senesische  Haudsclirift 
dieses  Tractats  Fragmente  einer  von  Rainero  selber  zum 
Gebranch  in  seinen  Vorlesungen  abgefassten  Bearbeitung 
des  lateinischen  Textes  in  der  Vulgärsprache,  und  zwar 
weisen  die  juristisclien  Formeln  darauf  hin.  dass  diese 
Bearbeitung  für  Toskaner,  nicht  für  Lombarden,  bestimmt 
war.  Von  diesem  Collegienhefte  des  Pmfessors  sind  uns 
die  Xotizen  eines  Schülers  in  der  senesisdien  Handschrift 
erhalten.  Vielleicht  liegt  darin  der  älteste  italienische 
Text  vor,  da  manche  Momente  dafür  sprechen,  dass  die 
lateinische  A'eröffentlichung  des  Collegienheftes  jünger 
ist.  als  diese  italienische  Eedaction,  für  die  wir  so  anf 
das  erste  .Jahrzehnt  des  XIII.  Jh. 's  kämen.  —  Der  Ge- 
brauch der  Vulgärsprache  ging  von  der  I'niversität  bald 
zu  der  „scuola  di  arti  liberali"  über,  in  der  That  be- 
sitzen wir  von  einem  ihrer  Professoren,  von  Guido  Fava. 
,.parlamenti",  d.  h.  Briefe  in  Vulgärspraclie,  die  er  in 
Siena  ums  .Jahr  1230  abgefasst  hat.  Bemerkenswe'rth 
ist,  dass  er  nicht  senesisch  sclireibt,  sondern  florentiuisch 
mit  bolognesisch  und  venezianisch  untermischt,  also  offen- 
bar die  in  Bologna  entstandene  und  übliche  Universitäts- 
nnd  Literärsprache.  Dies  die  wesentlidien  Punkte  der 
Einleitung,  die  mit  einer  kurzen  Uebersicht  über  die 
gegenseitigen  Verhältnisse  der  ältesten  bolognesischen 
Chroniken  scldiesst.  —  Die  gi-ammatische  Darstellung 
(Laut-.  Formen-.  Wortbildungslehre,  Bemerkungen  über 
Personen-,  Orts-,  .Strassennameu)  ist.  wie  gesagt,  vor- 
züglich, sie  lehrt  uns  eine  merkwürdige  Mundart  in  fast 
durchweg  ausreichender  Weise  kennen.  Die  Einwirkung 
der  Accentstelluug  auf  die  Entwicklung  der  Consouauten. 
die  ja  überhaupt  in  Italien  gross  ist,  macht  sich  hier  in 
zwei  bemerkenswertheu  Fällen  geltend:  der  Uebergang 
von  dentalem  zu  velarem  «  vor  Consonanten  ist  auf 
betonte  Silben  beschränkt :  piänfa  aber  pkoitdr  und  </? 
wird  nur  vor  betontem  Vokal  zu  '/,  vor  tonlosem  zu  //  : 
ifaz  (ghiaccio)  aber  tjazöl.  Interessanter  noch  sind  die 
Quantitätsvevhältnisse  der  betonten  Vokale.  Roman.  /  und 
u  wird,  wenn  es  im  Roman.  Kürzung  erfahrt,  zu  e  bezw. 
0,  diese  Kürzung  tritt  nun  ein  im  directen  bolognesischen 
Auslaut,  also  nicht  nur  in  de  =  ital.  di,  sondern  auch 
fine  =  finito,  in  lateinischer  Position  vellu  ■■=-  liUa, 
dess  =  disse,  finess  -^  finisce,  tresfe  =  friste  u.  s.  w. 
und  vor  bolognesisch  gedehnter  Consonanz.  Die  Con- 
sonantendehniuig  aber  hat  statt  in  Proparosytonis  .- 
Jeqqnid  =  liquido,  nettid,  ferebbil,  veppera -.  in 
Fällen  wie  frezz  =  frifpje,  bei  intervokalisdiem  /, 
mit  andern  Worten  in  Buchwörtern,  da  in  Erbwörtern 
dafür  d  eintritt:  cetta  =  vitu  (vgl.  Rom.  Gramm. 
§  547),  mott  neben  mud  =  nudo.  Auch  fusell  = 
furile  kann  hierher  gehören,  und  wenn  nun  nie(/(/a 
neben  spi(/ci  steht,  so  kann  man  vermuthen.  dass 
me(/(/a  ein  Toskanismus  an  Stelle  eines  altern  mincja 
sei.  Daraus  würde  aber  weiter  folgen,  dass  bol.  spitja 
entweder   in    der  Qualität  oder  Quantität  des  /  oder  in 


1891.     Literaturblatt  für  ^germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  1. 


28 


«li-r  .\rtlkulation  dt-s  7  von  tosk.  "pii/n  viTseliiedcii  ist-. 
Es  Wi'iln'ii  also  iiiiiiier  iiiii-h  eiiiif,'e  iliinkli'  rnukti-,  über 
di>*  ein  Hidiignese  am  besten  wird  Licht  verbreiten 
können.  Interessant  ist  anch  die  Stellung  der  Propar- 
iixytona  zur  (Quantität.  Wiihrend,  wie  gesag-t.  im  all- 
jfenieineii  Kürzung  eintritt,  bleibt  doch  der  lange  Vokal 
Vor  ;/i<el  ^-  -rolo :  periijurl :  ferner  bleibt  die  Länge 
vor  *•  -r-  Coiis.,  daher  pKi't/,  huriic  =  ciirro  u.  s.  w. 
Aus  der  Formenlehre  will  ieh  nur  einen  Punkt  hervor- 
heben. I>ie  Feminina  der  Adjectiva  und  die  Bezeieh- 
nnngen  weiblicher  Personen,  die  nur  durch  -a  sich  von 
dem  zugehörigen  .Masculiiuim  unterscheiden,  bilden  ihren 
Plural  auf  /",  walii'end  sonst  alle  auslautendi'u  Vokale 
fallen.  I)a  das  l)emonstrativuni  im  I'hnal  Jlasc.  ipii.-'fi, 
Fem.  qHiisti  lautet,  so  wird  man  anzunehmen  haben, 
dass  vor  dem  Substantivum  die  .\djectiva  ihr  -/  nicht 
verloren  und  dass  dann  die  Poiipelformen  (/nitidi  —  <jrnnd 
so  vertheilt  wurden,  dass  (/ranHi  nur  fürs  Femininum, 
tjnnui  fürs  Masi-ulinnni  verwandt  wurde.  —  ])en  dritten 
Theil  des  Puches  endlich  bilden  Texte  und  zwar  zuerst 
liriefe  von  (iuidu  Fava,  in  denen  man  schon  aus  einem 
nicht  seltenen  Verwechseln  des  Auslautes  den  Fall  von 
e,  0,  i  vorscliliessen  kann,  vgl.  ahcsoipiasso  5,  avero 
24,  //  nostro  maiore  24,  hvevemeiito  3(,  mviehomhte 
(Plur.)  .53,  veniro  t>l  u.  s.  w.,  ferner  stets  sc),  sria, 
rose),  also  die  Formen,  die  man  lautgesetzlich  erwartet  I 
u.  s.  w.  Jlanche  olfenbare  Versehen  der  Handschrift 
sind  im  Texte  gebessert,  doch  l)leibt  auch  so  noch  zu 
corriglren,  x.  B.  57  r/iiodur/iio  statt  <i(iudi<j)U),  72  voglati 
füre  renclecta  in  fale  fjHim  che  . . .  de  quesfa  favUJa 
vn  iiasca  fot/o  statt  favilhi  nnsrn,  80  co  lo  la.raro 
2)erchi''  co  110  sapravi  statt  Ja.rnrc  .  .  .  sapavi,  82  le 
foc  oare  r  f/risc  statt  rarr  vtfriav  w.  s.   w. 

Sodann  folgen  die  Fragmente  der  Uebersetzung  des 
Kainero,  Parlamenti  und  Kjiistole  aus  dem  XIIL  .Ih. 
in  lombardischer  Jlundart,  bolognesische  Texte  verschie- 
dener Art  aus  dem  XIIL  nnd  XIV.  Jh.,  Auszüge  aus 
den  altbolognesisehen  Chroniken.  Gedichte  von  Giulio 
Cesare  C'roce  (•[■  l(i09),  IJruchstücke  aus  einer  Ueber- 
setzung der  (ierusalemme  liberata  von  Xegri  (1028), 
verschiedene  Gedichte  aus  der  llitte,  endlich  Prosa- 
erzählungen  aus  dim  Ende  des  XVIII.  .Jh. 's.  —  Wie 
diese  Inhaltsübersicht  zeigt,  gehört  das  Buch  vom  sprach- 
lichen Standpunkt  aus  zu  den  wichtigsten  Veröffent- 
lichungen, die  wir  seit  langer  Zeit  über  altitalienische 
.Alundarten  erhalten  haben. 

Wien.  W.  Meyer-Lübke. 


.lellinek,  Max  Hermann,  Die  Sage  von  Hero  nnd 
Leander  in  der  Dichtung.  Berlin,  Speyer  &  l'eters. 
1800.  IV,  02  S.     M.   3. 

Die  vei-gleichcnden  Zusammenstellungen  von  dich- 
terischen Bearbeitungen  eines  und  desselben  Stoffes  mehren 
sich  allmiilig.  Die  meisten  der  bisher  erschienenen 
Arbeiten  wurden  mit  Anerkennung  aufgenommen.    .Auch 


'  Vgl.  dazu  Rom.  Oramm.  I  §  39,  4.S  und  63,  wo  auch 
nus  dem  Südostfranzösischcn  eine  verwandte  Erscheinung  an- 
geführt ist.  Die  dort  gegebene  Bezeichnung:  „vor  nielirfachcr 
("onsonanz"  ist  nicht  ganz  genau,  (loch  wüsste  icli  auch  Jetzt 
keine  trcH'enilcrc.  Wenn  aber  Behrens,  Zs.  f.  frz.  Spr.  .\II,  14 
es  mir  zum  Vorwurf  ninoht,  dass  ich  ilas  obwalcl.  <■  aus  ü 
nicht  ebenda,  sondern  g  54  beliandclt  habe,  so  übersieht  er 
den  farullelisniuB  in  der  Entwickhing  von  /  und  »  (iV)  und 
verkennt  das  Wesen  des  südostlVanzüsiscIien  Vorganges  ebenso 
sehr,  wie  das  des  rätischen:  der  letztere  ist  spontan,  der 
erstere  durch  die  Kürzung  des  Vokals  bedingt,  daher  dort 
zwar  per,  mir,  hier  aber  nur  jiHr,  iiiiiy  vorkommt. 


die  Schrift  .lellineks  darf  im  .Mlgemeinen  auf  Dank 
rechnen.  Freilich  ist  ihr.  obgleich  der  Verf.  der  Hilfe 
von  Miinnern  wie  Minor,  E.  Köhler.  Sauer,  v.  Wald- 
berg u.  a.  sich  zu  erfreuen  hatte,  doch  mindestens  so 
viel  Stoff'  entgangen,  als  zu  einem  richtigeren  Verhillt- 
niss  zwis<hen  ilirem  Umfange  nnd  ihrem  Preise  niithig 
wäre.  Zudem  beschränkt  sich  .1.  in  dem  Masse  auf  die 
„Dichtung",  dass  er  die  Einwirkung  der  verschiedent- 
lichen  Vidkssagen  und  Volkslieder  auf  die  von  ihm  be- 
sprochenen Kunsterzeugnisse  kaum  berührt,  vgl.  S.  38 
Anin.,  S.  80  und  82.  Slusaeus  und  Ovid  waren  schwer- 
lich alleinige  (Juellen  für  die  Späteren:  dass  die  lite- 
rarische Geschichte  der  Sage  Vtm  IL  und  L.  so  „wenig 
erfreulich"  ist,  rührt  m.  E.  zum  ;;uten  Theil  davon  her, 
dass  die  „I)ichter"  von  der  ihnen  bekannten  Form  der 
Sage  Gebotenes  vielfach  übernahmen,  ohne  sich  noch 
besonders  Gedanken  darüber  zu  machen.  Uebrigens  sind 
die  Ilöliepunkte  dieser  Entwicklungsgeschichte,  wie  sie 
Jlusaeus.  Schiller,  Grillparzer  verkörpern,  erfreulich 
genug.  -  Dass  .1.  die  .Arbeit  seines  Vorgängers  Cl. 
Friedr.  Meyer  (18.")8  nannte  er  sich  noch  nicht  Meyer 
von  AN'aldeck)  von  diesem  nur  in  einem  Auszuge  über- 
mittelt bekam,  ist  ebenso  verwunderlich,  wie  dass  er  sie 
nicht  von  der  kgl.  Bibliothek  zu  Berlin  bezog.  —  Ziem- 
lich kurz  behandelt  .1.  die  antike  Ueberlieferung  (§  1), 
und  zwar  ohne  Kenntiiiss  von  der  Dissertation  .Toh. 
Klennns  (Leipz.  1889)  zu  haben,  ganz  zu  schweigen 
von  der  auch  Klemm  nicht  bekannten  Vernnitliung,  welche 
L.  Ehrenthal:  Quaestiones  Froutonianae  S.  ,")1  aufstellte 
(vgl.  Bursians  .lahresber.  16,  240);  ferner  die  mittel- 
hochdeutsche Erzählung  (§  2),  die  im  Anhang  S.  83  zu 
Conjecturalkritik  veranlasst  --  dass  Goedeke  sie  Bligger 
von  Steinach  zuschreibt,  hat  seinen  Grund  jedenfalls  in 
den  Vermnthungen  Pfeiffers  sowie  E.  Schröders  (.Anz. 
f.  d.  Alterth.  13,  119):  vgl.  aucli  Liebrecht  in  der 
Genn.  1,  260  sowie  De  t^ruyter:  Das  deutsche  Tage- 
lied S.  123  —  und  am  kürzesten  Hans  Sachs  (§  3), 
dessen  Gedicht  allerdings  kaum  mehr  als  ein  .Auszug 
aus  Musaeus  ist.  Seine  Quelle  ist  wohl  keine  vollstän- 
dige Uebersetzung  des  Jlusaeus,  wenn  es  auch  vor  ihm 
nicht  daran  fehlte.  Eine  solche  enthält  z.  B.  C'hristo- 
phorus  Bruno  von  Hyrthwcyl:  Etliche  Historien  unnd 
Fabeln  gantz  lustig  zu  lesen  u.  s.  w.  Augspurg  1541; 
Bl.  83 :  Histori  von  dem  .Tüngling  Leander  unnd  von 
der  .Tunckfrawenn  Ero.  —  Unter  den  Kenaissanceepen 
(§  4)  verniisst  man  die  Grundlage  Boscans,  Bernardo 
Tassos  fast  300U  vcrsi  sciolti  fassende  Erzählung,  vgl. 
Ticknor:  Gesch.  der  schönen  Lit.  in  Span.  1852,  1,  377; 
Klein:  (fesch,  des  Dramas  9,  108  .Anm.:  auf  die  eng- 
lische Travestie  von  Nash  hatte  bereits  Val.  Schmidt 
S.  273  hingewiesen,  .1.  hätte  also  R.  Köhlers  nicht  be- 
durft: zu  breit  behandelt  erscheint  Barths  Leandris 
(S.  28—37,  dazu  S.  84—87).  Dass  Hölderlin  1788 
einen  umfänglichen  Monolog  der  Hero  dichtete  (s.  .Archiv 
f.  Literaturgesch.  13,  370  ff'.)  ist  .J.  unbekannt,  wie 
auch  verschiedene  Erwähnungen,  bez.  Benutzungen  der 
Sage  von  selten  Dantes,  Ranilers,  Hangs  n,  a.  —  Die 
Uebersetzungen  des  Musaeus  (S.  51)  findet  man  auch  bei 
Engelmann  S.  517  und  bei  Beiiili;üdy  II,  1,  345. 
Mehrere  dort  nicht  aufgeführte  rebersetzungen  ins  Ital., 
Franz.  und  Schwed.  besitzt  die  !)resd<'ner  kgl.  Biblio- 
thek. Die  im  .lalire  1799  zu  Konneburg  bei  A(ug.) 
Seh(umann)  erschienene,  unterzeichnet  W.  (.ike.,  rührt 
.jedenfalls  von  F'ricdr.  Willi.  Gencke  her,  dessen  ,.Ge- 
dichte  und   F^ijigramnie"'   Leipzig    1795    ein  Spottgedieht 


29 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  1. 


30 


auf  „Schraders  Klagelied  auf  Heros  iind  Leanders  Tod" 
enthalteu.  Zu  §  7  (Scliiller)  hätte  sich  J.  die  treft'enden 
Bemerkungen  von  0.  F.  Gruppe:  Leben  und  Werke 
deutscher  Dichter  5,  238  und  J.  Hub:  Deutschlands 
Balladen-  und  Romanzendichter  S.  70  zu  Nutze  machen 
können,  ebenso  die  Xachweisungeu  von  Friedr.  Widder: 
Schiller  als  erzählender  Dichter.  Progr.  Lahr  1885, 
S.  9.  20.  21.  23.  Hub  hat  S.  480  auch  ein  parodistisches 
Gedicht  von  Saphir,  das  wie  ein  satirisches  von  D.  Fr. 
Strauss  (Schriften  12,  155)  von  Schillers  Ballade  an- 
geregt ist.  Warum  ist  bezüglich  der  Opern  (§  8)  nicht 
auf  H.  Riemanns  Opern-Handbuch  S.  212  f.  verwiesen 
und  warum  sind  die  in  den  letzten  50  Jahren  erschienenen 
ausgeschlossen  worden?  Herklots  Melodrama  (S.  62) 
gab  vielleicht  Grillparzer  die  erste  Anregung,  vgl.  Fäul- 
haramer:  Grillparzer  S.  239,  Anm.  10.  —  Der  Rück- 
blick S.  79  f.  müsste  ähnliche  Gedanken  enthalten,  wie 
sie  Simrock:  Die  Quellen  des  Shakespeare  1-,  86  aus- 
spricht. Im  Anhang  ist  die  ..wichtigste  Literatur"  der 
Volkssagen  und  Volkslieder  verzeichnet,  allerdings  nui' 
diü'ftig,  ebenso  die  der  Kunstdichtungeu  ähnlichen  Inhalts. 
Zu  Straparolas  Gedicht  s.  Ludw.  Bechstein:  Mj-then, 
Sagen,  Märe  und  Fabel  2,  28.  Von  Byron  war  auch 
The  brj'de  of  Abydos  anzuführen,  ebenso  ein  Schwank 
von  Rieh.  Schott  (Reclam  Nr.  2306);  unter  den  ..mytho- 
logischen Deutungen"  war  auf  Nork:  Mythol.  Realwörter- 
buch 2,  182  zu  verweisen,  bezüglich  der  „wirklichen 
Ereignisse ■"  auf  F.  A.  Ukert:  Geogr.  der  Griechen  und 
Römer  III,  2,  130  ff.  sowie  Alb.  Diük  zu  nennen.  Auch 
konnten  plastische  und  bildliche  Darstellungen  mehr 
Berücksichtigung  finden,  als  es  im  Nachtrag  auf  der 
letzten  Seite  geschieht.  —  S.  82,  Z.  2  ist  repu;:»likanisch 
stehen  geblieben. 

Dresden.  Carl  -Müller. 

Ze  i  tschrift  en. 

Archiv  f.   das  Stndinm  der  neuem  Sprachen  85,  2.  3: 

Pfütze,  Die  Sprache  in  J.  M.  R.  Lenzens  Dramen.  — 
Schwan  u.  Pringsheim,  Der  franz.  Accent.  —  Pen- 
ner, Metrische  Untersuchungen  zu  George  Peele.  (Auch 
Hall.  Diss.)  —  Napier,  Altenglische  Glossen.  —  Loge- 
luan,  Zu  Wright-Wülker  I,  204—30.3. 

Nenphilolog.  Centralblatt  IV,  12:  Ausstellung  von  Bild- 
nissen, Hss.,  Briefen  und  seltenen  Ausgaben  schwäbischer 
Dichter.  —  W.  Reimann,  Ein  deutsch-rumänisches  Ueber- 
setzungsmusterwerk.  —  K.  Hofmann  f.  —  R.  Wülker, 
A.  Ebeit  f. 

Modern  Lansuage  Notes  V,  8:  Fr.  Spencer,  The  Poetry 
of  the  Franks  (besonders  im  Anschluss  an  Pio  Rajnas  Le 
origini  dell'cpopea  francese).  —  F.  N.  Scott,  Simple, 
sensuous,  and  passionate.  —  C.  H.  Grandgent,  Practical 
Phonetics.  —  Th.  Logie,  Notes  to  ileyer-Lübke's  Treat- 
mentofyowels  in  Pieard.  —  A.  H.  Tolman,  Morris-Skeat, 
Chaucer,  The  Prologue,  The  Kniglites  Tale,  The  Nonne 
Preestes  Tale.  —  J.  M.  Garnett,  Jloiley,  English  Writers. 

—  Fr.  T.  Lawrence,  Buchheim,  Schillers  Jungfrau  von 
Orleans.  —  F.  E.  Schelling,  Cook,  Sidney's  Defense  of 
Poesy.  —  P.  Groth,  Wenström-Lindgren,  Engelsk-svensk 
Ordbok.  —  S.  C.  Lougee,  Sauveur,  Petites  Causeries, 
Devoirs  pour  les  classes  et  traductions.  —  W.  M.  JIuss- 
Arnolt,  Semitic  and  other  Glosses  to  Kluge's  „Etym. 
'Wörterbuch  der  deutschen  Sprache". 

Taaistudie  XI,  4:  J.  S.  P.,  De  la  lexicologie.  -  J.  S.  P., 
De  l'etude  de  la  litterature.  —  L.  M.  Baale,  Le  Substan- 
tif  compose.  —  Ders. ,  Les  Indes  du  Roi  de  France.  — 
J.  Ch.  H.  llatile,  Explication  de  quelques  proverbes  et 
loCutions  de  la  langue  frangaise.  —  Ders.,  Quelques  traces 
des  patois  ou  dialectes  populaires  dans  le  francais  moderne. 

—  C.  S  t  0  f  f  el ,  Annotated  Speeimens  of  ^.^rryese"  ;  a  Study 
in  Vulgär  English.  —  K.  tenBruggenoate,  New  Books 
and  Aids  to  Study.  —  P.  A.  Seh  wippe  rt.  De  Examen- 
dag.  —  Ders.,  Lexikographische  Notizen  für  Studierende, 


zum  Gebrauche  bei  Uebersetzungen  ana  dem  Niederlän- 
dischen ins  Deutsche.  —  Ders.,  Victor  Scheffels  Ekkehard 
nach  der  ononiatischen  Methode  erläutert. 

Zs.  f.  Volkskunde  III,  2:  0.  Knoop,  Die  neuentdeckten 
Göttergestalten  und  Götternamcn  der  norddeutschen  Tief- 
ebene. Der  pommersche  Gauden  und  Vergodendel.  —  Edm. 
Veckenstedt,  Die  mythischen  Könige  der  arischen  Volks- 
heldensage und  Dichtung.  —  F.  Branky,  Volksüber- 
lieferungen aus  Oesterreich. 

Melusine  V,  6:  H.  Gaidoz,  Jean  de  TOurs.  —  E.  Le- 
febure,  La  Motte  de  Terre.  —  L'Etymologie  populaire 
et  le  folk-lore:  VI.  Kr.  Nvrop,  Noms  de  Saints.  VII.  H. 
Gaidoz.  —  Ad.  Orain,  Devinettes  de  la  Haute-Bretagne 
(Forts.).  —  J.  T  u  0  h  m  a  n  n ,  La  Fascination :  Moyen  d'acquerir 
le  pouvoir  de  fascination;  A.  Etfets  de  la  Fascination.  — 
H.  Gaidoz,  La  Photographie.  —  J.  L  e  v  i ,  Le  Juif  en 
morceaux.  —  Ders.,  Oblations  ä  la  mer  et  presagea.  — 
H.  G.,  L'Arc-en-Ciel.  XXXV. 

Revue  des  Traditions  populaires  V,  11:  A.  L.  Jarchy, 
La  Medecine  superstitieuse  en  Russie.  —  Le  Portrait  de  la 
Maitresse.  III.  J.  Tiersot,  Version  du  Morvan.  IV.  M°" 
Destriche,  Version  de  la  Sarthe.  —  Ch.  Hercouet, 
Superstitions  de  Quillimane  (Mozambique).  —  P.  Sebillot, 
Superstitions  de  civilises  II.  —  L.  Sichler,  Moeurs  et 
coutumes  de  mariage  en  Russie  (suite).  —  P.  M.  Lavenot, 
Devinettes  de  la  Basse-Bretagne.  Pays  de  Vannes.  —  L. 
Bonnemere,  Les  superstitions  du  canton  de  Gennes 
(Maine-et-Loire).  —  L.  Pineau,  Les  Danseurs  maudits. 
III.  Legende  du  Poitou.  —  P.  Sebillot,  Pensees  sur  les 
Traditions  populaires  extraites  de  divers  auteurs.  —  A. 
Certeux,  Les  calendriers  des  illettres.  V.  Un  calendrier 
du  VI'  siecle.  VI.  Calendrier  horloge  du  XV  siecle.  — 
A.  Harou,  Pitje  de  Dood  (Pierre  la  Mort)  conte  flamand. 
—  Ders.,  Pourquoi  Polichinelle  a  deux  bosses,  legende 
liegeoise.    —   Le  Lac  des  Fees.  —  R.  B.,   Saint-Blaise  IV. 


Germania  XXXV,  3:  Oscar  Böhme,  Die  Uebereinstim- 
mungen  zwischen  dem  Wigaloistexte  und  den  Lesarten  der 
Handschriftengruppe  Bb  in  Hartmanns  Iwein.  —  Karl  Bo- 
rinski,  Zur  Warnung.  —  F.  Grimme,  Die  Schweizer 
Minnesänger.  1.  Ulrich  von  Singenberg.  2.  Der  Taler.  3. 
Pfeffel.  4.  V.  AVengen.  5.  Heinrich  v.  Strettlingen.  6.  Hein- 
rich V.  Frauenberg.  7.  Heinrich  v.  Sax.  8.  Gast.  9.  Heinrich 
von  Tettingen.  10.  zera  Turne.  11.  Steinmar.  12.  Der  von 
Gliers.  13.  Conrad  der  Schenk  von  Landegg.  14.  Jacob  von 
Warte.  15.  Der  von  Buwenburg.  16.  Der  von  Trostberg. 
17.  Job.  V.  Rinkenberg.  18.  Albrecht  Marschall  v.  Raprechts- 
wyl.  19.  Rost,  Kirchher  zur  Sarnen.  —  FedorBech,  Lese- 
früchte (Schluss).  —  O.  Glöde.  Noch  einmal  zur  Tristan- 
sage. —  Felix  Liebrecht,  Zur  Volkskunde  (Schluss).  — 
Gustav  Ehrismann,  Bibliographische  Uebersicht  der  Er- 
scheinungen auf  dem  Gebiete  der  germ.  Philologie  i.  J.  1886. 

Zs.  f.  den  deutschen  Unterricht  IV,  G:  Ludw.  Fränkel, 
Bibliographische  Glossen  zur  Klopstockbiographie.  —  Ernst 
Groth,  Der  deutsche  Unterricht  auf  den  Staatsgymnasien 
Frankreichs.  —  Paul  Schumann,   Schlechtes  Deutsch.  2. 

—  Ed.  Niemeyer,  „Ein  Kuss  nahm  das  letzte  Leben  von 
der  Lippe".  —  Otto  Stiller,  Der  literaturgeschichtliche 
Unterricht  an  unseren  höheren  Mädchenschulen.  —  Karl 
F  rank  e  ,  Luthers  Streitschriften.  —  Rud.  D  i  e  t  r  ich  ,  Der 
deutsche  Unterricht  in  der  pädagogischen  Presse  des  Jahres 
1889.  —  Fr.  Polle,  Verblüffende  Wörter  im  Deutschen.  — 
Rud.  Hildebrand,  Wie  die  Sprache  altes  Leben  fort- 
führt. 2.  —  Otto  Lyon,  Ein  Wort  zu  meiner  in  Wychgrams 
Sammlung  erscheinenden  Auswahl  deutscher  Gedichte.  — 
Jul.  Sahr,  Die  ältere  deutsche  Literatur  in  der  Schule.  2. 

—  Koppin,  Zur  Berichtigung  und  Abwehr.  —  L.  Vier- 
eck, Erwiderung.  —  Sprechzimmer.  —  Kleine  Mittheilungen. 

Jahrbuch  des  Vereins  f.  niederdeutsche  Sprachforschnng 
XV  (Jahrg.  1889):  Edw.  Schröder,  Die  Ebstorfer  Lieder- 
handschrift. —  K.  E.  H.  Kr ause,  Niederdeutsche  Hand- 
schriften ;  mndl.  Bruchstücke ;  zitelöse.  —  Ed.  Damköhler, 
diele,  clile,  diile.  —  0.  Knoop,  Plattdeutsche  Sprichwörter 
und  Redensarten  aus  Hinterpommern.  —  H.  Jellinghaus, 
Der  Heiland  und  die  niederländischen  Volksdialekte.  (Der 
Hei.  soll  in  den  Niederlanden  entstanden  sein;  die  sprach- 
lichen Darlegungen  des  Verf.'s  zeugen  theilweise  von  starker 
Unwissenheit.)  —  W.  Ribbeck,  Ein  Liebesbrief  aus  dem 
16.  Jh.  —  K.  Breul,  Zu  Pseudo-Gerhard  von  Minden.  — 
Ed.  Damköhler,  Zum  Sündeufall.  —  R.  Sprenger, 
Zu  Johann  Laurembergs  Scherzgedichten;   zum   Düdeschen 


31 


1891.     Liloruturblntt  für  st'fm»niaoho  und  ronianiBilie  Pliilolosic.     Nr.  I. 


32 


Sililijnior.  —  t».  lircmer,  Zcujfiiisso  für  die  friiliorc  Vcr- 
lirciiuns  der  nordfrics.  Spraclie;  l'elwuriin'r  Xordfriesisch.  — 
.1.  II.  Oallee,  Mnd.  Arzneibuch.  —  K.  E.  H.  Krause, 
Norli  einmal  das  Hundekorn.  —  R.  Moseu,  Karl  Strackcr- 
jalin. 
Noord  en  Zuid  XIH,  -4:  Wolf^jnnu  *'"n  der  Meij,  De 
kuiist  viin  lizen.  —  S.  li  u  i  s  ni  a  n  ,  Ovcr  Poot  en  zijne  gc- 
dioliton.  —  Tnco  11.  de  beer,  De  Studie  van  de  Ocscliie- 
dinis  der  fjctterkunde.  —  C.  II.  den  Her t off,  Dil  de  leer 
van  den  zin.  Lijdeml,  nieewerkend  en  ourzakeli.jk  voorwerp. 

—  H.  \V.  J.  A.  Seliook,  De  Modaliteit  der  «edaeliten  en 
de  iniddclcn  om  die  uit  tc  drukken.  —  XIII,  5:  Dr.  A. 
Kluyver,  Tweeerlei  Studie.  —  II.  Italic,  Icts  ovcr  de 
fabel.  —  C.  H.  clen  Hertog,  Uit  de  leer  van  den  zin. 
liijwoordelijke  bc|)alingen.  —  C.  G.  Kakebeen,  Zelf- 
standig  en  bijwoordclijk,  mct  Naschrift  van  C  II.  <!.  II.  — 
('.  II.  ilen  Hertog,  Nauwkeurig  lezcn.  Uit  De  Zusters  en 
Hlauwbcs  van  Potgieter  en  Staringg  Aan  de  stad  Parijs.  — 
Schril'telijke  opgaven  bij  bet  exameu  M.  0.  in  Ned.  Taal 
en  Wetterkunde.  —  Scliriftelijke  taalopgaven  bij  de  exanienä 
voor  de  akte  van  onderwijzer(cs).  —  S^ersclieidenlieden :  S. 
B  u  i  Si  ni  a  n  ,  Ilet  getal  des  werkwoords  na  cen  verzamel- 
woord.  —  „Benijd  uw  zoon  den  beniel  niet''.  —  De  telegraaf 
al.s  taalbedcrver.  —  Tenzij.  —  Boekaankondiging:  J.  L.  Ph. 
Duyser.  Overziclit  vnn  de  Gesehicdenis  der  Nederlandscbe 
Lctterkunde  en  van  bare  lioofdvormen  in  Proza  en  Poi-zie. 

—  Bloemlezing  uit  Nederlandscbe  Prozascbrijvers.  —  Jan 
te  Winkel,  üvorzicbt  der  Nederlamlscbe  Letterkunde.  — 
Frans  Willems,  Voornaaniwoorden  en  Zelfstandig  gebruikte 
Hijvoegli.jke  woordcn.  —  Dr.  G.  Pcnon,  ßlocmlezing  uit 
Middelnederlandscbe  dicbters.  IV.  Woordcnlijst. 


Romanische  Forschungen  IV,  2:  Herlct,  Studien  über 
die  sog.  Vznpets  (LyoMcr  Y.,  Y.  I  und  Y.  II).  ^  Dann- 
bcisse  r.  Zum  Scblusskapitel  von  A.  Eberts  ^Entwieklungs- 
gescbiclite  der  frz.  Tragödie".  —  Sarrazin,  Zur  Geo- 
graphie und  Geschichte  der  Tristansage. 

Zs.  f.  franz.  Sprache  d.  Literatur  X.II,  5  u.  7:  F.  Ten- 
dering,  Lehrplan  für  den  franz.  Unterrieht  am  Gymnasium. 

—  Ä.  II  aase,  Synt.  Notizen  zu  Jean  Calvin.  —  H.  Zim- 
mer, Breton.  Elemente  in  der  Arthursage  des  Gottfried 
von  Monmouth.  —  E.  Stengel,  Plan  einer  Geschichte  der 
franz.  Grammatik  bes.  in  Deutschland  (mit  Beschreibung 
der  Institutiü  Pilots).  —  R.  Mahrenholtz,  Fz.  Grillparzer 
über  die  franz.   Literatur. 

Revue  de  philoloigie  fran^raise  et  provenrale  IV,  3 : 
Quelques  mudifieations  orthographiqius  ailopt''e3  par  la 
revue.  —  L.  Cledat,  L'ortliographe  franenise.  —  L.  C, 
Correction :  le  vers  127  du  Pelerinagc  de  Charleniagne.  — 
IL  Chapuis,  Kecit  en  patois  de  Crans  (Jura),  suite.  — 
P.  Mareliot,  Le  Patois  de  Saint-Hubcrt  (Lu.xeinbourg, 
Beige).  Phonetique  et  vocabulaire.  —  E.  Phi  lipon,  Coq- 
ä-räne  de  1.>9-1  en  patois  lyonnais.  —  Ch.  Lebaigue, 
Feminins  et  pluriels  anomaua.  —  J.  G  u  e  r  i  n  ,  Textes  en 
patois  <le  l'ile  d'EUe  (Vend^e).  —  Puitspolu,  Lyonnais 
uhliKjer,  hielte.  —  Ferrand,  Ternies  du  patois  de  Jons 
(Iserc). 

Franco-Gallia  VII,  12:  Kressner,  Franz.  Ililfsbücher.  — 
Be.nprecdiungen :  Scliiifer,  Kleine  franz.  Schulgranimatik 
für  die  Oberstufen.  —  Arnaud,  Petit  diotionniiire  des 
verbes  irreguliers,  defcctifs  et  difficilcs.  —  The  teaching 
und  learning  of  foreign  lungungcs. 

Giornale  storico  della  letteratnra  italiana  XVI,  1.  2 
(41).  47):  l'r.  K  1  a  m  i  n  i ,  Leonardo  di  Piero  Dati  poota 
latino  del  .sec.  XV.  ^  li.  Koehler,  Illustrazioni  coniparn- 
tivo  ad  alcuno  novelle  di  Giuv.  Sereanibi.  V.  De  Superbia 
et  panco  bene  (Triv.,  Nr.  38);  VI.  De  nialvagitate  ypocriti 
(Triv.,  Nr.  !I3).  —  Luzio-Renier,  I  Filelfo  o  1' unianismo 
alla  Corte  dei  Oonzaga.  —  G.  Rua,  Intorno  alle  „Piacevoli 
Notti"  rlello  Straparola  (Schluss).  —  G.  Zannoni,  Notizie 
di  Jncopu  Filippo  Pellenegra. 

Literar.  Centralblatt  öO:  Keller,  Altspan.  Lesebuch  mit 
Grammatik  und  Glossar.  —  Eddalieder.  Hrsg.  von  Jönsson. 

—  v.  Eyb,  Deutsche  Schriften.  —  51:  Bulle,  Dantes  Beatrice 
im  Leben  und  in  der  Dichtung.  —  Venus-Gärtlein  hrsg. 
von  v.   Waldberg.  —  Reuter.  Lustspiele.   Hrsg.  v.  Ellingcr. 

—  'y2:  üauticr  d'Arrus,  Eracle  p.  p.  Lüseth.  —  1:  Meyer, 
Etyni.  Wörterbuch  des  Albanesisclien.  —  Wiese,  Eine  alt- 
lonib.    Margarcthenlcgende.   —   Wolf,   Kleine  Schriften.  — 


Rnjna,  Le  corii  d'aniore.  —  Ohle,  Shakespeares  Cymbelinc. 

—  Deutsche  Litcraturdenkraale  etc.  hrsg.  von  Seuifert. 
Deutsche  Literaturzeituns   4'J:   Huemer,  Haureau,   Des 

poemes  latins  attribues  ä  Saint  Bernard.  —  50:  Hart- 
mann, Bradke,  Ueber  die  arische  .Xlterthumswissensehaft ; 
Beitrüge  zur  Kenntniss  der  vorh.  Entwicklung  unseres  Sprach- 
stammes ;  Ueber  Methode  uml  Ergebnisse  der  arischen 
Älterthumswissenschaft.  —  E.  Schmidt,  Albrecht,  Leasings 
Plagiate.  —  W.  Meyer-Lübke,  Wiese,  Eine  altlomb. 
Margarethenlegcnde.  —  51:  Bczzenberger,  Webster, 
Zur  Gutturalfrage  im  Gutischen.  —  Holte,  Kalff,  Geschie- 
denis  der  nederlandscbe  Letterkunde  in  de  IG'"  eeuw. 

Göttinsische  gelehrte  Anzeigen  23:  Bradke,  Schrader, 
Sprachvergleichung  und  Urgeschichte. 

Centralblatt  f.  Bibliothekswesen  III,  11:  C.  Flaischlen, 
Lord  Byron  in  Deutsclilaml.  —  G.  Meyer,  Cardinal  Oa- 
rampis  literarische  Reise  durch  Deutschland  17G1  — 1763.  — 
12:  Torrent,  Catalonische  Manuscriptc  in  der  Bibliothek 
von  Tarragona.  —  H.  Hayn,  Die  deutsche  Räthselliteratur. 
Versuch  einer  bibliographischen  Uebersicht  bis  zur  Neuzeit. 
Nebst  einem  Verzeicbniss  deutscher  Loos-,  Tranchir-  und 
Complinientirbücher. 

Neue  Jahrbücher  f.  Philologie  u.  Pädagogik  142,  10: 
Bettingen,  Die  Tliemnta  zu  den  deutschen  Aufsätzen  in 
den  oberen  Klassen  höherer  Lehranstalten.  —  Bertling, 
Ueberredet  Emilia  Galotti  ihren  Vater  durch  W^ahrheit  oder 
durch  Unwahrheit. 

Zs.  f.  die  österr.  Gymnasien  11:  Heinzel,  Hcnzen,  Ueber 
die  Träume  in  der  altnordischen  Sngaliteratur.  —  Ha  uf  f  e  n  , 
Basch,  Scherer  et  la  pliilologie  alleniande. 

Anzeiger  f.  schweizerische  Geschichte  6:  P.  Schweizer, 
Beitrag  zur  Kritik  und  Ergänzung  der  Grimmschen  Weis- 
thümer. 

Berichte  des  freien  Hochstifts  zu  Frankfurt  a.  M.  N.  F. 
VII,  1:  (i.  Locella,  (ioetlie  und  Italien.  —  II.  Junker, 
Ueber  die  Bildnisse  von  J.  J.  v.  Willemer  und  Marianne 
v.  Willemer.  —  H.  Büttner,  Roman  de  Renart  und  Rein- 
hart Fuchs. 

Das  Ausland  46  u.  47:  L.  Wilscr,  Anthropologie  und 
Geschichte. 

Die  Nation  7:  C.  Abel,  Ding  und  W^ort.  —  8:  Jul.  Elias, 
Konrail  Hofmann. 

Preussische  Jahrbücher  0 :  K.  K  o  c  h  e  n  d  5  r  f  f  e  r ,  Goethes 
Glaubwürdigkeit  in  Dichtung  und  Wahrheit.  —  M.  Beb  eim- 
So  h  \v  a  r  z  b  a  c  h  ,  Homer  in  der  deutschen  Literatur. 

Deutsche  Revue  Nov.:  Karl  Tb.  Gaedertz,  Ungedruckte 
Briefe  von  und  an  K.  L.  von  Knebel. 

Die  Grenzboten  47:  Karl  Koch,  Die  natürliche  Spracli- 
entwicklung  und  unsere  heutige  Gemeinsprache.  —  50:  A. 
K  o  1 1  ni  a  n  n  ,  Pui)pcnspiele. 

Frankfurter  Zeitung  289:   C.  Beyer,    Friedrich  Rückert. 

—  294:  J.  Sarrazin,  Alphonse  de  Lamartine.  —  303  u. 
304:  Georg  Uran  des,  Anastasius  Grün,  Herwegh,  Dingel- 
stedt  und  Ludwig  Feuerbach.  —  324:  Ludw.  Geiger, 
Ein  Wolfenbüttelcr  Genosse  Lessings. 

Wissenschaftl.  Beilage  der  Leipziger  Zeitung  185:  K. 
W.  G  ei  ssler,  Schillers  draniatiselie  Entwürfe.  —  140: 
G.  Port  ig,  Die  Träger  des  Christentbums  in  Lessings 
„Nathan  der  Weise". 

Beilage  zur  AUg.  Zeitung  261:  Re  inhardstö  t  tner , 
Jean  de  Mairet,  Silvanire,  hrsg.  von  R.  Otto.  —  280:  L. 
Geiger,  Clemens  Brentano  und  Beethoven.  —  281—286: 
Scartazzini,  Aus  der  neuesten  Danteliteratur. 

The  Academy  967:  Tyler,  The  Henry  Irving  Shakspcre. 
Sommer,  Proposed  Emendations  in  Harl.  .Ms.  22."i2.  — 
Wedgwood,  ,Co';kney".  —  968:  Skeat,  The  Order  of 
Letters  in  tlie  Runic.  —  May  he  w,  „Oross"  and  .Crosier". 

—  Johnson.  Bacon's  Essays.  —  Sayce,  Brugmann's 
Coniparative  Indo-European  Graminar. 

The  Athenaeum  3289:  Dr.  A.  J.  Ellis. 

Nordisk  tid.skrift  für  vctenskap.  konst  och  indnstri 
1890,    H.  6,    S.  .")01 — 514:    Fintuir   Jönsson,    Völuspä.     S. 

Dania.  Tidsskrift  for  folkemäl  og  folkeminder  udgivet  for 
universitets-jubilajets  danske  s'anifiind  af  Otto  Jespersen  og 
Kristotfer  Nyrop.  Kobeiihavn,  Lybecker  &  Meyer.  I,  1  : 
Kr.  Nyrop^  Kludetra)et.  —  Otto  Jespersen,  Danias 
Lydskrift.  —  Sniäting  og  Forespörgsler  :  Kr.  N.,  Fostbroder- 
skab.  —  Kr.  N.,  Ilestcsko.  —  Jsp.,  Mou. 

Revue  critique  4fi :  Camus,  Les  niss.  franj.  de  la  bibliotheque 
d'Esto.  —  La  Bruyere  p.  p.  Servois  et  Rebolliau.  — _  47: 
Timmcrmans,   Traite   de  ronomatopee.    —    Waag,   Püemes 


33 


1891.     Literaturbliitt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  1. 


34 


alleniands.  —  Gebliart,  L'Italie  mystique.  —  48:  Nerrlich, 
Jean  Paul.  —  Brnitiiiaier,  Histoire  de  la  critiquo  allemande. 

—  Du  Puitspelu,  Dictionnaire  du  patois  lyoiinais.  —  49: 
Jelliiii'k,  Heio  et  Leandre.  —  Gaste,  La  jeunesse  du  Malhcrbe. 

—  Robert,  La  poetique  de  Racine.  —  50 :  Süpfle,  Histoire 
dos  iiitiuences  de  rAIIemagne  sur  la  Kraiice  II.  —  Litz- 
niann,  Schröder.  —  51:  Bayle,  Correspondance  p.  p.  Gigas. 

—  Lentzner,  Bacon  et  Shakespeare.  —  J.  Bertrand,  Pascal. 

—  H.  Cordier,   Stendhal  et  ses  amis.    —    Parigot,    Äugier. 
Kev.  pol.  et  litt.  20:   F.-A.  Aulard,  Madame  Ackermann. 

(Lesenswerthe  Charakteristik  der  freidenkerischen  U.Sprachen- 
kundigen  Verfasserin  der  Contes  en  vers,  der  Premieres 
pocsies  und  der  Poesies  philosophiques,  der  Gattin  des  den 
Kunianisten  bekannten  Paul  Ackermann,  die  ihr  Leben  in 
Kürze  selbst  erzählt  hat.  Geb.  1813,  t  1885.)  —  R.  Yal- 
lery-Radot,  Quelques  mots  de  la  langue  courante.  (Im 
Anschluss  an  die  Einleitung  des  Würterbuchs  von  Darme- 
steter  und  Hatzfeld  und  an  Littres  Etudes  et  glanures  han- 
delt der  A'erfasser  von  dem  Missbrauch  hochtünender  Be- 
zeichnungen für  ganz  alltägliche,  geringfügige  Dinge.)  — 
Die  Chronique  theätrale  beschäftigt  sich  mit  der  im  Odeon 
aufgeführten  Bearbeitung  von  Romeo  und  Julie  durch  Le- 
fevre.  —  21:    Im  Courr.  litt.:   Port-Tarascon  p.  A.  Daudet. 

—  22:  E.  Rod,  Les  idees  morales  du  temps  present. 
Schopenhauer.  —  P.  Gauthiez,  Apropos  de  Flaubert. — 
Im  Courr.  litt.  u.  a.  der  neueste  Band  Gedichte  (Paroles 
sinceres)  von  F.  Coppee.  —  23:  Ernest  Tissot  (nicht  zu 
verwechseln  mit  Victor  T.),  La  vie  d'etudiant  en  AUemagne. 
(Handelt  nur  vom  Leben  in  den  Verbindungen,  nicht  immer 
mit  vollem  Verständniss,  aber  ohne  die  Gehässigkeit,  die 
manche  Franzosen  für  ihre  Pflicht  halten.)  —  Rene  Dou- 
m  i  e ,  Le  theätre  d'hier  et  le  theätre  de  demain.  —  J. 
Dar  mostete  r,  Parysatis  et  le  roman  historique.  (Aus 
Anlass  des  im  alten  Persien  spielenden  Romans  Parysatis 
von  Frau  Jane  Dieulafoy.) 

Journal  des  Savants  Oot.:  G.  Paris,  Dictionnaire  general 

de  la  langue  frang. 
Revne   des   denx   mondes    15.    Nov.:    Texte,    Le    mysti- 

cisme  litteraire.  S.  T.  Coleridge.  —  Müntz,    Une  cour  de 

la  Haute-Italie  ä  la  fin  du  XV"  siecle.  Ludovic  de  More  et 

Leonard  de  Vinci. 
Annales    de    l'Ecole    libre    des     sciences     politiques 

1890,  15.  Oct. :  Capperon,  Lamartine  parlementaire. 
Revne    de   ßelgique    15.    Nov.:    Duchesne,    La    Societe 

liegeoise   de   litterature   wallone   et   son  oeuvre.    —   In  den 

, Essais  et  Notices":    Defrecheux,   Vocabulaire  de  noms 

wallous  d'animaux.  2^  ed. 
Nnova  Antologia  Anno  XXV.   3.  serie,   30,  23:   A.  Graf, 

Una  sorgente  di  pessimismo  nel  Leopardi. 
Atti  e  memorie  della  societä  storica  savonese  vol.  II: 

G.  Chiabrera,    Lottere    e   poesie  inedite  o  rare,    a  cura 

di  O.  Varaldo.   36  S. 


Neu  erschienene  Bücher. 

Brugmann,  Karl,  Grundriss  der  vergleichenden  Grammatik 
der  igm.  Sprachen.  Bd.  II,  2.  Hälfte,  erste  Lieferung:  Zalil- 
wortbildung.  Casusbildung  der  Nomina.  Pronomina.  Strass- 
burg,  Trübner.  S.  463-846. 

Gott  lieb,  H.,  Ueber  mittelalterliche  Bibliotheken.  Leipzig, 
Harrassowitz.  520  S.  8  (vgl.  Allg.  Zeitg.  Beil.  Nr.  273  >. 

Krumbacher,  K.,  Geschichte  der  byzantinischen  Literatur 
von  Justinian  bis  zum  Ende  des  oströmischen  Reiches.  527 — 
1453.  München,  Beck.  Handb.  der  klass.  Alterthumswissen- 
schaft  IX,  1.  495  S.  S.  [Erste  Gesammtdarstellung  des  Ge- 
bietes. Tretl'liehes  Werk.  Enthält,  besonders  in  der  3.  Ab- 
theilung ,Vulgärgriech.  Literatur'"  vieles  den  Romanisten 
und  Germanisten  angehendes]. 

Sammlung  v.  Compendien  für  das  Studium  u.  die  Praxis. 
I.  Serie  3:  Grundriss  der  Geschichte  der  römischen  Literatur 
von  M.  Zoeller.  Münster,  Heinrich  Schöningh.  XII,  342  S. 
gr.  8.     M.  3,60. 

Welsch  in  ger,  H.,  Jeanne  d'Aro  dans  l'histoire  et  dans  la 
poesie.  In-8,  32  pages.  Amiens,  imprim.  Delattre-Lenoel. 
Extrait  de  la  Revue  de  la  Societe  des  etudes  historiques 
(annee  1890J.  

Albrecht,    P,  Lessings  Plagiate.  I.  Bd.   1.  Heft.   1.  Hälfte. 

Hamburg,  Selbstverlag  des  Verf.  S.  143—222.     M.  1. 
Bääth,  A.  U.,  Nordiskt  forntidslif.  Stockholm,  Fahlcrantz  & 

Co.  IV,  241  S.  8.     Kr.  3,25.    S. 


Brenner,  Oskar,  Mundarten  n.  Schriftsprache  in  Baiern. 
Bamberg,  Buchner.  85  S.  8.  mit  Karte.  M.  1.  40  (Bayrische 
Bibliothek  Bd.   18). 

F  r  0  i  t  z  h  e  i  m  ,  J.,  Lenz  und  Goethe.  Mit  ungedrukten  Briefen 
von  Lenz,  Herder,  Lavater,  Köderer,  Luise  König.  .Stutt- 
gart, Deutsche  Verlagsanstalt.  Vlll,  132  S.  8.     .M.  2,50. 

Fulda,  Albert,  Die  Kiffliäusersage,  hrsg.  von  J.  Schmidt  u. 
J    Gnau.  Sangershausen,  Franke,  50  S.     M.   1,25. 

Funck,  H.,  J.  K.  Lavater  und  der  Markgraf  Karl  Friedrich 
von  Baden.  Freiburg  i.  Br.,  Mohr.  VII,  5S  S.     M.   1. 

Goethes  Werke,  Weimarer  Ausgabe:  Bd.  3:  Gedichte, 
3.  Theil.  —  Bd.  43  u.  44:  Benvenuto  Cellini.  -  2.  Ab- 
theilung Bd.  2:  Zur  Farbenlehre,  polemischer  Theil. 

Goethe.  Zur  Nacligeschichte  der  italienischen  Reise.  Goethes 
Briefwechsel  mit  Freunden  und  Kuustgenossen  in  Italien 
1788—1790.  Hrsg.  v.  Otto  Harnack.  Mit  vier  Lichtdrucken. 
Weimar,  Verlag  der  Goethe- Gesellschaft.  XI,  259  S.  8. 
Schriften  der  Goethe-Ciesellschaft  Bd.  5. 

Grimm,  Jacob,  Deutsche  Grammatik.  Dritter  Theil,  neuer 
vermehrter  .Abdruck,  zweite  Hälfte  (Titel,  Vorwort  u.  Bogen 
25  bis  Schluss).  Besorgt  durch  Gustav  Roethe  u.  Edward 
Sciiröder.  Gütersloh,  Bertelsmann. 

Grisebach,  E.,  Das  Goethe'sche  Zeitalter  der  deutschen 
Dichtung.  Mit  ungedruckten  Briefen  Wilh.  Heinse's  und 
Clemens  Brentano's.  Leipz.,  Engelmann.  V,  197  S.  8.    M.  3,.50. 

Haselmaver,  J.  E. ,  Ueber  Ortsnamenkunde.  Würzburg, 
Kellner.  LVI  S.  gr.  8.     M.  0,60. 

Ho  ff  mann  von  F  alle  rsl  eben.  Gesammelte  Werke,  Bd.  I: 
Lyrische  Gediclite.  Hrsg.  v.  Heinrich  Gersteuberger.  Berlin, 
Fontane.  XIX,  406  S.  8.     M.  5.  (Vollständig  in  8  Bänden). 

Karlsso  n,  K.  H.,  Den  svenske  konungens  domsrätt  och  for- 
merna  för  dess  utüfning  under  medeltiden.  I.  Akademisk 
afhandling.  Stockholm ,  Isaac  Marcus  Bocktr.-Aktiebolag. 
III,  105  S.  8.    Kr.  7.     S. 

Keil,  R.,  Ein  Goethe -Strauss.  Jugend- Gedichte  Goethes 
nach  der  Handschrift  des  Dichters  von  1788,  biographisch 
erläutert.  Stuttgart,  deutsche  Verlagsanstalt.  VIII,  196  S. 
8.     M.  5. 

Lenz,  J.  M.  R.,  Gedichte.  Mit  Benutzung  des  Nachlasses 
W.  von  Maltzalins  hrsg.  von  K.  Weinhold.  Berlin,  Besser. 
XXII,  328  S.  8.     M.  6. 

Ljunggren,  G.,  Svenska  vitterhetens  häfder  efter  Gustaf  III: 
s  död.  IV,  4.  Lund,  C.  W.  K.  Gleerup.  S.  485-652,  VI  S. 
8.     Kr.  2.     S. 

L  o  e  c  k ,  Georg,  Die  Homiliensammlung  des  Paulus  Diakonus 
die  unmittelbare  Vorlage  des  Otfriedisehen  Evangelienbuchs. 
Kieler  Dissertation.  47  S.  8. 

Maschka,  Glosse  virgiliane  in  alto  tedeseo  antico  Rovereto, 
tip.  Roveretana.  20  S.  8. 

Seh  er  er,  W.,  Deutsche  Studien  I  u.  II.  (Sonderdr.)  2.  Aufl. 
Leipzig,  Freytag.  III,  129  S.  8.     M.  3. 

Schiller.  Guglielmo  TeU  di  F.  Schiller  preceduto  da  uno 
studio  suUa  vita  e  suUe  opere  deU'  autore  dal  prof.  Giacomo 
Schwarz.  Genua. 

Svenska  Akademiens  Handlingar  ifran  är  1886.  IV. 
Stockholm,  Norstedt  &  Söner.  —  S.  115—368:  Th.  Wisen, 
Minnesteckning  öfver  Carl  Johan  Schlyter.     S. 

Svenskt  D  i  p  1  om  at  arium  l'rän  och  med  är  r401,  utgifvet 
af  Riksarkivet  geuom  Carl  Silfverstolpe.  III,  5.  Stockholm, 
KongL  Boktryckeriet.  S.  397-528.  4.     Kr.  3.     S. 

T  i  b  u  s  ,  A. ,  Beiträge  zur  Namenkünde  westfälischer  Orte. 
Münster  i.  W.,  Regensberg.  124  S.  8.     M.  2,40. 


Artliour  and  Merlin.  Nach  der  Auchinleck-Hs. ;  nebst 
zwei  Beilagen.  Hrsg.  v.  E.  Kölbing.  Leipzig,  Reisland.  Alt- 
engl.  Bibl.  IV.  CLXXXIX,  503  S.  8.     M.  14. 

B  a  r  n  e  1 1 ,  Notes  on  Shakespeare's  Play  of  King  iohn.  Lon- 
don, Bell  &  S. 

Chatterton,  Thomas,  The  Poetical  Works  of.  With  an 
Essay  on  the  Rowley  Poems  by  Rev.  Walter  W.  Skeat,  and 
a  Memoir  by  Edward  Bell.  New  ed.  (Aldine  Edit.  of  the 
British  Poets).  2  vols.  12°.  London,  Bell  and  Sons. 

Dürnhöfer.  Max,  Shakspeare's  „Venus  u.  Adonis"  im  Ver- 
hältniss  zu  Ovids  Metamorphosen  u.  Constable's  Schäferge- 
sang. 47  S.  8.     Hallenser  Dissertation. 

Jahrbuch  der  deutschen  Shakespeare-Gesellschaft.  Im  Auf- 
trage des  Vorstandes  hrsg.  durch  F.  A.  Leo.  24.  Jahrg.  mit 
dem  Porträt  v.  Nicol.  Delius  u.  dem  Testamente  Shake- 
speares in  Photo-Lith.  III,  404  S.  —  25.  Jahrg.  Mit  zwei 
zinkograph.  Facsimiles  III,  325  S.  Weimar,  Huschke  in 
Comm.  gr.  8.     ä  M.  12. 


35 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanisobe  Philologie.    Nr. 


36 


Jentsch.  Fr.,  Die  me.  Romanze  Richard  Coeur  de  Lion  und 
ihre  Quellen.  I.  Breslauer  Dissertation.  Leipzig.  O.  R.  Reis- 

laiid.  38  S.  8. 
Libeaus  Desconus.  Die  nie.  Rumanzo  Toni  schönen  llnbe- 

knnnd  n   hrs?.  v.  Max    Kaluza.    Leipzig,    Reisland.    Altenjil. 

Bibl.  V.  CLXVl,  227  S.  .>*.     M.  in. 
Longmans"    Handbook   of  English   Litorature.    By   R. '  Mc. 

William.  From  a.  d.  673  to  the  Prcsent  Time.  604  p.  gr.  8. 

Longmans.     4/6. 

Needlcr,  G.  H.,  Richard  Coeur  de  Lion  in  literature.  Leipz., 

Fock.  76  S.  gr.  8.     M.  2. 
Saintsbury,  George,  Essays  on  English  Literature,  1780— 

1860.  480  p.  gr.  b.  Perciväl.     7,6. 
Shakespeare  Reprints.    II     Hamlet.  Parallel  Texts   of  the 

first  and  second  (juartos  and  the  first  folio.  Ed.  bv  \Y.  Vietor. 

Marburg.  Elwert.  IL  319  S.  8. 
shak es pearc's  Plays.  Edited  by  Prof.  Henry  Morley.  Com- 

plete  in  13  vols,  in  case.  Cassel.     21/ 
Shakespeare.  Plays:  Eiiig  John.  Edited  by  O.  Elton.  King 

Henry  the  Fifth.  Edited  by  A.  D.  Innes.  (The  Fulcon  Edition). 

18.  Longmans.     1,6. 
.  The  Merchant  of  Venice.  With  Introduction  and  Notes 

by  K.  Deighton.  Mncmillau.     16. 
,  Edited   by  Charles  Knight.  (Red-line  Library  Edition). 

In  six  Tols.  Vol.  1.  gr.  8.  Routlcdge.     3' 
Webster's  International  Dictiouary  of  the  English  Lauguage. 

Under  the  Supervision  of  Xoah  Porter.  Rcvised  and  Enlarged, 

ond  Reset  in  New  Type  from  begiuning  to  end.  In  12  Mouthly 

Parts.  London,  Bell  and  Sons.     2,6. 


Araujo,  F.,   Gramatica  francesa.    2""'  ed.    T.  I.    Madrid,  F. 

Fe.  XIL  296  p.  gr.  8. 
Barbi,    II.,    Dello   fortuna   di  Dante  nel  secolo  XVI.    Pisa, 

Nistri.   (s.  N.  Antol.  16.  Sept.) 
Baudouin.  Alph.,  Glossaire  du  patois  de  la  Foret  de  Clair- 

vaui.  Troyes,  Lacroix. 
Bayle,    Pierre,    Choix   de  la  correspondance  inedite  1670 — 

1706.    Public   d'apres    les   originaux    conserves   ä  la  biblio- 

theque   royale    de  Copenhague  par  E.  Gigas.    Copenbague, 

Gad.  Paris',  Firmin-Didot.  XXIX,  731  p.  8. 
Bert  hier,    Gioacbino,    II   senso  dell' Allegoria  Dantesca  se- 

condo    la  Scolastica.   2.  edizione.    Freiburg  (Schweiz),   Uni- 

Tersitätsbuchhandlung.     M.  1. 
Ganzen  i    antiche   del    popolo  italiano  riprodotte  sccondo  le 

vecchie  stampe  a  cura  di  M.  Mengbini.  Vol.  I,  1  —  3.  Roma. 

(s.  N.  Antol.  16.  Sept.) 
Chassant,  A.,    Paleographie   des  chartes  et  des  mauuscrits 

du  XI'  au  XVII'  siede.  Paris,  Jules  Martin,     fr  6. 
—  — ,     Dictionnaire     des    abreviatlons    latines    et    fran^aises 

usitees   dans   les   iuscriptions   lapidaires   et  nidtalliques,  les 

manuscrits  et  les  chartes  du  moyen-äge.  Cinquieme  edition. 

Petit  in-8.  Paris,  Jules  Martin,   "fr.  6. 
Cristofori,  G.,   Giovanni  Cotta  uraanista  (Zeitgenosse  von 

Sannazaro).  Sassari,  Afuni.  (s.  N.  Antol.  1.  Sept.) 
Dufour,   L,   Les  ascendants  de  J.-J.  Rousseau.  (Sonderdr.) 

Basel,  H.  Georg.  30  S.  8.     M.  1. 
Edgren,    Hjalmar,   French  Grammar.    Boston,  Heath  &  Co. 

XIV,  LXVL  293  S.   12. 
Fiammazzo.    A.,    Di    un    framniento    toscano    della    Divina 

Comniedia.  Venezia,  Olschki.  21  p.  4.  (.\u8  L' Alighieri  II.) 
Filomusi    Guelfi,    Lor.,    Ancora    della    pietä    di  Dante  a 

proposito  di  Geri  Del  Belle.  Venezia,  Olschki.  3  p.  4.  (Aus 

Alighieri  IL) 
,    Le  Paroffie    del   cielo   (Dante.  Paradiso  XXVIII,  84). 

Verona,   Don.  Tedeschi.    12  p.   16.    (Aus  Bibl.    delle  scuole 

ital.  Tol.  in,  3.) 
Gabotto,   F.,   II  Porcellio    a    Milano:  un  episodio  di  storia 

letteraria    del    quattrocento.    Verona,    Tedeschi.    15  p.    16. 

(Aus  Bibl.  delle  scuole  ital.  III,  3.) 
Gaspary,    Ad.,    Storia    della   letteratura   italiana,    trad.    da 

Viit.   Rossi,   con   aggiunte    dell'autore.    Vol.  II,  1.    Torino, 

Loescber.  VIH,  371  p.  8.     L.  7.50. 
Gautier,  Leon,  La  Chevalerie.  Grand  prix  Gobert  de  l'aca- 

demie  fran^aise.  850  p.  4.  Paris,  Ch.  Delagrave.     fr.  25. 
G  essner,  E.,  Das  Vorbild  des  Don  Quijote.   Festschrift  des 

Franz.  Gymnasiums  zu  Berlin,  zur  Feier  des  200jähr.  Bestehens. 
Godefroy,  Fr.,  Dictionnaire  de  l'ancienne  langue  fran^aise 

et   de   tous  scs   dialectes   du   IX'  au  XV'  si^cle.   Livr.  64 

(RoBcli^re  ü  Sartir)  iD-4.  Paris,  Bouillon,     fr.  5. 


Hof  mann.  F.,  .IroiV  und  (>s/rf  in  den  amsohreibenden  Zeiten 

des  altfranz.  intransitiven  Zeitworts.  Berlin,  Mayer  &  Müller. 

65  S.  gr.  8.     M.  1.20. 
Irmer,  E.,  Die  altfranz.  Bearbeitung  der  Formula  honestae 

Titae  des  Martin  von  Braga.  40  S.  8.  Hallenser  Diss. 
Lanson,    G.,    Bossu  >t.    [L'homme    it    l'ecrivain;    l'orateur; 

l'education    du   Dauphin;    les    idees    politiques  de  Bossuet; 

Bossuet    histurien:    theologie    et    controverscs    religieuses; 

Bossuet  cvcque  de  Condom  et  de  Meaux:  Bossuet  dirccteur 

de  conscience;  la  pbilosophie  de  Bossuet.]    Un  fort  volume 

in-18  Jesus.  Paris,  Lecene,  Oudin  et  C.     fr.  3,50. 
Le    Breton,    A.,    Le  Roman    au   XVII'  siede.    In-18  Jesus, 

X,  323  p.  Paris,  Hachette  et  C.  fr.  3,50.  Bibliotlieque  variee. 
Lemaitre,  Jules,   Impressions  de  theätre.  Cinquieme  S6rie. 

[Ibsen;  Ostrowsky;  Pisemsky  ;  Marlowe;  Corneille;  Florian; 

Emile    Augier;    Dumas   fils ;    Mcilhac   et    Halevy;    Manuel; 

Edouard  Grenier;  Jules  Uarbier;  Henri  de  Bornier;  Maurice 

Bouchor:  G.  .\ncey  ;  Stanislas  Rzewusky;    Catulle  Mendes; 

Anatole  France;  Henry  Ceard,  etc.]  Un  beau  volume  in-lS 

Jesus.  Paris,  Lecene,  Oudin  &  C.     fr.  3,50. 
Leo  par  di,    G.,    Le    prose   orlginali.    Nuova   ed.  corretta  su 

stanipe  e  manoscritti  a  cura  di  G.  Mestica.  Firenze,  Barbera. 

XL,  650  p.  24.     L.  2,25. 
Menuung,    Alb.,    Der  Bei  Inconnu   des    Renaut  de  Bcaujeu 

in  seinem  Verhältniss  zum  Lybeaus  Disconus,  Carduino  und 

Wigalois.  Eine  literarhistor.  Studie.  Hallenser  Diss.  66  S.  8. 
Michele,   Fr.,   da  Carbonara.    Studi  danteschi.  I.   (Dante  e 

S.  Francesco;  Dante  c  Pier  Lombardo.)  Tortona.   190  p.  16. 
Micocci,  Ul.,  La  fortuna  di  Dante  nel  secolo  XIX.  Venezia, 

Olschki.  31   p.  4.  (Aus  Alighieri.) 
Mugnier,  Fran^ois,  Madame  de  Warens  et  J.-J.  Rousseau, 

etude    historique   et    critique.    .\vec    un  portrait  de  M""  de 

"Warens,    uue    vue   des  Charniettcs  et  deux  fac-simil^s.    Un 

beau  volume  in-8.  Paris,  Calman  Levy.     fr.  7.50. 
Orsi,  D.,  II  teatro  in  dialetto  piemonteso:  primi  passi  (1859 — 

1862)  studio  critico.    Milano,  Civelli.    (s.  N.  .\ntol.  1.  Sept.) 
P löger,   E.,   Die  Partikeln  im  Altlothringischen.    Hallenser 

Dissertation.  88  S.  8. 
Saineanu,  Lazar,  Deutsch-romanisches  Wörterbuch.  Buka- 
rest, Socecu  &  Co.  XVI,  502  S.  8.     .M.  4,80. 
Sammlung  beliebter  spanischer  Lust-  und  Schauspiele,  zur 

Vervollkommnung   und    Unterhaltung   im   Spanischen   hrsg. 

und    mit  deutschen  Anmerkungen  versehen  von  P.  Förster. 

4.  u.  5.  Bändehen :    El   desden    con   el    desden    de    Don   A. 
Moreto.  Leipzig,  Gloeckner.   130  S.   12.     M.   1,20. 

Samosch,    Siegfr.,    Ariosto    als    Satiriker    und    italienische 

Portraits.  Minden,  Bruns.  X,  200  S.  8.     M.  2,25. 
Schauer,    K,,    Textkritische  Beiträge    zu  den  Coutumcs  du 

Beauvaisis  des  Philippe  de  Beaumanoir,  Hüll.  Diss.  52  S.  8. 
Schürmann,    Joh.,    Die    Entstehung   und    Verbreitung   der 

sog.  , verkürzten  Participien'"  im  Italienischen.  Strassburger 

Dissertation.  61  S.  S. 
Stork,  M.  A.,  Ueber  französische  Liquiden  im  Auslaute  nach 

den    Gramniatikerzeugnissen     des    16.    Jh.'s.     Heidelberger 

Dissertation.  31  S.  8. 
Torre,  R.  Della,    Poeta-Veltro,  Parte  II  (ultima).   Cividale. 

5.  393—721.  8.     L.  6. 

Voretzsch,  Karl,  Der  Reinhart  Fuchs  Heinrichs  des  Gliche- 
zäre  und  der  Roman  de  Renart.  Hallenser  Dissertation. 
39  S.  8.  [S.-A.  aus  Gröbers  Zs.J 

Wil  motte,  M.,  Etudes  de  dialectologie  wallonne.  (Extrait 
de  la  Romania.)  Paris,  Bouillon,  gr.  8.     fr.  5. 

Wistasse  le  Moine,  altfranzösischer  Abenteuerroman  des 
XIII.  Jb.'s.  Nach  der  einzigen  Pariser  Hs.  hrsg.  von  W. 
Foerster  und  Joh.  Trost.  Rom.  Bibliothek  IV.  Halle,  Nie- 
meyer. 

Literarische  Mittheiluugen,  Personal- 
nachrichten etc. 

Die  Bearbeitung  von  Bd.  3  von  Brugmanns  Qrundriss 
der  vergl.  Grammatik  der  indogermanischen  Sprachen ,  der 
die  indogermanische  Syntax  behandeln  soll,  hat  Professor 
A.  Delbrück  übernommen. 

In  Berlin  ist  ein  Verein  für  Volkskunde  gegründet  worden. 
Sein  Organ  wird  den  Titel  führen:  Zeitschrift  des  Ver- 
eins für  Volkskunde.  Neue  Folge  der  Zeitschrift  für 
Völkerpsychologie  und  Sprachwissenschaft ,  begründet  von 
M.  Lazarus  und  H.  Steinthal.  Im  Auftrage  des  Vereins  her- 
ausgegeben vor  Karl  Wein  hold  und  vom  Januar  1891  ab 
im  Verlage  der  Buchhandlung   von  A.  Asher  &  Co.  in  Berlin 


37 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philoloffie.     Nr.  1. 


38 


erscheinen,  .fiihrlicli  wonlen  4  Hefte  im  Gesammtumfange 
von  etwa  30  Bogen  mit  Text-Illustrationen,  sowie  Tafeln  — 
letztere  zum  Tlieil  farbig  —  ausgegeben  werden.  Das  Gebiet 
der  Zeitschrift  ist  die  Volkskunde  überhaupt.  Das  innere  und 
äussere,  geistige  und  stoffliclie  Leben  der  Völker  in  Gegen- 
wart wie  in  Vergangenheit  wird  Gegenstand  der  Sammlung, 
Untersuchung  und  Darstellung  sein.  Die  Zeitschrift,  wclclie 
den  Mitgliedern  des  Vereins  für  Volkskunde  unentgeltlich  ge- 
liefert wird,  kostet  im  Buchhandel  jährlich  15 — 16  M.  Bei- 
trittserklärungen nimmt  der  Schriftführer,  Dr.  XJ.  Jahn,  Berlin 
NW.  Perlebergcrstr.  32,  entgegen.  Der  Vorsitzende  des  Vereins 
ist  Prof  Dr.  K.  Weinhold. 

In  den  von  Litzniann  herausgegebenen  „Theaterge- 
schichtlichen Forscliungen''  erscheint  demnächst :  Das  Eeper- 
toir  des  Weimarschen  Theaters  unter  Goetlies  Leitung,  1791  — 
1817;  bearbeitet  und  herausgegeben  von  C.  A.  H.  Burkhardt. 
"Weiter  sollen  zur  VerötVontlichung  kommen  :  Gesammelte  Auf- 
sätze zur  Bühnengeschichte  von  Gisbert  Freiherr  v.  Vincke ; 
Die  ältesten  Schauspielhäuser  in  Deutschland  von  K.  Traut- 
mann ;  Zur  Geschichte  des  deutschen  Schauspiels  im  17.  .Jahr- 
hundert von  J.  Bolte ;  Studien  über  das  Drama  des  18.  Jahr- 
hunderts von  G.  Witkowsky  :  Geschichte  des  Wiener  Hanswurst 
von  A.  von  Weilen :  Geschiclite  des  Dramas  und  Theaters  in 
Berlin  bis  ca.  1740  von  J.  Bolte;  Aktenstücke  zur  Geschichte 
der  Ackermann'schen  Truppe  von  B.  Litzmann ;  Ueberblick 
über  die  Geschichte  des  The.aters  an  der  Wien  von  August 
Schmidt:  Einfluss  der  deutsehen  Bühne  auf  die  Entwickelung 
des  russischen  Theaters  von  R.  Löwenfeld  ;  Studien  zur  Technik 
des  Dramas  im  18.  Jahrhundert.  I.  Vorhang  und  Drama  von 
K.  Heinemann;  Briefe  von  Beck  und  Iffland  an  Gotter,  1786 
— 1794  bearbeitet  von  B.  Litzmann:  Aus  verschollenen  Dramen 
des  16.  und  17.  Jahrhunderts  von  K.  Th.  Gaedertz;  Geschichte 
des  Schuldraraas  in  Salzburg  von  R.  JI.  Werner:  Beiträge 
und  Studien  zur  Geschichte  der  Jesuiten -Komödie  und  des 
Klosterdramas  von  .1.  Zeidler. 

Johannes  Bolte  bereitet  eine  Ausgabe  geistlicher  Schau- 
spiele des  14. — 16.  Jli.'s  vor. 

A.  Kollmann  in  Leipzig  ist  im  Begriif,  eine  im 
Königreich  Sachsen  zusammengebrachte  Sammlung  von  Puppen- 


I  spielen  zu  veröffentlichen.  Das  erste  Heft  soll  Judith  und 
Holofernes  enthalten. 

Die  Engl.  Dialect  Society  wird  ein  Glossary  of 
words  in  use  in  the  county  of  Gloucester  von  S.  D.  Robertson 
veröffentlichen. 

Das  kgl.  bayrische  Kultusministerium  macht  den  Uni- 
versitäten Bayerns  bekannt,  dass  in  Folge  einer  dahingehen- 
den Anregung  von  deutscher  Seite  in  Genf  an  der  dortigen 
Universität  ein  Institut  zur  theoretischen  und  praktischen 
Heranbildung  deutscher  Lehrer  in  der  französischen  Sprache 
gegründet  und  eingerichtet  wurde.  Auch  wurde  eine  Kom- 
mission von  drei  Mitgliedern,  darunter  der  deutsche  Konsul, 
eingesetzt,  welche  die  Aufsicht  über  den  Betrieb  der  Ein- 
richtung ausüben  und  den  betheiligten  Lehrern  und  Studieren- 
den an  die  Hand  gehen  werden. 

Der  ao.  Professor  Dr.  G.  Roethe  in  Göttingen  ist  zum 
ordentlichen  Professor  der  deutschen  Sprache  und  Literatur 
daselbst  ernannt  worden. 

Professor  Dr.  Birch-Hirsohfeld  in  Giessen  wird 
einem  Rufe  an  die  Universität  Leipzig  als  Nachfolger  Ebert» 
Folge  leisten. 

Hugo  Schuchardt  ist  zum  correspondierenden  Mit- 
gliede  der  franz.  Akademie  ernannt  worden. 

Dr.  Sütterlin  habilitierte  sich  an  der  Universität  Heidel- 
berg für  vergleichende  Sprachwissenschaft. 

Am  Seminar  für  Orientalische  Sprachen  an  der  König- 
lichen Friedrich-Wilhelms-Universität  zu  Berlin  werden  seit 
1.  December  auch  Kurse  für  Englisch  von  dem  Anglisten 
Dr.  phil.  Karl  Lentzner  abgehalten. 

t  am  28.  October  der  bekannte  englische  Sprachforscher 
A.  J.  Ellis. 

Antiquarische  C  ata  löge:  Baer  &  Co. ,  Frank- 
furt a.  M.  (270:  Neuere  deutsehe  Literatur);  Köbner,  Breslau 
(208:  Deutsche  und  ausländische  LileraturJ;  Lissa,  Berlin 
(3:  Literatur  vom  15. — 19.  Jh.);  Neubner,  Köln  (22:  Franz. 
Literatur). 


Abgeschlossen  am  31.  December  1890. 


NOTIZ. 

Den  germanistischen  Theil  redigirt  Otto  Beha^lfe]  (Giessen,  Bahnhofstrassc  71),  den  romanistischen  und  englischen  Theil  Fritz  Neumann 
(Heidelberej,  Rohrbacheratr.  51),  und  man  bittet  die  Beiträge  (Recensionen.  kurze  Notizen,  Personalnachrichtei.  etc.)  dem  entsprechend  gefnlliffsi  zu  adressiren. 
Die  Kedaction  richtet  an  die  Herren  Verleger  wie  Verfasser  die  Bitte,  dafür  Sorge  irag-en  zu  wollen,  das«  alle  neuen  AVerke  germanistischen  una 
romanistiechen  Inhalte  ihr  gleich  nach  Erscheinen  entweder  direct  oder  durch  Vermittelung  von  O.  R.  Reisland  in  Leipzig'  zugesandt 
werden.  Nur  in  diesemFaUe  wird  dieRedaction  stets  iraStande  sein,  über  neue  Publicationen  einoBesprechung  oder 
kürzere  Bemerkung  (in  der  Bibliogr.)  zu  bring'en.    An  O.  R.  Reisland  sind  auch  die  Anfragen  über  Honorar  und  Sonderabzüge  zu  richten. 


VI-- 


Preis  für  dreigespaltene 
Petitzeile  25  Pfennige. 


Literarische  Anzeigen. 


Beilagegebühren  nach 
Umfang  M.  12,  15  u.  18. 


^^ 


Verlag  von   O.  R.  Reisland  in  Leipzig,  j  matischeuEinleitung, enthaltend  die  Grund-        IX.  Band :  Adgars  Marien-Legenden. 

züse  der  Grammatik  des  altlothringischen    Xach   der  Londoner  Handschrift  Egerton 


Dialects,  und  einem  Glossar  zum  ersten 
Mal  herausgegeben  von  Friedrich 
.A.p  f  e  1  s  t  ed  t.  geh.  M.  6.— 

V.  Band  :   Lyoner  Yzopet,  altfranzös. 


Altli'iiiizösisflicßiiotliet. 

l.   Band:    Chardry's  Josaphaz  ,    Set 

Dormanz   und   Petit  Plet ,  Dichtungen  üebersetzung  des    XIII.  Jahrhunderts   in 

in  der  anglo-normannisohen  Mundart  des  der  Mundart  der  Franche-Comte,  mit  dem 

XIII.  Jahrh.  Zum  ersten  Mal  vollständig  kritischen  Text  des  lateinischen  Originals 
mit  Einleitung,  .\nmerkungen  und  Glossar-  (sog.  Anonymus  Neveleti),  Einleitung,  er- 
Index herausgegeben   von  John  Koch,  klärenden  Anmerkungen  und  Glossar  zum 

geh.  M.  6.80  erstenMal  herausgegeben  von  Wendelin 
IL  Band:  Karls  des  Grossen  Reise  Fo  er  st  er.  geh.  M.  5.20 
nach  Jerusalem  und  Constantinopel,  VI.  Band:  Das  altfranzös.  Rolands- 
ein altfranz.  Heldengedicht,  mit  Einleitung,  lied.  Text  von  Chiiteauroux  und  Venedig 
dem  diplomatischen  .Abdruck  der  einzigen  VII,  herausgegeben  von  Wendelin 
verlorenen  Handschrift,  .\nmerkungen  und  Fo  erst  er.  geh.  M.  10. — 
vollständigem  Wörterbuch  herausgegeben  yil.  Band:  Das  altfranzösische  Ro- 
vonLduardKoschwitz.  Zweitevollst.  landslied.  Text  von  Paris,  Cambridge, 
umgearb.  u.  vermehrte  Aufl.    geh.  M.  4.40  Lyon    u.   d.   sog.  Lothr.    Fragm.    mit   R. 

III.  Band:  Oetavian .  altfranzösischer  Heiligbrodt's  Concordanztabelle  zum  alt- 
Roman ,  nach  der  Oxforder  Handschrift  französischen  Rolandslied,  herausgegeben 
Bodl.  Hatten  100.  Zum  erstenMal  hrsg.  i  von  Wendelin  Förster,  geh.  M.  10  — 
von  Karl  Voll  mö  11  er.       geh.  M.  4.40  >      vm.    Band:    Orthographia  gallica. 

IV.  Band:  Lothringischer  Psalter  des    Aeltester  Traktat  über  französische  Aus- 

XIV.  Jahrhunderts.      (Bibl.    Mazarine  i  spräche    und    Orthographie,     nach    vier 
Nr.  798.)     Altfranzösische    üebersetzung    Handschriften  vollständig  zum  ersten  Mal    a 
des  XIV.   Jahrhunderts   mit   einer   gram- '  hrsg.  von  J.  Stürzinge r.    geh.  M.  2.40  '  äosati 


XII  in  der  Presse. 


612  zum  ersten  Mal   vollständig   herausg. 
von  Carl  Neuhaus.  geh.  M.  8. — 

X.Band:  Commentar  zn'den  ältestenV 
französischen  Sprachdenkmälern  hrsf 

von  Eduard  Ivoschwitz.   I.Eide,  Pcll 
lalia,  Jonas,  Hohes  Lied,  Stephan.      ,ien 

geh.  Mgjgj.. 

XL  Band :  Die  Werke  des  Tro.'nd  die 
N'At  de  Mens,  zum  ersten  Mj.'jj^jjg  jjj 
gegeben     von     Wilhelm     Bs.  ,        t» 

jcn,  so  dass 

dieser  Rich- 

lug'  nnd  Neu- 

Wandel    der 

Den  Herren  Faohgen^      Y\\r    eineil 

sich  der  Unterzeichnete;!        ^^^^^       j 

sigen  Adresse  Mittheil        "  ' 

I  deren  sich  dieselben  jfde    Sprache    SO 

]  u.  dergl.  gefälligst thodiäcber  Behand- 

;      Paris,  23  Rue  Iirliegende  Leistung 

I  (Hotel  Racin^veil   es   dafür  noch 

""^^s  absreiiutzte  Scha- 
I 
Laute  nud  Formen. 

4 


:»9 


1891.    Literaturblatt  fOr  ftermaiiiBche  und  romanisqhe  Philolof^ie.    Ifr.  I. 


4U 


Verlaff  von  (>.  H.  HKISLANP  in  Leiir/i?. 

Fraiizösisclio  Studien. 

Heraiissjeffeben   von 

G.  Körting  uihI  E.  Koschwitz. 

Bebrens,  Dietrich,  l'norijaiiische  Laiilnrlretiiny  innerhalb 
iler  furinalin  Enlicickelung  des  /miizösischt'H  iirbal- 
»7(i»ini('S.     (III.   IJiind,  tj.  Heft.) t't  Ü.'iO 

/{eitrlt/r  zur  Geschichte  der  tranzösischeii  Sprache  in  Eng- 

lunil.     I.  Zur  Laui lehre  der  fraiizösisclieii  Lehnwörter  im 
Mittelenslisdieii.     (V.  Band,  •>.  Heft.)    ....<-«  7.60 

Borneinann,  Wilhelm,  Boileau-Oespriaitx  im  Urlheile  seines 
Zi  ih/f  niissin  Jean  Desniarets  de  Suint-Sorlin.    (lY.  linnd, 

3.  Hell.)       i«i  ä.— 

Ooerlich.   Dr.  Ewald.    Der  biirgundische  Dialekt  im  XIIJ. 

und    XIV.  Jahrhiinderi.     (VJI.  Band,    I.  Heft.)     M  5.— 

Die    xiidirestlifhen    Dialekte   der    Lamjue    d'u'il.      Poitou, 

Aunis,   Saintonge    und    AnguunioU.     (III.  Bund,  '2.  Heft.) 

M  4.80 

Die   nordwestlichen  Dialekte  der  laugtie  d'o'il      Bretagne, 

Anjoii,  Maine,   Tonraine.     (V.  Band,  -i.  Heft.)   .     M  '6S0 

Oröbedinkel,  P.,  Der  Versbau  bei  Philippe  Desportes  und 
Frangois  de  Malherbe.     (Enthalten    in  I.  Band,    1.  Heft.) 

M  4.50 

Grosse,  R..  Der  Stil  Crestien's  von  Troies.  (I.  Band,  '2. 
Heft.)       M  ^.m 

Haase,  A.,  Xiir  Syntax  Bobert  Garnier».   (Y.  Band,  1.  Heft.) 

Ji.  3.40 

Hannappel,  H.,  Poetik  Alain  Cliartier's.  (Enthalten  in  L 
Bunt.  3.  Heft.) M  7.20 

Heine,  Tli.  H.  C,  Comeille^s  Medie  in  ihrem  Verhältnisse  zu 
den  Medea- Tragödien  des  Eiiripides  und  des  Seneci«  be- 
trachtet, mit  Berücksiehtigung  der  Medea-OichtunKon 
Olover's,  Grillparzer'8  und  Legouvii'g.  (Enthalten  in 
I.  Band,  3    Heft.) M  T.-20 

Horniii;:;,  \)r.  Adolf,  Die  ostfra musischen  Grenzdialekte 
zirischen  Metz  und  Beifort.     Mit  einer  Karte.     (V.  Band, 

4.  Heft.) M  4.40 

Jaeger,  Julius,  Die  Quantität  der  betonten    Vokale  im  Neu- 

framösischen.     (I^ .  Band,  2.  Heft.)      .     .     .     .     M  2.40 


Klappericta,  JoKeph,  Historische  Enttrickelung  der  syntak- 
tischen  Verhiiltnisse  der  Bedinguiigssätte  im  Altfran- 
zösischen.    (Itl.  Band,  4.  Heft.) M  2.30 

Li!<zt.  W.,  Syntaktische  Studien  aber  VoHure.  (Ei.thalten  in 
1.  Band,   1.  Ueft.j «tt  4.00 

Maokel,  Dr.  Emil,  Die  germanischen  Elemente  in  der  fraii- 
ziisi.-'chen  und  prorenzalischcn  Sprache.  (YI.  Band,  I. 
Heft.)       cH  6.80 

Malirenholtz.  R.,  Muliire's  Leben  und  Werke  vom  Siaad- 
[luiikt   ilor  heuiijjen   Fursrhunj.     (_II.   Bund.)  <(<    12. — 

Mann,  Max  Friedrieb.  Der  Bestiaire  divin  des  Guillaume 
le  Cleir.     (\1.    Band,  2.   Heft) dt  3.60 

Marx,  G.,  Veber  die  Wortstellung  bei  Joinville.  (Knthnlien  in 
I.  B.ind,  3.  Heft.) M  7.20 

Müller,  Konrad,  Die  Assonanzen  im  Girart  con  ttossillon. 
X.ioii  allen  err<'iohliaren  Handschriften  bearbeitet.  (III. 
B.ui.l,  ö.  Hi'ft.) JC  2.40 

Mushacke,  Wilhelm,  Geschichtliche  Entuickelung  der  Mund- 
iirf  von  Muiit/iellier  (Lanyue-d'oc).     JY.  Band,   5.  Heft.) 

Jt  Ö60 

Schllcknra,  Julius,  Die  Wortstellung  in  der  altfranzösischeu 
Dichtung  „Aucassin  und  Nicolete".     (III.   Band,   3.    Heft.) 

M  1.60 

Schoppe,  Joseph,  Veber  Metrum  und  Assonanz  der  Chanson 
de  Giste  „Amis  et  Amiles".  (III.  Band,   1.  Haft.)     M   1.40 

Schnmann.  Wilhelm,  Vocatismus  und  l'onsonaniismus  des 
Cambridger  Psalters.  Mit  einem  Auhani;:  Nachträge  zur 
Fle.xionslehre  desselben   Denkmals.     (IV.  Band,   4.  Heft.) 

.(C  2.40 

Soltraann,  H.,  Der  Inßnitiv  mit  der  Präposition  ä  im  Alt- 
franzosischen bis  zum  Ende  des  12.  Jahrhunderts.  (Ent- 
hiilteii  in  I.  Band,  3    Heft.)       di.  7.20 

UthoiT,  Johannes,  yirelle  de  la  Chaussee's  Leben  und 
Werke.  Ein  Beitrag  zur  Litteraturgeschiohtc  des  18.  Jh.V 
und  insbesondere  zur  Entwicklungsgeschichte  der  „ComMie 
larmoyante".     (lY.  lian.l,    I.  Hefr.) di.  2.4») 

Visin;;,  Joban,  Die  Tempora  der  Vergangenheit  in  den 
romanischen  Sprachen  mit  besonderer  Berücksichtigung 
des  Französischen.  I.  Lateir.  —  Porlugiesisoli  -  "i'.ianiscb 
—  Italienisch.     (YI.  Band,  3.  Heft.)        .     .     .     .     J6  7.40 

Die  realen  Tempora   der  Vergangenheit  im  Französischen 

und  den  übrigen  romanischen  Sprachen.  Eine  syutaktisoh- 
stilisiisehe  Studie    II.   Französisch      (Yll.  Band,  2.   Heft.) 

Völcker,  Bernhard,  Die  Worlslellung  in  den  ältesten  fran- 
zösischen Sprachdenkmalen.    IUI.  Bind,  7.  H.MI. !     ■!(■  '2  — 


.-»uibt-ii   erschien  : 


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G  n  u  t  i  e  r ,  Leon,  j   ,,  ..    ,  , 

deraie  fran«aise.  i*^">"  *'    ''»•  " 
G  e  s  8  n  e  r ,  E.,  Das 

Franz.  Gyninasium' 
G  o  d  e  f  r  oy  ,  Fr.,  D 

et    de    tou3   ses   (  „    ,  "  „     .    i> 

(RoscJiörc  ä  Sar'  Redaotenr  Pro!.  Dr. 


Päufter  Band. 

Libeaus  Desconus 

Die 

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vom 

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Verlag  von  O.  R.  REISLAND  in  Leipzig. 

Die  Aussprache  des 

Schrift  deutschen. 

-Alit    dorn 
, Wörterverzeichnis  für  die  deutsche  Recht- 
schreibung zum  Gebrauch  in  den  proussi- 
soheii  Schulen"  in  ]ihüiietiaeher  Umschrift 
sowie  phoneiisclien  Texten. 
Yon 
Wilhelm  VIeto*. 

Zweite,  umgearbeitete  Auflage  der  $chrift 

,Die  Aussprache  des  Würtervorzoichnisses 

für    die    deutsche    Rechtschreibung    zum 

I  Gebrauch  in  deu  preussiscben  Schulen". 

I         (lY,  101  S.)    8.     Preis  M  1,60. 
j      Vorwort  zur  2.  Auflage:  In  der  vor- 
I  liegenden  neuen  Auflage  hat  die  , Einlei- 
tung" („Plionetisches — Ortoepisohes'')eine 
!  gründliche  Umarbeitung  und  nicht  unbe- 
trächtliche Erweiterunst  erfahren,  wodurch 
dieser  Theil    des  Schriftchens  hoffentlich 
an  Brauchbarkeit  gewonnen  hat.  Die  üm- 
'  Schrift  des  Würtorverzoichuisses  sowie  der 
I  aus  meinem  Buche  German  pronunciation 
I  herübergenommenen  Texte  ist  einer  ge- 
I  nauen  Durchsicht  unterzogen  worden. 


Fritz  Neumano  in  Heidelberg.  —  O.  O tto 's  Hofbuchdrookerei  in  Darmstadt. 


LITERATURBLATT 


FÜR 


GERMANISCHE  UND  ROMANISCHE  PHILOLOGIE. 

IIKRACSGEGEBKX   VON 

QR.  OTTO  BEHAGHEL  üsd  D''    FRITZ  NEUMANN 


»t.  Ö.  Professor  der  germanischen  Philologie 
«»«  der  Untversitäi  dessen. 


o.  o.  Professor  der  romanischen  Philologie 
an  der  Universität  Heidelberg*. 


Erftcheiiit  monatlich. 


VERLAG    VON 
O.  R.  REISLAND.  LEIPZIG. 


XIL  Jahrgang. 


Nr.  2.    Februar. 


Preis  halbjährlich  M.  5. 


I*aul.    Gruudriäs    der   german.   Philologie.    Forts 

iTol)len. 
Meyer,  Die  altgerm.  Poesie  nach  ihren  formeifaaftea  '  Behrens,    Die   französ.   Elemente   im  Englischen 


Kelle,    Die   St.    Galler   Deutschen    Schriften    und    S  i  m  o  n  e  t .    Glosario   de   voees   ibericas   y   latinas 
Notker  Labeo  (Behaghell. 


Elementen  beschrieben  (Kauffmanni. 

Kelle.  Untersuchungen  zur  Ueberlieferuog.  Ueber- 

setzung.  Grammatik  der  Psalmen  NotkersfHeu  sleri. 


Pauls  Grundriss  I  (Such  i  er». 
Jean  deMairel,  Silvanire  mit  Ein],  und  Anmerk. 
hrsg.  von  R.  Otto    Dannheisseri. 


usadas  entre  los  Mozarabes  tMeyer-Lübke). 

Bibliographie. 

Literarische     Mittbeilungen,      Personal- 
nachrichlen  etc. 


villi  Tl.  Paul.     Furrsctzuiit,'   ISMO.     Strussbiiig.  Trübner. 

In  Xr.  4  des  letzten  Jahres  sind  die  bis  zu  .jener 
Zeit  erschienenen  Lieferungen  dieses  Werkes  besproclien 
worden.  Da  seither  weitere  ausgegeben  worden  sind, 
soll  der  erfreuliche  Fortgang  bezeugt  w^erdeu,  jedoch 
mit  ausdrücklicher  Erinnerung  an  die  bei  der  ersten 
üesprechung  gemachten  Einschränkungen  betreffend  Um- 
fang und  Haltung  der  vom  Referenten  anzubringenden 
IJemerkungen.  Denn  je  weiter  das  Werk  fortschreitet, 
um  so  mehr  bestätigt  sich  die  Voraussicht,  dass  es  nicht 
Sache  eines  Einzelnen  werde  sein  können,  vollständig 
zu  beuvtheilen  und  wohl  gar  noch  zu  ergänzen,  was 
zwanzig  Mitarbeiter  unter  sich  vertheilt  haben.  Die 
Leistungen  des  Einzelnen  bleiben  zwar  als  solche  natlir- 
lidi  der  Kritik  unterworfen,  aber  diese  müsste  dann  auch 
gleichmässig  an  Allen  vollzogen  werden,  und  eben  dies 
ist  einem  Einzelneu  unmöglich.  Auch  wäre  es  kleinlich, 
gegenüber  einem  so  gi-oss  angelegten  und  im  Ganzen 
gewiss  wohl  gelungenen  Werke  einzelne  Mängel  zu  be- 
kritteln oder  streitige  Ansichten  zu  erörtern:  mein  Augen- 
merk soll  darauf  gerichtet  bleiben,  ol)  die  Theile  des 
Werkes  zum  Ganzen  das  richtige  Verhältniss  haben  und 
dem  Gesammtzweck  entsprechen. 

Die  zweite  und  dritte  Lieferung  des  ersten  Bandes 
enthalten  die  Geschichte  der  nordischen  Sprachen,  von 
A.  Noreen.  Die  Behandlung  geht  natürlich  über  den 
Rahmen  der  von  demselben  Verfasser  bearbeiteten  alt- 
nordischen (d.  h.  altnorwegischen  und  altisländischen) 
Grammatik  weit  hinaas.  indem  sie  auch  das  Ostnordische 
(Dänische  nnd  Schwedische)  umfasst  und  die  Geschichte 
der  Laute  und  Formen  dmx'h  zwei  Perioden  hindurch- 
fühlt: 1.  Urnordisch  und  Gemeinnordisch  bis  zum  Ende 
der  Vikingeizeit,  2.  von  dort  bis  zur  Reformation,  mit 
durchgängiger  Berücksichtigung  anch  der  dialektischen 
Unterschiede  der  Einzel.sprachen.  Den  deutschen  Fach- 
genossen muss  diese  Vollständigkeit  der  lUnstellung 
doppelt  erwünscht  sein,  da  Gegenstände  und  Quellen 
ihnen  ferner  liegen. 

Es  folgen  in  der  dritten,  vierten  nnd  fünften  Liefe- 
rung die  Geschichte  der  deutschen  Sprache  von  Behaghel, 
die  der  niederliindisclien  von  .T.  te  Winkel  und  die  der 
fi'iesischen  von  Th.  Siebs.  —  Behaghel  liat  hier  natür- 
lich eine  ganz  andere  Arbeit  geliefert  als  in  seinem  tür 
weitere  Kreise  bestimmten  Buche.  Nach  Abgrenzung 
des    Gebietes    der    deutschen  Sprache    gibt   er   zunächst 


eine  Uebei-sicht  der  Innern  Gliederung 
arten,  dann  ein  Kapitel  über  das  Verl 
zur  Schriftsprache  und  eines  über 
Sprache  und  Schrift  (resp.  Orthogifc 
wei'th  ist  die  Behandlung  des  Satzl 
Gegenstand  noch  wenig  bearbeitet,  su 
noch  mehr  unterworfen  ist  als  der^ 
manche  Theile  der  Phonetik.  —  Bi 
der  Laute  und  Formen  ist  besonders 
durchgehende  Berücksichtigung  der  Dialekte  nnd  Mund- 
arten, wenn  auch  die  Angaben  über  die  räumlichen 
Grenzen  einzelner  Lauterscheinungen  noch  manche  Er- 
gänzung und  Berichtigung  finden  werden.  Bei  der  ganzen 
Darstellung  ist  mit  Recht  die  Entstehung  und  Geschichte 
des  Neuhochdeutschen  hauptsächlich  ins  Auge  gefasst, 
da  wir  für  die  ältere  Zeit,  wenigstens  für  Ober-  und 
Mitteldeutsch,  bereits  treffliche  Darstellungen  besitzen. 
Es  kommen  also  die  xielfachen  Verschiebungen.  Spaltungen, 
Uebertragungen  und  Ausgleichungen,  welche  besonders 
das  Neuhochdeutsche  mit  sich  gebracht  hat,  zu  ziemlich 
vollständiger  Uebersicht. 

Viel  einfacher  ist  die  Entwicklung  der  nieder- 
ländischen Sprache,  wenn  man,  wie  leider  gewöhnlich 
geschieht,  bei  Geschichte  der  Sprache  bloss  den  gram- 
matischen Theil  und  auch  innerhalb  von  diesem  nm- 
Laute  und  Formen  berücksichtigt.  Doch  hat  Kluge  schon 
bei  der  Vorgescliichte  der  germanischen  Sprachen  (und 
mm  auch  bei  der  Geschichte  der  .englischen  Sprache, 
über  die  ich  noch  nicht  vollständig  referh'en  kann)  anch 
den  Wortschatz  und  die  Wortbildung  (beim  Englischen 
auch  die  .Syntax)  bedacht.  Der  Bearbeiter  der  nieder- 
ländischen Sprachgeschichte  hat  mit  gutem  Grund  die 
verhältnissmässige  Arnmth,  welche  dieser  Sprache  in 
formeller  Beziehung  anhaftet,  dnrch  ausführliche  Be- 
handlung des  materiellen  Theiles  ausgegeglichen,  so  dass 
fast  alle  Ei^cheinungen,  die  eine  Sprache  in  dieser  Rich- 
tung aufweisen  kann,  nicht  nui-  in  Entlehnung  und  Neu- 
bildung von  Wörtern,  sondern  auch  im  Wandel  der 
Bedeutung,  hier  zni"  Darstellung  kommen.  Für  einen 
Grundriss  mag  damit  sogar  etwas  zu  viel  gethan  sein, 
und  es  ist  nicht  zu  verlangen,  dass  jede  Sprache  so 
behandelt  werde;  aber  als  Beispiel  methodischer  Behand- 
lung auch  dieses  Gebietes  muss  die  vorliegende  Leistung 
rühmlich  anerkannt  werden,  gerade  weil  es  dafür  noch 
keine  so  bequeme  und  nachgerade  etwas  abgenutzte  Scha- 
blone gibt  wie  tür  die  Behandlung  der  Laute  und  Formen. 

4 


43 


1B91.     Litersturblatt  fflr  germanisohe  untl  romanisohe  Philologie.    Nr.  3. 


44 


Die  Gescluohte  der  friesischen  Spracbe  liätte  wohl 
keiiuii  tri'iinilliilH'ren  Kenner  und  sorgtaltisreren  Dar- 
8tellt-r  tiinliMi  können  als  Th.  Siebs,  der  diesen  liegen- 
stand Vor  Kuizem  in  einem  besundern  liiiciie  behandelt 
hat.  Wenn  anch  das  Friesische  ki-ine  eigentliche  Literatur 
hat,  sei  nimmt  es  doch  als  Sprache  eine  so  wichtige  und 
leiirn-iche  Stellung  zwischen  Deutscii,  Nordisch  und  Eng- 
lisch ein,  dass  ihm  eine  entsprechende  Behandlung  ge- 
bühi-te. 

Indem  wir  von  der  Sprachgeschichte  zur  Litera- 
.tu rgwschichte  übergehen,  finden  wir  in  der  Darstellung 
der  althochdeutschen  und  altniederdeutschen  Literatur 
von  Kögel  fast  wieder  ein  l'eberniass  des  Guten,  insofern 
als  er  sich  nicht  begnügt  hat,  eine  vollständige  und 
vortreftliche  Besprechung  der  Literaturdenkmäler  nach 
Inhalt  und  Sprachform  zu  geben,  sondern  hermeneutisclie 
und  kritische  Bemerkungen  über  einzelne  Texte  und 
Stellen  beigefügt  hat,  die. von  einem  Gruudriss  nicht  zu 
verlangen  wai'en,  aber  den  Studenten,  für  die  dieser 
doch  auch  besonders  bestimmt  ist,  sehr  erwünscht  und 
förderlich  sein  werden. 

Eine  schwere  Aufgabe  war  es,  die  reiche  mittel- 
hochdeutsche Literatur  so  zu  behandeln,  dass  das 
Mass  eines  Grundrisses  richtig  getroffen  und  nirgends 
übei-schritten  wurde.  F.  Vogt  hat  diese  Aufgabe  meister- 
haft gelöst.  Wenn  wir  seine  Darstellung  an  Umfang 
etwa  mit  der  von  Wackernagel  vergleichen,  der  freiere 
Hand  hatte  und  in  seineu  reichen  Anmerkungen  auch 
allerlei  Belege  beibringen  konnte,  so  ei'gibt  sich,  dass 
Vogt  auf  c.  170  Seiten  alles  Wesentliche  so  gut  ent- 
hält wie  Wackernagel  auf  c.  .^50  (die  allerdings  anch 
Sprachgescliichtliches  und  Metrisches  umfassen).  Die 
Charakteristik  und  Beurtheilung  aller  Haupterscheinungen 
ist  bündig,  zutreffend  und  unbefangen. 

Im  Veihältniss  zur  mittelhochdeutschen  Literatur 
kann  die  mittelniederdeutsche  nur  als  Anhang  beti-achtet 
werden:  es  ist  aber  erwünscht,  dieselbe  von  .Jellinghaus 
nach  dieser  Werthschätzung  richtig  zusannnengestellt  zu 
finden,  so  dass  ihr  Antheil  an  der  Gesammtentwicklung 
ermessen  werden  kann.  Auch  die  mittelniederlän- 
dische, bearbeitet  von  te  Winkel,  kann  nicht  viel 
höliere  Ansprüche  machen,  da  wenigstens  die  Originalität 
durch  Einwirkung  von  Frankreich  stärker  eingeschränkt 
war  als  in  Deutschland.  .lakob  von  Jlaerlant  steht 
allerdings  in  seiner  Zeit  hervorragend  da  und  findet  an 
Vielseitigkeit  und  Gediegenheit  in  Deutschland  nicht 
seines  (ileichen;  aber  wenn  er  als  klassischer  Vertreter 
des  niederländischen  ^'olksgeistes  gelten  mag,  so  offen- 
bart sich  in  ihm  eben  anch  der  dem  letztern  inwohnende 
l\Iangtd  an  schöpferischer  Kraft.  • —  r)ie  Rhetoriker  kann 
man  den  deutschen  Meistersängern  vergleichen;  sie  hatten 
aber  tiefere  und  breitere  Wurzeln  im  Volksleben;  Uire 
AVettkämpfe  waren  allgemeine  Volksfeste  (wie  S.  480  ff. 
sehr  anschaulich  geschildert  wird),  und  erstreckten  sich 
auch  anf  das  Gebiet  der  dramatischen  Poesie. 

Zum  Schlüsse  der  diesmaligen  Besprechung  erlaube 
ich  mir  zwei  allgemeine  Bemerkungen,  die  eine  an  den 
Herausgeber,  die  andere  an  den  Verleger  des  Werkes 
gerichtet. 

Der  von  mir  in  der  ersten  Anzeige,  und  auch  von 
anderer  Seife  ausgesprochene  Wunsch,  es  möchte  die 
Neuzeit  der  Sprache  und  Literatur  in  den  Grundriss 
aufgenommen  winden,  kam  eigentlich  schon  zu  spät,  um 
Berücksicliligung  finden  zu  können  (vgl.  Band  I  S.  8), 
und  es  muss  zugegeben  werden,  dass  die  Erfüllung  des- 


selben das  ganze  Werk  bedeutend  erweitert,  also  auch 
vertheuert  hätte.  Von  der  andern  Seite  wird  man  zu- 
gestehen müssen,  dass  die  Festsetzung  und  Festhaltung 
einer  Grenze  zwischen  Mittelalter  und  Neuzeit  grosse 
Schwierigkeit  hat  und  dass  die  Grenze  da  und  dort 
überschritten  worden  ist,  also  eine  gewisse  Ihigleich- 
mässigkeit  der  Behandlung  vorliegt.  Da  aber  dieser 
üebelstand  dem  Werthe  des  nun  einmal  Beabsichtigten 
und  Vorliegenden  keinen  Abbruch  thut,  so  soll  davon 
nicht  weiter  die  Rede  sein. 

Der  Verleger  hat  das  Werk  in  Form  von  Liefe- 
rungen erscheinen  lassen  und  zwar  so,  dass  diese  nicht 
mit  Abschnitten  des  Inhalts  zusammenfallen.  Aus  die^sem 
Veifahren  wird  die  Absicht  zu  erkennen  sein,  das  Werk, 
oder  wenigstens  die  zwei  Bände,  nur  als  Ganzes  abzu- 
geben. Dagegen  ist  von  buchliändlerisehem  Standpunkt 
und  auch  von  Seite  der  Sache  und  des  rein  wissen- 
schaftlichen Zweckes  nichts  einzuwenden.  Aber  in  Ab- 
sicht auf  den  practischen  Zweck  wäre  im  Interesse  der 
Studierenden  zu  wünschen,  dass,  wenigstens  nachdem 
eine  gehörige  Anzahl  von  Gesammtausgaben  abgesetzt 
wäre,  auch  eine  Ausgabe  nach  einzelneu  Fächern  ver- 
anstaltet werden  könnte,  deren  Anscliatfung  keinem 
Studenten  zu  schwer  fiele,  dann  aber  auch  Jedem  zuzu- 
muthen  wäre.  Zugegeben,  dass  für  Jeden  die  ideale 
Anforderung  besteht,  das  Gesammtgebiet  der  germanischen 
Philologie  kennen  zu  lernen,  haben  doch  die  einzelnen 
Fächer  an  sich  und  vollends  für  die  einzelne  Person 
nicht  alle  denselben  Werth,  z.  B.  zur  Vorbereitung  auf 
ein  Examen,  in  welchem  nicht  gleichmässige  Kenntniss 
aller  Gebiete  verlangt  wird.  Vom  Mittelpunkt  der 
Philologie,  den  doch  immer  Sprache  und  Literatur  bilden 
werden,  liegen  bildende  Kunst  und  Musik,  Wirthschaft, 
Recht,  Kriegswesen  und  Sitte  in  verschiedenen  Abständen 
zur  Seite.  Der  Verleger  würde,  wenn  er  Einzelausgaben 
veranstaltete  (die  dann  sogar  etwas  theurer  angesetzt 
werden  dürften),  wahrscheinlich  sogar  noch  ein  besseres 
Geschäft  machen!  Vielleicht  hat  er  aber  dies  Alles 
schon  zum  voraus  selbst  erwogen  und  beabsichtigt;  in 
diesem  Fall  bleibt  uns  nichts  übrig,  als  ihm  dafür  zu 
danken  und  ihm  und  dem  Werke  den  besten  Erfolg  zu 
wünschen. 

Zürich.  Ludwig  Tobler. 


Meyer,  llichard  M.,  Die  altgernianische  Poesie  nach 
ihren  formelhaften  Elementen  beschrieben.  Berlin. 
\V.   Ucrtz.    ISMO. 

Jac.  Grinnn  (Andreas  und  Eleue.  1840  S.  V  f.) 
fürchtete  ,.wenig  Widerspruch"  gegen  die  Annahme, 
„dass  das  deutsche  lleidenthum  seine  eigene  Poesie  und 
Sage  besessen,  ausgebildet,  nachher  aber  gegen  das 
Christenthum  eingebüsst  habe  .  .  .  Kaum  .Anfluge  des 
Neuen  und  Fremden  hat  die  nordische  Edda,  in  ihrem 
Umfang  lagert  breit  und  ungezwängt  das  Heidenthum; 
unter  den  früher  bekehrten  Hochdeutschen  hatte  die 
unmittelbar  dringende  Gewalt  der  lateinischen  Kirche 
inuner  auf  A'erniclitung  der  einheimischen  Ueberlieferung 
hingearbeitet  .  .  .  Im  altsäclisischen  Heliand  streift  die 
Darstellung  gei-ne  noch  an  ehmalige  Form,  aber  der 
vorgesteckte  heilige  Stoff  übte  zu  grossen  Einflnss.  Offen- 
bar waren  die  Angelsachsen,  deren  Geistlichkeit  der 
Muttersprache  befreundet  blieb,  am  nächsten  daran,  eine 
Vereinigung  beider  Elemente  zu  Stande  zu  bringen  .  .  . 
Es  ist  an  sich  nicht  ohne  Reiz  und  bringt  der  Forschung 
Gewinn,  die  lialbverschleierten  Ueberreste  heidnischer 
Poesie  in  ihn   frühsten  .Anfängen  der  christlichen  unter 


45 


1891.     Literaturblatt  für  geriuanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  2. 


4(i 


ili-ii  .\iigelsaclisen  aufzudecken  und  zu  betrachten.  Nirgend 
piiie  vortretende  Persiinlielikeit  der  Dichter,  alle,  vom 
Krbi^ut  der  \'orf;iIiren  zehrend,  wissen  gewandt  und 
reinliih  eine  selir  eig-enthüiniiche  Form  zn  handhaben." 
„Nicht  alsofrleich  Hess  das  Volk  von  angestammten  tief- 
wurzelnden Au.sdrncksweisen  und  die  christliche  Lelu-e 
gestattete  oder  trachtete  selbst,  ihren  milden  Sinn,  ihr 
innigeres  (ietülil  der  rauhen  Einde  des  frischkriiftigen 
Holzes  heidnischer  Ansclir.uungen  einzuimpfen,  woraus 
Zweige  trieben  und  Früchte  entsprossen,  deren  künst- 
liches Wachsthuni  etwas  Gestörtes  verriith,  noch 
nicht  alle  gesunde  Derbheit  der  alten  Säfte  verleugnet." 
Weniger  feintlihlig  sprach  sich  der  Bruder  in  der  Ge- 
schichte des  Reims  S.  181  aus:  „Die  alte  Darstellungs- 
weise wurzelte  in  der  grossartigen  aber  nngezähmten 
Naturkraft  des  Heidenthunis"  und  für  lange  .Tahre  hatte 
UIl^cre  Emiitindung  auf  diesem  Euhekissen  geschlummert. 
Ein  sdiarfer  Hauch  vuui  Norden  ist  losgebrochen  und 
das  sonnige  Bild  altgermanischer  Dichtung  ist  in  drücken- 
den Nebel  gehüllt  worden.  „Das  Zeitalter  des  reinen 
Glaubens  pflegt  nicht  das  der  Kunst  oder  Poesie  zu  sein. 
Die  Kunst  verlangt  eine  gewisse  Entfernung  von  den 
^■orstellungen  und  Gegenständen,  die  sie  behandeln  soll, 
damit  sie  dieselben  mit  genügender  Freiiieit  behandeln 
kann  .  .  .  Die  reichste  Entfaltung  der  Dichtung  kann 
erst  nach  der  Periode  fallen,  in  der  die  Eeliglou  noch 
unberührt  von  fremden  Einflüssen  in  ihrer  vollen  Kraft 
stand"  (E.  Sars,  Udsigt  over  den  uorske  historie  S.  171; 
H.  Petersen,  Ueber  den  Gottesdienst  und  den  Götter- 
glauben des  Nordens  wahrend  der  Heidenzeit  S.  118). 
E.  M.  Meyer  lässt  uns  in  seiner  Darstellung  altgerma- 
nischer  Poesie  von  dieser  packenden  Wendung  der  Gegen- 
wart, von  der  .,gestörten"  Empfindung  .Jac.  Grimms 
nichts  spüren.  Dem  inhaltreichen  Buche,  das  er  ge- 
schrieben, fehlt  ein  Centrum.  Der  Verfasser  steht  nicht 
auf  einem  Standpunkt,  zu  dem  er  seinen  Leser  heran- 
ziehen wollte.  Zahllose  Flocken  wirbeln  umher;  jedoch 
vergebens  ist  alles  Bemühen,  die  Axe  zu  tiudeu,  um 
welche  die  Bilder  sich  drehen.  Dem  Schreiber  der  Vor- 
rede ist  deutlich  zwischen  den  Zeilen  zu  lesen,  wie  un- 
geniüthiich  ihm  selber  bei  seinen  Wort-  und  Formellisten 
geworden  war.  Bei  einem  Buch  wie  dem  vorliegenden 
hätte  man  gerne  einmal  den  frisch  und  frei  zugreifenden 
Math  des  Fehlens  gewünscht:  die  rückhaltlose  Sicherheit, 
mit  der  die  Ueberlieferung  alliterirender  Dichtung  un- 
besehen als  altgermanische  Poesie  behandelt  ist,  wii-d 
schädlicher  sein,  als  sogar  ein  einseitig  ki'itischer  Standpunkt 
es  hätte  werden  können.  „Ich  verstehe  unter  altgerma- 
nischer  Poesie  die  uns  erhaltenen  Beste  stabreimender 
Dichtung  bei  den  germanischen  Stämmen  und  zwar  vor- 
zug-sweise  diejenigen,  welche  von  christlich  gelehrtem 
Einfluss  nicht  berührt  sind"  (S.  1).  Was  das  bedeutet, 
kann  durch  S.  42  ff.  (um  ein  Beispiel  herauszugreifen) 
illustrirt  werden.  Es  handelt  sich  um  die  Stoffe  der 
altgermanischen  Gedichte.  Zunächst  die  Welt  in  ihrem 
ganzen  Umfang.  Statt  den  dürftigen  Bestand  mit 
schlichten  Worten  zu  bekennen,  wüd  ungefähr  Folgendes 
geboten.  Neben  der  Volospö  wird  das  Wessobrimner 
Gebet  citirt  und  die  sog.  kleine  Volospö:  Anfang  oder 
Ende  der  Weltgeschichte  soll  z.  B.  (für  mich  sehr  über- 
raschend) die  VegtamskuCta  erzählen.  Beiden  Arten 
welthistorischer  Poesie  konnten  sich  später  christliche 
iiichtungen  anschliessen.  wie  einerseits  Heiland,  Krist 
(wariun  nicht  als  Otfrids  Evangelienbuch  citirt?  ist  Crist  ge- 
meint'?), ags.  Bibelgedichte,  anderseits  lluspilli  und  Domes 


dsej.  An  Grimnesmöl  und  ^'afIJI•ü(lIlesm6l  passen  sich 
solche  christliche  Stücke  an  wie  Hinnuel  und  Hölle  u.  s.  w. 
„Innerhalb  der  Weltbeschreibung  entsprechen  den  Liedern, 
die  nur  die  allerbedeutendsten  Momente  aus  dem  Welt- 
lauf erzählen,  solche  Gedichte,  die  aus  dem  Bereich  der 
Natur  nur  das  Merkwürdigst«  beschreiben;  sie  sind 
uns  aber  nur  durch  christliche  Stücke  der  ags. 
Poesie,  wie  die  Wunder  der  Schöpfung  und  die  Käthsel 
vertreten.  Meregarto  ist  etwas  anders  geartet,  und  die 
Symbolisirungen  von  Naturwundern,  die  man  als  'Pliysio- 
logus'  zu  bezeichnen  pflegt,  sind  von  Grund  aus  spe- 
cifisch  christlich-gelehrter  Art."  Andere  Aufzäh- 
lungen belehren  über  die  Bewohner  der  Welt  und  ihre 
Schicksale:  der  Verf.  kann  sich  nicht  versagen  „(Fischarten 
im  Euodlieb  XIII,  41  f.)"  anzufügen,  mit  demselben  Recht 
hätte  er  bei  der  vorausgehenden  Besprechung  der  Hc'ivamöl 
der  Lebensregeln  gedenken  können,  die  der  Ruodlieb 
enthält.  Als  Hanptzeuge  könnte  hier  allein  Widsip 
geltend  gemacht  werden,  dessen  christlich-gelehrtes 
Wissen  ihm  das  Bürgerrecht  im  Kreise  altgermaniseher 
Sänger  versagt  (Michel  Beitr.  XV,  377  ff.  ist  für  mich 
allerding-s  noch  nicht  annehmbar).  Ob  in  altgerman. 
Poesie  auch  schon  Berufung  auf  Quellen  in  all  den 
Formen  stattgefunden  hat,  wie  sie  S.  377  gehäuft  sind, 
diese  Frage  möchte  ich  kaum  aufwerfen:  warum  ist 
daselbst  nicht  auch  Elene  825.   1255  citirt V  u.  s.  w. 

Zu  verwundern  bleibt  in  erster  Linie,  dass  der  Aus- 
blick auf  Dichtungen  jüngeren  Datums  sich  nicht  auf 
die  volksthümliche  Epik  des  12.  Jahi-huuderts  erstreckt 
hat,  die  erwiesenermassen  so  reichen  Ertrag  an  alt- 
ererbten Formeln  bietet.  Ich  erspare  mir  am  Wege 
liegende  Verweise  und  hebe  zur  Rechtfertigung  nur-  ein 
kleines  unscheinbares  Beispiel  heraus.  In  der  Darstellung 
bei  Meyer  S.  30  ff.  fehlt  ein  Hinweis  darauf,  welch 
mächtigen  Factor  in  der  Werthschätzung  des  edlen 
Charakters  die  Geradheit,  Ehi'lichkeit  und  Offenheit  aus- 
machte, cfr.  Rückert,  Kulturgeschichte  I,  95.  Man  ver- 
gleiche hierzu  den  Rückblick  auf  die  gute  alte  Zeit  im 
König  Eother  v.  4500  ö'.  mit  der  Schilderung  des  Goten 
Frawitta,  wie  sie  Eunapius  (Müller,  Fragm.  histor.  graecor. . 
lY;  Bessel,  Goten  in  Ersch  und  Grubers  AUg.  Encycl. 
Sect.  I,  LXXV,  167)  entwii-ft.  Schritt  für  Schritt  macht 
sich  der  Mangel  an  Kritik  bei  Aufnahme  der  Materialien 
fühlbar.  Die  leichtbeschwingte  Phantasie  ist  vorschnell 
ziu-  Hand,  mit  den  schutzlosesten  Positionen  einen  Organi- 
sationsplan zu  skizziren,  mit  dem  sich  Alles  erreichen 
lässt,  nur  nicht  die  Befriedigung  des  Lesei-s,  den  es  so 
mächtig  drängt,  durch  Dornen  und  Gestrüpp  in  die 
Ruhmeshalle  altgermanischer  Sänger  zu  gelangen. 

Wie  viel  Fremdartiges  ist  hereingekommen,  wie  viel 
WerthvoUes  ist  kaltblütig  ausgeschlossen!  S.  122  ff', 
findet  sich  eine  wortreiche  Sammlung  einfacher  poetischer 
Synonyma  unter  Stichwörtern  geordnet.  Ich  vermisse 
mancherlei.  Dass  aber  in  einer  Beschreibung  der  alt- 
germanischen  Poesie  nach  üu-en  formelhaften  Elementen 
all  das  fehlt,  was  die  aUiterh-enden  Gedichte  selbst  über 
Lied  und  Gesang,  singen  imd  sagen.  Dichter  und  Denker 
ttns  hinterlassen  haben,  wii-d  nicht  bloss  mich  enttäuschen. 
So  fehlt  denn  auch  unter  den  Idealgestalten  (S.  36)  der 
Sänger  und  Held,  nicht  Bragi,  der  Sängerahn,  ist  hier 
genannt,  noch  Starkapr,  dem  die  Lieder  durch  Odinn  selbst 
die  Dichterweihe  und  den  Heldensinu  haben  verliehen 
sein  lassen.  Der  Herausgeber  von  Scherers  Poetik  hätte 
auch  mit  Bezug  auf  S.  180  dieses  Buchs  den  Sänger 
am  Hofe   des  Königs   herzhatter  als  gleichberechtigt  in 


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1891.     Litcratnrblatt  fDr  germanische  und  romanisolie  Philologie.     Nr.  2. 


-|s 


(las  Gefolge  einreihen  können  (S.  55  f.).  Wie  fern 
grerade  diese  Benifcklasse  den  Gedanken  des  Verf. 's  ge- 
legen hat,  bezenfrt  anch  S.  33   f. 

Geradezu  betrübend  war  mir  ein  schwerwiegendes 
Versäninniss.  Es  lassen  sieh  Gründe  denken,  weshalb 
die  älteren  .Skaldengedichte '  so  wenig  ausgenützt  worden 
sind;  nicht  zu  rechtfertigen  ist  dagegen,  dass  im  vor- 
liegenden Buch,  das  willig  den  Waltharius,  Rnodlieb  und 
andere  Zeugnisse  in  der  Gelelirtensprache  aufgenommen 
hat,  .Saxo  Grammaticus  so  gut  wie  unbenutzt  geblieben 
ist-.  Gerade  von  R.  JI.  Jleyer  hatten  wir  uns  licht- 
volle -Aufschlüsse  über  die  literarische  Technik  der  in 
die  llistoria  Danica  aufgenommenen  poetischen  Stücke  ver- 
sprechen können.  Die  Untersucliung  ist  im  höchsten  Grade 
dankenswerth,  und  da  wir  die  Muster  seiner  Latinität 
kennen,  seiir  erleichtert,  kleine  .Sache  kann  es  an  dieser 
Stelle  nni'  sein,  auf  die  Fülle  des  Reichtliunis  echtgerma- 
nischer  Poesie  in  dürren  Citaten  aufmerksam  zu  machen. 
Zunächst  anknüpfend  an  den  T3'pus  des  Sängers  xuid  des 
Helden  nenne  ich  den  lloldaniis  .  .  condendorinn  patrio 
more  ponudtum  perit'ni  diserfus  ttec  afidefica  minus 
virtitfc  <pi<im  re<j}<i  pofestate  roiispictiiis  (ed.  Müller- 
Velschow  I,  325),  oder  Tofar  und  Hinlfo  . .  insfrucfis- 
ad  helhi  rorpiiribiiit  .  .  .  poescx  qitO(jur  patrio  scrmone 
rontcrere  promptissime  cullucnoit  (1,  378).  Hiarnii.'!, 
Danicue  admodum  poesits  peritus,  .  .  .  more  suo  harha- 
rtim  condidit  metrum  . . .  aiidorem  Dani  diademate 
munerati  sunt  (I,  258).  Von  der  Schilderung  des  Rotherus 
bei  Saxo  T,  110  brauche  ich  wohl  nicht  ausführlicher  zu 
reden.  "Wie  einzig  schön  ist  die  Geschichte  der  Syritha 
(I,  330  ff.),  deren  Typus  eine  werthvolle  Ergänzung  zu 
Meyer  S.  37  hätte  liefern  können.  Die  Frau  erscheint 
nicht  bloss  edel  und  verehrenswerth  (S.  39),  für  alles 
Andere  mögen  Saxos  Stvavilda  (I,  414)  und  Gunvara 
(I,  183)  als  Typen  körperlicher  Schönheit  genannt  werden. 
Es  ist  übrigens  auch  nicht  ganz  genau,  wenn  nach  S,  40 
im  (iegensatz  zur  homerischen  Dichtung  die  männliche 
Schönheit  verschwiegen  wird.  Nicht  bloss  Baldr,  son- 
dern auch  Loki  reizt  durch  seine  Schönheit  (SnE.  I, 
104.  II,  271),  erwägenswerth  bleibt  jedoch  bei  dem 
Mangel  älterer  Zeugnisse  das  von  Bugge  (Studien  S.  78) 
aufgestellte  Muster  Lucifers.  In  dieser  Frage  fällt  Saxo 
belangreich  ins  Gewicht:  Tunr  Svauhuita  speciosissimum 
lincamentonim  ejus  liithitum  ruriosiori  coutemplatione 
lustriitum  impensius  odmiratiif  Regihus  te,  iuquit,  non 
servis  editum  praeriidiuns  luminum  vibratus  elo- 
quitur  etc.  (I,  70).  Rolvo  . . .  vir  corporis  unimique 
dofilms  venustus,  qui  staturae  mugnitudinem  pari 
virfutis  hdhitu  rommendaret  (I,  83).  Auch  Cassiodor 
hebt  an  der  bekannten  Stelle  (Var.  XI,  1)  hervor:  eni- 
tuit  Unimundus  forma,  was  auch  Jordaues  aufge- 
nommen hat.  Wichtig  wäre  gewesen  in  demselben  Zusam- 
menhang hervorzuheben,  wie  absichtlich,  offenbar  schul- 
gemäss,  Obscönitätea  vermieden,  unanständiges  Wesen 
nur  bei  den  Riesen  zu  Worte  kommt  (vgl.  die  Gjalp 
der  Pörsdräpa  u.  a.;  Saxo  I,  183.  210.  327).  So  be- 
geistert man  auch  die  „mute"  des  altgermanischen 
Herrschers  feiern  mag,  S.  54  war  der  Geiz  zu  erwähnen: 


'  S.  375  ist  vom  Auflachen  in  bcilcutungsvnllen  Augen- 
blicken gehandelt,  hldir-rlliä!  SnK  I,  800  liefert  einen  nicht 
zu  unterschätzenden  l'.inzrlbeleg  —  einer  für  vielr. 

■  Von  der  ül)rigen  lateinisclien  Litcrntur  sehe  ich  hier 
ab.  Bei  den  Orussformeln  S.  ;W4  hätte  doch  z.  B.  genannt 
werden  können  :  laete  vir  iloniinr,  laetißcv  rfx  Jac.  Grimm, 
Mytliol.«  III,  7.5.     Monum.  Germ.  II,  733. 


von  Atishis,  Ilothlirodi  ßVnis  lesen  wir  bei  Saxo  1. 
83  ff.  hie  u  pucro  lilrndifatis  odio  imhufiis  <ideo 
pernniae  triiax  r.rlitit,  ut  miniifirum  hahvri  in/amiae 
loro  durert't;  vgl.  namentlich  I.  !'7  f.  urr  prufuit  hosti 
ceiisiis  iucrs,  quem  lom/o  aridiis  nnnnlaccrat  <ieco 
u.  s.  w.,  eine  in  ihrem  Zusammenliang  selir  charakteristische 
Stelle;  zu  der  liochsinnigen  Freigebigkeit  Rtdvos  liefern 
ferner  Saxo  I,  133.  134  weitere  imlividuelle  Parallelen. 
leipitionis  praemlum  I,  185.  Schatzvertlnilung  an 
Kriegslente:  raptivam  rex  (Frotho)  priKilatii  miltli 
disparticit  uti  si\  fotiits  acarifine  c.rpcrtrm  et  a  uimiii 
rerum  rupiditatc  aoersum  solius  (/hiriac  lurrum  appetere 
tesfuretur  I,  254.  Vgl.  I,  3G7  (Hnraldns  Hildetaud). 
I,  86.  108  (Rolvo).  Geschenke  werden  vom  Gaste  mit- 
gebracht 1.  203.  .Vnlässlidi  der  Wahrzeichen,  die  der 
Helden  Geburt  begleiten  (S.  55)  war  auf  Saxo  I,  272 
zu  verweisen,  für  die  .lugendgeschichte  hätte  Saxo  lebens- 
vollere Bilder  geliefert  als  die  Stellen,  auf  welclie  Meyer 
den  Leser  verweist,  vgl.  I,  110.  180.  272.  2!)9.  321. 
353.  II,  145.  Dass  die  Gewalttliaten  nicht  so  vereinzelt 
stehen  (wie  S.  59  zu  lesen),  darüber  hätten  schon  die 
»htiuf/scvrk  eines  Bessern  zu  belehren  vermociit,  aus 
Saxo'citire  ich  I,  188.  189.  351.  353.  393.  412.  Die 
grosse  Tragödie  am  Hofe  des  Ernianaricli  bleibt  auch 
in  der  Grausamkeit  unerreicht,  die  einzelnen  R(dlen  zu 
verwerthen  wäre  dankbar  gewesen  und  hätte  zur  Sache 
gehört.  Für  die  Einzelheiten  des  Krieges  erinnert  sich 
der  Leser  an  Tacitus  Germ.  c.  14,  vgl.  Saxo  I,  108. 
90  ff.  von  dem  hcUum  Bracirum  nicht  zu  reden.  Bei 
dem  Interesse  am  Neben  werk  (S.  61  f.)  bitte  ich  Stellen 
wie  Saxo  I,  193.  212  nachzulesen,  der  altgermanische 
Sport  hätte  überhaupt  in  etwas  breiterer  Ausführung 
gegeben  werden  dürfen;  ich  führe  aus  Saxo  ferner  an 
I,  267  (carmeii  cijnicum).  I,  198  ff.  Für  die  Schelte 
w'ar  das  klassische  Stück  des  Starkajn-  gegen  Ingellus 
I,  303  doch  kaum  zu  entbehren.  Für  die  Scheltkunst 
der  Frauen  ergänzen  Gnfvara  quac  eximiae  procaci- 
tatis  farundia  qiiautiimlihet  discrtos  <tr  loquares 
encroarc  solchat  I,  181  oder  Stpinc  et  l'lcilda  .  .  . 
crehra  nohilitatis  contentione  rixautfs  I,  320  die  be- 
kannten Belege.  Das  Urbild  des  Narren  tunc  qiiidam 
petulantioris  (julne,  prosrriptam  liihmdi  rnnsuctudinem 
dcßens,  altuni  (-(dliditatis  gcnus  rompicxus,  uooam 
voluptati  liceutiam  repcrit  .  .  dcliriarum  usum  a  ridi- 
culi  operis  acumiue  mutuafiis  etc.  (I,  417)  hätte  eine 
neue  Farbe  in  die  Darstellung  gebracht.  Für  die  Witz- 
kämpfe war  SnE.  I,  394  ff".  Saxo  I,  84.  205.  210.  430 
zu  beachten.  —  Wie  prägnant  wusste  Saxo  I,  185  f. 
den  Typus  des  altgermanisclien  Liebhabers  (zu  S.  64) 
I  zu  definiren:  Summinn  in  proco  citium  dcsidia  fuit. 
j  Nihil  niagis  in  »iiptiaruiii  petitore  quam  daritatis 
1  innpia  damnaliatitr.  Sola  t/loriac  uhertas  ccterarum 
j  rerum  opideutium  exhihehat.  Piivllae  quoque  nou 
tarn  procantium  se  formas  quam  rdita  speciose  faei- 
nora  mirahantur\  vgl.  dazu  Mädchenfiguren  wie  die 
Alvilda  I,  335  oder  Sygne  I,  338,  nicht  zu  vergessen 
die  Liebestreue  der  Gunvara  1,  218.  —  Was  die  All- 
tagsbeschäftigungen anlangt  (,S.  65  ff'.),  so  war  das 
Schwimmen  nicht  so  vernaclilässigt,  wenn  ich  nur  Saxo 
I,  110.  186.  215  aushebe;  für  die  (selbstverständliche) 
Kunst  des  Schiesseus  hätte  Saxo  I,  269  wenigstens  eine 
Belegstelle  abgegeben.  —  Ueber  Musik  bei  der  Mahlzeit 
und  andern  Gelegenheiten  hat  Müller  in  den  Notae 
uberiores  11,  108  ft".  Einiges  gesammelt,  vgl.  ferner 
Saxo  I,  301.    und    für  die  Erzählung  von   Heldenthaten 


49 


1891.    Literaturblatt  fttr  gerraanisclie  und  roraanUohe  Philologie.    Nr.  2. 


50 


ist  die  schöne  Stelle  im  Scheltlied  des  Starka])!'  auch 
nicht  auss^cnUtüt :  Umle,  mm  irr/um  fihiU  ca)iun(nr 
et  (liirinti  odfcs  mcmorant  triiDiqjlios,  pallio  vulhiiii 
piiililti(ii(/Hs  iibdo  iicrfore  frisfi  (I,  312),  so  wenig  als 
für  den  heiteren  Sclierz  Saxo  I,  185,  dessen  derbere 
Formen  (wie  Saxo  I,  85)  doch  wohl  anregender  gewirkt 
liabcn  mögen.  —  Merkwürdig  düiftig  ist  ausgefallen, 
was  S.  ')8  über  das  Intei'esse  an  Thieren  zusammen- 
getragen ist,  wo  im  Gegensatz  zur  altgermanisi-hen  Dich- 
tung dem  Dichter  des  Euodlieb  wieder  ein  verbindliches 
Ciimpliment  gemacht  wird.  Hat  liier  Meyer  an  I^rynisUvifta 
.")  nicht  gedacht?  an  den  Hüllenhuud  in  VoIüsim;  und 
^■egtamskvi(ta■:'  Saxo  I,  260.  .368.  397.  414  ist  nicht 
bliiss  Einiges  über  Hmide,  sondern  auch  zugleich  über 
i'fiide  zu  lesen,  der  achtfnssige  Slcipiicr  (nebst  Scaäel- 
Jdrr  und  den  Enssen  des  Freyr  und  Heinulallr  etc.)  ist  auch 
dem  Cn-diichtniss  Mej'ers  vorausgerannt;  rolo  im  Jlerse- 
burger  Zauberspruch.  —  Für  Kleidung  und  Schmuck  sei 
ergänzend  auf  Saxo  I,  298.  102.  287.  3üO  verwiesen, 
um  nicht  an  des  alten  Hildebrand  uuntane  houga  zii 
erinnern.  So  wäre  noch  fortfahrend  viel  Schönes  ein- 
zuschalten. Ich  will  bei  dem  Abschnitt  über  die  Motive 
nicht  länger  mich  autlialteu  und  schliesse  mit  den  Helden- 
worteu  Saxos  (I,  214),  die  gelegentlich  des  Nachruhms 
(S.  72)  wären  anzuführen  gewesen:  Quid  vifa  donas, 
'jueni  (/loria  j^poliasfi  'i  Sororem,  regniim,  (jazam, 
sKppeUccfdem  et  (ptod  iis  majus  est,  daritudinem  per- 
ilidi  . .  .  Xiliil  cahimlfosis  jucuvd'ms  movte  . . .  si 
f'ifo  ferritm  iiegafis,  propr'm  mihi  manu  cladem 
iDiifirisrendam  cuvaho.  Von  der  negativen  Seite  kommt 
die  altgermanische  Auffassung  zum  Ausdruck  in  dem 
wenig  beachteten  Sprichwort,  das  in  der  Briefsammlung 
des  Honifatius  (.Taffe,  Monumenta  Moguntina  S.  311) 
überliefert  ist:  oft  dwdluta  d6me  foreldit  sigisipu 
■^((hw(em  sinjltit  pi  dna.  Vgl.  ferner  Zs.  f.  d.  A.  31, 
54  ff.  S.  73.  Auf  die  Bedeutung  der  Zeit-  uud  Zahlen- 
angaben hat  in  neuerer  Zeit  am  nachdrücklichsten  Vogt, 
Salman  uud  Morolf  S.  C'XLIII.  CLV  aufmerksam  ge- 
macht; Jac.  Grimm  EA.  207  ff.  durfte  nicht  übersehen 
werden.  Aus  Saxo  bieten  sich  Nachträge  auf  jeder 
Seite.  Zur  Neunzahl  I,  291.  94.  II,  268  (Dietz,  Sibyl- 
linische  Blätter  S.  41).  Elf  Saxo  I,  35ii.  385.  389. 
Siebzig  Saxo  I,  356.  373.  Hundertzwanzig  Saxo  I,  393. 
Huudertvierundvierzig  Saxo  I,  389.  Höchste  Zahlen 
Saxo  1,  233.  237.  246.  252.  385.  390.  463  u.  a.  — 
Die  Eefrainstrophe  Saxo  I,  38  (vgl.  II,  56)  ist  S.  347 
von  Meyer  angeführt,  dagegen  I,  245  f.  ist,  man  sieht 
niciit  ein  warum,  nicht  der  Ehre  gewürdigt  worden. 
Mich  interessiren  in  höherem  Grade  die  Sprichwörter 
(vgl.  Scherer,  Poetik  S.  11.  88,  üsener  Altgriech. 
Versbau  S.  44  fl'.)  uud  ich  freue  mich  über  den 
Abriss  bei  Meyer  S.  452  ff.,  kann  aber  trotzdem 
mein  Erstaunen  nicht  verhehlen,  dass  in  der  bimt- 
scheckigen  Literatur  nicht  die  MSDeukmäler-  S.  43  ft'. 
350  fi'.  genannt  sind.  Auf  das  rerhum  Saxonicinn  der 
Jlouumenta  Moguntina  ist  bereits  hingewiesen.  Unser 
Saxo  ist  S.  457  auch  mit  einem  Sprichwort  „aus  echt 
germanischer  Anschauung  heraus"  genannt.  Saxo  I,  195 
ist  bereits  in  den  Denkmälern  S.  359  angezogen,  die 
Historia  Danica  ist  jedoch  eine  hervorragend  reiche 
Fundgrube.  Ich  möchte  Einzelnes  ans  Licht  bringen. 
Zunächst  greift  auch  hier  typisch  die  Kerngestalt  des 
Ericas  ein,  von  dem  es  I,  194  heisst:  Ericas  . .  ad 
sammum  liaiiianae  sapientiac  poiidus  evasit.  Es  ist 
interessant  zu  hören,  was  man  durunter  verstanden  hat: 


Qtiippe  epnli  vigor  supra  quam  credi  poterat  mnniam 
Uli  ftcientiaram  copitrm  ingencravit,  ita  nt  etiam  fcri- 
nuram  pecadaliamqac  vocam  intcrpretufionc  callerct. 
Neqiie  enim  solam  harminaram  rernm  ^^p/vV/.v.s- (;««.< 
erat,  verum  etiam  se)if:ualeft  hrutorum  sonos  ad  ccr- 
tarum  affectionum  intelUgenfiam  referehat.  Prac- 
ferea  tarn  comia  atque  ornafi  eloquii  erat,  ut 
quicquid  disserere  cuperet,  confinuo  pro- 
cerhiorum  lepore  jioliret  (vgl.  I,  232  cxquisitis 
dictoruDi  seutentiis  cuUcrr)  und  thatsächlicli  hält  Ericns 
I,  190  f.  eine  Anrede,  die  sich  vollständig  aus  sprich- 
wörtlichen Sentenzen  zusammensetzt:  Saepjc;  iniuicns, 
alieni  appetitores  proprio  prioari  solere  meminimuH. 
Suepe  ambornm  raptator  ufriaxque  perdifor  fuif. 
Priievalidum  enim  oportet  alilcm  e.ixe,  qui  praedam 
idius  nngnibus  extrahere  cupjiat.  Animat  te  fruntra 
internus  regionis  licor,  quem  plerumquc  Iiosfilis  ex- 
plodif  adientas  w.  s.  w.  (Eydberg,  ündersökningar  J, 
599).  Sprichwörter  finden  sich  ferner  bei  Saxo  I,  27. 
58.  71.  73  f.  95.  106.  109.  195.  198.  199  ff.  202. 
204.  207.  285.  430.  440.  460,  von  andern  Stellen  ab- 
gesehen, die  in  engster  Beziehung  zu  Hövamöl-Sprüchen 
stehend  für  die  Erklärung  dieser  Spruchsammlung  höchst 
werthvoU  sind.  Ich  will  damit  Saxo  Grammaticus  ver- 
lassen; ich  werde  andern  Orts  von  ganz  anderer  Seite 
her  mich  eingehender  mit  ihm  zu  beschäftigen  haben 
und  möchte  diüngend  bitten,  nicht  auch  ihn  unter  der 
Vernachlässigung  der  lateinischen  Literatur  leiden  zu 
lassen.  Für  die  Geschichte  der  Spielmannsmotive  sollte 
er  auch  einmal  systematisch  untersucht  werden. 

Bei  einem  Buch,  das  nicht  für  Liebhaber  geschrieben' 
ist,  gibt  für  die  Kritik  das  verarbeitete  Quellenmaterial 
die  Entscheidung.  Wir  stehen  nicht  mehr  auf  dem 
Standpunkt  des  Leichtglaubens,  der  sich  einredet,  es 
lasse  sich  auch  mit  unvollständigem  oder  unvollkommenem 
Material  eine  Beschreibung  liefern.  Ich  versage  mir, 
noch  nachdrücklicher,  als  es  bereits  geschehen  ist,  auf 
Lücken  und  Mängel  hinzudeuten  (F.  .lönsson,  Arkiv  f. 
nord.  Filol.  VI).  Die  ganze  Anlage  des  Werkes  kann 
ich  nur  lühmend  anerkennen,  die  Klarheit  der  sachge- 
mässen  Disposition  ist  denn  auch  dem  Vortrag  sehr  zu 
statten  gekommen.  Ohne  alle  Stileigenthümlichkeiten  M.'s 
zu  empfehlen  (vgl.  Wilmanns  IJLZ)  —  dem  Leser  ist  wohl 
bei  der  gleichmässigen  Wärme  der  Empfindung,  die  den 
Stoff  belebt,  schade,  dass  ein  gar  zu  häutiger  AVecbsel  in 
grellen  Licht-  und  Farbeneftecten  daran  erinnert,  dass  der 
Autor  beabsichtigt,  uns  nicht  ermüden  zu  lassen.  Die  wort- 
reiche Breite  möchte  ich  gerne  vertheidigen,  weil  sie 
niemals  zu  vermeiden  sein  wird.  *  wo  ein  Entwicklungs- 
prozess  geschildert  wird.  I)azu  hat  denn  auch  der  Verf. 
immer  wieder  sehr  ernst  Anlauf  genommen,  leider  —  ich 
muss  darauf  zurückkommen  —  ohne  sich  einen  festen 
Ausgangspunkt  gewählt  zu  haben.  Denn  was  als  solcher 
bezeichnet  werden  könnte,  das  Axiom  (S.  21),  die  in 
der  Poesie  herrschenden  Ideen  seien  uns  in  der  Eeilie 
der  Eunennamen  überliefei't,  ist  unter  allen  Umständen 
einseitig  und  unfruchtbar.  Es  ist  sogar  unmöglich. 
V.  Liliencron,  Zur  Eunenlehre  S.  21  hatte  unter  mälrünar 
diejenigen  Euneu  verstanden,  durch  deren  Cumbination 
mittelstder  Kemiiugar  die  Versmaterie  ausgedrückt  werden 
konnte.  Er  hatte  treffend  erkannt,  dass  die  altuordisihe 
Poesie  fast  ausschliesslich  auf  dem  Substantiv  beruht, 
Adjectiv  und  Verbura  eine  durchaus  tuitergeorduete  Rolle 
spielen  (vgl.  für  das  letztere  die  richtige  Auffassung  bei 
Meyer  S.  148.    196  ff',  u.  ö.),  dagegen  hat  er  kein  Ghick 


51 


18!U.     Litcrnturblatt  für  ijeiiiniiii'^flu-  umi  ruiiiHiiische  Philologie.     Nr. 


pehabt  mit  seiner  Entdeckung,  dass  die  Runennamen  die 
ganze  Bigriffsjiliiire  der  ältesten  Zeiten  umfassen,  wenn 
man  sie  nur  richtig  zu  combiniren  wisse,  v.  Liliencron 
war  iKuli  mit  Jen  10  Substantivi'U  ausg-ekonnnen,  Meyer 
setzt  sein  Kartenspiel  (nach  den  Fnrseliung-en  AVimuiers) 
aus  24  Mildern  zusammen  und  will  darin  den  Sclilüssel  zu 
dem  great  Krj'ptog-ram  altgermanischer  (nicht  bloss  alt- 
nurdischer)  Poesie  gefunden  haben.  Es  ist  eine  ver- 
breitete Ansiclit,  der  Bugge,  Studien  S.  374  ff.  in 
anderem  Sinne  Ausdruck  verliehen  hat  mit  den  Worten: 
an  die  Runen  (^tlins  sei  seine  manische  Herrscliaft  über 
die  ganze  äussere  Natur  und  über  den  Sinn  der  JK-nschen 
gebunden  und  seine  Runenkenntniss  stehe  in  engster  Ver- 
bindung mit  seiner  Tüclitigkeit  als  Skalde;  diese  Vor- 
stellung sei  gemeingermanisch.  Trotz  aller  Einwände 
lUsst  sich  das  letztere  beweisen.  Aber  man  sollte  nicht 
vergessen,  dass  wir  über  das  Rnnenwesen  noch  voll- 
ständig im  Dunkeln  tapiien.  I>ie  berühmte  Stelle  der 
Sigrdrifnmöl  v.  9  ft.  stellt  die  Kategorien  auf:  l'j<iy(/- 
nhiar,  hrlmrünur,  limrihiar,  mälnniar,  hi<gnhi(ir; 
wir  kennen  ferner  nigninar,  valrünar  und  qlriinar. 
Ausgedehnter  sind  wir  nur  über  die  hiigrünar  (ags. 
hi/jcninf)  unterrichtet,  v.  Liliencron  hatte  sich  aus  den 
niölnhiiir  etwas  zurechtgelegt,  was  sie  niemals  bedeuten 
können,  Meyer  handelt  überjiaupt  nur  von  den  (höchst 
bedenklich  überlieferten)  Kunennamen  und  geheinmisst 
in  dieselben  hinein,  was  Andere  von  den  hugrunar 
(Bugge,  ühland)  verstanden  wissen  wollten.  Dhland 
ausgehend  von  SnE.  I,  214  i  rünnm  e<ta  i  skakhka2} 
(in  r.  II,  294  fehlt  i  rihnitn)  sah  in  den  hui/nUiar 
(Schriften  III,  275)  die  dichterischen  Bilder  der  Mj'tho- 
logie.  in  der  tTÖtterglaube  und  Weltanschauung  sich  ver- 
künde. All  das  lässt  sicji  iiören,  denn  es  ist  in  dem 
Terminus  hngrünar  sprachlich  begründet.  Dass  sie  sach- 
lich und  ursprünglicli  ganz  anders  aufzufassen  sind,  dass  sie 
mit  dem  germanischen  Orakelwesen  in  engster  Verbindung 
stehen,  werde  ich  in  einer  zusammenhängenden  Darstellung 
des  letzteren  erliärten.  Nur  so  weit  es  sich  um  die  Knnen 
des  Cult-  und  Zauberwesens  handelt,  beanspruchen  sie 
gemeingerraanisclie  Geltung  (vgl.  Sievers,  Pauls  Grund- 
risss  I,  238),  nicht  streng  genug  können  davon  die 
Schriftzeichen  und  ihre  Namen  geschieden  werden,  die, 
wie  ihre  Geschichte  lelirt,  für  die  germanische  Vor- 
steljungswelt  Fremdlinge  gewesen  sind.  Dass  die  Namen 
gerade  Substantiva  und  zuweilen  iniialts-  und  begritts- 
schwer  sind,  ist  gewiss  ebenso  zufällig,  wie  die  Namen 
der  lateinischen  Buchstaben,  deren  Muster  die  germa- 
nischen vielleicht  ihre  Entstehung  verdanken.  Für  die 
Theorie  Meyers,  dass  die  Runen namen  eine  bestimmte 
.\rt  der  Rnnenanwendui\g  bezeichnen,  bitte  ich  um 
thatsächliche  Belege;  was  S.  23  ff.  zu  lesen  ist,  beruht 
auf  irrthümlichen  Vorstellungen.  Ein  Beispiel.  Nuiip 
(S.  25.  27)  Soll  als  einzelnes  Runenzeichen  verwendet 
worden  sein,  um  Kriegsfessel  zu  sprengen,  wie  sül  nichts 
anderes  bezweckt  haben  könne,  als  w'as  das  Eis  löst. 
Ich  mache  auf  eine  kaum  bemerkte  Stelle  bei  Biieda  in 
der  Kirchengeschichte  IV  C.  22  aufmerksam:  Imnia 
sollte  gefesselt  werden,  alle  Bande  springen,  scliliesslich 
fragt  der  romes:  mt  forte  litcrax  solnforios  de 
ijunUhiis  ffihultie  feruxf  apiid  sc  linheret,  propter 
(j)i(is  ligari  non  posnet.  Auch  .Skirnesm.  3()  werden 
ausser  Jnirf!  noch  drei  weitere  Stäbe  genannt.  Was 
bedarf  es  weiter  Zeugniss?  Ich  Imbe  aucJi  einmal  irgendwo 
von  griechischen  ttfjttun  '/(jäftfKtTu  gelesen;  was  ist 
damit  gemeint? 


Die  Ausstattung  des  Bnclies  macht  der  Verlagstirma 
wieder  alle  Ehre,  leider  sind  noch  viele  Druckfehl»'r 
stehen  geblieben. 

Marburg.  Friedrich  Eanffmann. 

Kelle,  .lüliann.  l'ntersuehungen  znr  reberlieferung, 
lebersetzun^r,  tirainmatik  der  Psalmen  Nutkers. 
(Si'liriftcn  zur  geriiianisrlifii  PliilnloKie  hrsg.  von  Max 
Röiligor,  3.  lieft.»  licrlin,  WuiJiiiaiin.  ISSil.  X,  153  S.  8. 
M.  7. 

Keiles  werthvolle  Untersuchungen  über  die  Flexions- 
formen in  Notkei-s  Spradie  sollen  in  diesem  Hefte  ihren 
Abschluss  finden.  Die  Psalmen  bestätigen  die  an  Boethius, 
:  M.  Caiiella,  .\ristoteles  gemaciite  Beobachtung:  die  Ueber- 
einstimmnng  der  Formen  bis  ins  kleinste  Detail  ist  eine 
i  derartige,  dass  an  dem  einen  Uebersetzer  nicht  gezweifelt 
werden  kann.  Zusammengehalten  mit  den  Argumenten 
Baechtolds  (Gesch.  der  deutschen  Lit.  in  der  Schweiz 
S.  73  ff.),  ist  der  durch  Keiles  Fleiss  und  Sorgfalt  ge- 
führte inductive  Beweis  im  Stande,  die  santgallische 
,.Uebersetzerschule"  aus  dem  Gebiet  der  Wirklichkeit 
zu  verweisen. 

Der  ei-ste  Abschnitt,  behandelt  ausführlich  die  Ent- 
stellung der  Rostgaardschen  .\bschrift  des  de  la  Loubere- 
schen  Psalmenexemplars  und  ihre  textkritische  Bedeutung 
neben  dem  santgaller  Codex  21. 

Die  Zusammenstellung  der  Formen  folgt  ortho- 
graphischen, nicht  sprachgeschichtlichen  Rücksichten: 
Kelle  sagt  z.  B.  beim  Praet.  der  schwachen  Verba 
(S.  69):  „Von  ml,  Id  und  ;•(/  fällt  d  vor  dem  Suffixe 
aus",  z.  B.  heiinnfa,  fershulföii,  iiuirirtöii.  Man  wird 
an  diesen  das  Wesen  der  Sache  nicht  treffenden  Aus- 
drücken keinen  .\nstoss  nehmen.  Nicht  zu  billigen  ist 
es  dagegen,  wenn  der  Schein  einer  genetischen  Erklärung 
eingemengt  wird:  z.  B.  S.  5ti  bei  dem  Praet.  von  skepfo: 
,,pf'  geht  unter  dem  Einflüsse  des  langen  Vokals  aus- 
und  inlautend  in  /  über:  geskuof.'^  Oder  S.  t>6:  „gremo 
tcelo  Zell)  sind  [im  Praet.]  als  langsilbig  behandelt: 
fvcltci,  giamda  etc."  —  Wir  zweifeln  nicht,  dass  der- 
artige irreführende  Wendungen  in  der  „Lautlehre  der 
Notker.schen  Sprache",  die  der  Verf.  in  Aussicht  stellt, 
vermieden  sein  werden. 

Berlin.  .\ndreas  Heusler. 


Kelle,  Jobann,  Die  S.  Gallcr  Deutschen  Schriften  und 
Notker  Labco.     (Abhanfllungen    der  bavr.  Akademie    der 

Wiss.Miscliafteii  1888,  S.  207-280.) 

Kelle  zeigt,  dass  der  Schiltcrsche  Abdruck  der 
Psalmen  nicht  auf  Cod.  Sg.  21  zurückgeht,  sondern  aus 
derselben  Quelle  wie  dieser  stammt;  über  diese  Quelle 
ist  nichts  weiteres  zu  ermitteln,  als  dass  sie  nicht  das 
Original  war.  Das  Basler,  Seoner  und  Wallersteiuer 
Bruchstück  gehen  auf  die  gleiche  Vorlage  zurück,  wahr- 
scheinlich auf  die  Abschrift,  die  1027  in  St.  Gallen  von 
dem  Originale  geuonnnen  Avurde,  als  das  t)iiginal  der 
Kaiserin  Gisela  ausgefolgt  wurde.  Das  Schicksal  dieser 
ersten  Abschrift  wird  von  Kelle  weiter  verfolgt.  Wenig 
ist  über  die  Schicksale  des  Cod.  Sg.  21,  nichts  über  den 
Verbleib  des  Originals  zu  ermitteln  gewesen.  Kelle 
stellt  dann  weiter  die  Gründe  zusammen,  die  die  Einheit 
des  Uebersetzers  der  St.  (Tallischen  deutschen  Schriften 
erweisen  und  gibt  damit  zugleich  Beiträge  zur  Charak- 
teristik desselben.  Er  zeigt,  dass  Adjectiva  und  Artikel 
vor  lateinischen  Wörtern  stets  das  lateinische  Genus, 
nicht  das  des  entsprechenden  deutschen  Wortes  berück- 
sichtigen; legt  die  Art  der  Erklärung,  der  Quellen- 
benutzung dar.    Die  irrige  Annahme  einer  St.  Gallischen 


53 


1591.     Litoriiturlilatt  für  };ermani8ohe  und  romaniBchc  Philologie.    Nr.  2. 


54 


rc'bersetzorscliulü  wird  in  ihre  letzten  Schlupfwinkel  ver- 
Mgt  und  gezoigrt,  dass  die  speeifische  Art  von  Notkers 
Tliiitijrkeit  mit  seinem  Tode  unterging.  Eine  Reihe  von 
.Scliriftprobeii  begleitet  die  Abhandlung.  —  Möchten 
Kellrs  eindringende,  nietliodiscli  musterhafte  Vorarbeiten 
recht  bald  durch  die  lange  verheissene  Ausgabe  gekrönt 
werden. 

Giessen.  Otto  Behaghel. 


Rehrens,  Dietrich,  Die  französischen  Elemente  im 
Enjrlisolien.  fAusscIinitt  .-»us  Pauls  Griiiulriss  der  germa- 
iiHclion  Pliiloloo;io.  Band  I  S.  799— S.'ili.  Stras-sburg,  Trübner. 

I.Sill.l 

Man  wird  sich  gern  damit  einverstanden  erklären, 
ilass  die  Hidiandlung'  der  französischen  Elemente  im  Eng- 
lischen Von  dem  Herausgeber  des  Grundrisses  der  germa- 
nischen Piiilolügie  D.  Behrens  anvertraut  ist,  der  dieses 
(ii'biet  bereits  dnrch  eine  lehrreiche  Untersuchung  ge- 
fördert hat  (Ltbl.  1888,  175).  Behrens  erörtert  zunächst 
dir  äussere  Geschichte  der  französischen  .'Sprache  in  Eng- 
land, ihre  Verwendung  bei  Hof,  bei  Geiiclit,  im  Parla- 
ment, in  königlichen  und  privaten  Urkunden,  im  Unter- 
richt und  ganz  kurz  auch  in  der  Literatur.  la  der 
allgemeinen  Beurtheilung  des  Anglonormannischen  in 
seinem  Verhältniss  zu  dem  festländischen  Französisch 
freue  ich  mich.  Behrens  im  Wesentlichen  auf  meiner 
.Sfite  zu  sehen.  Ganz  sicher  bin  ich  freilich  nicht  wie 
weit  seine  Zustimmung  geht,  da  er  nicht  bestimmt  for- 
mulirt  hat  ob  und  wodurch  seine  Ansicht  von  der  meinigen 
abweicht.  Er  gebraucht  den  Ausdruck  Normannisch, 
ohne  den  Leser  über  die  Bedeutung  desselben  aufzu- 
klären. Soll  damit  ein  in  der  Normandie  gesprochener 
Dialekt  gemeint  sein  —  und  in  der  Tliat  äussert  sich 
Behrens  mehrfach  so,  dass  man  dies  glauben  rauss  — ,  so 
bedaure  ich  seiner  Auffassung  in  diesem  Punkte-  entgegen- 
treten zu  müssen.  Ueberall,  wo  in  der  Normandie  füi'  e  -\-  i 
(in  /  gesprochen  wh'd  (lit  Bett  lat.  lectits),  ist  noch  heute 
daneben  die  Aussprache  tsaiirp  {champ  lat.  caiirpnm) 
und  Isiel  (ciel  lat.  laelum)  imbekannt.  Wer  dennoch 
die  Sprache  der  normannischen  Dichter  und  das  Anglo- 
noi-mannische,  welclie  diese  Formen  neben -einander  ge- 
brauchen, in  der  Normandie  lokalisiren  will,  muss 
wenigstens  zeigen  wie  er  sich  mit  dieser  Thatsache 
abtiudct.  Sonst  sind  seine  Darlegungen  fast  durchaus 
klar  und  verständig.  Als  besonders  werthvoll  ist  eine 
Stelle  aus  .Johann  von  vSalisbury  hervorzuheben,  auf  die 
üehrens  aufmerksam  macht  und  in  der  sich  Johann  über 
die  Bemühungen  der  Engländer  es  den  Normannen  gleich 
zu  tlmn  und  französische  Wörter  in  die  englische  Rede 
zu  mischen  ausspricht.  Etwas  reichhaltiger  hätte  Behrens 
liinsichtlich  der  Literaturangaben  verfahren  können;  mau 
vermisst  ungern  einen  Hinweis  auf  Luders'  Essay  on 
tlie  use  of  the  French  language  in  our  ancient  law's 
and  acts  of  state,  Bath  1810,  auf  Pogatschers  Schrift 
(Zur  Lautlehre  der  griechischen,  lateinischen  und  roma- 
nischen Lehnworte  im  Altenglischen)  und  bei  den  Unter- 
richtsschriften auf  Stengels  einschlägige  Arbeiten. 

Bei  Beginn  der  Lautlehre  wundert  man  sich  eiuiger- 
iiiassen,  dass  Verf.  die  Lelire  vom  Accent  mit  -w-enigen 
Zeilen  abthut  und  sein  Verfahren  mit  den  W^orteu  be- 
gründet: Dies  im  Einzelnen  darzulegen  ist  Sache  der 
Metrik.  Er  hätte  wenigstens  die  Beobachtungen  Ten 
Uiinks  über  die  englische  Betonung  der  romanischen 
Wörter  mittheilen  sollen.  Die  Stellung  des  Accents 
aber  gehört  nicht  uiu'  ohne  Frage  in  die  Lautlehre 
hinein,  sie  ist  sogar  von  einer  so  kapitalen  Wichtigkeit, 


dass  alle  andern  Lautveränderungen  im  Vergleich  mit 
den  Verlegungen   des  Accentes   geringfügig   erscheinen. 

Ueber  viele  in  Betracht  konnnenden  Fragen  hatte 
sich  Behrens  schon  in  seiner  frühem  Schrift  geäussert. 
I  Er  hat  jetzt  in  einigen  Punkten  seine  Ansiciit  modificirt. 
Es  fällt  auf,  dass  er  sich  mit  Jleyer-Lübke  in  keiner 
Weise  auseinandersetzt,  obgleich  diesei'  in  seiner  Roma- 
nischen Lautlehre  mehrfach  auf  das  Anglonormannisclie 
Bezug  nimmt  und  man  z.  B.  über  die  von  Meyer-Lübke 
angenommene  Aussprache  des  ü  eine  Aeusserung  Behrens' 
erwarten  würde. 

Zu  einzelnen  Wörtern  seien  noch  folgende  Be- 
niei-kungen  hier  angebracht. 

cny  wird  S.  80fi  und  835  zu  den  Wörtern  ge- 
rechnet, die  für  normannisches  el  französisches  oi  der 
continentalen  Schriftsprache  entlehnen.  Ich  darf  zur 
Berichtigung  dieser  Ansicht  auf  meinen  Aufsatz  Quiefun 
im  Romanischen  (in  den  Coramentationes  Woelfflinianae 
1891  S.  71)  verweisen. 

Dass  pair  später  entlehnt  worden  ist  als  jjeer 
(S.  817),  wäre  erst  zu  beweisen.  Auf  keinen  Fall  darf 
in  diesem  Umstände  der  Grund  für  die  Lautverscliieden- 
heit  der  beiden  Worte  gesucht  werden,  wie  der  Verf. 
zu  wollen  scheint:  denn  peer  ist  regelrecht  das  frz.  per 
lat.  parem,  und  pair  ebenso  correct  das  frz.  paire  lat. 
parid. 

Wenn  S.  824  sqnire  mit  eruyer,  esqnierre  mit 
caliier  gleichgestellt  wird,  so  vermisst  mau  Wiederholung 
von  scjtiire  in  dem  Sinne  von  Winkelmass  und  Anführung 
von  quire  in  dem  von  eahier. 

Wenn  die  Vokale  von  poor  und  fool  heute  um  eine 
Stufe  tiefer  gesprochen  werden,  als  in  andern  Wörtern, 
in  denen  das  Altfranzösische  gleichfalls  offenes  o  zeigte, 
so  ist  diese  Störung  wohl  sicher  auf  den  Einfluss  des 
anlautenden  Labials  zurückzuführen. 

Wenn  vor  /  mouille  sich  das  einfache  o  zeigt  (foil 
frz.  fiteitle  S.  825),  so  darf  wolü  an  die  in  französischen 
Handschriften  beobachtete  Vorliebe  für  den  gleichen  Laut 
in  dieser  Combination  erinnert  werden  (Reimpredigt 
S.  XVI). 

Wenn  ebd.  gesagt  wird,  dass  quaint  auf  Formen- 
übertragung benüit,  so  wünscht  man  sehr  zu  wissen, 
von  welchem  Worte  diese  Uebertragiuig  ihren  Ausgang 
genommen  haben  könnte. 

Dass  in  oiitrage  mit  ü  ne.  au  volksetymologische 
Zurechtlegung  angenommen  wird  (S.  829),  sdieint  durch 
nichts  gerechtfertigt.  Man  vergleiche  coitcli,  stoid, 
powder  mit  dem  gleichen  im  Altfranzösiseh>»n  diph- 
thongisch lautenden  oii. 

ptirse  S.  830  mit  p  statt  b  wird  als  noch  unerklärt 
hingestellt.  Indessen  hat  schon  Eduard  Müller  im  Etymo- 
logischen Wörterbnch  dieses  p  aus  dem  altenglischen 
piise  gedeutet.    (Vgl.  auch  Sturmfels,  Auglia  IX,  564.) 

Bei  venom  S.  832  hätte  Behrens  vielleicht  besser 
gethan,  an  seiner  frühern  Ansicht  festzuhalten.  Er  möchte 
jetzt  glauben,  dass  eine  falsche  Orthographie  den  Laut 
beeinflusst  hat.  Dem  stehen  jedoch  Formen  wie  frz. 
envenimer,  laUmier  (engl,  latimer)  entgegen,  für-  welche 
man  mit  Recht  eine  andere  Erklärung  bevorzugt. 

Bei  familiär  ebd.  ist  zu  beachten,  dass  dem  Wort 
kein  l  mouille  ziikonnnt,  wie  Tobler,  Versbau^  S.  71 
gezeigt  hat. 

Eine  leere  Behauptung  enthält  der  folgende  Satz 
(auf  S.  835):  In  ne.  vaiiquish  ist  die  Aussprache  be- 
einflusst   durch    die    Schreibung.     »Die    Aussprache    mit 


l'^Ol      Tiitcraturblatt  für  ^ermanisohe  und  romanisohe  Philologie.     Kr.  2. 


5'" 


luateiii  M  lägst  sich  ancli  für  das  AJtfranziisisclie  iiaeli- 
wfisoii,  virl.  lieremiii  llaiKlsehiift  A  di-s  Cüiiiputus  V.  781. 
Sie  ist  iiirlit  auffallenJer  als  vt-sciii  vixit  in  der  ClirouifiUf 
d'EriKiul  et  de  BiTiiard  le  Tresorier  ed.  Mas  Latrie 
S.  11".  Ich  g-lanlie  nicht,  dass  die  Erklärung:  dieser 
Formen  dadurch  erleichtert  wird,  dass  man  das  /(  für 
stnmni   ansieht. 

I)amit  sind  die  Punkte,  in  denen  ich  erlaube  Behrens 
wideisprechen  zu  müssen,  zwai-  noch  nicht  erschöpft; 
doch  kann  nicht  Alles  im  Rahmen  dieser  Anzeige  ziu- 
S]pra(he  kommen.  Im  Allpremcineu  freue  ich  mich,  seiner 
knajiiien,  aber  einsiriitsvoUeu  I)arlej:rung'  meinen  Heifall 
spenden  zu  können. 

Halle.  Hermann  Snchier. 

Jean  de  Mairet,  Silvanire,  mit  Einleitung  und  Än- 
iiicikuni;fn  lirss;.  von  K  1  c  li  n  rd  0 1 1  o.  Bamberg,  Büchner. 
1890.  l'.WII,  159  S.  S.     .M.  3. 

^■(lrli(■•^•ende  Arbeit  ist  im  Auftrage  K.  Volbnöllers 
als  der  zehnte  Band  seiner  Sammlung  französischer  Neu- 
<lrucke  erschienen  und  ist  dem  Neudrucke  von  Slairets 
Soj)h<inisbe  verhiiltiiissmiissig  rasch  gefolgt.  Der  Neu- 
druck der  Silv.  ist  insofern  ein  äusserst  glücklichei-  (iriff 
zu  nennen,  als  das  AVerk  besonders  an  deutschen  Biblio- 
theken nicht  immer  leicht  zu  erreichen  ist  und  für  den 
Literarhistoriker  nach  Jeder  Seite  bin  das  lebhafteste 
Interesse  für  sich  in  Anspruch  nehmen  darf.  Die  lauge 
Einleitung,  die  Otto  dem  Neudruck  selbst  vorausschickt, 
ist  interessant  und  lehrreich  sowohl  diu'ch  ihre  Vorzüge 
als  auch  durch  ihre  Schwächen.  0.  hat  die  Klippe  ver- 
mieden, bei  der  Betrachtung  des  neu  herausgegebenen 
Werkes  lediglich  diesem  seine  Aufmerksamkeit  zuzu- 
wenden, er  hat  die  Epoche  studiert,  an  deren  Weg  die 
Silv.  als  Jleileustein  steht.  Seine  Arbeit  hat  daher 
nichts  t'iimpilatorisches  an  sich.  Er  begnügt  sich  nicht 
damit,  die  Epoche  aus  den  Werken  der  modernen  Literar- 
historiker kennen  zu  lernen,  sondern  geht  selbst  an  die 
Quellen.  Daher  machen  seine  Ausführungen  den  Ein- 
druck des  Originellen.  Wissenschaftlicher  Ernst  und 
Gründlichkeit  im  Aufstöbern  neuen  Quellenmaterials, 
Bescheidenheit  der  Darstellung  und  eine  in  unserer  Zeit 
der  literarhistorischen  Detailforschung  immer  mehr  in 
Abnahme  kommende  Weite  und  Schärfe  des  historischen 
Blicks,  das  sind  gewiss  nicht  gering  anzuschlagende  Vor- 
züge, welche  Ottos  Einleitung  auszeichnen  und  den  Jlit- 
forschern  als  einen  beträchtlichen  Fortschritt  der  Wissen- 
schaft erscheinen  lassen.  Allerdings  ist  der  Zweck  der 
Einleitung  ein  ganz  anderer  als  der  Leser  vermuthen 
würde  —  Otto  will  der  Silvan.  die  Stellung  nehmen, 
welche  sie  in  der  Geschichte  des  franz.  Theaters  bis 
jetzt  behauptet  hat;  zu  gleicher  Zeit  wo  er  den  Neu- 
druck eines  Werkes  mit  vieler  Mühe  herausgibt,  will  er 
nicht  undeutlich  zu  verstehen  geben,  dass  dieses  Werk 
einen  Neudruck  gar  nicht  verdiene,  wie  Knaben,  welche 
eine  Festung  bauen,  um  sie  wieder  zu  zerstören.  Im 
eignen  Interesse  Ottos  und  seiner  Arbeit  können  wir 
constatiren,  dass  der  von  ihm  erstrebte  Nachweis  ihm 
weder  gelnngen  ist,  noch  gelingen  konnte.  Dass  Alairets 
dramatische  Theorien  als  solche  nichts  Neues  waren, 
dass  einzelne  ^Männer  als  flacher  der  ))seudok]assischen 
Bewegung  im  franz.  Drama  nicht  anzusehen  sind,  war  schon 
damals  nicht  mehr  unbekannt,  als  Arnaud  sein  Werk  über 
d'Aubignac  schrieb.  Aber  die  Bedeutung  der  Silvan. 
liegt  nicht  nur  da,  was  ich  hier  nicht  ausführen  kann. 
Ich  hätte  lieber  gesehen,  wenn  sich  O.  nicht  bestrebt 
hätte,    eine    möglichst  erschöpfende  Geschichte  der  Ein- 


heiten zu  liefern.  Hier  musste  nothwendiger  Weise  die 
Quelle  seines  Materials  versiegen.  Die  Schriften  von 
Lisle,  Breitinger,  Langenscheidt,  Leniaitre  hätten  ver- 
vollständigend einwirken  können.  Guarini,  Denores, 
Ingegneri,  die  Briefe  Balzacs  und  Cha|(elaius,  ja  selbst 
Mairets  Vorreden  mussten  mehr  ausgebeutet  werden, 
wenn  die  langen  Ausführungen  über  die  italienischen  und 
franz.  Theoretiker  kein  Missverhältniss  in  der  Anlage 
der  Arbeit  hervorbringen  sollten.  Auch  die  Forschungs- 
methode O.'s  ist  nicht  ganz  einwandfrei.  Er  zählt 
nur  die  Stinnnen  da,  wo  er  sie  auch  wägen  sollte  und 
verfallt  in  den  Fehler  derjenigen,  welche  da  meinen, 
die  Literaten  aus  der  zweiten  Hälfte  des  N\'II.  .Th.'s 
seien  zuverlässige  Führer  durch  die  Silvanire-Eiioche. 
Ausserdem  scheinen  gar  manche  Theaterstücke  von  lliui 
statt  in  das  .Tahr  der  Abfassung  oder  Aufführung,  in 
das  ihrer  Drucklegung  verwiesen  zu  werden,  was  oft 
—  wir  sehen  es  an  Slairets  Beispiel  —  einen  grossen 
Unterschied  ausmacht.  Im  Einzelnen  habe  ich  mir 
Folgendes  angemerkt : 

p.  V.  Die  Virginie  ist  kein  unbekanntes  Stück,  wie 
die  p.  IX  von  Otto  angezogene  Stelle  aus  Sorel  beweist, 
ebenso  wenig  wie  p.  IX  0.  Recht  hat,  wenn  er  den 
Marc  Antoine  M.'s  ein  ziemlich  unbekanntes  Stück  nennt. 
Sorels  Angaben  sind  hier  durchaus  unzuverlässig,  p.  X. 
Was  von  Rapius  Ausführungen  zu  halten  ist,  geht  schon 
daraus  hervor,  da.ss  er  den  Cid  in  das  .lahr  lii35  setzt! 
Otto  thut  einen  Schlag  in  die  Luft,  wenn  er  sieh  ganz 
ernsthaft  dagegen  verwahrt,  die  Silv.  neben  den  Cid  zu 
stellen.  Wem  wäre  das  jemals  eingefallen?  Wozu  die 
ganze  Stelle?  p.  XIII.  Den  aus  dem  Leben  des  Cardi- 
nais de  la  Valette  entnommenen  Beweis  hielt  Otto  wohl 
selbst  nicht  für  schlagend,  p.  XV.  Hier  und  an  zwei 
weiteren  Stellen  versucht  Otto  zu  beweisen,  dass  Mairet 
die  Vorrede  Ogiers  benützt.  Ist  eine  gemeinsame  Quelle 
nicht  nachweisbar?  Und  wenn  auch  nicht,  so  beweist 
das  doch  nur,  dass  der  Discours  poetique,  nicht  aber 
das  Stück  selbst  unmöglich  vor  1()28  geschrieben  wurde, 
was  selbst  nach  der  alten  Datirung  der  Werke  Jlairets 
niemand  bezweifelu  konnte,  der  etwas  schärfer  sah  als 
Bizos.  p.  XXVII  nennt  Otto  die  Einheit  des  Orts 
charakteristisch  für  das  franz.  klassische  Drama,  ohne 
dass  er  sich  veranlasst  sieht,  der  Entwicklung  der  Orts- 
eiuheit  bei  den  Franzosen  weiter  nachzuspüren,  p.  XLI 
nennt  0.  JLairet  einen  Plagiator.  Warum?  Weil  er 
in  der  Vorrede  zur  Silv.  keine  originellen  Gedanken 
entwickelt?  Möchte  0.  auch  den  Dichter  Mairet  so 
nennen?  Der  Ausdruck  ist  als  übertrieben  entschieden 
zurückzuweisen,  p.  XLIII  behauptet  0.,  die  Pastoralen 
Hardys  seien  alle  nach  den  Regeln  abgefasst,  indem  er 
hier  eine  Aufstellung  Lombards  gibt,  die  ich  niemals 
ernst  genommen  und  der  auch  Rigal  in  seinem  Buche 
über  Hardy  p.  537  widerspricht.  Dieses  Buch  Rigals 
konnte  allerdings  0.  nicht  mehr  benützen,  p.  XLVl 
gibt  0.  füi-  D'Aigatiers'  Poetik  1597,  Rucktäschel,  Einige 
Arts  Po6tiques  p.  28  gibt  1598.  p.  XLVIII  könnten 
die  Ausführungen  O.'s  den  x\nschein  erwecken,  als  ob 
man  bis  jetzt  den  Discours  Poetique  als  den  ersten 
Impuls  zur  Vertiefung  in  die  Regeln  betrachtet  hätte. 
Zur  besseren  Belehrung  O.'s  verweise  ich  auf  Ebert 
p.  211.  p.  XLIX  tf.  scheint  niii-  der  Vorrede  Ogiers 
allzuviel  Ehre  auzuthuii.  Diese  ganze  Vorrede  Ogiers 
trägt  ja  den  Stcmi)el  der  Reclanie.  Das  p.  LIV  über 
den  Einrtuss  der  Astr6e  auf  die  Pastorale  Gesagte  ist 
vorzüglich.     Ref.    hat    eine  ähnliche  Anschauung  in  der 


57 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  2. 


58 


Zs.  t'.  iitV.  Spr.  XI,  Heft  3  p.  77  entwickelt,  eine  Arbeit, 
die  0.  entKaufreii  zu  sein  selicint.  Auf  die  Pastoral- 
statistik p.  LV  werde  icli  nuiii  zurüekkunimen.  Hier 
liiitte  auch  der  Eiufluss  von  D'Urfes  Silvan.  erwähnt 
Werden  müssen.  Pichous  Fillis  ist  nicht  1(530,  sondern 
lt)31   fcecbnckt,  wie  0.  ja  auch  später  berichtet. 

p.  LIX  hätte  erwäiint  und  untersucht  werden 
müssen,  dass  die  Entstehuns'  von  Pichous  Filii,  von 
D'Urfes  Silv.  und  Mairets  Silv.  viel  Aehnliehkeit  hat. 
]).  LXIV  meint  0.,  die  Ortseiiiheit  käme  in  der  Silv. 
wenig'er  in  Betraelit.  Bei  einigem  Zusehen  wird  er 
finden,  dass  ein  .Scenenwechsel  in  der  Silv.  nicht  statt- 
findet, was  übrigens  llairet  selbst  angedeutet.  Der 
Sbhluss  des  ersten  Abschnittes  p.  LXV  ist  dunkel.  Sollte 
O.  wirklich  meinen,  die  Silvan.  unterscheide  sich  von 
der  Sylvie  z.  B.  nur  durch  die  Einheiten'?  AVas  0. 
über  die  äussere  Ausstattung-  der  Silvanire  sagt  ist  er- 
müdend und  unnötbig.  p.  LXXVII  scheint  0.  den  Ein- 
riuss  Isnards  und  Gombauds  höher  als  den  Mairets  zu 
stellen.  Da  müsste  0.  uns  zuerst  beweisen,  dass  diese 
ilänner  in  dramatischen  .Sachen  eine  ebenso  gewichtige 
Stimme  hatten  als  der  Dichter  der  Sylvie.  p.  LXXXI 
gesteht  0.,  den  Xamen  desjenigen  nicht  zu  wissen,  an 
den  Chapel.  seinen  Brief  über  die  Eegeln  richtete.  Aus 
den  Briefen  Chapelains  geht  unwiderleglich  hervor,  dass 
es  Godeau  ist,  an  den  gewiss  niemand  gedacht  hätte. 
Die  p.  LXXXn'  angezogene  Stelle  aus  den  Segraisiana 
xerdient  keine  Erörterung,  da  sie  von  A  bis  Z  falsch 
und  unzuverlässig  ist.  Die  p.  LXXXVI  citirte  Stelle 
aus  d'Olivet  ist,  wie  0.  schon  aus  Ebert  hätte  sehen 
können,  w'eiter  nichts  als  eine  literarhistorische  Ente. 
Unbegreiflich  ist  mir,  wie  0.  zu  einer  Anschauung  übei' 
Desmarets  Visionuaires  kam,  welche  —  ich  muss  hier 
einen  starken  Ausdruck  gebrauchen  —  diu'cb  und  durch 
verkehrt  ist.  Dass  die  Vis.  1637  aufgeführt  wurden, 
ist  nur  für-  0.  und  Eapin  etwas  Neues.  Ebenso  wenig 
bedarf  es  der  weitem  AusfüLrnng  —  man  lese  nur  die 
Vorrede  der  Vis.  — ,  dass  Desmarets  zu  den  ..Regel- 
mässigen" gehörte  und  Amidor  —  ich  glaube  bestimmt 
es  ist  Corneille  —  eben  ein  ..Visionnaire"  ist.  Die 
Rolle  Corueilles  und  die  Wirkung  des  Cidstreites  hat 
().  gewiss  nicht  nach  eigenen  Quellenstudien  besprochen. 
{1.  XCII  vergisst  0.,  dass  die  Virginie  regelmässig  ist. 
p.  XCIV  ist  die  Jahreszahl  1636  für  Scuderys  Cesar 
falsch,  was  Livet  und  Ref.  nachgewiesen.  Es  muss 
1 635  heissen.  Zu  p.  XC'VI  bemerke  ich,  dass  Durval 
sich  nicht  nur  in  Panthee,  sondern  auch  in  der  Vorrede 
zur  Agarite  über  die  Regeln  anslässt.  Ich  habe  Agarite 
im  Brit.  Museiuu  selbst  gesehen.  Die  Schuld  au  diesem 
Irrtlium  trifft  allerdings  nicht  0..  sondern  seinen  Corre- 
spondenten. 

Zum  Schlüsse  noch  Einiges  von  allgemeinerem  In- 
teresse, p.  LXXXV  A.  2  behauptet  0.,  er  habe  aus 
meinem  Aufsatze  im  IV.  Bande  der  Romanischen  For- 
schungen nichts  Neues  lernen  können.  Diese  Kritik  ist 
übereilt  und  unrichtig  deshalb,  weil  die  mir  vorliegende 
.Arbeit  beweist,  dass  selbst  0.  aus  meinem  Aufsatze 
Folgendes  hätte  lernen  können:  1.  Die  Silvan.  bildet 
den  Schlussstein  einer  Epoche,  2.  die  Pastoralstatistik 
O.'s  ist  wahrscheinlich  nach  dem  Druckjahre  der  Stücke 
gefertigt,  sonst  hätte  er  von  mir  lernen  können,  dass 
gegen  1630  schon  die  Tragikomödie  sowohl  quantitativ 
als  qualitativ  die  Pastorale  überholt  hatte  und  Rotrou, 
Scudery  u.  A.  deshalb  gai'  keine  Pastoralen  mehr  schrieben. 
3.  Hätte  Otto  Racans  Bergeries  ganz  vergessen  können 


und  gesagt  (p.  LVI),  die  Pastorale  sei  1629  neu  in 
Aufnahme  gekommen,  wenn  er  meine  .Ausführungen  auf- 
merksam gelesen  hätte.  4.  Der  EiuHuss  der  Sopiumisbe 
auf  die  Eegeln  wäre  von  O.  gewiss  nicht  vergessen 
worden.  Vielleicht  iiätte  er  dann  sogar  eingeiiender  als 
ich  es  konnte,  nadigewiesen,  welchen  Einftiiss  die  von 
ihm  zur  Bedeutungslosigkeit  verurtheilte  Silv.  auf  die 
Entwickhuig  Mairets  und  damit  des  franz.  Theaters  gehabt. 

Ich  brauchte  letztere  Bemerkungen  nicht  zu  unter- 
drücken; denn  auch  so  verliert  Ottos  .Arbeit  nichts  von 
ihrem  Werth.  .Tedei',  der  auf  seinem  dornenvollen  Ge- 
biete selbst  gearbeitet,  wird  O.'s  Leistung  freudig  und 
dankbar  anerkennen,  wenngleich  auch  sie  wieder  beweist, 
dass  wir  Alle  —  und  niclit  nur  was  Methode  anbelangt  — 
von  Ebert  noch  recht  viel  lernen  können. 

So  viel  über  O.'s  Einleitung.  Text  und  Aimiei- 
kungen  war  ich  nicht  in  der  Lage,  genau  zu  controlliren. 
Was  ich  davon  vergleichen  konnte,  war  tadellos.  Die 
vorzügliche  äussere  Ausstattung  des  Werkes  verdient 
volles  Lob. 

Landau  (Pfalz).  Ernst  Danuheisser. 


Simon  et,  Francisco  Javier,  Glosariode  voces  Ibericas 
y  latinas  nsadas  entre  los  mozarabes,  precedido  de  un 
estudio  sobre  el  dialecto  hisp.ino-niozarabe.  Madrid,  For- 
tanet.  1888.  CCX.KXVI,  628  S.  gr.  8.     fr.  20. 

Was  die  Romanen  fremden  \"ölkern  an  sprachlichem 
Material  abgegeben  haben,  wird  neuerdings  mit  grossem 
Eifer  gesammelt  zum  Nutzen  fiii'  die  Erforschung  der 
gebenden  Sprache  sowohl  wie  der  empfangenden.  Unter 
den  diesbezüglichen  Arbeiten  darf  das  vorliegende  Buch, 
eine  Frucht  langjähriger  Studien,  um  so  mehr  einen 
hervorragenden  Platz  beanspruchen,  als  es  ein  bisher 
noch  ganz  unbekanntes  und  doch  ungemein  reiches  und 
in  mehr  als  einer  Hinsicht  wichtiges  Material  zu  Tage 
fördert.  Der  Verfasser  ist  Orientalist,  hat  sich  aber 
mit  den  romanistischen  Studien  in  einer  für  das  Land, 
in  dem  er  lebt,  recht  anerkennenswerthen  Weise  ver- 
traut gemacht:  dass  trotzdem  der  Romanist  von  Fach 
gar  manche  Zusammenstellung  spanischer  mit  lateinischen 
Wörtern  wird  beanstanden  müssen,  thut  dem  Nutzen  des 
Buches,  dessen  Schwergewicht  ja  auf  Seite  des  Moz- 
arabischen liegt,  keinen  Abbruch.  Uebrigens  wUl  ich 
gleich  hier  bemerken,  dass  neben  vielen  unzutreffenden 
Etymologien  Deutungen  wie  aciar/o  =^  a>(j(j[jti<icus  163, 
mugron  zu  mergus  336,  beide,  wenn  ich  nicht  irre, 
ganz  neu,  um  so  mehr  Anerkeimung  verdienen. 

Die  Einleitung  stellt  zunächst  die  Zeugnisse  flii-  den 
Dialekt  der  Mozaraber  zusammen,  die  sich  bei  arabischen 
Schriftstellern  •  finden  und  zeigt;  dass  die  Mozaraber 
keineswegs  sogleich  ihre  spanische  Muttersprache  auf- 
gaben und  das  Arabische  lernten,  nicht  einmal  in  Cor- 
duba.  sondern  dass  sie  es  als  Umgangssprache  unter  sich 
beibehielten.  Sodann  sucht  der  Verf.  nachzuweisen,  dass 
die  hispano-arabische  Kultur  nicht  von  den  Arabern 
stammt,  sondern  von  den  Mozarabern,  Muladies  und  den 
an  Araber  und  Mauren  verheiratheten  Spauieriunen.  Dies 
ergibt  sich  aus  den  zahkeichen  lateinisch-spanischen 
Wörtern,  die  ins  spanische  Arabisch  gedi'ungen  sind, 
und  die  zum  grössten  Theile  Kultnrbegrifte  bezeichnen 
(S.  LXXX  ff.).  Weniger  zutreffend  ist  es,  wenn  das 
Mozarabische  als  die  Quelle  des  Spanischen  dargestellt 
wird  (CXI :  la  formacion  del  romance  casteUano  se  debe 
en  gran  mauera  ä  la  influencia  mozärabe),  da  vielmelir 
die  beiden  Sprachen  iu  einem  CoUateralverhältniss  zu 
einander  stehen,  doch  ist  es  richtig,  dass  die  Vorsetzimg 


59 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  2. 


60 


des  arabischen  Artikels  vor  lateinische  Wörter  {alber- 
rhiijo  u.  s.  \v.  S.  CXXV)  allerdings  bei  den  Mozarabern 
l)es'onnen  liaben  mnss,  dass  Beja  aus  Piirc,  ^ehillu  aus 
HisjHili,  ramhet  aus  cumpellus  (ieh  türe  hinzu  mand'd 
aus  mnifele,  Jiirrl  aus  .tuurelliis)  arabische  Lauteijri'n- 
thüniliclikeiten  wiederg'eben,  wogegen  der  ebenfalls  an- 
jrefiilirte  Wandel  von  (T  zu  ie,  6  zu  ue,  intervokalischera 
/)  zu  h  u.  a.  mit  den  Arabern  nichts  zu  tliun  hat.  — 
N'ach  einer  eindrehenden  Besprechnn?  der  Quellen  folift 
eine  l'ebersicht  über  die  lautlichen  Verhältnisse  und  hier 
vcrinisst  man  nun  allenlinfrs  Jene  Schärfe  und  Oenauig-keit, 
der  die  indogermanische  und  rouianisehe  Forschung  sich 
seit  langer  Zeit  rühmen  kann:  freilich  ist  zu  einer  be- 
friedigenden r)arstellung  genaue  Kenntniss  des  Spanisch- 
Portugiesisch-Catalanischen  wie  des  .\rabischen  nöthig, 
und  eine  Scheidung  des  Stoffes  in  verschiedene  zeitlich 
und  örtlich  getrennte  Schichten,  die  zum  mindesten  ebenso 
schwierig  ist,  wie  etwa  bei  den  germanischen  Elementen 
des  Romanischen. 

Betrachten  wir  das  Glossar,  so  fällt  sogleich  die 
ungeheure  Mannigfaltigkeit  des  Stoffes  auf.  Da  begegnen 
uns  Wolter,  die  lat.  c  vor  e,  i  guttural  zu  bewahren 
scheinen:  ii/riijiiiti  ^=  t/nrria,  rüjuinu  =  ricinus, 
i/uerasia  =  ccrasia,  duraquin  =  span.  diiriisno,  ital. 
iluraciiie,  ißlru  =  filice,  cannnria  =  *ciiiariii,  baquia 
■=  span.  Lada,  qtierrus  =  cernis,  AVörter,  die  alle 
der  Berbersprache  und  dem  nordafrikanisclien  Arabisch 
(die  ebenfalls  vom  Verf.  ins  Bereich  seiner  Untersuchung 
gezogen  sind)  angehören,  deren  eines  und  andere  durch 
griechische  Vermittelung  sich  erklären  Hesse,  die  man 
aber  wohl  besser  als  die  letzten  Reste  afrikanischen 
Lateins  auffasst.  Es  wäre  also  hier  wie  im  Illyrisch- 
.\lbanesisch-l)almatinisehen,  im  Baskischen,  im  ältesten 
Germanischen,  und  im  Sardischen  r  in  seiner  alt- 
lateinischen (Geltung  geblieben.  Dabei  will  ich  gleich 
noch  als  weitei'c  Uebereinstimmung  mit  dem  Sar- 
dischen und  dem  .\lteatalanisch-Gascognischen  herber. 
tsahiirt  --  i/>sa  porfa  (sard.,  altgasc,  altcatal.  sa  porta) 
erwähnen.  Zu  dieser  ältesten  Schicht  gehört  ferner 
(dcorque,  corc  =  qiierciis,  während  sonst  das  Romanische 
*cfrqHiis  voraussetzt,  barcoc  =  pi'uecofus,  ijulaca  = 
ulex,  (ihtiaiicica  =  nianica,  rah,  qidls  =  naiv,  ca- 
tiisfa  =  caidstra,  f/iirhel  -•-  nihelliDH  u.  a.  Ferner 
das  bei  S.  felilende  'piiiitar  =  '  ceidariiiin.  —  Dann 
haben  wir  einzelne  griechische  Wörter  wie  crasi  (Wein), 
excaf,  triichta,  wohl  direct  aus  Twäxrr]^,  nicht  aus  span. 
triicha  oder  cat.  irujfa;  italienische:  rovscd,  exnda, 
die,  wie  orzfi,  rtircia,  miil,  furo,  /und,  der  Schiffer- 
sprache des  ganzen  Mittelmeers  angehören;  catalanische, 
wie  estrain,  (/inclzan  von  (jazunar,  dontol,  cat.  val. 
dcnlol,  aber  span.  denton  n.  s.  w.;  ferner  reine  latei- 
nisclie  Schriftwörtcr,  wie  enthdda  u.  a.  Bei  den  aus 
dem  Spanischen  entnonnnenen  Wörtern  mag  frido,  ncuspan. 
frio,  als  interessante  alte  Form  hervorgehoben  werden; 
ferner  iiiordacliiin,  das  ein  '  morda:)io  voraussetzt; 
htiiKirh  ^  *lainiuo,  vgl.  port.  /iniifiral,  ahiiili 
-tilhiuo,  (dheiiild  =i  *-he-tida  (ital.  hetida),  mamnird 
Knie  =  *ininiier(i,  thosra  =-^  '^toi^rd  (prov.  tiisko,  vgl. 
auch  Du  Gange  lusiii)  u.  a.  als  Ergänzungen  zum  spa- 
nischen Wörterbuch.  Vielleicht  darf  man  auch  curliich 
Leuchtkäfer  liier  nennen,  das  offenbar  ähnlich  gebildet 
ist  wie  ital.  iidili(cid(i  kaum  abei-  als  italienisches  Lehn- 
wort gifasst  Werden  kann.  Von  lautlichen  Erscheinungen 
ist,  ausser  -meii  ~  nsp.  -mhrc  ((iruitwu,  ßumeu,  yniiiieii, 
ciheit)  namentlich  ch  (sprich  c)   =  span.  cv  benierkens- 


werth :  chenisca,  achetiella,  chera,  chervo  u.  s.  w. :  isi 
das  r  irgendwie  im  .\rabisclien  begründet  oder  ist  es 
die  Vorstufe  für  heutiges  c,  und  wie  verhalten  sich  die 
daneben  vorkommenden  c-Fornien?  Die  Frage  verdiente 
eine  eingehende  l'nti-rsuchung.  —  Für  die  Wortgeschichte 
wird  das  Glossar  erst  reclit  ausgebeutet  werden  können, 
wenn  wir  über  den  mundartlichen  Wortschatz  Spaniens 
besser  unterrichtet  sein  werden  als  jetzt.  A'on  wich- 
tigeren Wörtern  will  ich  noch  hervorheben  tiahhin  ^= 
sappiiiiis,  rliircii  =  perug.  cerqua  Eiche,  almiar,  al- 
mmir,  das  ich  auf  mdiuriiim  (nicht  mit  S.  auf  *iiicf(dis, 
f  fällt  nicht)  zurückführen  und  deutschem  Meiler  ver- 
gleichen möchte,  alcaudoii  der  Würgfalke  ^=  *capito 
eher  als  *caiido,  wie  S.  möchte,  dijnr  .\uszng  = 
*osfiariiim  u.  s.  w.  —  Noch  Vieles  wäre  zu  erwähnen: 
für  Lautlehre,  Wortgeographie,  Etymologie  und  Kultur- 
geschichte steckt  ein  so  reiches  Material  in  dem  Bande, 
dass  es  noch  vieler  Arbeit  bedürfen  wird,  bis  der  Schatz 
ganz  gehoben  sein  wird ;  dem  Verfasser  aber  wird  man 
Dank  zollen  dafür,  dass  er  ihn  zugänglich  gemacht  hat, 
nur  hätte  er  durch  ein  Wortregister  die  Benutzung  noch 
bedeutend  erleichtern  können. 

Wien.  W.  Meyer-Lübke. 


Z  0  i  tsc  li  r  i  ft  e  n. 

Revue  de  lingnistique  2:i,  4:  Gabriel  Deville,  Notes  sur 
li"  ili'voloppenu'nt  du  liingage. 

Phonetische  Studien  IV,  2:  W.  Swoboda,  Zur  Geschichte 
der  Phonetik.  II.  —  R.  J.  Lloyd,  Speech  sounds:  their 
iiaturc  aiiil  causation.  —  Ke  witsch.  Die  Reform  ilcr 
liöheren  .Schulen.  —  W.  Vietor,  Boantwortuiif;  des  Frage- 
bogens ,Ziir  Methodik  des  Sprachunterrichts'".  —  R.  .1. 
Lloyd.  Tänzer,  Die  Natur  unserer  Sprachlaute  mit  Be- 
rücksichtigung des  Kranzösisehen  und  Kiiglischen.  —  A. 
Schröer,  H.  Sweet.  A  prinier  of  spuken  English.  —  K. 
Wilke,  Degcnhanlt.  Lelirgang  der  engl.  Sprache.  —  L. 
Sturnifels,  Glauning,  Lehrbuch  iler  engl.  Sprache.  — 
R.  IJ  ö  d  d  e  k  e  r  ,  Hunibert,  Nochmals  das  c  muri.  —  A.  H  a  r  - 
nisch,  Löwe,  ünterriclitsbriefe  zur  schnellen  Erlernung 
fremder  Sprachen.  —  \V.  W  n  n  d  s  c  h  n  e  i  d  e  r  ,  Kühn,  Kranz. 
Lesebuch.  —  J.  Bierbnum,  Berger,  Zur  Reform  des  frz. 
Unterrichts.  —  Senff-Georgi,  Oberländer,  Uebungen 
zur  Eileinung  einer  dialektfreien  Aussprache. 

.Modern  language  iiotes  VI,  1.  Jan.  1891:  J.  \V.  Pearcc, 
Tlie  reginien  of  iri/rde  in  the  'Ilistoria  ecclcsiastica'.  — 
G.  Cur  m  o ,  Pronuneiation  of  r  and  </  in  Germany.  —  II. 
A.  Todd,  Apropos  of  „La  Naissance  du  elievalier  au  cygnc". 

—  J.  W.  B  r  i  g  h  t ,  An  emendatien  in  the  anglo-saxon 
gospcis.  Luke  1,  5:  ul  Albiun  tiiii<:  —  B.  L.  Bowon, 
Correctious  to  the  sixth  edition  of  Super's  Frcnch  Reader. 

—  Muss-Arnolt,  Semitic  and  other  slosscs  to  Kluge's 
„Etyniol.  Wörterb.  der  deutschen  Sprache".  II.  —  G.  L. 
Kittredge,  Simomls.   Sir  Thomas  Wyatt  and  his  poenis. 

—  A.  B.  Nichols,  Buehheims  Jungfrau  von  Orleans.  — 
V.  M.  Warren,  Becker,  Ueber  den  Ursprung  der  mman. 
Versmasse.  —  D  c  r  s. .  Kawczynski,  Essai  comparatif  sur 
l'origine  et  TbistDirc  des  rythmes. 

Publications  of  the  modern  Langnage  Association  of 
America  V,  2  :  K.  S.  J  i>y  n  es,  Koiuling  in  iiioilern  language 
study.  —  Pli.  li.  .Mareou,  InHuenue  iif  the  weakness  of 
Aceent-stress  on  plumetic  change  in  Kreuch.  —  J.  E. 
.Matzkc,  Dialektische  Eigeuthümliehkeiten  in  der  Ent- 
wickelung  des  niouillirten  /  im  Altfranzösischen.  —  Suppl. : 

■  Ch.  W.  Kent,  Of  the  use  of  the  negative  by  Chaueer, 
with  particular  refercnce  to  tlie  Particio  ne.  —  Ch.  II. 
G  r a  n  d g e  n  t ,  Vowel  nieasuiements.  -  K.  K  r  a n  k e ,  Modern 
ideas  in  the  middle  ages.  —  S.  P  r  i  ni  c  r  ,  The  pronunciation 
of  Ki-edeii(dfsburg.  Va.  —  3:  U.M.  S  u  h  m  i  d  t- W  a  r  t  e  n - 
berg,  Kin  Tiroler  Passionsspiid  im  MitlelaltiM-. 

Zs.  f.  vergl.  LiteratnrKeschichte  a.  Renaissance-Litera- 
tur N.  K.  IV,  II.  1  u.  •-':  .\)bert  Dessiiff,  Ueber  spanische, 
italienische  und  französisidie  Dramen  in  den  Spielverzeiuh- 
nisscn  deutscher  Wandertruppen.  —  Hubert  Roetteken, 
Zur  Lehre   von   den  Darstellungsmittoln   in   der  Poesie.  — 


61 


t89l.    Literatorblatt  fOr  germanische  und  romaniBche  Philologie.     Nr.  2. 


62 


Ludwig  Fränkel.  Untersuchungen  zur  Entwickelungs- 
geschiclite  des  Stoffes  von  Romeo  und  Juliii.  II.  —  Anton 
Herr  mann.  Lessings  ,Xathau'"  in  Ungarn.  —  Josef  K  1 1 - 
linger,  ßrii-fwechsel  zwischen  Hufnianswaldiiu  und  Hars- 
dörB'er.  —  Johannes  Holte,  Weitere  Parallelen  zu  dem 
Dialoge  von  Lollius  und  Theodericus.  —  H.  v.  Wlislocki, 
/u  Bürgers:  , Kaiser  und  Abt".  —  R.  M.  Werner,  Zu 
Lenz'  Holineister.  —  H.  v.  Wlislocki,  Miltons  erste 
ungarische  Uebersetzung.  —  Ludwig  6  ei  ge  r.  Literarisch- 
politische  Polemik  Rückerts  aus  dem  Jahre  181 4.  —  Max 
Koch,  Zur  Geschichte  der  englischen  Einwirkungen  auf 
die  deut.sche  Literatur  im  18.  Jh.  —  Wilhelm  Storck,  Os 
Lusiadas  de  Luiz  de  (.'amoes.  edigüo  critica  pur  F.  O.  de 
Amorim.  —  Martin  Krummacher,  Sauers  Neudruck  der 
freundschaftliehen  Lieder  von  Pyra  und  Lange.  -  Wolfg. 
Golther,  Das  deutsehe  Volksbuch  von  ilen  Heyinons- 
kindern,  hrsg.  von  Fr.  PfalF.  —  Ders. ,  W.  Hertz,  Aristo- 
teles in  den  Ale.xanderdiehtungen  des  Mittelalters.  —  Rud. 
Dvordk,  R.  v.  Gottschall,  Das  Theater  und  Drama  der 
Chinesen.  —  L.  Geiger,  Zur  Literatur  der  Renaissance 
in  Deutschland,  Frankreich  und  Italien.  IV.  Italien.  — 
Dtrs. ,  Ein  ungedruckter  Brief  Reuchlins. 

Le  Moyen  Age  III,  U:  E.  Bacha,  v.  Schack,  Geschichte 
der  Xormannen  in  Sizilien.  —  A.  Doutrepont,  Wiese, 
Eine  altlomb.  Margarethenlegende.  ^  H.  Logeman,  An 
Eighth  Century  Latin  Anglo-Saxon  Glossary.  ed.  Hesseis.  — 
12:  H.  Logeman.  MüUenhoff,  Beowulf.  —  Les  Mabinogion, 
trad.  Loth.  —  Loth,  Chrestomathie  bretonne.  —  W.,  Anders- 
son,  Etüde  sur  uue  version  de  la  legende  de  Theophile. 

Zs.  f.  Volkskunde  IIL  3:  M.  v.  Estorff,  Der  wilde  Jäger. 
Ein  Versuch  zur  Erklärung  des  Phänomens.  —  H.  Verna- 
leken,  Der  Dreisskerl.  —  0.  Knoop,  Volkslieder  aus 
Hinterpommern. 

-•Vrchivio  per  lo  stadio  delle  tradizioni  popolari  IX,  4: 

Angela  Xa  r  d  o-C  i  bei  e  ,  La  filata,  o  la  coltivazione  del 
eanape   nel  Oellunese.    Continuazione.    —    Fr.  S.  Krauss, 

F.  Pirrone-Giancontieri,  Le  afflizioni  di  Trojano. 
Canto  dei  Guslar  della  Hosnia.  —  G.  Rua,  Dal  Xoveiliere 
di  Celio  Malespini,  a  proposito  di  costumi  e  di  trattenimenti 
nntichi.  —  Paul  Sebillot,  Contes  de  Marins  reeueillis  en 
Haute  Bretagne.  Suite.  —  Alb.  Em.  Lurabroso,  Spigo- 
lature  di  üsi.  Credenze,  Leggende :  V.  La  festa  dei  vignaiuoli 
di  Vevey.    VI.  La  ,diablerie'",    festa   pop.   di  Chaumont.  — 

G.  B.  Corsi,  Sena  vetus:  Superstizioni,  Canti,  Indovinelli 
e  Giuochi :  Streghe,  La  notte  dei  morti,  Lupi  manari,  Spiriti, 
Tradizioni  sacre.  —  G.  Crimi-LoGiudice,  Fra  Pruprie- 
tari  e  coloni :  Costumanze  nasitane.  —  G.  Pitre,  Folklore 
giuridico  dei  fanoiuUi  in  Sicilia.  —  Pio  ilazzucchi,  Pro- 
verbi  popolari  del  Polesine.  —  Francesco  Musoni,  Pepel- 
hüar.  Xovella  popolare  slovena.  —  Mario  Menghini, 
Canti  popolari  romani.  —  Irenen  Sanesi,  II  Vespro  sici- 
liano  secondo  la  storia  e  la  tradizione.  —  V.  Ost  ermann, 
Due  Giuochi  fanciulleschi  in  Friuli.  —  Miscellanea:  La  festa 
di  S.  Giovanni  Battista  in  Firenze.  —  G.  Lumbroso,  La 
Biraba  di  Quaresima  in  Sardegna.  —  11  tattuggio  nella 
,Mala  Vita",  nuova  setta  di  Bari.  —  La  festa  e  la  legg^nda 
di  S.'  Augusta  in  Vittorio.  nel  Venetn.  —  II  , Pfaffe", 
leggenda  gressonarda.  —  G.  P..  Aneddoti  popidari  in  Francia. 
—  Rivista  BibliograJica;  A.  D'Ancona,  Bnsset,  Loqmän 
Berbere.  avec  quatre  glossaires  et  etude  sur  la  legende 
ile  Loqmänneue.  —  M.  La  Via-Bonelli,  Stecher,  La 
legende  de  Virgile  en  Belgique.  —  Ders.,  Goblet  D'Al- 
viella,    Les   arbres  paradisiaques  des  Semites  et  des  Arias. 

Kerne  des  traditions  popnlaires  V,  12:  Ch.  Hardouin, 
Traditions  et  superstitidns  siamoises  (suite):  IV.  Contes  et 
Legendes.  V.  Histoires  de  revenants  et  de  sorciers.  —  Cle- 
ment Rubbens,  Prejuges  en  Louisiane.  —  Julien  Tier- 
Äot,  La  Fille  deguisee  en  dragon.  chanson  du  Morvan.  — 
Daniel  Bourchenin,  Coutumes  de  mariage  (suite):  VII. 
Une  nnce  en  Bearn.  —  Paul  Sebillot,  Les  Traditions 
populaires  et  les  ecrivains  frangais  (suite) :  VII.  Voiture.  — 
Rene  Basset,  La  Legende  de  Didon  I  (suite).  —  G.  M. 
Olivier  Beauregard,  Proverbes  et  dictons  malays.  Quelques 
devinettes.  —  Louis  Morin,  Contes  troyens:  I,  Buule-de- 
Xeige.  II,  Les  trois  poils  du  Diable.  III,  L'Oiseau  qui  dit 
tout.  —  Leon  Sichler,  Ran  et  les  Filles  des  Flots.  — 
Raphael  Blanchard,  Traditions  et  superstitions  de  la 
Touraine  (suite):  IL  Petit  guiile  medical.  —  Ä.  Certeux, 
Faceties  suisses.  —  Paul  Sebillot,  Seconde  vne :  Inter- 
signes  (suite).  Les  Pronostics  de  mort  prochaine.  —  S  o  n  i  o  u  , 


Bibliographie.    (F.  M.  Luzel   et   A.  Le  Braz.)    —    Notes   et 
enquetes.  —  Table  des  matiferes. 


Viertel.jahrsschrift  f.  Literaturgeschichte   IV,   i  :    Max 

Jellinek,  Hoffniannswaldaug  Heldenbriefe.  —  Krieilricb 
Wilhelm.  Briefe  an  Karl  Wilhelm  Ramler.  —  Hans 
Morsch,  Aus  der  Vorgeschichte  von  Goethes  Iphigenie.  — 
Bernhard  Seuffert,  -Merope  und  Elpenor.  —  Paul  Hoff- 
mann, Untersuchungen  über  Goethes  Ewigen  Juilen.  — 
Theodor  0  d  i  n  g  a  .  Ein  Lieil  von  dem  Tod  und  einem  jungen 
Mann.  —  R.  M.  Werner,  Aus  einem  Stammbuch  iles  17. 
Jh.'s.  —  Karl  Trautmann,  Faustauffühnmgen  in  Basel 
und  Nürnberg.  —  Fritz  Winter,  Ein  Gedicht  der  Xeuberin 
auf  die  Vermählung  Friedrichs  des  Grossen.  —  Feniinand 
Holthausen,  Zu  Lessings  Faust-Vorspiel.  —  Julius 
Elias,    Ein  Schreiben  Herders  an  Jean  Paul  Fr.  Richter. 

—  Otto  Harnack,  Beiträge  zur  Chronologie  der  Kaust- 
paralipomena.  —  Heinrich  Düntzer,  Zu  Schillers  ,l)e- 
metrius".  —    Ernst  Koss  ma  nn,  Chamissng  Xasengedichte. 

—  Carl  Schüddekopf.  Nachträge  zu  Vierteljahrschrift 
1.  40.  2,  17.  2,  268.  3,  178.  3,  290.  3,  457.  -  Alexander 
Tille.  Berichtigung.  —  Anzeige. 

Jahrbuch  f.  Geschichte,  Sprache  u.  Litteratur  Elsass- 
Lothriogens  VI.  Jahrg.:  J.  Bolte  u.  E.  Martin,  Drei 
Lieder  auf  Strassburgs  Uebergabe  1681.  —  E.  Martin, 
Bilder  zum  Siegfriedslied  von  1580  (?).  —  Ders.,  Der 
Goethehügel  bei  Sesenheim.  —  Bargmann,  Elsässer  Sagen. 

—  Eber,  Elsässische  Kinder-  und  Wiegenlieder,  Kinder- 
reime. —  J.  Rathgeber,  Elsässische  Sprichwörter  und 
sprichwörtliche  Redensarten.  —  J.  Spieser,  Münsterthäler 
Sprachproben.  Sprichwörter.  —   Zum  Elsässischen  Idiotikon. 

—  Bruno  Stehle,  Volksthümliche  Feste,  Sitten  und  Ge- 
bräuche im  Eläass. 

Noord  en  Zuid  XIII,  6:  A.  S.  Kok,  ,Trues"  en  versleten 
plunje.  —  H.  G.  vanderWaals.  Karakters  en  typen 
uit  romans  van  Mevrouw  Bosboora-Toussaint.  —  C.  H.  d  e  n 
Hertog,  Cit  de  leer  van  den  zin.  Bepalingen  van  gesteld- 
heid.  De  infinitief  als  zinsdeel.  Mededeelende,  vragende  en 
gebiedende  zinnen.  Onvolkomen  zinnen.  —  Taco  H.  de 
Beer,  De  Geschiedenis  der  Nederlandsche  Taal.  —  Uit- 
treksel  uit  de  verslagen  over  de  examens  voor  de  acte  van 
Hoofdonderwijzer(es)  in  1890.  —  C.  H.  denHertog,  Bij- 
dragen  tot  de  Studie  van  Potgieter:  VI.  Ommekeer.  Yll. 
Onder  de  linde  I.  VIII.  Onder  de  linde  II. 


Ensrlische  Studien  XV,  2:  F.  Jentsc  h.  Die  nie.  Romanze 
Richard  Coeur  de  Lion  und  ihre  Quellen.  —  E.  Kölbing, 
CoUationen.  —  G.  Sarrazin,  Der  Verfasser  von  'Soliman 
und  Perseda'.  —  R.  Thum.  Anmerkungen  zu  Macaulay's 
History  VIII.  —  H.  S  c  h  uc  h  a  r  d  t ,  Beiträge  zur  Kenntniss 
des  englischen  Kreolisch  III.  Das  Indo-Englische.  —  F. 
Holthausen,  Beiträge  zur  Erklärung  und  Textkritik  alt- 
und  mittelengl.  Denkmäler.  —  V.  1\  Janssen,  Shake- 
speare-Miscellen.  —  W.  Vietor,  Die  Conference  on  tlie 
teaching  of  modern  languages  in  Cheltenham.  —  H.  Kling- 
hardt.  Die  genetische  Erklärung  sprachlicher  Ausdrucks- 
formen im  Unterricht.  —  Ders.,  Die  „neue  Methode"  im 
Lateinunterricht  sowie  im  Deutschunterricht  def  Volksschule. 

—  K.  Fever  abend.  Zu  K.  H.  Schaibles  Geschichte  der 
Deutschen  in  England.  Nachtrag. 

Jahrbuch  der  Deutschen  Shakespeare -Gesellschaft 
XXIV:  Leo,  Rückblick  auf  das  25jähr.  Bestehen  der  D. 
Sh.-Ges.  —  Ders.,  Shakespeare  und  Goethe.  —  Zupitza, 
Jahresbericht  für  1888/9.  —  Mielck,  John  Sheffield  Duke 
of  Buckingham's  Zweitheilun.g  und  Bearbeitung  des  Shake- 
speareschen  Julius  Caesar.  —  Bolte,  Ben  Jonson's  Seianus 
am  Heidelberger  Hofe.  —  Bulthaupt,  Sh.  und  die 
Virtuosen.  —  H  ausknech  t,  Sh.  in  Japan.  —  Leo,  Noch 
einmal  die  Baco-Frage.  —  C  o  h  u .  Adrian  Sevin's  Bear- 
beitung der  Sage  von  Romeo  und  Julia.  —   Sh.'s  Testament. 

—  Necrologe  (Delius;  AI.  Schmidt:  Elze;  Halliwell-PhiUipps; 
Hense :  Vorbrodt:  Uerrig).  —  Miscellen  (Die  Bankettscene 
im  Macbeth;  Keine  verderbte  Stelle;  Ein  neuer  Hamlet; 
Sh.'s  Heinrich  IV.  in  Deutschland;  Bühnenanordnung  des 
Kaufmanns    von  Venedig:   Ein  Beispiel  für  Text-Erklärer). 

—  Cohn,  Sli.-ßibliographie  1887  u.  1888.  —  XXV:  Su- 
phan,  Sh.  im  Anbruch  der  klass.  Zeit  unserer  Literatur.  — 
Zupitza,  Jahresbericht.  —  Kilian,  Die  Dalbergsche 
Bühnenbearbeitung  des  Timon  von  Athen.  —  Grace  La- 
tham.  Einiges  von  Sh.'s  Kammerfrauen.  —  Jacoby,  Der 
Hamlet-Monolog  III,  1    und  Lessings  Freunde  Mendelssohn 


63 


1891.     Literatarblatt  fOr  ^ermanisohe  und  romanigclie  Philologie.    Nr.  2. 


«4 


und  Kleist.  -  F isolier.  Die  Sage  von  Romeo  und  Julia 
in  dputsclieii  ProsHÜarstellungen  des  17.  Jli.'s.  —  Sachs, 
Sil. 's  Oeilii'hte  (Vi-nus  u.  Ailonis;  Luorccc;  Die  Sonette: 
Kines  Mibendcn  Klage:  Der  verlieble  Pilger;  Der  Phönix 
uml  die  Turteltiiube:  Kleinere  Oediehte).  —  S  topos,  SIi.'m 
Siiiinels,  ed.  by  Tyler.  —  Mersehberger.  Die  Anfänge 
Sil. 's  nuf  der  Hninburger  Bühne.  —  Leo,  Rosenkrantz  u. 
Ciüldeiistern.  —  Xecrologe  (Rümelin;  Ciosche;  Riisi'oni; 
'riiiiinc:  Möbius;  .Marshall;  König  von  Portugal). 


Zs.  f.  roman.  Philologie  \'^',  1.  2:  F.  Nagel,  Die  altfiz. 
Uebeiset/ung  iler  C'iiiisolatio  pliilosupliiae  des  lloetliius  von 
Rennut  de  Loulians.  —  H.  Such  i  er,  lieber  Inhalt  und 
Quelle  des  ältesten  franz.  Gedichts.  —  P.  Rajna,  Fram- 
nienti  ili  ridaziuni  italiane  del  Buovo  d'Antona.  —  H. 
Seh  u  c  li  a  r  d  t ,  RdniMiin-Magyarisehes.  —  C.  Voretzsch, 
Der  Reinharil  Fuchs  Ileiuriolis  des  Glichezäre  und  der 
Koman  ile  Renart.  —  A.  L.  .Stiefel,  Lope  de  Rueda  und 
das  ital.  Lustspiel.  —  Ders. ,  Notizen  zur  Geschichte  und 
lübliugraphic  des  span.  Dramas.  —  Ake  \V:sun  Munthe, 
Vermischte  spnnische  Beiträge.  —  O.  Schultz,  Ouiraut 
Aniic  bei  G.  ile  Moiitaiihagol  (Gr.  22.i,  1).  —  Ders.,  Na- 
bieiris  de  roman.  —  R.  Köhler,  Zu  K.  Stengels  Sammlung 
kleinerer  Schriften  von  Ferd.  Wolf.  —  O.  Schultz,  Ein 
Lied  von  Oautier  d'Fspinau.  —  H.  Sc  li  u  c  h  a  r  d  t,  Prov. 
altfr.  aticein.  —  It.  (idesso,  runi.  iarä.  —  Frz.  mahil.  —  Sp. 
ilejur.  —  VV.  M  e  y  e  r  -  L  ü  b  k  e  ,  It.  allillare ;  sp.  coclio ;  frz. 
yosier;  frz.  tiu'leze;  ostfrz.  tiazier,  rät.  nosur;  nordit.  piitta; 
it.  seccia  ;  frz.  roisoii.  —  Fr.  S  e  1 1  e  g  a  s  t ,  Frz.  coche  „Sau"  ; 
fiitd'iin;  uiKlare.  —  M.F.Mann,  Laudiert,  Geschichte  des 
Pliysi(dogus.  —  W.  Rudow,  Gaster,  Literatura  |)iipular;i 
romäna.  —  R.  Th  u  r  n  e  )se  n,  D'Arbois  de  Jubainville, 
Recherclies  sur  l'origine  de  la  propriete  funciere  et  des 
noms  de  lieux  habites  cn  Frnnce. 

Stud.i  (li  filologia  romanza  Fase.  14:  L.  Gauchat,  H. 
Kelirli,  11  Canzonicie  provenzale  H. 

Archiviu  glottülogico  italiano  XII,  1:  C.  De  Lollis, 
Dell' iiiflusso  dcll'-/  (I  del.;  postonico  sulla  vocale  acccntata 
in  qualche  ilialetto  abruzzese.  —  G.  J.  Ascoli,  Appendice 
ai  „Saggiuoli  diversi".  —  G.  Moros;,  L'odierno  linguaggio 
dei  Valdesi  del  Piemontc.  —  Ders.,  II  dialett"  franco-pro- 
venzale  ili  Faeto  e  Celle,  nell' Italia  moridiunale.  —  Ders., 
L'elemcnto  greco  nei  dialctti  deU'Itnlin  nieriilionale.  — 
0.  B.  Andrews,  II  dialetto  di  Mentone,  raHVontato  al  pro- 
venzale e  al  ligure.  —  S.  Pieri,  Fonetica  del  dialetto 
lucchese,  con  appendice  lessicale.  —  0.  J.  Ascoli,  iitdarno, 
cndur. 

Giornale  storico  della  letteratiira  italiana  XVI,  3  (Fase. 
4S) :  Ad.  A  1  b  e  r  t  a  z  z  i ,  l)ue  romanzi  morali  <lel  Cinquecento 
(Le  „Metnniorfosi'*  di  Loronzo  Selva  e  il  „Brancaleone"  di 
Latrobio  filosofo).  —  O.  Da  Rc,  Dantinus  q.  Alligcrii.  — 
Fl.  Pellegrini,  Di  (lue  poesie  del  sec.  XIV  su  ,1a  natura 
delle  frutta".  —  C.  Errera,  Ancora  sull'autore  del  Peco- 
rone.  —  G.  Volpi,  Le  Stanze  per  la  Giostra  di  Lorcnzo 
de'Medici.  —  Fr.  Foffano,  II  ilisegno  del  „Morgante". — 
C.  Salvioni,  Oaudcnzi,  I  sunni,  le  lornie  e  le  parole  del- 
l'odierno  dialetto  della  cittä  di  Bologna.  —  V.  Rossi, 
Scartazzini,  Prolegomeni  della  Div.  Com.  —  L.  A.  Ferra  i, 
Epistolario  di  Cola  di  Rienzo,  ed.  Annibale  Gabiielli.  — 
BoUettino  bibliogr. :  Goch  in,  üoccace.  —  Kirn  er,  SuUe 
operc  storiche  di  Franc.  Petrarca.  —  Antiche  cronnche 
veronesi  per  cura  di  C.  CipoUa.  —  Castellani,  Scritti 
p.  da  N.  Angeletti.  —  üzielli,  Leonardo  da  Vinci  e  lo 
Alpi.  —  Corsini,  Lorenzino  dei  Medici.  —  Barbi,  Della 
fortuna  di  Dante  nol  secolo  XVI.  —  Parlagreco,  Studii 
sul  Tasso.  —  Canti,  La  Frusta  Letteraria.  —  Mal- 
niignati,  G.  Oozzi  ed  i  suoi  tempi.  —  Parini,  Le  odi 
ili.  da  Bertoldi.  —  Jachino,  Varietä  tradizionali  o  dia- 
lettali  Alessandrine.  —  G.  R  u  a  ,  Un'altra  traduzione  italiana 
del  „Tesoro"  di  Brunetto  Latini,  per  opera  di  Cclio  Malc- 
spini.  —  V.  Crescini,  Su,  Su,  Su  chi  vuol  la  gatta.  — 
R.  Wendriner,  Un  codice  di  Ruzante  nella  Coraunale 
di  Verona. 

Rivista  critica  della  letteratnra  italiana  VI,  5 :  M. 
Barbi,  E.  Moore,  Contributions  to  the  textual  criticiam  of 
tlie  Divina  Commedia  ;  C.  Täuber,  I  Capostipiti  dei  mano- 
scritti  della  Divina  Commedia;  C.  Negroni,  Sul  teste  della 
Div.  Cum.  —  S.  Morpurgo,  Volpi,  La  vita  e  le  riine  di 
Simone  Sordini,  detto  il  Saviozzo.  —  E.  Teza,  Estolrich, 
Antülogia  de  poetas  liricos  italianos  en  verso  castellano. 

L°  Alighieri  II,  3.  1.  5:  0.  Spe  ra,  II  trusumanarsi  di  Dante 


nol  Paradiso.  —  P.  Samarani,  Silenzio  di  Dante  e  dis- 
dogno  di  Guido.  —  O.  P.  Clcrici,  Osservazioni  sul  modo 
il'iiitendere  alcuni  punti  dei  Canti  XXXI  e  XXXII  del 
Purgatorio.  —  Commento  del  Re  Giovanni  di  Sassonia 
(Filalete)  nlla  Div.  Com.  Inf.  (^anto  XXIII.  —  G.  L.  Passe- 
rini,  Del  casato  di  Dante  Alighieri.  —  L.  F.  Ouelfi, 
Ancora  della  pietä  di  Dante  a  proposito  di  (icri  Dell  Bello. 
—  U.  M  i  c  o  c  c  i ,  La  fortuna  di  Dante  nel  secolo  XIX.  — 
C.  (ialanti,  Gl'infliissi  de'  cieli  Danteschi.  —  Fr.  Fla- 
mini, L'imitazione  di  Dante  e  dellu  ,Stil  Novo"  nelle  rime 
di  Cino  Rinuccini.  —  A.  (ihignoni,  Di  un  senso  auguralc 
nella  direzione  del  viaggio  Daiilesco.  —  0.  Franciosi, 
All'uomo  illustre  Coniin.  tiiov.  Daneo,  Ocnova.  —  P.,  Rüg. 
Della  Torre,  Poeta   Veltro. 


liiterar.  Centralblatt  2:  Galiens  li  Restores.  Hrsg.  von 
Stengel.  —  Tliiers,  Bonaparte  en  Egypte  et  en  Syrie  hrsg. 
von  ilartmann.  —  3:  Scdiultz.  Alltagsleben  einer  deutschen 
Frau  zu  .\nfang  iles  18.  Jh. 's.  —  Nöldeke,  Beiträge  zur 
Geschichte  iles  Alexanderromnns.  —  4:  Nicole  Bozon,  contes 
moralises  p.  p.  Smith  u.  Meyer.  —  5:  0.  Bremer,  Holz, 
Urgerm.  geschlossenes  e  und  Verwandtes.  —  (i:  Schipper, 
Zur  Kritik  der  Sliakspeare-Bacon-Frage.  —  WölfHin.  Snlo- 
nion  Gessner.  —  7 :  Heines  sämnitl.  Werke,  hrsg.  v.  Elster. 

Deutsche  Literatnrzeitaug  .52 :  S  t  r  a  u  c  h  ,  Walthcr,  Die 
deutsche  Bibelübersetzung  des  .Mittelalters.  —  1:  ISurdach, 
Basch,  Willi.  Scherer  et  la  phibdogie  alleniaiide.  —  Wiese, 
Bulle,  Diintes  Beatrice  im  Leben  uml  in  der  Dichtung.  — 
Schneider,  v.  Antoniewicz,  Ikonographisches  zu  Chrestien 
de  Troyes.  —  2:  Werner,  Henkel,  Goethe  und  die  Bibel. 
—  Mosen,  Ransumc,  Studies  uf  Shakcspeare's  Plots.  — 
3:  Rani  seh,  Heusler,  Ljoj)ahättr.  —  Tobler,  Greard, 
Edmond  Schercr. 

Zs.  f.  dentsche  Kultnrgeschichte,  hrsg.  von  Christian 
Meyer,  N.  F.  I,  1:  P.  C  a  s  s  e  1 ,  Von  Wiiffennamen.  —  G. 
Steinhausen,  Die  deutsclion  Frauen  im  17.  Jh.  —  Chr. 
Meyer,  Die  Ehre  im  Licht  vergangener  Zeit.  —  P.Beck, 
Ein  Volksgericht  in  lien  Alpen.  —  Edm.  Braun,  Auszüge 
aus  den  Kathsbüchcrn  der  Stadt  Freiburg  i.  B.  —  2:  P. 
Cassel,  Sclilcsien  und  sein  Name;  Der  Name  Erfiirl  und 
die  ürtsuamcn  auf  -Juri. 

Zs.  f.  raterländische  Geschichte  n.  Alterthuinsknndo 
B<1.   47:   F.   Jos  t  es,   Volksaberglaube   im    l.'i.  Jh. 

Der  Geschichtsfreund  Bd.  41:  B  ra  nd  s  t  e  tt  er,  Beiträge 
zur  schwüizcrisclieii  Ortsnanienkunile.  II. 

Zs.  f.  die  Geschichte  des  Oberrheins  N.  F.  VI,  I:  0. 
Wolfram,  Eine  IIs.  von  Königshofens  strassburgischcr 
Chronik.  —  0.  W  i  n  c  k  e  1  m  a  n  n  ,  Neue  Beiträge  zur  Leben.s- 
geschiehro  Thomas  .Murners. 

Zs.  der  Gesellschaft  f.  schleswig-holstein-Iauenbnrg. 
Geschichte  IM.  20,  S.  215:  Friedr.  Bangert,  Od  und  Oda. 

Blansfelder  Blätter  IV:  H.  Grössler,  Die  Mansfelder 
Mundart,  ihre  Grenzen,  innere  Gliederung  und  Abkunft; 
zweite  Nachlese  von  Sagen  und  Gebräuchen  der  Grafschaft 
Mansfeld  und  ihrer  nächsten  Umgebung. 

Neues  Lansitzisches  Magazin  66,  2:  Th.  Paur,  Dante 
über  den  Adel. 

Korrespondenzblatt  des  Vereins  f.  siebenbiirg.  Landes- 
kunde Xlll,  12:  R  o  t  h  ,  Zur  Erforschung  des  siebenbürgiseh- 
säehsis-ihen  Dialektes.  —  Ders.,  Grundriss  der  germ.  Pliilo- 
logie,  hrsg.  von  Paul. 

Der  Bär  44:  0.  Seh  wobei,  Fürstliche  Minnesänger.     F. 

Börsenblatt  f.  den  deutschen  Buchhandel  3:  K.  Bor  ne- 
in an  n,  Grillparzer-Literatur  (Bibliographie,  in  der  jedoch 
nur  selbständige  Schriften  aufgenommen  sind).  —  10:  J. 
Eisenstein,  Nachträge  zur  Grillparzer-Literatur  (auch 
hier  fehlen  die  kleineren  Aufsätze). 

Centralblatt  f.  Bibliothekswesen  VII,  10:  Vermischte 
Notizen:  editio  prineeps  des  „Vicar  of  Waketield".  —  Stölz- 
Ics  Bruno-Funde.  —  L.  Fränkel.  Burdaclis  Scherer-Biblio- 
graphie. —  P.,  Ilarless'  Crecelius-Bibliogrnpliie.  —  12:  11. 
llayn,  Bibliographie  der  deutschen  Räthsel-Literatur.  — 
VIII,  1  u.  2:  K.  Burda  eil,.  Zur  Ivenntiiiss  altdeuts(dier 
Hss.  und  zur  Geschichte  altdeutscher  Literatur  und  Kunst. 

Archiv  f.  Literi»tnr-  n.  Kirchengeschichte  des  Mittel- 
alters V,  4:  Fr.  Elirle,  lliiträge  zur  Geschichte  diT 
mittelalterlichen  Scholastik.  II.  .\ugu3tinisinus  u.  Aristotelis- 
mus  gegen  Ende  des  13.  Jh. 's.     v. 

Archiv  f.  slav.  Philologie  2:  A.  Brückner,  Die  Visio 
Tundali  in   böhmischer   und   russischer  Uebersetzung.     1'. 


(35 


1891.    Literaturblatt  für  germanigche  und  romanische  Philologie.    Nr.  2. 


6(i 


Nene  Jahrbücher  f.  Pliilologie  n.  Püdagogili  l'M  n.  14(i, 
12:   II.  Jofp.   Dir  Tud   (Irr   l^iiiilia  (jalolti.     1'. 

Piida^Oj^ilini  XIII,  1:  Tli.  V  o  rnnlekcn,  Lessings  Kloster- 
bruiliT   uihI   ilic  frcistig  Annen.     V. 

Gymnasium  2;i:  llcussner,  GdOilus  Walii  licit  u.  Dirhtuno; 
in  ilir   I'rinm  iIcs  G\  ninasiiiniH. 

Zs.  f.  die  österr.  (Gymnasien  41,  8  u.  9:  Detter,  ISugge, 
lJeb<'r  IUI'  ICntsteliung  iltr  noiilisolien  Götter-  iiml  Helilen- 
s:.Ke,  II.  ;i.  —  Häuften,  Xlinur,  Schiller,  I.  -  12:  Löh- 
ner, Sacli,  Doutsehcs  Leben  in  iler  Vergangenlieit. 

Rheinische  Blätter  f.  Erziehung  n.  Unterricht  189i,  1: 
I.aninicrs,  Ketzereien  über  Jen   neiispraclil.  Unterrielit.  F. 

Deutsch-evangelische  Blätter  Hi:  Erler,  Zwei  Volks- 
iliihter  und  Volkssehriftsteller  um  die  Wende  unseres  Jalir- 
Imnderts.     F. 

Allt;emeine  evangelisch-lutherische  Kircbenzeitiing  42: 
lOine  alt.leutsehe  r.issioiisilarstellung.     F. 

P.sychisehe  Studien  .XVII.  8:  f.  Wittig,  Die  Jungfrau 
vun  Orleans  uml  die  Pseudo-JiingiVau  .Inhanna  du  Ly.«.  — 
10:  f.  K  i  e  se  \ve  1 1  e  r  .  Eine  vergessene  zeitgenössische 
Urkunde  über  Juhauua  d'Arc  und   ihre  Xaelil'ülgerinnen.  F. 

Zs.  f.  bildende  Kunst  1890,  10:  E.  W.  Wich  mann.  Die 
Baustile  der  alten  Germanen.  —  ISlll,  1  f.:  Schultheiss, 
Pietru   Aretinj.     F. 

Nene  Zs.  f.  Musik  86,4.5:  ApoUonius,  Grillparzors  Ver- 
liiiltniss  zur   Musik  und  zu  Beethoven.     F. 

Blätter  f.  literarische  Unterhaltung  1890,  34:  Ad.  Brie- 
ger,  Th.  Fontane.  —  Ad.  Schröter,  Deutsche  Kunst  u. 
Literatur  des  Reformationszeitalters  in  .lanssenscher  Be- 
leuchtung. —  Th.  Paur,  Zur  Dante-Literatur  (0.  Bulle 
über  üeiitrice).  —  3.5:  Frz.  Walther,  Biographisches 
(Litzmanns  „Kr.  L.  Schröder"  I.  und  Bodenstedts  „Erinne- 
rungen"). —  M.  Grüben,  Zur  deutschen  Roman-  u.  Lessing- 
literatur. —  36:  L.  Fränkel,  Geistesströmungen  im  engl. 
Selnifttliunie  des  18.  Jh.'s.  —  .SS:  Ad.  S  c  li  rö  t  e  r ,  Zur 
deutschen  Literaturgeschichte  (Hurchs  „Zur  Kritik  des 
Kürenbergers",  Schönbachs  „Walther  v.  d.  Vogelwcide", 
A.  V.  Weilens  Gerstenberg-Keudruck,  Schwenkes  „Heiträge 
zur  Schiller-Literatur").  —  39:  L.  F  r  ä  nk  e  1 ,  Die  englische 
Bühne  in  iler  Glanzzeit.  —  41:  R.  M  a  h  r  e  n  h  o  I  tz  und  L. 
Wespy,  Deutsche  Literatur  in  französ.  Beleuchtung.  — 
42 :  L.  Fränkel,  Allerlei  von  Shakespeare  und  den  Er- 
l'ülgen  seiner  Kunst.   —  44:  J.  Deckel,  Drama. u.  Theater. 

—  45:  L.  Fränkel,  Zu  den  Meistersverken  deutscher 
Literatur.  —  Ad.  B  rieger.  Eine  Werther-Nachahmung 
(O.  Klein,  Schmerzliche  Wonnen.  1890).  —  Fr.  Biene- 
luann,  -Aus  deutschen  Uibliotheken.  —  Im  Feuilleton:  Am 
ür-Quell.  Monatsschrift  für  Volkskunde.  Hrsg.  von  Fr.  X. 
Krauss.  —  46:  X<].  Brieger,  Räthsel  der  Sprache  (R. 
Kleinpaul).  —  47:  (i.  Diercks,  Zur  Literaturgeschichte 
Spaniens  (Schäffers  „Geschichte  des  span.  Nationaldramas"). 

—  48:  L.  Fränkel,  Aus  Doctor  Fausts  Literaturleben.  — 
K.  Sallniann,  Plattdeutsches.  —  49:  H.  Blum.  .^^Ites  u. 
Neues  von  Willi.  Rabe  und  W'ilh.  Jensen.  —  W.Müller, 
Bisniarck-Literatur  (darin  u.  a.  über  M.  Bewers  „Bisinarck, 
Moltke  und  Goethe").  —  J.  Mähly,  Zur  Uebersetzungs- 
literatur  (Weyhes  Nachdichtung  von  Buileaus  „Satiren").  — 
50:  Th.  P  a  u  r  ,  Zur  Dante-Literatur  (Scartazziuis  „Prolego- 
mini").  —  51:  M.  Groben,  Neuestes  über  Schiller  (Minors 
„Schiller"  II:  Küsters  „Schiller  als  Dramaturg").  —  G. 
Diercks,  Zur  Literaturgeschichte  Portugals  (Storcks  Ca- 
moeus).  —  52:  L.  Fränkel,  Von  Hamlet  und  seinen  Ge- 
nossen. —  Th.  V.  Siisnosky,  Ein  neues  Buch  von  Daudet 
(Port-Tarascon).  —  1S91,  1:  W.  Buchner.  Neueste  Goethe- 
literatur.  — M.  G  r  ü  b  en,  RousseausGeschichtsphilosophie.  F. 

Deutsches  Dichterheim  XI.  4:  H.  Rh  einländ  e  r ,  Die 
deutsehnationalen  Bestrebungen  auf  dem  Gebiete  des  litera- 
risclien  Lebens   im   17.   Jahrhundert.     F. 

Moderne  Dichtung  1,9:  L.  v.  Such  er-M  a  soch  ,  Eduard 
von  Bauernfcld.  —  J.  Fasten  rath.  Die  catalanischen 
Blumenspicle.     F. 

Salon  1890,   12:  H.  Lübner,  Das  akileutsche  Liebeslied.  F. 

Deutsche  Rundschan  Jan. :  Fr.  C  u  r  t  i  u  s  ,  Ueber  Shake- 
speares „Mass  für  Mass". 

Deutsche  Revue  D.c. :  Ungedruckte  Briefe  von  und  an  K. 
Ludwig  von  Knebel,  hrsg.  von  K.  Th.  Gaedertz. 

Vom  Fels  zum  Meer  1890/91,  Heft  2:  H.  Bosch,  Das  ger- 
manische Nationalmuseum  in  Nürnberg.  —  J.  Prölss,  Die 
Frauen  und  das  junge  Deutschland  (Scliluss:  Rahel ;  Char- 
lotte Stieglitz).  —  4:  A.  T  i  1 1  e  ,  Weihnachten  bei  unseren 
Klassikern.   —   0.  Henne   am   Rhyn,    Seelen   und   Geister 


im  deutschen  Volksglauben.  F.  —  6:  W.  Jerusalem, 
Franz  Grillparzer.  —  Ludw.  P  r  oescli  o  I  il  t ,  Aus  der 
geistigen   Werkstatt   Walter  Scotts. 

Die  Gegenwart  49:  Apostata,  Lessing  vor  Gericht.  — 
2:  Arthur  G  ol  ds  c  h  ni  i  il  t ,  Zu  (Irillparzers  hundertjähr. 
Geburtstag.  —  3:  A.  Hey  her,  Oct.ive   Feuillet. 

Die  Grenzboten  22:  ISedingeu  und  andere  .Modewörter.  — 
38:  E.  Grotli.  Kulturgeschichte  und  Literaturgeschichte 
(mit  besomlerer  Rücksicht  auf  Lotheissen).  —  43:  E.  G  ro  t  h  , 
Streifzüge  durch  die  franz.  Literatur  der  Gegenwart.  6. 
üctave   Feuillet.   —    Ein  Nachwort  zur  Herl'ner  Lessingleicr. 

—  3:   II.   Pröhle,  Zur  Ehrenrettung   E.  T.   W.   lloffmanns. 
Die  Nation  13:    Georg  Ellinger,    Das  Vulkslicil  in    Tirol. 

—  15:   J.   J.   David,   Franz   (iiillp.irzer. 

Der  Zeitgenosse  1,  2:  L.  Berg,  Zur  Psychologie  Schillers.  F. 

Globus  59.  1:  H.  (jaidoz,  Die  franz.  Thäler  Pienioiits  (mit 
Knrte).  —  2.  3:  R.  .\  n d  r  e  e  ,  Die  (irenzen  der  nd  Spra(die 
(mit  Karte).  -  4  f.:  (1.  .Meyer,  Zur  Volkskunde  der  Alpen- 
ländcr  (Diis  Schnadahüpfl  in  der  Weltliteratur  und  Ver- 
wandtes). 

Zs.  des  deutschen  u.  Österreich.  Alpenvereins  1890:  S. 
Prem,  Die  Unechtheit  der  Gemsjägersage  vom  Kaiser 
Maximilian.     F. 

Uesterreich.  Monatsschrift  f.  den  Orient  9  f.:  M.  llaber- 
landt.  Zur  (^escliiclite  der  Null.     F. 

Zeitung  f.  Literatur,  Kunst  u.  Wissenschaft  des  Ham- 
burg. KdM'espiinilei.tcn   1890,  29:    II.   W.   Longfellow.   F. 

Nationalzeitung  439  u.  441:  0.  Bremer,  Helgolan  I  und 
die  Nordfriesen.  —  445:  M.  Ring,  Boccaccio  und  das  De- 
camerone.  —  455:  \V.  D.  Zur  Literaturgeschichte  (Jul. 
Schmidts  „Geschichte  der  deutschen  Lit."  IV).  —  461:  W. 
Röseler,  Math.  Claudius.  —  489:  E.  üobbert,  „Gottfr. 
Scl'adow"  von  J.  Friedländer  (zu  Scliadows  Verhältniss  zu 
Goethe\  —  .505:  R.  M.  Werner,  Walther  von  der  Vogel- 
weide (von  Schünbach).  —  507  u.  509:  P.  Seliger,  A. 
V.  Droste-Hülshoff.  —  525,527,533,539:  Alfr.  G.  Meyer, 
Die  deutsche  Volkskunde  und  die  volksthümlichen  Hau.s- 
formen.  —  617  u.  619:  P.  Seliger,  Schillers  Jugend- 
dramen. —  619:  L.  Fränkel,  Ein  Holländer  über  Shake- 
speare. —  Sonntagsbeilage  41  f  :  J.  W.  liraun,  Wie  Iff- 
land   nach   Berlin  kam.     F. 

Berliner  Tageblatt  427:  G.  Karpelcs,  August  v.  Goethe. 

—  519:  G.  Engel,  Lessing  der  Hunmnist.  F. 
Vossische  Zeitung  1890,  4S0:  E.Schmidt.  Rede  zur  Ent- 
hüllung des  Berliner  Lcssingdenkmals.  —  Sonntagsbeilage 
1890.  31 :  K.  B  I  i  n  d  .  Der  Leichenbraml  bei  den  Germanen.  — 
TV.  Pätow,  Frau  Rath.  —  32  f.:  M.  Sydow,  Aus  dem 
Hause  des  Wandsbeeker  Boten.   —   35  f.:   P.  Ernst,  Balzac. 

—  35:  L.  Treitel,  Zur  Physiologie  der  Sprache.  —  41: 
P.  S.,  Lessing  in  Berlin.  —  42:  H.  Riegel,  Lessing,  die 
Wolfenbütteler  Bibliothek  und  das  Museum  zu  Braunschweig. 
Eine  Rechtfertigung.     F. 

Leipziger  Tageblatt  245,  2.  Beilage:  O.  Steine!,  Friedr. 
Rückert  in  Leipzig.  —  291:  K.  Biedermann,  Friedr. 
Rückert.  —  K.  W.  Whistling,  Die  Leipziger  Schlacht- 
denkmäler und  E.  M.  Arndts  „Walhalla".  —  294:  Rud. 
Genee,  Ueber  Theatersprache.  —  E.  G.,  Histoj-ische  Zeug- 
nisse über  die  Leipziger  Sprache.     F. 

Leipziger  Zeitnng  180  f.:  Deutsche  Wörter  mit  undeutschen 
Endungen.  —  .  189 :  Rosencrantz  uml  Güldenstern.  —  Das 
Schweizerhaus.  —  191:  R.  B  (e  e)  r  ,  Zu  Wanderers  Nacht- 
lied von  Goethe  (richtiger  Text).  —  199:  -ran,  Fausts  Gang 
zu  den  Müttern.  —  207:  R.  B(ee)r,  Schluchzen  u.  Seufzen. 

—  294:  V.  Einenkel,  Der  Hase  im  Volksliede.  —  298: 
G.Oertel,  Deutsche  Volkslieder  aus  Böhmen.  —  G. Leh- 
ner t,   Weihnaehtsmistel.     F. 

Wissenschaftl.  Beilage  der  Leipziger  Zeitung  1890,  106: 
R.  Kade.  Sperontes'  „Singende  Muse  an  der  Pleisse" 
(1736).  —  111:  G.  Por  t  ig,  Lessings  „N.ithan  der  Weise" 
als  Verherrlichung  des  Christenthums.  —  112  :  R.  X  (e  e  d  onj. 
Der  Kauzler.  liiographie  eines  Wortes.  —  136  :  O.  F  r  a  n  e  ke  , 
Was  haben  die  Engländer  für  die  Reinheit  ihrer  Sprache 
gethan?  —  1891,  3:  Rob.  Prölss,  Zum  hundertsten  Ge- 
burtstage  Franz   Grillparzers. 

Beilage  zur  Allg.  Zeitnng  1890,  296  :  J.  P  r  o  e  i  s  s  ,  Episteln 
und  Vorträge  von  Wilhelm  .lordan.  -  F.  M  e  y  e  r  v.  W  a  1 - 
deck,  Kuno  Fischers  Schillersebriften.  —  1891,  9:  L. 
Geiger,  Lenz  und  Goethe.  -  14:  K.  Werner,  Lebens- 
erinnerungen an  Klaus  Groth. 

Mnnchener  Neueste  Nachrichten  26:   L.   Geiger,   Karl 


67 


1891.     Literaturblntt  für  gernianUchc  und  romanisclio  riiilolugie.    Nr.  2. 


68 


Ludwig  von  Knebel.  —  44:  .1.  Horzfelilor 
pBrxer  iils  Lvriker. 


Kranz  Grill-   1 


Nene  freie  Presse  !ti47:  \.  Biese,  Der  lifiniss  nni  Xntur- 
BcliüniMi.  —  92.'(4:  K.  Glosgy,  Ker.l.  Riiiiiiund.  —  i>3-2:^: 
K.  U  I  i  II  •!  .  Oerninnische  Feuerbestattung.  -  9H29  :  L.  A. 
K  r  a  II  k  1 .  Oiiiunilener  Kriuueruujjen  im  N.  I.enau.  —  935li : 
A.  Tille,  Vi.lUslieder  vom  Doelor  Kiiust  in  Oesterreieli 
und  Steiermark.  —  a:<8l  :  II.  W  (i  1 1  in  a)  ii  ii ,  Alplionse  Karr. 
—  !i:<s:i:  O.  Steinel,  Stimmen  liturariselier  Urüssen  /um 
Rüekert-Denkninl.  —  94HI:  K.  Seil.,  Die  alte  uml  die  neui' 
Sli:ikes|ieiire-I!üline.     F. 

Dentsclies  Wochenblatt  III.  :i!l:  A.Sebrüer,  Uelnr  Will. 
Sliiikisperes  rilaulieii-ibekenntniss.     F. 

Dentsche  Zeitung  (Wien»  i;ti82 :  B.  .Münz,  Die  Briefe  iler 
Mailiinie  ile  Si'vigni-.  t<74(l:  I)  e  r  s. ,  Aus  dem  .Scliillerarchive 
(.Minor).  —  fiTdO  f.:  Kug.  Kitter  v.  M  o  r -.S  ii  n  n  e  g  g,  Fried:'. 
Küekert  über  .seine  Berufung  nM<di  Frlangen.  Aus  unge- 
druckten Papieren  des  Dieliters.  -  (i7ü."i:  K.  0  x ,  l^itera- 
risi'lie  rSpste.  -  67KI  :  Ad.  llarpf,  llainerlings  pliilo- 
sopliisi'lier   XaclilaSR.      F. 

The  Acadeniy  stGü:  Watson,  Tlie  slmrter  poenis  of  Rob. 
Bri.lges.  —  Taylor,  The  Order  of  l-etlers  in  tbe  Runic 
„Futliork".  —  Cook,  Tlie  Suurce  of  a  Chaucer  Siiuilc.  — 
97Ü:  Do  w  d  en.  The  .lournal  of  Sir  WiiUer  Scott.  —  Skeat 
and  Taylor,  The  Order  of  Kunes  in  the  Futliork.  — 
Karle,  English  Prose.  —  Kllershaw,  Tbe  Souree  of 
Chaucer  simile.  —  971:  Bradley.  The  Oriler  of  Runes 
in   the   Futhorc. 

Fortnishtly  Keview  Sept.:  K.  Dow<lcn,  .\eeount  of  the 
last  dnvs  of  Goetlie,  with  an  iinprinted  letter  of  Dr.  Weissen- 
born  (Weimar.  28.  März  IS;H2l.  —  Dec. :  Darmesteter, 
Rural   Life   in   the   XIV.  Century. 

Contemporary  Keview  Sept.:  Welldon  (Head  Master  of 
lliirrow  Sc'luiolV  ücber  den  franzos.,  engl,  und  deutschen 
Unterriclit  an  höheren  Lehranstalten.  —  .\ddington  Sy- 
ni  o  n  d  s  ,  The  idea  of  luve  in  I'lato's  dialognes  and  in  the 
.Vita  XaDva"",  the  lyrics  and  the  , Divina  Coinmedia"  of 
Dante.     F. 

Nineteenth  centnry  Sept.:  W.  Morton  Füller  ton,  Essay 
on  Bion  tbe  greek  poet  (u.  a.  Vergleich  mit  Keats  und 
Shelley).     F. 

The  Andover  Review  Dec.:  Clark,  Anotbor  Aspcct  of 
tbe  .Faerie  Queene". 

Transactions  of  the  Royal  Society  of  Literature  XIV, 
2:  Litbgow,  Xotes  upon  the  Life  «nd  Genius  of  the  Poet 
Herrick.  —  Carmichael,  Petrarcb  and  the  XIV.  Cen- 
tury.    F. 

London  News  2076:  Elephants  nt  Stratford  on  Avon  (zu 
Shakespeares  ,Tr()il.  and  Cressd."  II.  3  und  Trinkulos  „W'är 
ich  jetzt  in  Englaml"  in  ,Tbe  Tenipesfl.  -  2G77 :  J.  D.. 
Sonic  words  about  (english)  prose.  —  2fi7S:  A.  Wilson, 
Shakespeare's  „tbere  is  no  art  to  find  the  niind's  eonstruction 
in  the  face".  —  2679:  J.  C.  H.,  Three  (Scottisb)  Border 
poetesses  in  the  18"'  Century  (Miss  EUiot  of  Minto,  Miss 
Alison  Ratherford  of  Fainiielee,  Lady  Grisell  Baillie).  — 
W.  W.  F.,  Tbe  white  cliifs  of  Albion  (zu  Shakespeare,  King 
Lear  ,llow  fearful  and  dizzy..."  IV  6,  11  f.).  _  2680: 
J.   D.,  English  poets  in  Italy.     F. 

American  Jonrnal  of  Pliilology  XI,  3:  F.  M.  Warren, 
Kawczynski's  Essai  coniparatif  sur  l'origine  et  l'histoire  des 
rythmes. 

The  North  American  Review  Dec:  Swinbume,  Victor 
Hugo.  —  D  o  n  n  c  1 1  y  ,  More  Testimony  against  „Shnkspere". 

Nordisk  tidskrift  för  vetenskap,  konst  och  indnstri 
1890,  II.  7,  S.  .'ins— 604:  J.  Stefanssnn  och  O.  Mon- 
telius,  Du  Chiiillu,  The  Viking  Age.     S. 

Ny  svensk  tidskrift  1890,  IL  7.  8,  S.  ,S96— 422:  E.  Lidforss, 
Sbakcspeare-Baeon  frägans  sennste  skede.  —  S.  423  -  446 : 
J.  Vi  sing,  Den  portugisiska  litteraturens  pänyttfödelse  i 
det  nittonde  arhundradet.     S. 

Tidskrift ftirteologi  1,1.  8.  41—71:  J.  Paulson,  Legenden 
oni   den  beliga  Katarina  af  Alexandria.     S. 

Kevne  critiqne  .")2;  Müllenhotf,  Antiquite  allemande.  I  p.  p. 
Roediger.  ^  Biart,  Cervantes.  —  Minor,  Schiller  I.  II.  — 
Tüchert,  Racine  et  Ilelindore.  —  Walzel,  Lettres  de  Ft6- 
deric  Schlegel  a  «on  frere  Ouillnume.  —  1  :  Levy-Brühl, 
L'Allemagne  depuis  Leibnitz.  —  A.  Gazier,  L'Ortbogrnphe 
de  nos  pires.  —  Oltraniare,  Simplification  de  rorthograpbe. 
—  Du  Camp,  Th.  Gautier.  —  2:  Brugniann,  Grammaire 
eoniparee  des  langues  indo-curop^cnncs.  II,  2.  1.  —  4: 
Sorel,   M""   de    Stael.    —    5:    Meschinot,    Los   lunettes   des 


prinees,  p.  p.  Gourcufi".  —  Briefe  über  Merkwürdigkeiten 
in  iler  Literatur,  ed.  Weilen.  —  .Moritz,  Ueber  die  bildende 
Xacbahniung  des  Scliünen,  ed.  .\uerbach.  —  Leisewitz.  Jul. 
v.  Tarent  etc.  ed.  Werner.  —  Uz,  sünimtl.  poet.  Werke, 
e  I.  Sauer.  —   Firinery.  Goethe. 

ttev.  pol.  et  litt.  24:  E.  Lavisse,  La  pedngogie  de  TEm- 
pcrenr  d'Alleniagne.  -  F.  Sarcey,  Comment  je  devins 
confereni'ier.  —  Im  Cnurr.  litt.:  Physiologie  ile  Taniour 
moderne  par  Paul  Bourget.  —  2."> :  Im  t'ourr.  litt.:  Theo- 
phile Gautier  p.  M.  Maxime  Du  Camp  (Les  gramls  eerivains 
i'ranfais).  —  26:  Sully  Prudbomme,  A  propos  d'un  livre 
ilc  fahles.  .\  nionsieur  Charles  Kielict.  (Vorrede  des  ersteren 
zu  einer  Fabelsammlung,  die  der  letztere,  ein  Professor  iler 
Physiologie,  eben  erscheinen  lässt  und  woraus  zwei  Proben 
folgen.  Die  Vorrede  enthält  feine  Bemerkungen  über  La 
Fontaine.)  —  V  a  1 1  e  r  y  -  K  a  d  o  t ,  La  litterature  des  oiifanis. 
(Ueberblick  über  die  Kntwickidung  der  Jugendschriften  in 
Frankreich.)  -  M  u  n  i  e  r- J  o  1  ai  n  ,  Le  barreau  cnntempo- 
rain.  M.  Uousse  Xachfidger  von  J.  Favre  in  der  .\kadcniie). 
—  1:  Jean  Iloncey,  Le  reveil  ile  ridi'>e  rcligieuse  en 
France.  Le»  chr^tiens  ile  lettres.  (.Munifestations,  causcs. 
precurseurs,  forinule  dieser  gegenwärtigen  Bewegung.)  — 
In  der  Cbron.  tbeätr. :  L'Obstacle  piece  en  4  actes  p.  A. 
Daudet.  Forner  eine  Besprechung  von  .leanruya  Origincs 
de  la  poesie  lyrique.  -  2 :  R.  Douniie,  Critiques  contempo- 
rains  M.  Emile  Fagiiet.  —  Oermain  Bapst.  Les  röles  de 
feinmes  dans  les  Mysteres  du  nioven-äge.  (Urkundliche  Xacb- 
weisc  über  die  ersten  Fälle  von  Darstellung  weiblicher 
Rollen  durch  weibliche  Personen.)  —  Ursus,  Octave  Feuilet 
(Xecrolog).  —  Im  Courr.  liit. :  CEuvres  d'Hegi'sippe  Moreau. 
T.  I  (mit  Kinleitung  von  Vallery-Radot).  —  .'S:  E.  Faguet, 
L'liunianisme  fran^ais  au  XVI'^  siede.  (KroH'nung  der  Vor- 
lesungen, die  der  Verfasser  als  Stellvertreter  von  Lenient 
an  der  Sorbonne  über  die  französische  Dichtung  von  1549  — 
IKOO  hält.) 

Kevne  des  denx  niondes  1.  Dec:  Barine,  Les  contes 
de  Perault. 

La  Kevne  du  nionde  latin  Aug.  u.  Sept. :  lloratius,  La 
littcrature  espagnoUe  coiiteinporaine.     F. 

La  Noiivelle  Kevu<-  l.Oct.:  Quesnel.  La  litteraturc  con- 
temporaine   en   Espagne.     F. 

Annales  de  la  faenlte  des  lettres  de  Bordeanx  1890, 
2/.1 :  E.  Bourciez,  La  cnnjugaison  gasconne  d'apres  des 
docuinents  bordelais.  —  Mo  n  d  r  y  -  B  e  n  u  d  o  i  n  ,  Une  inii- 
tation  provenijale  des  Syracusaines.  —  P.  Hoc  hart, 
Boceace  et  Tacite. 

Le  Blns^on  5:  X  Duopol,  Elements  grecs  ancicns  dans  la 
langue  rouinaine. 

Arcliivio  storico  per  Triesto,  1'  Istria  e  il  Trentino 
Fase.  2.  vol.  IV:  Zenatti,  Una  canzone  cap^distrian  i  del 
sec.  XIV  sulla  pietra  filosofale.  —  Joppi.  Due  earmi  di 
Gcrolaino  Aninseo  in  lode  deU'Alviano. 

Neu  erscliieneue  IJüclier. 

Brink,  B.  ten  ,  Ueber  die  Aufgabe  der  Literaturgeschichte 
Rectoratsrede    Strassburg,  Ileitz  28  S.  gr.  8.     M.  0,60. 

Eckius  d  cd  o  latus,  brsg.  von  Siegr.  Szainatölski.  Berlin, 
Speyer  &  Peters.  XV,  52  S.  S.  (Lateinische  Literaturdenk- 
mäler des  XV.  u.  XVI.  Jb.',s  II.  2.) 

Fick,  A.,  Vergleichendes  Wörterbuch  der  indogcrmaniscbch 
Sprachen.  4.  Aufl.,  bearb.  von  A.  Bezzciibcrger,  A.  Fick  u. 
W.  Stockes.  1.  H.  Wortschatz  der  Grundsprachen  der  arischen 
u.  der  westeuropaischen  Spracheinheit  Güttingen,  Vnndeii- 
hoeck  &  Ruprecht.  XXXVIII.  580  S.  8.     M.   14. 

Llovd,  R  J. ,  Some  researohes  into  the  naturc  of  Vowel- 
Sound.  Tbcsis  presented  to  tbe  University  of  London. 

Strong,  Herbert,  .\.,  Sogoman,  W.  S.  and  Wbeeler, 
Benjamin  Ide,  Iiitroduction  to  the  Study  of  tbe  History  of 
Language.  Longnians.  4ii6  ii.  8.      10  6. 

Svahn,  Oscar,  Det  niuntliga  föredragets  konst  i  tnl  och 
sang  I.  Stockholm,  .Vlbert  Bonnier.  XI,  H68  S.  8.   Kr.  4,50.    S. 

Abhandlungen,  germanistische,  hrsg.  von  K.  Weinhold. 
8.  Heft  Zur  Geschichte  der  alldeutschen  Verskunst  von 
A.  Heusler.  Breslau,  Koebner.   VIII,   161  S.  gr.  8.     M.  5,40. 

Bibliothek,  bayerische.  Begründet  u.  brsg.  von  K.  v.  Koin- 
bardstoettiier  und  K.  Trautmann.  19:  Ilans  Sachs  von 
E.  Goetze.  Bamberg,  Buchner.  76  S.  8.  (mit  lllustr.)    M.  1,40. 

Bi  elschow  sky ,  A.,  Gcscliiebte  der  deutschen  Dorfpoesio 
im  13.  Jh.   I.  Leben    und  Dichten    Neidbarts    v.  Keuenthal. 


(ii( 


1891.     Literaturblatt  für  germanisolie  und  romanische  Philologie.     Nr.  2. 


70 


Untersuchungen.  fSonderdr.)  Berlin,  Mayer  &  Müller.  VII, 
294  S.  gr.  S<.     M.  0,50. 

Herder,  J.  C,  Vom  Geiste  der  ebräischen  Poesie.  Mit  einer 
Einleitung  v(>rselicii  von  F.  UotTnianii  Gotha,  Perthes.  2 
Theilc.  VIII,  2i)5  u.  310  S.  8.  ä  M.  2,40  (lübliuth.  theol. 
Kl.issiker  15d.  :iO  u.  :il). 

K.iwerau,  \V.,  Thomas  Murner  und  die  Kirche  den  Mittel- 
alters. Halle,  Xicmeyer  i.  Conini.  103  S.  8.  (Schriften  des 
Vereins  für  Ret'ormationsgeschichte,  Nr.  30. ) 

Kippen  borg,  J. ,  Abriss  der  deutschen  Literatur.  Nach 
dem  , Handbuch  der  deut.schen  Literatur'"  von  A.  Kippen- 
berg zusammengestellt.  Hannover,  Goedel.  VIII,  32S  S.  8. 
M.  2. 

Külinel,  P.,  Die  slavischen  Orts-  und  Flurnamen  der  Ober- 
lau.sitz.  Gesammelt  und  erklärt.  H.  1  CSonderdruck).  Leipzig, 
Kuehler  in  Comm.  53  S.  S.     M.  1. 

Morgenstern,  G. ,  Oddr,  Fagrskinna,  Snorre.  Leipziger 
Dissertation.  57  S.  8. 

Morsch,  IL,  Goethe  und  die  griechischen  Bühnendichter. 
Leipzig,  Fuck.  55  S.  8.     M.  2,50. 

Ordbok  öfver  Svenska  medeltidsspräket  af  K.  F.  Süderwalt, 
Heft  12:  m  -nyr. 

K  a  11  i  s  c  h  ,  W.,  Die  Volsungasaga.  Nach  Bugge's  Text  mit 
Einleitung  und  Glossar  hrsg.  Berlin,  Mayer  &  Müller.  XVHI, 
216  S.  gr.  8.     M.  3,60. 

Wörterbuch,  deutsches.  Bd.  VII f,  5,  bearb.  von  M.  Heyne: 
reiten— Bind. 

Zeh  nie,  Arnold,  Über  Bedeutung  und  Gebrauch  der  Hiilfs- 
verba.  I.  soln  und  niiiizeii  bei  Wolfram  von  Eschenbach. 
Hallenser  Dis.=ertation.  55  S.  ~^. 

Gulden,  W.  E.,  A  biief  hislory  of  tlie  english  draina,  from 
tlie  carliest  to  the  latest  tinies.  New-York,  Welch,  Fracker 
\  Co.  227  S.  12. 

Hüfer,  Paul,  Alliteration  bei  Gower.  Leipziger  Disser- 
tation. 82  S.  8. 

Jusserand,  J.  J.,  The  Euglish  Novel  in  the  Time  of  Shilke- 
speaie.  New  ed.  T.  Fisher  Unwin.  430  p.  8.     21/. 

Klapprott,  Ludwig,  Das  Ead-c  in  W.  Langlands  Buch  von 
Peter  dem  Pfliiger  Text  B.  Güttingen,  Deuerlich.     M.   l. 

M  i  1 1  0  11  's  Arcades  and  Coraus.  With  Introductioii,  Notes  and 
Indexes  by  A.  Wilson  Veritv.  (Pitt  Press  Series.). Cambridge 
Warehouse.  2S6  p.  12.     3/" 

Miirley,  Henry,  English  Writers:  An  Atterapt  Towards  a 
Hi.stoiy  of  English  Literature.  Vol.  6.  Cassell.  3(i0  j).  Cr.  8.    5/ 

R  u  1  e  i  g  li ,  Sir  Walter,  and  W  o  1 1  o  n  ,  Sir  Henry,  The  Poems 
uf.  CoUeoted  and  Authentieateil  with  thosc  of  other  Courtly 
l'oets ,  from  1540  to  16.50.  Edit. ,  with  an  Introdu.-tion  and 
Notes,  bv  J.  Hanuah.  Portrait.  ( AMiue  Edition  of  the  British 
Poets.J  New  ed.  Bell  and  Sons.  XXXIV,  261  p.  Fcap.  8.     2/6 

S  liakespeare's  Tragedy  of  Guriolanus.  Edit.  by  H.  C. 
Beeching.  Longmans.   166  p.  12.     1 

—  — ,  A  Midsummer  Night's  Dream.  With  an  Tntroduetiou 
by  K.  Deighton.  Maoniillan.  Fcap    8.     1 '8 

Shakespeare,  William,  The  Works  of.  Edit.  by  William 
Aldis  Wright.  (Tlie  Cambridge  Shakespeare!  New  and 
eheaper  ed.  In  9  vols.  Vol.  I.  Macmillan.  XLIV,  520  p.  8.     10  6 

S  h  a  k  s  p  c  re ,  W.,  Works.  Paul,  Trübner  &  Co.  1090  p.  8.     7/6 

Shelley,  P.  B.,  Poetical  Works.  Edit.  by  Edward  Dowden. 
Macmillan.  720  p.  Cr.  8.     7,6 

Sheridan,  Richard  Brinslev,  Life  of.  By  Lloyd  C.  Sanders. 
iGreat  Writers.»  Walter  Scott.  XII,  177  p.  Cr.  8.     2  6 

Skeat,  W.  W.,  Coneise  Etymological  Dietionary  of  the  Eng- 
lish Language  4th  ed.,  further  Revised,  with  Enlarged 
Supplement.  Clarendon  Press.  620  p.  Cr.  8.     5  6 

Strathmann,  Francis  Hemy.  A  Middle  Euglish  Dietionary. 
New  ed.,  by  Henry  Bradley.  Clarendon  Press.  726  p.  8.     31  6 

Tovey,  Duncan  C,  Gray  and  hisfriends:  letters  and  relics, 
in  grent  part  hitherto  unpublished.  Cambridge,  Univ.  Press. 
Xn,  312  p.  8. 

Wigston,  W.  F.  C,  Francis  Bncon ,  poet,  prophet,  philo- 
sopher, versus  Phantom  Captain  Shakespeare,  the  Rosicru- 
eiaii  niask.  London,  Paul,  Treneh,  Trubner  &  Co.  XLVI, 
436  p.  8. 

Wiiloby's  Avisa.  ,Willoby  His  Avisa,  or  the  true  picture 
of  a  maid  and  of  a  chaste  and  coiistaiit  wife".  Reprinted 
from  the  edition  of  1633.  Manchester,  Spenser  Society. 


A  p  p  e  I ,    Carl ,    Zur    Entwiokelung    italienischer    Dichtungen 
Petrarcas.  Abdruck  des  cod.  vat.  lat.  3196  u.  Mittheilungen 


aus  den  Hss.  Casanat.  A  III  31  und  Laurenz.  Plut.  XLf 
Nr.  14.  Halle,  Niemeyer.  196  S.  8. 

Bengesco,  Georges,  Voltaire:  bibliographie  de  ses  oeuvres. 
T.  IV  (Schluss).  Paris,  Perriii  et  C\     fr.   15. 

Benetrix,  P.,  et  A.  de  Oourcuff,  Salustc  Du  Bartis. 
Choix  de  poesies  fran^aises  et  gasconnes.  Auch,  J.  Capin. 
66  S.  8. 

Bertrand,  J.,  Blaisc  Pascal.  Paris,  Calmann  Levy.  XIV, 
405  p.  8.     fr.  7,50. 

Bibliothek  spanischer  Schriftsteller,  hrsg.  von  K.  Kressner. 
XI.  Band:  Sammlung  spanischer  Gediclite.  Mit  erklärenden 
.Vnmerkungeii  von  A.  Kressner.  Leipzig,  Rcnger.  VIII, 
200  S.  8.     M.  3 

Chabanenu,  C,  La  Prise  de  Jerusalem,  uu  la  Vengeance 
du  Sauveur,  texte  prov.  p.  en  entier  d'apres  le  ms.  de  In 
Bibl.  Nat.     Paris,  Maisouneuve.     59  p.  8.     • 

—  — ,  La  langue  et  la  litterature  limousines.  Limoges.  16  S.S. 

Cledat,  L.  L'Orthographe  fran^aise,  diseours  de  receptioii 
ä  l'Academie  des  sciences ,  belles-lcttres  et  arts  de  Lyon, 
lu  dans  la  seanoe  publique  du  l'' juilh't  1890  Lyon,  imp. 
Plan.  18  p.  In-S  Extrait  des  Memoires  de  l'Academie  des 
sciences,  belles-lettres  et  arts  de  Lyon  fvolume  27°  de  la 
classc  des  lettresj. 

Dclboulle,  A. ,  Les  fahles  de  Lafontaine.  Additions  ä 
l'histoire  des  Fahles.  Comparaisons,  rappruchements ,  notes 
litteraires   et  lexicographiques  etc.  Paris,  Bouillon,  fr.  2,50. 

Etudes  Romanes  dediees  ä  Gaston  Paris  le  29  deeembre 
1890  (25"  anniversaire  de  son  Doctorat  es  lettresl  par  ses 
eleves  Francais  et  ses  eleves  etrangers  des  pays  de  langue 
francaise.  552  p.  Paris.  Bouillon,  fr.  20.  [Inhalt:  J.  Be- 
dier.  Le  fabliau  de  Richeut.  —  A.  Beljame,  La  pro- 
nonciatioii  du  nom  de  Jean  Law  le  financier.  —  F.  Bon- 
nard ot,  Trois  textes  en  patois  de  Metz:  Charte  des 
Chaiviers,  la  grosse  Enwaraye,  une  Fiauve  recreative.  — 
L.  Constans,  Notes  pour  servir  au  classement  des  nia- 
nuscrits  du  Roman  de  Troie.  —  J.  Cornu,  Etudes  sur 
le  poeme  du  Cid.  —  J.  Couraye  du  Parc,  Chants  popu- 
laires  de  la  Basse-Norraaudie,  recueillis  par  l'auteur.  — 
J.  Flach,  Le  compagnonnage  dans  les  chansons  de  geste. 

—  J.  Gillieron,  Remarques  sur  la  vitalite  phonetique  des 
patois.  —  D.  Grand,  Proelamation  dun  heraut  en  dialeete 
montpellieraiu  (1336).  —  L.  Havet,  L'S  latin  caduc.  — 
O.  Huet,  Remarques  sur  les  redactions  diverses  d'une 
chanson  du  XIII"  siäcle.  —  A.  Jeanroy,  Une  piece  ar- 
tesienne  du  XIII'  siecle.  -  C.  Joret,  La  legende  de  la 
rose  au  moyen  äge  chez  les  nations  romanes  et  germaniques. 

—  E.  Langlois,  Quelques  dissertations  inedites  de  Claude 
Fauchet.  —  G.  Monod,  Les  Annales  laurissenses  minores 
et  le  monastere  de  Lorsch.  A.  Morel-Fatio,  Duelos 
y  quebrantos  —  E.  Muret,  Sur  quelques  formes  analogi- 
ques  du  verbe  francais.  —  H.  O  m  o  n  t ,  Les  manuscrits 
fraue.iis  des  rois  d'Angleterre  au  ehäteau  de  Richemont.  — 
A.  Pages,  La  Version  catalane  de  l'Enfant  sage.  —  A. 
Piaget,  Chronologie  des  Epistres  sur  le  roraan  de  la  Rose. 

—  J.  Psichari,  Le  Roman  de  Florimont,  contribution  ä 
l'histoire  litteraire,  etude  des'mots  grecs  dans  ce  roman.  — 
G.  Raynaud,  La  Mesnie  Hellequin;  le  poeme  perdu  du 
Comte  Hernequin,  quelques  mots  sur  Arlequin.  —  P.  Rous- 
selot,  L'S  devant  T.  1'.  C  dans  les  Alpes.  —  A.  Salmon, 
Remedes  populaires  du  moyen  äge,  M.  Sepet,  Übser- 
varions  sur  le  '^Jeu  de  la  feuillee'"  d'Adam  de  la  Halle.  — 
A.  Taverney,  Phonetique  roumainc,  Ic  traitement  de  Tj 
et  du  Suffixe  ULVM,  VLAM  en  roumain.  —  A.  Thomas, 
Vivien  d'Aliseans  et  la  legende  de  Saint  Vidian.  —  M. 
Wilmotte,  Gloses  wallonnes  du  manuscrit  2640  de  Darm- 
stadt.] 

Gaste,  A.,  Bossuet,  deux  lettres  inedites  et  documents  nou- 
veaux  pour  servir  ä  l'histoire  de  son  episcopat  ä  Meaux. 
1682-1704.^Caen,  Delesques.  60  p.  8. 

Gröber,  Gustav,  Verstummen  des  li,  iii  und  positionslange 
Silbe  im  Lateinischen.  S.-A.  aus  Commentationes  Wölff- 
linianae  S.  171  —  182. 

Hatzfeld,  A,  A.  Darmestetcr.  .\.  Thomas,  Dietion- 
naire  general  de  la  langue  francaise  du  commeneement  du 
XVII"  siecle  .jusqu'ä  nos  jours,  precede  d'un  traite  de  la 
formation  de  la  langue  et  contcnant :  1.  la  prononciation 
figuree  des  mots,  2.  leur  etymologie,  leurs  transformations 
successives,  avec  renvoi  aux  chapitres  du  traite  qui  les 
expliquent,  et  l'oxemple  le  plus  ancieu  de  leur  emploi,  3. 
leur  sens  propre,  leurs  sens  derives  et  figures,  dans  l'ordre 
ä  la  fois  historique   et  logique  de  leur  developpemeat,    4. 


71 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  unü  romanioche  Philologie.    N'r.  2. 


des  exemples  tirÄs  des  meilleurs  ccrivaiiis,  avec  indication 

de  la  sourcc  des  eitös.   Fase.  3.  In-8  Ä  2  col.,  p.  145—224. 

aspöritc — bercer.  Paris,  Delagrave. 
Hoefer,  Jiih.,   Uuber  den  Gebrauch  der  .\ppusition  im  Alt- 

fran/.üsi.sc'hon.   Ilallensor   Dissertntion.  49  S.  8. 
Hol  seh  er.  M..  Die  mit  ileiii  Suffix -iri/m,  -iaciim  gebildeten 

franz.  Ortsnamen.  Strassburger  Dissortation.  101   S.  8. 
LangloiH,  Krnest,    Uu  artibus  rlieturicfe  rhythmica;  sive  de 

artibus    poctiuis   in    Francia    ante    litterarum    renovationem 

eililis,  (juibus  versificationis  nustra>  le^es  explicantur.  Pariser 

These.   Paris,  Bouillun.  8.     fr.  4. 
Ledieu,    Ale,    Essai    sur   les    pavsans   d'apres  leg  fabliaux. 

Paris,  Picard.  28  p.  8. 
Le  mystfere  de  St.  Lnurent.  Public  d'apres  la  seule  edition 

gothique  et  accumpagne  d'une  intruduetiun  et  d'un  glossaire 

par  \V.  Söderhjelm  et  A.  Waüensköld.  Helsingfors.  177  p.  4. 
Naetebus,  G.,    üie  niohtlyrisclien  Strophenfnrmen  des  Alt- 
französischen.  Kin  Verzeiehniss.  Uerliuer  Dissertation.  45  S. 

S.    [Die    vollständige    .\rbeit   erscheint    im  Verlage    von    S. 

Hirzi'l  in  Leipzig.] 
Otto,  Kieh.   Altluthi  ingischo  geistliche  Lieder.  Abdruck  nach 

einer  Müncticuer  lls,  i  Aus  , Roman.  Forschungen".]  Erlangen, 

Junge.  :«  S.  gr.  8.     M.  1,20. 
Paris,    U.,    Dictionnairc   generat    de  la  langue  fnin^aise  du 

coniniencement    du  XVIl'  sieole  jusqu'ä  nos  jours  i)ar  MM. 

.\dolphe  llntzfeld  et  Arsene  IJarDiesteter.  In-4,  39  p.  Paris,    i 

Imp.  nationale.   Extrait  du  Journal  des  savants  (octobrc  et    1 

novenibre   1890).  i 

Pitre,   Gius.,    Bibliografia  delle  Tradizioni  popolari  d' Italia.    | 

Turin,  Lneschcr.  gr.  8.     fr.  20.  i 

Kisop,  \.,  Studien  zur  Geschichte  der  französ.  Conjugation 

auf  -i>.  Leipzig,  Fock.  31  S.  gr.  8.     M.  1.  1 

Rössel,  Virgile,  Histoire  litteraire  de  la  Suisse  ronmnile  des   , 

origines  ü  nos  jours.  Tome  IL   Basel,  Georg.    637  S.  gr.  8. 

M.  (>. 
Suchier,   Ilerni.,   Qiiielus  im  Romanischen.    S.-A.  aus  Com-    l 

mentaliunes  Woelfflinianae  S.  71 — 75. 
Tob  1er,    Ad.,    Vom    Gebrauche    iles  Impcrfecium  Futuri    im 

Romanischen.  Sitzungsberichte  der  Berliner  Akademie   1891. 

V,  12  S.  S. 
Tuurtoulon,   Ch.  de,   Des  dialectes,   de  leur  Classification   ' 

et    de    leur  ilelimitation  geographique.    Paris,  Maisonneuve. 

60  p.  8. 
Vollmöller,  Karl,  Sp:niische  Funde.  I— HL  [Aus  „Roman. 

Forschungen".]  Erlangen,  Junge.  53  S.  gr.  8.     M.  1,50. 
Wiechmiinn,   Iv,  Provenzalisches  geschlossenes  e  nach  den 

Grammatiken,  Reimen  der  Dichter  und  neuprovenzalischcn 

.Mundarten.  Leipzig.  Fock.  [Sehluss  der  1881  als  Hallenser 

Dissertation    erschienenen    Arbeit:    Ueber    die    Aussprache 

des  prov.  c] 

Literarische  Mitthciluiigen,  Personal- 
na  eil  rieh  teil  etc. 

Im   Verlage  von  Ma.t  Xiemeyer  in  Halle  wird  unter  iler 
Leitung  von  Gustaf  Ce  d  e  r  seh  iö  Id  in  Lund,  Hugo  Gering   j 
in    Kiel    und    Eugen    Mogk    in    Lci[izig   eine  Sammlung   alt- 
isländischer,   bez.  altnorwegisclier  Sagas   unter   dem  gemein-   ' 
Samen    Titel    „Altnordische  Sugabibliothek"    erscheinen.     Zu-   | 
nächst    iÄ     die    Herausgnbe     f(dgcnder    Sagas     beabsichtigt:    ' 
\.  Historische  Sagas:  Droplaugarsona  saga;  ICgils  saga  Skalla- 
grimssonar :    Kyrbyggja  saga;    Gisla   saga  Sürs.?onar;    Grettis 
saga;    Gunnlaugs  s:iga;    lläkonar  saga   lläkunai  s^nar ;   Heim- 
skringla  :   llrafakels  siiga;   Islondingabök ;  Jönisvikinga  saga; 
Knytiinga  saga:  Laxdoela;   N  jäla ;    Sverris  saga;   Vi'ga-Gliims 
saga.      II.    Mythiscli-lieroische   Sagas:    Fridpjöfs    saga;    llälfs 
saga  ok   Hiilfsrckka;   llervarar  saga;  ürvar-ÜMs  saga  ;   Kag- 
nars  saga  lodbrökar;   Vylsuuga  Siiga.    IIL  Romantische  Sagas: 
Bnriaams  saga:  Flöres  saga  nk  lüankifliir ;  Iveiits  saga  :  Karla- 
magnüs  saga;    Miigus  saga;   I'idreks  saga.     Xeben  den  com- 
menlirten    Te.ilausgiibeu    wird    der    Sagabibliotliek    auch    ein 
Glossar   der    altnordischen   Prosasprache    einverleibt    werden. 
Ferner  wird  beabsielitigt,  in  die  Sagabibliotliek  ein  Handbuch 
der  Realien  aufzunehmen. 

E.  Kölbings  mit  Itenutzung  niler  Handschriften  her- 
gestellte neue  Ausgabe  der  Ancren  Riwie  soll  demnächst  in 
Druck  gehen. 

Gastun  Paris  wurde  zum  .Mitglied  der  Petersburger 
.\kademie  ernannt. 


Prof.  Dr.  Behrens  in  Jena  folgt  einem  Rufe  an  die 
Universität  Giesseu. 

Zum  Professor  der  deutschen  Sprache  und  Literatur  am 
Queen's  College  in  London  ist   Dr.  C.  Merk  ernnnnt   worden. 

Dr.  Robert  Rein  seh,  bekannt  durch  eine  .\rbeit  über 
die  Pseudo-Kvangelien  von  Jesu  und  .Maria  Kindheit  sowie 
durch  eine  .\usgabe  des  Bestiaire  von  Guillaume  le  Clerc, 
wurde  Ende  December  in   Kreta  ermordet. 

t  zu  Kopenhagen  K.  Gislason,  83  Jahre  alt. 

t  8.  Januar  in  Charlottenburg  der  Oberlehrer  und  Privat- 
docent  zu  Leipzig  Dr.  F.  T  e  c  h  ni  e  r. 

t  der  u.  a.  durch  seine  Arbeiten  über  die  Dialekte  von 
Otranto  und  Bova  rühmlichst  bekannte  Professor  G.  Morosi. 

Antiquarische  Cataloge:  Joseph  son,  Upsala 
(Indogerm.  Linguistik);  Neubner,  Köln  (Kultur-,  Sitten-  u. 
Rechtsgeschichte);  Otto,  Erfurt  (Franz.,  Engl.,  Ital.,  Span., 
Port.);  Ri  c  k  e  r,  Gicssen  (Theater) ;  Sattler,  Hmunschweig 
(Sprachwissensch.,  deutsche  u.  rom.  Spr.  u.  Lit.);  W  ei  gel, 
Leipzig  (Deutsche  Sprache  u.  Lit.). 


Abgeschlossen  am  10.  Foiinwir  18til. 

•^   Literarische  Auzeigeii.   ><>• 

Sammlnng  von  Compendien  für  das  Studinm  und  die  Praxis. 

Soeben    ist   in  obiger  Sammlung  neu  erschienen  —  Ab- 
teilung  Philologie   und   Verwandtes   — 

Bd.  III:  Zoeller,  I>r.  Max,  Gnindriss  der  Geschichte  der 
römischen    Litteratur.     22'  «    Bog.    t^".     Eleg.    broch. 
Mk.    i.i;0.  eleg.  gcd).  in  Compendien-Band  Mk.  4,20. 
Trülier  erschienen  : 
Bd.  I:  Körting,  Dr.  (i.,  Grundriss  der  Geschichte  der  eng- 
lischen Litteratur  von  ihren  Anfängen  bis  zur  Gegen- 
wart.    27   Bog.  8°.     Eleg.  broch.  Mk.  4,-,  eleg.  gebd. 
in  Comp-Hd.  -M.  4.S0. 
Bd.  II  ;   .Junker.    Dr.    IL.    Grundriss    der   Geschichte   der 
französischen  Litteratur  von   ihren  Anfängen  bis  zur 
Gegenwart.     27  Bog.  S".     Eleg.  brocli.  .Mk.  4, — ,   eleg. 
geb.l.   in  Comp.-Bd.   M.   4,80. 
Bez.    Beluinrllung    des  Stoffes   knapp    aber   durchaus    auf 
wissenschaftlicher    Höhe    gehalten,    sind    diese   kurzen    Lehr- 
bücher für  die  Repctition  der  Studierenden  von  unschätzbarem 
Nutzen  und  für  die  Praxis  von  dauerndem  Wert. 

Zu   beziehen    durch  jede    gute   Buchhandlung   oder   auch 
direkt  vom  unterzeichneten  Verleger 

Heinrich  Schöningh,  Münster  i.  \V. 


Hiermit  erlaube  ich  mir  die  Anzeige,  dass  ich  nach  sieben- 
jähriger Arbeit  die 

Huiiiiiiiische  Litei'iitur^cschichte 

vollen  let  habe.  Das  Werk,  das  erste  in  deutsolier  Sprache, 
war  für  Wilhelm  Friedrich,  k.  rum.  llotbuchliändler  bestimmt; 
da  es  aber  den  festgesetzten  Umfang  von  8—10  Bogen  erheb- 
lich überschreitet,  Herr  Friedricdi  Auch  noch  nicht  einmal 
einen  bestimmten  Zeitpunkt  für  die  Veröffentlichung  festsetzen 
kann,  moclite  ich  es  selbst  herausgeben. 

Ich  habe  nicht  nur  die  besten  vorhandenen  Hilfsmittel 
gewissenlmft  benutzt,  sondern  auch  von  den  meisten  Schrift-  _ 
stellern  etwas,  die  bedeutendsten  ganz  gelesen  unil  ilafür' 
Hunderte  ausgegeben.  Die  liter.  Führer  iIcs  Landes  haben 
mich  ausgezeichnet  und,  wo  die  Bücher  versagten,  bereit- 
willigst ausgeholfen,  so  dass  ich  das  Werk  bis  auf  die  Gegen- 
wart habe  foiifülireu  können,  was  bisher  nicht  geschehen  ist. 
Zeugnisse  zur   Verfügung. 

Finde  ich  bei  di>n  Herren  Fachgenossen  für  einen  nenuens- 
werthen  Bruelitlieil  der  nötliigen  Kosten  Deckung,  so  werde 
ich  den  Druck  beginnen  und  das  Werk,  wenigstens  den  Vorher- 
bestelleru,   im   Herbst   1891   l'iir  i   .Mark   posifrei  zusenden. 

Ich  bitte  also  die  Herren,  welche  dns  Buch   wünschen,  mir 
dies  durch   Postkarte  baliligst   mittheilen  zu   wollen. 
Aclituugsvidl   orgebenst 

Dr.  Rudow, 
Mitglied  gelehrter  Gesellschaften  u.  s.  w.   Wernigerode  a.  Harz. 


Titel  mitl  KcgisttM-  /iiiii  \I.  .lahiAang  werden  gleichzeitig  mit  «lie.ser  Xminiiei-  geliefert. 

Verantwortlicher  Rcdacteur  Prof.  Dr.  Fritz  Neumann  in  Heidelberg.  —  0.  Otto's  Hofbuchdruckeroi  in  Darmsladt. 


LITERATURßLATT 


FLU 


liKHMANlSOHE  UND  ROMANISCHE  PHILOLOGIE. 


mCRAUSGEGEBEX  VOX 


D"   OTTO  BEHAGHEL 

o.  ü.  Professor  der  g-ermaiiis(;hen  Philologie 
HO  der  Universität  Gicssen. 


UND 


D^-  FRITZ  NEUMANN 


Professor  der  romanischen  Philologie 
an  der  Universität  Heidelberg. 


F.i'sclieiiit  monatlich. 


VKRL.iG    VOX 

0.  R.  REISLAND,  LEIPZIG. 


Preis  balbjälirlichyn.  5 


XII.  Jahrgang. 


Nr.  3.    3Ij'irz. 


.'s  r  u  g  ni  n  n  n  .  Grundriss  der  vergl.  Grammntik  der 
indogerni.  Sjtrachen  II.   1  (ßehaghel;. 

<*  e  U  0  r  s  e  h  i  öl  d  .  Kaifdrapet  och  vänprüfningen 
«G  o  1 1  h  e  r  . 

U  e  u  s  )  e  r  ,  Der  LJüthuhattr  <K  a  h  I  e). 

Buitcnrust  llcttcnia,  Het  Nederduitsch  Glos- 
sarium VHti  Hern  (.S  [)  r  c  n  gc  rj. 

Siebs.  Zur  Geschichte  der  englisch-fries.  Sprache 
>  J  el  1  i  n  ekl. 

Diilschke,  Die  Rhythmik  der  Litanei  meusler). 


P  o  11  e ,  Wie  denkt  das  Volk  über  die  Sprache  (B  e  - 

h  a  g  h  elj. 
.\  b  e  I .  Die  deutschen  Personennamen  iBehaghel). 
W  i  s  (■  r  .  Da^i  Yerhällniss  der  Minneliederhss.  ß  und 

('  7-n  ilirer  (Quelle  (Behaghelj. 
0 1 1  e  n  ,    The  Language   of  the  Rushworth  Gloss  to 

the  Gospel  of  .St.  Matthew  iBül  bring). 
51  e  n  n  u  n  g ,  Der  Bei  Ineonnu  des  Renaut  de  Beaujeu 

in  seinem  Verhültniss  zum  Lybeaus  Disconus,  Car- 

duinu  und  Wigalois  (K  a  1  u  z  a). 


Ungemach,   Die  Quellen  der  ni^ersten  Oberer 
Plays  (Such  i  e  r).  \>^ 

De    L  o  1 1  i  s  ,    -Trattato     provenzaN.  ^    penitenza      ■   ^ 
(Levy).  >/ü/n        Ox' 

Scartazzini,  Prolegomena  della  Diviii^hoMtietAa  z^'' 
(Kraus).  _ 

Studer,  Walliser  und  Walser  (Neumann). 

Bibliographie. 

Literarische     MittheiJungen,     Personal- 
nachrichten etc. 


Brngmaiin.  Karl.  Grundriss  der  vergleichenden 
Grammatik  der  indogermanischen  Spraclien.  Zweiter 
Band,  erste  Hälfte.  .Strassburg,  Trübner.  1889.  462  S.  S.  JI.  12. 
Die  stauiienswertlie  Aibeit.skiatt  und  Gelelir.saiiikeit 
üiutrmaniis  liat  uns  nach  Verlauf  kurzer  Frist  wieder 
mit  einem  stattliclien  Bande  besclienkt.  Er  behandelt 
4ie  Xoijiinalcumposita,  die  reduplicirten  Xominalbildung^en, 
Ndmina  mit  stamiiibildeuden  .Suffixen,  Wurzeluoniina. 
Alles  ist  aufs  SDi-gfältigste  abgewoji'eii :  wir  begegnen 
einer  Fülle  von  neuen  Gedanken,  von  Erörterungen, 
dfiieii  wir  alle  Belierzigung  wünschen  müssen.  Ich  ver- 
weise auf  die  vortrefflichen  Vorbemerkungen,  auf  die 
Iiarlegungeii  über  die  Bedeutung  der  C'onjjKfsita,  über 
.lif  uriiidogermanische  Form  der  Dvandvas.  .Seiir  förder- 
liili  ist,  dass  die  .Snflixe  eine  doppelte  Behandlung  er- 
fahren haben,  die  eine  ausgehend  von  der  Form,  die 
lindere  von  der  Bedeutung.  Gerne  möchte  man  gelegent- 
üih  eine  grössere  Freigebigkeit  in  den  Literaturangaben 
wünschen.  So  dürfte  z.  B.  Mancher  di"  Hidthausensche 
iVutung  von  reqiinlivaliano  nicht  ohne  llülie  auffinden 
(S.   70). 

Giessen.  0.  Behaghel. 


("ederschiöld,  Gustaf,  Kalfdräpet  och  vänpröfningen, 

Ott  bidratj  tili  kritiken  af  de  isländska  .sagoruus  tiovärdigliet. 

r.und,  Gloerups  türlag.   1890.   41   S.   kl.  S. 

Trotz  seines  geringen  Umfangs  ist  das  Schriftchen 
>iii  sehr  wichtiger  und  werthvoller  Beitrag  zur  Ge- 
M-hichte  der  Islendingasrigur.  Jlaii  hat  sieh  längst  daran 
livwölint,  zwei  Hauptklassen  auseinander  zu  halten,  die 
iiistorischen,  welche  wirkliche  Ereignisse  aus  der  Saga- 
zeit (874 — 10.30)  schildern,  und  die  unhistorischeu,  er- 
dichteten, mythischen.  Doch  auch  die  ersteren  enthalten 
trotz  des  unanfechtbaren  geschichtlichen  Kernes  mehr 
"der  Weniger  rein  erfundene  Zuthaten,  welche  zur  .\us- 
>climückung  der  Erzählung  dienen,  und  im  Laufe  der 
iiiüiidlichen  Ueberlieferung,  oft  auch  erst  bei  der  litera- 
rischen Niederschrift  im  1.3.  Jahrhundert  hinzugefügt 
'■vurden,  so  dass  bei  ihnen  der  Stoif  zerfällt  in  einen 
wirklichen  nnd  in  einen  unwirklichen,  erfundenen  Theil. 
lias  Verhültniss  der  beiden  zu  einander  ist  bei  den 
einzelnen  Stigur  sehr  verschieden,  bald  übei'wiegen  histo- 
rische, bald  ertlichtete  Züge.  Bereits  den  Isländern  im 
!2.  .Jahrlinndert    waren    diese  Umstände    wohl   bekannt. 


Die  Sturliingastelle,  welche  die  Kurzweil  der  Männer 
beim  Hochzeitfest  zu  Reykjahölar  (1119)  beschreibt,  lässt 
zwei  Punkte  erkennen:  1.  es  gab  Sagen,  deren  erdich- 
teter Inhalt  ausser  Zweifel  stand,  die  sich  aber  an  Per- 
sonen knüpften,  deren  historische  Existenz  beglaubigt 
war;  2.  es  gab  bereits  damals  manche  auch  unter  den 
verständigen  Leuten,  welche  solche  erfundene  Gescliichteii 
für  wahr  hielten.  In  der  zweiten  Hälfte  des  10.  .Jahr- 
Imnderts  spielt  die  Vigaglümssaga,  die  sich  vornehmlich 
mit  der  Fehde  des  Glümr  gegen  seine  Nachbarn  die 
Esphoelingar  beschäftigt.  Ein  grösseres  Stück,  welches 
in  der  Saga  vorkoinnit,  ist  der  aus  dem  Anfang  des 
12.  .Jahrhunderts  stammenden  lateinischen  Auecdoten- 
sammluug  'disciplinu  clvrirtdis  entnommen:  die  Freuiid- 
schaftsprobe.  Ein  alter  Mann  räth  einem  .Jüngling, 
die  Treue  seiner  Freunde  zu  versuchen.  Ein  Kalb  wird 
getödtet  nnd  in  einen  Sack  gesteckt:  mit  diesem  begibt 
sich  der  juiige  zu  seinem  Freunde  nnd  gibt  an,  er  habe 
einen  Mord  begangen.  Zum  Wahrzeichen  weist  er  den 
blutigen  Sack  vor;  in  diesem  sei  die  Leiche  verborgen, 
der  Freund  solle  ihm  dazu  behilflich  sein,  sie  heimlicli 
zu  verscharren.  Der  aber  mag  nicht  die  Gefahr  einer 
gehelilten  Schuld  auf  sich  nehmen  und  weist  den  .Jüng- 
ling ab.  Dagegen  gewährt  der  Freimd  des  alten  Mannes 
dem  .Jüngling  alsbald  die  nachgesuchte  Hilfe.  Diese 
ganze  Episode  mit  allen  Einzelheiten,  aber  auch  mit 
selbständigen  Neueriuigen  und  vortrefflich  der  isländischen 
Umgebung  angepasst,  so  dass  man  beim  ersten  Blick 
ihre  fremde  Herkunft  nicht  ahnt,  kehrt  in  der  Gli'ims- 
saga  wieder.  Glümr  vertritt  die  Stelle  des  alten  Mannes, 
des  .\i'abers  nach  der  disc.  der.,  Ingölfr  ist  sein  Schütz- 
ling, der  Sohn  des  Arabers  nach  der  diso.  der.  Nicht 
um  das  Begraben  der  Leiche  W'ird  der  Freund,  Porkell 
in  der  Saga,  angegangen,  sondern  tun  Schutz  gegen  die 
Blutrache,  welcher  Ingölfr  dui'ch  den  Todtschlag  aus- 
gesetzt ist.  -Auch  der  Eingang  der  Geschichte  ist 
originell  umgebildet,  wie  sieli  Glümr  mit  seinen  Leuten 
über  die  besten  Freunde  eines  jeden  untei-hält.  Die 
wichtigste  .Aenderung  geschah  aber  in  Bezug  auf  das 
Kalb,  wo  im  Isländisclien  ein  Wortspiel  eintrat  und 
dadurch  dem  Ganzen  der  Charakter  einer  fein  einge- 
fädelten Intrigue  verliehen  ward.  Auf  das  Geheiss  des 
Glümr   tödtet  Ingölfr   im  Stalle  ein  Kalb;    dem  I'orkell 

6 


lä'Jl.     Literaturblatt  für  (jermanUcliu  uii<l  lunianische  l'bilolugic.    Nr.  3. 


ib 


tlifilt  t-r  mit.  t-r  iiabe  das  Stallkalb  hlödu-kälfr  er- 
schlagen: da  Ingölff  mit  einem  Jlaniie  Namens  lüitfr 
i  SfoJdu-Hlödii  iider  Hlüdit-Kfil/'r  verfeindet  ist,  be- 
zieht natürlich  Purkell  die  Aussafre  auf  einen  an  letz- 
terem beüJUiL'enen  Todtschlas'.  In  derselben  Nacht  tödtet 
tili'imr  selbst  wirklich  den  Kalfr.  In^idfr  aber  wird  wefren 
der  Tliat  vertolijrt.  doch  mit  (ilüms  Hilfe  jyerettet  und 
endlich  kunnnt  der  wahre  Sachverhalt  au  den  TaiLr.  Im 
zweiten  Abschnitt  S.  19  ff.  weist  Cederschiöld  srenau 
nach,  wie  der  isländische  Bearbeiter  zu  dieser  Tnibil- 
duufr  kam.  wie  alle  die  neuen  Jlotive  völlijr  ini  Charakter 
der  liinmssafra  und  der  Islendiuirasujrur  überhau|it  be- 
{jründet  und  unschwer  ilaraus  zu  erklären  sind.  Es  be- 
durfte sai"  keiner  besonderen  Anstrenunn?  von  Seiten 
des  l^landers,  um  der  ausländischen  Fabel  ein  einhei- 
misches tJepräj^e  zu  geben:  fast  von  selber  boten  sich 
ihm  die  Punkte  dar.  wo  er  auch  wirklich  angesetzt  hat. 
Aus  dem  Verhältniss  dieser  Episode  zur  übrigen  Er- 
zählung wird  durchaus  einleuchtend  ihre  rnurspriinglich- 
keit.  ihr  s])äter  Einschub  in  das  Crefüge  der  ganzen 
Saga  nachgewiesen.  Die  Zeit  der  Einführung  dieser 
Episode  in  die  (Tlüma  lässt  sich  nicht  sicher  bestimmen; 
doch  meint  t'ederschiöld  S.  35,  sie  sei  eher  noch  während 
der  mündlichen  reberlieferung.  als  erst  bei  der  Nieder- 
schrift erlolgt.  Es  bemisst  sich  demnach  dieser  Abschnitt 
wie  der  aus  der  Tristansage  stammende  Spcxdpdttr  der 
Grettissaga  u.  a.  m.  (vgl.  S.  IH).  S.  o.i  t1'.  stellt  Ceder- 
schiöld nucii  kurz  diejenigen  Züge  zusammen,  welche  in 
der  Gliinia  gleich  wie  in  den  andern  Islendingasogur  oft 
Verweiulnng  linden  und  rein  sagenhaft  sind. 

l>er  \'erfasser  hat  mit  seiner  dankenswcrthen,  schiinen 
und  klaren  Abhamllting  von  Neuem  dargethan.  wie  wichtig, 
freilich  auch  oft  wie  schwierig  es  ist.  im  Inhalt  der 
historischen  IslendLugasogur  Wahrheit  und  I  »ichtung  vim 
einander  zu  scheiden.  Jlan  möchte  wirklich  fast  mit 
Fr.  .lessen  von  historischen  Romanen  oder  Novellen 
sprechen:  jedenfalls  wurde  grossentheils  die  geschicht- 
liche Grundlage  in  liewnsster  dichterischer,  für  unter- 
haltende I  arstellinig  berechneter  romanhafter  Form  mit 
vielerlei  zu  verschiedenen  Zeiten  angefügten  Zuthaten 
wiedergegeben.  Endlich  aber  lehrt  uns  Cederschiölds 
.\rbeit  recht  eindringlich,  dass  man  bei  der  Beiirtheihiug 
isländischer  tieisteserzeugnisse  zu  allen  Zeiten  nimmer- 
mehr einseitig  niu'  bei  rein  isländischen  Verhältnissen 
stehen  bleiben  darf,  vielmehr  den  (iedankenkreis  der 
andern  abendländischen  Kulturvölker  unbedingt  bei'ück- 
sichtigen  muss.  lUe  steten  und  engen  Üerührungeu,  in 
welchen  die  Isländer  und  zuvor  schon  die  N'irwegor  der 
Wikingerzeit  mit  andern  hochentwickelten  Kulturen 
standen,  brachten  es  geradezu  mit  Nothwendigkeit  mit 
sich,  dass  in  ihre  eigenen  Schöpfungen  sehr  viele,  aber 
meistens  auch  höchst  originell  behandelte  fremde  Be- 
standtheile  aufgingen. 

München.  Woifgaug  Golther. 


Heiisler,  A.,  Der  L.jöbahättr.  Kine  mctriselie  Unter- 
sucliuiig.  (Acta  gerniaiiica  I,  Heft  '^.)  Berlin,  Mayer  & 
Müller.  ISitO.     M.  2.40. 

Die  .\ngritfe  gegen  die  Sieverssche  liehandlung  iler 
Allitteraliiinsmetrik  mehren  sich.  Nachdem  Hollory  und 
seine  .Schüler  Ilerrmann  und  Kanisch.  ohne  gegen  das 
Wesen  derselben  Einsju-ache  zu  erheben,  sich  gegen  die 
willkürliche  .Anwendinig  des  Fünftypeiisystems  gewendet 
und  an  den  F^inzclheiten  desselben  gefeilt  hatten  (vgl. 
Ref.  Ltbl.  X,  H.")  fl.),  erhoben  von  anderer  Seite  gewich- 
tigeren  Widerspruch  .Alöller  und  Hirt,    dieser   vom    Alt- 


engl..  Jener  vom  Althochil.  und  Altsächs.  ausg.hend. 
Ihnen  sehliesst  sich  in  seiner  Betrachtung  des  altnord. 
Ljöjiahättr  .jetzt  Heusler  an.  AVie  verschieden  sie  an  ' 
besonders  Hirt  im  Gegensatz  zu  5Iöller  und  Heusi 
den  altgerm.  alliterirenden  X'ers  betrachten  (vgl.  Heuslci 
Ltbl.  XI.  219  ti'.).  so  sind  alle  drei  iloch  im  Gesrensatz 
zu  vSievers  darin  einig,  dass  er  ein  taktirender  gewesen 
ist,  und  dass  man  wohl  durch  Sievers  erfährt  _was  zu 
lesen  ist",  aber  nicht  .wie  es  zu  lesen  ist"  (S.  97). 
Darin  aber  gehen  Heusler  und  Hirt  wiederum  zusammen, 
dass  sie  die  grossen  Verdienste,  welche  Sievers  sich  durch 
seine  statistischen  Aufstellungen  erworben  hat.  uiibediiiL'! 
anerkennen,  während  Midier  ..sich  mit  einiger  Leidrn- 
schaft  gegen  die  .Sieversschen  Ty])en  wendet  und  darin 
ungerecht  ist"  (S.  100).  Auf  dem  Boden  nun  der 
Möllerschen  l'ntersuchtuigen  stehend,  kommt  H.  unter 
Anführung  eines  genauen  Zahlenmaterials  zu  folgendi-n 
Resultaten:  ..Die  unpaarige  Kurzzeile  des  Ljöl>ahätlr 
ist  ein  \'ers  von  zwei  Takten"  (S.  IUI):  _wer  sich  vcn 
der  Zweitaktigkeit  der  Kurzzeile  überzeugt  hat.  kann 
an  der  Zweitaktigkeit  des  zweiten  Halbverses  schwerlich 
zweifeln "",  „an  der  Zweitaktigkeit  des  ersten  Halb- 
verses endlich  ist  wohl  nie  gezweifelt  worden.  So  er- 
gibt sich  denn  eine  Strophe  von  12  Takten"  (S.  IH.ii. 
Im  weiteren  Verlauf  seiner  Abhandlung  kommt  dann  11. 
noch  zu  folgenden  Aufstelhuigen  für  die  Ljöliahätlrkurz- 
zeile:  ..Der  Versausgang  ist  entweder  stinniif  oder  voll, 
nicht  klingend"  (S.  139).  [Ein  stumpfer  Takt  ist  z.  D. 
iiiikel  — -  XX  (rr);  ein  klingender  rikc  =^  .ix(r):  ein  I 
voller  fuf/rratipr  =  .ii;  r  =  Viertelpause  (S.  lOH- 
109).]  ...\ni  häutigsten  verbindet  sich  mit  vollem  Schluss- 
takt  klingender  erster  Takt  oder  stumpfer  innerer  Auf- 
takt" (S.  142).  „llit  stiniipfem  Schln>stakt  kann  sich 
einhebiger  i^'ster  Takt  nur  daun  verliinden.  wenn  Auf- 
takt vorausgellt:  mangelt  iler  Auftakt,  so  muss  mindestens 
einer  der  beiden  Takte  voll  sein".  Auch  die  .,ge])aarten 
Ktirzverse"  unteisncht  H.  genau  bezüglich  der  A'er- 
theilung  der  Auftakte,  der  stumpfen  etc.  Eingangs-  und 
Schlusstakte,  ohne  Jedoch  seinem  Jlaterial  gleich  be- 
stimmte Ergebnisse  abzugewinnen  wie  bei  Betrachtuni; 
der  Kurzzeile.  Zum  Schluss  sucht  H.  (S.  ItiS)  ein  Hihi 
von  dem  rythmischen  Aufbau  der  LJöl)ahättrstroplie  zu 
entwerfen  und  gibt  eine  .\iizalil  Strophen,  wie  er  sich 
dieselben  vorgetragen  denkt. 

Schritt  für  Schritt  ist  der  X'erf.  vorwärts  geganaen 
und  hat  versucht  inis  den  Bau  der  Strophe  durchsichti:; 
und  klai'  zu  niadien.  tileichwohl  müssen  wir  uns  dei 
in  Zs.  f.  d.  Phil.  XXIll,  127  ausgesprochenen  Ansicht 
anschliessen,  dass  auch  mit  dieser  Arbeit  ,,das  letzte 
Wort  über  den  LJöliahättr  noch  nicht  gesprochen  ist". 
Zu  Vieles  scheint  noch  dem  subjectiven  Emptinden  des 
Einzelnen  überlassen  zu  sein.  Wie  die  Beschäftigung 
mit  der  altgerm.  Jletrik  in  den  letzten  .laliren  stets  an 
Sievers  anknüpfte,  ob  auf  dem  von  ihm  (iefmidenen 
weiterbauend  oder  in  Pidemik  gegeu  Ihn,  so  wird  man 
zunächst  zu  warten  haben,  wie  Sievers  sich' gegen  dir 
erhobenen  Einwände  stellt  und  in  wie  weit  er  sein 
System  vertheidigen  wird.  Hoffentlich  geschieht  dies 
bald  und  fülnt  zu  einer  Einigung  der  Jetzt  noch  sich 
widersprechenden  .Meinungen,  die  mir  nicht  unwahrschein- 
lich zu  sein  scheint. 

Berlin.  B.   K;ihle. 


1891.     Litcifttuiblatt  für  (»ormanische  und  romaniBche  Philologie.     Nr.  3. 


78 


Het  Nederdnitsch  Olossarinm  van  Bern.  Bcworkt  door 
K.  Buitonrust  Hettema.  Tc  OioMiiiifcn  bij  J.  li.  Wol- 
ters. (liil)liotlieek  van  Miildflnederlandaclie  Letterkuude 
43.  afl.)  XXXIV,  95  S.  8. 

"Wir  cibalten  hier  einen  vollständigen  Abdruck  des 
schon  von  Graff,  Diutisca  II,  195—230  und  Hoffmann 
von  Fallersleben,  Horae  Belgicae  VII  iin  Auszuf^-e  ver- 
öffiMitliibteii  mnl.-lat.  Glos.'iarinms  der  Stadtbibliothek 
Hern.  In  der  ansfiilirlicbcn  Einleitung'  bandelt  der  Hrsg. 
haniitsachlieli  über  das  Verbältniss  des  Hemer  zu  anderen 
Glossaren.  Dagegen  behält  er  sich  über  die  Sprache 
der  Sammlung  noch  eine  genauere  Untersuchung  vor, 
wenn  er  sie  auch  schon  jetzt  den  östlichen  Niederlanden 
•zutheilt.  An  den  Stellen,  wo  der  Te.\t  verstünnnelt  oder 
durch  Schreibfehler  entstellt  ist,  trifft  des  Herausgebers 
Herstellung  meist  das  Richtige.  Nur  S.  40  Anm.  1 
rührt  die  angeführte  Parallelstelle  nicht  zur  Erkenntniss; 
St.  kot  ist  koc  ^^  cocus  (=^  coquus:  s.  Ürelli  inscript. 
lilß.  4165  seq.)  zu  schreiben.  Unzweifelhaft  ist  das 
(ilossar  füi-  die  Erklärung  mnl.  Sprache  von  Wichtigkeit. 
Ferner  findet  z.  B.  ka  =  monedula,  w-elches  bei  Gerb. 
v.  Minden  12,  V.  11,  12  vom  Hrsg.  in  krä  geändert 
wurde,  liier  weitere  Bestätigung.  Ausserdem  mochte  ich 
noch  Folgendes  hervorheben.  Neptunus  wird  S.  50  durch 
Xccker  (ahd.  iiihlius)  wiedergegeben.  Jetzt  bedeutet 
i/irker  im  Nl.  'böser  Geist,  Teufel'.  Ferner  strix  (S.  29) 
durch  hdf/etisse  (Hexe).  Zur  Erklärung  dient,  dass  die 
'( ilireule'  nach  den  märchenhaften  Vorstellungen  der  Alten 
den  Kindern  in  der  Wiege  das  Blut  aussog  und  giftige 
Milch  aus  eigenen  Brüsten  einmelkte.  Auch  von  den 
genuanischen  Völkern  werden  aber  der  Eule  „'lein 
Li'icliliun"  übernatürliche  Kräfte  zugeschrieben. 

Xortheiin.  R.  Sprenger. 


Siebs,  Theodor,  Zar  Geschichte  der  englisch-friesischen 
Sprache.     I.     Halle,  Max  Xieineyer.   1S89. 

Es  ist  mit  Freuden  zu  begrüssen,  dass  das  wissen- 
schaftliche Interesse  sich  in  der  letzten  Zeit  mehr  als 
fiüliei'  dem  Studium  des  Friesischen  zuwendet.  Während 
bisher  aus  dem  Gebiete  dieses  Dialekts  mehr  oder  weniger 
mir  Paradebeispiele  für  unzweifelhafte  Thatsadien  und 
(iesetze  des  germanischen  Sprachlebens  entnommen  wurden, 
ist  jetzt  die  Erviartung  nicht  unbegründet,  dass  das 
Friesische  dazu  beitragen  werde,  manche  Räthsel  der 
Sprachgeschichte  aufzuhellen,  vielleicht  aber  auch  manche 
scheinbar  gesicherte  Errungenschaft  der  germ.  Linguistik 
umzustossen. 

Der  Verfasser  des  vorliegenden  Werkes,  von  dem 
bisher  der  Vokalismus  erschienen  ist,  betrachtet  sein 
Buch  als  Vorarbeit  zu  einer  altfriesischen  Grammatik. 
Er  will  einen  Ueberblick  über  das  fries.  Spracligebiet 
sowie  über  die  literarischen  Hilfsmittel  zum  Studium  des 
Friesischen  geben,  das  Verhältniss  des  Fries,  zum  Ags. 
erörtern  und  die  Bedeutung  der  neufriesischen  Dialekte 
für  das  Studium  des  Altfriesischen  klarlegen. 

Auf  den  letzten  Punkt  ist  das  Hauptgewicht  zu 
legen.  Der  grosse  Werth  des  Buches  besteht  darin, 
dass  der  Verfasser  selbst  aus  dem  Munde  des  Volkes 
geschöpft  hat,  das  gewonnene  Material  in  klar  verständ- 
licher Transsciiption  vorführt  und  in  den  Rahmen  einer 
historischen  Darstellung  einzureihen  weiss.  Dass  dabei - 
Vieles  noch  dunkel  geblieben  ist,  wird  bei  den  geringen 
^'orarbeiten  dem  Verfasser  niemand  verübeln. 

Nach  der  Meinung  des  Verf.'s  gab  es  etwa  im  2. 
oder  3.  Jh.  n.  Chr.  eine  engUsch-friesische  Sprache.  Die- 
selbe theilte  sich  in  einen  englischen  und  einen  friesischen 


Zweig  —  wobei  jedoch  Berührungen  des  Ags.  mit  ein- 
zelnen fries.  Mundarten  und  umgekehrt  nicht  geleugnet 
werden  — ,  das  F'riesisciie  zerfiel  in  zwei  Gruppen,  das 
Westfriesische  und  das  Xordostfriesische,  welch  letzteres 
wieder  die  höhere  Einheit  für  das  Ostfriesische  und  Nord- 
friesische und  ihre  Unterdialekte  ist.  Nach  einer  kurzen 
Uebersicht  über  das  englisch-friesische  Vokalsystem  und 
die  Abweichungen  des  urags.  werden  die  Schicksale  der 
einzelnen  gerin.  Vokale  in  den  ags.  und  friesischen  Jlund- 
arten  behandelt.  Hierauf  wird  eine  Darstellung  der 
Verwandtschaftsverhältnisse  der  friesischen  Mundarten 
auf  Grund  des  Vokalismus  gegeben,  d.  h.  es  wird  ein 
urfriesisches  Vokalsystem  aufgestellt  und  dann  über  die 
Abweichungen  des  Ostnordfriesischen,  des  Ostfriesischen, 
des  Nordfriesischen,  der  einzelnen  modernen  ost-  und 
nordfiiesischen  Mundarten,  ebenso  des  Westfries,  und 
seiner  Unterdialekte  von  jenem  urfries.  .System  Bericht 
erstattet.  Den  Schluss  bildet  eine  ausführliche  Biblio- 
graphie und  ein  Wortregister. 

An  dieser  Art  der  Darstellung  möchte  ich  das  aus- 
setzen, dass  man  über  jene  umfassenden  Lanterscheinungen, 
die  das  ganze  Sj'steni  des  Vokalismus  beherrschen,  keine 
klare  Uebersicht  erhält.  Ich  hätte  gewünscht,  dass  der 
Verf.  in  dieser  Beziehung  etwa  dem  Beispiel  von  Sievers 
in  seiner  ags.  Grammatik  (g  65  ff'.)  gefolgt  wäre.  So 
wäre  es  sehr  nützlich,  wenn  zusammenhängend  über  den 
Umlaut  gehandelt  wüi'de.  Das  hätte  auch  den  Vortheil, 
dass  gewisse  kleine  Widersprüche  und  Inconcinnitäten 
vermieden  worden  wären.  Der  Verf.  schwankt,  ob  er 
den  ('-Umlaut  dem  Engl. -Fries,  zuerkennen  soll,  aber  der 
Grad  seiner  Ungew'issheit  ist  ein  verscliiedener,  vgl. 
einerseits  S.  33  f.,  240,  289,  anderseits  97,  168,  182; 
nach  S.  79  und  117  ist  der  Unterschied  von  ags.  w 
und  e  ein  Unterschied  der  Zeitdauer  («?  erhalte  vor 
Dauerlauten  Vorzug),  nach  S.  33  und  100  ist  ce  in  ge- 
schlossener, e  in  offener  Silbe  berechtigt.  Znsammen- 
gehöriges ist  anseiiiander  gerissen.  Neben  umgelattteten 
Formen  bestehen  unumgelautete  bei  ö  S.  239,  bei  u 
S.  253  f.,  gewisse  Consonantenverbindungen  hindern  den 
Umlattt  S.  264,  ebenso  iv  S.  279  Anm.' 

Auch  über  den  w-Einflnss  wäre  eine  einheitliche 
Darstellung  nothwendig  gewesen;  ein  Ansatz  dazu  S.  135. 
Das  IV  übt  verschiedene  Wirkungen  auf  benachbarte 
Vokale  aus:  es  dunkelt  folgenden  Vokal  S.  41,  135,  139, 
140,  142,  es  erhält  a  S.  72,  wandelt  e  zu  «  S.  121, 
e  zu  d  S.  257,  a  zu  i  S.  98,  /  zu  //  S.  fl9,  213,  / 
zu  ce  S.  140.  Aehnliches  gilt  vom  Einfluss  der  Palatale. 
Ueber  die  Mouillirungserscheinnngen  wird  hoffentlich  der 
Consonantismtis  Klarheit  bringen. 

Dringend  empfand  ich  den  Mangel  einer  Erörterung 
über  geschliffenen  und  gestossenen  Accent,  über  die  Be- 
dingungen, unter  denen  sie  auftreten  resp.  über  die  Un- 
kenntniss  dieser  Bedingungen;  einige  Andeutungen  S.  196, 
199,  227,  244. 

Alle  diese  Ausstellungen  beziehen  sich  auf  die  Form 
des  Buches;  was  die  einzelnen  AnfsteUuugen  des  Verf.'s 
betrifft,  so  beschränke  ich  mich  hier  wesentlich  auf  die 
Erörterung  einiger  Punkte,  die  für  das  Westgerm,  im 
Allgemeinen  von  Wichtigkeit  sind.  Nur  eine  Erscheinung 
der  speciell  altfiies.  Sprachgeschichte  möchte  ich  ins 
Auge  fassen.  Der  Verf.  erklärt  S.  173  das  e  im  PI. 
Praet.    brdon    als  Schwächung   aus    tr.    von    einer   Ein- 


'  Warum  das  e  der  Participia  wie  skelev,  heilni  liciin 
Umlaut  des  o  und  nicht  bei  dein  des  n  behandelt  wird,  ist 
mir  unklar   'geblieben. 

7 


79 


1891.     LiterAturblntt  fOr  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  3. 


80 


Wirkung  dos  Particips  {beden)  könne  keine  Rede  sein, 
da  in  dtii  iHiriv'<n  Vt-ibalklassen  PI.  I'ract.  und  Ptip. 
niclit  übiii-iiistiininten.  Das  ist  nii-lit  liclitig-.  Ueber- 
einstinnnuii!:C  lag  vor  bei  der  ej-Klasse,  ferner  (bloss 
qualitative)  bei  der  Klasse  e  -\-  Liqn.  und  e  -f-  Muta 
(vgl.  das  vom  Verf.  .S.  20.3  angesetzte  *stel<m  und 
s/f/fw  S.  1()9).  Sollte  die  .Analogie  der  letztgenannten 
Klassen  entijclieidend  gewesen  sein,  so  hätte  man  liidon 
V.W    seil  reiben-. 

Ich  iiabe  obi-n  die  Meinung  ausgesprochen,  dass  die 
genauere  Kenntniss  des  Fries,  vielleicht  zur  Umstossung 
vieler  für  sicher  geltenden  Meinungen  über  germ.  Laut- 
verhältnisse führen  werde.  Ein  Beispiel  dafür  ist 
niöglirherweise  die  verschiedene  Gestalt,  die  gerra.  •itv-J- 
und  -iir^j-  im  Fries,  aufweisen:  vgl.  S.  153  und  S.  204, 
2M7.  Es  heisst  afrs.  nie  aber  friiiire,  troiiwe  (fidelis), 
in  der  modernen  Wangerooger  Mundart  tn  aber  trau 
und  iriau.  Daraus  seheint  zu  folgen,  dass  der  Zusammen- 
fall von  iw-j  und  iir\j  nicht  allgemein  westgerm.  war. 
Nun  haben  sich  zwar  Kögel  Beitr.  IX,  5,34  Anni.  ähn- 
liche Bedenken  bezüglich  atf-j  und  (iir\j  aufgedrängt; 
vielleicht  lässt  sich  aber  doch  die  bisherige  .\nsicht 
retten.  Jlan  müsste  dann  von  der  Xominatiform  *iiiire 
(<  *viici)  ausgehen  und  Dehnung  des  *  in  offener  Silbe 
annehmen.  Zwar  ist  eine  solche  Dehnung  für  das  Nord- 
fries, im  .Allgemeinen  nicht  zuzugeben,  aber  es  wäre 
denkbar,  dass  die  .'Stellung  vor  w  hiei-  entscheidend  war. 
l)arauf  deutet  vielleicht  die  Silder  Form  iit^)j,  deren  3 
doch  auf  irgend  eine  Art  für  ic  eingetreten  sein  muss. 
Anders  fasst  das  Gesetz  van  Helten  §  86«. 

Bisher  war  man  geneigt  anzunehmen,  dass  die  Formel 
-ijo-  westgerm.  zu  -iu-  werde,  also  mit  dem  Diphthong 
znsammenliel;  allein  die  Entsprechungen  der  neufries. 
Dialekte  für  'Freund'  zeigen  einen  andern  Laut  als  für 
germ.  eu  (iu).  Allerdings  finde  ich  unter  Siebs'  Bei- 
spielen für  in  kein  Wort,  das  sich  mit  voller  Sicherheit 
heranziehen  Hesse. 

Zum  Schluss  einige  Bemerkungen  über  die  Recon- 
struction  der  englisch-friesischen  Sprache.  Der  Aus- 
druck 'Sprache'  scheint  mir  nicht  gerechtfertigt.  Ich 
will  hier  nicht  wiederholen,  was  über  Stammbaum-  und 
Ucbergangstheorie  gesagt  worden  ist,  niiichte  aber  darauf 
hinweisen,  dass  niemand  von  einer  oberdeutschen  Sprache 
redet,  obwohl  Alemannisch  und  Bairisch  sich  in  ahd. 
Zeit  nahe  genug  stehen.  Auch  beim  Englischen  und 
Friesischen  handelt  es  sich  niu-  um  partielle  Ueberein- 
stiuinnmgen,  die  gar  nicht  einmal  so  zahlreich  sind. 

Als  Hauptargumente  für  eine  engl.-fries.  Gemein- 
sprache bezeichnet  der  Verf.  (S.  35)  die  Tonerhöhung 
des  a  zu  «',  die  Dunkelung  des  a  und  den  Uebergang 
von  e  zu  o  vor  Nasalen.  An  anderen  gemeinsamen 
Neuerungen  werden  noch  aufgeführt:  Brechung  des  e  zu 
in  vor  h  -r  Cons.,  Brechung  des  i  zu  e  durch  folgendes 
11,  .Ausfall  von  ti  vor  Spirans  und  damit  verbundene 
Ersatzdehnung,  Uebergang  von  0  zu  11  vor  Nasalen. 

Den  Uebergang  von  a  zu  cc,  die  Brecliung  von  e 
zu  in,  sowie  natürlich  den  Ausfall  des  w  vor  Spiians, 
der  dem  Englischen,  Fries,  und  Sächsischen  gemeinsam 
ist,  gebe  ich  dem  Verf.  ohne  weiteres  zu.  Schon  weniger 
sicher  ist  die  Dunkelung  des  kurzen  a  vor  Nasalen. 
Denn  der  \'erf.  gibt  selbst  zu,  dass  das  Sehwanken  des 
Ags.  zwischen  a  und  0  nicht  bloss  ein   graphisches  ge- 

'  Als  Umlaut  nnch  Analogie  des  Opt.  uml  ilor  2.  S}j. 
fnsst  (Ins  e  in  beiloii  van  Holten,  Altostfries.  Gramm.  §  2(1!). 
[Gewiss  ilas  oinzi}j  Richtiffc,     O.  B.  ] 


Wesen  sei.  Und  auch  das  Westfries,  zeigt  n  (S.  74.  75). 
Es  ist  also  ganz  gut  clcnkbar.  dass  das  Ostnordfries,  und  die 
ags.  Mundarten  selbständig  die  Neuerung  vollzogen  haben. 
Für  den  Uebergang  von  r  zu  ö  vor  Nasalen  nimmt  der 
Verf.  eine  Mittelstufe  «  an.  Nun  ist  der  Uebergang 
Von  ä  vor  Nasalen  zu  ö  auch  aus  späten  deutschen 
Mundarten  wohl  bekannt  (vgl.  v.  Bahder,  Gninillagen 
des  nhd.  Lautsystems  S.  154  tt'.).  Wir  gewiniuii  auch 
hier  nicht  volle  Siclierheit,  ob  der  Lautwandel  eine 
gemeinsame  Neuerung  des  Engl. -Fries,  war.  Von  einer 
Brechung  des  t  durch  folgendes  1/  kann  ich  mich  nicht 
überzeugen.  Die  e-Formen  erklären  sich  vielleicht  aus 
den  obliciuen  Casus,  wo  heller  Vokal   vorlag. 

Für  die  Diphthonge  ni  und  mi,  die  im  .Airs,  als  d' 
bez.  c'<i,  im  Fries,  als  r,  ü  bez.  li  erscheinen,  ninnnt  der 
Verf.  englisch-fries.  Zwischenstufen  li'  bez.  <1  an.  .Allein 
in  seinen  Erörterungen  über  diesen  Punkt  erwägt  der 
Verf.  nur,  ob  die  ags.  oder  fries.  Lautgestaltung  mehr 
.Anrecht  hat  als  Urform  zu  gelten,  während  doch  gar 
keine  Veranlassung  vorhanden  ist,  dem  Englisch-Fries. 
andere  Laute  als  eben  die  urgerm.  ai  und  nu  zuzuweisen. 

Erwähnenswerth  sind  noch  einige  .Ansiiliteii  des 
Verf.'s  über  die  Erlialtuiig  alten  Erbguts  im  Engl.-Fi'ies. 
So  soll  ir  auf  a  erhallenden  Eintiuss  geübt  haben.  Bei- 
spiele was  trascdii.  Aber  wir  werden  nicht  darüber 
aufgeklärt,  warum  es  irctl,  wa'f/ii  heisst.  Das  germ. 
e  =  indog.  e  ist  nach  der  Meinung  des  Verf.'s  im  Engl.- 
Fries.  erhalten,  nur  vor  Nasalen  sei  ein  Uebergang  in 
ä  anzunehmen.  Hierin  stimme  ich  ihm  bei.  Wenn  ich 
auch  nicht  alle  seine  Gründe  acceptiren  kann. 

Dem  germ  e,  welches  im  -Ahd.  der  l>iphthonglruug 
unterliegt,  schreibt  der  A'^erf.  einen  zwischen  e  und  i 
liegenden  Klang  zu  und  folgert  dies  aus  Schwankungen 
der  Oi-thographie  zwischen  /  und  e.  Die  Thatsach(>.  die 
erschlossen  wird,  dürfte  richtig  sein,  der  Schluss  ist  aber 
falsch.  Dass  der  AVechsel  von  e  und  /'  lediglich  ortho- 
graphischer Natur  ist,  d.is  wäre  denkbar  in  Fällen. 
wo  derselbe  Dialekt  dasselbe  Woi-t  bald  mit  c  bald  mit 
/  schreibt,  z.  B.  north,  her  und  /(//■  liilmlich  wie  alts.). 
AA'enn  aber  dasselbe  AA'oit  in  demselben  Dialekte  innner 
/'  zeigt,  wie  ags.  tir,  in  dem  andern  innner  c  (ahd.  zt'ri) 
oder  derselbe  Dialekt  verschiedene  Wörter  deutlich  in 
der  Orthographie  scheidet  (wests.  her  aber  tir).  so  muss 
man  annehmen,  dass  verschiedene  Laute  vorlagen.  Der 
Verf.  übersieht  auch,  dass  für  das  -Alter  des  /  in  tir 
das  Nord,  zeugt.  .Jenes  germ.  e  war  eben  ein  Ablaut 
der  («-Reihe,  vgl.  meine  .Ausfülii'ungen  Beitr.  XA',  297  ff. 
und  Holz,  Urgermanisches  geschlossenes  e  und  Verwandtes. 
Das  schliesst  natürlich  nicht  aus,  dass  U  in  einzelnen 
Dialekten,  etwa  im  Rüstringer,  zu  (  geworden  ist. 

Gibt  mau  aber  zu,  dass  E  in  Wörtern  wie  hrr, 
metle  ein  .Ablaut  der  p/-Reihe  war,  so  schwinden  auch 
die  Bedenken,  die  der  A'^erf.  hegt,  das  (•  der  redniili- 
cirenden  Perfecta  phonetisch  mit  jenem  zu  identiticiren. 
Denn  da  das  Perfect-c  ganz  anderer  etymologischer  Her- 
kunft ist,  können  wir  nicht  erwarten,  /  als  andere  .Ab- 
lantstufe  zu  treffen  und  wo  die  nord-  und  westfries. 
Dialekte  auf  altfries.  /  statt  e  weisen  (in  den  Wörtern 
wie  hir)  ist  eben  anzunehmen,  dass  der  Ablaut  *  vor- 
lag. Im  ostfries.  hir  können  beide  Ablautsstufen  zu- 
sammengefallen sein,  worauf  der  Uebergang  des  r  zu  7 
in  /(/"/(/,  liit  deutet.  Dass  im  .Ags.  in  den  Perfectfoinien 
gelegentlich  (C  statt  e  geschrieben  wird,  ist  beileutungs- 
los;  Cosijn,  Altwests.  Gramm.  II  §  102  S.  144  füiirt 
niu'  zwei  Belege    für  diese  Schreibung  an:    ondrwdati, 


81 


1891.     Liternturblfitt  für  (»ermaniselie  unrl  rnmnnischc  Philologie.     Nr.  3. 


89 


foricete,  zwei  Belege  sind  aber  auch  bei  ihm  für  die 
Schreibung-  ce  statt  e  =  ö  +  /-Umlaut  m  tinden  I  §  80, 
8.  97 :  oiilircernn,  gedceiiide.  Und  Rushw.  schreibt  ja 
auch  für  ags.  utt'enes  e  ce  und  (",  was  vielleiclit  darauf 
deutet,  dass  w  geschlossen  wurde  und  so  mit  e  zu- 
!::ammi'nHel. 

Zu  S.  3ii3    noch    die  Bemerkung,    dass    die  gleich- 

zeilig    mit  Siebs'  Buch    oder    später   erscliienene  Schrift 

Heinzeis,    Zur    ostgutisehen    Heldensage,    auf   S.    50   ff. 

spracliliche    Erörterungen    über    die    Alaisiagen    enthält. 

Wien.  M.  H.  Jellinek. 

Dötschke,    Gottfried.     Die    Rliytlimik    der   LitHii'i. 

Hallenser  Dissertation.   1889.  .i3  S.  8. 

Der  Verf.  geht  im  Gegensatz  zu  Rödiger  von  der 
Ansicht  aus:  Verse  mit  mehr  als  vier  Hebungen  gibt  es 
nicht:  zwei-,  drei-  und  viersilbige  Senkungen  sind  un- 
bedenklich zu  statiiiren:  die  Menge  der  vermutheten 
Sync(4)en  und  Apocopen  ist  beträchtlich  einzuschränken; 
die  Hs.  hat  sich  viel  mehr  Auslassungen  als  Zusätze  zu 
Schulden  kommen  lassen. 

Dieser  Auffassung,  welche  die  'verwilderte'  frühmhd. 
Verskunst  in  ein  ganz  neues  Licht  rückt,  wird  man  Zu- 
stimmung nicht  versagen  können.  Da  das  'Gesetz'  von 
der  einsilbigen  Senkung,  welches  deductiv  nicht  bewiesen, 
iuductiv  nur  widerlegt  werden  kann,  von  seiner  Gesetzes- 
ki-aft  nacligerade  viel  veidoren  hat,  wird  man  sich  zu 
der  Annahme  der  abenteuerlichen  fünf-  und  sechshebigen 
Verse  nicht  mehr  bec^uemen.' 

Der  Verf.  hat  seinen  glücklichen  Einfall  mit  einigen 
voreingenommenen  Ideen  verquickt,  die  den  Werth  seiner 
Arbeit  schmälern.  Wie  nämlich  Wilraanns  und  Sievers 
die  Otfriedschen  Vierhebungsverse  mit  den  stabreimenden 
Zweihebungsversen  in  eine  nur  auf  dem  Papiere  mögliche 
Parallele  gebracht  hatten,  so  unternimmt  es  jetzt  Dütschke 
l)ei  der  Litanei.  Er  sagt  geradezu,  das  Typensystem 
erkläre  den  Versbau  der  Litanei.  Und  wie  ists  mit 
dieser  'Erklärung'  beschaffen?  Nun,  der  Vers  do  er 
dich  dem  (iotUi<Hn  ceiiier  niKofer  ihos  ist  ja  klärlich 
ein  Tj'pus  A:  allerdings  besitzt  unser  Vers  viersilbigen 
Auftakt,  er  schliesst  wie  der  Typus  D  mit  xxx,  er  hat 
im  ersten  Takt  neben  der  Ictnssilbe  vier  weitere  Silben 
—  lauter  Dinge,  deren  wir  uns  von  einem  rechtschaffenen 
Typus  A  nicht  versehn.  .Allein  da  die  ganze  Paralleli- 
sirung  nicht  mit  thatsächlichen  Uebereinstimmungen,  son- 
dern mit  entfernten  Aehnlichkeiten  operirt,  können  wir 
ja  auch  dies  gläubig  und  geduldig  hinnehmen  und  itns 
an  dem  bunten  Spiel  der  Typen-Exponenten  (A2",  A'", 
.\'*  etc.)  erfreuen. 

In  der  That  könnte  die  Heranziehiuig  des  Typen- 
systemes  als  harmlose  Parodie  auf  die  fünf  alten  Typen 
i'hne  schädliche  Folgen  passiren,  wäre  nicht  dadurch  der 
l'.Hurtheilung  der  Verse  ein  hemmender  Stein  in  den 
Weg  gelegt.  Der  Verf.  fühlt,  dass  den  mannigfachen 
Ungleichhe  ten  der  beiden  verglichenen  Dinge  doch 
wenigstens  eine  entschiedene  Aelmlichkeit  die  Wage 
halten  muss.  Er  stellt  also  die  Bedingung,  dass  jeder 
A'ers  zwei  stark  hervortretende  Hebungen  besitze  (S.  7). 
Er  verkennt  damit  völlig  den  Charakter  dieses  mono- 
pudischen  Versmasses,  das  von  den  vier  Hebungen  bald 
eine,  bald  zwei,  bald  drei  hervortreten  lässt  und  oft  auch 


'  Ich  bin  in  :  ie-ici:i  Puiikle  mit  DütscliUc  in  uiciiiiM' 
S -lirift  'Zur  Gi'sclii(;lif<:  iI(m-  altdpiiischen  Vcrskunst'  zusaninicn- 
ictiollcn.  Ich  l)(>»cliiänke  mich  auf  ilcn  Hinweis  an  ilieser 
Stelle,  weil  mir  IJ.'s  Arbeit  erst  nach  .\bscliliiss  dei'  inoiniseii 
bck.mnt  wur.'.c. 


unverkennliar  allen  vier  Icten  gleiches  Gewicht  znmisst, 
wie  z.  B.  219,  28  wan  durch  d'tnen  tröst  wäriu  iiiüil; 
221,  35  si  den  ßtkh,  du  den  sigen;  2'2'2i,  15  so  Intle 
den  uäter  mit  fjiblide  dem  süne;  23  daz  mir  mit  ulier 
white  nun  dir  erschein.  —  Ferner:  wenn  wir  in  Versen 
wie  235,  11  durcJi  des  heilir/en  f/eistis  chiimft,  36  daz 
lins  din  selhis  t'd  iidsloz  zwei  Hebungt-n  als  die  vor- 
herrschenden bezeichnen  sollen,  werden  es  fraglos  die 
dritte  und  die  vierte  sein.  Allein  das  Schema  i  x  i  x  -i  x  .: 
findet  bei  aller  Weitherzigkeit  unter  den  fünf  Tyi)en 
kein  Gegenbild  (S.  8)':  darum  muss  ihm  auch  der  Ein- 
tritt in  die  Litanei  ein  für  allemal  verschlossen  bleiben. 

Eine  andere  Sonderbarkeit,  die  nicht  durch  das 
Typensystem  verschuldet  wird,  ist  das  stiUschweigeude 
Ausschiiessen  der  sog.  'vierhebig  klingenden'  Jlessungen. 
Warum  soll  nicht  220,  35  schötie  siim  diu  mcbiihme., 
231,  15  do  si  gitörsfe  an  ein  hrüttebette  u.  s.  f.  ge- 
lesen werden  dürfen,  da  docli  derartige  Verse  ein  genaues 
Vorbild  in  Stabreimversen  besitzen  wie  Hei.  5941  thin 
idis  an  that  arinidi,  5502  (jneddan  ina  an  cuninguiü- 
su?  Diese  'vierhebig  klingenden  Verse  sind  in  der 
Litanei  selu-  häufig:  gegen  Dütschkes  Versstatistik  ist 
es  ein  schwerer  Einwand,  dass  er  diese  rhythmische 
Form  einfach  ignorirt.  üeberhaupt  ist  der  Werth  dieser 
Statistik  ein  zweifelhafter,  weil  fast  jeder  Vers  auf  melir- 
fache  Weise  gelesen  werden  kann.  Der  Verf.  geht 
gewiss  nicht  ohne  gutes  rhythmisches  Gefühl  zu  Werke; 
aber  von  objectiver  Sicherheit  sind  seine  Zahlen  weit 
genug  entfernt. 

Dass  der  klingende  Ausgang  nicht  mehr  zweihebig 
sei  (S.  10),  wird  mir  weder  durch  den  Fettdruck  noch 
dm-ch  den  angeführten  Grund  wahrscheinlich  gemacht. 
Den  Vers  217,  29  h'beiitigiz  pröt,  wären  winrebe  halte 
ich  für  richtig  überliefert:  er  ist  ein  seltenes  Beispiel 
für  den  gesteigert- vollen  Ausgang.  Das  Gegeubild  dazu 
bieten  Alliterationsverse  wie  cet  fötam  swt  freän  Scgl- 
dinga  (Beow.  1167),  äholgen  brego  mancgnnes  (Hymn. 
4,  78),  nieotud  Mm  Jmt  mud  gestaäelact  (Seef.  108). 
.Jener  Vers  ist  rhythmisch  aufzufassen  als 

Unerklärt  bleiben  die  sog.  'verkürzten  Typen  (S.  37); 
denn  'Vernachlässigung  einer  Xebenhebung'  ist  nur  ein 
Name,  der  dazu  den  falschen  Schein  erweckt,  als  seien 
diese  kurzen  Verse  secnndär  aus  den  längern  entstanden. 
Sie  sind  im  Gegentheil  alterthümlicher,  wie  ihr  massen- 
haftes Vorkommen  in  der  Wiener  Genesis  l^eweist. 

Die  Versschemata  sind  den  Sieversschen  analog  ge- 
bildet, d.  h.  die  beiden  verwendeten  Zeichen  _  und  x 
sagen  nur  über  die  sprachliche  Natur  der  Silben  aus, 
nicht  über  ihren  meti'ischcn  Werth.  Ob  der  Verf.  meint, 
die  Litanei  habe  keine  Taktmessung,  wird  nicht  ganz 
deutlich.  Zwar  nennt  er  das  Gedicht  S.  7  einen  nahen 
Verwandten  von  Otfried,  dem  altheiraischen  ^liunesang, 
dem  Nibelimgenlied  und  dem  heutigen  echten  Volksliede; 
hier  wären  wir  also  in  taktischer  Umgebung.  Aber  Vers- 
schemata wie  z.  B.  ixzxxxzi  sind  natürlich  für  ein 
taktirendes  Metrum  unbrauchbar.  Hätte  der  Verf.  an 
den  Aufsatz  von  Paul  Beitr.  8  angeknüpft,  statt  an  das 
Typensystem,  so  wäre  seine  'Rhythmik'  wohl  etwas  rhyth- 
mischer und  metrischer  ausgefallen. 

Basel.  Andreas  Heusler. 

P  o  1 1  e  ,  Friedr.,  Wie  denkt  das  Volk  über  die  Sprache  ? 

Leipzig,  Teubner.  1889.  153  S.  8. 

Zwar  ist  der  Titel  des  Buches  nicht  glücklich  ge- 
wählt.    Er    passt    nur    für    den    kleinsten  Theil  des  In- 


8S 


isni.     LitPraturblaft  für  t^ermnnUohe  und  rntnaniBohe  Philologie.    Nr.  S. 


84 


lialtes,  der  im  Wesentlichen  von  Beiträgen  zur  Bedeutungs- 
lehre gebildet  wird.  .Aber  dieser  Inhalt  selber  ist  ganz 
vortret'tlich.  Der  Verfasser  versteht  gut  zu  beobachten 
und  hat  eine  reiciie  Fülle  des  Stuffes  beigebracht  :  die 
l>arstelliuig  ist  gewandt,  mit  anmuthigem  Humor  gewürzt. 
Von  den  zahlreichen  Erscheinungen,  die  der  Verf.  durch 
Beispiele  belegt,  hebe  ich  hervor  die  mangelhafte  l'nter- 
sciieidung  zwischen  1  •in;:  und  Namen,  zwischen  Gattungs- 
und  Eigennamen,  den  Uebergaiig  von  relativen  Bezeich- 
nungen in  absolute,  die  Verwandtschaft  zwischen  Laut 
und  Begriff,  das  Auftreti-n  von  Widersprüchen  und  Tauto- 
logien in  Folge  von  BedeutungsUbertragung. 

Wir  wünschen    dem  Büchlein  bei  Laien  und  Facli- 
niännern  recht  viele  dankbare  Leser. 

«liessen.  0.   Behaghel. 

Abel,  H.  F.  Otto.  Die  deutschen  Personennamen.  Zweite 
Auflaifc  besorgt  von  Walter  Ko  b  u  r  t  -  T  o  r  no  w.  Berlin, 
Hertz.  .\,  102  S.  8.     .M.   1,60. 

Abels  frische,  von  vaterlandischer  A\'ärnie  erfüllte 
Schrift  mag  nodi  heute  von  weitern  Kreisen  gerne  ge- 
lesen wei'den  und  bei  ihnen  Gutes  stiften,  trotz  des 
vielen  Verfehlten,  das  sie  enthalt.  Aber  es  hätte  der 
Eigenart  des  Verfassers  gewiss  keinen  Eintrag  gethan, 
Wenn  der  Herausgeber  wenigstens  die  gröbsten  Unrichtig- 
keiten beseitigt  hätte,  z.  B.  S.  29  die  Erklärung  von 
Hexe  aus  Hugedise,  S.  34  die  Zusammenstellung  von 
(hr  mit  Gerte,  den  Satz  „Gais— Ger  wie  Spiess — Speer", 
S.  48  ahd.  iciniscup,  S.  54  die  Herleitung  von  brniiu 
aus  brennen,  die  Deutung  von  Loheni/rin  aus  Lohe. 
Giesseu.  0.  Behaghel. 

Wiser.  Wilhelm,    Das   Verhältniss    der  Minnelieder- 
handschriften B  nnd  C  zu  ihrer  gemeinschaftlichen 
Quelle.   Prugramrn  lies  Gymnasiums  zu  Kutin.    18S9.   42  S.  4. 
Wiser    stellt    fest,    dass    B    und    C    nicht    auf   eine 
.\nzalil    Von    Liederbüchern,    sondern    auf   eine    fertige 
Sanniiluiig  zurückgehen.    Ferner  macht  er  es  wahrschein- 
lich,   dass   die  Plusstropheu   in  C  hinzugesetzt,    nicht  in 
B  weggelassen  und  dass  bei  Abweichungen  der  Reihen- 
folge   in  den  meisten  Fällen  die  ursprüngliche  Ordnung 
absichtlich  geändert  sei,   und  zwar  von  C. 

(Hessen.  0.  Behaghel. 


Otten,  Georg,  The  Langnage  of  the  Rnshworth  Gloss 
to  the  Gospel  of  St.  Matthew.  Part  I :  Vowels.  Leipzij^, 
G.  Kock.  1890.  24  S.  4. 

Die  Abhandlung  ist  auch  im  Programm  des  Gym- 
nasiums zu  Nordliausen  erschienen.  Das  vorgedruckte 
Inhaltsverzeichniss  führt  zwei  Kapitel  auf:  First  Chap- 
ter,  Accented  ^'owels  §  1  — 19,  und  Second  Chapter, 
l'naceented  Vowels  §  20—  2ß.  Doch  schliesst  das  mir 
vorliegende  Heft  mit  dem  -^    18. 

Es  ist  in  fehlerhaftem  Englisch  verfasst ;  z.  B. 
kommen  folgende  Wendungen  vor:  bj/  utlhering  the 
A.S.  inflectional  endlugs;  the  vowel-changes,  enferiny 
in  consequence  of  these  contrndions;  Boittcrwek  pre- 
tenclü  its  rharacter  to  be  Northniiibriait. 

Nach  einer  kurzen  Vorbemerkung,  in  welclier  der 
Verfasser  die  seither  ge'Ussertcn  .Ansichten  über  den 
Dialekt  des  Textes  aufführt,  beginnt  die  geordnete  Fest- 
stellung der  Verwendung  der  verschiedenen  Vokale  in 
betonten  Silben.  Doch  sind  die  angeführten  Formen 
nicht  immer  richtig  beurtheilt ;  z.  B.  ist  dituap  (dünkt) 
mit  ge/iiii/)ej},  wijrhtn  mit  wyrcan,  ivldra  (älter)  mit 
(jetldlf  (fddit)  in  einen  Toiif  zusammen  geworfen,  und 
der  \"okal  in  lygc  (ne.  He  Lug),  di/ppaii  (dip),  sfi/rgnn 
(stir)  wird  als  »-Umlaut  von  eo  aufgefasst. 


.Auch  ist  nicht  zu  hilligen,  dass  der  Viif.  häutii; 
die  Lesart  der  Handschrift  ändert,  z.  B.  xli/rinn  aufführt, 
wo  die  Hs.  vielmehr  Mijred  11,  8.  sh/rg'iii  2.{,  1. 
stijndun  27,  39  hat. 

Der  X'erf.  hat  die  ältere  Untersuchung  über  deiisell)en 
Gegenstand  von  .Jacob  Vilhelm  Svensson  (Om  Sprakei 
i  den  Förra  [Merciska]  Delen  af  Bushworth- 
Handskriften.  L  Ljudlära.  (iöteborg  1883)  nichi 
gckainit.  Sie  ist  nach  der  zweiten  Ausgabe  des  Ti'Xtr> 
"(von  Kemble  und  llardwick,  18.j8)  gemacht.  Nachdem 
W.  W.  Skeat  im  .Tahre  1887  ihn  zum  dritten  Male  mit 
noch  grösserei'  Treue  veröfientlicht  liat,  war  es  eine 
dankenswerthe  Aufgabe,  Svenssons  tüchtige  Arbeit  zu 
verbessern  und  zu  vervollständigen.  Das  vorliegende 
Programm  bleibt  aber  hinter  seinem  X'orgänufer  zurück. 
Eine  Betrachtung  der  Consouanten  scheint  der  Verl. 
für  überflüssig  zu  halten:  wenigstens  ist  sie  in  der  voi- 
gedruckten  Disposition  nicht  vorgesehen. 

Heidelberg.  Karl  D.  Bülbrin-r. 


Mennnng,  Albert,  Der  Bei  luconnu  des  Kenant  de 
Beaujeu  in  seinem  Verhältniss  znm  Lybeans  Disconus. 
Cardnino  und  Wigalois.  Kine  liteiarhistorisobo  StuHie. 
Hallenser  Dissertation.   1S90.  (17  S.  S. 

Fast  gleichzeitig  mit  meiner  Ausgabe  des  Libeaus 
Desconus  erschien  voi-stehende  .Abhandlung  über  das 
gegenseitige  Verhältniss  des  Bei  Inconnu  (^=  BI),  Li- 
beaus  Desconus  (=  LD),  Carduino  (=  C)  und  AVigaloi-- 
(  -'  W),  Jlennung  behandelt  sein  Thema  in  klarer, 
gewandter  Darstellung,  und  wenn  er  auch  in  der  Haupt- 
sache über  die  Resultate  seiner  Vorgänger  (Kölbiii::. 
Jlebes,  (t.  Paris)  nicht  hinausgekonnuen  ist,  so  ist  doc  li 
die  nochmalige,  zusammenfassende  Erörterung  aller  in 
Betraclit  konunenden  Fragen  recht  daukcnswerth.  Von 
den  vier  Gedichten  ist  eine  genaue  .Analyse  gegeben 
(Abschn.  II.  VI.  IX.  XJI).  Eine  tabellarische  Ueber- 
sicht  über  das  \nik(immen  und  die  Antjrdnung  def  eiii- 
zolnen  (irujipen,  in  welche  der  Stoff'  sich  zerlegen  lässt, 
erleichtert  die  Vergleicliung  ungemein,  lässt  aber  ander- 
seits die  oft  recht  erheblichen  Differenzen  in  den  Details 
gar  zu  wenig  hervortreten. 

Die  Resultate  seiner  Untersuchung  hal  M,  in  der 
Filiationstafel  (S.  51)  niedergelegt.  Einverstanden  bin 
ich  mit  dem  \'erf.  in  Betreff'  der  Stellung,  die  er  ('  und 
W  anweist:  U  repräsentirt  —  abgeselieu  von  den  Par- 
zival-Elementen,  die  eine  Zuthat  Puccis  sind  —  die 
älteste  Gestalt  der  Sage  (.Abschn.  X);  für  W  kehrt  JI. 
mit  Recht  zu  der  .Ansicht  von  Mebes  zurück,  dass  Wirnt 
einen  Theil  des  BI  handschriftlich  vor  sich  hatte,  für 
den  Rest  aber  der  mündlichen  Erzählung  eines  Kiiapiien 
folgte,  und  er  stützt  diese  .Ansicht  durch  neue  .Argu- 
mente (.Abschn.  XUI).  Dagegen  halte  ich  trotz  XL 's 
-Ausführungen  an  meiner  Behauptung  fest,  dass  BI  die 
dii'ecte  A'orlage  von  LD  gewesen  ist  (Einl.  meiner  .Aus- 
gabe S.  UXXXXI).  Es  sei  mir  gestattet,  mit  einigen 
Worten  hierauf  einzugehen,  indem  ich  für  alle  Kiiizel- 
■  heiten  auf  meine  .Ausgabe  (Einl.  S.  CXXXI  ff.)  verweise. 
Nach  M.  wären  in  dem  kurzen  Zeiträume  von  1  ItiU  — 
IHK)  (.S.  15)  nicht  Weniger  als  drei  verschiedene  franz. 
Bearbeitungen  desselben  Sagenstuffes  entstanden:  z,  n 
und  BI.  Hiervon  ist  zunächst  z  ganz  entbehrlich,  denn 
der  Kampf  mit  den  Riesen  ist  durdians  nicht  aus  Erec 
entlehnt.  In  lii.  LD,  C  und  W  handelt  es  sich  um 
die  Kntführung  und  versuchte  \'ergewalti:rung  eines 
I  IMädchens  durch  zwei  Riesen;  im  Erec  aber  haben  die 
beiden    Riesen    mit    dem  Mädchen    selbst    gar    nichts    zu 


S.j 


1891.     Litcraturblutt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  3. 


86 


tlmn.  Diese  .iaininert  um  iliren  Geliebten,  den  die  Riesen 
als  (befangenen  tuittiiliren  und  ilin  befreit  Eree.  Das 
(Tleicliartig:e  ist  also  nur  das  Vorkummen  zweier  Riesen 
und  eines  Jlädcliens;  dadurch  ist  die  Annahme  einer 
Entleliiiung'  niicli  nicht  gereditfertig't. 

Ebenso  ist  u  als  ganz  übortlüssig  zu  streichen. 
Wenn  alle  die  Züge,  in  denen  sieh  LD  von  C  uuter- 
sehoidet,  schon  in  u,  der  Vorlage  von  BI  enthalten 
waren,  wie  viel  wäre  dann  für  die  Thiitigkeit  des  Renaut 
de  Beaujen.  dessen  poetische  Veranlagung'  nnd  'edle 
Seele'  Jl.  (S.  14)  so  sehr  rühmt,  noch  übrig  geblieben? 
Dazu  konnnt,  das  LI)  an  zahlreichen  Stellen  (vgl.  meine 
Aninerkungen)  wörtliche  l'ebereinstinnnungen  mit  BI 
zeigt.  Renaut  müsste  also  nach  JI.  nicht  nur  den  in 
u  gebotenen  Stotf  benützt,  sondern  diese  Bearbeitung 
M-lbst  mehr  oder  weniger  wörtlich  ausgeschrieben  haben, 
haniit  hätte  er  bei  seiner  Dame  nicht  allzuviel  Ehre 
eingelegt,  und  doch  will  er  ausdrücklich  zeigen,  was  er 
kann:  Miiif!  moafrer  ceiil  que  faire  sai  (V.  10).  Ich 
habe  ferner  (Einl.  S.  CXXXVIII)  gezeigt,  dass  der 
englische  I<ichter  thatsächlich  das  Gedicht  Reuauts  vor 
sich  hatte,  denn  er  spielt  in  V.  1504 — (i  direct  auf  den 
zweiten,  längeren  Aufenthalt  des  schönen  Unbekannten 
auf  der  Goldinsel  an,  der  sicher  erst  von  Renaut  in  die 
ältere  Erzählung  eingefügt  wurde.  I'iesem  klaren  Sach- 
verhalt gegenüber  sind  M.'s  'principielle  Gesichtspunkte' 
(S.  2ii)  von  geringer  Bedeutung.  Der  englische  Be- 
arbeiter hat  eben  'instinktiv'  die  in  BI  arg  gestörte  Ein- 
heit der  Handlung  wieder  hergestellt,  weil  er  für  das 
weitere  Ausspinnen  des  Liebesveihältnisses  zu  der  Fee 
von  der  Goldinsel  nach  Absolvirung  des  Hauptabente|iers 
zu  wenig  Interesse  hatte.  Er  glaubte  ein  Uebriges  ge- 
than  zu  haben,  wenn  er  dafür  den  Helden  gleich  das 
erste  ;Mal  zwölf  Monate  (statt  einer  Xaclit  in  C  und 
BI)  in  ihren  Fesseln  schmachten  Hess.  Die,  wenn  auch 
verspätete,  Erwähnung  eines  Knappen  in  LD  —  anfangs 
vertritt  dort  der  Zwerg  seine  Stelle  (vgl.  meine  Anm. 
zu  V.  508)  —  weist  gleichfalls  deutlich  auf  Renaut  hin. 
Im  übiigen  zeigt  der  'Bänkelsänger'  —  diese  wenig 
geschmackvolle  Bezeichnung  der  englischen  Romanzen- 
dichter  scheint  immer  mehr  um  sich  zu  greifen  —  eine 
nicht  geringe  poetische  oder  wenigstens  teelmische  Be- 
gabung (vgl.  Einl.  S.  CXLV.  CLVIII):  wir  dürfen  ihm 
daher  auch  die  Umstellungen  einzelner  Episoden  und 
die  Umänderung  des  Details  von  vornherein  zutrauen, 
zumal  die  von  BI  abweichenden  Züge  in  der  Regel  aus 
anderen  englischen  Romanzen  entlehnt  sind,  also  nicht 
auf  eine  verloren  gegangene  französische  Bearbeitung 
zurückgehen  können  (Einl.  S.  CLVIU).  So  ist  z.  B. 
die  Darstellung  der  Maugis-Episode  in  LD  nicht  'primi- 
tiver' als  in  BI  (S.  29),  denn  gerade  dort  ist  eine  starke 
Entlehnung  aus  Guy  of  Warwick  (Einl.  S.  CLI),  welche 
die  Umwandlung  des  Ritters  in  einen  Riesen  bedingte. 
Ebenso  wenig  ist  es  i-ichtig  dass  in  der  Sperberscene 
'Erec  nnd  LD  dieselbe  Darstellung  gemeinschaftlich  bieten 
und  mit  dem  BI  in  denselben  Punkten  differiren'  (S.  28), 
denn  zwischen  Erec  und  LD  besteht  eine  grundsätzliche 
Verschiedenheit  schon  darin,  dass  im  ersteren  (und  in 
BI)  die  Dame,  welche  sich  für  die  schönste  hält,  selbst 
den  Sperber  von  der  Stange  herabnehmen  muss,  während 
in  LD  —  ein  echt  englischer  Zug  —  die  Bewohner  der 
Stadt  den  Urtheilsspruch  über  die  Schönheit  der  Con- 
currentinnen  zu  fällen  haben,  und  dieser  Spruch  lautet 
in  LD  ungünstig  für  die  Begleiterin  des  Libeaus,  während 
in  Erec    nnd  BI  die  Dame,    deren    sich    die  Helden   an- 


nehmen, unzweifelhaft  den  Schönheitspreis  verdient.  Der 
von  M.  aus  dieser  Scene  hergeleitete  'objective  Beweis' 
dafür,  dass  LD  nicht  BI,  sondern  u  zur  Quelle  hatte 
(S.  28),  ist  also  nicht  stichhaltig.  Aelnilich  verhält  es 
sich  mit  dem  vermeintlichen  Zusammengehen  von  LD 
und  C  gegenüber  BI.  Gerade  unter  diesem  Gesichts- 
punkte habe  ich  die  drei  Gedichte  mit  einander  ver- 
glichen, und  das  Resultat  war  (Einl.  S.  CXXXX),  dass 
eine  Uebereinstimmung  zwischen  G  nnd  LD  in  irgend 
einem  wichtigen  Punkte  sich  nicht  nachw-eisen  lässt. 
Die  Vorgeschichte  des  Helden  ist  in  den  Details  in  C 
und  LD  ganz  verschieden,  in  LD  überdies  unecht  (Einl. 
S.  LX.  CXXXX),  in  C  eine  Zuthat  Puccis  (s.  o.).  Die 
von  M.  hervorgehobene  Analogie  zwischen  LD  V.  61(i  ßiil 
nnd  C  II,  33  beweist  allein  für  sich  auch  nichts,  denn 
das  Fehlen  dieses  nebensächlichen  Zuges  in  BI  kann 
durch  die  mangelhafte  Ueberliefernng  verschuldet  sein 
oder  aber  es  sind  C  und  LD  selbständig  auf  die  nahe- 
liegende Ausschmückung  verfallen.  Ich  halte  also  nach 
wie  vor  Renaut  de  Beaujen  für  denjenigen,  der  den 
alten  Sagenstofi'  (y  nach  M.'s  Tafel)  durch  Einfügung 
von  Episoden  und  sonstige  Ausschmückungen  erweitert 
hat  und  sehe  in  Renauts  Bei  Inconnn  —  wenn  auch 
nicht  in  dem  uns  vorliegenden,  sondern  einem  älteren 
Texte  —  die  directe  Vorlage  von  LD. 

Zu  Abschn.  VIII  (Entstehungszeit  nnd  Verfasser- 
frage des  LD)  bemerke  ich  noch,  dass  die  Erwähnung 
der  ßoryns  in  V.  989  1046  für  die  Datii-img  von  LD 
belanglos  ist  (vgl.  meine  Anm.  zu  V.  1046),  dass  die 
üebereinstimmungen  zwischen  LD  und  Launfal  durchaus 
nicht  rein  stereotj'per  Art  sind  (vgl.  Einl.  S.  CLVIII  ff.) 
und  dass  der  Launfal  sicher  noch  im  14.  Jahrhundert 
entstanden  ist. 

Königsberg  i.  Fr.  Max  Kainza. 

Dngemaeb,  Heinrich.  Die  Quellen  der  fünf  ersten 
ehester  Plays.  Er!ans;eii.  Deicherts  Xaelif.  1S90.  XT.  10?  S. 
8.  M.  4,50.  [Münehener  Beiträge  zur  roni.  und  engl.  Philo- 
logie hrsg.  von   H.   Breymann.  I.] 

Der  Verf.  untersucht  die  fünf  ersten  Chester  Plays 
hinsichtlich  ihrer  Quellen :  diejenigen  somit,  die  Scenen 
aus  dem  Alten  Testamente  darstellen.  Ist  auch  die 
Frage  schon  öfter  behandelt  worden,  so  darf  doch  die 
neue  Untersuchung  willkommen  genannt  werden,  die  mit 
Ciründlichkeit  zu  Werke  geht  und  —  wenn  auch  mit 
einiger  Breite  —  den  Stoff  übersichtlich T-ordnet.  Das 
Ergebniss  des  Verf. 's  ist,  dass  neben  der  Vnigata  Co- 
mestors  Historia  scholastica,  .Tosej)lius,  der  Cni'sor  mundi, 
das  ostanglische  Drama  Abraham,  nnd  französische 
Mysterien  benutzt  worden  sind.  Ein  so  complicirtes 
Quelleuverhältniss  hat  allerdings  etwas  unwahrschein- 
liches; doch  glaubt  Verf.  wohl  selbst  nicht,  dass  ein  ein- 
ziger Bearbeiter  die  alttestamentlichen  Chester  Plays  mit 
Hilfe  dieser  Texte  hergestellt  habe.  Vielmehr  haben  die 
Quellen  zum  Theil  bereits  den  Vorstufen  vorgelegen,  welche 
diese  Dramen  sicher  diu'chlaufen  haben,  noch  dazu  zum 
Theil  als  indirecte  Quellen.  Denn  da  von  den  Antiqui- 
tates  des  Josephus  eine  mittelalterliche  lateinische  Ueber- 
setznng  nicht  bekannt  ist  (wie  Verf.  hervorhebt),  so 
muss  hier  ein  unbekanntes  Zwischenglied  statuirt  werden ; 
an  die  Benutzung  des  griechischen  Textes  ist  nicht  zu 
denken.  Das  ostanglische  Spiel  ist  nur  für  das  vierte 
Chester  Play  benutzt  worden,  nnd  zwar  ziemlich  sklavisch. 
Schon  Ten  Brink  hatte  dai-auf  hingewiesen.  Dass  der 
Cursor  uimidi  als  Quelle  benutzt  wäre,  scheint  mii-  aus 
den    von  Ungemach  angeführten  Stellen  nicht  hervorzu- 


87 


1891.     Litoraturblatt  für  germanische  und  romanisolip  Philoloprie.     Nr.  3. 


88 


geiit'ii.  reberhanpt  hätte  Verf.  in  der  Annalinu-  dii 
AbliUiigig:k<-it  seines  Textes  von  andern  etwas  beliutsainer 
verlalireii  können:  z.  B.  die  Ant'ziilihuifr  der  Tliiere  in 
der  Arclie  Xoah  (vg].  S.  115)  war  durch  die  Darstellung; 
der  (Jenesis  eben  su  nahe  {relef^t  als  durch  die  des  Jlyst. 
du  Viel  Test.  Eine  Stelle  aus  dem  Cursor  uiundi,  die 
die  Verfluchung:  des  Cain  enthalt  (S.  98),  trifTt  doch 
mit  dem  Chester  Play  nur  so  weit  zusammen,  als  der 
Ausdruck  der  g'leicheii  Situation  dies  von  vornherein  er- 
warten Hess.  Selbst  die  auf  S.  50  und  170  angetnhrten 
Stellen  des  Cursor  niundi  scheinen  trotz  der  sachlichen 
Uebereinstimniung:,  die  sie  bieten,  nicht  als  Quellen  vor- 
g:elegen  zu  haben;  dazu  ist  die  Uebereinstiuuuung  zu 
gering.  Somit  sind  tortlautend  als  Quellen  benutzt  nur 
drei  Texte:  Vulgata,  Coniestor  und  ein  französisches 
Collectivmysteriani. 

Von  besonderem  Interesse  sind  die  Beziehungen  zu 
altfranzösischen  iManien,  worauf  fieilidi  schon  früher, 
zum  Tlieil  schon  von  Thomas  Wright,  aufmerksam  ge- 
macht worden  war.  Es  handelt  sich  besonders  um  das 
anglonormannische  Drama  Adam  und  um  das  Mystere 
du  Viel  Testament.  Wir  sind  mit  dem  Verf.  der  Ueber- 
zeugung.  dass  nidit  die  erhaltenen  Texte  —  für  das 
Myst.  du  Viel  Test,  wäre  dies  schon  aus  chronologischen 
firiinden  ausgeschlossen  — ,  sondern  ein  französisches 
Collectivmysterium  die  Quelle  bildete,  das  den  Adam  als 
Quelle  verwerthet  und  selbst  eine  der  Quellen  des  Mj'st. 
du  Viel  Test,  gebildet  hat. 

Dankenswerth  sind  einige  Quellennachweise,  die 
Verf.  in  Bezug  auf  das  letztgenannte  Jlyster  beibring-t 
(S.  117.  129).  Bei  der  Kreuzlegende  (S.  80)  hätte  er 
besser  gethan,  auf  den  an  zwei  Stellen  gedruckten 
lateinischen  Text  hinzuweisen  als  auf  die  Einleitung 
Rothschilds. 

Die  Miinchener  Beiträge  zur  i-omanischen  und  eng- 
lischen Philologie  werden  durch  die  Abhandlung  in  «r- 
freulicher  Weise  erött'net.  Da  diese  von  P>ezieliungen 
der  altern  englischen  Literatur  zur  französischen  handelt, 
war  sie  besonders  geeignet,  an  die  Spitze  einer  Samm- 
lung zu  treten,  welche  der  Erforschung  dieser  Litera- 
turen gewidmet  sein  soll. 

Halle.  Hermann  Suchier. 

he  L Olli 8,  Cesare,  Trattato  provensale  di  penitenza. 

rStiid.i  (li  filf.Iosia  vomnnza  Faso.  13  S.  273—340.) 

Der  vorliegende  Tractat  ist  in  dem  Cod.  1 28  der 
Biblioteca  comunale  in  Todi  erhalten  und  stammt  aus 
dem  Ende  des  13.  oder  dem  Anfang  des  14.  .Jahrhun- 
derts. Der  Verfasser  ist  unbekannt;  er  scheint  dem 
Herausgeber  ein  Fianciskaner  gewesen  zu  sein.  Aus 
den  S.  332  —  5  zusammengestellten  sprachlichen  Eigen- 
thiimlichkeiten  schliesst  de  Lollis,  dass  der  Tractat  im 
Quercy  geschi'ieben,  wenn  nicht  verfasst  ist,  eine  llei- 
nung,  die  Paul  Meyer  Romania  XVIII,  624  nicht  für 
unanfechtbar  hält.  Den  Beschluss  macht  ein  Glossai",  in 
dem  die  bei  Raynouard  überhaupt  oder  in  der  hier  sich 
findenden  Bedeutung  fehlenden  Wörter  verzeichnet  sind. 
S.  277  Z.  19.  Lo  segoii  es  raathtuieuf  e  mareiri- 
ment  de  so»  cors  e  sofiiieloilo  a  Ja  ohvdietitia  de 
Viirmn.  Nach  der  Anmerkung  scheint  die  Einsetzung 
von  sofmeter  für  sotmefeii  nicht  nöthig.  Ich  glaube 
nicht,  dass  sofnieten  zulässig  ist,  aber  es  wird,  wie  auch 
S.  278  1.  Z.  steht,  e  sotmefement  a  zu  lesen  sein.  — 
S.  280  Z.  17  corr.  rcpremam  statt  repreiiiiniii.  — 
H.  281   Z.  24  ist  tiou  zu  tilgen,  dagegen  ist  Z.  25  kein 


noii  zu  ergänzen  und  Z.  27  das  unian  dei-  Handschrift 
nicht  anzutasten:  „diejenigen  die  drinnen  im  Herzen  aut 
die  irdischen  Güter  verziciiten,  wenn  sie  dieselben  auiii 
äusserlich  besitzen,  lieben  sie  nicht  in  ungehöriger 
Weise".  —  S.  282  Z.  14  schreibe  (/<-%.  —  S.  28v| 
Z.  17  schreibe:  . .  .  que  la  min  oratio  aia  endressadu 
eniiijssi  co  esces  ah  lofoc."  [Eiiai/ssi  coj  lo  fuiii  . . .  — 
S.  282  Z.  21.  Nach  hora  ist  wohl  eine  Lücke  anzu- 
nehmen. Drei  Arten  von  (lebet  gibt  es,  1.  de  lioni, 
2.  de  cor,  3.  de  hora  e  de  cor.  Die  nähere  Ausführung 
der  ersten  Art  fehlt.  —  S.  285  Z.  3  corr.  )ii  lfm] 
passar.  —  S.  285  Z.  15.  Doii  dif  a  los  discijiols: 
HOS  piiiam  Jhenistilei».  Die  Handschrift  hat  uos  iioii 
imiani.  Liesse  sich  das  niclit  halten,  wenn  man  iion  = 
nos  eu  deutet?  Ebenso  sciieint  es  sich  mir  S.  323 
Z.  17  zu  verhalten,  wo  die  Handschrift  .  .  iii  nons  cii 
iemni  a  (jran  heiiejiri  ijne  taut  i/rnii  potcslut  nos  npclr 
a  soll  scruiri  ni  que  noii  fassa  diyiies  liest,  de  Lollis 
aber  nos  ändert.  Im  Glossar  wird  piiiar  ..ascendere 
(att.)"  angefülirt  und  initer  den  Belegen  auch  unsere 
Stelle.  Aber  p'ijar  Jherusalem  halte  ich  für  ganz  un- 
möglich :  es  ist  gewiss  [a]  zu  ergänzen.  Mit  Recht 
angeführt  ist  dagegen  der  zweite  Beleg:  aquest  (/rares 
nos  fassa  puiar  Jhcsii  Christ.  —  S.  285  1.  Z.  Komma 
statt  Semieolon.  —  S.  287  Z.  4  ff.  AVie  ist  zu  con- 
struiren  imd  zu  deuten?  —  S.  287  Z.  18  ff.  Dieus  .  . 
gier  poder  al  diuhle  de  creysser  e  d'enantir  lu  dettant 
dicha  cotisolatio,  &  empriufa,  fdtj  abela  en  la  aniiini 
falsses  e  perilliores  sciifiment.  Der  Herausgeber  setzt 
im  Glossar  ein  sonst  nicht  belegtes  uhelar  an,  das  er 
..abbellire"'  deutet.  Nicht  mit  Recht.  Es  ist  zu  schreiben: 
&  enprinia  ab  ela  (sc.  der  ronsolatio).  —  S.  287 
Z.  21.  .  .  iüiirios,  a  las  cals  aniina  .  .  cret  e  min  csser 
uerayas  reiirlatios.  Coit.  l'animu  . .  .  crei?  Ist  auch 
das  a  nach  illurios  zu  tilgen?  —  S.  288  Z.  5  v.  u. 
corr.  e  ton  entetidetiiciit.  —  S.  291  Z.  3  ff.  Kii  apres 
te  diraij  alrns  reniedis,  quot  deues  yuardar  e  reyir 
tu  metcys  uays  ahuuas  perssouas  que  se  toriiau  las 
dautnü  dichas  temptarios,  o  per  lor  uidu  o  per  lor 
doctrina.  Die  im  Glossar  vorangestellte,  mit  Frage- 
zeichen versehene  Deutung  von  se  tornar  ,,procurar8i'' 
scheint  mir  nicht  annehmbar,  dagegen  die  dann  vorge- 
schlagene Ergänzung  von  faj  (oder  vays?)  mitli wendig. 
Sollte  nicht  auch  fe  toruan  statt  se  tornan  zu  ändern 
sein?  —  S.  291  Z.  7  corr.  aias  statt  uian.  —  S.  291 
Z.  8  ff.  ...  si  meuan  ad  alruna  causa  que  sia  contra 
la  fe  .  . .  0  contra  las  uidas  e  las  paraulas  dels  sanf 
sanamcnt  preras,  ahorris  lors  vc^ios.  Sanameut 
preras  ist  unverständlich.  Corr.  las  menespreces?  Vgl. 
Z.  15  no  las  lucnes^ireres.  Es  wäre  danach  vielleicht 
noch  ein  [r]  zu  ergänzen.  —  S.  291  Z.  19.  Per  tat 
qu'el  diahle  pucsra  esrampar  son  nere.  Scln-eibe  que'l 
oder  quel.  —  S.  291  Z.  26.  Per  illurias  cf  cuyuaus. 
Die  Hs.  hat  enguant.  Konnte  dies  nicht  beibehalten 
werden?  Engans  und  sentimens  lauten  gleich  aus,  und 
unser  Text  hat  ja  für  letzteres  sentiment.  Dass  t  in 
dem  ersten  Worte  etymologisch  nicht  berechtigt  ist, 
thut.  meine  icii,  nichts  zur  Sache.  —  S.  299  Z.  22. 
Aquesta  primieyra  mauiryra  es  temor  naturalment 
morir.  Das  Adverb  verstehe  ich  nicht;  corr.  temor 
naivral  de  morir.  Vgl.  Z.  18  /a  primieyra  manieyra 
CS  iiatiirals  und  temor  hnmana  S.  300  Z.  3,  temor 
muudnna  S.  300  Z.  5  v.  n.  —  S.  302  Z.  10.  Per  sso 
ah  la  uitlontat,  Hs.  sso  al  la,  ist  üebersetzung  des  lat. 
ipsa  noluntnte.     Corr.  ^;e»'  s.wla  nolontat.    —    S.  303 


89 


IKni.     Literatlirblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  9. 


90 


Z.  2  ff.  Inicial  uol  dire  comessameiif,  rant  hom  co- 
iiiiiixa  Dien  sentit-  (£■  amar,  ijui  a  com  et,  maijs  qiie 
Kiicara  no  es  bem  fermat  en  s'oiitor.  Nach  dire  wird 
/(/(•/  zu  prgänzen  sein.  Acometre  soll  nach  dem  Glossar 
..intraprondere,  inconiinciare"  bedeuten.  Die  Annalinie 
eines  solchen  Verbnms  ist  nicht  nothig.  Es  ist  zu 
schreiben  tiiiiur  (ptiacomet,  vgl.  Raj'n.  Y,  2.  —  S.  305 
Z.  21  ff.  Mot  de  b'S  Kurem,  si  teiiiein  Dien  e  iios 
/iiirhiii  de  percat  e  faxsum  bonus  obras;  cor  en  aisso 
perqnitom  Dien.  Der  Conjunctiv  fassam  ist  nicht  zu- 
lassig-; corr.  fam,  vgl.  S.  314  Z.  9  v.  u.  Perqnitam 
verstehe  ich  nicht.  Das  Glossar  sagt:  „perquiUir  lo 
stesso  che  quitar"'.  aber  dadurch  wii'd  mir  der  Sinn  auch 
nicht  klar.  Die  Handschrift  hat  perquifem.  —  S.  314 
Z.  9  V.  u.  ff.  E  si  son  iilciis,  ya  ssi'aijsso  qne  paire 
ijiies  f/uardon  de  far  greus  peccat  empero  no  n'i  a 
ne']un  qne  ronosca  .i:i  pecva  inortalment  eii  mont  de 
bcs  qne potjria  fnr  e  nolsfa.  Was  ist  paire?  Für  moiii 
hat  die  Handschrift  möt.  Warum  ist  hier  geändert,  da 
doch  S.  294  Z.  9  v.  u.  monteai  bewahrt  geblieben  ist?  — 
S.  314  Z.  3  V.  u.  Eii'/nfd  menesprerument  es  de  son 
seiihor  o  qve  no  faij  so  qn'el  romaudo  o  qne  faij  so 
qne  son  senhor  deneda.  Statt  des  zweiten  qne  hat  die 
Handschrift  qui.  Sollte  nicht  dieses  zu  bewahren  und 
auch  füi'  das  erste  que  ein  qui  einzusetzen  sein?  ^- 
S.  315  Z.  9  corr.  non  für  ni.  —  S.  315  vorl.  Z.  ist 
Komma  nach  defalhil  zu  setzen.  —  S.  319  Z.  14.  Wes- 
halb ist  das  einwaiidsfreie  sente  der  Handschrift  m  senfi 
geändert?  —  S.  319  Z.  21  setze  Koimmi  nach  cors.  — 
S.  320  Z.  4  corr.  d'nna  statt  niia.  —  S.  320  Z.  10. 
La  (/ran  misericordia  de  Jliesu  Christ  que  en  acquest 
sccfjle  taut  de  temps  nos  soste  en  nostres  greus  peccat. 
Die  Handschrift  hat  Jhesn  Christ  qne  nos  a  en  a.  s.  etc. 
und  das  war  beizubehalten,  denn  Z.  15  heisst  es  eben- 
falls la  misericordia  qne  Jhesn  Christ  nos  a  en  aqnest 
serglc.  Vor  tant  Z.  10  ist  dann  ein  Komma  zu 
setzen.  —  S.  321  Z.  11  corr.  ser  statt  sers.  —  S.  322 
Z.  15.  Tot  so  que  Diens  comanda  &  acosera.  Das 
Glossar  setzt  ein  acoserar  „desiderare"  an.  Es  wird 
avoselha  zu  ändern  sein:  vgl.  S.  324,  5 — 6:  de  tot 
ftgsso  accusam  Dien:  qne  el  aia  fugt  u  nos  coman- 
da mens  e  consels  que  non  po'lem  portar  und  S.  324 
Z.  4  v.  u.  aJ><  inatidamens  et  als  coiissels  de  Jhesn 
Christ.  —  S.  322  Z.  4  v.  u.  Amannit    Corr.  amanuit. 

—  S.  323  Z.  13  corr.  farian  statt  fariam.  —  S.  326 
Z.  3  setze  Komma  nach  iors.  —  S.  326  Z.  6  Komma 
statt  Semicolon  nach  temptacio.  —  S.  326  Z.  10.  SoUte 
nicht  das  vom  Herausgeber  in  e[s]  geänderte  e  beizu- 
behalten  und   plus  de  error   von  pessi  abhängig  sein? 

—  S.  32S  Z.  7  V.  u.  corr.  solhcl.  —  S.  329  Z.  8  ff. 
Kl  nom  de  Jhesu  Chrid  que  es  ners  amadors  de 
nera  castetat  e  de  tota  uedereca  e  sobre  tot  el  uol 
esscr  es}}0i:  e  corona  de  uergis.  Das  Glossar  verzeich- 
net: uederera  „vedovanza,  nel  senso  di  celibato^,  was 
nach  Form  und  Deutung  micli  nicht  befriedigt ;  es  ist 
niilei-era  zu  corrigiren.  —  S.  330  Z.  21.  De  jotz  si 
mags.     Sinn? 

Einige  Irrthümer  des  Glossars  sind  schon  im  Vor- 
hergeliendeu  berührt  worden.  Ferner  sind  zu  streichen 
die  Verben  fenchur  und  purar,  die  de  Lollis  aus  den 
Stellen:  qui  doncas  se  humilia  verament  e  no  fencha 
S.  283  und  que  uestis  uuhlaiiieut  e  pura  S.  277  fälsch- 
lich erschloss,  während  er  doch  in  sanianieut  e  caute- 
Inra  S.  315  den  Sach verbalt  richtig  erkannte.  —  Ann 
.,uuo"'  nach  der  Stelle:  l'aun  Sera  saluat  e  l'autre  sera 


datnpnat.    De  Lollis  sieht  in  aun  eine  Form  mit  prosthe- 
tischem a:  eine  nene  Auffassung,  aber  auch  die  richtige? 
De  Lollis  bemerkt  zu  den  von  ihm  gefundenen  Belegen : 
„tutti  perö   in   correlazione  con   autre".     Xiinmt  er  an, 
dass  der  Anlaut  von  autre  analogisch  bildend  wirksam 
gewesen   ist?     Bemerkenswerth    ist   es  allerdings,    dass 
la  US  fast   stets  mit   V autre  zusammen  vorkommt,    und 
ebenfalls    dass    die   Lej's  II,  74    le    us    de   vos    dos   es 
prozonis    aber    la   us  de  vos    autres   es    uwssongiers 
•  anführen  nnd  II,   116  le  us  de  vos  m'a  enganat,   aber 
la   US   de   vos   untres   a  fag   aysso      Aber   nicht  im 
Gegensatz  zu  l'autre  findet   sich    die  Form  an  der  von 
Diez  Gr.  II,  451   Anm.  citirten  Stelle  Gnir.  Riijuier  83, 
185  und  Bondnraud,    Charte  d'accusemeut  du   13"  siede 
;   en   langue   d'oc   S.   17  1.  Z. :   per  que  nos  o  la  us  de 
i  nos  pocsem    venir    encojitra.      Ferner    kommt    meines 
Wissens    die  Form  nie  ohne  Artikel  vor,   es  findet  sich 
■  stets    la  US,   la  im,   nie  aus,  aun   und    endlich   ist   sie 
i  fast   ausnalimslos  zweisilbig   (einsilbiges  laus  nach  Diez 
'■  a.  a.  0.   in   Seneca   Bartsch,   Dkm.    209,  29).    —    En- 
I  b'iussar    ,.trarre   in   inganno":    E  se   gnardon  de  tota 
causa   que   los  puesca   tant   ni   cunt   enbanssar   en 
offensa    de   Dien.     Hätte    das    Wort   die    gewollte  Be- 
deutung,   so  müsste  es  tönende  Spirans  haben,    also  en- 
bausar  oder  enhaucar  geschrieben  sein,  auch  wüi'de  mir 
der    Sinn    nicht    recht    passend    erscheinen.     Das    Wort 
existirt  noch  in  der  neueren  Sprache,    und  Jlistral  ver- 
zeichnet:   cmhaussa    „pousser   dans  un  precipice,   preci- • 
piter  dans  un  abime,  jeter  dans  un  crens,  dans  mi  mau- 
vais    pas,    dans    une    mauvaise    affaire"*.      Ein    weiteres 
Beispiel  des  im  Lex.  rom.  fehlenden  Wortes  findet  sich 
Leys  I,  214. 

Ausser   den    von    de    Lollis    angemerkten   Wörtern 

I  sind  noch  folgende  bei  Raynouard  nachzutragen:   heati- 

ficar  S.  304  Z.  4  v.  u.,  corteiament  S.  280  Z.  3  v.  u., 

desmerifori   S.  299  Z.   19,    enrahiament  S.  287  Z.  26 

i  und  S.  291  Z.   13,    humiliamcnf  S.  283  Z.   16,  inicial 

!  S.  303  Z.  2,  lunheca  S.  294  Z.   1,  Inminiegra  S.  328 

[  Z.   15,  macerament  S.  277  Z.  18,  neglegeument  S.  278 

I  Z.  5,    onrar    .schmücken""    S.   277    Z.    5    und    7,    vgl. 

Mistral  onndra  .,orner,  parer,  decorer",  petiteca  S.  293 

Z.   11,    perilhoranient    S.  308    Z.   11,    recacer    S.   314 

Z.  6,    reverendal  S.  303  Z.   16,    ressncifament  S.  317 

Z.  5,  sosmetement  sotmetement  S.  287  Z.  4  v.  u.,  S.  278 

1.  Z.  und,  wie  oben  bemerkt,  wohl  auch  S-,  277  Z.   19. 

;       Freiburg  i.  B.  Emil  Levy. 

'  Scartazzini,  G.  A.,  Proleffontena  della  Divina  Com- 
media.  Introiluzinne  allo  studio  di  Danto  Aligliieri  e  dellc 
sue  Opeie  {=  La  Divina  Cummedia  di  Dante  Alighieri.  \'ol. 
IV).      Leipzig,   F.   A.   Blockhaus.   1S90.   X,  590  S.  8.     M.   10. 

Mit  diesem  Bande  hat  Scartazzinis  grosse  Ausgabe 
der  D.  C,  welche  1874  mit  dem  ersten  Bande  des  Com- 
mentars  begann,  ihren  Abschluss  erreicht.  Im  Ganzen 
und  Grossen  geben  diese  Prolegomena  wieder,    was  der 

;  Verfasser  bereits  in  seinem  ,. Dante"'  (Manuali  Hoepli, 
Milano  1883)  als  Resultat  seiner  Forschung  dargelegt 
hat :  allerdings  sehr  viel  eingehender  und  durch  reichere 
Quellen-  und  Literatnrnachweise  gestützt.    Da  das  Werk 

1  in  vielen  Punkten  eine  Retractation  der  von  Sc.  selbst 
früher  aufgestellten  Ansichten,  zugleich  aber  die  neueste 
und  vollständigste  kritische  Revision  der  betr.  Dantes 
Leben  und  Schriften  gewonnenen  Resultate  darstellt, 
gebe  ich  im  Nachfolgenden  eine  kurze  Uebersicht  der 
Beantwortung,  welche  die  zahlreichen  Probleme  der 
Danteforschnng  hier  gefunden  haben,  indem  ich  zugleich 


91 


189t.    Literaturblatt  fOr  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  8. 


92 


l)ciiierkt\  tlass,  wo  iiiclit  das  Gegentlieil  gesagt  ist,  ich 
im  Allgeiiicinon  Seartazziiiis  Ausfiilirnngen  für  wohl  be- 
griiiich't  erachte. 

Von  den  zwei  Theilen  des  Bandes  bescliäftigt  sich 
der  erste  mit  dem  Leben  des  I>ichters.  Schon  in  dem 
Aufsätze  über  die  neueste  l>anteiiteratur  in  der  'Allg. 
Ztituii-'  IHSK,  14.  .Tan.,  .5.  und  li.  .luli.  Beilage  hat 
Scartazziui  die  Dantebiugraiiiiien  Missiriuls,  Balbos, 
Fraticellis,  Wegeies,  sannnt  der  von  iliui  selbst 
(Beil.  Ib69)  herausgegebenen  als  'mehr  oder  minder 
;.'-i'lungene  Romane'  bezeichnet.  So  beginnt  die  Dar- 
>iillimg  auch  mit  dem  Zugeständniss,  dass  wir  über 
haiites  Persönlichkeit  und  Lebensgang  sehr  Wenig- 
piica  cosa  —  wissen  und  dass  eine  historiscli-kritisehe 
Er('orscliu?ig  dieses  Lebens  erst  mit  Todescliini,  Isidor 
del  Lungo  und  namentlich  Bartoli  begonnen  hat;  des 
letztem  Arbeit  (in  der  .Storia  della  Letteratura  ital., 
l-'ir.  1878,  vol.  IV,  V.  VI)  ist  ihm  das  Bedeutendste, 
was  bis  jetzt  in  dieser  Hinsicht  vorliegt.  Unter  den 
(^Ui-iien  werden  Dantes  eigne  Schritten  in  ihrer  Be- 
deutung tiir  die  innere  Entwiikluiigsgesdiichte  des  Dichters 
anerkannt  (S.  5  f.).  Was  die  iiussere  Cieschichte  des- 
selben anlangt,  so  besitzen  wir  die  Grundlinien  einer 
solchen  in  Giovanni  Villanis  Cronaea  IX,  c.  35.  Da- 
liegen müssen  (xiov.  Boccaccios  Vita  di  Dante  und 
ili''  aus  ihr  geflossene  Biographie  des  Filippo  Villani 
als  Dichtungen  bezeichnet  werden.  Leonardo  Bruuis 
\ita  ist  von  grossem  Werth,  aber  nicht  frei  von  schweren 
Inthümern  (S.  9).  Filelfos  Leben  D.'s  ist  ein  Betrug, 
die  Vite  eines  Manetti,  Polentone,  Bandini  d'A- 
rezzo,  Landino,  Vellutello,  Daniello  sind  blosse 
Compilatioiien  ohne  selbständigen  Werth.  Dantes  Adel 
ist  mehr  als  zweifelhaft  (S.  19  f.),  desgleichen  seine 
(u'burt  in  Florenz  selbst  (S.  22).  Sein  Geburtsjahr  ist 
sjchi'r  1265  (S.  22).  Nichts  Gewisses  erfahren  wir  über 
seinen  Vater,  seine  Mutter,  seinen  Bruder  und  seine 
Scliwester.  Die  scliönen  Kapitel,  welclie  Balbo  über 
D.'s  Studien  zu  schreiben  wnisste,  sind  Phantasien;  wann, 
wo,  wie  er  studierte  ist  bei  dem  jetzigen  Stand  der 
Dinge  absolut  nicht  zu  sagen  (S.  2H).  Brünette  Latinis 
Einfliiss  auf  ihn  ist  keinem  Zweifel  unterworfen.  Ob 
er  das  Griechische  verstanden,  ist  eine  niüssige  Unter- 
suchung (S.  3.^5).  Sehr  ungewiss  ersclieint,  ob  er  nach 
Bologna  gegangen,  um  dort  zu  studieren  (S.  37);  des- 
iileichen  ist  Leon.  Brunis  Angabe  betr.  seiner  Kriegs- 
dienste und  seiner  Theilnalinie  an  der  Schlacht  von 
Camiialdino  durchaus  zweifelhaft.  Sicher  ist  seine  Ehe 
mit  Geninia  Dcpuati  (1295  —  98  abgeschlossen),  sicher, 
dass  diese  ihn  überlebte,  naclidem  sie  ihm  (mindestens) 
vier  Kinder  geboren  liatte.  Dass  die  Ehe  glücklich  war, 
erscheint  fraglich,  ist  aber  nicht  unbedingt  zu  verneinen. 
Dante  war  der  Arte  dei  niedici  e  speziali  (seit  1296) 
beigeschrieben.  Im  öffentlichen  Leben  begegnet  er  uns 
zuerst  am  10.  December  1296,  dann  wieder  am  14.  ]\Iärz 
1297.  Die  Gesandtschaft  nacli  S.  (iemignano  1299  ist 
niciit  erwiesen.  I'nzweifelhaft  aber  ist  Dantes  Priorat 
vom  15.  Juni  bis  15.  August  1300.  Nach  demselben 
hatte  D.  noch  ein  Staatsarat  als  Vorstand  öffentlicher 
Arbeitten,  was  für  seine  architektonischen  Kenntnisse 
beweist.  Die  vierzehn  Gesandtschaften  sind  eine  Erfin- 
dung Filelfos.  Am  H.  April,  am  19.  .luni  und  am  13. 
Se)itember  1301  'consnluil  nel  Consiglio  dei  Ceiitumviri . 
Nach  dem  Einzug  Karls  von  Vahds  (Allerheiligen  13UI) 
wird  der  Dichter  exilirt  (zwei  Sentenzen,  27.  .Tanuar 
1302)    und  dies  Urtheil  mit  Androhung  des  Todes  falls 


'  er  zurückkehre,  wird  bestätigt  am  2.  September  1311 
und  wiedernm  am  6.  November  1315.  Die  Gründe  der 
Verbannung  scheint  Bartoli  am  besten  getroffen  zu  haben 
mit  der  Bemerkung?  'egii  se  oppose  alla  venuta  dl  Carlo, 
e  alle  ingerenze  del  Papa:  egli  fn  nemico  dei  Neri 
tidelinm  devotorum  sancte  Boniane  Ecclesie  .  .  .'  Die 
Opposition  i).'s  gegen  den  \'eisueh  Bonifaz"  \'III..  Florenz 
zu  einer  Provinz  des  Kirchenstaates  zu  machen,  war  so 
ausgesprochen,  dass  die  angebliche  Gesandtschaft  D.'s 
an  den  römischen  Hof  als  Fabel  aufzugeben  ist  (S.  65  —  73). 
1).  trennte  sich  von  den  Genossen  seines  Exils,  wir 
wissen  nicht  weshalb  (S.  77,  gegen  Bartuli).  Von  da 
ab  deckt  tiefes  Dunkel  seine  Geschicke,  (üng  er  1302 
oder  l.'f03  oder  1304  nach  Verona,  so  blieb  er  sicher 
nicht  lange  dort.  Ging  er  nach  Bologna,  so  konnte  das 
nur  zwischen  1304  — 1306  geschehen.  Im  August  1306 
war  er  in  Padua,  im  October  d.  .1.  bei  den  Malaspina 
in  der  Lunigiana;  dass  er  ein  zweites  Mal  dahin  zurück- 
gekehrt, ist  unerweisbar  (S.  92).  Villanis  Angabe,  D. 
sei  zum  Studium  nacli  Paris  gegangen,  mag  zugegeben 
werden  (Vi  senibra  storicamente  accertato);  von  1308 
bis  zu  Heinrichs  VII.  Zug  erscheint  der  Dichter  nirgend 
in  Italien.  Die  Eeise  nach  O.\ford  ist  eine  Erfindung. 
Wovon  D.  im  E.\il  gelebt,  ist  nicht  bekannt.  In  Paris 
wirkte  er  vermuthlich  als  Lehrer  (der  Poesie?  warum 
nicht  auch  als  Arzt?).  Boccaccios  Angabe,  dass  D.  bei 
der  Nachricht  von  Heinrichs  Romfahrt  aus  Frankreich 
nach  Italien  zui-ückkehrtc,  ist  nicht  zu  verwerfen.  Der 
berühmte  Brief  den  der  Dichter  zwischen  1310 — 1311 
universis  et  singulis  Italiae  regibus  et  senatoribns  schrieli. 
ist  W(dil  echt,  nur  Bartoli  bezweifelt  ihn  (der  Referent 
auch).  Sicher,  dass  D.  Heinrich  Vll.  begrüssen  gini;' 
(S.  105),  aber  wo?  vielleicht  in  Asti,  vielleicht  in  Mai- 
land. Unter  dem  Eindruck  dieser  Begegnung  schrieb 
er  den  furchtbaren  Brief  an  die  Florentiner  (1311. 
31.  März),  aus  der  Gegend  des  Arno,  wo,  ist  unsichei- 
(S.  111),  und  am  16.  April  1311  denjenigen  an  K. 
Heinrich  VU.  Von  letzterem  Datum  ab  verliert  sich 
jede  Spur  des  Dichters  bis  1313.  Der  Brief,  den  D. 
als  (iesandter  Guido  Novellos  da  Polenta  aus  Venedig 
(1314)  geschrieben  haben  soll,  ist  eine  Fälschung,  ver- 
muthlich Franc.  Donis  (S.  120);  Schett'er-Boichorst  Aus 
D.'s  Verbannung  S.  151  f.  hält  ihn  noch  für  eclit  (wie 
mir  scheint,  ohne  allen  Grund);  dagegen  ist  der  an  die 
Cardinäle  gerichtete  nicht  zu  bezweifeln  (S.  128;  Villani 
siirieht  von  ihm:  der  Ref.  hält  das  uns  in  dem  ("od. 
Laurentian.  erhaltene  Exemplar  auch  für  einen  Betrug), 
Das  nach  der  Wiederholung  der  Verbannungsedicte 
und  der  Zurückweisung  der  Begnadigung  'Amico  P'loren- 
tino'  gesandte  Schreiben  ist  nicht  über  jeden  Zweifel  an 
seiner  Anthenticität  erhaben  (S,  133),  ja  wahrseheinli<di 
ein  Fabrikat  nach  den  Angaben  des  Boccaccio  (S,  137), 
wie  auch  die  Zurückweisung  der  Oi'azia'  selbst  zweifel- 
haft ist.  Der  in  diese  dunkeln  .fahre  gesetzte  Aufent- 
halt D.'s  in  S.  Croce  di  Fönte  Avellana  (S.  119),  in 
Genua,  Pisa,  Lucca,  Gubbio,  C'olmollaro,  Udine  n.  s.  f. 
gehört  ins  Reich  der  Möglichkeiten:  die  .Angaben  darüber 
—  ')ion  e  altro  che  lavoro  di  fantasia  e  di  congettura' 
(S.  139).  Dass  D,  nm  1316  oder  1317  sich  in  Ravenna 
niederliess,  ist  (in  Bezug  auf  das  Datum,  nicht  auf  das 
feststelieiule  Factum)  eine  einfache,  wenn  auch  ziemlich 
begründete  Hypothese  (S.  145);  dass  er  zwischen  1316 — 
1.317  wieder  in  Verona,  bei  Gau  Grande  della  Scala, 
verweilte,  ist  mit  nichts  zu  beweisen;  doch  soll  der 
zweite    Aufenthalt    in    Verona    nicht    bestritten    werden 


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1891.     Literaturblatt  für  gorraanisclie  und  romanische  Philologie.     Xr.  .3. 


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(S.  14»>).  Dunkel  ist  das  Veiliältniss  Genmias  zu  D. 
niid  der  Kindi-i-  zu  deu  Eltern,  uameiitlicli  in  den  .Jahren, 
wo  einige  der  Kinder  mit  dem  Vater  in  Raveniia  wohnten, 
willirend  die  Mutter  in  Florenz  zurückgeblieben  war 
(S.  140).  Ebenso  ist  es  sehr  tra.!?licli,  ob,  wie  Scheflfer- 
IJdicliorst  vermutliet,  der  Dichter  sich  in  Eavenna  als 
Lehrer  der  Rhetorik  ernährte.  T>ie  Sendung  D.'s  nach 
Venedig  ist  mehr  als  zweifelhaft.  Die  Angaben  über 
seine  körperliche  Erscheinung  sind  wenig  beglaubigt,  ein 
authentisches  Bildniss  D.'s  besitzen  wir  nicht  (S.  155). 
Was  deu  iniiern  Entwicklungsgang  des  Dichters 
anlangt,  so  wissen  wir  über  seine  Erziehnng  im  väter- 
lichen Hanse  nichts  (S.  Uiö).  Geschichtlich  ist  die  Liebe 
zu  einem  Mädchen,  welches  D.  Beatrice  nennt;  ob  das 
ihr  wirklicher  Name  gewesen,  ist  nicht  mehr  festzustellen 
(S.  l(i()  f.).  I)iese  Liebe  war  durchaus  rein;  dass  der 
Dichter  das  Kind  neun  .lahre  lang  nicht  gesehen,  ist 
eine  unbegrüiulete  Annahme.  Als  er  sie,  18  Jahre  alt, 
wiedersieht,  gibt  sie  ihm  jenen  Gruss  wieder,  in  dem  er 
'parve  vedere  tutti  i  termini  della  beatitudine'  (S.  167). 
Die  Folge  dieser  Begegnung  war  die  'visioue  del  cuore 
maiigiato'  (die  erste  Vision  der  Vita  Xuova),  die  natür- 
lich nur  ein  'pretesto  poetico'  ist.  Es  folgt  die  Be- 
gegnung in  der  Kirche,  dann  die  'donna  dello  schermo', 
hinter  welcher  D.  alquanti  mesi  ed  anni  seine  wahre 
Neigung  verbirgt,  was  zur  Folge  hat,  dass  Beatrice  den 
(iruss  verweig-ert,  woiauf  D.  den  donne  dello  schermo 
entsagt.  Weiter  folgt  die  Scene  mit  Beatrice  in  dem 
t'oiivito  nuziale,  worauf  der  L>ichter  beginnt  über  die 
forma  da  tenersi  nachzudeuken  und  zu  dem  'dolce  stü 
nuovo'  seiner  Sonette  übergeht.  In  diese  Zeit  fällt  die 
Veröffentlichung  der  Canzonen,  D.'s  Erkrankung,  der 
Tod  Beatricens,  der  am  9.  Juni  1290  sich  ereignete. 
An  der  Realität  all  dieser  L»iuge  und  Vorgänge  ist  nicht 
zu  zweifeln  (S.  184),  die  Theorie  der  Idealisten'  ist  hier 
entschieden  abzulehnen  (S.  188).  Dass  aber,  wie  fast 
alle  'Realisten'  annahmen,  Beatrice  identisch  sei  mit 
Messer  Folco  Portinaris  Tochter,  der  Gattin  des  Simone 
dei  Bardi,  ist  höchst  unwahrscheinlich;  D.'s  Freundin 
war  sicher  unverheirathet.  Diese  so  sehr  von  ihm  ge- 
liebte, früh  verstorbene  Freundin  verwandelt  sich  allmäUg 
im  Geiste  des  Dichters  zu  einem  Ideal,  einem  himmlischen 
Symbol,  uud  seine  Liebe  selbst  vergeistigt  sich  immer 
mehr  (S.  198  f.);  Beatrice  wird  der  Schutzengel  seiner 
Jünglingsjahre  (S.  200).  In  die  nächsten  Jahre  nach 
Beatricens  Tod  fällt  D.'s  Eintritt  in  den  Franciscaner- 
orden,  der  nach  Butis  Zeugniss  im  14.  Jh.  allgemein 
geglaubt  wurde,  den  zu  leugnen  Scartazzini  keinen  hin- 
länglichen Grund  hiidet.  Ich  nehme  mit  vielen  Andern 
an,  dass  D.  nicht  in  den  Ordert  selbst  eintrat,  sondern 
als  Mitglied  des  Tertiarierordens  in  der  Welt  verblieb. 
Wir  kommen  jetzt  zu  der  Episode  der  Donna  gentile 
der  Vita  Xuova,  in  welche  sich  D.  so  sehr  verliebte  und 
welche  geliebt  zu  haben  er  dann  sich  so  bitter  vorwarf. 
D.  hat  sie  selbst  mehrfach  als  eine  Allegorie  der  Philo- 
sophie erklärt.  Gleichwohl  hält  der  Verf.  an  der  auch 
von  Wegele  und  Böhmer  getheilten  Ansicht  fest,  dass 
die  Donna  gentile  eine  historische  Person  war,  bei  welcher 
der  Dichter  Trost  suchte,  und  er  bleibt  auch  bei  der 
bereits  in  seiner  ersten  Dantebiographie  aufgestellten 
m.  E.  damals  schon  von  Ten  Brink  (in  Reuschs  Theol. 
Ltbl.  1871.  131^  und  neuestens  von  Bartoli  wider- 
legten Ansieht,  dass  die  Donna  gentile  niemand  anders 
als  Gemuia  Donati,  D.'s  spätere  Gattin  sei.  Ich  halte 
das    für    den  schwächsten  Punkt  des  Buches.     Dass  die 


'Via  non  Vera',  in  welche  der  Diehter  sieh  nun  verirrte, 
ein  Leben  der  Sinnlichkeit  wai-,  ist  nicht  zu  erweisen, 
vielmehr  scheinen  die  Verirrungen  desselben  geistiger 
Natur  gewesen  zu  sein.  Die  'Selva  oscura',  in  wel<:lier 
er  sich  zu  Eingang  der  D.  C.  befindet,  ist  der  Irrthum, 
dass  er  in  seinem  Schmerze  ausschliesslich  Trost  und 
Stärke  in  der  Philosophie  gesucht  (S.  2.^4):  die  Wen- 
dung, welche  sein  Geist  (unter  dem  Eindruck  des  .Fnbi- 
läums  von  1.300V)  zum  Studium  der  übernatürlichen  Wahr- 
heit nahm,  bildet  den  Gegenstand  des  ersten  Gesangs 
der  Commedia,  welcher  somit  die  Geschichte  nicht  eines 
Tages,  sondern  einer  Epoche  darstellt  (S.  236).  Den 
von  ihm  eingeschlagenen  Weg  der  'Lupa'  verweist  ihm 
Virgil,  der  ihm  deu  'altro  \äaggio'  beschreibt.  Dass  D. 
in  der  'Selva  oscura'  sich  positiven  Zweifeln  und  dem 
Skepticismus  überliess,  ist  nicht  mit  Sicherheit  zu  er- 
weisen (S.  239);  das  'traviamento'  bestand  aber  jeden- 
falls in  dem  'abbandonarsi  del  tntto  alla  scienza  nmana', 
weun  auch  die  V.  130—141  des  Canto  XXX  im  Pnrga- 
torio  mehr  anzudeuten  scheinen.  In  diesem  zweiten 
Stadium  seiner  Entwicklung  hat  D.  noch  das  'Convivio' 
(um  1208)  geschrieben;  der  Beginn  des  dritten,  der 
Umkehr,  ist  in  die  Zeit  nach  dem  Tode  Heinrichs  VII. 
zu  setzen  (S.  244).  Der  Prozess  dieser  Umkehr  wird 
in  einer  Weise  beschi-ieben,  wie  sie  dem  \'erlaufe  des 
kirchlichen  Bnsswerkes  entspricht  (S.  244),  wie  denn 
überhaupt  an  der  strengkirchlicheu  Gesinnung  des  Dichters 
trotz  seiner  Strafredeu  gegen  die  Missbräuche  der  Curie 
luid  die  Auswüchse  der  weltlichen  Papstherrschaft  kein 
vernünftiger  Zweifel  walten  kann  (S.  246  f.).  'Dante 
e  cattolico,  ma  d'nn  cattolicismo  ideale  e  poetico'. 
Ganz  wohl;  aber  wenn  daran  die  Bemerkung  angeknüpft 
wird;  'il  suo  poema,  rispetto  alla  religione,  significa  il 
sorgere  della  ragione  contro  1'  autoritä",  so  muss  ich  das 
als  ein  Missverständniss  der  dem  Zeitalter  der  grossen 
Scholastiker  eigenen  Auffassung  des  Verhältnisses  von 
Glauben  und  Wissen  bezeichnen.  Unfasslich  ist  auch, 
wie  der  Verf.  S.  248  sagen  kann;  "Dante  fu  1' ultimo 
dei  credenti,  perche  la  religione  aveva  sostanza  per  lui, 
che  r aveva  soUevata  dal  nebbioso  sentimento  alla  serenitä 
deH'intelligenza,  e  1"  aveva  unita  all' arte  nelle  forme 
della  sua  fantasia';  während  derseli)e  sich  S.  249 — 251 
sehr  entschieden  dagegen  verwahrt,  dass  deutsche  Pastoren 
D.  zu  einem  Vorläufer  der  Reformation  machen  wollen. 
Der  religiösen  Umkehr  D.'s  entspricht  der  Uebertritt 
desselben  vom  Guelfenthtim  zum  gemässigten  Ghibellinis- 
mus,  wie  er  zu  Anfang  des  II.  Buches  De  Monarchia 
geschildert  wiiVl  (S.  259)  und  wie  er  wiederum  nur  das 
Resultat  geistiger  Vertiefung  war  (S.  262).  Indessen 
fand  diese  'Conversione  politica'  bereits  gleich  nach 
Beatricens  Tode  (1291)  statt.  ('??) 
j  Der  zweite  Theil  des  Buches  behandelt  D.'s  Werke. 

Xachdem  Sprache,  Poesie  und  Prosa  Italiens  im  13.  Jh. 
besprochen  sind  (S.  269 — 302),  werden  zunächst  die 
lyrischen  Poesien  D.'s  untersucht,  mit  denen  seine  litera- 
rische Lautlahn  beginnt  (S.  302— 313).  Der  Verf.  geht 
dann  zur  "Vita  nuova'  über  (S.  313  f.).  deren  Xoth- 
!  wendigkeit  zum  \'erständniss  des  Dichters  er  hervor- 
I  zuheben  nicht  unterlässt.  Verfasst  \VTirde  das  Buch 
einige  .Jahre  vor  1300,  wie  daraus  hervorgeht,  dass  es 
dem  am  27.  oder  28.  August  1300  verstorbenen  Guido 
Cavalcauti  gewidmet  ist.  Diese  Datü'nng.  welche  auf 
Del  Lungo  (Dino  Comp,  ET,  1,  XXI,  26)  ziuiickgeht, 
ist  sicher,  während  Lubins  Ansatz  'nach  Osteni  1300' 
ganz  willkürlich  ist  (S.  324).     Das  'Convito'  oder  'Con- 


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vivio  ist  eine  Selbstapolofrie,  welclie  D.  schrieb,  zunächst 
Hill  sieh  von  ilem  Vorwurf  zu  reiiiis'eii,  als  sei  er  sinnlichen 
.\nss(lnvi'ilunf?en  lang:e  Zeit  hinjregreben  f^ewesen,  dann  in 
der  .Vbsidit.  Andere  zu  bcliliren  (S.  .-$26  f.).  Der  Titel 
ist  riato  entnommen.  Das  Hudi  ist  1808  geschrieben, 
Wo  wissen  wir  nicht.  Es  blieb  unvollendet,  weil  der 
l>i(litii-  seinen  .Sinn  änderte  und,  in  das  dritte  Stadium 
s.-iner  Entwicklung  einjretreten,  das  Couvivio  nicht  fort- 
setzen konnte;  statt  dessen  schrieb  er  die  Retractation 
in  der  Commedia  III.  87  ff.  (S.  337).  Das  Buch  'De 
\uljrari  Elocjuentia'.  welches  sich  mit  dem  Couvivio'  nielir- 
iMcli  bfiiihrt,  wurde  vor  1309  verfasst  (S.  355):  'De 
Mduarchia'  ist  ein  unzweifelhaft  echtes  Werk  des  Dichters, 
liei  welchem  ihm  namentlich  an  dem  Gegenstand  des  8. 
IJuclies,  den  Beziehungen  von  Staat  und  Kirche,  gelegen 
war  (S.  3li3  f.)  und  wobei  die  unmittelbare  Einsetzung 
des  Kaiserthnms  durch  Gott  den  Hauptvorwurf  bildet 
(S.  o()7  f.).  ^\■a^M  das  Werk  entstand,  ist  nicht  mit 
(iewissheit  festzustellen.  Manche  Ai'guniente  sprechen 
dafür,  dass  es  vor  der  Exilirung  verfasst,  andere,  dass 
es  nach  derselben  geschrieben  wurde  (S.  373  f.). 

Dass  D.  zahlreiche  Briefe  geschrieben,  kann  nicht 
bezweifelt  werden.  Die  Frage  ist  nur,  was  von  den 
auf  uns  gekommenen  als  echt  zu  behalten  ist.  Als  solche 
liezeir-liuet  Scartazzini  nur  diejenigen  an  die  Fürsten 
und  Völki  I-  Italiens,  an  die  Florentiner,  an  Heinrich  VII., 
an  die  italleiiisclien  Cardinäle ;  zweitelhaft  sind  ihm  die 
Briefe  au  den  Cardinal  von  Prato,  an  Moroello  Malaspina 
(ich  halte  diesen  für  unecht),  an  den  Florentiner  Freund 
('veemente  sosi)etto  di  falsiticazioiie'),  an  Can  Grande 
(dessen  Echtlifii  auch  ich  nicht  annehmen  kann).  Uu- 
zweitelliaft  gefälsdit  erscheinen  Sc.  ausser  den  von  dem 
Cod.  ^'atic.  gebotenen  drei  Schreiben  an  Marglierita  di 
Brabante  der  Brief  an  Uberto  e  Guido  conti  di  Eomena, 
an  Cino  da  Pistoja,  an  Guido  da  Polenta  (S.  381  &.). 
.\pokryph  sind  ferner  viele  der  'Rime',  indessen  'oggidi 
la  ciitica  non  e  peranco  in  grado  di  sentenziare  detiniti- 
vamenfe  ijuali  siano  autenticho  e  (juali  non'.  Zu  diesen 
:ipoki-yplien  (iediehten  sind  wahrscheinlich  zu  zählen  die 
-iel)en  l!uss])salnien  und  das  Credo;  sicher  unecht  sind 
die  'Laude  in  onore  di  Xostra  Donna',  das  'Xuovo  Credo 
di  Dante',  das  "Carme  lirico'  über  das  Exil  und  die  Ab- 
liandlung  'Quaestio  floruleuta  ac  perutilis  de  duobus 
ilemeutis  .-\(|nae  et  Terrae  tractans'  etc.,  welche  Man- 
liedo  da  Miinteferrato  1508  zu  Venedig  herausgab 
und  Welche  noch  mein  Freund  Sto)ppani,  dessen  plötz- 
lichen Hingang  wir  vor  wenigen  Wochen  beklagt  haben, 
als  ein  höchst  merkwürdiges  Document,  als  eineu  Beweis 
für  Dantes  tiefe  Einsicht  in  die  Naturgesetze  ansah,  so 
dass  er  als  Voi'läufei'  Leonardo  da  Vincis  anzusehen 
wäre.  Leider  kann  nicht  zweifelhaft  sein,  dass  die 
i^uaestio  iiielit  von  I).  herrührt,  sondern  eine  Fälschung 
aus   der  Zeit    Leonardos  selbst  ist   (S.   415). 

Die  erste  Idee  der  D.  C.  hatte  1).  in  seinen  jungen 
Jahren  und  es  handelte  sich  zunächst  um  eine  Glorifl- 
cation  Beatricens  (S.  418).  Die  Verwirklichung  der 
Idee  wurde  indessen  hinausgescludjen  (S.  418  f.).  Dann 
erweiterte  siih  der  Plan,  die  urspiüngliclie  .\bsi(  lit  trat 
zurück,  und  als  Haujitzweck  schwebte  dem  Dichter  nun- 
nielir  vor  dem  sündigen  Menschen  und  der  gesummten 
Menschheit  den  Weg  des  Heiles  aufzuweisen  (.8.  420). 
I»ie  D.  C.  konnte  dabei  erst  einige  Zeit  nach  dem  Cou- 
vivio und  der  Vulgare  Elo(|Uenza  begonnen  sein:  die 
berühmte  Stelle  vom  Veltro  kann,  wenn  in  letzterm 
Can  Grande  zu  sehen  ist,  nicht  vor  Heinrichs  VII.  Tod 


geschrieben  worden  sein  (ebd.);  der  Canto  XIX  des 
Inferno  konnte  erst  nach  Clemens  V.  Tod,  also  nach 
dem  20.  April  1814,  entstellen.  Die  Entstehung  der 
Commedia  ist  mit  Wahrscheinlichkeit  zwischen  1.818  — 
1821  zu  setzen  (S.  422).  Sie  ist  das  Document  des 
dritten  Stadiums  in  D.'s  Entwicklung,  wie  die  'Vita 
nuova'  das  des  ersten,  'Couvivio'  und  'Volg.  Eloq.'  das 
des  zweiten.  Der  Dichter  setzt  aber  seine  'Vision'  ins 
Jahr  1300,  weil  dies  das  Jahr  seiner  beginnenden  Er- 
hebung aus  der  'Verirrung'  war.  Der  Brief  des  Frate 
llario.  Welcher  alle  drei  Cantiche  der  D.  C.  1308  be- 
endigt sein  lässt,  ist  eine  dreiste  Fälschung  (S.  429). 
Der  Plan  der  D.  C.  scheint  von  Anfang  festgestellt  und 
auf  100  Gesänge  berechnet  worden  zu  sein;  die  Ent- 
stehung der  einzelnen  Theile  des  Gedichtes  und  der 
einzelnen  topographischen  Schilderungen  wird  au  ver- 
schiedenen Orten  und  zu  sehr  verschiedenen  Zeiten  vor 
sich  gegangen  sein  (^S.  427),  nachdem  die  ^laterialieu 
viele  .fahre  hindur<ii  gesammelt  worden  (S.  4210.  Füi' 
sie  wurden  die  hl.  Schrift  und  die  Väter,  die  Scholastiker 
und  Mystiker  des  Mittelaltei-s,  die  griechischen  und  latei- 
nischen Philosoi)hen  und  Dichter,  bes.  Ovid,  Statins, 
Lncauus  und  Virgil,  herangezogen.  Auch  die  äussere 
Form  schliesst  sich  an  Vorbilder  an:  D.  musste,  sich  an 
die  geistlichen  Spiele  und  an  die  dem  mittelalterlichen 
Bewusstsein  geläutigen  Visionen'  ähnlicher  Art  anlehnen. 
Er  ist  darum  als  Dichter  nicht  weniger  originell  denn 
RaiK'ael  als  Maler. 

Das  grosse  Gedicht  D.'s  wurde  von  ihm  selbst 
'Commedia'  betitelt;  der  Zusatz  'divina'  erscheint  zum 
ersten  Mal  auf  dem  Frontispiz  der  .Ausgabe  Didces 
(Venedig,  (üolito,  155.")).  Die  Bezeichnung  hat  den 
Sinn,  welchen  bei  den  Italienern  'Connnedia'  d.  i.  Dar- 
stellung mit  fröhlichem  Ausgang  im  Gegensatz  zur  'alta 
tragedia'  hat  (S.  43ti).  Die  Architektur  der  drei  in 
dem  Gedicht  geschilderten  AVelteu  entspricht  der  kii-ch- 
licheu  Lehre  und  den  geographischen  und  astronomischen 
Vorstellungen  der  Zeit.  Zur  Erklärung  sind  die  .An- 
schauungen über  die  Zahlensymbolik  des  Mittelalters 
herbeizuziehen.  Sie  spielt  auch  in  den  bestimmt  abge- 
messenen und  sich  entsprechenden  Verszalilen  der  D.  C. 
ihre  Rolle  (S.  441).  Sc.  schildert  dann  den  Bau  der 
einzelnen  Cerchi  in  Inferno  und  Purgatorio  und  des 
Sündensysti'uis  unter  Hinweisung  auf  des  Herzogs  von 
Caetani-Sermoneta  .Arbeit  als  auf  das  beste  Hilfsmittel 
in  dieser  Richtung  (S.  451).  Er  gibt  dann  eine  l'eber- 
sicht  der  ganzen  Reise  D.'s  durch  die  drei  Reiche 
(S.  452— 4(il)  und  kehrt  sofort  zu  den  für  die  Gesammt- 
auffassung massgi'benden  zwei  ersten  (lesiingen  des  Inferno 
zurück  (S.  4<i2).  Es  wird  hervorgehoben,  dass  die  älteren 
Erklärer  in  auftallemler  Uebereinstimnunig  alle  den  speeiell 
religiösen  Charaktei'  der  D.  C.  festlialteu,  dass  sie  säniiut- 
lich  in  Dante  den  'uomo  peccatore  smarrito  nella  sidva 
dei  vizi'  sehen,  der  sich  aus  diesem  Zustand  nur  durch 
das  Zuhiltekommen  der  Gnade  befreien  kann;  dass  sie 
alle  dementsprechend  in  den  drei  Thiereii  des  Einganges 
die  Allegorien  der  drei  llauptsünden  (.Augenlust,  Fleisdies- 
lust,  Iloftart  des  Lebens),  bezw.  Fleisch.  Welt  und  Teufel, 
ei'blicken.  Die  Annahme  eines  iiDliliscIien  Zweckes  be- 
ginnt mit  Dionisi,  wird  von  Marcliefti  (I8lil  —  24) 
hauiitsächlich  ausgebildet  und  entwickelt  sich  unter  den 
Händen  Rossettis  und  .Ai-onx'  zur  .Absurdität  (S.  4li4). 
Die  'Selvosa  e  deserta  valle'  wird  liier  zu  des  Dichters 
Elend  im  Exil,  der  'dilettoso  monti^'  ist  der  gewünschte 
Friede    mit   der  Heimath,    'lonza,    leune    und    lup.i'    sind 


07 


(Wt|       tjiti'intuililatt  für  ^urimtiiiHi'lio  iiirl   roiiKiiiiaohe  Philolo^'in.     Nr.  3. 


98 


ilif  ihm  ent^eg'enstelienden  politischen  Sfächte  Florenz, 
Fianki-eitli,  Rom.  Die  ü.  C.  wäre  dann  nicht  die  Epopöe 
dir  Erlösnng:,  sondern  dei'  'canto  imperiale  contro  il 
pa|)atu'.  Jiit  der  weitaus  grössten  Zalil  der  modernen 
Iiiteiiireten  liält  Scartazzini  unentwegt  an  dem  religiü.s- 
moralisihen  Cliaral^ter  der  C.  fest,  und  sieht  in  Dante 
"il  singülo  individuo  che  percorre  per  la  propria  sua 
persona  la  via  delhi  salvazione,  ed  e  nello  stesso  tempo 
Tuomo,  che  dal  peccato  si  pnrifico  e  dallo  stato  di 
perdizione  sale  allo  stato  di  grazia'  (S.  470).  Die  Details 
des  Eingangsg:e«anges  werden  dann  auf  Grund  der 
bibliseliiii  Symbolik  untersucht.  Der  Wald  ist  Sc.  das 
sündhafte  Leben,  die  Thiere  können  also,  meint  er,  nicht 
die  Sünden  selbst  sein,  da  sie  ausserhalb  des  Waldes 
erscheinen,  er  sieht  daher  (mit  Beizieliung  entsprechender 
bildlicher  Sciiriftstellen)  in  der  Lonza  den  Unglauben, 
im  Löwen  den  Stolz,  in  der  Wöltin  die  falschen  Doctrinen 
(wozu  zu  vergl.  Inferno  X,  15).  Hier  scheint  mir  ein 
Fehler  in  der  Argumentation  vorzuliegen.  Die  'Selva' 
ist  sicher  die  'vita  peccaminosa',  aber  dessen  ungeachtet 
können  die  Thiere  als  Allegorien  der  drei  Hauptleiden- 
scliaften  ausser  des  Waldes  gesetzt  werden,  indem  sich 
der  Dichter  diesen  drei  objectivirten  Mächten  gegenüber 
erblickt.  Ich  will  damit  nicht  gesagt  haben,  dass  die 
Ausdeutung  der  Thiere  als  Unglaube  —  Stolz  —  falsche 
Doctrin  durchaus  abzulehnen  sei.  Ganz  einverstanden  bin 
ich  mit  Sc.  in  der  erweiterten  r»eutung  des  Dicliters  als  Re- 
präsentanten der  Jlenschheit;  aber  ich  bin  der  sichern 
Ueberzengung,  dass  der  von  D.  selbst  in  seiner  Berechtigung 
anerkannte  anagogische  Sinn  zu  der  Auslegung  führt, 
dass  ausser  dem  Individuum  die  Gesellschaft,  und  zwar 
die  im  Christenthum  organisirte  Gesellschaft  gemeint  ist. 
Und  hier  ist  der  Uebergang  zu  der  nur  in  diesem  Sinne 
zulässigen  kirchen]iolitischeu  Erklärung  der  D.  C:  die 
christliche  Gesellschaft  oder  die  in  der  Kirche  organisirte 
Menschheit  kann  ihre  Rettung  nur  finden  gerade  so  wie 
das  Individuum,  indem  sie  den  Kampf  aufnimmt  mit  den 
drei  Thieren.  Die  Ausdeutung  des  Yeltro  hängt  damit 
aufs  engste  zusammen.  Die  politischen  Phantasien  der 
Rossetti  u.  s.  w.  werden  von  Sc.  gewiss  mit  vollem  Recht 
bei  Seite  geschoben,  aber  das  Eintreten  eines  politischen 
Elementes  scheint  ihm  doch  möglich:  'non  ha  nn  senso 
politico  il  famoso  vaticimo  del  veltroV  Non  sappiamo 
dare  risposta  piecisa,  certa  a  tale  domanda  .  .  .'  Und : 
'da  chi  sperava  I'ante  che  egli  a\Tebbe  sradicata  e  distrutta 
ovunqne  la  falsa  dottrina?  E  la  risposta  a  tale  domanda V 
La  D.  C  ha  enimmi  che  aspettano  ancor  sempre  il  loro 
Edipo'  (S.  477).  Im  Commeutar  hat  sich  Sc.  (I,  H)  für 
Can  Grande  als  Veltro  entschieden;  aber  die  Auslassungen 
II,  802 — 817  und  hier  zeigen,  dass  ihn  diese  Inter- 
pretation doch  nicht  völlig  befriedigt.  Ich  bedauere, 
dass  er  auf  den  Gegenstand  im  Zusammenhang  der 
Prolegomena  nicht  näher  eingegangen  und  u.  a.  Dol- 
lingers    Dante  als  Proi>het'  nicht  erörtert  hat. 

Im  Verlauf  der  Darstellung  gelaugt  Sc.  zur  Unter- 
suchung des  Inferno  der  D.  C,  der  Kategorien  der 
Sünden  und  Sündenstrafen  (S.  479  ff.),  wobei  er  Stellung 
gegen  diejenige  Antfassnng  nimmt,  welche  im  Inferno 
D.'s  mir  ein  Symbol  des  Seelenzustandes  des  Sünders 
sieht,  während  auch  eine  .Schilderung  der  Ewigkeit  darin 
zu  suchen  ist  (S.  482).  Im  Purgatorio  und  Paradiso 
mischen  sich  die  beiden  Elemente,  das  individuelle  und 
das  nniverse'lle  so,  dass  die  Unterscheidung  oft  schwierig 
wird,  indem  gezeigt  wird,  wie  neben  dem  individuellen 
Reinigungsprozess  Gott  die  Heilung  der  Jlenschheit  durch 


Kaiserthnm  und  Kirche  bewerkstelligt  (S.  485).  Es 
werden  dann  die  Bewohner  der  drei  Reiche  besprochen 
und  natüilicli  auf  die  vielen  Räthsel  hingewiesen,  denen 
wii-  hier  gegenüberstehen  und  die  sich  keineswegs  alle 
durch  die  Annahme  lösen,  dass  der  Dichter,  wie  Im- 
briaui  meint,  überall,  wo  er  Zeitgenossen  nennt,  nur 
Motiven  des  Hasses  oder  des  \\'olilwollens  folgte.  Sc. 
constatirt,  dass  D.'s  System  in  Bezug  auf  die  Auswahl 
der  genannten  Personen  noch  zu  untersuchen  bleibt 
(S.  494).  Er  behandelt  dann  (S.  494  f.)  die  Hüter  der 
Hölle  und  des  Fegfeuers  und  die  Gründe,  weshalb  das 
Paradies  keine  Custodeu  hat ;  weiter  die  Führer  (S.  50 1  ft".), 
wo  er  das  Programm  der  D.  C.  und  den  Sdilüssel  zum 
Verständniss  des  ganzen  Gedichtes  in  den  AVorten  der 
'Monarchia'  (III,  15)  findet:  'duos  tines  Providentia  illa 
inenarribilis  homini  posuit  intendendos,  beatitudinem  scilicet 
huius  vitae,  quae  in  operatione  propriae  virtutis  con- 
sistit,  et  per  terrestrem  Paradisum  figuratui';  et  beati- 
tudinem vitae  aeternae  .  .  .  quae  per  Paradisum  coelesiem 

intelligi    datur Propter    quod    opus    fuit    homini 

duplici  directivo.  secundum  duplicem  tinem:  scilicet  sunimo 
Pontilice,  qui  secundum  revelata  humanuni  genus  per- 
duceret  ad  vitam  aeternam;  et  Iniperatore,  qui  secundum 
philosophica  docnmenta  genus  humanum  ad  temporalem 
felicitatem  dirigeret".  Scartazzini  erklärt  demgemäss 
Virgil  als  Symbol  oder  Personifikation  der  kaiserlichen, 
Beatrice  als  solche  der  kirchlichen  Autorität. 

Man  kann  sehr  wohl  anerkennen,  dass  in  dem  be- 
regten Passus  der  'Monarchia  die  Grundlage  der  Dan- 
teschen  Anschauung  gegeben  ist,  ohne  darum  von  der 
traditionellen  Auffassnng  abzugehen,  dass  Virgil  das  Licht 
der  Vernunftwissenschaft  (mit  Einschluss  der  natürlichen, 
staatlichen  Ordnung  der  Dinge  dieser  Welt),  Beatrice 
das  übernatürliche  Licht  der  göttlichen  Wissenschaft  und 
Gnade,  sagen  wir,  die  Theologie  repräsentirt.  Sicher 
ist,  dass  die  Anschauungen  der  Monarchia  in  den  langen 
Jahren,  ehe  die  Commedia  abgeschlossen  wnrde,  eine 
staike  Umwandlung  in  des  Dichters  Geiste  erfuhren. 
Dann  aber  scheitelt  die  Sc. 'sehe  Erklärung  an  mehr  als 
einer  Klippe,  ebenso  wie  die  kürzlich  wieder  aufgenom- 
mene Ansicht,  welche  in  Beatrice  die  Kirche  selbst  er- 
blickt. Die  Kirche  ist  zweifellos  in  dem  Wagen  dar- 
gestellt; sie  kann  daher  nicht  in  Beatrice  gemeint  sein. 
Beatrice  wird  schliesslich  in  ihrem  Geschäfte  abgelöst 
durch  die  Beschauung  (repräsentirt  durch  "'S.  Bernhard); 
das  ist  ganz  richtig,  wenn  Beatrice  =  der  theologischen 
Wissenschaft  ist,  welche  schliesslich  der  Anschauung- 
Gottes  Platz  macht;  und  so  entspricht  es  den  Angaben 
des  Bonaventnraschen  Itinerarium  nientis  ad  Denm,  das 
D.  sicher  bekannt  war  und  wohl  weit  mehr  Einfluss  auf 
ihn  geübt  hat,  als  bisher  meist  angenommen  wurde. 
Weiter  hei'rscht  und  führt  die  Kirche  bloss  in  statu 
viatoris,  d.  h.  sie  hört  im  Jenseits  auf,  wo  die  Apokalypse 
keinen  Tempel  mehr  sieht;  sie  kann  darum  nicht  von 
der  Contemplation  abgelöst  werden,  und  es  miiss  die 
Ausdeutung  darauf  verzichten,  in  Virgil  und  Beatrice  die 
Repräsentanten  der  staatlichen  und  kirchlichen  Ordnung 
zu  sehen:  es  kann  sich  hier  nur  um  Wege  der  Er- 
kenntniss  und  die  Seelenführung  handeln.  Ich  er- 
laube mir  —  zum  ersten  Male  m.  AV.  —  darauf  hin- 
zuweisen, dass  auch  hier  D.  sich  —  wie  sich  das  in 
einem  populär  sein  wollenden  Gedichte  von  selbst  ver- 
stand —  gerade  so  wie  Ralfael  in  seiner  Camera  della 
Segnatura  an  längst  in  die  Autfassung  der  Zeit  einge- 
bürgerte Vorstellungen  anschloss:  des  Dichters  Ideal weib. 


99 


1891.     LitcriiturbUtt  für  j^eriunuisclie  uinl  rünianisclie  i'hitulogiv.     Nr.  3. 


100 


Beatrice,  ist  nur  die  Aufnalinie  der  Lelirerin  hiiiimlischer 
Weislii-it.  wie  sie  uns  in  gewissen  imtrisliselien  Werken 
—  ieli  nenne  nur  des  lil.  Gregorius  Tiiauninturgns  Expos. 
Fidei  und  die  ^liniatur  des  Cnd.  Kossanus  -  entgegen- 
tritt. Ich  horte  ein  anderes  >Ial  und  an  einem  andern 
Orte  aus/.ut'iijiren,  wie  alle  anderen  Deutungen  üeatrieens 
sich  damit  erledigen. 

I>ie  letzten  beiden  Abschnitte  des  Üuclies  geben 
eine  kurze  Tebersicht  über  die  Haudschril'ten  D.'s,  die 
bis  jetzt  gemachten  Versuche,  das  Verhiiltniss  deiselben 
zu  bestimmen  {.Arbeiten  Taubers,  lioores  etc.)  und 
dem  Originaltext  des  Dichtei-s  nahe  zu  kommen:  dann 
der  .Ausgaben  (es  sind  deren  im  (ianzen  etwa  .'550,  wo- 
von 1.5  ins  1.5..  .■)<)  ins  Ifi.,  :]  ins  17..  31  ins  18.  und 
250  ins  19.  .111.  fallen!  Die  erste  .\nsgabe  ist  die  von 
1472,  mit  der  .\ldiua  von  1502  beginnt  die  sog.  Vul- 
gata),  unter  denen  diejenige  Wittes  (1862)  als  erster 
'Versuch'  einer  kiitisclien  Edition  aneikannt  wird,  wührend 
für  den  Handgeljraudi  die  Passiglisclie  (Prato  1847 — 52) 
empfohlen  wird  (.">.  522).  Es  werden  dann  die  Commeu- 
tatoren  iilteier  und  neuerer  Zeit  besiinuhen  (S.  523  ft'.), 
an  der  Authenticitiit  der  Jacopo  D.'s  Sohn  zugeschriebenen 
Chiüse  (1323)  ernstlich  gezweifelt,  nicht  aber  an  der 
Echtheit  des  dem  andern  Sohne  D.'s,  Pieti-o,  zugeschrie- 
benen ronnnentars  (v.  1340).  l'nter  den  deutschen  Er- 
klärern  werden  Pliilalethes  und  Witte  als  die  besten 
anerkannt.  Scartazzini  kommt  dann  zu  den  Ueber- 
setzuiigen,  deren  wichtigere  angeführt  und  kurz  gewür- 
digt werden  (untei-  den  französischen  ist  liier  auttallender 
AVeise  diejenige  Lamennais'  übersehen,  von  welcher 
eine  neue  .Ausgabe.  Paris  1883,  vorliegt).  Endlich  wird 
in  einem  Scliluss|)aragraplien  über  die  Illustratoren,  Nach- 
ahmer und  llewundeier  D.'s  gesjiroclien  und  der  Einfluss 
Dantes  auf  die  Kultur  Eur(]pas  kurz  angedeutet.  Die 
Ausführungen  über  die  in  den  Handschriften  der  D.  C. 
enthaltenen  Illustrationen,  wie  über  die  durch  D.  an- 
geregten Knnstschöpfungen  enthalten  gewiss  manche 
sdiatzenswerthe  Xotiz,  sie  sind  aber  vielfach  unvollstän- 
dig (so  scheinen  Sc.  wie  den  meisten  andern  Daiite- 
freuiulen  Luca  Signorellis  Wandbilder  in  der  Sacra- 
mentskaiielle  zu  Orvieto  unbekannt  geblieben  zu  sein  — 
ich  beabsichtige  sie  demnächst  heiauszugeben ;  weiter 
spricht  er  zw'ar  von  Botticellis  Illustrationen,  wie  sie 
in  Landinos  Ausgabe  von  1481  beigegeben  sind,  schweigt 
aber  ganz  von  der  jetzt  in  Berlin  bewahrten  Handschrift 
des  Sandro  Botticelli  und  deren  prächtiger  Ausgabe). 

Ich  schliesse  damit  die  Analyse  eines  Werkes,  welches. 
Alles  in  Allem  betiachtet,  sicher  als  die  beste,  vollstän- 
digste und  zuverlässigste  Einleitung  in  die  D.  C.  zu  be- 
zeichnen ist.  Man  kann,  im  Interesse  deutscher  Leser, 
bedauern,  dass  es  nicht  in  deutscher  Sprache  vei'fasst 
ist.  Anderseits  hat  der  Verf.  der  wissenschaftlichen 
Forschung  sicher  einen  Dienst  erwiesen,  indem  er  sich 
des  italienischen  Idioms  bediente  «nd  damit  sein  Werk 
zu  einem  höchst  nützlichen  und  bequemen  Mittel  des 
internationalen  Austausches  gemacht  hat. 

In  den  früheren  Schriften  Scartazziuis  ist  die  Herb- 
heit seiner  Polemik  und  die  Kücksiclitslosigkeit  .seiner 
Sprache  und  seiner  Beurtheiluuf  fremder  Leistungen  oft 
beklagt  worden.  In  dem  vorliegeiulen  Bande  hat  sich 
der  Xi-rf,  der  I'olemik  ferner  gejialten  und  nur  wenige 
scharfe  Ausfülle  sind  zu  verzeichnen  (so  öfter  gegen 
Giuliani,  S.  311.  405.  515.  51!».  520:  gegen  Lubin 
S.   324).    die    man    bedauern    kann,    denen    icli    aber  die 


sacliliclie  Berechtigung  im  .Allgemeinen  nidit  absprechen 
möchte. 

Freiburg  i.  B.  Fr.  X.  Kraus. 


St  II  der,  Jnlius,  Walliser  und  Walser,  eine  ibuisclic 
Sprnrbvorsoliicbuiig.    Zürich.  F.  Scluiltliess  in  Cnmiii.    I.SSli. 

Der  A'erfasser  sucht  in  dem  sehr  hübsoli  geschriebenen 
und  lesenswcrthen  Büchelchen  von  56  Seiten  klein  0(  tav. 
das  oft'enbar  bis  jetzt  nur  sehr  wenig  Beachtung  gefunden 
hat.  ..eine  der  bedeutendsten  Sprachverschiebungeu  in 
den  Alpen,  die  AVanderungeu  dei  deutschen  Walliser 
und  Walser  zu  schildern.  Seine  Arbeit  ist  freilich  weniger 
hei'vorgegangen  aus  den  Erfahrungen,  Beobachtungen 
und  Bekanntschaften  auf  selbst  erlebten  Touren,  ans 
eigenen  Schlüssen  und  Vermuthungen,  als  vielmehr  aus 
einer  allerdings  bis  jetzt  nicht  bestehenden  Zus.immen- 
stellung  vo?i  Studien,  die  er  aus  einer  Fülle  wissen- 
schaftlicher Werke,  aus  tnxkenen  historischen  Quellen, 
sowie    aus   frischen  Reisebeschreibungen  geschö])ft  hat." 

Er  theilt  uns  ziemlich  vollständig  die  wissenschaft- 
liche Entdeckmigsgeschichte  der  deutschen  Sprachinseln 
und  -Halbinseln  im  Süden  der  Walliser  Alpen,  also  be- 
sonders in  den  Südthälern  des  Monterosastockes  unil  im 
Tosathal  mit,  gibt  eine  kurze  Darstellung  der  Zustände 
in  diesen  tiemeiuden,  bespricht  die  Mundarten  und  ihre 
A'^erschiedenheiten  und  bezeichnet  dieselben  nach  mit- 
getheilten  Spracliproben  als  ländliche  A'arianten  des  Alt- 
hochdeutschen, das  sich  in  jenen  abgelegenen  Thälern 
fast  unverändert  erhalten  hat.  Da  die  .Mundarten  un- 
bedingt auf  A'erwandtschaften  mit  Oberwallis  hinweisen, 
so  entscheidet  sich  der  Verfasser  zur  Erklärung  jener 
interessanten  südlichsten  Theile  des  deutschen  Sprach- 
gebietes für  eine  Kolonisation  aus  dem  deutschen  Wallis, 
für  Welche  auch  die  historischen  Belege  beigebracht 
werden,  denen  zu  Folge  jene  Kolonisten  auf  (iruml 
dynastischer  und  lehensrechtiicher  Beziehungen  im  11., 
12.  und  13.  .Tahrhundeit  von  Nord  nach  Süd  ausge- 
wandert sind. 

IMe  deutschen  Oberwalliser  —  mit  grösster  Wahr- 
scheinlichkeit nichtromanisirte  Burgunder  — ,  die  wir 
auch  in  den  Thälern  der  Kauder.  Lütschine  und  obern 
.Aare  des  nördlich  angrenzenden  Berner  (iebietes  finden, 
die  ferner  über  die  Fui'ka  und  Oberalp  nach  Osten,  nach 
Graubünden,  Liechtenstein,  A'orarlberg  und  AVesttirol 
gewandert  sind,  wo  wir  sie  als  „freie,  deutsche  AValser- 
leute''  antretfen,  haben  sich  überall,  wohin  sie  kamen, 
als  tüchtige,  ansdauei'ude  Kolonisten  erwiesen,  welche 
trotz  ihrer  geringen  Zahl  nml  ihrer  Stammes-  und  oft 
auch  sprachfrenulen  Umgebung  Bauart,  Tracht,  Sitte  un<l 
Sprache  lange  bewahrten,  vielfach  bis  auf  unsere  Tage 
herab, 

A'on  diesen  deutschen  Burgunder-Resten  sind  weitaus 
die  interessantesten  diejenigen  im  Süden  der  Al))en,  in 
Piemont.  Referent,  der  im  .August  1890  die  deutschen 
Sprachinseln  im  Tosa-,  Anzasca-,  Sesia-  und  Lysthal 
besuchte,  kann  bestätigen,  dass  Studers  Darstellmigen 
durchweg  das  Richtige  treffen,  wenn  auch  einige  kleine 
Ungenauigkeiten  mit  unteiiaufen,  die  eben  erklärlich 
sind,  weil  der  A'^erfasser  nur  ans  fremden,  zum  Theil 
nicht  ganz  neuen  Quellen  schöpfte.  So  ist  z.  B.  die 
Kirchensprache  nirgends  mehr  deutsch ;  in  allen  in  Frage 
steheuilen  Gemeinden  ist  sie  italiiMiisch.  nur  in  (ire.ssoney 
französisch.  Letzteres  nuiss  daium  geradezu  als  diei- 
spiacliig  bezeichnet  werden.  Gressoney  ist  auch  das 
einzige  Thal,  dessen  Schule  nicht  rein  italienisdi.  sondern 


101 


1891.     [iiternturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  3. 


102 


itnlitiiiscli  iiiid  deutsch  ist,  was  alk-idiiiKs  i«"'  der  ganz 
besdiulein  Tiicliti^keit  und  Energie  dtr  heivoiiagend 
gebildeten  Bewolmei-  verdankt  weiden  muss  und  Slülie 
und  Käinide  genug  verursaeht.  Trotz  soklier  kleiner 
I  iirielitigkeiten  verdient  Studers  Büchlein  Beachtung 
und  ist  Allen,  welche  sich  um  die  südlichsten  Verspreng- 
linge  unseres  \'olksthums  innerhalb  des  Alpengebietes 
interessiren,  zur  Leetüre  zu  enipfehlen,  da  es  iu  abge- 
ruiuleter  und  vollständiger  Weise  über  alle  wissens- 
wertheu Verhältnisse  derselben  Aufschluss  gibt. 
Freiburg  i.  B.  L.  Neumann. 

Zf  i  t  sc  Ii  r  ift  c  ii. 
Ai-chiv  f.  das  Studium  der  neuem  Sprachen  u.  Litera- 
turen LXX.N.V,  J.  u.  3  (Nachtrag  zu  Ltbl.  Sp.  29):  A. 
IJöring,  Alex.  Lauen.stein  u.  Kurt  Grottewltz.  Sonnenauf- 
gang! Die  Zukunt'tsbahnen  der  neuen  Dichtung.  —  K. 
\V  e  i  n  h  o  1  d  ,  Paul  Steinhäuser,  Wernhers  Marienleben  in 
seinem  Verliäitniss  zum  Libcr  de  infantia  sanctse  Mariae  et 
Chri.sti  salvatoris  nebst  einem  metrischen  Anhange.  —  D  e  r  s. , 
Wenzel  Horäk,  Die  Entwickelung  der  Sprache  Hallers.  — 
.\.t\.  Müller,  English  Svntax.  Translated  from  the  , Gram- 
matik der  englischen  Sprache'"  by  Dr.  F.  W.  Gesenius.  — 
Ders. ,  Echo  of  the  Spoken  English.  First  Part:  Children's 
Talk  by  R.  Shindler.  M.  A.,  London;  Derselbe  Text  mit 
einer  vollständigen  ileutschen  üebersetzung  von  Dr.  phil. 
F.  IJoüch-Arkussy.  —  Emil  Penn  er,  A  Simplified  System 
of  English  Stenography,  by  G.Michaelis.  -^  Ad.  Müller, 
M.  Seamer.  Sliakspere's  Stories  für  Schulen  bearbeitet  und 
mit  .\nmerkungen  Ter.«elien.  Von  Dr.  Heinr.  Saure.  —  J.  Z., 
The  Compleat  English  Gentleman.  By  Daniel  Defoe.  —  H. 
Br  esslau,  A  History  of  the  Four  Georges.  By  Justin 
McCarthy.  —  Julius  Zupitza.  ünder  Salisbury  Spire  in 
the  Days  of  George  Herbert,  the  Recollections  of  M«gda- 
lenc  Wydville.  By  Emma  Marshall.  —  Ders.,  A  Waif  of 
the  Plains  by  Bret  Harte.  —  Ders.,  Syriin  by  Ouida.  — 
Ders.,  The  ßlack-Büx  Murder.  By  the  Man  who  discovered 
the  Murderer.  —  Ders.,  A  Daughter's  Sacrifice.  A  Xovel. 
By  F.  C.  Philips  and  Percy  Fendall.  —  Ders.",  The  Bond- 
nian.  A  New  Saga.  By  Hall  Caine.  —  J.  Z.,  Piain  Tales 
from  the  Hills.  By  Rudyard  Kipling.  —  J.  Z.,  The  Sin  of 
Joost  Avelingh.  A  Dutch  St/ry.  By  Maarten  Maartens.  — 
J.  Z.,  Donovan:  a  Modern  Englishman.  A  Novel  by  Edna 
Lyall.  —  J.  Z.,  In  Thoughtland  and  in  Dreamland.  By  Elsa 
D'Esterre-Keeling.  —  J.  Z.,  The  Rajah's  Hcir.  .K  Xovel.  — 
J.  Z.,  Beatrice.  A  Novel.  By  H.  Rider  Haggard.  —  J.  Z., 
The  Duke's  Daughter.  By  Mrs.  üliphant.  —  Uno  Linde- 
löf,  Alfred  Svensson,  Echo  der  schwedischen  Umgangs- 
sprache. —  J.  Z.,  Die  Gcsta  Romanorum.  Nach  der  Inns- 
brucker Hs.  vom  Jahre  1342  und  vier  Müuchcner  Hss.  hrsg. 
von  Wilhelm  Dick.  —  A.  Tobler,  Gerhard  Franz,  Ueber 
den  Bedeutungswandel  lateinischer  Wörter  im  Franzö- 
sischen. —  Ders.,  P.  Kreutzberg,  Die  Grammatik  Malherbes 
nach  dem  ,Commentaire  sur  Desportes".  -  A.  S.,  Gaston 
Paris,  La  litterature  frangaise  au  moyen  äge  (Xl" — XIV° 
siecle).  —  Leopold  Bahlsen,  Fr.  Kreyssig,  Geschichte  der 
französischen  Nationalliteratur  von  ihren  Anfängen  bis  auf 
die  neueste  Zeit.  I.  Band:  Geschichte  der  franz.  National- 
literatur von  den  ältesten  Zeiten  bis  zum  16.  Jh.  Bearb. 
von  Adolf  Kressner.  —  A.  T.,  Hugo  Saltzmaun,  Der  histo- 
risch-mythologische Hintergrund  und  das  System  der  Sage 
im  Cyklus  des  Guillaume  d'Orange  und  in  den  mit  ihm  ver- 
wandten Sagenkreisen.  —  Fr.  Speyer,  Französische  Gram- 
matik für  Mädchen.  Von  M.  Weiss.  Theil  I:  Mittelstufe; 
Französisches  Uebungsbuch  für  Mädchen.  Von  M.  "Weiss.  — 
Ad.  Müller,  Echo  du  Francais  Parle.  I  toine.  Conver- 
sations  enfantines  par  Fr.  Foulche-Üelbosc ;  Dasselbe  mit 
einer  vollständigen  deutschen  Üebersetzung  von  F.  ßooch- 
Arkossy ;  Echo  der  franz.  Umgangssprache.  IL  Theil.  Von 
Fr.  Foulche-Delbosc.  Mit  einem  vollständigen  Wortregister 
von  F.  liooch-Arkossy.  —  Adolf  Tobler,  Le  lai  de  l'Ombre 
publie  par  Joseph  Bedier.  —  S.  Waetzoldt,  La  Societe 
Frangatse  au  dix-septieme  Siecle.  .\n  .\ccount  of  French- 
Society  in  the  XVII"'  Century  from  Contemporary  Writers. 
Edited  für  the  üse  of  Sohools  and  Colh  ges,  with  an  Intro- 
duction  and  Notes,  by  Thomas  Frederick  Crane.  —  Ders., 
Les  Precieuses  riilicules  par  J.-B.  P.  .Voliere.  With  Intm- 
duction  aud  Notes  by  E.  G.  W.  Braunholtz.  —  Fr.  Speyer, 


Segur,  Histoirc  de  Napoleon  I  et  de  la  Grande  Armee 
pendant  Tann/e  1S12.  Unter  Miiwirkniig  von  B.  Schmitz 
erklärt  vun_H.  Lainbeck.  —  Ad.  .Müller,  Thicrs,  Hoiii- 
parte  en  Egvpte  et  en  Suic.  -Mit  Einleitung  u.  .\nmerk. 
hrsg.  von  K.  A.  M.  Hartmänn.  —  Adolf  Tobler,  William 
Ccojidge  Ijane.  The  Diinte  Coilections  in  the  Harvard 
College  and  Boston  Public  Libraries.  —  LXXXV,  4:  Im- 
manuel Schmidt,   Der  vierte  deutsche  Neuphil"lügentag. 

H.  Lübke,  Ueber  verwandtschaftl.  Beziehungen  einiger 

ae.  Glossare.  —  F.  II  o  1 1  h  a  u  s  e  n  .  Beiträge  zur  Erklärung  u. 
Textkritik    der    York    Plays.  Julius    Zupitza,    Hand- 

schriftliche Bruchstücke  von  John  Skelton's  ,Wliy  come  ye 
nat  to  Court?"  —  Ders.,  Versus  de  Septem  peccatis  et 
decem  inandatis.  —  Ad. df  Tobler,  Kleinere  Schriften  von 
Ferdinand  Wulf  zusammengestellt  von  E.  Stengel.  —  Fr. 
Bach  mann,  J.  H.  Deinhardt,  Beiträge  zur  Disp^sitions- 
lehre.  Für  den  Gebrauch  an  höheren  Ijchranstaiten.  —  G. 
Schleich,  English  Vooabulary.  Methodische  Anleitung 
zum  Englisch  Sprechen  mit  durchgehender  Bezeichnung  der 
Aussprache  V"n  Gustav  Ploetz.  Dritte  vermehrte  u.  verb. 
Auflage.  —  Ders.,  Martin  Jacoby,  Vier  niittelengl.  geist- 
liche Gedichte  aus  dem  13.  .ih.  —  J.  Z  .  The  l'.urnt  Million. 
By  James  Payn.  —  J.  Z.,  \  Reputed  Changeling  or  Three 
Seventh   Years    Two   Centuries  ago.   liy  Charlotte  M.  Yonge. 

—  J.  Z.,  Blind  lull.  A  Novel.  liy  Florence  Mnry.a.  —  J.  Z., 
The  House  of  the  W(df.  \  Romance.  By  Stanley  J.  Wey- 
nian.   —   J.  Z.,  For   Faith   an  1   Freedom.   I!y  Walter   liesant. 

—  J.  Z..  The  Scudamores.  A  Novel.  >  y  F.  C.  Philips  anl 
C.  J.  Wills.  —  J.  Z.,  In  the  Golden  Davs.  Hy  Edna  Lyall. 
J.  Z.,  Pearl-Powder.   A   Novel.   l!y  Mrs.  .\nnie  Ivlwardes 

—  J.  Z.,  Acte.  A  Novel.  By  Hugh  Westbur..  —  K.  Mah- 
renholtz,  Comte  de  l'uymaigre,  Jeanne  Darc  au  theätre 
(1439— IS'JU).  —  Adolf  Tobler,  M.-A.  Lesaint,  Traite 
coniplet  de  la  prononciation  francaise  dans  la  seconde  moitie 
du  .X.I>i.'  siecle.  Troisieme  edition  entiereraent  revuc  et 
completee  par  le  prof.  Dr.  Chr.  Vogel.  -  Ders.,  Diction- 
naire  general  de  la  langue  frangaise  du  cummencement  ilu 
XVII"  siecle  jusqu'ä  nos  jours  preeele  d'un  Traitü  de  la 
furinaticm  de  la  langue  par  M.M.  A<lolplie  Hatzfeld  et  .\rsene 
Darmesteter  avec  le  concours  de  M.  Antidne  Thomas.  — 
Fr.  Bachmann.  G.  Strien,  Elementarbuch  der  französ. 
Sprache.  —  Ders.,  Fräulein  von  La  Seigliere,  Lustspiel  in 
4  .\kten  von  Jules  Sandeau.  Zum  Zurückübersetzin  aus  dem 
Deutscheu  in  das  Französische  bearbeitet  von  H.  lireitinger. 
2.  durchgesehene  Auflage.  —  CunoToegel,  Racine,  Iplii- 
genie  (Theätre  francais  XIV,  ö,  Ausg.  I!)-  Racine.  Andro- 
maque  (Theätre  frangaiä  XV,  7.  Doppelausgabe).  Kacine, 
Mithridate  (.Theätre  frangais  XVII,  3  Doppel  ausgäbe).  Mit 
Anmerk.  zum  Schulgebr.  hrsg.  von  Georg  Stern.  —  D. 
Coste,  Karl  Quielil,  Die  Einführung  in  die  französ  Aus- 
sprache. Lautliche  Schulung,  Lautscnritt  und  Sprechübungen 
im  Klassenunterricht.  Auf  Grund  von  üiiterrichtswerken 
dargestellt.  —  Ders.,  Aug.  Otto  Kesseler,  Zur  Methode 
des  französ.  Unterrichts.  —  P.  Fr.,  Catalanisidie  Troul>a- 
doure  der  Gegenwart.  Verdeutscht  un  1  mit  einer  Uebersicht 
der  catalan.  Literatur  eingeleitet  von  .loh.  l'.istenrath.  — 
Ders.,  Neues  spanisches  Lesebuch  mit  AumerTcun.;cn  hrsg. 
von  Carl  Marquard  Sauer  und   Wilh.   Ad.   Rö'irich.    2.   .\ufl. 

—  Ders.,  Biblioteea  de  autores  celebres.  Tom  •  I:  Cartas 
americanas  por  Don  Juan  Valera.  l'rimera  serie.  —  E. 
Pariselle,  F.  Pirrone  Giancontieri,  Kaecolta  di  proverbi 
e  niodi  di  dire  tedeschi  e  italiani.  —  Ders.,  G.  Cattaneo, 
Italienische  Chrestomathie.  —  H.  Buchlioltz,  L' Alighieri, 
Rivista  di  cose  dantesche  diretta  da  F.  I'asqualigo.  —  L. 
Hol  sc  her.  Programmschau.  —  LXXXVI,  I:  Johannes 
Hoops,  Lessings  Verliäitniss  zu  Spinoza.  —  Emil  lioep- 
pel,  Chaucer  und  .\lbertanus  Brixiensis.  —  A.  L.  Stiefe-I, 
Tristan  l'Uerniites  Le  Parasite  und  seine  Quelle.  —  J. 
Bo  1 1  e.  Das  Lie  1er buch  der  Konstanze  Phili   piiie  de  Barquer. 

—  E.  Köl  b  i  n  g  ,  Zur  Intelligenza.  —  Kappes,  Zu  Archiv 
LXXXV,  117.   —   J.  Z.,  Die  neun  Eigenschaften  des  Weines. 

—  A.  Döring,  E.  Wulif,  Prolegomena  der  literar-evtr- 
lutionistischen  Poetik.  —  Jul.  Zupitza,  Ueutsch-gutisches 
Wörterbuch  nebst  einem  Anhange  enthaltend  eine  sachlich 
geordnete  Uebersicht  des  gotischen  Wortschatzes  im  I  eine 
Sammlung  von  Redensarten  und  Sprüchen   von  Oskar  Priese. 

—  Max  Roediger,  Theodor  von  Sosnosky,  Sprachsünden. 
Eine  ßlüthenlese  aus  der  modernen  deutschen  Erzählungs- 
Literatur.  —  A.  Döring.  W.  Cosack,  Lessings  Laokoon. 
Für  den  weiteren  Kreis  der  Gebildeten  und  die  oberste 
Stufe  höherer  Leinanstalten  bearbeitet  und  erläutert.  Vierte, 


103 


1891.     Literaturblatt  fOr  germanigche  und  rumänische  Pliilulogle.     Nr.  3. 


104 


berichtigte  u.  vermehrte  Aufl.  —  L.  H  öl  seh  e  r,  K.  Rcuss. 
nie  Stellung  ileg  .Mn>f  Picculom'ni  in  'lor  Wallenstein-Dleh- 
tung.  I'nigr.  des  Civmn.  zu  ITurzlieim.  —  .\.  üöring,  W. 
Wetz,  Sliaksperc  vom  Standpunkte  ilor  vcrgl.  Liteiatur- 
i;osoliiolite.  Krater  Hd. :  Die  Menschen  in  Shaksperes  Dramen. 

—  .1.  Z.,  Lady  IJaby.  A  N'vol.  H_v  Durothea  Gerard.  — 
J.  Z..  Tiic  Kugitives.  B_v  .Mr.s.  Oliphant.  —  J.  Z.,  Mrs.  Ken- 
tun. .\  Sketch.  Uv  \V.  K.  Xurri».  —  J.  Z.,  Huffino  and  uthei 
Sturiis.  I!y  Oui.lä.  —  J.  Z.,  The  End  Cruwns  All.  A  Life- 
Sturv.  Hy  Emma  .Marshall.  —  J.  Z..  A  Cigarettc-Maker's 
Kuniaui'e.  Ity  K.  .Marion  Crawfurd.  —  J.  Z..  Tlie  Word  and 
the  Will.  A.  Suvtd.  Hy  James  Payn.  —  J.  Z.,  Margaret 
Uyng.  A  Novel.  IJv  I.  C.  Philips  an«l  Percv  Fendall.  — 
J.  Z.,  One  Life,  On'e  Luve.  A  Novel.  Ity  -M.  E.  Itrad  Ion.  - 
J.  Z.,  \   Bride  from  the  liusli.  Ity  Ernest  William  Hurnung. 

—  J.  Z.,  A  Ward  ot'  the  Cddeii  Gate.  Ity  Bret  Harte.  — 
J.  Wychgram,  Anth  ■lugie  des  puetes  fian^ais.  Samm- 
lung l'rnn/..  Gedichte.  Hrsg.  von  Albert  Uenecke.  —  R. 
M  a  h  re  n  h  ol  t  z  ,  W.  Kiiürich,  Moliferes  Weike.  II.  Itaml. 
Les  Precieuses  ridieules.  Los  Eemme.s  savantcs.  —  Ders. , 
Kichard  Fester,  Kcusseau  und  die  deutsche  Geistesphilu- 
sophie  Ein  Beitrag  zur  Geschichte  ile.«  ricutschen  Mcalis- 
mu.<.  —  E.  Pariselle,  Carl  .Marquunl  Sauer.  Italienische 
C<invers:itions-Grainniatik  zum  Schul-  und  Privatunterricht, 
hurcligeselien  von  0.  Cattaneo.  it.  verb.  .\ufl.  —  Ders.. 
Johann  Lanlelli,  Italienische  Sprechschule.  Ein  Hiltsbuch 
zur  Kintührung  in  die  ital.  Conversation  für  den  Schul  u. 
Privatgebrauch.  —  Ders.,  Sophie  Heim,  Aus  Italien. 
Material  für  den  Unterricht  in  der  ital.  Sprache  gesammelt 
und  mit  .\nmerkungen  versehen.  2.  Heft:  Deutsch-ltal.  — 
Ders.,  Paul  Heyse,  Italienische  Dichter  seit  der  .Mitte  des 
lf<.  Jh. 's.  Itil.  4.  Lyriker  und  Volksgesang.  —  Immanuel 
Schmiilt,  Führer  ilurch  die  franz.  und  engl.  Schullectüre. 
Zusammengestellt  von  einem  Schulmann.  —  G.  Tanger. 
Jul.  Gulersolin,  Zur  -Methodik  des  fremdspraclil.  Unterrichts. 

—  Ders..  .\lbert  v.  Koden,  Inwiefern  muss  der  Sprach- 
unterricht umkehren?  Ein  Versuch  zur  Verständigung  über 
die  Reform  des  neusprachl.  Unterrichts.  —  Ders.,  The 
Teaching  and  Learning  of  Foreign  Langunges  (at  home 
and  in  the  eountries  where  they  are  spoken,  especially 
Kreuch  and  English)  by  a  German  Advocate  of  Utilitarian 
Education. 

Neupbilulo^isclies  Centralblatt  .i,  2:  Reimann,  Ein 
deuiscli-runiänisclies  Uebersetzungswerk.  —  Schmidt. 
Ucber  den  .\nfangsunterriclit  im  Französischen. 

Modern  lHnj;i><i£;e  liotes  IV,  2.  Febr.  1S9I  :  F.  M.  War- 
ren, „Don  Sanclie  d'.Vragon"  and  ,Don  Garcie  de  Xavarre". 

—  J.  E.  Matzkc,  The  historical  Hernani.  —  Ch.  H. 
Grandgent,  Notes  on  .\merican  pronunciation.  —  Th. 
Logic,  Some  pcculiarities  of  gendre  in  the  modern  picard 
dialect.  —  F.  W.  Itlackmar,  Spanish  American  Words.  — 
J.  H.  B.  Spiers,  liabbinowicz,  Gramnmirc  ile  la  langue 
tVan^aise.  —  S.  P  r  i  m  e  r  ,  Wenckebach,  Deutsche  Literatur- 
geschichte auf  kulturhistiir.  Grundlage.  —  D.  K.  Dodge, 
Du  C'haillu,  The  Vikiiig  age.  —  J.  1).  Bruce,  Linow,  Pe 
desputisoun  bitwen  ]te  Bodi  and  jie  Soul.  —  Fr.  Spencer, 
The  poetry  of  the  Franks  (Correction). 

Tiialstudie  XI,  5:  J.  S.  P.,  De  Tetude  de  la  litteralure.  — 
Homographes.  —  Parallele  entre  Paris  et  Londres.  —  Lc 
L'entenaire  de  Lanmrtine.  —  .\ug.  G  i  1 1  e  e  ,  Bulletin  biblio- 
graphique:  Albert  Sorel,  Madame  de  Stael ;  L.  M.  lt.,  Diction- 
niiirc  general  de  la  langue  fran^aise  du  XVIh  siede  Jusqu'ä 
nos  jours  par  .M.  .M.  Ilatzl'eld,  A.  Darmesteter  et  A.  Thomas; 
Oe.sproken  i'U  geschreven  Fransch  par  A.  G.  van  Hamel.  — 
li.  .M.  Baale,  Questions  et  reponses,  Exercices  sur  1« 
Grammaire  fnincaise  par  <J.-M.  Robert.  II  y  n  fagots  et 
l'agots.  —  K.  ten  Bruggencnte,  Goethe's  Faust  and 
Shakspeare's  Tenipest.  —  F.  A.  Schwipper  t,  Victor 
.S(dielfels  Ekkehani  nach  der  enomatischen  Methotle  er- 
läutert. —  Ders.,  Lexikographische  Notizen  für  Studierende, 
zum  Gebrauche  bei  Uebersetzungen  aus  dem  Niederlän- 
dischen ins  Deutsche.  —  XI.  t> :  d.  S.  I'.,  De  l'ctude  de  la 
litterature.  —  J.  C.  II.  Mal  ile,  Explicntion  de  quelques 
proverbes  et  loculions  ile  la  langue  fran^aisc.  —  Bulletin 
bibliographicjui':  .\iig.  (Jittee,  Dictionnaire  general  de  la 
Langue  friuifaisi'  ilu  comniencenient  du  XVII'  siede  jusqu'ä 
nos  Juurs  par  .M.M.  .\dolplic  Ilatzl'eld  et  Arsene  Darmesteter 
uvec  le  cencours  ile  .M.  Antoine  Thomas:  —  Gnston  Paris, 
La   Litterature   frani;ai»e  au   .Moyen   Age  (XI  — XIV''  siede). 

—  L.  M.  Baale,  tiuestions  et  reponses.  —  K.  ten 
Uruggencute,    Contributi' ns    tu    English    Grummar.    — 


Ders.,  New  Bouks.  —   Ders.,  Answers  to  (^orrespondents. 

—  P.  A.  Seh  wipper  t.  Lexikographische  Notizen  für 
Studierende,  zum  Gebrauche  bei  Uebersetzungen  uns  dem 
Niederländischen  ins  Deutsche.  —  Ders.,  Ein  neues  Ge- 
sprächbuch   —   Ders.,  Bücherschau. 

MÖIusine  V,  7:  H.  Gaidoz,  La  Fee  .Melusine  ä  Luxeni- 
bourg.  —  F.  S.  Krauss,  L'Operation  d'Esculnpe.  —  J. 
Tuch  mann,    La  Fascinati'n:  .\.  KfTets  de  la  fascination. 

—  II.  Gniduz,  La  lecturc  de  la  pensee.  —  Ders.,  La 
chan.sun  de  Petit-Jean.  —  E.  Ernault,  Les  chansons 
piipuliiires  de  la  Basse- Bretagne.  XXV.  —  11.  Gaidoz. 
Les  Rites  de  la  construction :  Les  .\queducs:  Les  Digues: 
Oblutions  ä  la  mer  et  presnges.         Le  Passage  de  In  Lignc. 

—  II.  Gaidoz.  Le  Suicide. 


Zs 


f.  ileiitsclies  Aliertlium  n.  tleiitsebe  Literatur  X\XV. 
I:  Zimmer,  Keltische  Beiträge  III.  ■  Die  Kinn-  (Ossiaii-l 
Sage  nicht  rein  irischen  Ursprungs;  Kinn  ist  , seinem  Ur- 
sprung nach  jener  Führer  der  Vikingerhorden  um  die  Mitt( 
des  9.  Jh. 's,  der  8.')t5  von  ileni  thatsächlichen  Überkönij; 
Irlands,  dem  Dubliner  Vikingerherrsdier  Amiaib  in  .Münster 
vernichtet  wurde."!  —  Merinian,  nach  einer  .Mittlieiluiig 
von  .Mommsen.  -  Roediger,  Nochmals  zum  Hililebnmds- 
liede.  —  Hoinzel,  Acta  germanica,  hrsg.  von  Henning  n. 
Hoffory,  Bd.  1.  —  E.  Voigt,  t'loetta,  Beiträge  zur  Litera- 
turgeschichte lies  .Mittelalters  und  der  Renaissance  I.  - 
Heusler,  Wilmanns.  Beiträge  zur  Geschichte  der  älienii 
deutschen  Literatur,  Heft  3.  —  R.  M.  .Meyer,  Wilmanns. 
Beiträge  zur  Geschichte  der  älteren  deutscheu  Literatur, 
Heft  4.  —  K.  Kraus,  Waag,  Kleinere  deutsche  Ge<licliio 
des  XI.  u.  XII.  Jh. 's.  —  Singer,  Holz,  Zum  Rosengarten. 

—  v.  Weilen,  Holstein,  Joh.  Keudilins  Komödien.  — 
.Martin,  Bessun,  Etüde  sur  Jean  Fischart.  -  Walzel, 
liraitmaier,  Geschichte  ilcr  poet.  Theorie  u.  Kr;tik  von  den 
Discursen  der  Maler  bis  auf  Lessing.  —  Literaturnoliziii 
(Steinmeyer,  Schultz,  Die  Ueberlieferung  der  mhd.  Dich- 
tung ,,.Mai  und  l'e.iflör";  R.  M.  Werni^r,  H.  F.  Wagner, 
Dhs  Schuldramu  in  Salzburg:  Tümpel,  W.>ssiolo,  Impera- 
tivische Wortbildungen  iniNd.:  II  o  e  t  h  e  .  Wappen,  llelni- 
zierden  und  Stundarten  der  grossen  Heidelberger  Minne- 
sängerhs.).  —  Kleine  Mittheilungen  (Kossinna,  Germ. 
Dativ  aus  der  Uümerzeif;  Schröder,  Zu  Wernher  von 
Elnienilorf;  K  ü  er  k  ,  Zu  Tannhüusers  Käthselspruch  ;  Her- 
mann, Zu  ilcn  deuisclicn  Schriften  .\lbrcclits  von  E»b).  — 
Notizen. 

Zs.  f.  «leiitsche  Piiilologie  XXIII,  4:  E.  Matthias,  Die 
zehn  Altersstufen  des  Menschen.  Aus  dem  Nachlasse  von 
J.  Za'dicr  hrsg.  —  R.  Röhricht,  Sagenhaftes  u.  .Mytliisdio^ 
aus  der  Oescliichte  der  Kreuzzüge.  —  F.  Vogt,  Zu  Herzog; 
Friedrichs  Jerusalemfahrt.  —  II.  Beclvcr,  Zur  Alexandei- 
snge.  —  H.  Jellinghnus,  Das  Spiel  vom  jüngsten  Ge- 
richte. —  H.  Holstein,  Zur  Literatur  des  latein.  Schau- 
spiels des  16.  Jh. 's.  —  R.  Sprenger,  Zu  Goethes  Faust. 

—  K.  M  a  u  r  e  r  u.  II.  Gering,  .\ugust  Theodor  .Möbius. 
Necrolog.  —  E.  Voigt,  Ch.  Schweitzer,  De  poematc  l.itinu 
Walthario.  —  O.  E  r  d  ni  a  n  n ,  G.  Locck,  Die  Honiilien- 
sammlung  dos  Paulus  Diakonus  die  unmittelbare  Vorlage 
des  Otfridischen  Evangelienbuches.  —  8.  v.  Monster- 
berg, M.  Rannow,  Der  Sutzbau  des  ahd.  Isidor.  —  K. 
Tomanetz,  H.  Secilorf,  Ueber  syntactische  Mittel  des 
Ausdruckes  im  ahd.  Isidor.  —  F.  Vogt,  K.  Donunig,  Di  i 
„K'öseniere'"  Wallhers  von  der  Vogelweide,  —  G,  Kctt- 
ner,  Schillerliteratur  (E.  Elster,  H.  Tischler,  L.  Iteller- 
mann,  \.  Ruhe,  J.  Goldschmidt,  A.  t'li'ss).  —  0.  Wächter, 
F.  Schultz,  Die  Ueberlieferung  von  .Mai  und  BciiHor.  —  G. 
Voss,  F.  Alilgrimm,  Unlersuchungen  über  die  Gothaer  lls. 
des  Herzog  Ernst.  —  L.  Beer  und  F,  Vogt,  Zur  Orendel- 
frage.  —  E.  Martin  und  II.  Brandes,  Zu  Keinaert  und 
Wisselau.  — -  Berichtigung.  —  Neue  Erscheinungen.  —  Nach- 
richten. —   E.  Mathias,  Register. 

Wissenstbuftl.  Beiheftts  zur  Zs.  des  allg.  deiitsclien 
Sprachvereins  Nr.  1:  .M.  Trauimann,  Dir  S- Unfug.  — 
Der  Unartig  Tcutscher  Sprachverderber,  mit  einer  Vor- 
bemerkung von  H.  Riegel.  —  Lohmeyer,  Kaptf,  Vor- 
namen; Abb'e,  Namcu;  I'honetische  Studien, 

Cbr«nlk  des  Wiener  Uoethe-Vereins  VI,  I:  Grillparzer 
bei  (ioethe.  —  \T.  -':  U.  Steiner,  Gedanken  zu  dem 
handsdirifllichen  Nachlass  Goethes. 

Arkiv  för  nordisk  flloloei  VII,  S:  R  C.  Boer,  Ueber  die 
Handschriften  und  Redactioiien  der  l'idreks  snga.  —  O. 
Rygh,   Norske  Stcdsnuvne    paa   lo   (/«,    slü   og    lignende). 


105 


1891      MterntHrblntt  für  germanisclic  und  romnnisclie  Philologie.     Nr.  3. 


106 


.Tarnte  Efterslcrift :  ,0m  norslia  ortnanin  pä  /o"  av  Fr.  Läff- 
k-r  neli  Exkurs:  ,Oni  l'oranilrin!;  af  Ociius  i  niirslcc  Stoils- 
navne"  av  Soplui.s  l{u<;^o.  -  E.  H.  Linil,  ßil)liografi  für 
är  1889.  —  Eiiinur  .1  6  ii  s.s  o  ii ,  Nokrold^  üvcr  Kiinriiil  Oi'.<- 
lason.  —  Axi'l  Kork,  Aniiiälan  av  ,l):ilala^ens  büjiiinjfs- 
lära   af  E     llratc".  

.Sliakespeariana  Oc^t. :  Tli.  R.  Price,  Tlic  Cyn.striictinn  iif 
„A  Wiiitii-'s  Tale".  —  \j.  L.  Lawrpnoo,  üacon,  Coko 
an.l  tlif  „Uapias  Urcli^atiiin".  —  W.  V.  S.  Wilson,  Tliat 
„Drani  "f  Eal<''*.  —  Is  Urowninff  drivinfj  out  Sliakospoaro? 
—   eil.   Stopi'.s,  The   Weinl   Sisters  in  ^Macbctli". 


Z.s.  f.  roiiian.  Philnlngie  XIV,  3.  4:  G.  Scliiavo,  Kude  t; 
Supi'rsti/.icini"  nidl'antioa  poesia  francesc.  —  C'li.  lionnier, 
Etudf  criliquc  des  Cliarte.s  de  Douai  de  120:1  ä  I27'>.  — 
li.  Osterlia^o.  Studien  zur  fränk.  Heldensage.  —  D. 
Uelirens,  Etynioluglsclies.  -  C  S  n  1  v  i  u  n  i .  Per  la  l'onte 
ilella  Sequenza  vulgare  di  Santa  Eulalia.  —  A.  IIornin<f. 
Zur  Eautgeseliielito  der  ostfrz.  .Mundarten.  —  L.  Gaucliat, 
Le  patoi.s  de  Douipierre  (Brovard).  —  O.  Scliultz,  Uer 
prov.  PsPudo-Turpin.  —  A.  Schmidt,  Aus  altfranz.  Hss. 
iler  Gr.  H<d'bil)lioth<dc  zu  Darni.-itadt.  —  H.  R.  Lang,  Joäo 
Ribeiro,  Graniniatiea  portugueza.  —  v.  R  e  i  n  h  a  r  d  s  tö  1 1- 
ner,  Storck,  Luis'  de  Cauuiens  Leben.  --  F.  N  e  u  ni  a  n  n  , 
Seliwan,  Grauimatik  des   Altfranzösischen  (S.  543 — .586). 

Kiimania  77:  Th.  i;  a  t  iou  c  h  k  o  f,  Le  Debat  du  corps  et  de 
Tauie.  —  P.  E.  Gnarnerio,  Postille  .sul  lessico  sardo.  — 
P.  Meyer,  Le  langage  de  Die  au  XIII''  siecle.  —  G. 
Doncieux,  La  chanson  de  la  Pernette.  —  F.Lot,  Clovis 
en  Terre  Sainte.  —  G.  P.,  Robert  le  Clerc  d'Arras,  auteur 
des  Vers  de  la  Mort.  —  P.  M.,  Les  trois  Maries,  cantiqne 
provengal  du  XV"  .s.  —  Comptes  rendus:  A.  Veruier, 
Kawczynski,  Essni  sur  l'origine  et  l'histoire  des  rythmes.  — 
G.  P.,  Ercc  et  Enide  hrsg.  von  Foerster.  —  P.  JL,  Prov. 
Inedita,  hrsg.  von  Appel.  —  P.  M.,  Les  livres  de  comptes 
des  freres  Bonis.  p.  p.  Ed.  Forestie.  —  Picot,  Le  grand  et 
vrai  art  de  pleine  rhetorique  de  Pierre  Fabri  p.  p.  Heron. 
—  Die  Chronique  enthält  Necrologe  über  Gius.  Morosi, 
Konr.   Hüfnuinn.   A.  Seheier  und  Ch.  Ruelens. 

Kevue  des  langnes  romanes  April -Juni  1890:  C.  Clia- 
b  a  n  e  a  u  et  G.  Raynaud,  Legendes  pieuses'en  provengal 
du  XIII"  siecle.  —  E.  Rigal,  Chrestomathie  de  l'anoien 
francais,   par  L.  C'on.stans. 

Zt>.  t.  franz.  Sprache  n.  Literatur  XII,  8;  G.  Gunder- 
mann. Mnuriec  Prf'U,  M:inuel  de  paleographie  latine  et 
frangaise  du  VI"  au  XVII'  siecle.  —  H.  P.  Juncker,  A. 
Birch-Hirschfeld,  Geschichte  der  franz.  Literatur  seit  An- 
fang des  XVI,  Jh. 's.  —  E.  Ritter,  Joseph  liedier,  Le  lai 
de  l'ombre  par  J.  Uenart.  —  E.  Weber,  Ewnld  Geerlich, 
Die  beiden  Bücher  der  Makkabäer.  —  M.  F.  Mann,  Jacob 
Ulrich.  Robert  v.  Blnis'  säninitliche  Werke.  —  W.  Cloetta, 
Georg  Kötting.  Studien  über  nitfranz.  Bearbeitungen  der 
Alexiuslegende  mit  Berücksichtigung  deutscher  und  engl. 
Alexiuslieder.  —  R.  Mahrenholtz,  Eugene  Rigal.  Äle.x. 
Hardy  et  le  Thi'ätre  frangai.s  ä  la  fin  du  XV!'  et  au  com- 
mcncement  du  XVII' s.  —  F.  Heuckenkamp,  J.  Barbey 
d'Aurevilly,  XIX'  siecle.  Les  CEuvres  et  les  Homraes.  Les 
Poetes.  —  Ph.  K  r  e  u  t  zb  e  r  g  ,  E.Stengel,  Chronologisches 
Verzeicliniss  franz.  Grammatiken  vom  Ende  des  14.  bis  zum 
Ausgange  des  is.  Jh. 's.  nebst  Angabe  der  bisher  ermittelten 
Fundorte  derselben.  —  F.  T  endering.  Hermann  Bredt- 
mann.  Der  sprachliche  .\usdruck  einiger  der  geläufigsten 
Gesten  im  altfranz. ^Karlsepos.  —  E.  Koschwitz,  Arsene 
Darniesteter.  La  Question  de  la  reforme  orthographique. 
Memoires  et  Documents  scolaires.  —  P.  ültramare, 
Michel  Br'''al,  La  Reforme  de  l'orthographe  fran^aise.  — 
Ders. ,  J.  Dussouchet,  La  Reforme  orthographique.  — 
Ders.,  Louis  Havel.  Ln  Simplification  de  l'orthographe.  — 
E.  Koschwitz.  L.  Cledat,  Precis  d'orthographe  et  de 
gramraaire  phon'tiques  pour  l'enseignenient  du  frangais  ä 
l'etranger.  —  Ders. ,  L.  Cledat,  Questions  d'Orthographe 
et  de  Gramniaire.""— iD  e  r  8. ,  L.  Cledat,  Sur  la  double  valeur 
des  temps  du  Passif  fran^nis.  —  D  e  r  s. ,  L.  Cledat,  Melanges 
de  phonetique  fraugaise.  —  W.  Ricken,  C.  Hurabert, 
Nochmals  das  e  miifl  un  1  der  Vortrag  franz.  Verse.  Zur 
Vervollständigung,  zur  Aufklärung  und  zur  Abwehr.  —  J. 
Sarrazin,  Anhang  zu  Villattes  Parisismen.  —  F.  Ka- 
leplcy,  G  Lücking,  Franz.  Grammatik  für  den  Schulge- 
brauch. —  G.  Willenborg,  0.  ülbrich,  Uebungsbuch 
zum  Uebersctzen'aus  dem"Deutsehen  in  das  Französische.  — 


Ders.,  Jacobs,  Brincker,  Fick,  Kurzgefassfe  Grammatik 
für  den  franz.  Anfangsunterricht.  —  .\.  Rambeaii,  Schul- 
graaimatiken,  Uebuugshü.'lier,  pä  la:;ogische  Schriften  etc.  — 
W.  Knörich,  E.  Oropp  u.  E.  H^iuskneidif.  Ausw  hl  franz. 
Gedichte.    —    Dera. ,    Ph.  Plattner,  Anthologie  des  6eoles. 

—  Ch.  T  h  u  il  i  c  h  u  m  ,  Nutliwendige  .Aufklärungen.  —  Ph. 
P  la  1 1  n  p  r.  Zu  den  vorstehenden  Aufklärungen.  —  AHiaiwe 
Scientifique    Universelle. 

Franco-Gallia  V III.  1.2:  Anzeigen:  llumbert,  Noclinmls  das 
e  iiiiicl  und  der  Vortrag  franz.  Verse.  —  (i.  Paris,  La  litlera- 
ture  fmu^.  au  niiyeii  äge.  2.  cd.  —  Magi'r,  Gi'sidiiclite  der 
franz.  Literatur.  —  Rigal,  .\l.  Hardy  et  le  theätre  franj. 
ä  la  flu  du  X  \  r  et  au  c  inmencement  <iu  XVII'  siecle.  — 
Godart,  Abriss  der  .\usspracdie.  —  Utto,  Jean  de  .Mairets 
Silvanire.  —  Zimmermann,  Frz.  Gespräcdie.  —  Breymann 
u.    Möller,    Frz.    Elementarbuch.    3.    .Aufl.  Darniesteter, 

.Hatzfeld  und  Tliomns,  Dicti  nnaire  general  ile  la  langue 
fran^aise. 

11  PropuKnatiire  Vol.  III.  Ui.  17:  S.  Morpurgo,  Supple- 
mento  alle  operc  volgari  a  stanipa  dei  sei'.  XIII  e  XIV 
indieate  e  deseritte  da  Fr.  Zambrini.  —  F.  Pellegrini, 
Rime  inedite  dei  secoli  XIII  e  XIV  tratte  dai  libri  del- 
l'.Archivio  Notarile  di  Bologna.  —  C.  e  L.  Frati,  Indice 
delle  carte  di  Pietro  liilaneioni;  contributo  alla  bildiografia 
delle  rime  volgari  dei  primi  tre  secoli.  —  G.  Monticolo, 
Poesie  latine  dei  priiicipio  dei  secolo  XIV  nel  codiee  277 
E.X  Brera  al  R.  Archivio  ili  Stato  di  Venezia.  —  G.  G. 
Gizzi,  Nota  Dantesca  sulla  terzina  31",  Inf.  Canto  III 
V,  91 — 93.  —  A.  Forest!.  Della  esatta  intcrpretazione  dei 
versi  di  Dante  Inf.  XXXII.  46-49.  —  M.  Menghini, 
Antichi  proverbi  in   rima. 

L' Alighieri  II,  B.  7.  8:  Paolo  S  ü  ui  a  r  a  n  i ,  Silenzio  di 
Dante  e  disdegno  di  Guido.  —  P.  Di  un  frammentariu  tos- 
ciino  della  Comniedia  di  Dante.  —  P.,  AI  chiarissimo  comm. 
mons,  Jacopo  Bernanli  La  canzone  di  Guido  Cavalcanti 
„Donna  mi  prega"  ridot'.a  a  m-gliore  lezione  e  commentata 
massimamente  con  Dante.  —  Commento  ilel  Re  Giovanni 
di  Sassonia  (Filalete)  alla  Divina  Commedia,  Inferno  Canto 
XXIV,  —  G.  L.  P  a  sse  r  i  n  i ,  Del  casato  di  Dante  .\lighieri 
(vgl.  vol.  II,  S.  129).  —  X.  Agresti,  Dante  e  i  Patareni 
(Studi  pel  Canto  X  clell' Inferno).  —  C.  Negroni,  Biblio- 
grafica. 

Literar.  Ceiltralblatt  8:  Berger,  Les  bibles  pmvengales  et 
vaudoises.  —  Flaischlen,  (iraphisclie  Litcraturtafel,  —  Biel- 
schowsky,  Geschichte  der  deutschen  Dorfpnesie.  —  Petersen, 
Faust  u.  Brand,  Hamlet.  —  9:  Needler,  Richard  Coeur  de 
Lion  in  literature.  —  Briefwechsel  zwischen  Enk  von  iler 
Burg  und  von  Münch-Bellinghausen.   Hrsg.  von  Schachinger. 

—  10:  Pe  dcsputisoun  bitwen  Jie  bodi  and  ])e  soule.  Hrsg. 
von  Linow.  —  Buchholz,  Die  Fragmente  der  Reden  der 
Seele   etc.   —   Laistner.   Das   Räthsel   der  Spliinx. 

Deutsche  Literaturzeitung  4:  E.  Martin,  Buitenrust 
Hettema,  Cats'  Spaens  Heydinnetie;  P.  C.  Hooft's  Grouida. 
üitg.  door  J.  H.  van  den  Bosch.  —  W.  Mcyer-Lübke, 
Etienne,  La  langue  franc.  depuis  les  origines  jusqu'ä  la  fin 
du  XI'  siecle.  —  .i:  v.  Waldberg,  Muncker,  Klopstock; 
Klopstocks  Oden  hrsg.  von  Muncker  u.  Pawel.  —  6:  Varn- 
hagen,  Pogatsclier,  Zur  Lautlehre  der  griechischen,  lat. 
und  roman.  Lehnworte  im  .\Itenglisclien.  —  7:  0.  Erd- 
mann, Kelle,   Die  St.  Galler  Schriften  und  Xotker  Labeo. 

—  8:  Roediger,  Brau  Istetter,  Luzerner  Mundart.  — 
Meyer-Lübke,  Camoens. 

Göttiiigische  Gelehrte  Anzeigen  2G;  Minor,  Faligan, 
Histoire  de  la  Legende  de  Faust;  Tille,  Die  deutschen  Volks- 
lieder  vom   Doctor   Faust. 

Berichte  über  die  VcrliauiUiingen  der  sachs.  Gesellsch. 
der  Wissenschaften  1S90,  I:  F.  Zarncke,  Beiträge  zur 
Eebasis  cnptivi. 

Börsenblatt  t.  den  deutschen  Buchhandel  14:  H.  Seh  ra- 
der. Die   grossen  .\nfangsbuchstriben. 

Westdeutsche  Zeitschrift  f.  Geschichte  u.  Kunst  IX,  4: 
A.  Riese,  Die  Sueben.  Eine  Entgegnung.  (Gegen  die  .Ab- 
handlung Kossinnas.) 

Schriften  des  Vereins  f.  Geschichte  des  Bodensees  n. 
seiner  Umgebung  19:  Eberh,  Graf  Zeppelin.  Wer  ist 
der  Monachus  S.mgnlensis?  —  A.  Lungeinayr,  Ueber 
Ortsnamen,  mit  bes.  Berücksichtigung  der  Ortsnamen  aus 
der  Umgebung   von  Lindau. 

Zs.  der  Gesellschaft  f.  Beförderung  der  Geschichts-, 
Alterthuuis-  u.  Volkskunde  v.  Freibnrg  etc.   B  1    TX  : 


107 


1891.     Litcruturblntt  fQr  gornianiaclie  uml  rumänische  IMiilologlc.     Nr.  3. 


108 


J.  Neff.  Ulrich  Zasiu«,  ein  Freiburgcr  Humanist.  —  F. 
I'fnff.  Zu  Urunwart  von  Ou};lit'in.  —  K.  Ruiilot'f.  Die 
Linde   in  Uescliiclitc  uml  Dioiitun^.  F.  Pia  ff,    Hurcli, 

Zur  Kritilt  do9  Kürcnbcrgcrü ;  Uirlinger,  lU'clitsrlieiniselies 
Alaniaiuiicn. 

Deutsche  Rundschau  17,  5:  1'.  Scliweneke.  Ans  \V.  v. 
Ilunibdl'lts  Stiiilienjaliren.   .Mit   un};eilruckten   Briefen. 

Freiissische  .Inhrbiicher  2:  (!.  Ke  1 1  ne  r  ,'lioetbeä  Elpenur. 

Die  (iogenwart  J:  KIn  unbekanntes  Geiliebt  vi«n  liuetbe. 
Veiütfiiitlielit  %(ii  K.  Tb.  Oaeilertz. 

Die  Urenzboten  3:  Aus  der  Grill|iiir7.er- Ausstellung. 

Die  Nation  Ifi:  F.  Se  r  v  aes,  Hölderlin.  —  17:  L.Geiger, 
Ooetlies  Hezieliunsen  zu  Italien  I7s8 — 1790.  —  F.  Servaes, 
Ilübkrlin  (.Scliluss). 

Altprenssische  -Monatsschrift  27,  7  u.  8:  .lob.  S.enibr- 
zycki.  Die  Reise  des  Vergerius  nncli  Polen  1.556  — l.i57, 
sein  Freundeskreis  und  seine  Kfinigsberger  Flugscbriften 
aus  dieser  Zeit.  Hin  Ueitrag  zur  polniscben  und  ostpreuss. 
Reforinations-  u.  I^iteraturgescbiclite.  —  K.  Bucbbolz, 
ErklSruiigeii  und  Kimn  Intionen  zu  den  drei  Künigsberger 
Zwiscbcnspielen  aus  dem  .lalire  U)44.  —  K.  liuuk,  Orts- 
namen in   .Mtpreusscn. 

Schorers  Faniilienblatt  8  u.  4;  Hans  Fritscli.  Das  Gym- 
nasium  nnil   der   dcMitsi-lie   Unterriclit. 

Beilage  zur  Allg.  Zeitung  7:  L.Geiger,  F^enz  u.  Goethe. 
—  12-14:  Miix  Z  i  111  ni  e  r  m  a  n  n  .  Zu  Grillparzers  hundert- 
jährigem   Geburtstage.    —     1.'):    Die  Jubiläumsausgabe    der 


Gedichte  Grillparzers. 


2o:  R.  Otto,  Konrad  Hofmann. 
31   u.  32: 


L.  Geiger.  Zu  Schillers  Don  Carlos. 
Professor   .\ugust  Stöber. 
Wissenschaft!.  Heilage  der  Leipziger  Zeitung  .'>:    [lob. 
Prölss,  Zum  liundertsten  Geburtstnge  Franz  Grillpurzers. 

—  13:  R.  Ncedon,  Slavische  Lehnwörter  in  unserer 
Sprache. 

The  Academy  972.973:  Toynbee,  Dr.  Moore's  Dante  and 
bis  early  biographers.  —  Sommer,  Julyan  Notary's 
Edition  of  ,Tlie  Kalender  of  Shepardes*".  —  Skeat,  „A 
Midsummer  Xight's  Dream".  —  Edmundson,  Milton  and 
Vondel.  —  974:  Moore,  Scartazziiii's  Intrcpduition  to  the 
Study  of  Diinte.  —  li  1  o  y  (I ,  A  Midsuniiiier  Night's  Dreani. 

—  97.'):  Defries,  Browning  and  Dante.  —  B  u  c  h  li  e  i  m  , 
„A  Midsummer  Night's  Drcam".  —  97(i :  Noble,  Saints- 
bury's  Essays  in  English  Literature.  —  977:  Toj-nbee, 
„Arerage"  in  the  new   English  Dietionary. 

The  Athenaeniu  329S:  The  Century  Dietionary.  —  Chaucer's 
Prioress's  ,Oreatest  Oath'".   —   3300:   English  .Miraclc  Plays. 

The  Andover  Keview  Jan.:  Pancoast,  Some  Parnphrases 
of  Milton. 

Blackwood's   Edinburgh    Magazine    Jan.:    Shakespeare's 

Wolllell. 

The  North  American  Keview  Jiui.:  Rolfe,  jV  Witness 
for  \Yilliam  Sli.ikeapeare. 

Poet-Lore  Sept.— Dec. :  .M.  L.  Elniendorf,  A  recent  re- 
naissance.  —  Cli.  C.  Stopes,  Shakespeare's  Sonaets.  — 
E.  M.  Clark,  A  Study  of  rinies  in  Browning.  —  A.  R. 
Wall,  Dante's  Imperialism.  —  0.  F.  Emerson,  ,Antony 
and  Cleopatra".  —  A.  R.  Brown,  Cynewulf's  Phoenix. 
Transl.  —  E.  P.  Quirk,  Shakespeare's  „Less  Greeke".  — 
Th.  Child,  , Hamlet"  in  Paris.  —  O.  Harnack,  Goethe's 
Relations  to  russian  writers.  —  R.  J.  Oraez,  The  Journey 
of  „('bilde  Rolanil".  —  E.  Berdoc,  Browning's  scicnce  as 
shown  in  „Nunipholeptos".  —  A.  R.  Brown,  The  Lotus 
Symbolism  in  Homer,  Theocritus,  Moschus,  Tennyson  and 
Browning.  —   A.  H.  Wall,  Shakesp»»re's  face. 

Kev.  poL  et  litt.  4:  F.  Sarcey,  Comment  je  devins  con- 
fereni^ier  (Forts.)  —  J.  Honcey,  Les  chreticns  de  lettre» 
(Renan,  Tcdstoi,  Bourget).  —  n:  Edouard  Rud,  Les  idees 
mornlcs  du  temps  präsent.  M.Zola.  —  John  Grand-Car- 
teret,  La  carte  de  visite  ä  travers  deux  siecles.  —  Chro- 
nique  tbeatrale;  Thermidor,  drame  de  M.  Victorien  Sardou. 

—  (! :  A.  Barine,  Le  bilaii  intelleetucl  de  l'Allemagne, 
d'apres  UD  Allemand  (Rembrandt  als  Erzieher).  —  7:0. 
Lanson,  La  pucticjue  de  Racine.  (Aus  Anlass  von  Etüde 
8ur  le  Systeme  cirainatique  de  Racine  et  la  Constitution  de 
la  tragedie  fran^aise  par  P.  Robert.)  —  E.  Lcdrain,  La 
refurine  franjaise  avant  les  guerres  civiles.  (Aus  Anlass  des 
lebhaft  empfohlenen   Buches   von   Frau  Coignet.) 

.lournal  des  Savants  Dec:  Janet,  Alexandre  Hardy.  — 
li  I' r  I  r  a  II  d  ,   Lii   fiiiiiille  de   Descartes  en   Bretagne. 

KasHegna  Emiliana  II,  306-311 :  G.  Vandelli,  Serventcse 
anioroso  tratto   du   un  manoscritto  del  CoUegio  da  S.  Carlo. 


Archivio   Storico   lombardo   XVII,   4:    Cian,    Lettere    di 

.\nilrca   .\lciato  a   Pietro   Beinbo. 
Annali  della  r.  scuola  normale  snperiore  di  Pisa  VII: 

Gius.  Kirner,  Sülle  opere  storiche  di  Francesco  Petrarca. 

—   M.   Itarbi,   Dante  iiel  Cinquecento. 
Atti   dcl  r.   istituto  veneto  di  scienze,  lettere   ed  arti 

Serie   VII,    T.   1.    djyp.    10:    B.   M  o  r  s  n  1  i  n  ,   Frammento  del 

Liiiiientum  virginis.   poema   del   See.    XIV. 
Meraurie  della  r.  accadeniia  di  scienze,  lettere  ed  arti 

in    .^lodena    Serie    II.    vol.    VII:    Oiulio    Camus,    Alcuiii 

franinienti,  in  antico  dialetto  piccardo,  dell"  Etica  di  .\risto- 

tele  e^'mpendiata  da   lirunetto   Latini. 
Kerista   de   Espafia    l.'>.   Dec:    De   In   Sa  In.    ('ostumb:cs 

cspaüolas  en  el  siglo  XVII. 

Neu  erscliienenc  liüclior. 

Abel.  Carl,  Otfener  Brief  an  Prof.  Dr.  Gustav  Meyer  in 
Sachen  der  aegyptisch-indogernian.  Sprachverwandtschaft. 
Leipzig,   Frieilrich.   35  S.  S. 

Böttger,  II.,  Sonncncult  der  Imlogermanen  (Indoeuropäer), 
insbesondere  der  Indoteutoneii,  aus  12,")  liebr.,  grieeh.,  lat. 
und  altnordischen  Originalen  unil  278  sonstigen  Quellen 
geschöpft  und  erwiesen.  Breslau,  Freund.  XXXII,  lü7  S.  !<. 
M.  3,50. 

F  or  c  h  h  a  in  m  e  r ,  P.  W.,  I'rolegomena  zur  .Mytlidogie  als 
Wissenschaft  u.  Lexikon  der  Mythensprache.  Kiel,  Ilaescler. 
IV,  127  S.  8.     M.  5. 

Jacques  de  Vitry.  The  Exenipla  or  illustrative  stories 
from  the  Serniones  vulgares  of  J.  d.  V.  Eilited,  with  Intro- 
duction,  Analysis  and  Notes  bv  Thoni.  Fred.  Crane.  Lon- 
don,  Pub),  for  the   Folk-Lorc  Society.  CXVL  303  S.  8. 

Running,  F.,  Rationalismens  Tidsalter.  Sidste  Haivfdel  af 
18.  Arhundrede.  Anden  Del.  1770 — 1775.  Kjobenbnvn.  422  p. 
8.     M.  9,75. 

Tech  in  er.  F.,  Beiträge  zur  Geschichte  der  franz.  u.  engl. 
Phonetik  u.  Phonogr:ipliie.  1.  Th.  (Sonderdr.)  Ulm,  Kerler. 
XI,  339-374  A  u.   145-297  iii.  Fig.  Lex.-8.     M.  0. 


Lehn-  und   Frenid- 
Oberrealscluile    in 

von  der  Burg    und 


Abbee,  Victor,  Die  Namen  der  Verwandten  u.  Geschlechts- 

genosson    in    den    Urkunden    des    Klosters    Fulda.     Witten. 

29  S.  8. 
Biographie,  .■Vllgemeiiie  deutsche.   Bd.  31,  IL  2  u.  3.   Darin 

u.  a. :   K.  Schiller,  von  II.  Fischer;  Karl  Schiller,  v.  Krause; 

Schiltcr,  von  Eisenhart:  Aug.  Schlegel,  vonMuncker;  J.  E. 

Schlegel,    von  Antcniewicz;   Schleicher,   von   Job.  Schmidt. 
Blumer,  J.,  Zum  Geschlechtswandel  der 

Wörter    im    Hochdeutschen.    I'rogr.    der 

Leitmeritz.  82  S.  8. 
Briefwechsel   zwischen    Michael    Enk 

Eligius    Freiherr  von  Münch-Bellinghausen   (Friedr.  Halm). 

Hrsg.  von  R.  Schacliinger.    Wien.    Holder   in  Conim.    VIII, 

223  S.  S.     M.  G.     (Vgl.   Lit.  Cbl.  9.) 
Dialekt,  der  Wiener,  und  seine  hochdeutsche  Stiefschwester. 

Ein  Beitrag  zur  huchdeutschen   Lautlehre  vom  Standpunkte 

des  Wiener  Dialekts.   Wien,  Manz.  02  S.  8.     M.   1,50. 
Eitncr,     G.,     Goethes    Frauengestalten.     Probe:    Gretchen. 

23  S.  4.   I'rogr.  des  Gymnasiums  zu  Görlitz. 
Forschungen,    thcatergescliichtlichc.    Hrsg.    von    H.    Litz- 

uiann.  I:   Das  Repertoire  des  Weimarischen  Theaters  unter 

Goethes  Leitung   1791  —  1817.    Bearb.  u.  hrsg.  von  C.  A.   H. 

Burkhardt.  Hamburg,  Voss.   XL,  152  S.  gr.  8.     M.  3,50. 
G  e  b  m  I  i  c  h  ,    E.,    Christian    Reuter,    der   Dichter    des  Schel- 

muflfsky.  Ein  Lebensbild  aus  dem   17.  Jh.    Leipzig,  Richter. 

IV,  .59' S.   gr.  S.     .M.   1,20. 
Ger  des,    Heinrich,    (iescbichte    des    ileutschen    Volkes    und 

seiner   Kultur    zur  Zeit    der   karolingisclu'ii   und   sächsischen 

Könige  Leipzig,  Duncker  &  Humblot.  XVI,  709  S.  8.  M.  13. 

(Vgl.  Lit.  Cbl.  7.) 
Handbibliothek,  germanistische,  begründet  v.  J.  Zacher. 

VIII:  Hartmann  v.  Aue.  Iwein,  der  Ritter  mit  ileni  Löwen. 

Hrsg.    von   E.   Henrici.    1.  Tlieil.    Text.    Halle,   Waisenhaus. 

388  S.  gr.  8.     M.  8. 
Handskriftprof.    1.500—1800.    Till    tjcnst    vid    öfningar    i 

handskriftläsning  utgifna   ur   l.uii  Is  Univcrsitets  hiiudskrift- 

eamling.    Med    förord    af    M.   Weibiill.    Stockliolin,    (ieiicriil- 

stabcns  litografiska  anstatt.    II.    2(1  S.,    8   Hl.   Schriftproben. 

Fol.     Kr.  3.     S. 
Hart  mann,  ('.,   Friedrich   Carl   Casimir   Freih.   von  Crcuz  n. 

seine   Dichtungen.    Hin   Beitrag   zur   LiteraturgeschichtO  des 

18.  Jh.'s.  Heidelberg,  Hörning.  III,  88  8.  8.     M.  1,80. 


109 


1891.     Litcraturblatt  für  germanische  und  romanische  l'hilologic.     üi.  3. 


110 


H.j  o  1  m  C|  V  i  6  t .  Theodor,  Naturskildringarua  i  den  norröna 
diktningcn.  Akademisk  afhandling.  Stockliolm,  Ivar  Hoegg- 
strönis   büktryckeii.  II,  215  S.  H.     Kr.  2,25.     S. 

Holfold,  Die  Merkmale  des  Uebergiing.s  vom  Alid.  zum  Mhd. 
in  der  Deelination  Willirams.  I'rogr.  des  Gyranasiuras  zu 
Guben.  20  S.  8. 

Hüser,  Ualthasar,  Uebcr  den  Namen  eines  Baches  u.  eines 
Berges  in  der  Umgegend  der  Stadt  Brilon.  Programm  des 
Gymnasiums  zu  Brilon.  11  S.  4. 

Idiotikon,  Schweizerisches,  H.   IS:  hin— hup. 

Kassewitz,  J.,  Die  franzüsisehen  Wörter  im  Mitlclhnch- 
deutschen.  Strassburger  Diss.  Leipzig,  Foek.  119  S.  8.   M.  2. 

Kluge,  F.,  An  Etyniological  Dictiunary  of  the  German 
Language.  Trans,  t'rom  the  4"'  German  ed.  by  John  Francis 
Davis.   Bell  und  Sons.  430  p.  8.     18/ 

K  !•  i  s  p  i  n  ,  Karl,  Die  Verwandtsehaft  der  latein.  und  griech. 
Sprache  mit  der  neuhochdeutsilien.  Programm  des  Ober- 
gymnasiums in   Bohm.-L.eipa.  23  S.  B. 

Kühn,  Willi.,  Goethes  Leben  u.  sein  Faust.  Berlin,  Maver  & 
Müller.  32  S.  8. 

Lang,  W'.,  Von  und  aus  Schwaben.  Geschichte,  Biographie, 
Literatur.  7.  Heft.  Uottlob  David  Hartniann.  Ein  Lebens- 
bild aus  der  Sturm-  u.  Drangzeit.  Stuttgart,  Kohlhammer. 
IX,   132  S.  8.     M.   1.50. 

L  e  h  ma  n  n  -  Fi  1  h  c  s,  M..  Isländische  Volkssagen.  Aus  der 
Sammlung  von  J.  Arnason  ausgewählt  und  aus  dem  Islän- 
dischen übersetzt.  !X.  F.  Berlin,  Maver  &  Müller.  XXX, 
26Ü  S.  8.      M.   4. 

Luzac,  C.  J.  J.,  De  Xederlandsche  sentimenteele  roman  en 
zi.jne  tcrugwerking.  Amsterdam.  (5,   116  ji.  8.     M.  3. 

Minor,  J.,  Rede  auf  Grillparzer.  geh.  im  Festsaale  der 
Universität.   Wien,   Uölder.  2.   Aufl.  23  S.  gr.  8.     M.  0.60. 

Keff,  Joseph,  Udalricus  Zasius.  Ein  Beitrag  zur  Geschichte 
des  Uuiuanismus  am  Oberrhein.  Th.  I.  Programm  des  Gym- 
nasiums zu  Freiburg.  35  S.  8. 

Sanifund  til  udgivelse  af  gammel  nordisk  litteratur:  Fa'rosk 
Antholügi,  ved  \^  ü.  Hammershaimb.  5.  Kr.  3.  —  Lax- 
duela  Saga,  ved  Kr.  Kälund.  2.  Kr.  3.  —  Östnordiska  och 
latinska  medeltidsordspräk  (Feder  Laie),  utg.  »v  A.  Kock 
och  C.  af  Petersens.  2.   Kr.  4.  —  Smästykkcr  115).  Kr.  125. 

Schultz,  Alwin.  Alltagsleben  einer  deutschen  Flau  zu  Anfang 
des  18.  Jh. 's.  Mit  33  Abbildungen.  Leipzig,  Hirzel.  XV, 
278  S.  8. 

Schütze,  Karl,  Die  Lieder  Heinrichs  von  Morungeu  auf 
ihre  Echtheit  geprüft.   Kieler   Dissertation.  83  S.  8. 

Schwarz,  Ernst,  Ueber  die  Partikel  gt-  vor  Verben.  Progr. 
des  Staatsgymnasiums  in  Ried.   19  S.  8. 

Schwarz,  P.,  Reste  des  Wodankultus  in  der  Gegenwart. 
Xaeh  einem  Vortrage.  Leipzig.  Xeumann.  III,  50  S.  8.  M.  1. 

S  öder  wall,  K.  F.,  Ordbok  üfver  svenska  medeltidsspräket. 
Tolfie  haftet.  Lund,  Berlingska  buktryckeri-  och  stilgjuteri- 
aktiebolaget.  120  S.  4.  (Samlingar  utgifna  af  Svenska  Forn- 
skriftsällskapet.  Haft.   100.)     Kr.  7.50.     8. 

Stötzner.  P.,  Beiträge  zur  Würdigung  von  Job.  Balth. 
Schupps  lehrreichen  Schriften.  Leipzig,  Richter.  III,  95  S. 
gr.  8.     M.  1,80. 

Stracli,  Moriz,  Die  Abweichungen  des  ersten  Drucks  der 
drei  ersten  Gesänge  des  Messias  von  den  heute  in  der 
Wort-  und  Flexionslehre  geltenden  Gesetzen.  Programm 
des  Übergymnasiums  in  Prag  am  Graben.  32  S.  8. 

Svenska  Medeltidspostiller.  (Utg.  af  G.  E.  Klemming.) 
Tredje  deleii,  första  haftet.  Stockholm,  Kongl.  boktryckeriet. 
160  S.  8.  (Samlingar  utgifna  af  Svenska  Fornskriftsällskapet. 
Haft.   101.)     Kr.  2,50.  '  S. 

Ullrich  .jun.,  W.,  üeber  den  Zustand  der  draniat.  Poesie 
Deutschlands  in  der  2.  Hälfte  des  17.  Jh. 's.  Eine  literar. 
Studie.   Leipzig,  Friedrich.  III,  44  8.  8.     M.   1. 

Uz,  J.  1'.,  sämmtliche  poetische  Werke,  .'S.  139 — 422.  Einl. 
S.  XVII  — CIX.  Stuttgart,  Göschen.  (Seufferts  Literatui- 
denkmale  34 — 38.) 

Vesterling,  Herrn.,  Herders  llumanitätsprincip.  Hallenser 
Dissertation.  53  S.  8. 

W  i  s  e  n  ,  Theodor,  Emendationer  och  exegeser  tili  norröna 
dikter.  IV.  Lund  Akad.  Progr.  S.  81  —  139.  8.     S. 

W  r  e  d  e  ,  Ferd.,  Ueber  die  Sprache  der  Ostgoten  in  Italien. 
Strassburg,  Trübner.  160  S.  8.     M.  4.     (QF.  68.) 


Earle,  J.,  English  Prose,  its  Elements,  History  and  Usage. 
London.  540  p.  8.     M.   19,20. 

English  Miscellanies,  A  Volume  of,  Illustiating  the  History 
and  Language  of  the  Northern  Counties  of  England.  (I'ubli- 
cations  of  the  ."-urtees  Society,  Vol.  85.)  Demy  Svo,  p.  IX — 
100.  Andrews  (Durliam).   Whittaker  and   Co.     6 

Haziitt,  W.  C,  Studies  in  jocular  Literature.  London.  8. 
M.  5,40. 

Longmans'  Ilandbook  of  English  Literature.  By  R.  Mc  Wil- 
liam. From  A.  D.  673  to  the  prcsent  Time.  London.  604  p. 
8.     M.  5,40. 

Muret,  E.,  Encyklopädisches  engl. -deutsches  und  deutsch- 
engl.  Wörterbuch.  Mit  Angabe  der  Aussprache  nach  dem 
phonet.  System  der  Methode  Toussaint-Langeuscheidt.  Grosse 
Ausg.  I.  Thcil:  Engl. -Deutsch.  1.  Lief.  Berlin,  Langenseheidt. 
XXXII    u.   S.    1-80.   gr.    Lcx.-8.      M.    1,.50. 

Shelley,  I'.  B.,  Poetieal  Works.  Ed.  by  E.  Dowden.  Lon- 
don, Macmillan  and  Co. 

Skeat,  W.  \\'.,  Principles  of  English  Etymology.  2nd.-eries: 
The  Foreign  Element.  Cr.  8v(>,  526  p.  Clarendon  Press.  10  6 

Spenser,  E.,  The  Faerle  Queene.  New  ed.  Witli  a  Glossary. 
Illust.  by   Edwaril   Corbould.  Cr.  8vo,  816  p.  Routledge.  2;6 


Chaucer,  G.,  Poetieal  Works.  Edit.  by  Richard  Morris. 
With  Memoir  by  .Sir  Harris  Nicholas.  New  ed.  6  vols.  Vol. 
I.  (Aldine  Edition.)  12uio.  Bell  and  Sons.     2y6 


B  a  r  t  h  u  1  o  m  a  e  i  s,    Vinc.  De,    Di  un  eodice  Senese  di  sacre 

rappresentazioui.  Roma.   Estr.  dai  Rendiconti  della  R.  Acca- 

demia  dei   Lineei. 
Bettazzi,   E.,  Xotizia  di  un  laudario  del  sec.  Xlll.    Arezzo, 

Bellotti. 
B  i  b  1  i  ot  h  e  (j  u  e    Elzevirienne.    Les   ceuvres   poetiques   de  M. 

Bertaut.    l'ubl.    d'apres  l'edition  de  1620  avec  introduction, 

notes   et  lexique,   par  .Adolphe  Chencviere.    Paris,  E.  Plön, 

Nourrit  et  C.     fr.  6. 
Bizos,    G.,    Ronsard.    Ce    volunie   comprend    de  nombreuses 

reproductions  de   la  Bibliotheque  nationale  et  du  Musee  de 

Versiiilles.  ln-8,  240  p.  Paris,  Lecene,  üudiu  et  C.  Nouvelle 

collection  des  classiques  populaires. 
Cauti  e  Racconti  del  Popolo  italiano  pubblicati  per  cura  di 

D.  Coniparelti  ed   A.  D'Ancona.   Vol.  IX:  Canti  jiojiülari  in 

dialetto  logudorese  raccolti  )ier  cura  di  Gius.  Ferraro.  Turin, 

Loescher.  399  p.  gr.  8.     fr.  8. 
Cantigas    de    santa  Maria,    de    don  Alfonso    el   Sabio.    Las 

publica  la  Real  Acadcmia   Espafiola.  Madrid. 
Caruso,  S..  Ariilosia  di   Lorenzino  de'  Medici.  Paliui. 
Cattaueo.    G.,    Una    geminazione    errata,    questione    gram- 

maticale.  Triest. 
Codazzi,    P.,    La    vergine    Maria    nella    Divina    Commedia. 

Lodi.    11   p.  8. 
Colombo,  Nie,  La  lingua   ili   Danle.  Novara.  39  p.  8. 
Cotronei,  Br.,  La  Fontaine  e  Ariosto.   Catania.  Estr.  della 

Rassegna  della  letteratura  italiana  e  straniera. 
Cresci  manne,    G.,   Satana    e  Dio   nella  Gerusalemme   del 

Tasso.  Catania. 
Crescini,  V.,  Del  canzoniere  provenzale  V  (Marc.  App.  XI). 

Estr.  dai  Rendiconti  della  R.  Accadeinia  dei  Lineei. 
D' Ambra,    F.,    Vocabolario    della    lingua    italiana    scritta  e 

parlata.    Firenze,  Adriano  Salani.    XVI,  137'I  p.    16.     L.  5. 
Dante  Alighieri.  L' inferno  dichiarato  ai  giovani  da  Ang. 

De  Gubernatis.  Firenze.  VIII,  50f)  p.  24.     L.  2,.50. 
Flamini,   Fr.,'  L' iniitazione  di   Dante  e  dello  stil  novu  uelle 

Rime  di  Cino  Rinucciui.    Verona.    20   p.    4.    Aus  Allighieri. 
Funioso.  Commedia  intitolala  il  travaglio,  recitata  in  Sieua: 

Opera    ridiculosa  e  ]iiacevole,    coinposta    per  il  Fuuioso  de' 

Rozzi    da  Siena    [e    pubbl.  a  cura   di  Curzio  Mazzi].    Sieua. 

78  p.  16.  Biblioteca  popolare  seuese  del  secolo  XVI.  Xo.  I. 
Grazzini,  Anton  Francesco,    detto   II  Lasca.    Le  cene,    per 

<'ura  di   Carlo   Verzolle.   Firenze,  Sansoni.   LXVII,  389  p.  8. 

L.   15.     Racc.    di    opere   inedite  o  rare  di  ogni  secolo  della 

letteratura   it^iliana. 
Hennigs,    Willi.,    Studien   zu   Lope  de  Vega.   Eine   Klassi- 

ficatiou  seiner  Commedia».    Göttingcn,  üietericli.   V,    105  S. 

Lex.-8.     M.  2,80. 
Intra,  G.  B.,  Virgilio  e  1' Ariosto.  Mantova.  17  p.  8. 
Kayserling,    M.,    Biblioteca    espanola-portugueza-judaica. 

Dictiüunaire  bibliographie  des  auteurs  juifs,  de  leurs  ouvrages 

espagnols  et  portugais  et  des  anivres  sur  et  contre  les  juifs 

et  le  judaisme.  Avec  un  iippcr(;u  sur  la  litterature  des  juifs 

espagnols  et  une  collection  des  proverbes  espagnols.  Strass- 
burg, Trübner.   XXL   155  p.   Lex.-8.     M.  6. 
Körting,    G.,    Lateinisch-romanisches  Wörterbuch.    7.  Lief. 

Paderborn,  Schöuingh.  56  S.  Lex.-S.     M.  2. 


111 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  um!  romanische  Philologie.     Xr.  3. 


112 


Lean<lrei<lc:  canto  1,  secondo  il  codicc  voneziano  No.  3270 

e  n"  il'ubicaziom-  2:<4.'>  del  iiiuson  civico  pil  11  coilice  trovi- 

sano   n"  H3C    dclla    biblioteoa    ouniunale :    saggio  di  pubbli- 

cazione  ili-l  dott.  C.  De  Stefani.  Padova.  !t  p.  8. 
Los   plus   aneiens  Chansonniers  francais  (XIl"'  siecle)  publies 

d'apres    tous    Ics    nianuscriis    par   Jules   B  rakelmann  t- 

(Keuilles  1— H.)  Paris,  Houlllon.  228  p.  S.     fr.  b. 
IjCttres  du  seigneur  de  Zuyliclieni  n  Pierre  Corneille,  p.p. 

J.  A.  Wort.  Groningen,  Wolters.  3.")  S.   gr.  8. 
Luzzatto,    L.,    Vocaliänio    cid    dialotto   nioderno  della  eittA 

di  Venozin  e  Padova.  Veuezia,  Kontana. 
M  acr  y-Co  r  r  e  a  I  e,    F.,    La    ranzone    del    Petrarca    „Spirto 

gentil".  Saggio  di  un  nuovo  comniento.  Siena. 
>l  a  g  n  o  Celio  e  Bern.  Na  vage  ro,    Sonetti  due.    Venezia. 

7  p.  8.  Estr.  dal  cod.  .Marciano  it.  el.   IX,  No.  271,  c  pubbl. 

da  Dnnienico  Zasso    per    le    nozze   di   IM.   Vivanti  con   Lina 

Grassini. 
Mango,    F..    Di    aleune    stanze    adespote     del    sccolo    XVII. 

Palermo.   18  p.  S. 
.Mazzoni,  Guido,   Un  libello  padnvano  in  rinia  del  see.  XV. 

Padova,  Randi.    Estr.  dagli  Atti  e  memorie   della  H.  Aeca- 

demin  di  Padova. 
M  c  n  g  h  i  n  i ,   Canzoni    antiche    ilel  populo  italiano  riprodotte 

secnndo  le  vecchie  stnnipe.  Kunia. 
Jlerkel.  C,  Sordello  e  la  sua  diniora  presso  Carlo  I  d'.\ngiö. 

Torinu.  Nozze  Cipolla-Vittone. 
.M  ic  ha  i  lenu,    St..    Studlu    nsupra   dialectulü  Roniänilor  din 

Maccdonia.   Bueuresci.  93  S.  8. 
Xinne-Xanne,   filastrooehu  e  sorteggi,  raccolti  nolla  valle 

di   Pinerolo  ila  Filippo  Stves.  l'inerolo.   107  p.  IG. 
N  0  1  h  a  0,  P.  de,  Le  „De  viris  illustribus"  de  Petrarque.  Notice 

sur   les   manuscrits  origiuaux,   suivie    de  fVagmcnts  inedits. 

In-4,  92  p.  Paris,  Imp.  nationale.  Tire  des  Notices  et  Extraits 

des  manuscrits  de  la  Bibliothique  nationale  et  autres  biblio- 

tli'equos  (t.  34,  prcmiere   partie). 
Nozze    Cipollii-Yittone.     Verona,    Franeliini.     [I'ellegrini,    Di 

un   comniento    poco    noto    del    see.   XIV  alla  prima  cantica 

della  I).  C. :  Marchcsini,  Brunetto   Latini  notaio.] 
Otto,  Richard,  Konrad  llot'mann  (Necrolog).  München.  13  S. 

8.  Sonderdr.  aus  der  Beilage  zur  .\llg.  Zeit.  v.  30.  Jan.  1S9I. 
Pen  CO,  E.,  Storia  della  letteratura  italiana.    Vol.  II.   Siena. 

16.     M.  4. 
Porebowicz,     Edward,     Zbior     Nieznanycli     Miszpai'iskich 

Ulotnych  Druköw  znajdujacycli  si«;  \v  biblijoteoo  Jagiellonskiej 

w    Krakowie.    Krakow.    Osobne    odbicie    z    T.    XV.    Rozpr. 

W'ydz.  filolng.  Akadomii  Umiej»;tnosei  w  Krakowie.  72  S.  S. 
Racine,    Athalie.    Mit    Einleitung    und    Anmerkungen    hrsg. 

von  K.  A.  M.  Hartniann.  Leipzig,  Seemann.  XX,  8t;  S.  (il  S. 

Anm.  kl.  8. 
Randi,    T.,    L'  idea  del  socialisino  nella  poesia  popolare  ro- 

magnoln.  Rimini.    14  p.  8. 
Ricette,    LVII,    d' an  libro  di   cucina  del  buon  secolo  della 

lingua.  Bologna,  Zaiiif  lielli.  28  p.  8.  Nozze  Vittorio  Enricpies- 

Lui.sa  Franchetti.  Hrsg.  Morpurgo. 
Rocca,    L.,     Di    alcuni    comment.i    della    Divina    (^ummedia, 

eomposti  nei  primi  vent'anni  depo  la  niortc  di  Dante:  saggio. 

Firenze,   Sansoni.    X.    429   p.    IG.     L.    5.     [Inh.:    1.   Cbiose 

attribuite  a  Jacopo  ili  Dante.    2.  Comniento  ajionimo  sopra 

r Inferno.  3.  Chiose  anonime  alla  prima  cantica.  4.  II  com- 
niento di  Jacopo  Della   Lana.  .'>.  L't)ttinio  Comniento.  i>.  II 

Comuii'iito  di    Pietro  Alighieri.  | 
Romizi.   Aug.,   Dafne  :  parallele  letterarin.   Verona.  29  p.  IC. 

(Aus  Bibl.  deile  seuole  italiane  III,  4     .">.) 
Röndani,    A.,    II    marito    di   Franc,  da  Rimini    nel  canto  V 

deir  Inferno.  Parma,  Battei. 
Rua,    (i.,    Intorno    alle    ,Piacevoli    Notti"    cldlo    Straparola. 

Torino,   Loesclnr.   lOS  p.  s. 


(iratis    nml    fiiinkn    versenden    wiv    unsere    soeben 
erschienenen  a n t i i| u a r i s cli e ii   V c rz e i c li ii i ss e 
Xr.  225:  Romanische  Philologie  (905  Werke), 
Nr.  22ii:   Germanische  Philologie    (2013   Werke). 
(PiihJiotheUeii  der  lli-ircn    l'rot'.    Hr.  .\cl.  Ebert  niid 
.\.  Th.  Möbius  in  Leipzig:.) 

üift  &  dTaiiriie,  J^mlilmiullci,  iißip.'iig. 


Saggio  di  oanti  popolari  logudoresi,  a  cum  di  Vittorio  Cian. 

Iti  p.  8.  Nozze  Bornardi  Calbo. 
äanna,    Giov.,    Osservazioni,   confronti  e  paralleli  intorno  a 

parecehie  opere  edite  di  .AI.  Manzoni.  2"  ed.  Milano.  359  p. 

8.     L.  4,50. 
Seherillo,    M.,    La   morte  di  Beatrice.   Saggio.    Estr.  dagli 

jVtti  della  R.  Aceailemio  di  archeologia,  lettcre  e  belle  arti 

(Napoli). 
Sehirmer,  W.  C,  Dante  Alighieris  Stellung  zu  Kirche  und 

Staat,  Kaiserthum  und  Papstthum.  Eine  Studie.  Düsseldorf, 

Sehrobsdorir.  3.->  S.  gr.  8.     M.   1,20. 
Schneegans,  Eduard,   Die  Ciuellen  des  sog.  Pseudo-Philo- 

niena    und    iles    Ofticiums    von  Gerona    zu  Ehren  Karls  des 

Grossen    als  Beitrag   zur   Geschichte    des   altfranzös.  Epos. 

Strassburger  Dissertation.  8j  S.  8. 
Schuchardt,    Hugo,    Kreolische    Studien.    I.X:    Ueber   das 

.Malaioportugiesische  von  Batavia  und  Tugu.  [.\us  Sitzungs- 
berichte der  k.  Akad.  d.  Wiss. |    Wien,  Teinpsky  in  Comm. 

2.iG  S.   Lex.-8.     M.  4,50. 
Schult  he  iss,    Alb.,     Pietro    .-Vretino    als    Stammvater    des 

modernen  Literatenthums.  Hamburg,  Verlagsanstalt.  48  S.  S. 
Simone  seh  i,    L.,    II   giuoco  in  Pisa  e  nel  contado  nei  see. 

XIII  e  XIV.  Pisa,  Mariotti. 
Solerti,  .\.,   Ode  del  C'avaliere  Bartolomeo    Del  Bene.    To- 
rino. Nozze  Gabotto-Abrate. 
Torre,    Rugg.    Della,    Tra    feltm    c    fcltro :    nota    ilantesca. 

Cividnle.   l.'i  p.  8. 
V  as  e  o  n  c  e  1  1  o  s,  J.   Leite  de,  Poesia  amorosa  do  povo  por- 

tuguez.  Lisboa,  Carvalho.   144  p.  12. 
Volpi,  G..  Dante  nella  poesia  italiana  del  see.  XIII  e  XIV. 

Firenze.  .')  p.  8.  (Vita  Nuova  anno  II,  n°  34.) 
—  — ,  Del  tenipo  in  cui  fu  scritto  il  Morgante.  Modena.  5  p. 

8.  (.\u3  Rass.  emiliana  II,  10.) 
Zannoni,  G.,  Due  ottave  inedite  di  Torquato  Tasso.  Roma. 

Nozze  Baceelli-Bracci. 


L i  t e r a r  i s c 11 e  M i 1 1  h e il u n g e n ,  Personal- 
n a c li r i eil t e n  etc. 

Von  Emil  llenricis  .\usgabe  des  llartniannsohen  Iwein 
ist  der  erste  Band,  Text  mit  Varianten  aller  Handschriften, 
im  Druck  vollendet  (Halle,  Waisenhaus).  Der  zweite  Band, 
.\nmeikuiigen  und  Einleitung,  wird  wohl  noch  im  laufenden 
Jahre  fertig. 

Die  , Beiträge  zur  Geschichte  der  deutschen  Sprache  und 
Literatur'"  werden  unter  Mitwirkung  der  bisherigen  Heraus- 
geber Paul  unl  Braune  in  Zukunft  von  Prof.  Sievers  in 
Halle  redigirt. 

Bei  Maisonneuve  wird  demnächst  ein  altfranz.  Hand- 
wörterbuch von  A.  B  0  s  erscheinen. 

Bei  Lemerre  in  Paris  wird  demnächst  eine  neue  von 
Longnon  besorgte  Ausgabe  von  Villons  Werken  erscheinen. 

Der  geringe  Rest  der  kleinen  Auflage  (ÖO  Ex.)  von  Alfred 
Webers  .\usgabe  des  altfrz.  .\this  untl  Prophilias  ist  in  den 
Besitz  der  Buchhandlung  Werner  Hausknecht  in  St.  Gallen 
übergegangen,  und  das  Exemplar  wird  zu  4  Fr.  durch  ihn 
verkauft.  Der  nämliclic  Buchhändler  hat  auch  A.  Webers 
handschriftliche  Studien  in  Coiiiniissionsverlag  genommen. 

t  am  7.  -März  in  Wien  i'rof.  Dr.  Franz  v.  .Miklosich, 
7."'>  Jahre  alt. 

Antiquarische  Cataloge:  Ca  rl  e  ba  e  h  .Heidel- 
berg (Deutsche  Literatur  u.  Literaturgeschichte);  ICerler, 
Ulm  (Deutsche  Lit.) ;  Koehler,  Berlin  (German.  u.  roman. 
Sprache  uml  Literatur). 

.\bs:esclilossen  am  10.   .März   1891. 


Encyklopädie  und  Methodologie 

romanischen   Philologie 

mit   licsuiidcicr   IJciücUsiclitigung   des    l'ran/üsisclien   und 

Italieuisclren 

von 

Gu.stiiv  Körting. 
3  Bände  u.  ein  Zusatzheft,   ll.j  Bogen.  1884/88.  Preis  Ji  24,- 
Leipzii/.  O.  R.  lieisland. 


Hierzu    Beilagen    von    15.    (i.    Teubiier    in    Li'ipzig,     Karl    .1.    Trübner's    Verlag   in    Strassburg    und 

Velhageii  &  Klasing  in  Bielefeld. 


Verantwortlicher  Redaotcur  ProL  Dr.  Fritz  Xeumann  in  Heidelberg.  —  O.  Otto's  Hofbuchdruekerei  in  Darmstadt. 


LITERATURBLATT 


FÜR 


GERMANISCHE  UND  EOMANISOHE  PHILOLOGIE. 


HERAÜSGEÖEBEN  VON 

j)R.  OTTO  BEHAGHEL  mo  D" 


FRITZ  NEUMANN 


o.  ö.  Professor  der  germanischen  Philologie 
an  der  Universität  Giesgen. 


o.  ö.  Professor  der  romanischen  Philologie 
an  der  Universität  Heidelberg. 


Erscheint  monatlich. 


VERLAG    VON 

O.  R.  REISLAND,  LEIPZIG. 


Preis  balVjÄi]r1icU-J^5 


XII.  Jahrgang. 


Nr.  4.    April. 


189y^, 


Bielschowsky,  Geschichte  der  deutschen  Dorf- 
poesie im  13.  Jh.  (Martin). 

Muncker,  Klopstock  (We  i  s  senf  e  1  s). 

H  o  f  f  m  a  n  n  ,  Der  Vokalisraus  von  Basel-Stadt 
(Beb  a  g-hel). 

B  1  a  1 1  n  e  r ,  üeber  die  Mundarten  des  Kantons 
Aarg:au  (Behag^hel). 


ZKY 

Brandstetter.  Proleg^omena  zu  einer  Geschichte  ■  Salver  da  de  Gra  v  e,- Introductitji^  une  editibg 


der  Luze: ner  Mundart  iBehag-h  el). 
Pabst,    Sprache    der   me.  Ri.-imchronik  des  Robert 

von  Gloucester  (H  o  1 1  h  a  u  s  eni. 
Tübler.   Von   dem   Gebrauche   des  Imperf.  Futuri 

im  Romanischen  (S  e  h  u  e  h  a  rd  t). 
(Euvres    de   Gautier    d'Arras,    p.p.  LÖseth. 

I.  Eracle.     IL  Ule  et  Galeroa  (F  o  e  r  s  t  e  n. 


7i'- 


critique  du  Roman  d^EtSPas  (Fopr*Jtej) 
Voigt,  II  risorgimeutOi(ieH'antichifi[  ■cWssiea,  tr^. 

iL  con  pref.  del  prüf.  YÄlbusa  (C  1  o  e  1 1  a).  V  vA 
Bibliographie.  V' '  /  'J    */ 

Literarische    M  i  1 1  h  eflion^en  ^     Persolial- 

nachriohten  etc.  ^  .^ 


Bielschowsky,  AlbiMt.  Geschichte  der  deutschen 
Dorfpoesie  im  13.  Jahrhundert.  I.  (.\cta  Germanica, 
hrsg.  von  R.  Henninsf  und  J.  Hoffory  Bd.  II,  H.  2.)  Berlin, 
Mayer  &  Müller.  VII,  294  S.     M.  9,50. 

Diese  Arbeit  maelit  der  Sammlung',  in  welcher  sie 
erschieueu  ist,  alle  Ehre.  Sie  stellt  zunächst  den  Boden 
dar,  auf  dem  die  Poesie  Xeidharts  erwachsen  ist,  die 
Lieder  besoudeis  der  Mädchen  und  Frauen  zu  den  Früli- 
lingsfesten.  Ganz  überzeug'end  wird  nach  späteren  Zeug- 
nissen angenommen,  dass  diese  Lieder  der  Ausdi'uck 
einer  ausgelassenen  Fröhlichkeit  waren,  die  neben  der 
sonstigen  Ehrbarkeit  der  germanischen  Frauen  sich 
gelegentlich  geltend  machte.  Zu  den  angeführten  Bei- 
spielen dieser  Ausgelassenheit  lassen  sich  noch  andere 
fügen,  wie  die  sogenannten  Maikuren  in  Heidelberg,  bei 
welchen  die  Paare  die  Xacht  im  Walde  zubringen.  Ganz 
besonders  aber  trägt  gleichen  Charakter  die  Fastnacht- 
feier, bei  welcher  nach  WQlframs  Zeugniss  (Parz.  409, 
8  ff.)  dii(  koiifivip  von  Tolensfeiu  . . .  von  gampelsifen 
Kämpfe  anstellten:  zu  vergleichen  ist,  was  über  den 
Hirschmontag  im  Elsass  berichtet  wird,  an  dem  die 
Frauen  das  Regiment  führen,  und  in  den  fünfziger 
.Tahren  sich  einnml  so  benahmen  (elles  araient  trriife 
Je  eure  cmnme  leurs  maris),  dass  deswegen  ein  Monstre- 
prozess  in  Belfort  geführt  wurde.  Auch  die  Kinnesslnst 
in  Htdland  verträgt  sich  mit  dem  sonst  so  dfftige» 
Yolkscharakter  der  Xiederländer.  Pass  die  alten  Mai- 
feste von  Gesang  und  Tanz  begleitet  wai'en,  ist  un- 
zweifelhaft; S.  13  nennt  mich  der  Yerf.  mit  Unrecht 
als  einen  Bestreiter  dieser  Ansicht.  Für  die  Winter- 
lieder nimmt  er  vielleicht  (S.  26)  nicht  mit  Eeclit  an, 
dass  sie  auf  den  Spottliedern  der  Männer  beim  Weine 
beruhten ;  auch  für  die  Mädchenlieder  ist  Spott  bezeugt, 
wie  z.  B.  in  der  Völsungasaga  cap.  V.  wo  Siggeir  sagt: 
clffi  gJtiihi  iiiei/Jar  pri  hrei/(fa  sonttin  intniim  !  leikinn 
fif  peir  lira'äi^  hanu  sinn:  und  auf  dem  Tanzboden  au 
der  bayrisch-österreichischen  Grenze  ist  bald  nach  1870 
ein  Lied  gesungen  worden,  in  welchem  die  Bayern  die 
Tiroler  verspotteten :  Wir  haben  jetzt  ein  Kaiserreich — 
reich — reich — reich,  und  ihr  habts  nur  ein  Kaiserthum — 
dumm — dumm — dnmm:  die  solenne  Prügelei,  die  sich 
daran  schloss.  erinnert  sofort  an  die  in  den  Winterliedern 
XeiiUiarts  erzählten.  S.  25  ist  die  Rede  von  den  Stuben, 
in  denen  die  Winterlieder  zum  Tanze  gesungen  wurden : 
es  hätte  bemerkt  werden  sollen,  dass  dies  die  Badestuben 


sind,  s.  meine  Vorbemerkungen  zu  Mnrners  Badenfahrt 
S.  XI;  dazu  stimmt  das  Mobiliar,  von  dem  40,  13.  14 
die  Eede  ist:  schämet,  sfüele,  schrägen,  nicht  aber 
Tische  oder  Betten.  Der  Anfang  eben  dieses  Liedes 
ist  S.  51  unrichtig  gedeutet:  'Die  Mädchen  versprechen 
ihm  (Neidhart)  Weizen,  fette  Hühner',  i/iddhi  ist  doch 
nicht  ==  fett.  Vielmehr  ist  ein  gvldin  Iiuoii  Anrede, 
wie  sonst  ein  küniginne;  golden  ist  noch  bei  uns  Synonym 
von  lieb:  du  goldener  Junge;  auch  Hnhn  gebrauchen 
wir  von  Menschen:  du  armes  Huhn.  Der  Dichter  wird 
gelockt  wie  ein  Huhn,  dem  man  sine  ziunift,  s.  Anz.  f. 
d.  A.  XVI,  113,  wo  ich  auf  Schmeller-Frommann  Bayr. 
Wb.  2  S.  311  verwiesen  habe.  In  diesem  Bilde  bleibt 
der  Dichter,  wenn  er  sich  Weizen  von  den  Jlädchen  in 
Aussicht  stellen  lässt:  dass  sie  ihn  diu'ch  das  Versprechen 
einer  wü-klichen  Naturallieferuug  hätten  ködern  wollen, 
ist  doch  wohl  an  sich  seltsam  und  schwerlich  dni'ch  eine 
Parallele  zu  stützen. 

Im  Uebrigen  könnte  ich  den  Ausführimgen  Biel- 
schowskys  nur  beistimmen,  die  auf  ebenso  allseitiger 
Erwägitng  des  Ueberlieferten  als  auf  gesunder  Anschauung 
beruhn.  Auf  die  Vorgänger  hat  er  überall  gebührende 
Rücksicht  genommen.  Einzeln  auseinander  zu  setzen, 
was  er  Neues  gebracht  hat,  würde  zu  weit  führen:  auf 
den  Nachweis  einer  Beeinflussung  Neidharts  durch  Morungen 
S.  194  ff.  sei  noch  besonders  hingewiesen.  Die  fran- 
zösische Pasturelle  als  Quelle  der  deutschen  Dorfpoesie 
hat  er  wohl  endgütig  beseitigt.  Bemerkenswerth  ist, 
dass  in  diesem  Pimkte  die  lateinischen  Lieder  der 
Vaganten  sich  theils  der  französischen,  theUs  der  deutscheu 
LjTik  anschliessen,  also  eine  vermittelnde  SteUung  ein- 
nehmen. 

Strassburg.  Martin. 

Friedrich  Gottlieb  Klopstock.  Geschichte  seines  Lebens 
und  seiner  Schriften  von  Franz  Muncker.  Stuttgart. 
1888.  IX,  566  S.  8. 

Seinen  früheren  kleineren  Veröffentlichungen  über 
Klopstock  hat  Muncker  in  dem  vorliegenden  Buch  eine 
Biographie  des  Dichters  folgen  lassen.  Sie  fasst  nicht 
nur  seine  eigenen  früheren  Studien,  sondeiu  auch  die 
Hamels,  Erich  Schmidts,  .Taro  Pawels  u.  a.  neuerer  Klop- 
stockforscher  zusammen.  Ueber  alles  Wichtige  ivnd  Un- 
wichtige in  Klopstocks  Leben  und  Werken  gibt  der 
Verfasser  vermöge  umfassender  Benutzung  alles  dessen, 

9 


115 


1891.    Literaturblatt  für  gerinsniiohe  und  romanische  Philologie.     Nr.  4. 


116 


was  auf  <il<'si'iirGebiete  bisher  geleistet  ist,  und  vermöge 
eisrnier  s(ir;rt"!»ltigster  Einzel furscliung  .Xutscliluss.  Nach 
(lii'ser  .^('ite  ist  seine  Arbeit  i-ine  viirläuti?  aliscliliessetide 
iinil  ilanki-nswertiie,  sein  Hueli  ein  nnentbelirliclies  und 
selir  willkomnieiie.«  Hilfsmittel  für  jeden,  der  sich  mit 
Klii|i>i(j(k  bescluiftigt.  Eine  empfindliebe  Lücke  in  der 
(iesehielite  unserer  grossen  Geister  des  vorigen  Jahr- 
hunderts ist  damit  ausgefüllt.  Noch  nach  einer  andern 
Seite  war  Muneker  der  berufene  Biograph  Klopstoeks, 
weil  seine  Studien  sieh  über  die  ganze  Zeit,  welcher 
Khi|istock  angehiirt.  iistrecken.  So  tritt  uns  denn  Klop- 
st(Hk  hier  aus  dem  Rahmen  seines  Jahrhunderts  entgegen, 
jedi's  seiner  Werke  ist  in  seinen  gesehiehtlichen  Znsamnien- 
liang  giTÜckt,  erhiilt  einen  Vlatz  zwischen  seineu  Vor- 
gangern und  seinen  Nachfolgern.  Ausgezeichnet  ist  in 
dieser  Hiziehun;;-  besonders  S.  29—42  die  Darstellung 
der  ersten  dichterischen  Versuche  und  Pläne  Klopstocks 
bis  zur  Entscheidung  für  den  ..Messias"'  d.  h.  seines 
Tebergariges  von  der  X'crstandes-  zur  (Tcfühlspoesie  im 
Zusauinieuhang  mit  der  Litei'atur  der  Zeit,  speciell  mit 
dr-ni  Gegensatz  zwischen  den  Ansichten  und  Bestrebungen 
Gottscheds  und  der  Schweizer.  Ausgezeichnet  ferner 
S.  120  — .SH  der  Nachweis,  wie  die  Sprache  des  „Messias" 
bis  in  alle  Einzelheiten  hinein,  die  Gleichnisse,  die  Macht- 
wörter, die  lyrischen  Elemente,  der  Theorie  Bodmers  und 
Breitingers  entspricht  und  von  ihi'  beeinflusst  ist. 

Aber  nicht  immer  versteht  M.  seine  Detailstudien 
so  glücklich  zu  verwertheu.  Die  historische  Stellung, 
die  epochemachende  Bedeutung  des  „Messias"  meint  er 
dadurch  zu  bestimmen  und  ins  rechte  Licht  zu  rücken, 
dass  er  S.  72 — Hl  die  früheren  epischen  Versuche 
deutscher  Dichter  umständlich  cliarakterisirt.  Grössere 
Kürze  in  dieser  Charakteristik  wäre  nicht  nui'  möglich 
gewesen,  sie  hätte  auch  dem  Zweck,  den  M.  hier  ver- 
folgt, besser  gedient:  durch  Zusammenfassung  der  wesent- 
lichen Eigenthiimlichkeiten  der  früheren  deutschen  Epik 
würde  ilas  Wesentliche,  worin  sich  der  ..Messias"'  von 
jener  unterscheiilet,  sciiärfcr  hcrvoitreten.  Nun  ist  aber 
an  dieser  .Stelle  neben  dem  Zuviel  auch  ein  Zuwenig  zu 
bemerken.  Um  die  historische  Stellung  des  „Messias"' 
zu  bestimmen,  den  grossen  Eindruck,  den  er  auf  seine 
Zeit  machte,  zu  erklären,  genügt  es  nicht,  das,  worin 
er  sich  von  der  früheren  deutschen  Ei)ik  unterscheidet, 
hervorzuheben.  Es  musste  auch  geschildert  werden,  was 
der  ...Messias"'  mit  dei-  vorangehenden  deutschen  Poesie 
gemein  hat.  Jlehr  und  mehr  vertiacht  war  der  Gehalt 
der  deutschen  Poesie  im  Laufe  des  17.  Jahrhunderts. 
Die  bedeutenderen  Dichter  in  der  ersten  Hälfte  des 
18.  .lahihunderts.  welche  dies  empfanden,  suchten  fast 
alle  dem  Mangel  dadurch  abzuhelfen,  dass  sie  ihre  Stoffe 
ans  dem  (jebict  der  Religion  nahmen.  Auf  diese  Weise 
wollten  sie  den  Gehalt  unsei'er  Poesie  wieder  vertiefen 
und  dieses  ihr  Verfahren  erklärt  sich  aus  dem  ganzen 
Zustand  des  deutschen  Lebens  in  jener  Zeit.  Die  Relig^ion 
war  damals  das  einzige  Thema  von  höherem  Gehalt, 
welches  allgemein  interessirte,  das  einzige  Gebiet,  auf 
welchem  in  weiten  Kreisen  des  deutschen  Volkes  eine 
tiefgehende  und  eijjreuartige  Bewegung  herrschte,  wie 
der  I'ietismns  und  die  ihm  veiwandten  Erscheinungen 
beweisen.  Aus  dieser  Zeitstimmuug  wuchs  nun  auch  der 
„Jlessias"  hervor,  die  Bestrebungen  früherer  Dichter, 
welche  in  ihr  wurzeln,  wurden  hier  endlich  von  einem 
genialen  Dichter  aufirefrrift'en.  Darin  liegt  ilie  historische 
Grösse,  darauf  beruht  der  gewaltige  Kindruck  des  Kloji- 
stockschen    Epos    auf   die   Zeitgenossen.     Dasselbe    kam 


einem  Bedürfniss  der  Zeit  entgegen  und  bedeutet  die 
Erfüllung  einer  Sehnsucht,  welche  längst  in  den  deutschen 
Dichtern  vorhanden  war,  aber  in  Folge  des  Mangels  au 
wahrem  (ienic  nur  in  kleineren  Werken  der  lyrisdien 
und  didaktischen  Gattung  einen  schwachen  .\usdruck 
gefunden  halte.  Im  „Messias""  ward  in  der  That  durch 
die  Wahl  eines  religiösen,  des  erhabensten  religiösen 
Stoffes  endlich  der  dentschen  Poesie  ein  grosser  und 
tiefer  Gehalt  wiedergegeben ;  er  ist  die  erste  moderne 
deutsche  Dichtung  im  gi"ossen  Stil.  Auf  den  pietistischen 
Geist  im  „Messias"  hat  Muneker  freilich  hingewiesen, 
aber  das  eben  kurz  augedeutete  Hervorgehen  desselben 
aus  der  Stimmung  der  Zeit  und  den  Bestiebungen  der 
voraufgehcuden  und  gleichzeitigen  deutschen  Dicliter 
kommt  in  seiner  Darstellung  dem  Leser  nicht  deutlich 
genug  zum  Bewusstsein. 

.\ehnlich  ist  es  bei  Klopstocks  Lyrik.  .\uch  hier 
werden  die  Vorgänger  desselben  auf  (Jrund  eingehender 
Detailstudien  ausführlich  cliarakterisirt.  auch  hier  aus- 
führlicher, als  es  nötliig  und  zweckentsprechend  ist,  und 
auch  hier  wird  es  anderseits  unterlassen,  das  Hervor- 
wachsen der  Klopstockschen  aus  der  früheren  T.,yrik  dar- 
zustellen. Das  Gelegenheitsgedicht  im  schlechten  Sinn 
xiberwog  zu  Anfang  des  18.  Jahrhunderts  in  der  deutschen 
Lyrik  und  war  ein  Gegenstand  des  Anstosses  und  der 
Befehdung  für  dieselben  Dichter,  welche  die  Oberfläch- 
lichkeit unserer  Poesie  überhaupt  empfanden  und  durch 
die  AVahl  religiöser  Stoffe  zu  beseitigen  suchten.  Ver- 
tiefen wollten  sie  auch  die  Gelegenbeitsdichtung.  Ein 
Doppeltes  war  dazu  nöthig:  einmal  den  Stoff,  welchen 
eine  specielle  Gelegenheit  zu  poetischer  Behandlung  bot, 
möglichst  allgemein  zu  halten  und  zweitens  möglichst 
nur  solche  Stoffe  zu  wählen,  an  denen  der  Dichter  mit 
dem  Herzen,  mit  tiefer  Empfindung  tlieilnahm,  also  eigene 
Erlebnisse  oder  Erlebnisse  und  Eigenschaften  von  Personen, 
welche  dem  Dichter  persönlich  nahe  standen.  Haller 
betrat  zuerst  mit  Glück  diese  Bahn,  besonders  in  seinen 
Gedichten  anf  seine  beiden  Frauen.  Sein  grösserer  Nach- 
folger aber  in  dieser  Beziehung  ist  Klopstock.  Vertiefte, 
veredelte  Gelegenheitsdichtung  sind  seine  ersten  Leipziger 
Oden  und  aucli  in  der  späteren  Zeit  behauptet  das  Ge- 
legenheitsgedicht einen  breiten  Raum  in  seiner  Lyrik. 
Manche  Schwächen  der  alten  tJelegenheitsdichtung  haften 
ihr  deshalb  noch  an;  daneben  treten  die  Schönheiten, 
welche  frühere  Dichter  durch  Vertiefung  der  überlieferten 
Gattung  schon  erstrebt,  aber  in  Folge  geringerer  poetischer 
Kraft  noch  nicht  in  so  hohem  Grade  erreicht  hatten, 
wie  Klopstock.  .\ucli  hier  knüpft  derselbe  also  an  frühere 
Bestrebungen,  an  ein  Bedürfniss  der  Zeit  an,  seine  Lyrik 
bezeichnet  den  Uebcrgang  von  der  alten  Gelegenheits- 
dichtung im  schlechten  Sinn  zu  der  neuen  Gelegenheits- 
dichtung im  guten,  im  Gocthesclien  Sinn. 

Nimmt  man  das,  was  ich  eben  über  die  historische 
Stellung  des  „Messias"  und  der  Oden  gesagt  habe,  zu- 
sammen, so  gelangt  man  zu  dem 'folgenden  Ergebniss, 
welches  aus  Jluuckcrs  Darstellung  nicht  klar  hervortritt: 
die  Grösse  Klopstocks  liegt  darin,  dass  er  in  seiner 
Poesie  in  Irestalt  und  Form  ganz  neue,  viel  tiefere  Töne, 
als  seine  Vorgäiiifer,  anschlug,  dass  er  an  die  Stelle  der 
Hauptmängel  der  früheren  Poesie  in  der  seinigen  ebenso 
viele  Schönheiten  setzte,  dass  aber  diese  neuen  Töne  und 
Schönheiten  solche  waren,  welche  man  schon  seit  Antaug 
des  18.  .lahihunderts  von  versihiedeuen  Seiten  verlangt 
und  alle  bedenteiulereii  Dichter  schon  erstrebt  hatten. 
D.    li.    in     Khiiistiick    verköriiert    sich    ilas    Wesen    des 


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1891.     Literaturblntt  für  germanisclie  und  Tomanische  Philoloffie.     Nr.  4. 


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epochemachenden  Genies,  welches  darin  besteht,  dass  es 
halb  unbewusst  empfindet,  was  seiner  Zeit  fehlt,  was 
sie  wünscht  niid  fuidert,  und  Kraft  nnd  Jlutli  hat,  es 
zum  Ausdrmk  xu  bringen. 

Ich  wies  schiin  darauf  liin,  dass  Muncker  seine 
l»etailstudien.  die  an  sich  vielfach  sehr  werthvoU  sind, 
nicht  immer  in  einer  Weise  dem  Ganzen  einzufügen  ver- 
steht, welche  dem  Zweck  desselben  entspricht.  Wie 
Klopstocks  Vorgiinger,  so  behandelt  er  auch  seine  Nach- 
folger oft  zu  ausführlich.  So  ins  Einzelne  gehende 
Charakteristiken  wie  die  von  Bodmers  ..Xoali"  (.'^.  163 — 
ItiO)  oder  die  von  Wielands  .Tugenddichtungen  (S.  133 — 
1310  gehören  in  eine  Literaturgeschichte  des  18.  .Jahr- 
hunderts, nicht  in  eine  Biographie  Klopstocks.  Man 
wende  nicht  ein,  dass  sie  nur  unnöthig  seien,  aber  den 
Werth  des  Ganzen  nicht  schädigen  könnten.  Die  Klar- 
heit des  Bildes  einer  Entwicklung,  wie  sie  iluncker 
geben  will,  wii-i  beeinträchtigt,  wenn  wir  zu  oft  uiid 
zu  weit  Von  der  Persönlichkeit,  deren  Entwicklung  dar- 
gestellt wird,  abgeführt  werden.  Und  dann  sollte  doch 
eine  Biographie  wie  die  vorliegende  ein  Kunstwerk  sein 
und  zu  einem  solchen  gehört  ein  richtiges  Verhältniss 
der  einzelnen  Theile  zu  einander  und  zum  Ganzen.  Un- 
wichtiges darf  nicht  in  derselben  Breite  behandelt  werden 
wie  Wichtiges,  Unwchtig  tür  das  Ganze  sind  in  ihrer 
Ausdehnung  aber  nicht  nur  solche  literarhistorischen 
Excurse  wie  die  erwähnten,  sondern  auch  manches  in 
dem  Buch,  was  sich  direct  auf  Klopstock  oder  seine 
Umgebung  bezieht.  Wozu  z.  B.  S.  19 — 24  die  aus- 
führliche Charakteristik  aller  Lehrer,  die  an  der  Pforta 
zu  der  Zeit  von  Klopstocks  Aufenthalt  daselbst  wirkten, 
da  uns  doch  nähere  Beziehungen  Klopstocks  nur  zu 
zweien  derselben  (Am-Ende  nnd  Stübel)  bekannt  sind 
und  das,  was  von  den  übrigen  gesagt  wird;  die  Kennt- 
niss  der  Entwicklung  des  Dichters  nicht  im  geringsten 
fordert?  Was  haben  nun  gar  die  ^^elen  Daten,  welche 
aus  dem  Leben  dieser  Lehrer  angeführt  werden,  für 
eine  Bedeutung  fiu-  Klopstocks  Leben  und  Schriften? 
Wozu  S.  444  die  peinlich  genaue  Statistik  der  Sub- 
scriptiou  auf  die  ,.CTelehrtenrepnblik"  nach  den  einzelnen 
Städten  Europas,  da  doch  nur  die  allgemeinen  Schlüsse, 
welche  daraus  auf  die  Verbreitung  von  Klopstocks  Euhm 
und  das  literarische  Leben  überhaupt  zu  ziehen  sind, 
interessiren ?  Das  nnd  viele  andere  gleich  ausführliche 
Angaben  sind  Studien  über  und  zu  Klopstock ;  in  eine 
Biographie  des  Dichters  gehören  sie  nicht.  Eine  solche 
soll  die  Ergebnisse  von  Einzelstudien  bieten,  nicht  diese 
selbst  vor  dem  Leser  ausbreiten.  An  einigen  Stellen 
^^•ird  Jluuckers  Biographie  ein  förmlicher  Commentar  der 
Klopstuckschen  Oden.  Viele  einzelne  derselben  werden 
ausführlich  charakterisirt :  die  Folge  ist  ermüdende  Wieder- 
holung von  Zügen,  welche  ganzen  Gruppen  gemeinsam 
sind,  und  dass  der  Charakter  dieser  Gruppen  und  damit 
die  Entwicklung  der  Odendichtung  als  eines  Ganzen  in 
Aufsteigen,  Höhepunkt,  Niedergang  nicht  klar  und  an- 
schaulich hervortritt.  Und  doch  sollte  dies  in  einer 
Biographie  der  Fall  sein,  imd  Muncker  würde  es  erreicht 
haben,  wenn  er  schon  bei  der  Besprechung  der  früheren 
Odengruppen  so,  wie  bei  der  Behandlung  der  späteren 
(besonders  S.  501  ff.),  den  Stoff,  welchen  ihm  die  Zer- 
gliederung der  einzelnen  Oden  gegeben,  zusammengedrängt 
hätte.  Energische  Zusammendrängung  des  Stoffes  hat 
Muncker  überhaupt  meistens  versäumt.  Vielfach  gibt  er 
uns  auch  seine  Ueberlegungen  statt  ihrer  Kesultate  und 
dabei   dann    oft  zu  viel  Negatives  neben  dem  Positiven 


(z.  B.  S.  65 — 67).  Mangel  an  Energie  in  der  Behand- 
lung des  Stoffes  kommt  auch  in  der  Disposition  mancher 
Abschnitte  störend  zur  Cjeltung,  führt  zu  Vor-  und 
Zurückgreifen,  Wiederholungen,  rein  äusserlichen  Ueber- 
gängen,  so  in  der  Charakteristik  des  ..Messias''  (S.  72  ff.), 
der  Meta-Oden  (S.  278— S3).  Die  Tendenzen  der  „Ge- 
lehrtenrepublik" werden  dreimal  dargestellt,  bei  der  Be- 
sprechung der  Abhandlungen  in  derselben  S.  441  ft'., 
der  Epigramme  S.  460  ff.  und  des  Verhältnisses  zum 
Stui-m  und  Drang  S.  465. 

Ktu-z.  ein  Hauptfehler  des  Munckerschen  Buches  ist 
das  Studienhafte.  Der  Stoff  ist  dargestellt,  wie  er  sich 
im  Forschen  ergeben  hat,  nicht  genügend  gesichtet,  nicht 
in  grössern  Massen  gruppirt  und  geordnet,  nicht  künst- 
lerisch verarbeitet.  Das  seheint  Muncker  selbst  empfunden 
zu  haben,  denn  in  der  Vorrede,  welche  diuch  ihre  Be- 
scheidenheit sehr  wolilthuend  berührt,  stellt  er  seine 
Arbeit  als  eine  streng  wissenschaftliche  Erich  ."^chmidts 
Lessing-Biographie  als  einem  Kunstwerk  gegenüber.  Ich 
bin  nun  allerdings  der  Ansicht,  dass  es  die  erste  Pflicht 
des  Kritikers  ist  zu  fragen,  was  der  Verfasser  eines 
Buches  gewollt  und  wie  er  das  Gewollte  erreicht  hat. 
Daneben  muss  er  aber  das  Recht  behalten  zu  sagen, 
was  der  Verfasser  hätte  wollen  sollen,  zu  untersuchen, 
ob  ein  Buch  den  Forderiuigen  entspricht,  welche  man 
nach  seinem  Titel  zu  stellen  befugt  ist.  .Jede  schrift- 
stellerische Leistung  hat  neben  den  Gesetzen,  welche  sie 
sich  selbst  gibt,  auch  die  der  Gattung,  welcher  sie  an- 
gehört, zn  beobachten.  Und  das  wäre  in  dieser  Bio- 
graphie möglich  gewesen,  wiewohl  sie  der  erste  Versuch 
ist,  Klopstocks  Leben  und  Schriften  auf  Grund  wissen- 
schaftlicher Forschung  im  Zusammenhange  darzustellen. 
Der  Verfasser  hätte  sich  zu  dem  Zweck  nur-  höher  über 
den  Stoff',  den  er  zum  grossen  Theil  selbst  zusammen- 
getragen hat,  erheben,  ihn  von  einem  höheren  Stand- 
punkt aus  überblicken  und  gestalten  müssen.  Wenn  ihm 
das  trotz  mehi'facher  Umarbeitung  des  Ganzen,  die  er 
in  der  Vorrede  erwähnt,  nicht  gelungen  ist,  so  muss  der 
Grund  in  seiner  schriftstellerischen  Eigeuthümlichkeit 
liegen.  In  Allem,  was  Jluncker  bisher  geschrieben  hat. 
verräth  sich  der  unermüdliche,  auch  das  Kleinste  be- 
achtende Fleiss  des  Forsehers.  Vermöge  desselben  hat 
er  auf  verschiedenen  Gebieten  der  deutschen  Literatiu-- 
wissenschaft  Stoff  zusammengetragen,  welchen  Jeder,  der 
auf  den  gleichen  Gebieten  arbeitet,  dankbar  benutzen 
wii'd  und  muss  und  in  vollem  Vertrauen  auf -die  Gewissen- 
haftigkeit des  Forschers  benutzen  kann.  Aber  überall 
stellt  Muncker  die  gefundenen  Zöge  nur  neben  einander, 
die  Gabe,  sie  so  mit  einander  zu  verbinden,  dass  ein 
lebendiges  Bild  des  Ganzen  einer  Persönlichkeit,  eines 
Werkes,  einer  Zeit  herauskommt,  geht  ihm  ab.  In 
seinen  früheren  studieuhaften  Schriften  hat  diese  Methode 
ihre  Berechtigung,  wenn  sie  auch  für  den  Leser,  dem 
sie  die  Arbeit  des  Zusamraenfassens  selbst  überlässt,  nicht 
gerade  angenehm  ist.  Dass  Muncker  sie  aber  auch  in 
der  vorliegenden  Biographie  nicht  aufgegeben  hat,  ist 
für  mich  ein  Zeichen,  dass  er  sich  hier  auf  ein  Gebiet 
schriftstellerischer  Thätigkeit  gewagt  hat,  für  welches 
sein  Talent  nicht  geschaffen  ist,  oder  dass  er  sich  den 
nun  schon  mehrfach  angedeuteten  Unterschied,  der  zwischen 
einem  derartigen  Werk  und  den  kleineren  Vorarbeiten 
zu  einem  soleheu  besteht  und  festgehalten  werden  muss, 
nicht  klar  gemacht  hat.  Auch  in  unserem  Buch  lässt 
er,  wo  er  eine  Person  oder  ein  schriftstellerisches  Er- 
zengniss  charakterisii-t,  nie  einen  wesentlichen  Zug  fort, 


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aber  anch  keinen  unwesentlichen,  und  wenn  er  mit  ihm 
aucli  iinr  melirmals  Gesagtes  wiederholt,  erspart  er  uns, 
und  in  Foljj;e  dessen  und  weil  der  Verfasser  selbst  die 
Einzelheiten  niclit  zu  überschauen  und  von  einem,  dem 
i(iinsti£:sten  Punkt  aus  zusammenzufassen  weiss,  tritt  dem 
Leser  die  Individualität  des  (lanzen  der  charakterisirten 
Ei-seheinnng  nielit  anschanlieh  und  greifbar  vor  die  Augen. 
Aurli  nielit  das  Bild  Klopstoeks  selber  trotz  der  zahllosen 
und  zum  Tlieil  neuen  Einzelheiten,  die  ans  seinem  Leben, 
\Vesen  und  Wirken  niitgetheilt  werden. 

Es  ist  keine  warme,  lebensvolle  Gestalt,  die  uns 
Muneker  im  Helden  seines  Buches  vorführt.  Objectivität, 
die  er  in  der  Vorrede  für  sich  in  Anspruch  nimmt,  ist 
die  nothwendlge  Grundlage  einer  wahrhaft  geschichtlichen 
Betrachtung,  aber  sie  schliesst  nicht  liebevolle  Umfassung 
des  Gegenstandes,  nicht  herzliche  Begeisterung  aus.  Und 
nur  vermöge  der  letzteren  kann  man  sich  in  die  tiefste 
Eigenart  eines  Dichters  wie  Klopstock  hinein  empfinden 
und  dann  sie  auch  so  darstellen,  dass  der  Leser  folgen 
muss,  zu  der  gleichen  Anschauung,  wie  der  Verfasser 
sie  gewonnen  hat,  fortgerissen  wird.  Wohl  vei-steht  es 
Muneker.  einzelne  Züge  in  Klopstocks  Poesie  an  Züge 
in  seinem  Wesen  anzuknüpfen,  mit  besonderem  Glück 
bei  der  Behandlung  des  lyrischen  Charakters  des  „Messias", 
Aber  in  das  Tiefste  des  Klopstockschen  W'esens  ist  er 
nicht  eingedrungen,  er  lebt  nicht  in  der  Seele  seines 
Dichters,  wie  es  der  Biograph  soll,  und  vermag  deshalb 
nicht  das  Ganze  seiner  Poesie  aus  dieser  Seele  wie  einen 
nothwendig  hervorbrechenden  Strom  abzuleiten.  Und 
doch  hätte  dies  geschehen  müssen,  denn  auf  der  völligen 
Einheit  des  Menschen  und  des  Dichters  beruht,  wie 
.Muneker  selbst  öfter  hervorhebt,  die  Grösse  der  Klop- 
stockschen Poesie  im  Gegensatz  zur  Poesie  der  früheren 
deutschen  Dichter,  welche  nicht  der  unmittelbare  Aus- 
druck ihres  Wesens,  nicht  das  Erzeugniss  der  halb  un- 
bewusst,  mit  Xothwendigkeit  wirkenden  Empfindung  und 
l'hantasie,  sondern  des  bewusst,  mit  .\bsicht  schaffenden 
X'erstandes  war.  Die  Quelle  nun  aber,  aus  welcher  Klop- 
stocks Poesie  als  Ganzes  hervorströmt,  ist  ein  Zug  in 
seinem  Wesen,  den  Muneker  wohl  oft  erwähnt,  aber 
nicht  als  den  Grundzug,  welcher  die  Eigenthümlichkeit 
seiner  ganzen  Dichtung  bedingt,  fasst:  der  leidenschaft- 
liche Trieb,  aus  der  sinnlichen  in  die  übersinnliche  Welt 
zu  schweifen,  das  Sinnliche  und  das  Unsinnliche  mit 
einander  zu  vermischen.  Ueberall  in  Klopstocks  Leben 
tritt  dieser  Trieb  hervor,  in  seinem  Schwanken  zwischen 
den  Freuden  dieser  Welt  und  religiöser  Schwärmerei, 
in  Zürich  z.  B.  zwischen  dem  sinnenfrohen  Verkehr  mit 
Freunden  und  Freundinnen  und  der  als  Gottesdienst  auf- 
gefassten  .-Arbeit  am  ,,Messias"',  in  der  Fähigkeit,  Lebens- 
genuss  und  emptindsam  melancliolische  Schwärmerei  sogar 
in  demselben  Augenblick  mit  einander  zu  verbinden  (vgl. 
■/..  B.  das  Trinkgelage  auf  einem  Kirchhof,  von  welchem 
Hamel  erzählt  Deutsche  Nat.-Lit.  4(),  1  S.  LXHO-  Ans 
diesem  Triebe,  Sinnliches  und  Unsinnliches  zu  vermischen, 
ftiessen  nun  auch  die  Hanpteigenthümlichkeiten  der  Poesie 
Klopstocks,  die  religiöse  Färbung  der  Liebe,  des  Xatur- 
gcfühls,  der  Begeisterung  für  sein  Vaterland,  iiberliaupt 
aller  Empfindungen,  die  er  besingt,  in  den  Dden  wie  im 
..Messias"'.  Ferner  die  mystische  Versenkung  in  den 
Gedanken  des  Todes,  in  welchem  das  siiniliche  Leben 
in  das  luisinnliche  übergeht,  ein  Lieblingsmotiv  seiner 
Lyrik,  dramatisirt  in  ,,Der  Tod  Adams"'  und  dem  Bardiet 
„Hermanns  Tod"'  und  auch  im  „.Messias"  unter  allen 
Motiven  den  breitesten  -Kaum  einnehmend.    Das  Sterben 


des  Heilands  bildet  durch  drei  ganze  Gesänge  den  Mittel- 
punkt des  Epos,  nnd  die  ganze  zweite  Hälfte  füllt  das 
Wirken  Christi  nach  seinem  Tode  d.  h.  sie  sjüelt  auf 
der  Grenze  zwischen  der  sinnlichen  und  dei-  unsinnlichen 
Welt.  .\uch  schon  die  erste  Hälfte  zum  grossen  Theil, 
denn  alle  .Augenblicke  dehnt  sich  der  Schauplatz  der 
Handlung  von  der  Erde  durch  die  Unermesslichkeit  des 
Weltalls.  Und  dieselben  Flüge  der  Phantasie  von  dem 
festen  Boden  der  Eide  und  der  Wirklichkeit  durch  die 
Luftregiouen  des  Universums,  über  das  Bereich  der  Sinne 
hinaus  in  das  nie  Geschaute,  das  Gestaltlose,  in  reine 
.Abstractionen  in  Klopstocks  Lyrik,  besonders  den  religiösen 
Oden  und  Hymnen  der  Jahre  1759,  1764— 17l>li.  Mit 
ihnen  ist  er  ein  Vorläufer  Schillers,  welchem  eine  ähn- 
liche Neigung  zur  Vermischung  des  Sinnlichen  und  des 
Unsinnliihen  eigen  war.  Auch  dass  Dännnerung  die 
Lieblingsstiuimung  der  Klopstockschen  Poesie  ist,  erklärt 
sich  aus  jener  Neigung,  deini  hi  der  Dämmerung  verliert 
die  sinnliche  Welt  ilu-e  Bestimmtheit,  ihre  .Anschaulich- 
keit, auch  sie  bezeichnet  einen  L^ ebergang  der  sinnlichen 
Welt  in  die  unsinnliche.  Endlich  begreift  sich  aus  dem 
besprochenen  Grundzug  in  Klopstocks  Wesen  auch  die 
Wahl  des  Messiasstoffes  für  sein  Lebenswerk.  Es  genügt 
nicht,  sie  aus  der  Richtimg  der  Zeit  und  Klopstocks 
religiöser  Stimmung  im  Allgemeinen  abzuleiten.  Die 
specielle  Eigeimrt  seines  Wesens  und  seines  Genies 
kommt  darin  zum  .Ausdruck.  Der  Dichter,  der  immer 
auf  der  Grenze  zwischen  dem  Sinnlichen  und  dem  Un- 
sinnlichen lebte,  nahm  sich  für  sein  grösstes  Werk  einen 
Helden,  der  seiner  Natur  nach  sowohl  der  unsinnlichen 
als  der  sinnlichen  Welt  angehörte,  den  Gott-Mensehen, 
den  Mittlei'  zwischen  dem  Ueberirdischen  nnd  dem  Irdischen, 
Es  war  der  sichere  Griff  des  Genies  nach  dem,  was 
seiner  Individualität  gemäss  war.  Daher  nun  auch  die 
Einheitliclikeit  des  Epos  trotz  der  langen  und  oft  unter- 
brochenen .Arbeit  daran,  eine  Einheitlichkeit,  die  nicht 
im  Gehalt  allein,  sondern  in  der  völligen  Harmonie 
zwischen  diesem  und  der  Form  liegt.  Denn  auch  in  der 
Sprache  der  Dichtung  ist  Sinnliches  und  Unsinnliches 
vermischt.  Neben  vollendet  plastische  .Ausdrücke  und 
Schilderungen  treten  Worte  und  Bilder,  welche  weit  aus 
der  Sinnenwelt  liinausführen,  ja  eine  eben  gegebene 
.Anschauung  absichtlich  zerstören,  zerfliessen  lassen  in 
Dännnerung,  Traum,  in  die  uufassbare  Unendlichkeit. 
Und  dem  Charakter  des  Inhalts  wie  der  Sprache  ent- 
spricht auch  der  Vers,  die  Lockerung  des  festen  Gefüges 
des  Homerischen  Hexameters,  die  Freiheit,  mit  welcher 
der  Rhythmus  behandelt  ist,  damit  er  der  Eigenart  der 
Sprache  und  der  jedesmal  ausgedrückten  Empfindung 
völlig  sich  anschmiege,  kurz,  die  Umwamllung  des  e]iischen 
in  ein  freieres  lyrisches  Metrum,  wie  es  als  (iefäss  für 
den  sinnlich-übersinnlichen,  oft  zerHiesseiiden,  lyiisclien 
Gehalt  nothwendig  war. 

Wohl  hat  Muneker  die  Einheit  des  „Messias"'  ein|ifun- 
den  und  S,  107  ff',  hervorgehoben,  er  erklärt  sie  aber 
zu  äusserlicli  aus  der  .Art  der  Entstehung  des  Werkes, 
Die  Einheit  der  ganzen  Poesie  Klopstocks  aber  und 
damit  ihre  Grösse,  die  man  auch  heute  trotz  der  ver- 
änderten Geschmacksrichtung  noch  fühlt,  kommt  dem 
Leser  des  Munckerschen  Buches  schwerlich  zum  Hewusst- 
sein.  dazu  bleibt  der  Verfasser  überall  zu  sehr  an  der 
Obertläche,  dringt  nicht  tief  genug  in  das  Wesen  des 
Dichters  ein,  besitzt  zu  wenig  die  Fähigkeit  und  die 
Kunst,  welche  seit  Herder  vom  Kritikei"  verlangt  werden 


1  ül 


1891.     Literaturblatt  für  gerniftnischc  uml  romanische   Pliilolügie.     Nr.  4. 


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müssen,  die  Poesie  nachzuempfinden  und  naehzndiditru 
aus  der  Seele  ihres  Schöiifers  heraus. 

Zu  ausschliesslich  mit  dem  Veistaiule  hat  .Muncker 
■rearheitet,  zu  wenig  mit  dein  Gefühl.  Das  venätli  auch 
der  Stil  seines  Werkes.  Es  ist  eine  duichaus  eorrecte 
Prosa,  aber  einförmig,  kalt,  trocken  auch  da,  wo  der 
Stotf,  wenn  er  dem  Leser  anschaulich  werden  sollte, 
eine  Erhöhung  und  Erwärmung  des  Tones  der  Dar- 
stellung verlangte.  Einzig  die  zusannnenfassende  Charak- 
teristik Klopstcjcks  S.  552 — 555  sticht  in  dieser  Be- 
ziehung wohlthuend  gegen  alle  übrigen  Partien  des 
Buches  ab. 

Zum  Schluss  noch  einige  Einzelheiten.  Ich  stimme 
nicht  überall  mit  Munekers  ästhetischem  Urtheil  überein, 
/..  B.  nicht,  wenn  er  S.  269  der  Ode  „Die  Königin 
Luise"  die  Einheit  abspricht.  Trotz  der  grossen  Aus- 
führlichkeit des  Buches  vermisse  ich.  wie  im  Ganzen, 
Sil  auch  im  Einzelnen  manches:  den  Xachweis,  dass  der 
..Messias"'  in  allen  Beziehungen  die  erste  grosse  That 
der  Blüthezeit  unserer  neueren  Literatur  ist,  nicht  nur 
durch  die  Verbindung  antiker  luid  moderner  Elemente, 
welche  Muncker  S.  141  — 142  erwähnt,  sondern  auch 
durch  den  Anschluss  an  die  englische,  also  germanische 
Poesie  im  Gegensatz  zur  früheren,  fast  ganz  von  der 
französischen,  also  romanischen  Poesie  abhängigen  Dich- 
tung der  I)eutschen  und  durch  den  echt  germanischeu 
Euiptindungsgehalt;  ferner  eine  genügende  Beleuchtung 
der  Sprache  und  Metrik  des  „Messias"  wie  der  Oden 
als  des  Beginnes  des  Stils  und  der  Yerskunst  der  klas- 
sischen Periode  unserer  Poesie  und  zwar  besonders  unter 
dem  Gesichtspunkt,  wie  der  Gebrauch  der  neuen  Vers- 
arten die  Ausbildung  und  Entwicklung  der  deutschen 
Sprache  beeinflusst  hat.  l'eberllaupt  war  eine  tiefere 
Versenkung  in  das  Wesen  der  Form  der  Klopstocksehen 
Poesie  nothwendig,  eine  eingehendere  Untersuchung,  wie 
dieselbe  aus  dem  Wesen  und  dem  Geuie  des  Dichters 
hervorgeht,  wie  seine  Sprache  sich  zu  der  der  frühern 
deutschen  Dichter,  seine  Sprachlehre  zur  früheren  und 
späteren  deutschen  Grammatik  veihält,  wie  seine  Vers- 
kunst sich  durch  die  verschiedenen  Perioden  seiner  Dich- 
tung entwickelt,  in  welchem  Verhältniss  besonders  seine 
Hexameter  und  Nachbildungen  antiker  Strophen  einerseits 
und  seine  selbstgeschaffenen  Strophen  und  fi'eien  Rhyth- 
men anderseits  zu  einander  stehen.  In  letzterer  Be- 
ziehung bietet  Hamel  in  seinen  ,.Klopstockstudien"  mehr, 
als  Muncker.  Bei  der  Behandking  der  Fauu}--Oden  fehlt 
der  Hinweis  darauf,  dass  in  ihnen  im  Unterschied  von 
der  tändelnden  Anakreontik  zuerst  wieder  neben  dem 
Glück  das  Leid  der  Liebe  wahrhaft  tief  erfasst  und  er- 
greifend besungen  wird,  wie  es  für  das  deutsche  Volks- 
lied, die  mittelalterliche  und  die  mit  jenen  Oden  anhebende 
moderne  deutsche  Liebeslyrik  charakteristisch  ist.  Bei 
der  Besprechung  der  vaterländischen  l)ichtung  Klopstocks 
hätten  die  einzelnen  Momente,  aus  welchen  .sein  Patrio- 
tismus erwuchs  und  die  Eigenart  desselben  sich  erklärt, 
schärfer  hervorgehoben  und  strenger  geschieden  werden 
können.  Eine  interessante  Erscheinung  in  der  Ent- 
wicklung des  Ganzen  von  Klopstocks  Odendichtung  ist 
nicht  genügend  beachtet :  als  in  der  Zeit  der  Meta-Oden 
der  Gedanken-  und  Empflndungsgehalt  seiner  LjTik  ein- 
facher wird,  beginnt  die  Verkünstelung  der  Sprache  und 
Metrik.  Das  erklärt  sich  aus  dem  von  der  Jugend  bis 
ins  Alter  unveränderten  Streben  des  Dichters,  die  poetische 
und  die  Prosarede  im  Gegensatz  zur  völligen  Gleichheit 
beider,    die    in    der  Gottsehedschen  Schule  zum  grössten 


Sihaden  der  Poesie  Grundsatz  war,  scharf  von  einander 
zu  scheiden.  Einfache  Gefülih'  einfach  und  doch  poetisch 
auszudrücken,  diese  höchste,  diese  echt  volksthüinliche 
Kiuist  war  Klopstock  nicht  gegeben,  erst  sein  grösster 
Nachfolger  in  der  Lyrik,  der  junge  Goethe,  brachte  sie 
zur  Erscheinung.  In  Klopstocks  Odendichtung  luuss  man 
nun  drei  Perioden  unterscheiden:  in  der  ersten  erscheint 
künstlicher  (Tehalt  in  verhältnissmässig  einfacher  Form, 
in  der  zweiten  wird  der  Gehalt  einfacher,  dagegen  die 
Form  künstlicher,  in  der  dritten  verbindet  sich  \'er- 
künstelung    des   Gehaltes   mit  Verkünstelung    der  Form. 

Den  Optimismus  hätte  Muncker  S.  586  nicht  als 
eine  charakteristische  Eigenthümlichkeit  der  Oden  des 
Alters  bezeichnen  dürfen.  Trotz  aller  Melancholie  war 
Klopstocks  Weltanschauung  immer  eine  optimistische. 
Muncker  selbst  hat  S.  199  hervorgehoben,  dass  der 
Dichter  auch  den  Tod  nie  mit  düsteren  Farben  schildert, 
sondern  nach  der  heiteren  Auffassung  des  Christentluiras 
als  den  Durchgang  zu  einem  höheren  Leben.  S.  .389  — 
90  nennt  Muncker  die  Geschichte  der  Teutobui'ger  Schlacht 
einen  undramatischen  Stoff.  Der  Hinblick  auf  Heinrich 
V.  Kleists  ..Hermannsschlacht"  hätte  ihn  doch  eines 
Besseren  belehren  können.    Nur  untragisch  ist  der  Stoff. 

Doch  genug  der  Einzelheiten.  Ich  wiederhole  noch 
einmal:  ich  erkenne  den  Werth  des  Muuckerschen  Buches 
voll  an;  es  ist  eine  bedeutende  und  dankenswerthe  wissen- 
schaftliche Leistung,  aber  eine  künstlerische  und  eine, 
in  der  Klopstocks  Wesen  und  Poesie  bis  in  aUe  Tiefen 
durchsichtig  vor  uns  läge,  ist  es  nicht. 

Freiburg  i.  B.  Eichard  Weissenfeis. 

Hoffmann,   Eduard,    Der   mundartliche    Vukalismus 
von    ßasel-Stadt   in   seinen  Grundziigen    dargestellt. 

Basel,  Gering.  'J4  S.  8.  (Basier  Dissertatiun.j 
Blattner.  H..  Ueber  die  Mundarten  des  Kantons 
Aargan  (Grenzen;  Eintlieilung:  Phonetik).  Vokali.smus 
der  Schinznacherma.  Leipzig.  Foek.  sü  S.  S.  Mit  einer 
Karte,  il.  2,.50.  (Leipziger  Dissertation.) 
Brandstetter,  Renward.  Prolegomena  za  einer 
urkundlichen  (beschichte  der  Lnzerner  Mundart.  Ein- 
siedeln, Druck  von  Benzisfer.  88  S.  S. 

Hoffmann  gibt  eine  sorgfältige,  erschöpfende  und, 
so  weit  ich  es  beurtheilen  kann,  zuverlässige  Darstellung 
des  Baselstädtischen  Vokalismns.  Seine  Erörterungen 
zeugen  von  tüchtiger  grammatischer  Schulung  und  fördern 
mancherlei  Beachtenswerthes  zu  Tage.  Ich  verweise 
auf  seine  Behandlung  der  Quantitätsgesetze,  sowie  der 
Endsilbenvokale,  wo  ich  jedoch  die  Endung  -('  in  f'Anfi, 
seclisi  vermisse,  die  sieher  auf  altes  iu  znrückgeljt. 
Sonderbar  ist,  ■  dass  H.  in  dem  ft  von  hara,  har  (liuc) 
eine  Senkung  von  e  >  a  sehen  will,  während  es  doch 
Angleichung  zu  dam,  dar  ist. 

Blattner  fördert  die  Frage  nach  den  verschiedenen 
Stärke-  und  Dauergraden  der  Consonanten.  indem  er 
u.  a.  zwischen  fortis  und  longa  unterscheidet.  Er  zeichnet 
die  Grenzen  der  Aargauischen  Mundarten,  die  theilweise 
mit  Grenzen  zwischen  Katholiken  und  Eeformirten  zu- 
sammenfallen. Eine  der  Scheidelinien  nimmt  er  zugleich 
als  Grenze  zwischen  Alemannisch  und  Burgundisch  in 
Anspruch,  ohne  entscheidende  Beweise  zu  bringen  und 
ohne  Bekanntschaft  mit  dem  von  Tobler  über  dieses 
Problem  Gesagten  zu  verrathen.  Endlich  gibt  Bl.  eine 
Darstellung  vom  Vokalismus  der  Schinznacher  Mundart. 
Die  sprachlichen  Kenntnisse  und  Anschauungen,  die  hier 
zu  Tage  treten,  stehen  nicht  immer  auf  der  "Höhe  der 
Zeit.  So  ist  recht  mangelhaft,  was  über  die  Schicksale 
der    verschiedenen    alten  e  gesagt    wird.     Von  verschie- 

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1891.    Literaturblatt  (ür  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  4. 


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denen  Schichten  des  Umlauts  hat  Bl.  noch  keine  Ahnung; 
er  hat  niclit  einmal  wahrgenommen,  dass  Xasalverbin- 
dungen  von  Einfluss  auf  die  Gestalt  des  vorhergeht  nden 
Vokals  sind.  Nach  S.  66  haben  einsilbige  Nomina  ihren 
kurzen  N'okal  unter  gewissen  Umständen  gedeiint,  während 
dii'  gleichartigen  Verbalformen  die  Kürze  bewahrt  haben. 
Wenn  mhd.  ift'tbe  zu  ;iof>  wird  mit  .Abfall  des  e,  so  soll 
das  .Ungleichung  an  die  t-StUmme  sein!  (S.  72). 

Brandstetter  bietet  durchaus  verständige,  theihveise 
allerdings  auch  ziemlich  selbstverständliche  Erörterungen 
über  die  Quellen  der  Lnzerner  Mundart,  über  die  Schichten 
und  Perioden  derselben,  über  die  Uerührungeu  mit  Kanzlei- 
sprache und  Nhd.,  über  die  Methode  und  Ziele  ilirer 
Erforschung.  Schon  jetzt  lässt  sich  erkennen,  dass  die 
Darstellung  der  Mundart  selber  eine  Fülle  feiner  und 
interessanter  Beobachtungen  bieten  wird.  Von  allge- 
meinerem hebe  ich  hervor,  was  aus  Hoffnianns  wie  Brand- 
stetters  Ausführiuigen  sich  ergibt,  dass  die  Schweizer 
Mundarten  im  Wesentlichen  mit  meiner,  nicht  mit  Kauflf- 
manns Ansicht  über  die  Behandlung  der  alten  vollen 
Endsilbenvokale  im  Einklang  stehen. 

Zusammenstellungen  wie  hedachilich  vnd  besamnet, 
zerworfen  und  zerbrochen,  gesodkt  viid  (/eworffen  als 
Assonanzen  zu  betrachten,  geht  doch  nicht  an  (S.  17). 
Nach  S.  21  scheint  Brandst.  zn  glauben,  dass  mhd.  ze 
aus  zuo  geschwächt  sei.  Der  fast  völlig'e  AEangel  an 
abstracten  Substantiven  in  der  Slundart  ist  nicht  eine 
Folge  ,.der  Stagnation  und  Verrottung  aller  Verhält- 
nisse" im  17.  und  18.  .lahrhundert  (S.  27),  sondern 
bedingt  durch  das  immer  stärkere  Umsichgreifen  der 
Schriftsprache.  Der  Wechsel  zwischen  einfachem  und 
zusaunnengesetztem  Praeteritum  (S.  79)  erweist  nicht 
nothwendig  den  Untergang  des  erstem,  sondern  kann 
auf  einem  Schwanken  in  der  Zeit  des  Uebergangs  beruhen. 
(jiessen.  0.  Behaghel. 

Pabst,  Felix,  Die  Sprache  der  niittelenglischen  Reim- 
chronik des  Robert  von  Gloncester.  I.  Fjautlehre. 
Berliner  Inauguraldissertation.  Berlin,  Mayer  &  Müller. 
1889.   146  S.  8. 

Eine  vortreffliche,  gründliche  Arbeit,  die  der  Schule, 
aus  der  sie  hervorgegangen,  alle  Ehre  macht!  Pabst 
gibt  nach  einer  kurzen  Einleitung  über  das  Werk  und 
den  Verfasser  eine  ausführliche  Darstellung  der  Laut- 
verhältnisse,  indem  er  die  germanischen  und  romanischen 
Vokale  und  Consonanten  getrennt  behandelt  und  von 
den  Lauten  des  Denkmals  ausgeht,  die  schon  gleich  in 
den  Ueberschriften  nach  Quantität  und  Qualität  ilnrch 
diakritische  Zeichen  unterschieden  werden.  Den  phone- 
tischen Werth  der  von  Robert  gebrauchten  Sdiriftzeichen 
sucht  P.  durch  etymologisch-historische  Kriterien  sowie 
durch  den  Reim  möglichst  scharf  zn  bestimmen.  In  der 
Beurtheilnng  und  Erklärung  der  sprachlichen  Thatsachen 
zeigt  sich  eine  erfreuliche  Kenntniss  und  Verwerthung 
der  Resultate  sowohl  wie  der  Principieii  moderner  For- 
schung. Da  ein  näheres  f^ingehen  auf  die  Ergebnisse 
der  Arbeit  (die  auch  manche  interessante  Einzelheiten 
enthält)  nicht  thunlich  ist,  so  begnüge  ich  mich  damit, 
hier  einige  Punkte  zu  besprechen,  die  mir  beim  Lesen 
aufgestossen  sind. 

S.  17,  Z.  2  und  3  werden  amfy  'empty'  luid  amete 
'emmet,  ant'  auf  ae.  «'  zurückgeführt,  während  sie  nach 
Kluge  langes  ce  hatten  (Et.  Wb.'  unter  emsuj  und 
Ameise;  Ags.  Leseb.  im  Glossar  S.  144b).  —  S.  18,  m) 
wii-d  ballede  'kahl'  als  keltiscii  aufgeführt.  Kluge  a.  a.  0. 
unter  baar  hält  es  für  germanisch    (got.  *bazlöps).  — 


S.  24.  r)  schliesst  sich  P..  im  Gegensatz  zn  "Morsbach. 
der  Erklärung  Sarrazins  an,  wonach  das  e  von  iredncs- 
day  eine  „Dissimilation"  von  o  durch  den  EinHuss  di> 
vorhergehenden  w  sein  soll !  Ich  muss  gestehen,  dass 
ich  selten  so  viel  Falsches  und  Unwahrscheinliches  auf 
So  kleinem  Räume  zusammengefunden  habe,  wie  in  dem 
angezogenen  Artikel  (Engl.  Stud.  VIII,  li.-J-  65).  — 
S.  26,  .Ann».  2  meint  P.,  Kluge  führe  ..wohl  mit  Un- 
recht" das  fl  von  ae.  gdn  auf  germ.  <ii  zurück.  Ist 
denn  für  ae.  ä  ^=  as.  ahd.  e  {ijen)  eine  andere  Erklärung 
möglich?  —  S.  41,  Z.  12  v.  u.  ist  zu  lesen:  (h)ondv 
929.   —  Zu  porsday  etc.,    S.  47  a)    vgl.  jetzt  Sievers, 

Angl.  XIII,  328  f.  —   S.  59,    §  47  c)    1.   „ae.  6f 

(ae.  Hrüfceastery.  —  S.  79,  §  81  a)  1.  ,.ae.  velares 
(resp.  gutturales)  c".  —  S.  87,  Anm.  2.  Das  nach  P. 
erst  seit  Orm  nachzuweisende  kiiely  'to  kneel'  erscheint 
bereits  in  den  'Vices  and  Virtues'  als  cnclid  .51/3,  cnyle 
145/9,  cnewlinge  127/1. 

Die  Thesen  erklären  die  Verse:  The  broken  rati- 
cour  etc.  ff.  King  Rieh.  III.  IL  2.  verwerfen  Sievers' 
Theorie  über  die  ae.  Vokaldehnung  vor  /•,  /  beim  Schwund 
eines  folgeiiden  /(,  und  leiten  endlich  span.  pelear,  pg. 
pelejar,  pr.  peleiar  ^egeu  Diez  von  lat.  *p'iUcare  (zu 
pjlus)  ab.  —  Die  in  der  Vorbemerkung  versprochene 
Fortsetzung  (Flexionslehre)  ist  inzwischen  bereits  in  der 
Anglia  erschienen. 

Göttingen.  F.  Holthausen. 


Tobler,  A.,  Vom  Gebranche  des  Imperfectum  Fntnri 
im  Romanischen.  Berlin  1891.  12  S.  (Sitzungsber.  d.  k. 
pr.  .\k.  d.  W.  1S91,  V.) 

Toblers  syntaktische  Arbeiten  gleichen  feinen  Gra- 
virungen;  ein  so  scharfer  Blick  und  eine  so  feste  Hand 
wirken  dabei  zusammen  dass  kaum  ein  Strich  zu  ver- 
bessern, einer  hinzuzufügen  bleibt.  Nur  in  verschiedenem 
Lichte  wird  sich  dem  Betrachter  das  Eine  und  .Vndere 
zeigen,  wenn  er  den  näheren  mit  dem  ferneren  Stand- 
punkt vertauscht,  und  in  solch  allgemeinem  Sinne  gedenke 
ich  mich  hier  mit  der  jüngsten  dieser  .arbeiten  zu  be- 
schäftigen, und  zugleich  mit  dem  fünften  der  neuen  ,.  Ver- 
mischten Beiträge"'  (Zs.  f.  r.  Ph.  XI,  452  ff.),  auf  welchen 
der  Schluss  jener  hinweist. 

Unsere  Sprachen  leisten  bald  zu  wenig,  bald  zu 
viel;  das  Letztere,  indem  sich  ihre  grannuatischen  Systeme 
über  das  Bedürfuiss  hinaus,  ja  gegen  das  Bedürfniss,  in 
symmetrischer  Verästelung  ausgewachsen  haben.  Wir 
sagen  gestern  begegnete  ich  einrm  Freunde,  begleitete 
ihn,  speiste  mit  ihm  u.  s.  w.,  wo  das  alliremeine  Tempus- 
zeichen {-le  oder  was  ihm  gleichwertliig)  neben  dem  be- 
stimmten (gestern)  überflüssig  ist  und  seine  beständige 
Wiederholung  den  Inhabern  einfacherer  Sprachen  ebenso 
unerträglich  erscheinen  muss  wie  uns  die  des  Adverbs 
gestern  erscheinen  würde.  Indem  nun  aber  unser  Verbum 
flnitum  immer  mit  einem  Teiiipuszeiclien  behaftet  ist, 
fehlt  es  uns  wiederum  an  einer  Bezeichnung  für  das 
Geschehen  welches  wir  uns  an  keine  bestinnnte  Zeit  ge- 
bunden denken;  wenn  wir  hier  das  Präsens  setzen,  so 
ist  das  ein  Nothbehelf  der  die  Gefahr  der  Zweideutig- 
keit in  sich  schliesst.  Zuweilen  ist  uns  sogar  überhaupt 
die  Möglichkeit  benommen  uns  so  unbestimmt  oder  all- 
gemein auszudrücken  wie  es  die  Sachlage  verlangt;  so 
können  wir  zwar  von  dem  Unterschied  zwischen  zwei 
luid  mehreren  Dingen  absehen,  aber  nicht  von  dem 
zwischen  einem  und  mehreren.  .Mit  alledem  hängt  unser 
Reichthum  au  syntaktischen  Synonymen  zusammen.  Ich 
kann    für    gestern   begegnete   ich   ihm    sagen    gestern 


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1891.     Tiiteratnrblatt  fflr  germaniflohe  und  romanische  Philologie.     Nr.  4. 


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hegefine  ich  ihm.  Es  wird  dm-chans  der  gleiche  Begriflfs- 
iiilialt  übermittelt;  wenn  der  Hörer  einen  etwas  anders 
sofärbteii  Eindruck  empfängt,  so  beruht  dies  einzig-  und 
allein  darauf  dass  die  Associationen  dei'  Form  hi'(je(ine 
in  ihm  aufsteigen.  Solche  oberfläclilidien,  rein  gram- 
matischen Unterschiede  pflegen  nun  den  wirklich  be- 
deutungsvollen gleichgeordnet  oder  mit  ihnen  vermengt 
zu  werden ;  ja  sie  erfreuen  sich  im  Sprachunterriclit,  be- 
sonders in  der  Erklärung  der  Klassiker  geradezu  einer 
Bevorzugung,  auf  welclie  der  Name  „Haarspalterei"  vor- 
trefflich passt.  Regt  sich  hiergegen  Gleichgiltigkeit  und 
Unbotmässigkeit,  so  sollte  man  nicht  sagen  dass  das 
Sprachgefühl  getrübt  ist,  sondern  dass  man  vom  Ver- 
kiinstelten  zum  Xatürliclien  zurückkehrt.  Damit  habe 
ich,  und  nicht  nur  für  diese  Gelegenheit,  wohl  zur  Ge- 
nüge jenen  ferneren  Standpunkt  gekennzeichnet  auf  den 
ich  oben  augespielt  habe. 

Tobler  zeigt  in  schlagender  Weise  wie  bei  den 
Franzosen  das  historische  Futiu'  in  doppelter  Bedeutung 
vorkommt,  und  wirft  die  Frage  auf  ob  das  Imperfect 
des  Futurs,  d.  h.  der  Conditional  nicht  die  entsprechenden 
Gebrauchsweisen  zeige.  Er  antwortet  mit  Ja;  doch 
sondern  sich  ihm  hier  die  beiden  Gruppen  von  Beispielen 
die  er  aufstellt,  weniger  scharf  von  einander,  bei  den 
meisten  der  zweiten  gibt  er  selbst  die  Möglichkeit  ver- 
schiedener Deutung  zn.  Werden  sich  aber  solche,  um 
es  kurz  zn  sagen,  ..mittleren"  Beispiele  nicht  auch  für 
das  historische  Futnr  tinden  lassen?  Hat  sich  denn  nicht 
dessen  eine  Geltung  aus  seiner  andern  entwickelt?  Hat 
sich  der  Sprechende  mit  seiner  Erfahrung  einem  in  der 
Vergangenheit  von  der  er  spricht,  Lebenden  mit  einem 
Rucke  untergeschoben,  hat  nicht  vielmehr  eine  Ver- 
raischnng  Beider  oder  ein  nebelbildhafter  Uebergang  von 
dem  Einen  zum  Andern  stattgefunden?  Dass  in  der 
Sphäre  der  Vergangenheit  der  Conditional  mehr  als  das 
Futur  zur  Unbestimmtheit  neigt,  erklärt  sich  leicht  aus 
seiner  sonstigen  Anwendung.  Indem  dann  Tobler  den 
vermuthenden  Conditional  des  Spanischen  und  Portu- 
giesischen und  zwar  seine  beiden  Werthe  bespricht,  sagt 
er:  ,.In  manchen  Fällen  muss  man  dahingestellt  sein 
lassen,  welche  der  beiden  Bedeutungen  dem  Condicionalis 
beizulegen  sei,  so  namentlich  in  indirecten  Fragesätzen". 
Aber  besteht  überhaupt  ein  Entweder-oder  noch  das 
nicht  auf  subjectivem  noch  auf  objectivem  Wege  zur 
Entscheiditng  gebracht  werden  kann?  Das  sentiria  an 
jener  Stelle  des  Cervantes  fasse  ich  in  einem  unbestimmten, 
einem  weiteren  Sinne  und  würde  in  keinem  andern  das 
liebe  de  haher  senlido  oder  das  debia  de  sentir  fassen 
zwischen  denen  als  Stellvertretern  des  Conditionals  Tobler 
schwankt.  Im  Deutschen  gilt  dasselbe:  von  den  beiden 
Ausdrucksvveisen  (Ihr  mögt  beurtheilen  was  ich)  ge- 
fühlt haheti  mag  oder  fiihlni  mochte  diese  oder  jene 
zu  wählen,  dazu  wird  Niemand  durch  die  Verschiedenheit 
wirklicher  Vorstellungen  bestimmt  werden;  eine  andere 
Verschiedenheit  gibt  es  liier  nicht  als  eine  nachträgliche 
und  scheinbare.  Im  Uebrigen  erkenne  ich  natürlich  an 
dass  eine  iu  der  Vergangenheit  auf  ein  Gleichzeitiges 
bezogene  Vermuthung  nicht  dasselbe  ist  wie  eine  in  der 
Gegenwart  auf  ein  Vergangenes  bezogene.  Tobler  meint 
nun  dass  das  span.-port.  diria,  „er  mochte  sagen"  miss- 
bräuclilich  zu  der  Bedeutung  von  ,.er  mag  gesagt  haben" 
gehiugt  ist.  und  erinnert  an  das  franz.  (7  a  dii  reiiir 
für  il  doit  etre  venu.  Eine  solche  Umkelirung  hat 
durchaus  nichts  Befremdendes,  und  Hesse  sicli  durch 
manche    Parallelen    aus    andern    Sprachen    stützen    (G. 


Meyer  macht  mich  auf  das  hier  oft  gehörte  er  hat 
sagen  sollen  für  er  soll  gesagt  haben  aufmerksam). 
Allein  ich  sehe  in  il  a  du  venir  das  Primäre  (ich  sage 
nicht  das  als  das  Frühere  wirklich  Belegbare)  find  in 
//  doit  etre  oemt  das  Secundure.  Nach  Toblers  Auf- 
fassimg  w^ürde  hier  das  Präsens  für  das  Verbum  finitum 
deshalb  zu  fordern  sein  weil  es  auch  in  den  sinnver- 
wandten Wendungen  steht:  il  est  pennis  de  croire  {on 
peilt  supposer  u.  s.  w.)  qu'il  est  venu.  Diese  Forderung 
erscheint  mir  insofern  nicht  berechtigt  als  dabei  ausser 
Rechnung  bleibt  dass  in  dem  einen  Falle  das  Subject 
dasselbe  ist  wie  das  des  Infinitivs,  in  dem  andern  aber 
ein  von  dem  des  abhängigen  Satzes  verschiedenes,  näm- 
lich, wenn  auch  durch  die  unpersönliche  Wendung  ver- 
deckt (man  könnte  ja  ebenso  gut  ansetzen  Je  dois 
sKpposer  n.  s.  w.),  der  Redende  selbst.  Für  passender 
als  von  einem  verschiedenen  Ausdruck  gleicher  Bedeutung 
halte  ich  es  von  dem  gleichen  Ausdruck  in  seiner  ur- 
sprünglichen Bedeutung  auszugehen.  Das  ist  müssen  = 
genöthigt  sein,  und  dies  können  wir  in  der  Vorstellung 
nicht  auf  ein  Abgeschlossenes  bezielien:  du  bist  genöthigt 
gearbeitet  zu  haben.  Wenn  wir  doch  sagen  man  muss 
das  gesehen  haben  um  es  zu  glauben  oder  du  musst 
das  gethan  haben  wenn  die  Sonne  untergeht,  so  sind 
das  eben  grammatische  Ueberwucherungen,  die  leicht 
beseitigt  werden  können.  Zu  dem  Sinne  von  dem  hier 
die  Rede  ist,  gelangt  müssen  duixh  eine  ziemlich  ein- 
fache Uebertragung:  die  Gründe  welche  Einen  zwingen 
Etwas  zu  thim,  zwingen  auch  den  Redenden,  dem  sie 
bekannt  sind,  zur-  Annahme  dass  Jener  es  thut:  er  muss 
gleich  kommen;  denn  der  Zug  geht  in  zehn  Minuten 
ab.  Und  so  hat  meines  Erachteus  Halevy  richtig  gesagt 
—  wenn  man  hier  überhaupt  von  „richtig"  und  „falsch" 
reden  darf  —  il  a  du  te  laisser  de  l'argent,  was  im 
Grunde  so  viel  heisst  wie  mich  den  mir  bekannten 
Umständen  konnte  er  (dein  Vater)  nicht  anders  als 
dir  Geld  hinterlassen,  tind  das  gewöhnlichere  il  doit 
t'avoir  laiss^  de  l'argent  ist  erst  aus  einer  Vermengnng 
dieser  mit  den  sinnverwandten  Ausdrueksweisen  (wie 
je  dois  supposer  qu'il  t'a  laisse  de  l'argent)  hervor- 
gegangen, die  Tobler  als  die  massgebenden  Vorbilder 
betrachtet.  Die  veränderte  Bedeutung  begünstigt  die 
äussere  Umgestaltung,  sodass  sich  nun  Doppelsinnigkeit 
vermeiden  lässt.  Ganz  ebenso  wie  mit  müssen  verhält 
es  sich  mit  können,  das  in  seiner  eigentlichen  Bedeutung 
auch  keinen  perfectischen  Infinitiv  neben  -«ich  verträgt 
(er  besitzt  die  Fähigkeit  es  gethan  zu  haben):  wer 
kaim  das  gethan  haben?  {=  3)on  wem  kann  ich  an- 
nehmen dass  er  das  gethan  hat?)  steht  für  icer  hat 
das  thun  können?  Tobler  will  auch  Boccaccios  u  me 
non  e  ancora  paruta  vedere  alciina  cosl  bella  (cosaj 
nicht  übersetzen :  „ich  habe  nie  geglaubt  eine  so  schöne 
zu  sehen",  sondern:  „es  scheint  mir  nicht  als  habe  ich 
je  ...  .  gesehen";  allein  es  handelt  sich  hier  nicht  um 
ein  abstractes  scheinen  (wie  in  es  scheint  mir  dass 
noch  nie  so  viele  Sterbefälle  gewesen  sind  wie  in  diesem 
Winter),  sondern  um  ein  den  unmittelbaren  sinnlichen 
Eindruck  bezeichnendes  (er)scheinen,  also:  mir  ist  noch 
nie  ettvas  so  Schönes  von  Ansehen  erschienen,  und  das 
ebenfalls  dem  Decameron  entnommene  tie  era  ancor 
lor  i^arnto  alcuna  volta  tanto  gajamente  cantare  gli 
usignuoli  ist  mit  noch  grösserer  Sicherheit  zu  übersetzen: 
„noch  nie  war  ihnen  der  Gesang  der  Nachtigallen  so  lustig 
erschienen".  Die  enge  Verbindung  von  müssen,  können 
und  andern  Modiiszeitwörtern  mit  einem  Infinitiv,  welche 


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1891.     Literaturblatt  für  f^ermanlBohe  und  romanische  Phi1olof;ie.     Nr.  4. 


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mir    zufolg-p  die  Vni-stellnng:  des  letzteren  in  einer  ver-  | 
scliii'iK'iiiii  Zeit  ciirfiiilicli  uussdiliesst,  liat  im  Eomanisclien  ' 
ciiii-  IüIIr-  von  Krsclii'inuiijri'n   im  U('t"<>lf,'e  \v»'l<iie  Tobler 
kurz,    aufzählt.     .Soli-lien   Fallen    wie    it<il.  ella   c  jintiita   \ 
rciiirr    stellen  baskisclie  zuniielist    wie  wilii  ^are  i/oan?  j 
(.wollen  Sie  gehen?")  neben   nulii  iliizu  ikhuni  (.wollen 
Sie  .»seilen  V");  doeli  darf  dabei  aiieli  an  die  Herabdriickung 
lies    niau'y.    Iittliii,    .können"    zu    einem  Ableitungssuftix 
eiinnert  werden:  irliat  fiir  iriii  hiil,  iehelsz  für  teiiiied 
IkiIsz. 

Graz.  H.  Schuchardt. 


ÜCuvres  de  (iautier  d'Arras  publikes  par  E.  Löseth. 
Tonie  I.  Kriicle.  Tome  II.  Ille  &  Gnleron.  (Bibliotheque 
Frnnijnlse  du  Moven  Age  VI.  VII.)  Paris,  Bouillon.  1S90. 
342  u.  241  S.     fr!  18. 

leb  liabe  bereits  im  vorijren  .fahre  an  dieser  Stelle 
(Sp.  270  f.)  auf  diese  Ausfiabe  des  lleraklius  hinge- 
wiesen und  erzählt,  dass  Herr  Dr.  Wendelborn  seiner- 
seits gleiebzeitig,  ohne  etwas  von  Herrn  Löseth  wissen 
zu  können,  das  ganze  Material  desselben,  ausserdem 
auch  den  Ille  und  (ialeron,  für  welchen  Herr  Kollege 
Kissiier  mir  sein  Prioritätsrecht  gütigst  abgetreten 
hatte,  zusammengebracht  hat.  Nun  sind  die  beiden, 
literaihistorisch  und  inhaltlieh  ebenso  wie  sprachlich 
wichtigen  Texte  erschienen,  auch  der  Ille  uud  Galeion, 
trotzdem  Herr  Löseth  letzteren  nie  angekündigt  hatte 
uiul  ich  also  bei  letzterem  wenigstens  eine  Konkurrenz 
nicht  befürchtete.  Ich  wurde  eines  andern  belehrt,  als 
mir  mein  vortrefHidiei-  Freund  Wahl  und.  welcher  sich 
in  der  zuvorkommendsten  Weise  zur  Vergleichuug  der 
mir  zweifelhaft  gebliebenen  Stellen  meines  druekfertig 
gemachten  Hle-Manuscripts  bereit  erklärt  hatte,  in  der 
zweiten  .lulihälfte  1889  schrieb,  dass  ihm  während  des 
Collationiiens  die  Illehandschrift  von  einem  Norweger 
aliverlaiigt  worden  sei.  r>ie  drei  ersten  Bogen  meiner 
Ausgabe  waren  damals  fertig  gesetzt  und  ich  hoffte 
Mitte  Oetober  1889  das  Bändchen  im  Buchhandel  zu 
sehen,  als  mich  eine  tückische  Krankheit  auf  ein  Viertel- 
jahr hin  lahmlegte  und  ich  später  durch  Berufs-  und 
andere  durchaus  unaufschiebbare  Arbeiten  und  äussere 
.Arbeitsstöruugen  vom  Ille  fei'ngehalten  wurde.  .Jetzt, 
Wo  die  beiden  luxuriös  und  elegant  gedruckten  Bände 
der  Konkurrenzausgabe  vorliegen,  wäre  ich  bei  dem 
l'mstande,  dass  so  viele  wichtige  Texte  noch  immer 
•  eines  Herausgebers  harren  und  wir  daher  einen  und 
denselben  Text  nicht  jetzt  schon  in  zwei  Xebenausgaben 
brauchen,  ohne  weiteres  bereit  gewesen,  meinein  Herrn 
Verleger  anheinizustellen,  die  bereits  fertigen  drei  Bogen 
zu  opfern,  wenn  die  vorliegende  .Ausgabe  eine  solche 
wäre,  dass  sie  den  an  sie  unter  allen  Umständen  heut- 
zutage zu  stellenden  wichtigsten  Anforderungen  im 
Grossen  und  Ganzen  wenigstens  entspräche.  Dies  ist 
leider,  trotz  der  vielen  guten  Seiten  dei-selben,  in  keiner 
Weise  der  Fall,  wie  hier  bereits  in  aller  Deutlichkeit 
gesagt  werden  niuss,  und  eine  neue  Ausgabe,  nach  andern 
(irundsätzen  unternommen,  ist  jetzt  noch  ebenso  uoth- 
weiidig  wie  sie  vordem  gewesen  und  wild  deren  erster 
Theil  (Ille)  in  kürzester  Frist  erscheinen. 

Die  zwei  vorliegenden  Bände  enthalten  ausser  dem 
Texte  und  dem  nackten  kaum  eine  halbe  Seite  füllenden 
Handschriftenstaunnbaunie  des  in  drei  Handschriften  auf 
uns  iibeikomnieneii  lleraklius  keine  einzige  Zeile,  weder 
Einleitung,  noch  .-Viiinerkung  oder  (Glossar  —  keine  Zeile 
verräth,     dass    diese    nothwendigen    Beigaben    kommen 


werden:  doch  erfahren  wir  zum  Glüek  durch  die  eben' 
erschieiune  Nummer  der  Komaiiia  (XN,  IHK),  dass  ein 
diitter  Band,  qui  contieiidra  les  comnientaires  et  le 
glossaire,  bald  erscheinen  soll.  —  Der  lleraklius  ist. 
wie  bemerkt,  in  drei  Handschriften  erhalten,  die  ziemlich 
auseinander  gelin  und  deren  gegenseitiges  Verhältniss 
nicht  iinnier  klar  ist :  wir  nehmen  den  gegebenen  Stanini- 
bauin  an  und  betrachten  den  auf  solche  Weise  entstan- 
denen Text,  (dine  die  vielen  Stellen,  wo  man  gern  unten 
stehende  Varianten  im  Text  sähe,  zu  berühren.  S(dche8 
widerfiihrt  auch  dem  sorgfältigsten  und  abwägendsten 
Textautl)auer,  wie  denn  das  auf  den  ersten  Blick  etwas 
mechanisch  aussehende  Textinachen  eine  der  schwierigsten 
und  zartesten  -arbeiten  ist,  die  man  sich  in  der  Philo- 
logie denken  kann.  Gliiie  weiteres  kann  hierin  ebenso 
wie  in  den  zahlreichen,  niitnnter  ausgezeichneten  Text- 
emendationen,  die  besonders  in  dem  zweiten,  nur  in  einer 
einzigen  stark  verdorbenen  Hs.  erhaltenen  Ille,  rühmend 
zu  erwähnen  sind,  dem  Herausgeber  das  vollste  unein- 
geschränkteste Lob  gespendet  werden.  Nicht  etwa  dass 
er  auch  daneben  nicht  Stellen  gebessert  hätte,  die  tadellos 
sind  oder  mehrmals  nahe  liegende  Emendationeu  nicht 
gefunden  —  auch  „Besserungen",  die  schlimmer  als  das 
Ueberlieferte  und  aus  mehrfachen  Gründen  unmöglich  sind, 
gibts  genug  (s.  n.)  —  :  aber  die  Menge  des  von  ihm  hierin 
vorgebrachten  Preiswüi'digeu  ist  so  bedeutend,  dass  sie 
diese  Mängel  überwiegt.  Aber,  und  dies  ist  für  die 
ganze  Ausgabe  und  deren  äusseres  Gewand  verhängniss- 
voll: der  ganze  Text  ist  einheitlich  uniformirt 
und  zwar  in  einer  mit  der  vom  Verfasser  ange- 
wandten Mundart  im  schreienden  Widerspruch 
stehenden  Weise,  und,  was  noch  schlimmer, 
selbst  das  ideale,  vom  Hrsg.  dem  Texte  ange- 
legte Kleid  ist  ein  Zwitterding,  eine  aus  zwei 
disparaten,  nie  zusammen  Irgendwo  in  der  Sprache 
neben  einander  befindlichen  Elementen  zusam- 
mengebraute Mischung.  Wenn  dies  bei  dem  lleraklius, 
der  in  drei  Hss.  überliefert  ist.  und  wo  man  die  vielen 
Varianten  der  Hss.  unter  dem  Texte  angegeben  findet, 
schon  niisslich  ist,  so  wird  dies  für  den  Ille  geradezu 
unglücklich,  da  derselbe  in  einer  einzigen  Handschrift 
überliefert  ist,  deren  Text  der  Hrsg.  ebenso  energisch 
uniformirt  hat,  ohne  jemals  die  ausgemerzte  Grajihie  der 
Hs.  zu  verzeichnen:  die  orthogra]diischen  Varianten  werden 
nie  angegeben,  sondern  der  Hrsg.  beschränkt  sich  darauf, 
bloss  die  gegen  die  Ueberlieferung  vorgenommenen  Aen- 
dernngen,  die  er  ohne  weiteres  in  den  Text  aufgenommen 
hat,  zu  verzeichnen.  Wenn  man  auch  nicht  so  conser- 
vativ  zu  sein  braucht,  wie  ich  es  in  meinen  .Ausgaben 
bin  und  mit  der  Zeit  immer  noch  vorsichtiger  und  be- 
hutsamer werde,  so  ist  doch  bei  dieser  Methode  sehr 
oft  manches  sicher  Falsche  in  den  Text  gekommen,  was 
die  Handschrift  nicht  bot.  Einige  Fälle  sollen  dies 
klarstellen:  92.  Rome  est  et  ert  tous  jors  noiiper, 
Si  est  et  ert  l'empereris  De  domi's  par  nies  (L.  liest 
mes)  litis  offiK,  was  L.  so  abdruckt  De  (laiiics  priiiie, 
roi(<;  nfiz.  Wenn  auch  die  reberlieferung  in  ihren 
drei  letzten  Worten  nicht  ganz  klar  ist.  so  ist  die  ohne 
Weiteres  als  Text  gedruckte  Emendation  ganz  sicher 
falsch  und  unmöglich:  prim  als"  Adj.  ist  unserm  Dichter 
ebenso  unbekannt,  wie  im  .Mtfrz.  damals  überhauiit,  wo 
es  nur  in  erstarrten  \'erbiiidungeii  sich  noch  erhalten  hat; 
DOiis  a/i\s  ohne  Je  oder  le  ist  sehr  hnit  und  emllicli  rz/Zo: 


'    l'cn    li>.    I''rliiii.ir    IS'.ll    in    Umin   Miiijchiii;;!. 


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1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  4, 


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ein  nnmöfrliclier  Reim,  der  geradezu  sprach  widrig  ist; 
(ifivr  kann  nur  afi,  spätei-  ape  geben  und  wenn  sogar 
(in  falsches  -••;  dran  käme,  was  aber  ausgeschlossen  ist, 
SU  würde  es  noclr  immer  nicht  das  vom  Reim  verlangte 
-c  sein.  Ein  anderes  ^'erb  (auf  -z  o.  ä.  z.  B.  afichier) 
ist  ausgeschlossen.  —  .3514.  AI  pnrvenir  haifscnt  les 
lifiii-c.t,  Kl  Sil  HC  tieneiit  lur  coiniiaftdiiref!  ändert  der 
Hrsg.  unglücklich  in  Eii  soiii:  denn  da  die  romiissaiue, 
'das  Fähnchen',  auf  der  Spitze  der  Lanze  befestigt  ist, 
so  kann  sie  nicht  in  die  Hohe  gehalten  werden,  wenn 
man  die  Lanze  senkt.  Dagegen  weiss  man,  dass  die 
Lanze  aus  der  Vertikalen  in  die  Horizontale  gesenkt 
wird  beim  Stoss  und  so  sieht  .Jedermann,  dass  es  be- 
deutet: ..Tm  T51ut  färben  sie  ihre  Fähnlein"  d.  h.  tienent 
ist  hier  veischrieben  aus  tei'/nent,  das  in  der  Vorlage 
gestanden  hatte  und  das  der  Schreiber  für  eine  Form 
von  feiiir  nahm  und  in  seine  Sprache  umschrieb  —  wie 
ja  der  Hrsg.  ebenso  entgegen  den  Reimen  überall  falsch 
riegne,  tlegiie  schreibt,  während  veigne  oder  vaigiiv  u.  s.  f. 
stehen  musste.  —  4.5.5.  ((jrniit  geiit  malvese  taugt  nichts), 
Oll  fdit  phis  pur  i/r<int  gcnt  soreiit  Qtie  ort  ne  face 
pur  graut  gent  ändert  L.  an  erster  Stelle  pur  poi 
gellt,  was  eine  sonderbare  Erfahrung  ausspricht.  Es 
dürfte  wohl  par  i/niiit  euer  zu  bessern  sein.  —  985  ff. 
sind  so  gedruckt:  Hoiuiis  roiis  vient  a  taute  s'osf,  A 
riiic  cem  Chevaliers,  armez  Eiisi  com  vous  roz  <ors 
arinez.  Garnissiez  rons,  qii'il  vieiient  ci:  eine  merk- 
würdige Verbindung.  Man  muss  abtheilen :  Hoiax  ros 
rieiit  a  tute  s'osf  A  .v.  ceiis  eh.  armes.  Eusi  con  vos 
DOS  cors  afrjmes,  Garnissies  vos!  —  1009  steht 
zum  Reim  estrier  'Steigbügel'  in  der  Hs.  espie  'Spiess', 
was  L.,  um  den  Reim  zu  bessern,  so  ändert:  estrier: 
espier.  AVenn  sich  auch  das  eine  oder  andere  Mal  in 
späten  überreimten  Tiraden  ein  espier  findet, -so  ist  dies 
doch  ein  Reimopfer,  diese  Form  sonst  nie  gebraucht  und 
für  einen  so  alten  Te.\t  wie  der  Heraklius  unmöglich; 
dagegen  weiss  jeder,  dass  im  (regentheil  estrier  die 
junge  analogische  Form  von  älterem  estrieu  oder  estrie  = 
^stri'iiiim  ist,  was  also  einzuführen  und  das  mit  espiin 
oder  «'S/j/e- richtig  reimt.  —  1152.  llle  im  Kampf  Höel 
eil  tel  (Hs.  iol)  endroit  afaiiit  Qiie  Vaiiherc  desront  et 
<lesniiiille  muss  gelesen  werden,  wo  L.  Hoel  el  col  en 
droit  liest,  was  unmöglich  ist,  weil  dann  endroit  sinnlos 
ist;  es  könnte  höchstens  emdroit  le  col  heissen.  —  1247. 
Wer  so  handelt,  der  vergebt  sich  gegen  die  Liebe,  Com 
Vi  popelirans  n'a  loi  =  ..wüe  ein  Ketzer  hat  er  keinen 
erlauben",  während  L.  das  Gegentheil  in  den  Text  setzt: 
a  loi.  —  1361.  Qiiidquid  delirant  reges,  plectioitiir 
Aehivi.  So  muss  auch  Amor  von  .Jemand  beleidigt  worden 
sein,  weil  er  seine  AVuth  au  mü'  Unschuldigem  auslässt; 
denn  mich  treffen  die  Missethaten  eines  Anderen 
(ich  muss  für  sie  büssen)  tot  otisi  com  li  derces  fait 
der  nicht  denjenigen,  der  ihn  geschlagen,  sondern  einen 
dritten  unschuldigen  triftt.  Die  Hs.  ist  sicher  vei'dorben : 
Or  si  muenent  autriii  mesfait  und  es  muss  in  m' .  .  .ent 
ein  vokalisch  anlautendes  Verb  stecken:  denn  der  Sinn 
ist  sicher  =  Or  me  grievevt  uiitrui  mesfait  oder 
[IJ'estriiierent,  wo  la  =  Amor  ist:  'die  üebelthaten 
Anderer  stacheln  Amor  auf'.  Statt  dessen  setzt  L. 
schlankweg  in  den  Text:  Or  si  me  muet  autrui 
mesfait,  was  keinen  rechten  Sinn  gibt  und,  was  schlim- 
mer, sprachwidrig  ist;  denn  iinsfait  müsste  dann, 
da    die    Declination    sorgfältig    gewahrt    ist,     mesfaiz, 


•  Diese  Form  durch   Reim  gesichert  460.  2574.  45r)9. 


Sing.  Nom.  lauten,  was  durch  den  Reim  fait  ansge- 
schlossen  ist.  —  1.588 — 91  ist  von  L.  zweimal  eine 
Lücke  angesetzt,  weil  die  vorausgehenden  ein  klein 
wenig  verderbten  Zeilen  nicht  verstanden  worden  sind, 
üaleron,  die  früher  so  geärgert  worden  war,  ist  jetzt 
hocherfreut,  llles  ist  glücklich  und  hochangesehen.  Por 
roii  les  tieut  il  en  vierte  Et  malus  lor  mostre  de  /ierle 
Qu'il  ne  pst  ains  qn'il  l'eiist  pris.  Dies  letzte  durch 
den  Reim  gesicherte  Wort  führt  auf  den  richtigen  Weg. 
J>a  pris  Masc.  ist  und  der  Dichter  die  Congruenz  des 
Partie,  meist  befolgt,  so  muss  le  in  l'eiist  'ihn',  also 
llle  bedeuten;  daher  ist  rju'il  in  qii'el  'sie'  d.  h.  Galeron 
zu  lesen  und  ebenso  im  Vorhergehenden.  Die  ganze 
.•^telle  lautet:  Por  ro  le  (llle)  tient  et'  (Gal.)  en  eierte 
Et  niains  lor  (entweder  Iqr  oder  or  zeitlich,  oder  li 
zu  ändern)  mostre  de  fierte  Qii'el  (Galeron)  ne  /ist  ains 
qii'el  l'eust  pris.  —  2408.  Angois  qu'il  les  mesissent 
enz  Hs.  tadellos:  bevor  sie  {li  Griu)  dieselben  {les 
Romains)  hineingeworfen  hatten',  während  L.  in  den 
Text  setzt:  A.  que  il  les  mesist  eiiz,  was  widersinnig 
ist.  Ich  köiuite  so  den  ganzen  Text  vornehmen  (2012 
wird  tadelloses  coure  der  Hs.  in  roiite  geändert,  statt 
es  in  franz.  coiiche  'Lager'  umzuschreiben,  356  ist  le 
tendront  oder  qn'il  li  reiidront,  581  dure  zu  bessern. 
648  wird  aus  ä  un  eine  unbekannte  Persönlichkeit  ä  Xn, 
659  muss  deist  stehn,  665  fait',  907  ele  in  li  ändern, 
952  Doit  ist  Pf.  gemeint,  961  en  .<ta  cort  tadellos  'sie  an 
ihrem  Hofe'.  1055  en  ist  e«^  und  1056  Qiii  nes  (cf.  1053) 
zu  ändern,  1086  vnet  aus  roiit  und  1087  laissestehn  lassen, 
1288  en  ist  sinnlos,  1736  lor  in  son  zu  bessern,  1868  vaut 
ist  Pf.,  2015  Cni,  2172  entweder  s/rro/e  oder  tant  com 
vos  serviroie,  2188  loing,  2220  tont  arme,  2347  Greu 
(st.  pren),  2399  mort!  (1.  mor)  zu  bessern,  2458  es 
tahles!  (1.  estahh-s),  4076  maigrece!  (1.  m'aigrete), 
4150  grace  (st.  face),  6005  giierre  (b.  Grece),  6159 
se  (=  ce)  —  alles  Emendationen,  die  ohne  Commentar 
einleuchten  —  und  viele,  sehr  viele  andere),  allein 
mein  demnächst  erscheinender  Text  wird  dies  klarer 
zeigen  und  meine  Anmerkungen  alle  die  Fälle  besprechen. 
Ganz  missverstanden  sind  4762  f.  5195.  5168  o.  3378, 
wo  noch  ein  unmöglichei'  C'onjunctiv  eingeführt  worden, 
das  sinnstörende  ne  aber  beibehalten  ist.  5856  wird 
das  Gegentheil  von  dem,  was  der  Dichter  erzählt,  durch 
ont  eingeführt  {a  ist  verlesenes  est),  2157  wird  tadel- 
loses/rff</o^  in  ein  räthselhaftes /'ot/s  geändert,  3193 
4357  ein  grammatisch  unmögliches  le  roi  "ili  rois  Hs. 
richtig),  ebenso  4842  falsches  oire,  5883  ein  nicht 
existh'endes  desfrois  emendirt.  Falsche  Umstellung  i960, 
da  H.  L.  die  vier  sichern  Fälle  der  Xichtcongruenz  über- 
sehen hat.  Lücken  werden  ferner^  angenommen,  wo 
keine  existiren  3939.  3977  (hier  obendrein  schlechte 
Conjeetur  in  3978  qu'om  st.  nothwendigem  quant),  und 
übersehen,  wo  sie  angesetzt  werden  müssen,  vgl.  be- 
sonders 3927,  wo  nach  Herrn  L.  die  vUaine  geiit  die 
honte  et  rilonie  aus  der  Welt  geschafft  hat.  Falsche 
Allgaben  der  handschriftlichen  Lesung  1100  q  (nicht 
q'),  1692  cai  (nicht  cou),  3519  q'l  i  (nicht  q'  li),  4437 
Sil  len  (nicht  sil  en),  4949  bons  (nicht  bans),  6147 
troene  (nicht  troiie). 

Es  bleibt  mir  nur  noch  übrig,  mein  oben  über  die 
ganz  verfehlte  Uniforniirung  gefälltes  Urtheil  zu  be- 
gründen. A  priori  leuchtet  ein,  dass  ein  Herausgeber 
bei  einem  liichter,  dessen  Lebenszeit  ziemlich  genau  be- 
kannt ist,  und  bei  dem  man  die  Abfassungszeit  seiner 
Gedichte  bestimmen  kann  und  dessen  Geburtsort  endlich 


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1891.    LiteraiurblRtt  fflr  ^ermanisohe  nnd  romanisohe  Philologe.    Nr.  4. 


132 


bekannt  ist,  sich  offenbar  in  einer  sehr  angenehmen  Lage 
befindi't.  indem  er  seine  Sprailie  leiclit  zu  bestimmen  im 
Stande  ist.  da  man  einerseits  an  i-.iiOO  Reime  lesitzt, 
anderseits  sowohl  Reimtexte  als  Urkunden  tür  Arras  in 
reiclier  Meiij^e  zu  liaben  sind,  —  vorausgesetzt  natürlich, 
dass  der  Dichter,  wie  so  viele  andere  seiner  Landsleute, 
in  seiner  eijrenen  Mundart  ffeschriebcn  hat.  Davon  kann 
man  siili  leicht  überzeug'en.  wenn  man  die  Reime  unter- 
sncht.  Mit  grosser  Verwundeninü:  erkennt  man  aber 
sofort,  dass  der  Pikarde  von  Arras  sich  die  grösste  Mühe 
gibt,  reines  Französisch  zu  schreiben  und  derselbe 
alle  Eigenheiten  seiner  Mundart  peinlich  meidet  (dass 
ihm  hie  und  da  kleine  Inconseijuenzen  unterlaufen,  ist  leicht 
begi-eiflich).  Sei  es  also  auf  Refelil  seiner  Uönner,  die 
die  iJmen  roh  vorkommende  Mundart  scheuten,  sei  es 
dass  er  einer  Kritik,  wie  sie  sein  jüngerer  Landsmann  Kuno 
von  Kethune  zu  seinem  Leidwesen  später  erfahren  musste, 
entgehen  wollte:  das  Ansehn  des  Französischen  war 
bereits  so  hoch,  dass  ein  Pikarde  sich  veranlasst  sehn 
konnte,  in  demselben  statt  in  seiner  Mundart  zu  dichten. 
Wenn  aber  Walter  von  Arras  französisch  schrieb,  so 
war  eine  französische  Unifurniirung  vorgeschrieben,  nnd 
da  wir  einerseits  sichere  französische  Texte,  anderseits 
die  grosse  Menge  der  W'altei-sclien  Reime  besitzen,  so 
Hess  sie  sich  ziemlich  leicht  ausfuhren,  wenn  auch,  wie 
bei  jeder  idealen  üniformirung.  einzelne  Kleinigkeiten 
sich  nicht  immer  sicher  entscheiden  lassen.  Auf  den 
ersten  Blick  scheint  es  nxui,  dass  L.  seine  Texte  in 
dieses  ideale  Französisisch  umgeschrieben,  da  er  c,  c, 
-2,  iee  u.  s.  f.  nach  französischer  Art  schreibt  und  sonst 
auch  französische  Formen,  die  die  Reime  sichern,  regel- 
mässig einführt.  Aber  bei  näherem  Zusehen  "bleibt  man 
starr  vor  Verwunderung.  (Jerade  die  gewöhnlichsten 
Pikardismen,  wie  .\rtikel,  Personal-  und  Possessivpro- 
nomen, sind  nii-lit  nnr  mit  den  ihrerseits  auch  pikar- 
dischen  Handschriften  beibehalten,  sondern  consequent 
auch  gegen  dieselben,  wo  diese  die  französische  Form 
bieten,  eingeführt,  d.  h.  während  der  Dichter  pein- 
lich bemüht  ist,  jede  Spur  des  Pikardischen  so- 
gar in  den  Reimen,  wo  sie  ja  bei  den  oft  in  den  ein- 
zelnen Provinzen  befindlichen  Nebenformen  übersehen 
Werden  konnte  (nur  der  die  Reime  untersuchende  kundige 
Romanist  findet  dieselben  stets  heraus;  die  damaligen 
Leser  oder  Zuhörer  beim  Französisch- Vorlesen  wohl  über- 
haupt nicht,  ausser  in  ganz  vei-einzelten  Fällen,  die  dann 
als  ungenaue,  assonirende  Reime  erscheinen  mochten)  zu 
vermeiden,  der  also  in  der  Mitte  der  Zeile,  wo  es 
ihm  keine  besondere  Muhe  kostete,  erst  recht  alles 
Pikardische  venneiden  musste:  hat  der  Hrsg.  diesen 
sprachlichen  pikardischen  Rost  gewaltsam  über 
den  französisch  gereimten  Text  ausgegossen, 
mithin  die  klare  Absicht  des  Dichters  plump 
vereitelt.  Man  liest  jetzt  staunend  Ille  4  meii  ser- 
oisft,  VI  eil  xeHS,  10  leletre,  le  f/losi',  17  /c  fin,  26  .<!<; 
i'ie  u.  s.  f.,  Wo  sogar  die  lls.  überall  die  fianzösischen 
Formen  iiion,  tu,  sa  u.  s.  f.  hat.  Freilicii  inconseijuent 
ist  L.  auch,  z.  B.  47  steht  wieder  ruhig  franz.  sa 
coin/Htif/iie.  Eine  genaue  Untersuchung  der  Üniformirung 
zeigt,  dass  L.  in  der  Lautlehre  alle  Pikardismen  ängst- 
lich vermeidet,  eine  ganze  Reihe  andeier  in  der  Decli- 
iiation  coiisei|Uent  einführt.  Dass  ihm  auch  in  der 
Lautlehre  viele  mit  unterlaufen  sind,  zeigt  ein  fiüilitigei- 
Blick,  z.  1!.  für  Ille  2  inHleur  (so  inniier),  12  toni/e- 
went  (wäre  frz.  </e,  was  L.  sicher  nicht  meint),  10  coii- 
sillite  (ebenso  lis,  116  vrillkr  u.  s.  f.),  1888  pieur, 


170  rjiiinae,  245  aparttefjtip,  liegiie  u.  s.  f.  (so  immer», 
cf.  80ti!  282  steht  lautlich  unmögliches  lievc,  im  An- 
hang in //eire  gebes-sert:  auch  dies  ist  nicht  französisch; 
lieinent  2425,  fiissietis  2.S14,  vgl.  5726.  4401,  dann 
-omes^  5990.  5987.  6080;  304  charchicz  (wolil 
wegen  1489.90,  wo  ein  pik.,  vom  Standpunkt  dc^ 
Französischen  aber  ungenauer  Reim).  853  esdeiiqiiier 
(.\nhang  gebessert),  628  E>-tout:,  845  qiiinsainv,  132'! 
rillier,  .'i854  finreiit,  1442  sarerez  (konnte  leicli' 
entfernt  werden,  vgl.  noch  3574  dereroie,  4520),  ebenda 
enqui,  1494  Anjan,  1662  apercut,  2188.  3332  lonr 
(st.  hing  vgl.  235  u.  s.  f.),  2410  dorriers,  2699 
fies  (Leber),  3013.  3692  lieiis  =  nlisl,  32n3  awaii,  3208 
si</na  (wo  sogar  Hs.  saiiia).  4955  s'eiit,  5102  1  (st. 
//,  echt  pik.),  5661  (lai</iiissiez  6218  urerles  (st. 
(irriie;).  6435  Tout  (st.  Titif).  Ich  habe  diese  Bei- 
spiele absichtlich  aus  dem  zweiten  Theil  herausgesucht, 
weil  anzunehmen,  dass  der  Hrsg.  hier  bereits  eine 
gi-össere  üebung  sich  erworben,  als  sie  im  ersten  Band 
gewesen,  wo  er  seine  Arbeit  eben  anfing.  In  diesem 
ersten  Band  nun  findet  sich  sogar  der  pikardische  Nom. 
Fem.  des  .Artikels,  nämlich  //  —  während  ich  diese  Form 
im  Ille  nicht  mehr  vorgefunden  habe,  hier  ist  vielmehr 
nach  französischer  Art  der  Nom.  und  Acc.  gleich, 
aber  freilich  in  der  pikardischen  Form  (/e)!  Vgl.  im 
Heraklius:  li  faüz  18,  li  cliose  116,  li  croiz  120,  /» 
phiü  rortohe  et  li  plus  fine  128  n.  s.  f.,  dann  riide  33, 
tiide  34,  sesist  386  u.  ä.  (immer),  rhou  396,  (/roiichan- 
ment  886,  La  am  (st.  ou)  1038,  f<iignier\  (fr.  fangier) 
1171,  wie  doigiwii  4017  (fr.  doiijon),  oins  1680  u.  s.  f.; 
doch  beachte  noch  besonders  das  in  jeder  Mundart  unmög- 
liche fiiis,  Kom.  von  fiel  'Galle'  3701,  etwa  das  pik.  estroit 
4801,  das  lautlich  unmögliche /rcHfrt«?  928,  fscorcojY  5297. 
Auch  sonst  ist  viel  Einzelnes,  was  einen  sehr  verwundert; 
warum  nur  oire,  erer,  aber  rescoiirre,  aber  poura,  und 
immer  serrer?  Warum  in  einem  so  alteu  Texte  so  junge 
Schreibungen  wie  nous,  rous,  cowone,  proHver,  lour, 
jour,  sogar  voulente,  voulentiers'}  Sogar  jwiioir, 
pouezl  Dies  hatte  ein  schweres  Missverständniss  zur 
Folge,  indem  for.s'  5073  mit  fours  wiedergegeben  wird, 
wälii-end  der  Sinn  lehrt,  dass  es  sich  um  lorz  'Unrecht' 
handelt.  Was  soll  148  inoiint  (3.  Pf.),  pani  3079. 
früher  irgendwo  coitru,  ralii  6214  (auch  Her.  516(i. 
6187,  mouni  288)?  Dass  es  Absicht,  zeigt  der  Anhang 
zu  4428.9,  wo  das  richtige  -ut  in  das  falsche  -u  ge- 
bessert wird.  Warum  dont,  adont  st.  donc,  adonc'f 
Warum  308  morlieus  (öfter),  aber  felis,  warum  gieiis 
2372.  3374?,  3747  prent  (st.  prning),  3234  fri'llieel, 
738  fitisoii,  739  paisoii,  immer  pranictre,  warum 
clietis  gegen  plaissi<r'?  Wenn  er  ne  le  der  Hs.  ohne 
jedes  Recht  gewaltsam  in  nel  ändert  (z.  B.  Ille  274. 
1404.  2155.  3195  fsinnlo.*!.  5106),  so  folgt  er  offenbar 
hierin  G.  Paris,  vgl.  Rom.  XX.  161  Anm.  .Aber  schlimmer 
ist.  dass  er  das  Prononi  re  'dieser'  der  Hs.,  das  identisch 
ist  mit  dem  nenfrz.  re  und  aus  ce(s)l  —  Cons.  ^^  ce  — 
('(ins.  entstanden  ist.  consequent  mit  <cl  'jener'  wieder- 
gibt; z.  B.  Ille  617.  1133.  1521  und  2252.  2816  (bei 
/(»//!).  1686,  3509.  4123  (!).  4273.  5833.  Was  soll 
das  unmögliche  ri^  ('dies')  5592.  6197.  6257?  Welch 
merkwürdige  Declinationsregel  ist  für  geid  „Volk"*  er- 
fanden! .Jedes  l'en  "man'  wird  in  ow,  jedes  coiniiual- 
nient  in  romioiement  gv\\\\A\;vi:  warum? 

'  Walter  hat  im  Ilrrakliiis  nooli  -omes  im  Keime,  aber 
nicht  mehr  in  ilem  späteren  (wie  ich  beweisen  wenle)  und 
französischeren  Ille. 


1 3:5 


1891.     Litcraturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  4. 


\U 


Wenn  also  die  Ausgabe  eine  solche  ist,  dass  sie  in 
keiner  Weise  den  heute  an  eine  solche  Aufg-abe  gestellten 
.Xnfoi'derunyen  eutsimiiit  und  eine  anders  angelegte  Aus- 
gabe duitii  dieselbe  in  keiner  Weise  übertlüssig,  sondern 
erst  reell t  erwünscht  gewcn'den  ist.  so  muss  anderseits 
wieder  entgegen  der  schwachen  philologischen  Vorbe- 
reitung des  Hrsg.'s  seine  bedeutende  Emeudationsgabe, 
die  er  durch  eine  Reihe  vortrefflicher  Conjecturen  (ich 
nehme  an.  dass  sie  alle  von  ihm  allein  herstammen)  glän- 
zend dargethan  hat,  rühmend  erwähnt  w'erden,  und  ich 
schliesse  mit  dem  Wunsch,  dass  er  sich  nach  Ausfüllung 
der  hier  berührten  Lücken  (vor  allem  Mundarten!)  bald 
an  einen  neuen  Text  mache,  um  auch  in  dieser  Seite 
der  Textkritik  seine  Tüchtigkeit  zu  bewähren. 

Bonn  am  Eheiu.  W.   Foerster. 

Salverda  de  Grave,  Jean  Jacques,  Introduction  ä 
une  edition  critique  du  Roman  d'Eneas.  (Groninger 
Doctor-Dissertation.)  's-Gravenhage  l^J^S.  12S  u.  ö  (unge- 
zählte) S.   , Stellingen''.  8.     (Xicht  im  Buehhamlel.) 

Ich  muss  mich  beeilen,  um  das  tüchtige  Büchlein, 
das  die  Vorarbeit  zu  einer  jetzt  bereits  im  Druck  be- 
tindlichen  kritischen  Ausgabe  des  altfranzüsischen  Aeneas, 
die  wir  Alle  mit  grosser  Ungeduld  erwarten,  bildet,  nicht 
y.fui'  fopr/;r  anzukündigen.  Der  Aeneas  hält  eine  ganz 
besondere  Stellung  ein  unter  der  altfr.  Hofepik  und  da 
man  über  ihn  nichts  als  den  „Essay"  von  A.  Pej'  (P. 
185Ö)  und  die  gelegentlichen  Mittheilungen  Behaghels 
in  seiner  Heinrich  v.  Veldeke-Ausgabe  hatte,  so  koimten 
alle  wichtigen  Fragen,  die  sich  um  diesen  Text  herum 
sammeln,  nicht  erledigt  werden:  einerseits  sein  Alter 
nebst  der  Frage  nach  der  Verfasserschaft  desselben, 
insbesondere  ob  er  mit  dem  Trojanerkrieg  dem  Beueit 
zugehöre;  anderseits  die  Stellung  des  klassisch-antiken 
Hofromans  zum  bretonischen  und  deren  Beeinflussung 
des  einen  durch  den  anderen. 

Xach  einer  kiu-zen  Einleitung  folgen  die  drei  TheQe 
der  Arbeit:    1.  Handschriften   und    deren  Abhängigkeit, 

2.  Sprache    (Reimuntersuchung    nebst    Zeitbestimmung), 

3.  Quellen,  insonderheit  Vergleichung  mit  der  Vergilschen 
Aeneis.  'Das  Wichtigste  ist  für  uns  das  zweite  Haupt- 
stück, dessen  Schlussfolgerung  dahin  lautet,  dass  der 
Aeneas  älter  als  die  Xormannenchronik  und  der  Trojaner- 
krieg Beneits  ist  und  zwar  von  einem  anderen  Verfasser 
herrührt.  Wir  werden  Gelegenheit  haben,  die  wichtige 
Frage   nach    dem   Erscheinen   des  Textes   nachzuprüfen. 

Bonn.  W.  Foerster. 


Voigt,  Giorgio,  11  Risorgimento  dell'  anticbita  classica 
OTveroil  primo  secolodeirnmanismo,  trailuziune  italiaua 
con  prefazione  e  note  Uel  professore  D.  V  a  1  b  u  s  a  ,  arricchita 
di  aggiunte  e  eorrezioni  inedite  dell'autore.  Vol.  I  und  II. 
Firenze,  G.  C.  Sansoni.  1888  und  1890.  I.  Bd.  XII,  595  S. 
II.  Bd.  502  S.  8.     Lire  18. 

Xach  Burckhardts  Kultur  der  Renaissance  hat  nun 
Valbnsa  auch  das  epochemachende  Werk  des  berühmten 
Leipziger  Historikers  seinen  des  Deutschen  unkundigen 
Landsleuten  zugänglich  gemacht.  Die  Uebersetzung  ist 
genau  und  angenehm  gesclu'ieben,  so  dass  man  in  dieser 
Beziehung  Valbusa  alles  Lob  spenden  kann;  wer  aber, 
wie  ich,  durch  den  Titel  verleitet  die  Uebersetzung  an- 
schafteu  wollte  in  der  Meinung,  darin  eine  Art  neuer, 
auf  den  Standpunkt  der  Gegenwart  gebrachter  Auflage 
zu  finden,  wie  das  z.  B.  bei  den  italienischen  Ueber- 
setzungen  von  Gasparvs  Literaturgeschichte  der  Fall  ist, 
der  würde  sich  in  seinen  Erwartungen  getäuscht  sehen. 
Die  Zusätze  des  Autors  und  des  Uebersetzers  sind  doch 
gar  zu  gering,  als  dass  sie  demjenigen,  der  das  Original 


besitzt,  den  Ankauf  der  Uebersetzung  lohnten,  und  auch 
wer  das  Original  nicht  besitzt  wird  besser  thun,  sich 
dieses,  und  nicht  die  Uebersetzung.  anzusdiafl'en,  da  das 
Buch  in  seiner  italienischen  (Gestalt  doch  gar  zu  sehr 
in  Bezug  auf  Bequemlichkeit  des  (Jebrauclies  eingebüsst 
hat.  Auch  hier  ist  wieder,  wie  bei  andein  Uebersetzungen 
ins  Italienische,  das  ganze,  36  Spalten  zählende  Personal- 
uud  Sachregister  weggeblieben,  als  wiLsste  man  in  Italien 
den  Werth  eines  solchen  nicht  zu  schätzen,  während 
doch  die  Mühe,  bloss  die  Seitenzahlen  umzuschreiben, 
eine  verhältnissmässig  recht  geringe  ist  und  ganz  erspart 
werden  könnte,  falls  im  Buche  selbst  stets  auch  die  so 
sehr  wünschenswerthe  Paginirung  des  Originals  ange- 
geben wäre.  Dieser  grosse  Mangel  wird  dadurch  noch 
viel  fühlbarer,  als  auch  das  Inhaltsverzeichniss  sehr  zu 
seinem  Xachtheile  gekürzt  ist.  Während  Voigt  darin 
sehr  genau,  fast  Seite  für  Seite,  den  Inhalt  charakterisirt 
und  immer  gleich  die  Seitenzahl  folgen  lässt,  so  sind 
diese  Seitenzahlen  in  der  italienischen  Uebersetzung  weg- 
geblieben, indem  dieselbe  die  einzelnen  grösseren  Absätze 
jedes  Buches,  die  im  deutschen  Inhaltsverzeichnisse  durch 
neue  «Zeilen  kenntlich  gemacht  sind,  zu  Kapiteln  ver- 
einigt und  dann  bloss  die  Anfangsseite  jedes  Kapitels 
angibt.  Endlich  ist  auch  das  Fehlen  des  so  nützlichen, 
13  Seiten  starken  Literaturverzeichnisses  sehr  zu  be- 
klagen; die  Uebersicht  über  die  benutzte  Literatur  geht 
dadurch  verloren  und  das  Auffinden  der  Citate  wird  er- 
schwert. Hier  ein  Beispiel:  Bd.  I,  S.  8,  Anm.  2  (=  S.  I5, 
Anm.  3  des  Originals)  finden  wir  das  Citat:  Bunkhanlt, 
vol.  I,  p.  221,  245,  und  nichts  sagt  uns,  welches  Werk 
Biu'ckhardts,  noch  welche  Auflage  desselben  gemeint  sei; 
im  Original  finden  wir  dieselben  Zahlen,  das  Literatur- 
verzeichniss  belehrt  uns  aber,  dass  die  3.  Auflage  der 
Kultui-  der  Renaissance  gemeint  sei.  Warum  ist  in  der 
Uebersetzung  nicht  eine  neue  Auflage  oder,  was  natur- 
gemäss  wäre,  die  italienische  Uebersetzung  citirt?  Xoch 
ein  Beispiel  für  viele  dafür,  dass  die  Uebersetzung  nicht 
auf  den  Standpunkt  der  Gegenwart  gebracht  ist.  S.  375 
des  I.  Bandes,  Anm.  1,  ist  Benveuuto  Rambaldis  Dante- 
commentar  nach  Tamburinis  Uebersetzung  citirt,  wälu'end 
doch  seit  1887  das  lateinische  Original  vollständig  ge- 
druckt ist.  S.  384,  Anm.  4  desselben  Bandes  ist  die 
Angabe  stehen  geblieben,  dass  der  betr.  Commentar 
leider  nur-  in  der  italienischen  Uebersetzung  Tamburinis 
vollständig  veröffentlicht  sei,  und  erst  dazu  macht  nun 
Valbusa  die  Bemerkung,  dass  auch  das  Original  seitdem 
vcllständig  erschien:  die  Citate  siud  aber  nicht  etwa  den 
veränderten  Uniständeu  gemäss  -angegeben.  Dies  sind 
Aeusserlichkeiten,  aber  auch  im  Texte  selbst  hätte  Voigt 
manches  geändert,  wäre  es  seine  Absicht  gewesen,  das 
Buch  so  umzuarbeiten,  dass  es  vollständig  dem  heutigen 
Stande  der  Forschungen  auf  diesem  Gebiete  entspreche. 
Das  war  aber  Voigts  Absicht  nicht  und  wü'  haben  auch 
keinen  Anspruch  darauf:  auch  so  wird  ja  Valbusas  aus- 
gezeichnete Uebersetzung  den  des  Deutscheu  Unkundigen 
und  besonders  einem  weiteren  italienischen  Lesepublikum, 
das  der  Uebersetzer  ebenfalls  im  Auge  gehabt  zu  haben 
erklärt  und  für  welches  sich  ja  auch  das  in  seiner 
staunenswerthen  Gelehrsamkeit  so  geistreich  und  an- 
ziehend geschriebene  Werk  trefflich  eignet,  vorzügliche 
Dienste  leisten.  Es  sollte  hier  nur  dem  Bedauern  Aus- 
druck verliehen  werden,  dass  nicht  auch  den  des  Deutschen 
kundigen  Fachleuten  durch  diese  Uebersetzung  eine 
wesentlichere  Bereicherung  zu  Theil  wurde. 

Göttingen.  W.  Cloetta. 


135 


1891.    Literaturblatt  fQr  gerinaniBohe  and  romanisolie  Philologie.    Nr.  4. 


l.H' 


Z  o  i  t  s  cJi  r  i  f"t  o  ii. 

Modern  Lansaase  Notes  VI,  3.  März:  J.  D.  Bruce, 
Kiglitli  aiiiiual  cüHivomioii  of  tlic  inuileni  languii<fo  asouciiition. 

—  .V.  S.  Cook,  Uli  enfjlisli  liturature   anJ  jewisli  Icurniiig. 

—  J.  P.  Fruit,  Tlu'  Wortli  uf  tlie  Eii^lisli  seiiUnce  for 
ri'flt'eiivc  nml  acsilietio  iliseipliiio.  —  A.  Lotio  man,  A 
List  uf  muilern  froiicli  tcxt  bouks  coiiipilcd  for  tliv  use  ot 
iraelicra  in  public  scIiooIk.  —  A.  Kortier,  Tlie  tn-ncli 
liturature  nf  Louisiana  in  1S89  an.l  1890.  —  H.  A.  T  u  il  d , 
Tlie  plionetics  uf  freneli  iiocl  aml  iiuvel,  prov.  nudul  aml 
>ii<<7.  —  Kr.  Spencer,  Vnrinus.  —  .\.  C.  Smith,  ,Song 
tu  Winifreila"  nnil  its  authur.  —  W.  E.  Siniomls,  Tlie 
tluee  runilvaux  of  Sir  Thomas  Wvatt.  —  Ch.  S.  Smith, 
Mailame  .Ackermann.  —  K.  S.  Joyncs,  Tlie  peilao;»gical 
section  of  tlie  nioilorn  lansfua'je  association.  —  Fr.  T. 
Lawrence,  ISucliheinis  „Jungfrau  von  Orleans". 

PublicatiuDS  of  the  modern  lanKuage  association  of 
Aiuei'ica  V,  4:  .\.  II.  Tnlnian,  Shakespcare's  l'art  in 
tili-  „TuiiiiiiK  of  tlic  Slircw'".  —  l).  K.  Uoclge,  A  biblin- 
grapliY  uf  Danisli  aiitl  Sweilish  üictionarios,  together  with 
a  brief  aceouiit  <if  Daiiisli   Lexiro(;rapliy. 

Zs.  f.  verel.  Spraehfursclinns  X  XXI,  3 :  P.  K  r  e  t  s  c  h  m  e  r , 
Iniloficrm.  Aix'eiit-  uiul  Laut«tuilion.  —  K.  Solm.sen,  Das 
l'ruiionien  mos  onus  in  ileii  in  Itis^crm.  Sprachen.  —  O. 
W  i  (•  (1  e  ni  a  n  n  ,  Der  Dativus  Singularis  in  ;len  germanischen 
Sprachen. 

Beiträge  zur  Kunde  der  indo$;eriu.  Sprachen  KITII,  1 
u.  2:  H.  Colli  tz.  Die  Behamllung  iles  urspr.  auslautenden 
«I  im  Gotischen,  Althochdeutschen  und  Altsächsischen.  — 
Chr.  B  a  r  t  h  0  lo  m  ae.  Arm.  a  >  griech.  o  und  die  indog. 
Vukalrcihen.  —  L.  Sütterlin,  Etymologisches  (u.  a.  zu 
Schuppen,  Klucke,  an.  ptiiyill).   —    \V.  Prellwitz,  Kratze. 

M^moires  de  la  societe  de  lins;nistique  de  Paris  VII, 
2:  M.  Breal,  Preinieres  iiifluences  de  Konie  sur  1c  nionde 
germanique  (u.  a. :  das  got.  Suffix  -iliips  stamme  aus  lat. 
-diitlo);  de  la  prunonciation  du  c  latin:  allemand  Xelter 
(~  \at.  tolularius);  le  mecanisnie  grammatical  peut-il  s'eni- 
prunter. 

Revue  de  Lineuistiqne  XXIV,  1:  Gabriel  D  e  v  il  le,  Notes 
sur  le  devekipiH-nicnt  du  langage  cliez  le.s  enfants.  —  Paul 
Kegnaud,  l'elargissement  des  furmes  in  lo-curopeennes 
sur  des  finales  rhutacisecs. 

Zs.  des  Vereins  f.  Volkskunde  I,  1:  Karl  Weinhold, 
Zur  Einleitung.  —  Steint  luil.  An  den  Leser.  —  W. 
Schwartz.  Volksthümliclie  Schhiglicliter.  —  K.  Maurer, 
Zur  Volkskunde  Islands.  —  R.  Kuehler,  Ein  anseheinend 
deutsches  Märchen  von  der  Nachtigall  und  lilindsclileiclie 
und  sein  französisches  (original.  —  K.  Loewe,  Die  Aus- 
nalimslosigkcit  sämnitlicher  Sprathneuerungen.  —  M.  Re- 
sener,  Wind,  Wetter.  Regen,  Selinoe  un^l  Sonnenschein 
in  Vorstellung  und  Hede  des  Tiroler  Vulkes.  —  U.  Jahn 
u.  A.  M  e  y  e  r- C  oh  n  ,  Jamund  bei  Cöslin.  —  Ein  isländischer 
Blutsegen.  —  Bücheranzeigen :  L.  v.  Hörmann,  Haussprüche 
aus  den  Alpen.  —  P.  II.  Oreinz  u.  D.  A.  Kapferer,  Tiroler 
Schnadahüpfeln.  —  Kristoffer  Nyrop,  Navnets  Mngt:  en 
folkepsykologisk  Studie.  —  Huld,  Safii  al^ydlegra  i'slenzkra 
froetta.  —  Dania,  Tidskrift  for  folkemäl  og  folkeminder.  — 
Bibliographie. 

Zs.  f.  Volkskunde  hrsg.  von  Veckensteilt,  III,  4  u.  5:  VÄcIar 
Tille,  Der  Traum  von  dem  Schatz  auf  der  Brücke.  —  F. 
Branky,  Volksüberlieferungen  aus  Oesterreich.  —  Th. 
Vernaleken,  .Mythische  Volksdichtungen.  —  J.  P  i  s  t  o  r , 
Sprichwörter  und  sprichwörtliche  Redensarten  aus  Wigand 
Lanzes  hessischer  Chronik.  —  0.  Knoop,  Polnischer  und 
deutscher  Aberglaube  und  Brauch  aus  der  Provinz  Posen; 
die  neuentdeckten  Göttergestalten  und  Götternamen  der 
norddeutschen  Tiefebene:  III.  Die  Äsen.  —  E.  Veckcn- 
Btedt,  Die  mythischen  Könige  der  arischen  Yolkshelden- 
sage  unil  Dichtung.  —  A.  Gadde,  Volkslieder  aus  llinter- 
pominern.  —  A.  Kau  ff  mann,  Kindlinge  zur  Volkskunde. 

—  Knoop,   Buscliau,  Germanen  uml  Slaven. 
Melusine   V,  8:    La    Fraternisation.    IX.    Th.    Volkov,   en 

Ukraine;  X.  II.  Gaidoz,  Boire  Schiiiollis.  —  M.  Ristel- 
liuber,  Les  Aqueducs.  —  ü.  Crusius,  L'Operation  d'Es- 
culape,  —    II.  Gaidoz,  Les  Dcvinettes  de  la  Meteorologie. 

—  licrs. ,  Jean  de  l'Ours.  —  Lc8  Cheveux  rouges.  —  J. 
Tuch  mann,  La  Fascination :  A)  Effets  de  la  faacination. 

—  II.  Gaidoz,  Chansons  po|)ulaire8  de  la  Basse-Bretagne: 
XXVI.  Les  soiiioii  de  MM.  Luzel  et  Le  Braz.  —  H.  Gui- 
iloz,  Les  Chemiiis  de  fer. 


Germania  XXXV,  4:  Arnstädter  Bruchstücke.  I.  P.  Wal- 
thcr,  Bruchstück  einer  Handschrift  des  Rolamlsliedes. 
II.  O.  Behagliel,  Bruclistü;k  <les  Par/ival.  —  K.  E  u - 
ling.  Mild,  geistliche  Gedichte.  —  P.  Bahlmann,  Die 
Sprichwörter  ausdcs  Johaniii's  Murinellius  „Pappa  puirorum'*. 
—  G.  Ehrismunn,  Zum  Sidilcgel  des  Kü  leger  von  Hunt- 
liofcn.  —  K.  Sprenger.  Zu  Albers  Tnugdalus.  —  Fr. 
Griinine,  Zum  Leben  Ulrichs  von  Lichtenstein.  —  M. 
Faber,  Hans  Rosenplüt  ein  Rothschmied.  —  Ed.  Daiii- 
köhler.  Zum  Satzbau  bei  Luther.  —  Dcrs. ,  Zu  Gerhaid 
von  .Mimlen.  —  U.  Brenner.  Zu  Germ.  34,  3f)l).  —  O. 
Behaghel,  Zum  Lanzclet  Ulrichs  von  /azikliuven.  — 
G.  Ehrisniaiin,  Bibliographische  Uebersicht  iler  Erschei- 
nungen auf  dem  Gebiete  der  gerinan,  Philologie  im  Jahre 
18Sti  (Schluss). 

Beiträge  zur  Geschichte  der  deutsehen  Sprache  n.  Lit. 
XV,  :i :  S.  Bugge,  K.  Sievers.  Vokalverkürzung  im  Alt- 
nordis(dien.  —  Jellinek,  Die  Moiiseer  Glossen;  Zum 
Finnsburgfragment ;  Zu  Heinrichs  v.  Freiberg  Tristan;  Zu 
Ulrichs  von  Escheiibacli  Alexandreis;  Die  dial.  Verhältnisse 
des  Monaeensis;  Zur  Skeirins.  —  K.  Luick,  Zur  ae.  uii  I 
as.  Metrik  (Scliwcllvers  und  Normalvers,  Allitteration  Uli  I 
Versrhythmus).  —  v  n  n  II  e  1 1  e  n  ,  Grainuiatischcs.  —  Streit- 
bcrg.  Weiteres  zur  Geschichte  der  /o-Stämmc;  Zur  Ge- 
schichte der  e»-Stäninic.  —  E.  Liden,  Etymologien.  — 
K.  B  rüg  mann,  Zur  Frage  der  Entstehung  des  gramiii. 
Geschlechts.  —  Jaekcl,  Zur  Lexicologie  des  Altfries.: 
Zur  altfries.  Psalmenglosse;  Mundingasi.  —  Feist,  (int. 
Etyni.  —  Kauffmann,  Mythologische  Zeugnisse  aus  röm. 
Inschriften.  I.  Hercules  Magusanus.  —  Böhme,  Zu  Iweiii 
3223.   —  Sievers,  Zu  Neidhart. 

Zs.  f.  den  deutschen  Unterricht  V,  1 :  Ruil.  II  i  I  d  e  b  ran  d. 
Das  Deutsihe  in  der  Schule  der  Zukunft.  —  K.  v.  Bahiler, 
Die  nlid.  Spracliforsehung,  ihre  Ergebnisse  und  Ziele.  — 
Rud.  Hilllebrand,  Wie  die  Sprache  altes  Leben  fort- 
führt. —  K.  Landmann,  Die  Kaiserreden  in  Grillparzers 
„Bruderzwist  in  llabsburg'".  —  F.  Kuntze,  Sprachliche 
Neubildungen  im  Südwesten.  —  X.  D  e  n  e  c  k  e  .  Ueber 
Wallensteins  Lager.  —  G.  Burgliauser,  Das  Uebcr- 
wuclicrn  lier  umsclireibenilen  Conjunctivform  mit  in'inli>.  — 
K.  Krüger,  Verhüllen  des  Hauptes  beim  Tode.  —  Ferd. 
Bender,  Zu  Uhlands  Döffinger  Schlacht.  —  O.  G  1  ö  d  e  . 
Goethes  Iphigenie  II,  1,  72.  —  Ders. ,  (joethes  Iphigeiiie 
II,  2,  331.  —  lleuwes.  Nahe  Verwandtschaft  einer  Stelle 
aus  Schillers  Teil  und  Shakespeares  König  Johann.  —  R. 
Sprenger,  Zu  Götz  von  lierlichingen.  —  Der«.,  Zu 
Pfetfels  Tabackspfeife.  —  ü.  G  1  ö  d  e  ,  Auf  eignem  Zaum.  — 
R.  Sprenger,  Zu  Grimms  Deutschen  Sagen.  —  Ders., 
Qualm  bei  Uhland.  —  J.  Resch,  Der  Wolf  als' günstiges 
Vorzeichen.  —  ü.  Gl  öde.  Vom  heiligen  Nikolaus.  —  W. 
Cremer,  Wiegenlied  vom  schwarzen  und  weissen  Schaf.  — 
Ders.,  Lied  aus  den  Freiheitskriegen.  —  Zu  Kleists  Kätli- 
chen.  —  E.  D  ü  h  1  e  r  ,  Ueber  .llinte*".  —  C.  Noble,  Zu 
Goethes  Faust  II,  4,  29.  —  G.  Klee,  Döbelner  Lesebuch 
für  höhere  Lehranstalten.  —  George  Carel,  R.  Mahreii- 
holtz,  Franz  Grillparzcr.  Sein  Leben  und  Schaffen.  —  K. 
Sprenger,  R.  Wossidln,  Imperativische  W'ortbildungiu 
im  Niederdeutschen.  —  li.  Schneider,  L.  I'reytag,  Kapitän 
Marryats  Werke.  —  E.  Ha  rieh.  Fr.  Polle,  Wie  denkt  ilas 
Volk  über  die  Sprache?  —  R.  Kadc,  0.  Liiisenbartli,  Die 
Oertliclikeit  in  Goethes  Hermann  und  Dorothea.  —  Ders., 
O.Brenner,  Mlid.  Grammatik.  —  0.  Lyon,  R.  Hildebrand, 
Gesammelte  Aufsätze  und  Vorträge  zur  deutschen  Philo- 
logie und  zum  deutschen  Unterricht.  —  Ders.,  G.  W., 
Ahimneuiiiscrinnerungen.  —  Ders.,  II.  Zschalig.  Henrik 
Ibsen  (von  Henrik  Jäger).  —  Ders.,  F.  Kern,  Fr.  Kreyssigs 
Vorlesungen    über    Goethes  Faust.  Ders.,    Bücher   für 

den  Weihnachtstisch  uml  für  die  Schülerbibliothek.  —  Zeit- 
schriften. —  Neu  erschienene  Bücher.  —  V,  2:  0.  Lyon, 
Der  Kaiser  über  den  deutschen  Unterricht.  —  C.  Müller, 
Die  Verwcrthung  der  Redensarten  im  Unterricht.  I.  —  R. 
Hildebrand,  Wie  die  Sprache  altes  Leben  fortführt.  — 
L.  Frank  el,  Neue  Klopstoi'klitoratur  für  die  Schule.  — 
G.  E  8  c  h  m  a  n  n  ,  Zu  Kleists  Robert  Guiskard  384 ;  Zu  Kleists 
Hermaiinssclilacht  I,  3,  201  fl". :  Zu  Zs.  IV,  473.  -  Menk, 
Zwei  Kinderlieder.  —  R.  Sprenger,  Zu  Uhlands  Graf 
Eberhard.  —  Ders.,  Zu  H.  v.  Kleists  Prinz  von  Homburg. 
—  Ders.,  Zur  Sprache  II.  v.  Kleists.  Brosani,  Brosame.  — 
Ders.,  Zu  A.  Grüns  Letztem  Ritter.  —  Ders.,  Aus  dem 
Unterricht.  —  Ders.,  .\nfrage.  —  Ferd.  Bender,  Zu 
Goethes  Götz  von  Berlichingen.  —  E.  Ihne,  Berichtigung 


137 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  uml  romanische  Philologie.     Xr.  4. 


138 


—  R.  Sprenger,  Spottlied  auf  Napoleon.  —  R.  Kade, 
J.  Kehrein,  Entwürfe  zu  ileutsclien  Aufsätzen  und  Reden.  — 
D  e  r  s. ,  W  .  Sommer,  GrundzUge  der  Poetik.  —  Der  3.,  E<I. 
Schwarz,  üebungsmaterial  für  den  orthographischen  Unter- 
richt. —  Neu  erschienene  IJüeher.  —  \n  die  Herren  Ein- 
sender von  Briefen  und  Aufsätzen  zur  Schulreform. 


Anelia  N.  F.  I,  4:  W.  S.  Loge  man,  De  consuetudine 
monachorum.  —  E.  Flügel,  Kleine  Mittlieilungen  zur 
Literaturgeschichte  des  Ui.  Jh.'s.  1)  Kine  Grahschrift  in 
englischen  gereimten  Hexametern.  2)  Klassische  Versmasse 
aus  einem  Cambridger  Studentenkreise.  3)  An  ABC  for 
children.  —  E.  Koeppel,  Zu  ,Astrophel  and  Stella". 


Franco-Gallia  YIII,  3:  C.  Humbert,  Molieres  Amt  als 
Valet  de  chambre  und  die  damit  verbundene  Thätigkeit.  — 
Anzeigen:  Memoires  et  Souvenirs  du  Comte  de  Lavallette, 
hrsg.  von  Sarrazin;  Stichler,  Zur  Methodik  des  neusprachl. 
Unterrichts  ;  Ders.,  Streifzüge  auf  dem  Gebiete  der  neuspr. 
Reformbewegung;  Morf,  Das  Studium  der  Roman.  Philologie. 

Literar.  Centralblatt  12:  Kayserling,  Biblioteca  espanola- 
portugueza-judaica.  —  Franke,  Phrases  de  tous  les  jours.  — 
Litzmann,  Friedr.  Hölderlins  Leben.  —  13:  Seelmann,  Biblio- 
graphie des  altfrz.  Rolandsliedes.  —  v.  Eyb,  Deutsche 
Scliriften.  —  Schaff,  Litevnture  and  poetry.  —  Schlosser, 
Zur  Geschichte  und  Kritik  von  Friedrich  Wilh.  Gotters 
Merope.  —  14:  Humbert,  Nochmals  das  e  muet  und  der 
Vortrag  frz.  Verse.  —  Köster,  Schiller  als  Dramaturg.  — 
V.  Balider,  Grundlagen  des  nhd.  Lautsystems. 

Deutsche  Llteratnrzeit.  9:  Huemer,  Meyer,  Petri  Abaelardi 
planctus  1.  II.  III.  IV.  V.  VI.  —  Heusler,  Kauffmann, 
Geschichte  der  schwäbischen  Mundart.  —  Varnhagen, 
Othmer,  Das  Verhältniss  von  Christians  von  Troyes  ,Erec 
et  Enide''  zu  dem  Mabinogion  des  rothen  Buches  von  Hergest 
„Geraint  ab  Erbin".  —  10:  v.  Weilen,  Engel,  D>e  beiden 
alten  deutschen  Vulksschauspiele ;  Tille,  Dr.  Johann  Faust. 

—  11:  Roetlie,  Briefe  der  Brüder  Jacob  und  W^ilhelm 
Grimm  an  Georg  Friedrich  Benecke   hrsg.   von  W.  Müller. 

—  Kühne,  Du  Camp,  Theophile  Gautier.  —  12:  Meyer- 
L  ü  b  k  e  ,  Bonnet,  Le  Latin  de  Gregoire  de  Tours.  —  Frank, 
John  Meyer,  Bruder  Hermanns  Leben  der  Gräfin  Jolande 
von  Vianden.  —  V^arnhagen,  Needler,  Richard  Coeur  de 
Lion  in  Literature.  —  Wrede,  Braun,  Letzte  Schicksale 
der  Krimgoten. 

Sitzungsberichte  der  k.  böhm.  UeseUschaft  der  Wissen- 
schaften 1S90:  V.  E.  Mourek,  Prager  ahd.  Glossen; 
Prager  Perganienthandschrift  der  Oswaldlegende ;  Krumauer 
Papiercodex  altdeutscher  geistlicher  Texte. 

Blätter  f.  das  bayr.  Gymnasialwesen  27,  1 :  Z  e  h  e  t  - 
mayr.  Zwölf  und  zwelf. 

Correspondenzblatt  f.  die  Gelehrten-  n.  Realschulen 
Württembergs  1S90,  Sept.-Oct. :  E.  Müller,  Schillers 
„Kabale  und  Liebe".     F. 

Zs.  f.  die  Österreich.  Gymnasien  1:  Hauffen,  Wolkau, 
Böhmens  Äntheil  an  der  deutschen  Literatur.  —  Schmidt, 
Böttcher,  Ausgewählte  Dichtungen.  —  Meyer-Lübke, 
Schneller,  Tirolisehe  Namenforschungen.  —  Pribram, 
Wöber,  Die  Skiren  und  die  deutsche  Heldensage. 

Historisches  Jahrbuch  XII,  1:    F.  Jostes,  Zum  Heliand. 

Korrespondenzblatt  des  Gesammtvereins  der  deutschen 
Geschichts-  u.  Alterthnmsvereine  1890, 12:  Bemerkungen 
von  W.  Schwarz  und  E.  Friedel  über  die  Fortdauer  germa- 
nischer Bevölkerung  unter  wendischer  Herrschaft. 

Forschungen  zur  brandenburg.  u.  preuss.  Geschichte 
Bd.  in,  2.  Hälfte:  G.  Sello,  Die  deutschen  Rolande. 

Verhandlungen  der  Berliner  Gesellschaft  f.  Anthropo- 
logie, Ethnolosie  n.  Urgeschichte  Sitzung  vom  17.  Mai 
1890:  J.  Hunziker,  Das  rhätoromanische  Haus.  (Will 
langobardische  Einflüsse  erkennen.) 

Zs.  des  histor.  Vereins  f.  Niedersachsen  1890:  E.  B Ode- 
rn ann.  Höhere  Töchtererziehung  im  17.  Jh.  ,Ein  Testament 
oder  Verordnung  der  Frau  v.  Quitzau,  ihren  beiden  Töchtern 
hinterlassen".  (Niederdeutsch,  aus  dem  Anfang  des  17.  Jh.'s, 
interessant.) 

Korrespondenzblatt  des  Vereins  f.  siebenb.  Landes- 
kunde XIV,  3:  A.  Schullcrus,  Zur  Sagenkunde. 

Das  Ausland  64,  1—3:  Fr.  S.  Krauss,  Böhmische  Korallen 
aus  der  Götterwelt.  —  5  f . :  Ä.  H.  Post,  Ueber  Gottes- 
urtheil  und  Eid.  —  5:  S.  Riuk,  Musik  und  Tanz  in  Grön- 
land (mit  Rücksicht  aufs  Volkslied).  —  Th.  Achelis,  Die 


Entwicklungsgeschichte  des  Teufelsglaubens.  —  7  f.:  K. 
Penka,  Die  Entstehung  der  arischen  Rasse.  —  S  f . :  G.  H. 
in  Äuckland,  Neuseelümlische  Sagen.     F. 

Globus  59,  10:  Nachträge  zur  Karte  der  niedenleutschen 
Sprache.  1.  J.  Wink!  er.  Die  niederdeutsche  Sprache  in 
Französisch-Flandern  und  die  Sprachgrenze  in  Belgien.  2.  A. 
Kirchhof r,  Die  unterste  Saale  als  Grenze  zwischen  Hoch- 
unil  Niederdeutsch.     F. 

Stimmen  ans  Maria-Laach  40,2:  A.  Ba  uniga  r  tne  r ,  Die 
Atlantis  des  catalan.  Dichters  Jaeinto  Verdaguer. 

Das  Magazin  f.  Literatur  59,40:  Gcnee,  Goethes  erster 
Götz-Entwurf  auf  der  Bühne  des  kgl.  Schauspielhauses.  — 
42:  Servaes,  Zur  Enthüllung  des  Lessingdenknials.  — 
Rückerts  „Firdosi"  besprochen  von  L.  Chr.  Stern.  —  45: 
Ba  y  e  r  ,  Aus  Rückerts  Nachlass.  —  46:  Reich,  Die  Grill- 
parzer-Gesellscliaft.  —  48:  Mahrenholtz,  Unberufene 
Verbesserer  der  Jungfrau  von  Orleans.  —  60,  1:  Wid- 
mann, Ein  neues  Werk  über  Hölderlin.  —  3:  Müller- 
Gut  te  n  br  un  n  ,  Erinnerungen  an  Grillparzer.  —  Mauth- 
ner,  Festrede  auf  Grillparzer.  —  4:  .M  ül  I  e  r- Gu  t  te  n - 
brunn,  Grillparzer  und  das  Theater.  —  b:  Das  Grillparzer- 
Jahrbuch,  besorgt  von  F.  Mauthner.  -^  9:  A.  Seh  äffer, 
Geschichte  des  span.  Nationaldramas. 

Die  Nation  21:  Mor.  Kronenberg,  Herders  philosophische 
Gedichte. 

Westermanns  Monatshefte  März:  K.  Heinemann,  Frau 
Christiaue  v.  Goethe,  geb.  Vulpius. 

Die  Gegenwart  8:  J.  Duboc,  Rückert  und  sein  Jonathan. 
—  9:  P.  Seliger,  Zur  neueren  Schillerliteratur. 

Beilage  zur  Allg.  Zeitung  41:  F.  Meyer  v.  Waldeck, 
Kuuo  Fischers  Schiller-Schriften.  II.  —  46—49:  M.  Ber- 
n  a  y  s  ,  Zur  Kenntniss  Jacob  Grimms.  —  47  :  W .  G  o  1 1  h  e  r , 
Neucatalanische  Dichtung. 

Wissenschaftl.  Beilage  der  Leipziger  Zeitung  1891,  1 : 
H.  Schurtz,  Der  Götze  Krodo.  —  3:  J.  R(iffert),  Eine 
Uebersetzungsbibliothek  des  Grafen  Schuck  (u.  a.  Alnieida- 
Garrets  „Camoens").  —  7:  La  Mara,  Grillparzer  und  die 
Tonkunst.  —  8:  E.  R.  Frey  tag.  Sachsens  Heer  im  histor. 
Yolksliede.  —  9:  H.  Knothe,  Zur  Orthographie  deutscher 
wie  wendischer  Ortsnamen.  —  R.  B(eer),  Germanistisch- 
neuphilol.  Repetitorien.  —  12:  R.  Prölss.  Die  Frauen  des 
altfranz.  Adels.  —  17:  H.  Schurtz,  Altgriech.  Springer- 
sagen. —  22:  F.  Näher,  Eine  Fahrt  durch  den  romanischen 
Osten.  —  30 :  (W.  Freih.  v.)  B  (i  e)  d  (e)  r  m  (a  n)  n  ,  Im.'jginärer 
Hass  gegen  Goethe  (über  Froitzheim,  „Lenz  und  Goethe").  F. 

Leipziger  Zeitung  21.  März:  R.  B(ee)r,  Bericht  über  G. 
W'itkowskis  Vortrag  „Das  Ende  der  Renaissance".     F. 

Illustrirte  Zeitung  2480:  Zu  Grillparzers  hundertjährigem 
Geburtstag.  —  Necrolog  auf  Dr.  Robert  Reinsch.     F. 

Deutsche  Zeitung  (Wien)  6868:  L.  Fränkel,  Deutsches 
Geistesleben  in  politischen  Unglückstagen  (Harsdörtfer).  — 
6879:  L.  Singer,  Zur  Geschichte  der  Don  Juin-Sage.     F. 

Nordisk  tidskrift  för  yetenskap,  konst  och  inünstri 
1891,  H.  1,  S.  68—73:  A.  Baath,  V.  Rydberg,  Undersök- 
ningar  i  germanisk  mythologi.     S. 

The  Academy  980:  Nutt,  A  new  theorv  of  the  Ossianic 
Saga.  —  Skeat,  Chaucer's  References  to  Ahuansor,  Her- 
mes, and  Ptolemv. 

The  Athenaenm  3302.  3303 :  Mr.  Morley's  Studies  in  Litera- 
ture. —  The  Scottish  metrical  Psa'lter  of  1556. 

Revue  critiqne  6:  G.  Meyer,  Diotionnaire  albanais.  —  Finzi. 
Une  traduction  ital.  de  Marbode.  —  La  Clef  d'Amors  p.  p. 
Doutrepont.  —  Legende  de  sainte  Marguerite  p.  p.  Wiese. 
Rentsch,  Elie  Schlegel.  —  Lettres  de  Herder  ä  Hamann 
p.  p.  0.  Hoffmann.  —  7:  Jacques  de  Vitry  p.  p.  Crane.  — 
DelbouUe,  Les  fables  de  Lafontaine.  —  Reimpressions  ber- 
linoises:  L'almanach  de  Nicolai  et  les  poesies  de  Peucker 
p.  p.  Ellinger ;  Schmidt.  Les  rauses  de  la  Marche  p.  p.  L. 
Geiger;  La  gazette  de  Vuss  p.  p.  Wagner.  —  8:  Lanson, 
Bossuet.  —  Le  Goffic  et  Thieulin.  Trnite  de  versification 
franfaise.  —  9:  Marchot,  Les  patois  de  Saint-Hubert.  — 
10:  W.  Meyer,  Planctus  Abaelardi.  —  Grisebach,  Edition 
de  Bürger;  Le  Siecle  de  Goethe. 

Le  moyen  Age  4,  1:  J.  Bedier,  Schiavo,  Fede  e  super- 
stizione.  —  Wilmotte,  Etudes  romanes  otfertes  ä  Gaston 
Paris.  —  2 :  Haeckel,  Das  Sprichwort  bei  Chaucer.  — 
Riegel,  Die  Quellen  von  Will.  Morris'  Dichtung  The  Earthly 
Paradise.  —  Wilmotte,  Un  fragment  du  Roman  de  Troie. 

Rev.  pol.  et  litt.  9:  Gaston  Boissier,  Le  christianisme 
et  l'education  romaine  au  IV  siecle.  lAus  einem  im  Druck 
befindlichen    Buche:    la   fin    du   paganisme.)    —    Im  Courr 


13fl 


1891.     Literaturblatt  fQr  germanigohe  und  romanische  l'hilologle.    Nr.  4. 


140 


litt. :  Bernardin  de  Saint-Pierre  par  Arvede  Barine  (Leg 
graiiils  i'orivnina  frnnjaia).  -  Lcbliat'l  eniplelilende  Anzeige 
des  PriM'i«  liistorique  et  critique  de  1«  litic-raturc  l'rangaise 
depuis  li'H  oiif»liies  jusqu'ä  nus  jimis  .  .  |.nr  E.  Lintilline, 
T.  I,  Pnris,  Andre-! iu^ilmi  1X91  (v..n  1'.  Stapfer).  —  10: 
(iiiätdii  Ueso  li  anip«,  Ivlniund  About  ii  l'Ecule  dWtlii-nes, 
d'apres  des  Ifttres  ini'dites.  —  Cliiirlis  B  i  g«  t,  Les  (Euvres 
inedites  cle  Montesquieu.  (Vi.rläiifigfr  Uericlit  über  Umfang 
und  Inhalt  des  sehr  bedeutenden  Niiclilasses,  der  unter  der 
Leitung  des  Conservaturs  der  Bibliothek  von  Bor(b>aux, 
Raymond  (Jöleste,  durch  die  Societe  des  Hibliopliiles  de  la 
(iuvenne  herausgegeben  werden  soll;  dazu  Bemerkungen 
über  zwei  von  der  nändielien  Oesellscbaft  bereits  verotfent- 
lichte  Schriften  .Montesquieu.s,  Kefle.\ions  sur  la  nionarcbie 
universelle  en  Kurope  uml  Ue  la  consi.leration  et  de  la 
reputation.)  —  11:  K.-A.  Aularil,  Les  ,Memoires  de 
Talleyrand'"  sont-il.s  uuthentiques  ?  (Der  Verfasser  nimmt 
an,  diis  vcn  dem  Herzog  v.  liroglie  edirte  Werk  gebe  den 
Urte.\t  verstümmelt  und  inlerpolirt.)  —  L.  Oanderax, 
A  propos  de  Tliermidor.  iJeu.x  precurseurs  ile  M.  Constans: 
Robespierre  et  Louis  XIV  (in  liezug  auf  die  Schicksale  von 
Neufchäteaus  Paiijßla  und  Molieres  Tartufe).  —  Im  Courriei 
litt.:  Zohi,  l'Argent. 

Acad^iuie  des  iuscriptlons  et  belles-lettres.  Coraptes 
rendus.  isno,  Mai-Juni:  D'Arbois  de  ,1  u  b  a  i  n  v  i  1 1  e  , 
Notiee  sur  les  t'eltes  d'Kspagnc. 

Ministere  de  rinstruttion  publiciuo.  Bulletin  liistorique 
et  philologique.  18!tO,  2.  3:  Leroux,  Petite  chronique  du 
consulat  de  Limogcs.  [,C'c8t  la  plu.s  ancienne  chronique 
la'ique  redigee  en  Limousin,  ecritc  en  langue  vulgalrc".] 

Annales  du  Midi  9:  L.  G.  P  e  1  issie  r  ,  Quelques  lettres  de 
Bayle    et    de  Baluze.    —    A.  T.,   ün   dieton  gascon  dnns  la 
Revue  des  Ueux-Mi'ndes.   —  Ch.  Lecrivain  et  A.  Tho- 
mas, D'Arbois  de  Jubainville,  Recherches  sur  l'origine  de- 
la  propriete  fonciere  et  des  noms  de  lieux  habites  en  Krance. 

—  A.  Jeanroy,  .\ppcl,  Prov.  Iiiedita  aus  Pariser  Hss. 
Bulletin  periodique  de  la  Societe  arieseoise  des  sciences, 

lettres  et  arts  III,  :! :  J.  De  La  hon  des,  Lettres  de 
comtesses  de  Koix  et  des  eveques  de  Pamiers  I44S — 1591, 
textes  romans  et  franjnis  etc.  —  4:  Abb6  Doumenjou, 
Le  p^re  Amilia,  poete  patois  de  Pamiers,  au   XVII.   siecle. 

—  .">:  Prise  US,  Eloge  du  patois  par  un  poete  Toulousain 
du  XVII.  s. 

Congres  des  Soci6tes  savantes  de   la  Savoie.   tenn  a 

Humilly  1889,  S.  58.5  ff. :    Desaix,   Essni   sur   les  contes 

populaires. 
Menioires  de  l'Academie  de  Nimes  isss:   A.  De  Caze- 

nove,  Une  muse  ignorte  (.M"""  ile  Bourdic). 
Revue  des  Pyrenees  et  de  la  France  lueridionale  1890. 

1.  2:  R  OS  diu  eil,  La  Canso  de  la  Bertat,  pasticlie  roman 

du  XVII.   s. 
Revue    de    Gascogne    1890,    Sept.    Oct. :    Dufresne,    Du 

Bartas,    notes    et  remarques  sur  son  oeuvre.    —    L.  0.,   Un 

poete  gascon  oublie   (J.   P.   Cassagne   1604). 
Memoires  de  l'Academie  de  Vancluse  VIII,  4 :  G.  B  a  y  1  e , 

Monuments  et  histoirc  de  Vaueluse  dans  les  teinps  antiques 

et  au  moyen  agc.  (Zu  Petrarca.) 
Bulletin  de  la  Societe  d'etudes  des  Hantes-Alpes  18S7/8, 

S.  :iTl:    Pinct  et  Menseyer,   Acte    en    langue   vulgaire 

du  XII.  s. 
Annales  de  la  Bretagne   IV,  4b2  ff.:   Puech,   Le   Mabi- 

nogion  et  la  legende  gnlloise. 
Bulletin  arcli^ol.  de  l'association  bretonne  3.  ser.   VI!, 

207  ff. :  V  i  1 1  e  m  a  r  q  u  e ,  La  poesie  populaire  dans  la  Haute- 

Bretagne. 
Bulletin  de  la  Soci6t6  depart.  d'archeol.  et  statistique 

de  Drönie  I^^S'.I,  480  ff.  ni.'iff.:  Montier,  Petit  glossaire 

piitoi»  des   vfgetaiix  <lu   Dauphinc. 
Memoires   de  l'Academie  des  sciences,  inscriptions  et 

belles-lettres  de  Toulouse  0.  ser.  I,  270  ff.:  Cabio,  De 

reprfsentations  de  mystiros  ä  Toulouse  au  XV'  siecle. 
Bulletin  de  la  Soci6t6  des  sciences,  lettres  et  arts  de 

Pau  2"  si'rie,  t.  XVIII,  217—353:   Dubarat,  Roncevaux. 

Etiide  histori(|ue  et  litti'-raire. 
Memoires  de  l'Academie   des  sciences,   lettres  et  arts 

d'Arras   2.  s6r.   XVIII,  13:!:    Ricouart,   Etudcs    sur  les 

noms  de   lieux   du   Pas-ile-Calais. 
Memoires   de   la  Societö   des  sciences,  lettres  et  arts 

d'Amiens    XXXVI,    31  —  132:     Loleu,    Les    podsies    de 

l'roissart. 


Piices    analvtiqnes    des   travanx    de   l'Academie    des 

sciences.  belles-lettres  et  arts  de  Kouen    1S89,  27  ff. : 

.\  1 1  ii  r  d  .  Les  ri'pri'si'atalions  des  mysleres. 
Bulletin  areheol.  et  histor.  de  lu  Societe  arcb^ologique 

de  Tarn-et-Garonne    XXVII.  1  ff.:   Solcvillc,   Chams 

populaires  ilii   Bas-Quercy. 
Bulletin  de  la  Societe  philomatique  rosgienne  1888  ü, 

71    ff.:   Dl'   Bouriulle,  Jian   di'  Joinville. 
Annales  de  l'Academie  d'arcbeologie  de  Belgique  livr. 

4:    Siret,    Les    c.iiitumes    funeiaires    clcs    populatioiis   pre- 

historiques  ilu  midi   de  rEspagne.     K. 
Nuova  Antologia  Anno  XXVL  3.  ser.  vol.  31.  Fase.  3:    E. 

Masi,    Due    diplomatici    italiani    e    gli     ultimi    giorni    del 

Voltaire. 
Atti   della   r.   accademia  di  scienze  morali  e  pollticbe 

(di   Napolii  XXIII:   l'r.  D'Ovidio,  Ancorn  di  Sennuceio 

del    liiiic    c    anccira    dei    lauri    del    Petrarca ;    postilla    alle 

<|uislioiu   <li    geograüa   pi'tr:iridicsca. 
Giornale  della  societä  asiatiea  italiana  IV:  K.  L.  Pull^, 

Originali    indiani    della    iiovidla  ariostea  nel  XXVIII  canto 

del  Eurioso. 

Neu  erschienene  Bücher. 

Holder,  Alfred,  Altceltischer  Sprachschatz.  1.  Lief.  A — 
Atep-atu-s.  Leipzig,  Teubner.  2.'>()  Sp.     M.  8. 

L  o  i ,  la,  Gnmbette.  Reproduction  integrale  de  tous  les  manu- 
scrits  connus,  recueillis,  publies  et  annotes  par  J.  E.  Valentin- 
Smith.  (Traductiun  de  Gaupp  et  de  Bliilinie.)  ,">  vol.  In-8. 
10«  fascicule,  4.")  p.  (manuscrit  4418  II  de  Bluhnie);  11* 
fascicule,  44  p.  (manuscrit  4033  G  de  Bliihmc);  12'  fasci- 
cule. 37  p.  (manuscrit  de  Saint-Paul-en-Cnrinthie,  F  de 
Blulimc);  13°  fascicule,  V,  64  p.  (manuscrit  4758  I  de 
Bluhme);  14'  fascicule,  37  p.  (appondice).  Lyon,  Brun. 

Soames,  L.  A..  Intro'luctinn  to  phonetics  (English,  French 
and  Gcrman).  London,  Sonnenschein  &  Co.  XV,  164,  85  S. 
8.     6  sh. 

Vercouillie,  J.,  Algemeene  inleiding  tot  de  taalkunde. 
Gand,  Hoste.  112  S.  8. 

Vodskoy.  H.  S.,  Rig-Veda  og  Edda  eller  den  komparative 
Mythologi.   1.  2.  Heft.  Copenhagen.  234  S.  S. 


Denkmäler  der  älteren  deutschen  Literatur,  für  den  litera- 
turgeschichtlichen  Unterricht  an  liöliercii  Lehranstalten  hrsg. 
von  G.  lü'itticher  und  11.  Kinzel.  II.  Die  hülischi^  Dichtung 
des  Mittelalters.  2.  Der  arme  Heinrich  und  Meier  llelm- 
breelit.  Halle,  Buchandl.  des  Waisenhauses.  VI,  124  S.  8. 
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Dirk  sc  11,  C,  Ostfriesiscbe  Sprichwörter  und  sprichwörtliche 
Redensarten  mit  historischen  u.  sprachlichen  Anmerkungen. 
Ruhrort,  Andreae  &  Co.  2.   Heft.  9.->  S.  8.     M.   1,80. 

Drescher,  Carl,  Studien  zu  Hans  Sachs.  I.  Hans  Sachs  u. 
die  Heldensage.    Berlin,  Mayer  &  Müller.    10.5  S.   8.     M.  3. 

Fo  r  seh  un  ge  n.  Hrsg.  vom  Verein  für  niederdeutsche  Sprach- 
forschung. II.  Bd.:  Volksmärchen  aus  Pommern  und  Rügen. 
Gesammelt  und  hrsg.  von  U.  Jahn.  1.  Th.  Norden,  Soltau. 
XXII,  382  S.   gr.  S.     M.  7,.50. 

Friedrich,  .1.,  Der  Glaube  Goethes  und  Schillers.  Halle, 
Ivaeinmcrer.  87  S.  8.     M.  2. 

Ooe<lekc,  K.,  Grundriss  zur  Geschichte  der  deutschen  Dich- 
tung. 2.  Auiiagc,  fortgeführt  von  E.  Goetze.  H.  9.  Dresden, 
Ehlermann.   Bd.  4  S.   145-41G. 

Grudzinski,  S.,  .jLenore"  in  Polen,  eine  literarhistorische 
Abhandlung.  Bochnia,  Pisz.  37  S.  8.     M.   1. 

Herzfclder,  J.,  Goethe  in  iler  Schweiz.  Eine  Studie  zu 
Goethes  Leben.  Leipzig,  Hirz.l.  221   S.  8.     M.  3,fi0. 

Heusler,  Andreas,  Zur  Geschichte  der  altdeutschen  Vers- 
kunst. Breslau.  Koebncr.  161  S.  8.  M.  .5,40.  (Germanist. 
Abhandlungen   hrsg.  von   K.   Weinhold,   H.  8.) 

Hübner,  Emil,  Römische  Hcrrscliaft  in  Westeuropa.  Berlin, 
Hertz.  18110.  291)  S.  8.  [Darin  u.  a.  S.  153  eine  Abhandlung 
über  den  Namen  Arininius,  der  aus  deutschem  Stamm  latini- 
sirt  sein  müsse.] 

J  a  k  3  c  li ,  A.  V.,  üeber  Ortsnamen  und  Ortsnamenforschung 
mit  besonderer  Rücksicht  auf  Kärnten.  Vortrag.  Klagenfurt, 
V.  Kleinmayr.  44  S.     M.   1. 

Je  1 1  in  gli  tt  US  ,  IL,  Armiiiius  und  Siegfried.  Kiel  u.  Leipzig, 
Lipsius  &  Tisidier.  38  S.   8. 

Kawcrau,  Woldeniar,  Hans  Sachs  und  die  Reformation. 
Halle,  Niemeyer.  100  S.  8.  (Schriften  des  Vereins  für  Refor- 
mationsgeschichte VII,  1.) 


141 


1891      Literaturblait  für  <;orinani8clie  und  romanische  Philologie.     Nr.  4. 


142 


Klnar,  A.,  Grillparzer  als  Draniatilcer.    Wien,  Bauer.   32  S. 

y.     M.  0,80. 
Mcnsing,  Otto,    Untersuchungen  über  die  Syntax  der  Con- 

ccssivsätzc  im  Alt-  und  Mittelhochdeutschen  mit  bes.  Rück- 

siclit   ftuf  Wolfinnis  Paizival.    Kieler   Dissertation.    80  S.    8. 
X  —  n,   En  svenslc  bondgänl  för  1500  ar  scdun.    Med  2  plan- 

ritniiigiir  och  HU  tisjurer.  Stockholm,  Kr.  Skoglund  in  Conim. 

51   S.  8.     Kr.  0,50.     S. 
Sehlyter,    C.    J..    Juridiska    .\fhandlingar.    I.    Andra  uppl. 

Meii    författarens    porträtt.    Lund.    Gleerup.    II,   284    S.    8. 

Kr.  .S,50.     S. 
Segers,   G.,   Joost  van  den  Vondel,  Studien  over  het  leyen 

en   de  Werken  van  Nederlands   grootsten   dichter.    Anvers, 

H.  et  L.  Kennes.  399  S.  i*. 
S  t  e  i  nli  a  u  se  n  ,    G.,    Geschichte    des  deutsclien  Briefes.    Zur 

Kulturgeschichte  des  deutschen  Volkes.  2.  (Schhiss-)  Theil. 

Berlin.  Gaertncr.  420  S.  8.     M.  9. 
Ti  et  f  enba  c  li ,  R.,  üeber  die  Oertlichkeit  der  Varusschlacht. 

Berlin    Gaertner.  31   S.  8.     .M.  0,80. 
Weinberger.  Ignaz,  Die  Frage  nach  Entstehung  und  Ten- 
denz der  Taciteischen  Germania.  Programm  des  Obergynin. 

zu  Ülniütz  S.  10—30. 
Weisskunig,  der,  zusammengestellt  von  Mar.v  Treitzsauer- 

wein  von  Ehrentreiti.   Hrsg.  von  .\lwin  Schultz.    Prag  und 

Leipzig,  Tenipsky   &  Freytag.     M.  60. 
Wolkaii.    R.,   Böhmens  .\ntheil  an  der  deutschen  Literatur 

des  XVI.  Jahrhunderts.  II.  Theil.  Ausgewählte  Te.xte.  Prag, 

Haase.  IX,  205  S.  8. 


Aelfric's  Lives  ot'  Saints.  Ed.  from  Ms.  Julius  E.  VII  in 
the  Cottoniau  Collection,  with  various  readings  from  other 
Mss.  by  W.  W.  Skeat.  IIL  E.  E.  T.  S.  94.     12  sh. 

Caxton's  Enevdos.  1490.  Englisht  from  the  French  liure 
des  Eneydes  1483.  Ed.  by  CuUey  and  Furnivall.  E.  E.  T.  S. 
I-^xtra  series  LVII. 

Defensor's  Liber  scintillarum,  ed.  from  the  Mss.  by  Ernest 
Rliodes.  E.  E.  T.  S.  93.     12  sh. 

Deighton,  K.,  Shakespeare.  Hamlet.  With  an  introduction 
and  notes.  London  and  Xew  York,  Macniillan.  323  S.  8. 

Deimling,  H.,  Text-Gestalt  und  Textkritik  der  Chester- 
Plays.  Berliner  Dissertation.  32  S.  8. 

Flügel,  F..  Allgemeines  englisch-deutsches  und  deutsch- 
englisches  Wörterbuch.  4.  Aufl.  von  J.  G.  Flügels  vollständ. 
Wörterbuch.  Braunschweig,  Westermann.  4.  Heft  (I.  Band 
S.  417—640).   Lex.-8.     M.  3. 

John,  E.,  Plutarch  und  Shakespeare.  Ein  Beitrag  zur  Be- 
handlung von  Sh.'s  Julius  Caesar  in  der  Schule.  Programm 
Wertheim.  33  S.  8. 

Lydgate's  Temple  of  Glass,  reedited  from  the  Mss.  by 
J.  Schick.  E.  E.  T.  S.  Extra  series  LX.     15  sh. 

Schick,  J.,  Prolegomena  zu  Lydgate's  Temple  of  Glas. 
Berliner  Dissertation.  33  S.  S. 

S  c  h  w  a  I  b  a  c  h  ,  Fr.,  Commentur  zum  ersten  Buch  von  Miltons 
Paradise  Lost.  Programm  Harburg.  36  S.  8. 

Taine,  H.,  Histoire  de  la  litterature  anglaise.  T.  1".  7" 
edition.  In-18  Jesus,  XLIX,  417  p.  Paris,  Hachette  et  C 
fr.  3,50. 

The  earliest  complete  englisli  Pruse  Psalter  together  with 
eleven  canticles  and  a  translation  of  the  Athanasian  Creed. 
Edit  from  the  only  two  Ms.  in  the  libraries  of  the  british 
Museum  and  of  Trinitv  Coli.  Dublin  by  K.  D.  Bülbriug.  P.  I. 
E.  E.  T.  S.  97. 

The  0  1  d  e  n  g  1  i  s  h  V  e  r  s  i  0  n  of  Bede's  Ecolesiastical  history 
of  the  English  People.  Ed.  with  a  translation  and  Intro- 
duction by  Tb.  Miller.  Part  I,  1.  LIX,  208  S.  18  sh.  Part 
II.  15  sh.  E.  E.  T.  S.  95.  96. 

The  R  ü  m  a  n  c  e  of  Guy  of  Warwick.  Ed.  from  the  Auchinleck 
Ms.  in  the  Advocates'  Library,  Edinburgh,  and  from  Ms.  107 
in  Caius  College,  Cambridge,  bv  J.  Zupitza.  III,  465—674. 
E.  E.  T.  S.  Extr.  Ser.  LIX.^ 


A  1  b  r  e  c  h  t ,  Reinb.,  Tito  Vespasiano  Strozza.  Ein  Beitrag  zur 
Geschichte  des  Humanismus  in  Ferrara.  Programm  des  k. 
Gymnasiums  zu  Dresden.  48  S.  8. 

Alfieri,  V.,  Oreste.  Notes  and  Vocabulary  by  Rev.  A.  C. 
Clapin.  Boston.  C.  Schoenhof.  88  S.  8. 

Alfonso  elSabio.  Cantigas  de  Santa  Maria  de  Don  Alfonso 
el  Sabio.  2  tomos.  Madrid,  1889.  VI,  226,  CXXVIII,  XXXIV, 
799,  VII  p.  Fol.  y,  10  reproducciones.     M.  320. 

Andersson,    H.,    Öfversigt  af  ordens  gä  icus  fonetiska  ut- 


veckling  i  franskan.  Upsala.  13  S.  8.  S.-A.  aus  Spräkvcten- 
skapliga  sällskapets  förhandlingar  1888/91. 

Antologia  della  nostra  critica  letteraria,^conipiI.  da  L.  Mo- 
randi.  5.'  ed.  assai  migliorata  o  accresciuta  di  22  scritti. 
Cittä  di  Castello,  S.  Lapi.  767  p.  16.     L.  4. 

Badke,  O.,  Beiträge  zur  Lehre  von  den  franz.  Fürwörtern. 
Progr.  des  Realgymnasiums  zu  Stralsund..;25  S.  4. 

BaVf.  Euvres  en  rime  de  Jan-Antoine  de  Baif.  Avec  une 
notice  biographique  et  des  notes  par  Ch.JMarty-Lavcaux. 
T.  5.  In-8,  427  p.  Paris,  Lemerre.  Pleiade  franjoise. 

Barine,  Ärv.,  Bernardin  de  St.  Pierre.  Paris,  Hachette. 
187  p.  8.     Grands  ecrivains. 

B  e  r  g  e  r ,  F.,  Dantes  Lehre  vom  Gemeinwesen.  Berlin,  Gärtner. 
15  S.  gr.  4.     M.  1. 

Bibliotheque  Elzevirienne.  Paris,  Plön,  Xourrit  &  C"-". 
Branthome,  Recueil  des  Dames.  Tome  X  des  ffiuvres  com- 
pletes  de  Pierre  de  Bourdeilles  abbe  et  seigneur  de  Brant- 
home. Publiees  pour  la  premiere  fois  selon  le  plan  de  l'au- 
teur,  augmentees  de  nombreuses  variantes  et  de  fragments 
inedits,  suivies  des  oeuvres  d'Andre  de  Bourdeilles,  et  d'une 
table  generale,  avec  une  introduction  et  des  notes  par 
Pro.sper  Merimee  et  Louis  Lacour. 

—  —  Diderot,  Le  neveu  de  Rameau;  satyre.  Publiee  pour 
la  premiere  fois  sur  le  manuscrit  original  autographe,  avec 
une  introduction  et  des  notes  par  Georges  Monval,  accom- 
pagnee  d'une  notice  sur  les  premieres  editions  de  l'ouvrage 
et  de  la  Vie  de  Jean-Frangois  Rameau  par  E.  Thoinan. 

—  —  Montchretien,  les  tragedies.  Nouvelle  edition  d'apres 
l'edition  de  1604,  avec  notice  et  commentaire  par  L.  Petit 
de  Julleville. 

Colagrosso,  F.,  II  Saul  deir.\lfieri  e  quello  del  Lamartine. 
Verona,  Tedeschi.  42  S.  16. 

Collection  illustree^  des  classiques  populaires,  publiee 
sous  la  direction  de  51.  Emile  Faguet.  Paris,  Lecene,  Oudin  & 
C^  Saint-Simon,  par  J.  de  Crozals.  [Chap.  L  Les  Origines; 
le  Pere  de  Saint-Simon:  les  Debüts  du  jeune  duc.  Chap.  II. 
La  Vie  de  cour.  Chap.  111.  Saint-Simon  ä  la  cour  de  1702 
a  1715.  La  Manie  du  titre.  Les  Intrigues  et  les  partis. 
Chap.  IV.  Les  Theories  politiques  de  Saint-Simon;  son 
passage  aux  affaires.  Chap.  V.  Un  Cas  de  couscienci.  ;  la 
Verite  bistorique  et  la  cbarite.  Chap.  VI.  Les  Jlemoires.] 
In-8,  240  p.     fr.   1,50. 

—  —  Dante,  par  Edouard  Rod.  [Chap.  I.  La  Vie  de  Dante. 
Chap.  II.  Les  Opere  minori.  Chap.  III.  La  üivine  Comeclie. 
Observations  generales.  Chap.  IV.  La  Divine  Comedie. 
L'Enfer.  Chap.  V.  La  Divine  Comedie.  Le  Purgatoire.  Chap. 
VI.  La  Divine  Comedie.  Le  Paradis.  Conclusion.J  In-8,  240  p. 
fr.  1,50. 

Dütschke,   H.,   Goldonis  Tasso.    Programm  Burg.  44  S.  4. 
Fahrenberg,  K.,  Entwicklungsgänge  in  der  Sprache  Cor- 

neilles.  I.  Göttinger  Dissertation.  85  S. 
Ferrai,  L.  A.,  Lorenzino  de'  Medici  e  la  sooietä  eortigiana 

del  Cinquecento,  con  le  rime  e  le  lettere  di  Lorenzino  e  un 

appendice  di  documenti.    Milano,  Hoepli.    501  p.   16.     L.  5. 

Biblioteca  scieutifico-lettcraria. 
Finzi,    V.,    Di  un' inedita    traduzione    in   prosa    italiana   del 

poema  „De  Lapidibus  praetiosis''  attributa  a  ilarbodo  ves- 

covo  di  Rennes  contenuta  in  un  Codice  della  R.  Biblioteca 

Estense,  scritto  verso  la  fine  del  secolo  XIV,  seguita  da  tre 

capitoli  di  un  Bestiario  in  volgare,  Bologna.  40  p.  8. 
Foffano,    Franc,   Studi    sui    poemi  romanzeschi  italiani.    I. 

II  Morgante  di  Luigi  Pulci.  Turin,  Löscher.  122  p.  8.  L.  2,50. 

I    Friedwagner,  M.,  Ueber  die  Sprache  des  altfranz.  Heldeu- 

I        gedichts    Huon   de  Bordeaux.    Neuphilol.  Studien  hrsg.  von 

j        Körting.  6.  Paderborn,  Scböningh.  113  S.  8. 

Geyer,  Paul,  Sextiae  Silviae  .\quitanae  peregrinatio  ad  loca 

saneta.  Augsburg,  Studienanstalt  bei  St.  Anna.  60  S.  8. 
Giuzel,    Fr.,    Artikel   und    Pronomina    bei   Robert  Garnier. 

Programm  Reichenberg.  17  S.  8. 
Goldoni,  Carlo,  Burbero  Benefico.  Notes  and  Vocabulary  by 

A.  C.  Clapin.  Boston,  Schönhof. 
Grands,  les,  Historiens  du  moyen  äge.    Xotices  et  Extraits 

d'apres  les  meilleurs  textes,    avec  des  notes  grammaticales 

historiques    et   explicatives  et  un  glossaire  detaille,   par  L. 

Constans.  In-18  Jesus,  XXXVI,  208  p.  Paris,  Delagrave. 
Heulhard,    A.,   Rabelais,  ses  voyages  en  Italie,  son  exil  ä 

Metz.    Avec   une    eau-forte,   2  comp,    en    coul.,   9  pl.   et  75 

grav.  Paris,  Librairie  de  l'art.  8.     fr.  40. 
Jouancoux,  M.  J.  B.  et  M.  Devauchelie,  Etudes  pour 

servir  ä  un  glossaire  etymologique  du  patois  picard.  G — M. 

Amiens,  Jeunet.  223  p.  8. 


143 


1891.    Literaturblntt  für  germanigohe  ond  romnnisoho  Philologie.    Nr.  4. 


1-1! 


Kalepkv.  Th.,  Von  der  Negation  im  Provenzalisclien.  Berlin, 

Gärtner.  26  S.  jjr.  4.     M.   1. 
Langlois,    E.,    Origines   et    sources  du  Roninn  de  1«  Rose. 

Paris   Tliorin.  In-8.    fr.  5.   (Fascicule  .iS"  de  la  llibliotlieque 

dc8  i'cnlos  rrantalscs  d'Atlienes  et  de  Rnme  1"  si'rie.) 
Le  Goffic,  Charles,  et  Ed.  Th  ieul  in ,  Nouveau  Traitö  de 

versification  franoaige.   Paris,  O.  Masson.  152  p.     fr.  2. 
L'Hystoyre    et    plaisante    cronicque    dii    Petit    Jehan    de 

Siii'ntri''  et  de  la  jeune  danie  dos  helles  cousines  par  Aiitoine 

de  La  Salle.  P.  avec  preface,  noteä  et  glossaire  par  Gustave 

Helliny.  Paris,  L.  Savaitre.  XX,  480  p.     fr.  8. 
Lintilhac,  E.,  Prc'-cis  liistoriquc  et  critique  de  la  litKTature 

franfaise  depuis  Ics  origines  jusqu'i  nos  jours.  T.  1.  Pari», 

Andre-Ouedon.  (Von  1'.  Stapfer,  in  Rev.  pol.  et  litt.  9  warm 

empfohlen). 
.Maffei,    Merope.    Notes   and    Vocabulary   by   A.  C.  Clapin. 

Boston,  Schoenhiif.  92  S. 
Martinetti,    G.    A.,    La    Laura    di    Niccolö    Ugo    Foscolo. 

Torino,  L.  Roux.  63  p.     L.  2. 
.Martini,    Ferr..    Dogmallsrao,   a    proposito  d'una  questione 

fosciiliana.  Pavin.  27  p.   U>. 
M  a  r  t  y  -  L  n  v  e  a  u  .x  ,  C,  Notice  biographique  sur  Jan-Äntoine 

de  Half.  In-8,  LXllI  p.  et  purtniit.   I'aris,  Lemerre. 
Mettlich,    Jos.,    Itcniorkungen  /u  ilem  anglonormannischen 

Lied  vom  wackcrn  Kittor  llurn.   Programm  des  Gymnasiums 

zu  Münster.  24  S.  4. 
Mussafia.    Ad.,    Studien    zu   <len    mittelalterlichen   Mnrien- 

legenden.   IV.  Sitziinff.sberichte  der  Wiener  Akademie  phil.- 

hisl.  Klasse  CXXIIL   VIII,  85  S.  8. 
Naetcbus,  (iotthold,   Die  nicht-lyrischen  Strophformen  des 

Altfranzösischen.     Ein    Vcrzeichniss    zusammengestellt    und 

erläutert.   Leipzig,   llirzel.     M.   5. 
Nordfeit,    A.,    Etüde   sur  la  chanson  dos  Enfances  Vivien. 

These  pour  Ic  di'ctorat.  Stockholm.  XXXIX  p.  4. 
Parini,  G.,  I^e  üdi  nuov.  oomm.  per  le  seuole  classiche  da 

G.  Finzi.  2*  ediz.  Turino,  Paravia.  218  p.  ID.     L.  1,20. 
Petrocchi,    P.,    Novo    Dizionario    universale    della    Lingua 

italiana.   Turin,  Loescher.  2  vol.   1286  u.  1285  p.  gr.  8.   fr.  42. 
Rahstede,    H.    G.,    Wanderungen    durch    die    französische 

Literatur.  1.  Bd.  Vincent  Voiture  1597—1648.  Oppeln,  Maske. 

VII,  396  S.  8.     M.  4.50. 
Redlich,  A.,  Sprachliche  Eigcnthümlichkeiten  in  den  Fabeln 

Lafontaines.  Programm  Prussnitz.  28  S.  8. 
Rolandslicd,  Das.    Ein  altfranz.  Epos.    Uebersetzt  von  E. 

Müller.   Hamburg,  Vorlagsanstalt.  8.     M.  3. 
Rönsch,    Herrn.,    Cullectanea    philologica.    Nach    dem  Tode 

des  Verf. 's  hrsg.  v.  Carl  Wagener.  Bremen,  Heinsius  Nachf. 

VI,  325  S.  gr.  8.     M.  7. 
Salvioni,   C,   Notizia  intorno  ad  un  eodice  Visconteo-Sfor- 


zesco  della  Biblioteca  di  S.  M.  il  Re.  Nozze  Cipolla-Vittonc 

29  p.  8. 
Such  i  er,    H.,    Le  Fran^ais  et  le  Provenfal.   Traduit  par  P. 

Monet.    .\vec    des  Additions  et  des  corrections  de  Tauteur. 

Paris,  Bouillon.   In-8,  IX,  224  p.     fr.  6. 
Weiter,    Ueber    die   Sprache   Froissarts.    1.  Verschwundene 

Substantiva.  Programm  Essen.  30  S.  4. 


Literarische  Mittheiluiigen,  l'eisonal- 
nach richten  etc. 

Der  Privatdocent  Dr.  Felix  Lindner  in  Rostock  ist 
zum  no.   I'rofossor  an  <l'>rtiger  Universität  ernannt  worden. 

I'rivntdocent  Dr.  E.  Schwan  an  der  Universität  Greifs- 
wald  wurde  zum  a».  Professor  der  romanischen  Philologie  an 
der  Universität  .lena  ernannt.  Ebenda  habilitirtc  sich  Dr. 
A.  Loitzmann  für   das  Fach    der   germanischen  Philologie. 

Von  iler  Berliner  Akademie  wurde  an  Stelle  dos  ver- 
storbenen Professnr  Ebert  Professor  Gröber  in  den  Vor- 
stand der  Diez-Stiftung  gewählt. 

Die  41.  Versammlung  Deutscher  Philologen  und  Sohul- 
mäiiner  wird  von  .Mittwoch  dorn  20.  Mai  bis  einscliliesslich 
Si'iinabend  den  23.  Mai  in  M  ü  n  c  h  o  n  abgolmiten  worden. 
Aninoliliingen  zur  Thoilnahme  wollen  unter  Einsendung  des 
statutmässigen  Beitrags  von  10  .Mark  an  das  .Mitglied  des 
Finanzausschusses  llerrn  llof-Buchhändler  Th.  Ackermann, 
Promenadoplatz   10  goriclitet  werden. 

A  n  t  i  q  u  a  r  i  s  c  h  e  C  a  t  a  1  0  g  e  :  A  c  k  e  r  m  a  n  n  ,  M  ünchen 
(305:  Franz.  Belletristik);  Bertling,  Dnnzig  (Folklore); 
D  i  e  t  c  r  i  c  h  ,  fiöttingen  (11:  Deutsche  u.  ausl.  Sprache  u.  Lit  ) ; 
Heinrich  &  Komke,  Berlin  (Germanische  Sprachen); 
Hoepli ,  .Mailand  (Ii8:  Itnl.  Geschichte;  70:  Linguistik,  z.  Th. 
Murosis  Bibl.):  Koch,  Königsberg  (Deutsche  Lit.):  Koehler, 
Berlin  (Europ.  Spr.  u.  Lit.);  List  &  Franke,  Leipzig  (225: 
Rom.  Philol.  Eberts  Bibl.;  22G:  German.  Piniol.);  Mayer  & 
Müller,  Berlin  (110:  Eur.  Linguistik);  Merkel,  Erlangen 
(120:  Neuere  Spr.  u.  Lit.);  Otto,  Erfurt  (427:  Deutsche  Spr. 
u.  Lit.  üebers.);  Sattler,  Braun.scliweig  (48:  Deutsch,  Engl. 
Franz.  Ital.  etc.);  Spirgatis,  Leipzig  (1:  Rom.  und  gerni. 
Phil,  etc.);  Völcker,  Frankfurt  a.  .M.  (177:  Ausserdeutscho 
Lit.);  Zahn  &  Jacnsch,  Dresden  (33:  Sprache  u.  Lit., 
Volksl.,  Sagen,  Märchen,  Mundarten). 

Berichtigung:  Nr.  2  Sp.  47  Z.  15  v.  o.  I.  , ihrer". 
Sp.  49  Z.  2  v.  0.  I.  litiili;  Z.  25  v.  u.  1.  ,01018".  Zu  »r/ij.nn 
ygdfiiiaTa  Sp.  51  Z.  2  V.  u.  hat  soeben  Crusius  im  Philologus 
49,  547  sich  geäussert. 


Abgeschlossen  am  7.  April  1891. 


(H 


^Ä= 


Preis  für  dreigespaltene 
Petitzeile  »s  Pfennige. 


Literarische  Anzeigen. 


^''.  — 


Beilagegcbühren  nach 
Umfang  M.  la,  15  u.  z8. 


^» 


Soeben   ist  erschii'nen  : 


Verlag   von   O.  R.  Reislaiiil,   Leipzig. 


Selbstverlag,  Heidelberg,  Sandgasse. 

Gegen  Einsendung  von  f.d  Pf.  in  Brief- !  Heber  (ÜB  Sprache  des  altfiaiizösischen  I  PädaffOffische  Seminarien 

marken  erfolgt   Frankozuson.lung  von        '.  HeldeflgediclltS  für 

Der  Handscklislieiiner  gyn  gg  BorflßaiX     ''"' "'""'  ^''''''"*" 
Dialekt 

Dr.  Math.  Fiicihvaynor. 

113   S.    gl-.   8.     broch.    2  M.  40  Pf. 


1.  Teil,  \\'c)i'terv'ei'iceit:hnis 


Philipp  Lenz. 

4".     55  S. 


Ifil'Qg  uüu  tfeiiliiiQUif  .Sdiöuiiigfi 

in  Pnöeröoni. 


N  O  T  I  Z. 

Den  germanistiBi-hcn  Theil  redigirt  Otto  Beha^hel  (Gie&ßen,  Bahnliofetrasec  71),  deu  ronianislischeo  und  engliscbcn  Theil  FrltE  N^nuiAlin 
...«■idelbere.  Robrbacherstr.  5l).  »»"d  man  bittet  die  Beitrage  (Kcc«nÄionen.  kurze  Kotizen.  roreonalnacbnchtei.  etc.)  dem  entsprechend  gofftllifrat  zu  adressireu. 
Ui«  Krdaction  neblet  an  die  Herren  Verleger  wie  Verfasser  die  Bitte,  dafür  Sorge  trafen  zu  wollen,  daes  alle  neuen  Werke  Rermanistiöcben  und 
romaniatipclien  Inhalts  ihr  gleich  nach  Erscheinen  entweder  diroet  oder  durch  Vernnltelung  von  O.  K.  Keialand  in  Leipzig  7.u;:e»aiidt 
werden-  Nur  in  diesem  Kiille  wirJ  die  Uo  daction  ateti*  imstande  sein,  uher  neue  rublicationen  eineBesprechuut;  oder 
Uti  r  7.  !•  r  *■    B  p  ni  f  r  k  u  ri  n  (in   ■!  i>  r    B  i  b  i  i  o  i;  r.)  /.  u    b  r  i  n  t,'  e  n.     An   O.    K-   Keisland    sind  auch  die  Anfrni^en  u bor  Honorar   und   Sonderahzüße  ku   richten. 


G  L'  s  c  lii  0  h  (  c  H  H  il   Fi  r  i  a  h  r  u  n  g 

von 

Dr.  Herman  Schiller, 

Gro8(*her/o(-I.  Hess.  Geh.  Olierschulriil.  Direktor  des 

OyoinaNiumi»  u.  des  pädn^Ofrischen  Seminars  u.  Prof. 

der  Pädagog^lk  an  tler  Uiilversitni  Üicssen. 

Ci  Bll.  u.  171  S.  in  gr.  8) 
Preis  «tt  4,  -  . 


Vurantworiliclier  Iledactour  Frei.  Di.  Fiilz  Nounianu  in  Heidelberg.  —  G.  Otto's  Hofbuchdruckerei  in  Darmsludt. 


LITERATURBLATT 


FÜR 


GERMANISCHE  UND  UOMANISCHE  PHILOLOGIE. 

HERAUSGEGEBEN  VON 

j)R.  OTTO  BEHAGHEL  i-nl»  D^    FRITZ  NEUMANN 

o.  o.  Professor  der  romaniscbeD  Philologie 
an  der  Universität  Heidelberg. 

vkklalt   von 
O.  H.  RKISLAND,  LEIPZIG. 


ü.  ö.  Professor  der  germaniseben  Pbiloloffie 
Hn  der  Universität  Giessen. 


Erscheint  monatlich. 


Preis  halbjährlich  M.  5. 


XIL  Jahrgang. 


Nr.  5.    3Iai, 


1891. 


Zeitschrift    des    Vereins    für  Volkskunde,    hrsg. 

von  Weinhuld  iKauffmano). 
W  ü  b  e  r  .    Die  Skiren   und  die  deutsche  Heldensage 

(Fischen. 
Hench.  The  Monsee  Fragments  ^Behaghel). 
Seltz,  Der  Versbau  im  Reinke  Vos  (Glödej. 
Salzmann.  Die  Hersfelder  Mundart  i  B  e  b  a  g  h  e  1). 
Fol  Iniann.   Die  iluadart   der  Deutsch-Lothringer 

und  Luxemburger  (Hoffmann». 
Keich.  Grillparzers  Kunstpiulosophie  (Minori. 
Kunow.    Beobachtuntren    ühw^'Qfi'^'  .\  erhältniss  des 

Reims  zum  Inhalt  bei  <tj0PS^   ^tji  g  g  l)~eji. 
M  e  h  r  i  n  g  ,^  Der  Reim^^Vf^iPeT^Enrwi'eliiQpfei^  und 

Fortbildung  (Beh 


H  e  r  z  f  e  1  d  ,    Die  Räthsel   des  Exeterbuchs   und  ihr 

Verfasser  iBülbring). 
K  r  a  h  1 ,  üeber  vier  Versionen  der  me.  Margarethen- 

legende  <H  o  1 1  h  a  u  s  e  ni. 
Wackerzapp,  Geschichte  der  Ablaute  der  starken 

Zeitwörter  innerhalb  des  Xordengl.  i  B  ü  1  b  r  i  n  g>. 
Fisch,  Die  Walker  oder  Leben  und  Treiben  in  all- 

röm.  Wäschereien  t  S  u  c  h  i  e  r  i. 
Kreyssig,  Geschichte  der  franz.  Xationalliteratur. 

Bearb.  von  Kressner  u.  Sarrazin  (Foersten. 
Junker,    Grundriss    der   Geschichte   der   französ. 

Literatur  (Foerster^ 
La     elef     d-Amors.        Texte     critique     par     A. 

Doutrepont  tFu  ersten. 


A  r  a  u  j  o  ,    Gramätica  razonada   historico-critica   de 

la  lenguu  francesa  «X  y  r  o  pj. 
Crescini,    Per   la   questione   delle  corti  d' amore 

iTrojel). 
A  p  p  e  1 ,  Zur  Entwicklung  ital.  Dicbtupgen  Petrarcas 

(Wies  ej 
Bilancini,   Giamb.  Giraldi  e  la  tragedia  italiana 

nel  sec.  XVI  (C  1  o  e  1 1  at. 

Bibliographie. 

Literarische    Mittbeilungen,     Personal- 
nachrichten etc. 

De  L  o  1 1  i  s  und  L  e  v  y  ,    Erwiderung  und  Antwort. 


Zeitschrift   d^ 

iler    Zeitsehr 
Schaft    begrü 
Auftrage    des 
hold.    Erster 
,.So  bin  idi 
Volkskunde  g-eratheTr 


nnde.     Neue    Folge 

und    Sprachwissen- 

d    H.    Steinthal.     Im 

1    von    Karl    Wein- 

1.    Berlin,  Asher  &  Co. 

unvermerkt  auf  die 

as  ist    ein   bezeichnender 


Zug  für  die  deutsche  Philologie,  die  ich  bekenne.  Denn 
sie  steht  in  untrennbarer  Verbindung'  mit  dem  Leben, 
sie  forscht  nicht  bloss  in  den  Pergamenten,  sondern  auch 
in  dem  Herzen  und  den  Augen  des  eigenen  Volkes. 
Und  da  strömt  ilu'  er(juickeude  Frische  zu,  itiid  sie  kann 
zu  keinem  Ende  der  Forschung  kommen.  Denn  uner- 
gründlich und  unversiegbar  ist  die  deutsche  Art,  welche 
ungebrochen  imd  im  Herzen  gesund  durch  alle  Stürme 
ging,  die  über  sie  brausten,  alle  Schwüle  ertrug,  die 
über  ihr  lagerte,  und  die  mit  Gottes  Hilfe  in  alle  Ewig- 
keit aufrecht  stehen  wii-d"  —  mii-  haben  diese  schönen 
Worte  schou  lange  im  Sinn  gelegen.  Karl  Weinhold 
hat  damit  vor  mehr  als  30  Jahren  den  Vortrag  über 
den  Antheil  Steiermarks  an  der  deutschen  Dichtkunst 
des  dreizehnten  .Jahrhunderts  (Wien  1860)  geschlossen. 
Es  ist  der  schönste  Ruhm  eines  arbeitsamen  Lebens, 
imumehr  Ernte  zu  halten,  die  Aussaat  in  die  Scheitnen 
zu  sammeln,  eine  rührige  Schaar  rüstiger  Arbeiter  auf 
abgestecktem  Bezirke  schaffen  zu  sehen.  Die  leitende 
Hand  hat  die  Grenzen  weit  genug  gezogen,  dass  Gene- 
rationen werden  zu  sinnen,  zu  ordnen  und  zu  lernen 
haben.  Der  Mann,  der  auf  so  gut  wie  neugewonnenem 
Boden  die  Flagge  der  Wissenschaft  gehisst  hat,  wii-d 
den  Jüngeren  stets  ein  Vorbild  bleiben. 

Ich  betrachte  die  Gründung  des  Vereins  tür  Volks- 
kunde als  ein  Ereigniss  von  ausserordentlicher  Bedeutung 
füi-  die  deutsche  Philologie.  Mit  dem  ersten  Heft  ist 
ein  Mitgliederverzeichniss  ausgegeben  worden,  welches 
143  Namen  aufweist  tmd  die  verschiedensten  Berufs- 
kreise umfasst.  Erst  die  Pflege  der  Volkskunde  wird 
unsere  Fachwissenschaft  in  der  Heimath  populär  machen, 
und  wir  werden  dies  sehr  nothwendig  brauchen,  wenn 
in  Zukunft  deutsche  Art  unserem  Volke  zu  lebhafterem 
Bewusstsein  gebracht  werden  soU.  Volksthümliche  deutsche 
Studien   werden    in  Zukunft   einen  Fermentstoff  unserer 


nationalen  Erziehung  abzugeben  haben.  Doch  davon 
abgesehen  bedeutet  der  Verein  tnr  Volkskunde  unter 
germanistischer  Leitung  eine  höchst  wesentliche  Er- 
weiterung nicht  so  sehr  des  Forschungsgebietes  als  der 
wissenschaftlichen  Methode.  Dem  Vorstande  gehören 
Männer  wie  Virehow  und  Meitzen  an.  Es  ist  sehr 
zu  wünschen,  dass  von  Seiten  dieser  Gelehrten  eine 
möglichst  intensive  Wirkung  auf  unsere  Arbeitsweise 
ausgehen  möge.  Das  Experiment  und  die  Statistik 
w^erden  berufen  sein,  in  der  Entwicklung  der  Philologie 
eine  ungealinte  Eolle  zu  spielen.  Ueber  kurz  oder  lang 
wii-d  sich  der  Germanist  sehi-  viel  mehr-  um  die  Fort- 
schritte der  Technik  zu  kümmern  haben,  als  unsere 
Väter  ahnen  konnten:  man  denke  z.  B.  an  die  neuesten 
Versuche  dei-  graphischen  oder  gar  photographischen 
Aufnahme  der  Sprachlaute.  Ich  gebe  dem  Wunsche 
Ausdruck,  dass  die  Zeitschrift  des  Vereins  auch  über  die 
einschlagenden  technischen  Fortschritte  uns  auf  dem  Lau- 
fenden halten  möge:  ein  Einblick  in  die  Zeitschrift  füi' 
Biologie  und  das  Pflügersche  Archiv  füi-  Physiologie 
wird  nicht  sonderlich  viel  Mühe  imd  Zeit  in  Anspruch 
nehmen  und  der  musterhaft  angelegten  bibliogi'aphischen 
Uebersicht  zum  Vortheil  werden. 

Prof.  Weinhold  hat  S.  3  fi'.  ein  Schema  des  ge- 
samniten  Foi-schimgsgebietes  entworfen.  Dasselbe  führt 
eine  sehr-  deutliche  Sprache.  Einleitend  ist  die  phy- 
sische Erscheinung  des  Volkes  (im  Anschluss  an  Vir- 
chows  ausgedehnte  Untersuchungen)  aufgenommen,  und 
wenn  auch  die  Behandlung  der  Innern  Zustände  (Sitte, 
Eecht,  Religion,  Sprache,  Poesie)  den  Schwerpunkt  trägt, 
so  ist  denselben  doch  auch  ein  erster  Abschnitt  (Aeussere 
Zustände)  über  Xahrimg,  Ti-acht,  Wohnung  vorausgeschickt. 
Dadurch  ist  die  Begi-ündung  gegeben,  dass  der  Verein 
über  die  Völkerpsychologie  in  Lazarus-Steinthalschem 
Sinne  ziu-  Tagesordnung  übergegangen  ist.  Prof.  Stein- 
thal hat  in  dem  neuen  Organe  den  20  Bänden  der  Zeit- 
schiift  fiii-  Völkerpsychologie  einen  Xachi-uf  gewidmet, 
dessen  Leitmotiv,  die  Volkskunde  werde  immer  eine 
psychologische  Discipün  sein,  jedenfalls  nui*  bei  einem 
geringen  Bruchtheil  der  Mitglieder  Anklang  finden  wird. 
Wü-  ft-euen  uns,  dass  der  Verein  auf  das  ordinär  ge- 
ll 


147 


IM'.'l.     Litiriitiiiti|»tt  für  germanisclit'  uml  iipnimiisi'ln-  l'liili'logie.    Xr.  5. 


US 


würdeiu-  Fiilkloiv  viMziditet  liat.  gebe»  uns  aber  auch 
der  Hiirt'iiun;,'  hin.  dass  das  uiij,'liickliclie  Wort  Völker- 
psycholdffii'  iiiii«:lichst  klauglus  begraben  werden  möge. 
Die  Fsycliulogie  hat  es  nur  mit  seelischen  Vorgängen 
zu  tliun:  alles  das,  wodurdi  das  Volksleben  erst  ermög- 
licht wird,  dif  Wirkuiiir  di-r  Imlividui-n  auf  einander, 
ist  nicht  |)syciiisch,  der  \'crkeiir  di-r  Si'flfu  unter  einander 
vollzii'lit  sich  ausschliesslich  auf  pliysischem  AN'ege  — 
wie  ja  das  Alles  Paul  aufs  klarste  und  geistvollste  in 
seiniMi  Principien  der  Sprachgeschichte  (S.  ti  S.)  dar- 
gelegt hat.  In  der  .\bsicht  Steinthals  lag  und  liegt 
heute  noili,  die  Kulturgeschichte  auf  psychologische 
Grundlage  zu  stelli-n.  So  lange  man  darunter  die  Ent- 
wickluiiir  der  couiiilicirten.  allen  Individuen  gemeinsamen 
Vorstelluug.smassen  im  \'iilkcrli-lien  verstanden  wissen 
will.  So  ist  dagegen  nichts  einzuwenden,  aber  man  dient 
damit  nicht  einer  empirischen  Wissenschaft  wie  der 
Psydiologie.  sondern  der  Geschichte.  Und  das  soll 
das  Angebinde  sein,  was  ich  dem  Jungen  Verein  in  die 
Wiege  legen  mi'x'lite.  1  )ie  Feststelluug  einzelner  Daten 
bildet  nur  das  Hilfsmittel  für  die  Lösung  der  höheren 
Aufgaben,  die  darin  gipfeln,  eine  Eutwicklunusreihe  klar 
und  ileutlich  zu  erfassen.  Ich  darf  mich  hierbei  wieder 
auf  Worte  Pauls  berufen,  dessen  umfassender  Einsicht 
in  die  innersten  Zusammenhänge  der  Wissenschaften  die 
Schüler  ihr  liestes  verdanken  (vgl.  Jetzt  die  Einleitung 
zu  seinem  (4rundriss  der  germanischen  Philologie).  Der 
si)ecitische  rnterschied  der  wissenschaftlichen  von  der 
populiiieu  Betrachtungsweise  liegt  in  der  grösseren 
Exactheit,  mit  der  die  Wirksamkeit  aller  einzelnen 
Factoren  isolirt  wird.  Aber  die  Constatirung  der  Einzel- 
heiten kann  und  ilarf  nicht  von  historischer  Combinatiou 
getrennt  werden.  Es  ist  den  Anforderungen  der  Wissen- 
schaft keineswegs  damit  gedient,  sich  in  Ideenkreise  und 
Zustände  einzuleben.  Ein  Kausalzusannnenhang  nicht  bloss 
zwischen  gegebenen,  sondern  auch  zwischen  überlieferten 
oder  erschlosseuen  (rrössen  muss  hergestellt  werden,  um 
die  Ideenkreise  und  Zustände  hi  geschichtlicher  Entwick- 
lung erst  begreifen  zu  lernen.  Man  hatte  es  bisher  mehr 
der  besonderen  Neigung  des  Einzelnen  anheimgestellt,  wie 
■weit  er  iiielit  bloss  Sprache  und  Literatur,  sondern  auch 
die  ubiigen  Kultuizweige  in  den  Kreis  seiner  Studien  ein- 
beziehen wollte.  Die  Philologie  nimmt  gerade  an  diesen  ein 
besonderes  Interesse,  sofern  die  Bearbeitung  der  Kultur  des 
deutschen  .Alterthums  in  allen  ihren  einzelnen  Zweigen  ihren 
eigentlichen  Beruf  bildet.  I>ass  der  Verein  für  Volkskunde 
die  Kulturverliältuisse  verwandter  und  fremder  Völker  be- 
rücksichtigen will,  erweitert  den  Gesichtsk  reis  und  steht 
im  Einklang  mit  einer  der  Hauptaufgaben  der  deutschen 
Philologie:  das  Verhältniss  der  nationalen  zu  den  fremden 
Elementen  in  der  Entwickliuigsgcschichte  unsers  Volks- 
thunis  richtig  zu  bestimmen.  So  knüpfen  sich  grosse 
Hoffnungen  an  den  neugegründeten  Verein.  Die  deutsche 
Philologie  hat  in  erster  Linie  die  Verpflichtung,  nach 
Kräften  in  seinem  Sinne  zu  wirken.  Mochte  die  (iegenwart 
die  Aufgaben  der  Zukunft  mit  Einsicht  erfassen  luid 
gestützt  auf  die  Erfahrungen  der  Vergangenheit  dem 
Forsrherfleiss  neue  Bahnen  weisen! 

Marburg  i.  H.  Friedrich  Kauffniann. 

Wöber,  F.  X.,  Die  Skiren  und  die  deutsche  Helden- 
sage. Eine  genealogische  Studie  über  den  Ursprung  des 
Hauses  Traun.  Mit  einer  Tnfel  und  vier  Abbildungen  im 
Texte.     Wien,  Carl  Konegcn.   1890.  2S1  S.  8. 

Das  mächtige,  rühm-,  sang-  und  liedreiche  bayerisch- 
österreichische  Volk  hat  sich,  der  Hauptsache  nach,  ge- 


bildet durch  die  allmälige  Verschmelzung  von  Kngiern. 
Herulern,  Turcilingern  und  Skiren.  Obwtdil  auch  nament- 
lich die  Heruler  manche  Spur  in  Xamen  (z.  B.  Heri- 
gisinga,  Herigolteshusa  etc.)  zurückgelassen  haben,  sind 
doch  am  wichtigsten  die  Skiren  geworden,  zu  denen 
n.  a.  auch  Odoaker  gehört  hat.  Zu  den  Skiren  gehört 
das  älteste  bayerische  Herzogsgeschlecht,  die  Agiloltinger. 
Diese  ..sind  die  Träger  der  ältesten  Kultur  dei'  deutschen 
Nation,  um  sie  entwickelt  sich  die  ältere  deutsche  Helden- 
sage wie  das  ältere  Heldenlied"  (S.  35).  ..Denn  das 
halte  mau  ganz  entschieden  fest,  dass  bis  zum  .lahre  788 
Deutsch  so  viel  war  wie  Bayerisch  und  nur  Bayerisch  . . . 
Wie  der  Agiloltingische  Hof  der  Ausgangspunkt  der 
Jlachtentwicklung  des  deutscheu  \'olkes,  so  wurde  Salz- 
burg die  Quelle  und  der  Ursprung  der  gesammten 
geistigen  Kultur  deutscher  Nation"  (S.  31).  Auch  die 
Husier  sind  Skiren  und  treten  nach  dem  Sturze  der 
Agiloltinger  in  den  Vordergrund;  bei  ihnen  sind  die 
Namen  Sigfrit,  Nibelunc,  Alberich,  Guntheri,  Sigimunt, 
Dietrich  etc.  üblich.  Zu  den  Husiern  gehört  u.  a.  auch 
der  bekannte  (Traf  Babo  von  Abensberg;  seine  38  oder 
39  Kinder  können  recht  wtdil  historisch  sein,  denn  ,.all 
die  Gebrechen  und  Verbrechen,  welche  unsere  Tage  dem 
hinsiechenden  Rom  mit  Fleiss  abgelernt,  kannte  die 
germanische  Vollkraft  der  Babonischen  Zeiten  nicht" 
(S.  190).  Derselben  Familie  gehört  auch  das  Haus 
Traun  an,  welches  zugleich  in  Stein,  (Ifthering  und 
Kürnberg  begütert  gewesen  ist;  „von  Etzels  Zug  aut 
die  Catalaunischen  Gefilde,  von  Gdoakers  Zug  nach 
Italien  und  von  dem  Todesmahle  zu  Ravenna  bis  zui- 
sclu-ecklichen  Hiuineuschlacht  im  Marchfelde  vom  Jahre 
907  —  und  von  dieser  Hnnnenschlacht  wieder  bis  zum 
Zusammenbruch  des  kaiserlichen  .\nsehens  bei  Legnano 
ist  die  gesammte  Geschichte  der  deutschen  Nation  in 
gewissem  Sinne  des  Husierstammes  und  des  Hauses  Traun 
selbsteigene  Geschichte ....  Der  <leutschen  Nation 
Heldensang  war  auch  der  Sang  des  Hauses  Traun;  auch 
seiue  Söhne,  auch  seine  Helden  werden  in  diesem  Sauge 
gefeiert;  —  heute  noch  können  wir  die  Spuren  davon 
in  den  Resten  der  heroischen  Gesänge  linden  und  zeigen" 
(S.  143  f.).  So  nämlich:  es  gab  zwei  nationale  Sagen- 
kreise, den  skirisch-langobardischen  und  den  steierisch- 
fränkischen; aus  der  Verschmelzung  iler  beiden  entstand 
der  Stolf  der  Nibelungensage.  Die  Krystallisation  dieses 
Stoffes  war  niü-  möglich  auf  dem  Boden  des  Erzbistlnuns 
Salzburg.  Dass  in  dem  skirischen  Hause  Namen  der 
Siegfried-  und  Dietrichsage  vorkommen,  s.  o.;  alles  mög- 
liche weist  auf  die  skiriscli-husischen  Lande  hin:  der 
treue  Eckhart,  llsung.  Else,  hing:  Drachentödter  kommen 
dort  vor;  Waskensteiu  =  Waxenstein  au  der  Zugspitze, 
in  dessen  Nähe  ,.ego  Waltheri  et  conjux  mea  Hiltuni", 
deutlich  =  Walther  und  Hildegund,  urkundlich  erscheinen; 
Isenstein  =  ad  Isana;  Sauten  =  Heiligenberg;  um  von 
der  Nibelungeuburg  =  Nibiloh  bei  Montfort  nach  Heiligen- 
berg zu  konnuen,  nuiss  man  rheiuabwärts  und  dann  über 
das  Meer  =  niare  Brigantinum  nach  Norwiege  =  Norica 
provincia ;  Nibelungenhort  im  Rhein  =  Huunenschatz  und 
Harlungengold  in  der  Donau,  u.  s.  w.  u.  s.  w.  —  Unser 
Nibelungenlied  speciell  ist  verfasst  zwischen  1176  und 
1180,  d.  h.  ,.zwischen  dem  Sturze  des  Hauses  Traun 
und  der  Wiedergewinnung  Bayerns  durch  Otto  von 
Wittelsbach"  (S.  182);  alle  seine  handelnden  Personen 
„sind  entweder  t'haraktere  aus  der  persönlichen  Lebens- 
erfahrung Heinrichs  von  Kürnberg-Ofthering  (s.  u.),  oder 
hervorragende     historische    Individualitäten,     an    deren 


149 


1891.    Literaturblatt  fQr  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  5. 


150 


Tliaten  nnd  Schicksalen  die  Ueberliefernngen  der  linsisclien 
'l'liatcn  und  Schicksale  haften"  (S.  181).  Der  Verfasser 
(li's  Nibelungenliedes  ist  iiUnilieh  Heinrich  von  Traun- 
Stcin,  der,  in  Kürnberg  und  Ofthering'  begütert,  mit  dem 
Kiirnberger  und  Heinrich  von  Ofterdingeu  identiscli  sein 
niuss.  Er  hat  in  seinem  Gedichte  die  Tragödie  des 
husischen  Hauses  nach  1170  geschildert,  Hagene  von 
Truneje  ist  deutlich  =  Heinrich  von  Traun  und  auch 
andere  Figuren  der  Umgebung  lassen  sich  nachweisen, 
7..  B.  Sigfrid  =  Sighart  I.,  Graf  von  Biu-ghausen- 
Schala;  auch  Volker  ist  liistorisch,  =  Reinmar  dem 
Fidler,  der  in  der  3Iinnesinger-Hs.  C  eine  Geige  im 
Wappen  hat. 

Dies  in  den  Hauptsachen  der  Inhalt  des  Buches. 
Die  Historiker  mögen  sehen,  was  sie  mit  den  Skiren 
und  andern  Dingen  anfangen.  Was  der  Literarhistoriker 
zu  soklien  Ausführungen  zu  sagen  hat,  braucht  den  i 
Lesern  des  Ltbl.'s  nicht  gesagt  zu  werden.  Der  Verf. 
hat  seine  Xibelungenmeinung  anstührlicher  schon  vor 
fünf  .Jahren  vorgetragen  in  dem  Buche  „Die  Reichers- 
berger  Fehde  und  das  Xibelungenlied".  Die  Kritik  hat 
darauf  gesagt,  was  nöthig  war,  und  namentlich  das 
Literarische  Centralblatt  brachte  einen  sehr  anständig 
gehaltenen  Artikel,  der  sich  nun  freüich  (S.  278)  die 
Bezeichnung  eines  „Schmachartikels"  gefallen  lassen 
muss.  Der  Verfasser  hatte  darauf  hin  die  Absicht,  „nie 
wieder  auch  nur  Eine  Zeile  germanistischen  Inhalts  zu 
veriJlFentliehen" :  nachdem  er  nunmehr  noch  einmal  zu 
germanistischen  Dingen  zurückgekehrt  ist,  soU  das  nach 
seiner  eigenen  Angabe  (S.  158)  das  letzte  ^lal  sein. 
Ich  möchte  nicht  gern  hart  sein,  aber  ich  kann  im 
eigenen  Interesse  des  Verfassers  den  Wunsch  mcht  unter- 
drücken, es  möge  dabei  auch  wirklich  sein  Verbleiben  haben. 
Tübingen.  Hermann  Fischer. 


The  Monsee  Fragments.    Newly   collated  text  with  intro- 
iluction,  notes,  giammatical  treatise  anJ  exhaustive  glossary 
and    a    photolithograpliic     t'ac-siniile     eJited    by    George 
Allison  Hench.     Strassburg,    Trübner.    XXV,  312  S.    8. 
Es  ist  äusserst  erfrenlich,  dass  wii'  eine  zusammen- 
fassende Nenausgabe    der  Monseer   Fragmente    erhalten. 
Tiul  auch  die  Art,  wie  der  Hei'ausgeber  sich  seiner  Auf- 
gabe entledigt  hat.  verdient  alles  Lob.    In  der  Einleitung 
wird  die  treschichte  der  Handschrift  und  ihrer  Ausgaben 
dargelegt,    die    Handschrift   beschrieben,    ihr  Alter    und 
Ursprung  nntersncht,  der  lateinische  Text  einer  Prüfung 
unterzogen,    wobei    sich    zeigt,    dass    derselbe    aus    dem 
Original  der  üebersetzung  stammt;  betreffs  der  Predigt 
..de    voeatione    gentium"    glaubt    der    Herausgeber    aus 
inhaltlichen  Gründen,   dass  ihre  Bestandtheile  zwei  ver- 
schiedenen Stücken  angehören. 

Der  Abdruck  des  Textes  sucht  die  Handschrift  so 
genau  als  möglich  wiederzugeben.  Ein  Vergleich  mit 
dem  beigegebenen  Facsimile  von  S.  7  zeigt,  dass  in 
Bezug  auf  die  Interpunktion  der  Abdi-uck  nicht  völlig 
getreu  ist:  Z.  .3  muss  nach  naht  ein  Strichpiuikt  stehen; 
ein  Punkt  ist  hinzuzufügen  Z.  9  nach  laittis,  Z.  20  nach 
folchum  und  nach  sUn,  Z.  26  nach  Jinujinin,  Z.  30 
nacli  ilts.  Recht  bedenklich  ist  die  Art,  wie  H.  die 
Zwischeiuämue  zwischen  den  verschiedenen  Wörtern  und 
Silben  im  Druck  wiederzugeben  bestrebt  ist.  Wie  snb- 
jectiv  sein  Verfaluen,  zeigt  sich  z.  B.  bei  tci(/a  in  Z.  1 
und  Z.  3:  das  erste  Mal  trennt  er  die  beiden  Silben, 
das  zweite  Mal  nicht,  obwohl  in  der  Handschrift  der 
Zwischenraum  beide  Male   genau   derselbe;    das   gleiche 


gilt  von  findit  Z.  13  und  Z.  14, 
behandelt  werden;  muoter  wird 
trennt,  Z.  29  zusanmiengefasst, 
zwischen  o  und  t  zweifellos  ein 
beiden  erst  genannten  Fällen. 
Statistik  der  Laute  und  Formen 
Glossar  schliessen  das  Werk  ab. 
Giessen. 


die  vdeder  verschieden 
Z.  25  und  Z.  27  ge- 
wo    der   Zwischenraum 

gi'össerer  als  in  den 
—    Eine    ausführliche 

und  ein  erschöpfendes 

0.  Behaghel. 


Seltz,  H.,  Der  Versbau  im  Reinke  Vos.  Ein  Beitrag 
zur  Metrik  des  Mittelniederdeutschen.  Ro.stocker  Disser- 
tation. 1890.  60  S. 

Für  die  mnd.  Metrik  ist  bis  jetzt  wenig  gethan 
worden ;  die  Herausgeber  des  Reinke  Vos  liaben  gelegent- 
lich TheUe  derselben  behandelt.  Der  Verf.  wül  die  für 
den  Reinke  Vos  geltenden  metrischen  Regeln  im  Hin- 
blick auf  Martins  ..Grundzüge"  (Martin,  Reinaert.  Pader- 
born 1874.  S.  421)  entwickeln,  um  durdi  eine  Ver- 
gleichung  der  entsprechenden  Abschnitte  die  innere  Gleich- 
artigkeit der  Metrik  des  Mnl.  und  des  JInd.  hervortreten 
zu  lassen.  Für-  das  Mnl.  sind  Männer  wie  Bormans, 
Willems,  Jonckbloet  imd  zuletzt  van  Helten  (Over  middel- 
nederlandschen  Versbouw.  Groningen  1884)  thätig  ge- 
wesen. Die  Technik  der  mnl.  wie  der  mnd.  Dichter 
reicht  natürlich  nicht  an  die  der  mhd.  heran.  Im  ersten 
Abschnitt  (S.  11  IF.)  spricht  der  Verf.  vom  Rhythmus. 
Derselbe  ist  vorherrschend  jambisch,  über  80  Procent 
aller  Verse  sind  Jamben.  Trochäische  Verse  kommen 
häufig  vor,  viele  werden  durch  Annahme  des  doppelten 
Auftaktes  jambisch.  Ich  glaube,  man  muss  sich  bei  der 
Darstellung  der  Metrik  des  Reinke  Vos  stets  daran 
erinnern,  dass  der  Verfasser  zwar  kein  ungeschickter 
Reimer  war,  aber  doch  immer  nur  ein  Uebersetzer,  kein 
Dichter  (vgl.  Lübbens  Ausgabe,  Einl.  S.  6  ff.).  Ein 
Dichtwerk,  welches  eine  diu'chgreifende  Autorität  über 
das  Gebiet  des  nd.  Dialektes  hatte,  gab  es  nicht ;  woher 
sollte  er  also  ein  Muster  nehmen?  Manches,  was  auf 
hd.  Gebiet  längst  geregelt  war,  wurde  seiner  AVillkür 
anheimgestellt.  Das  Hd.  drängte  um  die  Zeit,  wo  der 
Reinke  Vos  entstand,  mit  aller  Gewalt  der  Silbenzählnng 
zu,  und  daher  spielt  die  sog.  rbj'thmische  Betonung  in 
unserem  Gedicht  eine  noch  gi'össere  Rolle,  als  der  Ver- 
fasser annimmt.  Hinzu  kommen  dann  Auftakt,  Synalöphe, 
Hiatus,  Sj'ncope  und  Apocope  nnd  Indination,  um  den 
Rhythmus  hervorzubringen  (S.  49  ff.). 

Der  mnd.  Vers  hat  vier  Hebungen  bei  stumpfem 
und  klingendem  Ausgang.  Alle  zweisilbigen  Wörter, 
auch  die  mit  ursprünglich  kurzer  Stammsilbe,  sind  im 
Reim  als  klingend  anzusehen,  nicht  wie  im  Mhd.  als 
stumpf.  A^erf.  führt  nun  einige  Verse  an,  die  anschei- 
nend drei  Hebungen  haben.  Ich  würde  lieber  eine  von 
den  vom  Verfasser  in  den  Xoten  vorgeschlagenen  Arten 
der  Betonung  wählen,  z.  B.  2276:  dar  vänt  ik  (/röteti 
geivin  statt:  dar  rdiit  ik  ff  röten  (jewin  und  auch  besser 
als:  dar  ränf  ik  (/röten  r/ewin.  V.  3878  würde  ich 
lesen:  ja  he  mach  rüste  luijägen,  in  diesem  Falle  nicht 
nach  mechanischer  Silbenzählung  {ja  he  indch  niste 
na  jagen,  auch  nicht:  ja  he  mäch  Diiste  nu  jagen). 
Vers  4599  lese  ich:  de  sldnge  iväs  des  bereit;  v.  4734: 
gelik  so  he  hddde  DÖre\  v.  5187:  den  he  in  dnxte  let 
stän;  V.  5529:  He  brächte  uns  hir  sin  höeef,  nicht: 
he  brdchte  this  hir  sin  hövH.  Die  S.  15  angegebenen, 
scheinbar  mehr  als  vierhebigen  Verse  brauchen  nicht 
Verdorben  zu  sein,  da  mehrsilbige  Senkungen  (zwei-, 
di-ei-  und  viersilbige)    in    der  mnd.  Poesie  dui-chaus  zu- 

12 


151 


1891.     Literatarblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  5. 


152 


lässig  sind.  .Tonckbloet,  im  Ansclilnss  an  Laclimiinn, 
leugnet  allerdiiifrs  noch  die  mclii-silbifi^e  Senkung'  als 
Princip  für  das  JIiil.,  aber  Jlartin  nnd  van  Hellen  haben 
sie  anerkannt.  Van  Helten  sagt,  es  stossen  im  Mnl. 
oft  Verse  auf.  .welke  niet  linn  twelettergi-epige  daling 
zelfs  den  stontsten  apo-  of  syneopeeringslnst  tarten". 
Die  verschiedenen  Arten  der  mehrsilbigen  Senkungen 
bespricht  der  Verfasser  S.  20 — 48. 

S.  .52  kommt  er  auf  die  Reimbrechnng  zu  siirechen:  sie 
war  den  null.  Dichtern  als  Kunstprincip  wohl  bekannt,  auch 
der  Dichter  des  Eeinke  \'os  wendet  sie  an.  Interessant  ist 
es  zu  sehen,  wie  auch  hier  Rede  und  Gegenrede  durch 
die  Reimbrechnng  innerlich  verbunden  sind,  genau  wie 
ich  es  für  den  lid,  Gottfried  von  Strassburg  und  Hein- 
rich von  Freiberg  nachgewiesen  habe  (Germ.  XXXUI 
[XXI]  S.  357  ff.).  Das  Enjambement  findet  sich  selten. 
Verf.  geht  nicht  darauf  ein  und  verweist  auf  Wiggers, 
Heinrich  von  Freiberg  als  Verfasser  des  Schwankes  Vom 
Schrätel  und  vom  Wasserbären.  Rostock  1887.  S.  21  tf.' 
Im  niichsten  Abschnitt  wird  die  Wortbetonung  behandelt. 
Die  Eigennamen  deutscher  Herkunft  tragen  den  Accent 
auf  der  ersten  Silbe,  die  fremder  Abstammung  schwanken: 
Grhnhart  1254,  BMin  2828,  Purin  4989,  Venus  5005, 
aber  auch  Grimbart,  Bellin,  Venus  etc.  Malepertiis 
schwankt  zwischen  deutsche)'  und  romanischer  Betonungs- 
weise. Am  Schlüsse  hotft  der  Verf.,  dass  manche  strei- 
tige Punkte  auch  in  Bezng  auf  das  Mnl.  anfgeklärt 
werden,  wenn  die  mnl.  L\'rik  erst  einmal  einer  näheren 
Untersuchung  unterzogen  worden  ist.  Zu  weiteren  Ar- 
beiten über  die  Metrik  des  Reinke  Vos  bieten  die  vielen 
fleissig  gesannnelten  und  übersichtlich  geordneten  Bei- 
spiele ein  gutes  Material. 

Wismar.  0.  GliJde. 

Salz  mann,  Johannes,  Die  Hersfelder  Mundart.    Mar- 
burger Dissertation.  1888.  G9  S.  8. 

Salzniaiin  hat,  angeregt  durch  Kauffmann,  den  Ver- 
such gemacht,  die  heutige  Mundart  von  Hersfeld  dar- 
zustellen in  ihrem  Zusammenhang  mit  dem  älteren 
Hessischen,  als  dessen  Vertreter  er  Herbort  von  Fritzlar 
betrachtet.  Der  Verfasser  hat,  wie  es  scheint,  gut 
beobachtet  und  ein  auch  ziemlicli  vollständiges  Slaterial 
zusammen  gebracht  (sollte  das  Wort  Ofoi,  das  bei  S. 
fehlt,  wirklich  der  Mundart  fremd  sein?).  Im  Uebrigen 
aber  dürfte  Kauffmann  über  diese  Nachfolge  wenig  erbant 
sein.  Von  einer  wirklichen  Verarbeitung  des  Materials 
ist  nur  in  sehr  beschränktem  Masse  die  Rede ;  S.  ist 
nicht  einmal  darauf  verfallen,  die  interessanten  Dehnungs- 
erscheinungen  der  Jlundart  im  Zusammenhange  darzu- 
stellen. Ich  erwäline,  dass  vor  Nasalverbindung  Längung 
der  kui'zen  Vokale  eingetreten  ist,  und  zwar  sehr  früh: 
diese  neuen  Längen  haben  die  Diphthongirungsvorgänge 
mitgemacht,  z.  B.  wwiufer  ==  Winter,  siroump  = 
Stiumipf.  Einen  Versuch,  bei  Herbort  die  Sprache  des 
Schreibers  von  der  des  Originals  zu  scheiden,  hat  S. 
niciit  gemacht.  Die  Sprachkeniitnisse  des  \'erfasserS 
bleiben  audi  hinter  sehr  bescheidenen  .Anforderungen 
zurück:  die  Adverbia  spiite,  drute,  harte  werden  als 
Belege  für  unterbliebenen  Umlaut  angeführt,  ebenso  die 


'  Ich  benutze  diese  Gelegenheit,  um  mich  nach  wieder- 
holter Vergleichung  für  die  Hypothese  von  IJccbstoin  und 
Wiggers  zu  erklären,  dass  der  Schwank  llcinricli  von  Froi- 
borg  zum  Verfasser  hat.  (Vgl.  meine  liesprcchung  von  Wiggers' 
Schrift  im  Ltbl.  18fii),  Sp.  7  und  R.  Hechstoin,  Zu  Heinrichs 
von  Freiberg  Schwank  vom  Schrätel  und  vom  Wasserbären, 
Romanische  Forschungen  V,  171  —  182.) 


Participia    gehört,    zustört,    das    Praet.    löste:    in    den 
Praeterita  flö(ch),  z6(rh)  soll  ö  für  oti  stehen:  in  ad. 
Jliite,  iiiini,  fiiir,  tiure  findet  er  Umlaut  von  ii ! ! 
Giessen.  U.  Behaghel. 

Follniann,  M.  F.,  Die  Mundart  der  Deutsch-Lothringer 
und  Luxemburger.  II.  Tlo-il:  Vi.kalismus.  WissiMisdi. 
Heiinge  zum  Programm  der  Uealschulo  zu  Metz  für  das 
Schuljahr  1889/MO.  Metz,  Burhdruckerei  Paul  Kven.  ismi. 
23  S.'  4. 

Vorliegende  Arbeit  muss  als  eine  völlig  verfehlte 
bezeichnet  werden :  sie  steht  nicht  einmal  auf  der  primi- 
tivsten Stufe  der  Dialektforschung,  geschweige  denn  auf 
der  Höhe  moderner  Wissenschaft.  Wer  das  Buch  ge- 
lesen hat,  kann  sich  des  Eindrucks  grenzenloser  Ober- 
flächlichkeit, wie  sie  uns  beinahe  aus  jeder  Zeile  ent- 
gegentritt, unmöglich  erwehren.  Schon  die  Methode, 
wenn  überhaupt  von  einer  solchen  hier  gesprochen  werden 
kann,  ist  durch  und  durch  verkelirt.  Lautgesetze  scheint 
es  in  der  Mundart  nicht  zu  geben,  wenigstens  findet 
man  ein  solches  nirgends  bestimmt  ausgesprochen  oder 
consequent  behandelt;  Ausnahme  häuft  sich  auf  Aus- 
nahme, ohne  dass  deren  eine  irgendwo  Erklärung 
fände.  Das  Ganze  ist  ein  Wust  von  Beispielen,  die  bei 
ihrer  Mangelhaftigkeit  nirgends  einen  klaren  Einblick 
in  das  Wesen  der  Lautwandlungen  gestatten.  Der  Verf. 
hat  fünf  Dialekte  für  seine  Darstellung  herausgegriffen; 
dabei  aber  nicht  einen  systematisch  und  klar  behandelt. 
Schon  die  Transscrlptiou  ist  eine  äusserst  fehler- 
hafte, indem  sie  in  den  meisten  Punkten  von  den  jetzt 
herrschenden  Systemen  abweicht.  So  wird  das  allgemein 
gebrächliche  !>  einfach  durch  e,  s  durch  srh,  sp  durch 
sp,  .st  durch  .•>•/,  s  oder  .w  (?)  durch  .vc',  .r  oder  /  (?) 
durch  (7/,  fs  durch  z,  hv  durcli  qu  wiedergegeben.  Ob 
t,  k,  p  aspirirt  sind,  erfahren  wir  im  ganzen  Verlauf 
der  .\bhandlting  nicht.  Für  j.offen"  und  ..geschlossen" 
sind  die  alten  .Vusdrücke  ..hell"  nnd  ..dum))!""  gebraucht. 
(/  /'  0  u  haben  nach  Follmanns  .\ussage  (S.  5)  ,,dieselbe 
Bedeutung,  wie  im  Nhd.":  dabei  bliebe  nur  noch  zu 
definiren,  welclie  „Bedeutung"  denn  diese  Vokale  im 
,,Nlid,"  haben.  Was  ist  ferner  der  „gedehnte  Ton"  (") 
nnd  was  bedeutet  das  Zeichen  ^  über  omV  Der  Verf. 
I   lässt  uns  darüber  überall  im  Unklaren. 

Ein  (irundfehler  der  .Arbeit  ist  von  vornherein,  dass 
allgemeinere  Erscheinungen  wie  Umlaut.  Dehnung.  Kür- 
znng  u.  s,  w.  nicht  in  gesonderten  Ka|iiteln  behandelt 
nnd  in  präzise  Formeln  gefasst  sind:  des  fernem  sind 
die  Beispiele,  welche  nur  ganz  vereinzelt  durch  ältere 
Formen  belegt  werden,  so  gleichgiltig  gewählt,  dass  sie 
nicht  einmal  als  nacktes  Material  einigen  Werth  fiir 
sich  beanspruchen  köinien,  das  dem  Leser  gestattete, 
sich  auf  eigene  Faust  die  Lautgesetze  der  Mundarten 
zn  constrniren:  allerdings  würde  auch  da  die  ungmiigende 
Transscriptiiin   wiederum  hindernd  im  Wege  stehen. 

Offenbar  sind  dem  Verf.  moderne  Darstellungen  von 
Mundarten  nicht  bekannt,  sonst  hätte  er  gewiss  Bedenken 
getragen,  die  seinige  dem  Drucke  zn  übergeben.  Es 
möge  nur  z.  B.  auf  das  schwierige  Kapitel  des  «-Um- 
lauts hingewiesen  werden,  das  in  ein  paar  Zeilen,  ge- 
spickt mit  unzutreffenden  und  oft  falschen  Beispielen, 
abgethan  wird,  währenddetii  doch  Kauftmann  und  Heusler 
in  ihren  neuesten  .-Vbhandlungen  so  Vorzügliches  in  diesem 
Punkt  geleistet  haben. 

Znm  Schluss  ein  klassisches  Citat  (4,  3):  „Am 
häutigsten  finden  wir  den  kurzen  «-Laut  als  Vertreter 
des  i,   nnd    zwar   ging   das  i  durch  e  zu  a    über.     Die 


153 


1891.     Literahirblatt  für  germanische  und  romanisohe  Philologie.     Nr.  .'). 


154 


Vcilksifliome,  meint  WolfF  in  der  oben  ang-ezogenen  Ab- 
luiMiliuiitr.  weichen  g'ern  in  den  betonten  Silben  den  dünn- 
kliniienden  Lanten  aus.  Das  tonstarke.  ortene  ii  und 
das  zwisclien  ii  und  ('  liegende  §  verleihen  der  Sprache 
jene  krattvolle  Derbheit,  die  eine  überwiegende  Dorf- 
bevölkerung' unseres  Gebietes  verlangt."' 

Basel.  Eduard  Huffniauu. 

Reich,   Emil,   Grillparzers    Knnstpbilosophie.     Wien, 
Manz.   ISSIO.  IV.   14i;  S      M.  '_',4(l. 

Der  Verfasser  bat  die  ästhetischen  .\nsichten  des 
1  »ichters,  welcher  sich  ausdrücklich  gegen  jede  Systematik 
verwahrt,  aus  der  zufälligen  Anordnung-  in  den  Schriften 
hei"iusgehoben  und  unter  gewissen  Gesichtspunkten  zn- 
sannuengestellt.  Dass  diese  Arbeit  irgend  einem  Be- 
dürfniss  dei'  Wissenschaft,  sei  es  der  ästhetischen  oder 
der  literarhistorischen,  entgegenkommt,  wird  kaum  Jemand 
behaupten.  .Teder  aufmerksame  und  denkende  Leser  wird 
die  wenigen  allgemeinen  Sätze,  auf  welche  (xrillparzer 
mit  zäher  Cousequenz  alle  Erscheinungen  in  der  Kunst 
und  in  der  Literatiu-  zurückzuführen  pflegt,  und  welche 
er  gern  wiederholt,  aus  den  Werken  selbst  herausge- 
funden haben.  Grillparzer  als  einen  Knnstphilosophen 
zu  bezeichnen,  wird  billig  Bedenken  tragen,  w'er  sich 
des  Dichters  Abneigung  gegen  jede  Speculation  und  sein 
(itfenes  Gesständniss  vor  Augen  hält,  dass  sein  Denken 
immer  nur  ein  Suchen  nach  Gründen  für  ein  Resultat 
gewesen  sei,  welches  lange  vor  der  Untersuchung  vor- 
handen war.  Grillparzer  selbst  wäre  wohl  der  Letzte 
gewesen,  welchei'  dem  Verfasser  für  seinen  Liebesdienst 
gedankt  hätte.  Eine  Untersuchung,  inwieweit  Grill- 
parzers theoretische  Gedanken  neu  und  inwiefern  sie  von 
Werth  sind,  w'äre  schon  eher  ein  Bedürfniss.  Der  Ver- 
fasser, welcher  gewohnt  ist,  seine  Leser  auf  die  Zukunft 
zu  vertrösten,  hält  dafür  einen  dicken  Band  für'nöthig:  ich 
glaube,  dass  sich  diese  weder  schwierigen  noch  mühsamen 
rntersuchungen  auf  der  Hälfte  der  Bogen  hätten  führen 
lassen,  welche  der  Verfasser  einer  ziemlich  überflüssigen 
Vorarbeit  gewidmet  hat.  Jtanchesmal  hat  er  dennoch 
einen  Anlauf  zur  Untersuchung  genommen  und  wenigstens 
die  ParallelsteUen  aus  Schrej'vogels  Schriften  unter  dem 
Text  angemerkt.  Der  Zusammenhang  der  Grillparzer- 
schen  ..Kunstphilosophie"'  mit  den  Anschauimgeu  der 
Weimarischen  l>ichter  und  der  Eomantiker,  welche  füi' 
diesen  Aesthetiker  nur  als  Ziel  unverständiger  Angritfe 
existiren.  wird  nirgends  berührt.  Wenn  Grillparzer 
z.  B.  gegen  das  Princip  der  Xaturnachahmung  einwendet : 
..warum  sollten  wir  etwas  nachahmen,  das  wir  schon  in 
der  Wirklichkeit  besitzen"  (XII,  13.3),  so  hat  er  in  der 
Wiener  Zeitschrift  Prometheus  dasselbe  Argument  in 
Schlegels  Worten  gelesen:  ..Man  sieht  nicht  ein,  da  die 
Xatnr  schon  vorhanden  ist,  warum  man  sich  quälen 
sollte,  ein  zweytes  jenem  ganz  ähnliches  Exemplar  von 
ihr  in  der  Kunst  zu  Stande  zu  bringen."  Aber  leider 
begnügt  er  sich,  zwischen  den  Citaten  aus  Grillparzers 
^Verken  sich  wie  auf  eigenem  Grmid  und  Boden  eil- 
fertig und  zungengewandt  herumzutummeln,  mit  einer 
t;ewissen  Zuversicht  über  einzelne  Gelehrte  und  ganze 
wissenschaftliche  Eichtungen,  welche  über  seiner  Be- 
uitlieilung  stehen,  abzusprechen  und  Grillparzer  als 
l'rescbflegel  zu  benutzen,  um  seine  Gegner  niederzu- 
schlagen. Aber  Grülparzerische  Meinungen  sind  eine 
sehr  tretahrliche  Waffe,  und  leicht  könnte  der  Flegel 
beim  Aufschwung  auch  dem  Aesthetiker  unsanft  au  den 
Kopf  rüliren,  W'elcher  die  Literarhistoriker  todtzuschlagen 
meint,    Herr  Eeich  hat  von  seiner  eigenen  Wissenschaft 


eine  viel  zu  geringe  Meinung,  wenn  er  glaubt,  dass  ästhe- 
tische Fragen  mittels  Citaten  entschieden  werden.  Gegen 
ein  Grillparzerisches  Wort  lässt  sich  ein  Goethisches, 
gegen  ein  Scliillerisches  Ibsen  ins  Zeug  führen.  Wer 
die  Wissenschaft  föi'dern  will,  der  darf  nicht  bloss  eine 
Zunge,  er  umss  auch  Gründe  aufzubieten  haben.  Damit, 
dass  man  für  jeden  besonderen  Fall  einen  der  alten 
ästhetischen  Gemeinplätze  oder  ein  Citat  in  Bereitschaft 
hat,  ist  keiner  Sache  gedient.  Mau  würde  dem  streit- 
fertigen Apostel  Grillparzers  gern  auch  etwas  von  dem 
..stillen"  Sinne  wünschen,  welchen  luiser  Grillparzer 
besessen  hat.  .Jedenfalls  fürchten  \\ir  nicht,  dass  Herren 
von  seinem  Schlage  den  bedaueidichen  Zwiespalt  zwischen 
der  ästhetischen  und  der  literarhistorischen  Wissenschaft 
durch  gegenseitige  Verhetzung  vergrösseru  werden.  So 
wenig  ein  Literarhistoriker  die  Arbeiten  von  Fechner, 
Lotze,  Zimmermann  oder  das  Buch  von  Volkelt  über 
Grillparzer  (an  dem  ich  weit  weniger  auszusetzen  finde 
als  der  hoft'nungsvolle  Verfasser)  wird  entbehren  können, 
ebenso  wenig  wird  eine  wissenschaftliche  Aesthetik  die 
literaturgeschichtliche  Forschung  entbehren  können.  Jede 
Wissenschaft  hat  ihren  eigenen  Weg,  ihre  eigene  Methode 
und  ihie  eigenen  Werkzeuge.  Nur  in  dem  Ziele  treffen 
alle  zusammen:  in  der  AVahrlieit.  Wirklich  Strebenden, 
freilich  aber  auch  nur  diesen,  ist  sie  auf  jedem  Wege 
erreichbar. 

Wien.  Minor. 

Knnow,  Ewald,  Beobachtungen  über  das  Verhältniss 
des    Reims    zum    Inhalt    bei    Goethe.      Piogiamm    des 

Gymnasiums  zu  Stargai-d  in  Punimern.  1S8S.  73  S.  8. 
Eine  beachtenswerthe  Studie,  insofern  sie  —  was 
verhältnissmässig  viel  zu  selten  geschieht  —  ihr  Augen- 
merk auf  das  Verhältniss  zwischen  Form  und  Lihalt 
richtet.  Kunow  vertritt  die  Ansicht,  dass  der  Eeim  der 
Ausdruck  innerer  Zusammengehörigkeit  sein  müsse  und 
verdammt  somit  die  Sitte  der  Eeimbrechimg  in  der  alt- 
deutschen Dichtung.  Er  verlangt,  dass  der  Gedanke 
herrsche,  der  Eeim  diene,  und  verwirft  die  Forderung 
nach  unbedingt  reinem  Eeime.  Er  leugnet,  dass  im 
Reime  lauter  bedeutungsschwere  AVörter  stehen  müssen. 
Von  diesen  Gesichtspunkten  aus  legt  er  nun  dar,  in 
welchem  Verhältnisse  bei  Goethe  Inhalt  imd  Form  stehen. 
Mit  diesen  besondern  Darlegungen  wird  man  im  All- 
gemeinen einverstanden  sein.  Aber  ich  meine,  sie  ent- 
halten etwas  Selbstverständliches.  Jede  Dichtung,  welche 
die  Eeimbrechung  meidet,  und  die  sich  in  einfachen  ryth- 
mischen  Formen  bewegt,  wird  sich  so  gestalten,  dass 
das  diu'ch  den  Eeim  Gebundene  •auch  in  sachlicher  Be- 
ziehung steht,  falls  wir  es  nicht  mit  Priameln  zu  thun 
haben,  oder  mit  Versen  wie :  ,,Die  Lerche  in  die  Lüfte 
steigt;  der  Löwe  brüllt,  wenn  er  nicht  schweigt".  Auch 
in  der  Alliterationsdichtung,  so  weit  sie  nicht  reim- 
brechend ist,  würden  die  verschiedenen  Arten  von  Eeim, 
die  Knnow  annimmt,  sich  nachweisen  lassen.  Sowie  aber 
die  rythmischen  Gebilde  uiul  die  Eeimstellung  verwickelter 
werden,  geht  Kunows  (Trundsatz  leicht  in  die  Brüche, 
wie  z.  B.  die  von  K.  S,  44  Mitte  besprochene,  in  ihrer 
Gliederung  verkehrt  gedeutete  Strophe  beweist. 

Die  Eeimbrechung  möchte  ich  nicht  so  unbedingt 
verurtheileu,  falls  sie  in  so  massvoller  Weise  angewandt 
wii'd,  wie  das  z.  B,  Gottfried  meist  thut,  Dass  in  der 
modernen  Dichtung  die  Eeimbrechung  nur  spärlich  zur 
Anwendung  kommt,  hat  zu  einem  guten  Theile  seinen 
Grund  darin,  dass  sie  lange  Eeihen  kurzer  Reimpaare 
kaiuu    anwendet.     Im    ersten    Gesang    von   Wolfl's    Till 


155 


1891.    Literatnrblatt  fflr  germanisohe  nnd  romanische  Philologie.    Nr.  5. 


156 


Enlenspiegel    werden   die  Reime   etwa  in  einem  Fünftel 
der  niüirliclun  Fälle  g-ebroelien. 

Kuniiw  glaubt,  dass  der  Reim  rein  deutschen  Ur- 
sprung:« sei,  ohne  neue  Gründe  vtm  Hejang  beizubringen. 
Wer  im  .Aluspilli  und  Hililebrandslied  Reime  (iiulet,  wer 
die  Mersebui'^rei'  Zaubcrsiniiilie  sn  beurtlieilt,  wie  von  der 
Reeke,  wer  mit  dem  Spielmannsvers  oiierirt,  ohne  Miillen- 
hofts  gi-animatiselien  Selinitzer  zu  bemerken,  mit  dem  ist 
freilieh  eine  Verstiindifrung  seliwer  möglicii.  Was  die 
Vertheidiger  der  germanisehen  Herkunft  des  Keims  meist 
vergessen,  ist  dieses:  einzelne  Endreime  in  der  AUiterations- 
dichtung  —  und  wären  sie  zwanzigmal  häutiger  —  können 
nieiits  beweisen :  es  müsste  erklärt  werden,  aus  welchen 
Gründen  das  eine  Prineij)  an  die  Stelle  des  andern  trat. 
Giessen.  0.  Behaghel. 

Mehring,  Hisrmar,   Der  Reim   in  seiner  Entwickinng 
und  Fortbildnns;.     Herlin,  Mcluing.  188'J.  143  S.  8. 

Der  Titel  des  Buches  ist  nicht  zutreffend.  Von  der 
Geschichte  des  Reims  ist  kaum  die  Rede,  sondern  die 
Schrift  bietet  eine  ziemlich  flüchtige  Uebersicht  über  den 
Reimgebrauch  in  der  modernen  Dichtung,  d.  h.  im 
Italienischen,  Spanischen  und  Französischen,  Englischen 
und  Deutschen.  Von  der  skandinavischen  Literatur  ist 
keine  Rede.  Im  Gegensatz  zu  Kunow  fordert  er  Rein- 
heit des  Reims  und  Bedeutsamkeit  der  Reimwörter.  Gut 
ist,  was  gegen  die  Spitztindigkeiten  von  Sanders  gesagt 
wird.  In  der  —  zutreffenden  —  Polemik  gegen  Scherers 
Aeusserungen  über  triviale  Reime  wie  Herzen  :  Schmerzen 
stimmt   er  mit  Kunow  überraschend  überein. 

Die  sprachlichen  Kenntnisse  Mehrings  sind  zweifel- 
hafter Natur.  Zu  meiner  Beschämung  muss  ich  gestehen, 
dass  ich  die  Werke  des  ,.Phonetikers  Hugo  Hoffmann- 
Ratibor",  auf  die  sich  Mehring  beruft,  nicht  kenne;  was 
aber  S.  125  und  12ti  aus  denselben  mitgetheilt  wird 
(z.  B.  hing  müsse  auf  Bank  reimen),  lässt  mich  diesen 
Mangel  verschmerzen. 

Giessen.  0.  Behaghel. 


Herzfeld,  Georg.  Die  Räthsel  des  Exeterbnches  nnd 
ihr  Verfasser.  (In  den  Acta  Germanica  II,  1.)  Berlin, 
Mayer  &  .Müller.   189Ü.  72  S.  8. 

Nachdem  Trautmann  im  6.  und  7.  Bande  der  Anglia 
die  lange  .Jahre  geglaubte  Leosche  Lösung  des  ersten 
Räthsels  auf  den  Namen  Cj'newulf  als  unmöglich  dar- 
gethan  hatte,  war  die  Frage  nach  dem  Verfasser  der 
Räthsel  wieder  eine  offene.  Herzfeld  sucht  nun  durch 
eine  sehr  sorgfältige  'Untersuchung  des  Wortschatzes 
und  der  Phraseologie,  der  stilistischen  Kunst  und  der 
Behandlung  der  Quelle,  der  Spi'ache  und  Metrik'  zu  einer 
-Aiitwoit  zu  kommen,  und  findet,  es  sei  'zwar  nicht  un- 
bedingt sicher,  aber  doch  in  hohem  (trade  wahrschein- 
lich, da.ss  die  Räthsel  in  vollem  Umfange  den  Dichter 
Cynewulf  zum  A'erfasser  haben':  nur  das  erste  Räthsel, 
das  er  mit  Bradli-y  (s.  Academy  Nr.  289  |24.  März 
1888]  S.  197)  nicht  für  ein  Räthsel  hält,  nimmt  er 
hierbei  aus  und  bespricht  es  besonders  in  einem  Anhange. 

Um  es  vorab  zu  sagen:  H.'s  Schrift  ist  ein  sehr 
werthvoUer  Beitrag  zum  Verständniss  der  Räthsel,  wenn 
seine  Beweisführung  auch  auf  vielfachen  Widerspruch 
stossen  mag. 

Die  Räthsel  sind  bekanntliih  in  der  Handschrift 
durch  zwischenstehende  andere  Gediciite  in  drei  tiruppen 
zertheilt.  H.  behandelt  alle  Räthsel  als  Eines  Ver- 
fassers Werk  und  sucht  zunächst  dies  Verfahren  dadurch 
zu  rechtfertigen,  dass  er  besonders  die  Zahl  der  bereits 


von  Dietrich  aufgeführten  sprachlichen  Berührungen 
zwischen  den  beiden  Hauptgruppen  noch  vermehrt: 
Dietrich  konnte  sich  nicht  überzeugen,  aber  auch  H. 
zerstört  luisere  Zweifel  nicht.  Vier-  oder  fünfmal  haben 
zwei  Räthsel  dieselbe  .Vuflösung,  nnd  anft'allender  Weise 
steht  .jedesmal  das  eine  von  beiden  in  der  ersten  Räthsel- 
sammlung  und  das  zweite  in  der  andern  umfangieiclien. 
.\ucli  die  dojjpelte  .Aufzeichnung  von  Nr.  31  und  das 
vereinzelte  Vorkommen  von  Nr.  .36  in  einem  ainlern 
Codex  weist,  wie  schon  überhaupt  die  .Anordnung  im 
Codex  Exoniensis,  zu  deutlich  auf  frühere  getrennte 
Ueberlieferung  hin',  als  dass  H.'s  Beweis  für  Einen 
Verfasser  als  hinreicheiul  gelten  könnte.  Ghne  voll- 
konnnenen  Gegenbeweis  sollte  man  lieber  annehmen,  dass 
die  .Angelsachsen  wie  mehr  als  einen  lateinischen  Räthsel- 
dichter,  so  auch  melnere  altenglische  gehabt  haben; 
sonst  stecken  wir  in  einem  ähnlichen  Irrthum  wie  Kemble. 
der  sich  bekanntlieh  für  berechtigt  hielt  'u-ith  sume 
Ijrohdbilify  to  ast<i(/n  to  Cynewulf  tlie  authorsliip  of 
the  VercelU  and  Ereter  Codices. 

Noch  ein  schweres  Bedenken  drängt  sich  auf  bei 
der  dann  folgenden  Vergleichung  der  gesammten  Räthsel 
mit  den  Cynewul tischen  Dichtungen.  H.  hält  die  Echt- 
heit des  Phoenix,  des  Andreas  und  des  GiuHäc  für 
'wahrscheinlich'  und  zieht  die  drei  Werke  dai-um  mit 
zum  Beweise  heran.  .Aber  Sievers  (Anglia  XIII,  25) 
ist  z.  B.  der  Ueberzeugung,  'dass  gerade  der  .Andreas 
nicht  von  Cynewulf  verfasst  ist',  imd  hält  'diese  Nega- 
tive' für  eines  der  wenigen  zweifellosen  Resultate'  der 
Cynewulf-Forschung.  Den  Phoenix  spricht  Ebert  (.Allg. 
Gesch.  der  Literatur  des  M.A.'s  III,  75)  dem  Cynewulf 
ab,  und  Matthias  Cremer  hat  in  seiner  Dissertation 
,.Metrisclie  und  sprachliche  Untersuchung  der  altengl. 
Gedichte  Andreas,  Giulläc  und  Phoenix''  (Bonn  ISSS) 
dieses  Urtheil  mit  einer  Reihe  feststehender  Thatsacheu 
begründet  und  gesichert.  Cremer  hat  auch  neue  Gründe 
vorgebracht,  die  die  Charitiussche  Folgerung  stützen, 
dass  der  erste  Theil  des  Güdläc  nicht  von  {\newulf  her- 
rühre. Nun  sondert  H.  zwar  die  Belegstellen  aus  diesen 
drei  Gedichten  nn'iglichst  von  den  übrigen  ab:  aber  bei 
seinen  Schlussfolgerungen  gedenkt  er  des  Unterschiedes 
nirgends,  und  es  kann  nicht  ausbleiben,  dass,  wer  wie 
Sievers,  Ebert  oder  Cremer  denkt,  zu  einer  amlern 
Ansicht  kommt  als  H.  Dennoch  bleibt  H.'s  Arbeit  auch 
für  sie  verdienstlich;  denn  er  hat  ilinen  auf  diese  Weise 
—  was  in  andern,  ähnlichen  Untersuchungen  meist  ver- 
säumt ist  —  eint>  Gegenprobe  für  die  Beweiskraft  der 
aus  den  zweifellos  echten  Werken  aufgezählten  Ueber- 
einstimmungen  geliefert. 

Dass  die  'Fata  .Apostolorum'  zu  den  sicher  echten 
Gedichten  gehören,  wird  man,  selbst  wenn  die  von  Napier 
oitdeckten  'Schlussvei'se'  nicht  ans  Ende  der  'Fata"  passen 
(Sicvers,  Anglia  XllI,  23  ff.),  zugeben  müssen  wegen 
eben  derselben  wörtlichen  Uebereinstimmungen.  die  Sievers 
veranlasst    haben    die  beiden  .Stücke  wieder  zu  trennen. 

Die  Echtheit  der  genannten  Werke  und  die  Einheit 
der  Räthselsammlung  vorausgesetzt,  ist  H.'s  Prüfung 
eine  seiir  verständige.  Wohlweislich  lässt  er  die  trüge- 
rische Syntax  aus  dem  Spiel.  Die  anni  Xfyo/^nvn,  welche 
er  aufzählt,  ergelien  nichts.  Seltene  Wörter  findet  er 
acht,  die  nur  in  den  Rä.  und  den  vier  zweifellos  Cy.  ischen 
Gedichten  vorkommen,  aber  zehn,    die  bloss  in  den  Rä. 

'  Auch  das  Vorkomnicn  eines  einzigen  lateinischen 
Riitliscls  (Nr.  7(>)  inmitten  der  iilfcnglisclien  deutet  in  dicBclbo 
Kichtung. 


157 


1891.     Litenitiiibliitt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  5. 


158 


und  im  .\ndi'eas  stehen.  Aehnliche  aufFalloiule  ITeber- 
cinstimninngen  mit  dem  Andreas  deckt  H.  auch  weiter 
noch  auf  (s.  S.  23.  25.  30.  31.  56);  sie  werden  Pritsche 
und  Slevers  gegen  seine  Auslegung  einnehmen.  Ferner 
stützt  sich  H.  auf  einige  wörtliclie  Entsprechungen  und 
den  übereinstimmenden  Gebrauch  von  zelin  Synon3'men 
für  'Gott'  oder  'Meer'.  Beim  näheren  Zusehen  aber  stellt 
sich  heraus,  dass  von  diesen  zeini  Synonymen  wieder 
sechs  ausser  in  den  Rä.  nur  im  Andreas  vorkommen, 
eins  im  Andr.  und  Plioenix,  eins  im  Andr.  und  Crist, 
eins  im  ersten  Theil  des  Güctiäc,  und  nur  ein  einziges 
(fceder)  in  Apost.  Jnl.  Cri.  El.!!  Die  Untersuchung 
über  die  Quelleiibehandlung  hält  H.  selber  'nicht  für 
sehr  aussiclitsvoir.  Es  folgt  dann  eine  Zusammenstellung 
'gewisser  charakteristischer  Einzelzüge',  die  wohl  für  die 
grosse  Sorgfalt  des  Forschers  zeugen,  aber  für  den  Be- 
weis kein  Gewicht  haben.  Auch  die  Betrachtung  'der 
stilistischen  Mittel'  spricht  eigentlich  nur  nicht  gegen 
Cynewulf.  Die  metrische  Untersuchung  ergibt  dreierlei 
Abweichungen,  die  H.  mit  dem  Hinweis  auf  die  Jugend 
Cy.'s  entschuldigt,  aus  der  die  Rä.  ja  stammen  sollen. 
Die  mit  Hilfe  der  Metrik  erschlossenen  ursprünglichen 
Sprachformen  in  den  Rä.  lassen  dagegen  wohl  ohne 
weiteres  die  Annahme  von  Cj'.'s  Verfasserschaft  zu. 

H.  hält  'die  Aehnlichkeit  in  Verskunst  und  Sprache' 
(gemeint  sind  nur  die  grammatischen  Sprachformen)  für 
das  Ueberzeugendste  in  seiner  Beweisführung;  aber  die 
zeigt  docli  höchstens,  dass  Cy.  der  Verfasser  sein  kann, 
nicht  sein  muss,  und  mehr  ist  mit  diesen  Mitteln  über- 
haupt nicht  zu  erreichen.  Auch  einzelne  Uebereinstim- 
mnngen  in  'Ausdrücken  und  Anschauungen',  die  zur  An- 
nahme Eines  Verfassers  zwängen,  erkenne  ich  nicht, 
und  sie  würden  auch  nichts  für  die  ganze  Riitliselsamm- 
lung  beweisen. 

Im  'Excurs  I'  spricht  sich  H.  füi'  Bradlej^s  Erklärung 
des  'ersten  Räthsels'  aus  als  eines  Seitenstücks  zur  'Klage 
der  Frau'.  Wie  Trautmanns  geistreicher  Lösungsversuch, 
so  liellt  allerdings  auch  Bradleys  Deutung  nicht  Alles 
auf:  aber  sie  empfiehlt  sich  doch,  weil  sie  erklärt,  warum 
"S'ieles  unklar  ist.  Es  ist  befremdlich,  dass  H.  zur  Ver- 
tlieidigung  Bradleys  es  für  nöthig  hält,  sich  zwar  mit 
Leo  abzufinden  und  Hicketier  zu  widersprechen,  dagegen 
die  JEüglichkeit  von  Trautmanns  Lösung  nicht  weiter 
erwägt.  Trautmaim  aber  hat  es  nicht  einmal  für  der 
Mühe  werth  gehalten,  auf  Nucks  Einwürfe  (Anglia  X) 
zu  antworten,  die  H.  mit  Unrecht  für  ausreichend  hält, 
und  bis  jetzt  steht  Trautmanns  Vorsclilag  noch  un- 
widerlegt  da.  —  Ich  mache  folgende  Anmerkungen 
ohne  Rücksicht  auf  H."s  Buch.  1)  Die  drei  kurzen 
Zeilen,  v.  3  (=  8),  17  und  19,  sind  sich  sehr  ähnlich, 
weil  sie  zwei  Reimwörter  enthalten,  und  schon  darum 
ist  es  sehr  bedenklich,  ihre  LTeberlieferung  anzufechten, 
wenn  sich  auch  in  andern  Gedichten  niclits  Entsprechendes 
findet.  Es  sind  richtige  erste  Halbzeilen  der  Form  nach. 
—  2)  Euriie  (in  Vers  16)  kann  nicht,  wie  Bradley 
es  erklärt,  rowardhj  bedeuten;  denn  das  Adj.  earg, 
eurli  ~  hoclid.  arg  kann  im  Acc.  das  g  nicht  verlieren. 
Das  h  im  Xom.  ist  ja  jüngere  Vertretung  eines  altern 
//  nacli  r,  und  nur  Wörter  mit  ursprünglichem  //,  wie 
(fireorh,  verlieren  es  vor  der  Endung.  —  3)  Vers  13  a 
könnte  man  leicht  in  [Mut]  inilf  iiihi  wvlf  ändern,  wo- 
durch zwar  der  Ausdruck  schwächer  würde.  —  4)  Vers  9b 
druckt  Kluge,  Angelsächs.  Leseb.,  mit  Recht  dogode 
olme  Längezeichen  auf  dem  ersten  o,  wodurch  der  Vers 
metrisch   besser    wird    als   bei    Grein.      Hieketiers    Vor- 


schlag, in  hognde  zu  ändern  (Anglia  X,  579)  ist  schon 
darum  sehr  bedenklich,  weil  es  fraglich  ist,  ob  dabei 
der  Genit.  Wulfes  stehen  könnte.  Dogiun  stellt  sich, 
schlage  ich  vor,  zum  Prät.  Präs.  deah  dugon.  wie 
cminkm  zu  raim  cuiinon,  verbindet  sich  wie  dieses  mit 
dem  Genitiv  und  bedeutet  etwa  'theilhaftig  werden', 
W'Obei  man  das  griech.  rvv/dvnv  vergleichen  möge. 

Im  'Excurs  11'  sind  'Bemerkungen  zu  einzelnen 
Stellen'  gegeben,  darunter  sehr  glückliche  Lösungen  des 
46.  und  51.  Räthsels.  —  Hcefst  in  Rä.  4,  5  schlägt 
H.  vor  auf  ein  got.  *haitizdn  'erhitzen'  zurückzuführen, 
mit  Uebertritt  aus  der  2.  in  die  1.  Klasse  {hdjtsect  statt 
hd'tsaä).  Aber  der  Bedeutungswandel  von  'erhitzen'  in 
bedrängen',  den  er  annimmt,  gibt  Bedenken.  Die  Stelle 
lautet:  Mec  [i.  e.,  den  Sturm]  nun  freu  hcetst  on  enge. 
Ich  empfehle  das  Wort  mit  got.  hathön  gleichzusetzen ; 
die  anzunehmende  Grundbedeutung  'verfolgen'  (vgl.  Kluge, 
Etym.  Wörterbuch,  unter  ..Hass^),  die  dem  verwandten 
hd.  hetzen  noch  heute  geblieben  ist,  passt  ganz  vor- 
trefflich. Streng  genommen  müsste  die  Form  allerdings 
Iiefesad  lauten.  Xeben  egesian  und  egesa  steht  aber 
auch  egsian  und  egsa,  nnd  so  erhalten  wir  ohne  Schwie- 
rigkeit hetsad.  Auch  der  weiter  für  die  Erklärung- 
erforderliche  Uebertritt  in  die  erste  schwache  Klasse 
ist  nicht  selten  bei  ähnlichen  Verben,  und  die  Schreibung 
luetst  statt  lietsf,  aus  hets(e)ä,  hindert  nicht,  zumal  nicht 
bei  einem  so  seltenen  Worte;  vgl.  Sievers  §  89,  z.  B. 
auch  cegsd  neben  eg(e)sa.  —  Die  Zeile  81,  1  ««  rviht 
is  icundruin  ücenned,  die  in  der  ersten  Hälfte  zu  kurz 
ist,  ist  vielleicht  am  besten  nach  51,  1  so  zu  vervoll- 
ständigen: an  wiJit  is  [on  eoräan]  wimdrum  äcenned. 

Kurz  vor  dem  Erscheinen  von  H.'s  Schrift  war 
Sievers'  scharfsinniger  Aufsatz  'Zu  Cynewulf'  in  Anglia 
Xin,  1  if.  veröffentlicht,  durch  den  der  Annahme,  Cyne- 
wulf sei  der  Verfasser  der  Räthsel,  neue  Schwierigkeiten 
entgegen  gestellt  werden.  Hiermit  sucht  sich  H.  in 
einem  kurzen  'Xachtrage'  abzufinden :  Cy.  habe  die  Räthsel 
zur  Zeit  der  von  Sievers  datirten  Lautübergänge  ver- 
fasst;  was  man  ihm  allerdings  zur  Xoth  zugeben  könnte, 
wenn  alles  Andere  für  Cj'.  spräche.  H.  weist  übrigens 
auf  S.  69  zu  Rä.  41,  94  selber  nach,  dass  eine  ältere 
Rä. -Handschrift  09)  statt  des  jungem  on  gehabt  haben 
mnss.  Das  stimmt  zu  Sievers'  Ausführungen  über  Rä.  43 
und  schiebt  die  Abfassung  wenigstens  auch  noch  der 
Rä.  4  nnd  41  (und  43),  wo  an  vorkommt,  in  eiiie  Zeit 
zurück,  in  der  die  Xamensform  noch  Cyniwidf  war.  — 
Störende  Druckfehler:  S.  6,  19  statt  Bäthsdzeiclicn  lies 
Bätli seireihen'.  —  S.  18,  vorletzte  Zeile  st.  Ch.  lies  Cy. 

—  S.  62,  3  St.  645  lies  64,  5.  —  S.  68,  6  st.  5,  "4 
lies  4,  5. 

Heidelberg.  Karl  D.  Bülbring. 

Krahl,    Ernst,    UntersucIiDn^en  fiber  vier  Versionen 
der     inittelen^liscben     Margaretenlegende.      Berliner 

Dissertation.     Berlin,  Mayer  &  Müller.  18S9.  87  S.  8. 

Von  acht  ihm  bekannt  gewordenen  Bearbeitungen 
der  lat.  Legende  behandelt  Krahl  nur  vier  ausführlicher 

—  während  die  übrigen  in  der  Einleitung  kurz  be- 
sprochen wei'den  —  in  Bezug  auf  Quellen,  Handschriften- 
verhältniss  und  Dialekt.  Man  wird  im  Allgemeinen  der 
fleissigen  und  verständigen  Arbeit  die  Anerkennung  nicht 
versagen,  dass  sie  die  aufgeworfenen  Fragen  wohl  meistens 
richtig  beantwortet  und  unsere  Kenntnisse  auf  diesem 
interessanten  Gebiete  der  religiösen  Literatur  wesentlich 
gefördert  hat.  Leider  geht  er  jedoch,  wenigstens  für 
die  germanischen  Sprachen,  über  das  von  Vogt  in  PBr. 

13 


153 


1891.'    Literaturblatt  fQr  ^ruianische  und  romnnische  Philologie.     Nr.  5. 


160 


Beitr.  I,  281  ff.  gesammelte  Material  nicht  hinaus',  ob- 
wohl seitdem  meliieres  erschienen  ist,  das  für  die  Be- 
uitheilung  der  einzelnen  Versionen  scliätzbares  Jlaterial 
bietet:  ich  verweise  bloss  auf  Zs.  f.  d.  Ph.  12,  468, 
wo  Zacher  in  einer  Anmerkung  die  Literatur  seit  Vogt 
zusammenstellt.  Dazu  kommen  nocli  .Strauchs  Eecension 
von  Stejskal  im  A.  f.  d.  A.  Vll.  255  sowie  aus  dem 
skandinavisdien  Hebiete  die  beiden  bereits  1851  ver- 
öffentlicliten  altschwedischen  Prosaiibersetzungen  des 
Forn-sretiskt  Lei/endarium  1.  540  ff.  und  545  ff.  (Sam- 
lingar  utgifua  af  svenska  foniskrift-sällskapet,  tjerde 
deleu,  Stockiiohu  1847)  und  die  altnord.  Version  der 
Hcilayia  mannu  sogur  ed.  Unger  I,  474  ff.  (Christiania 
1877).  Vielleicht  konnte  Krahl  auch  die  1889  von 
Assmann  im  3.  Bande  der  l?ibl.  der  ags.  Prosa  S.  170 
und  208  herausgegebenen  ags.  und  lat.  Fassungen  der 
Legende  noch  nicht  benutzen  (vgl.  dazu  Assmann  S.  264  f. 
und  268);  erst  1890  dagegen  erschien  B.  Wiese:  „Eine 
altlonibardisdie  Jlargaretenlegende"  mit  zalilreichen  An- 
gaben über  weitere  Literatui'. 

Ich  halte  die  Zuziehung  des  gesammten  l\Iaterials 
deshalb  für  unerlässlich,  weil  nur  eine  Vergleichung  der 
verschiedenen  Versionen  in  den  Volkssprachen  uns  eine 
Voi-stelluug  von  der  Beschaffenheit  der  jeweiligen  lat. 
Quelle  geben  kann.  Während  Zarncke,  Kölbing  (vgl. 
Engl.  Stnd.  IL  281  f.)  und  Willcuberg  (vgl.  ib.  XII, 
3  fi".)  lat.  Mischredactiuneu  annehmen,  aus  denen  sich 
die  Abweichungen  und  Eigenthümliclikeiten  der  einzelnen 
Bearbeiter  dieser  Legenden  erklären,  glaubt  K.  (S.  53  f. 
und  75  f.)  die  Behauptung  aufstellen  zu  diu-fen,  dass 
wir  es  theils  mit  dichterischen  Freiheiten  bei  der  Ueber- 
setzung,  theils  mit  Zusammentragmigen  aus  verschiedenen 
Vorlagen  zu  thun  halten.  Das  Letztere  scheint  ja  aller- 
dings auch  aus  dem  Sdilusse  des  von  "Wegener  publi- 
cirten  mnd.  Gedichtes  (Magdeburger  Progr.  1878)  her- 
vorzugehen, wo  es  vS.  23,  V.  871  ff.  heisst: 
Desse  jmssie  is  dt  velm  tosamende  genomen, 
Sunte  Margareten  to  lave,  unde  uns  to  vromen; 
Unde  darff  ok  nenutnde  gröt  wunder  haen 
Dat  se  nicht  edle  Ucke  gesvhreven  sttien: 
Wcnte  de  worde  werden  vuken  vorsath, 
Dar  allyke  wol  de  rechte  sin  ynne  steyt. 
Dies  erklärt  W.  S.  31  gewiss  richtig  dahin,  dass  der 
Verf.  viele  andere  Bearbeitimgen  benutzt  habe,  deren 
Richtigkeit  er  vertheidige.  Wir  können  aber  unmöglich 
annehmen,  dass  jedem  Dichter  oder  Uebersetzer  mehrere 
lat.  Fassungen  vorlagen  oder  dass  er  sieh  bemühte, 
wenn  sie  ihm  vorlagen,  aus  ihnen  mosaikartig  sein  Werk 
zusammenzustellen.  Man  darf  nicht  einfach  die  englischen, 
französischen  u.  s.  w.  Fassungen  mit  den  zufällig  in  den 
AS.S.,  bei  Mombritius,  Surius  oder  sonstwo  gedruckten 
Texten  vergleichen  und  daraus  Schlüsse  auf  die  Ver- 
anlagung und  Thütigkeit  des  Dichters  ziehn,  ehe  wir 
nicht  kritisclie  lat.  .Ausgaben  besitzen!  Vieles  von  dem 
was  K.  als  Eigenthum  der  englischen  Bearbeiter  ausgibt 
oder  wofür  er  nur  einige  wenige  Parallelen  aus  andern 
Literatuien  anfuhren  kann  (seine  Vergleichungen  mit 
andern  Versionen  sind  sehr  dankenswerth!),  findet  sich 
aucli  in  den  ilim  nicht  bekannten  Versionen,  woraus  doch 
deutlich  hervorgeht,  dass  es  bereits  in  der  Quelle  ge- 
standen haben  muss.  Diese  Möglichkeit  räniiit  K.  auch 
S.  75  unten  f.  ein,    wenn    er  bei  der  Entscheidung  der 


Frage:  ob  Mischredaction  in  der  Quelle,  oder  selbstän- 
dige Compilation  des  Verfassers  aus  mehreren  Versionen, 
die  Person  des  Dichtei's  in  die  Wagschale  wirft.  Zum 
Beweise  meiner  Behauptungen  könnte  ich  eine  gute 
Anzahl  übereinstimmender  Züge  ans  nichtenglischen  Be- 
arbeitungen der  Margaretenlegende  anführen:  jedoch 
würde  dies  meine  .\nzeige  allzusehr  anschwellen,  und 
ich  darf  mir  eine  solche  Ausführung  hier  um  so  eher 
schenken,  als  ich  an  anderer  Stelle  auf  diese  Fragen 
näher  einzugelien  gedenke.  Es  sei  nur  noch  auf  die 
Worte  Useners,  Legenden  der  Pelagia  (Bonn  1879). 
S.  29  verwiesen,  W'O  er  zu  den  gi'iech.  Hss.  von  ,..Iakobs 
Reue  der  Pelagia"  bemerkt:  ..Die  Feststellung  des  Textes 
wird  erscliweit  diircli  ein  Schwanken  der  Ueberlieferuiig. 
wie  es  in  klassischer  Literatur  unerhört,  auf  diesem 
Gebiet  kirchlicher  Tiadition  nicht  ungewöhnlich  ist.  Die 
Existenz  fast  so  vieler  Redactionen  als  es  Handschriften 
gibt,  von  denen  keine  Anspruch  auf  unberülirte  Treue 
erheben  kann,  stellt  dem  Herausgeber  eine  manchmal 
hoffnungslose,  im  Ganzen  lohnende  Aufgabe." 

Die  Correctur  des  Drackes  könnte  sorgfältiger  sein. 
Göttingen.  F.  Hulthausen. 

Wackerzapp.    Adolf,    Geschichte   der   Ablaute    der 
starken   Zeitwörter    innerhalb   des   Nordenglischen. 

Tlieil  I.   Die  Ablaute  in  den  einzelnen  Deiikniälern.    Münste- 

raner  Dissertation.  1S90.  77  S.  8. 

Ich  freue  mich  in  dieser  Schrift  eine  Fortsetzung 
meiner  eignen  Abhandlung  über  den  gleichen  Gegenstand 
in  den  südeiiglischen  Dialekten  begrüssen  zu  kömieu'. 
Leider  wird  uns  vorläufig  niu-  der  ei-ste  Theil  der  ganzen 
Untersuchung  geboten,  der  die  Belegstellen  aus  den  be- 
nutzten Texten  enthält,  und  auch  noch  U'cht  für  alle 
starken  ^'erbalklassen,  da  'äussere  Rücksichten'  den  Ver- 
fasser nöthigten,  den  Druck  vorzeitig  abzubrechen.  Der 
Rest  des  Werkes,  der  namentlich  eine  erläuternde  nnd 
zusammenliängende  Darstellung  der  ^'eränderungen  des 
Ablauts  enthalten  wird,  soll  'an  geeigneter  Stelle  später 
erscheinen'.  Ich  hoffe,  dass  der  Verf  dieses  Versprechen 
bald  einlösen  wird. 

Man  kann  an  der  Arbeit  schon  jetzt  getrost  den 
gi'ossen  Fleiss  loben,  mit  dem  das  Material  gesammelt 
ist.  Es  sind  29,  zum  Theil  sehr  umfangreiche  Texte 
ausgezogen  und  die  Belegstellen  möglichst  vollständig 
aufgeführt;  nicht  bloss  alle  verschiedenen  Formen  sind 
verzeichnet,  sondern  sogar  auch  so  gut  wie  alle  Stellen. 
Ich  gestehe  bereitwillig  zu,  dass  der  Verf.  mich  im  letzten 
Punkte  übertroft'en  liat,  wenngleich  ich  zwar  auch  weit 
mehr  Stellen  gesammelt  als  abgedruckt  habe.  Seine 
Sorgfalt  ist  gewiss  sehr  anerkennenswerth,  aber  seine 
Geduld  und  Aufopferung  geht  doch  manchmal  weiter  als 
nöthig  war.  Was  kann  uns  z.  B.  daran  liegen,  die 
ewig  und  unwandelbar  wiederkehrenden  Präsensformen 
rise,  ride,  synge,  begynne  u.  s.  f.  aus  allen  29  Denk- 
mälern belegt  zu  sehen? 

Dagegen  hätte  ich  gewünscht,  dass  der  Verf.  gewisse 
Präsensformeu  nicht  in  den  Infinitiv  umgeschrieben,  son- 
dern z.  B.  den  mit  S  flectirten  Formen  stets  ilire  Endung 
belassen  hätte.  Noch  weniger  emi)fiehlt  es  sich,  für  das 
Verbalsubstantiv  einfach  den  Infinitiv  anzusetzen;  denn 
es  gibt  ja  Texte,  welche  wohl  h(dßhyng,  irithsiggyng 
u.  s.  w.  haben,  aber  nur  die  jungem  liiHiütivformen 
han  und  sayn.     Dass  W.  übrigens   irgendwo   zu   einem 


'  Im  NaehtroK  wird  nur  nocIi  ouf  Strauclis  Publikationen 
in  der  Zu.  f.   d.  A.  32   und  33   hingewiesen. 


'  , Geschichte  des  Ablauts  der  starken  Zeitwörter  inner- 
halb des  Südenglischen".  Quellen  und  Forschungen,  Heft  63. 
Strassburg   1889. 


161 


1891.     Literaturblatt  fflr  tfermanigohe  und  rotnanisohe  Philologie.     Nr.  5. 


162 


wirklichen  Fehler  verleitet  worden  wäre,  freiif  icli  mich, 
iiiclit  bemerkt  zn  haben. 

Die  uuifangreidien  Listen  sind  seiir  wohl  geortüiet. 
Has  Vorsetzen  des  Ablautvokals  ist  jedoch  nur  bei  der 
ersten  Klasse  geübt.  Vielleicht  wäre  es  besser  ganz 
unterblieben;  denn  jetzt  sieht  es  ans,  als  ob  der  vielfach 
aniritiilirte  Inf.  gräpe  nielit  das  ae.  swv.  grüpkin  wäre, 
sondern  das  ae.  stv.  (/rl/xin  mit  einem  nur  bei  diesem 
Verb  vorkommenden  Vokal  ä  statt  des  gewühnliclien  ?. 
Teberhaupt  wäre  es  rathsara  gewesen,  alle  von  scliwaehen 
Wrben  lierstammenden  Formen  änsserlich  zu  kennzeichnen, 
um  den  Schein  zu  vermeiden,  dass  z.  B.  die  Präseus- 
tormen  ilro/iixnul  (Wackerzapp  druckt  droppv),  suiake, 
ri/fc,  slij),  ffi/f,  s/iitfes  nnil  i^pUfijng  (Verbalsbst. ;  W. 
druckt  in  beiden  Fällen  *7(/70  auf  S.  34,  .H.5  u.  36,  und 
quell  auf  S.  68  von  den  ae.  starken  Verben  drcupiin, 
siiuocan,  riofan,  sli'ipan,  ßeotan,  sp'iwun  und  cicduii 
herstammten. 

Die  nächste  umfassende  Dehandlung  des  Ablauts, 
die  auch  das  nocli  fehlende  mittelländische  Gebiet  ein- 
schliessen  wird,  wird  wahrscheinlich  mit  der  'Jlitteleng- 
lischen  tTrammatik'  von  Dr.  Lorenz  Jlorsbach  koranien. 
Er  hat  W.  bei  der  Abfassung  seiner  Arbeit  unterstützt, 
wie  auch  ich  vordem  fiu-  die  schwierigen  Punkte  in 
meiner  Abhandlung  seinen  stets  bereiten  Eath  reichlich 
zur  Seite  hatte.  Sein  dankbarer  Schüler,  sehe  ich  jetzt 
mit  grossem  Vertrauen  und  mit  Spannung  dem  Erscheinen 
der  t^rammatik  entgegen.  Dann  kann  als  Schlussstein 
die  tieschichte  des  Ablauts  in  der  neuenglischen  Schi-ift- 
sprache  folgen. 

Heidelberg.  Karl  D.   Dülbriug. 

Fisch,  Richard,  Die  Walker  oder  Leben  und  Treiben 
in  altrömischen  Wäschereien.  Mit  einem  Exeurs  über 
l.iutliclie  Vorgänge  auf  ileni  Gebiete  dos  'Vulgärlatein. 
Berlin,  Gärtner.  1891.  IV,  .S9  S.  8.     M.   1,20. 

\'erfasser  hat  sich  durch  eine  interessante  Unter- 
suchung über  die  lateinischen  Nomina  personalia  auf  o, 
Ollis  (zuletzt  Berlin  1890)  auch  den  romanischen  Sprach- 
forschern vortheilhaft  bekannt  gemacht.  In  der  vor- 
liegenden Schrift  greift  er  aus  der  ihm  zu  Gebote 
stehenden  Fülle  einen  Begiiff  heraus,  den  des  fiillo,  um 
in  anziehender  Weise  Kundschaft,  Werkstatt,  Arbeit, 
Betrieb,  Gewerk,  Leumund  und  Xamen  des  Walkers  zu 
schildern.  Auf  die  merkwürdigen  Einzelheiten,  die  dabei 
zur  Sprache  konnnen,  sei  hier  nur  kurz  hingewiesen. 
Der  romanische  Leser  ist  besonders  auf  den  Exeurs  ge- 
spannt, der  auf  dem  Titel  versprochen  wird,  sieht  sich 
jedoch  etwas  enttäuscht,  wenn  er  gewahrt,  dass  das  als 
Exeurs  angekündigte  siebente  Kapitel,  in  welchem  die 
Etymologien  von  fiil/o,  mastiirho,  luascarpio  erijrtert 
werden,  über  den  %'ulgärlateiuisehen  Lautwandel  nichts 
Neues  lehrt.  Verf.  geht  davon  aus,  dass  die  vulgären 
Nomina  personalia  nicht  alle  in  gleicher  Weise  vulgär 
sind:  Sendern  sie  sind  es  —  „wenn  ich  so  sagen  darf, 
fügt  er  hinzu  —  in  primärer,  seeuudärer,  tertiärer  u.  s.  w. 
Weise,  riiheo  wäre  ein  primäiei'  Vnlgarisnuts,  ropio 
hingegen  ein  um  drei  Stufen  (riihio  rohio  ropio)  weiter- 
getnhrter.  Eine  so  mechanische  Auffassung  findet  auf 
das  sprachliche  Leben  keine  Anwendung,  und  mau  con- 
statirt  mit  Bedauern,  dass  Pauls  Principien  der  Sprach- 
geschichte keineswegs  jedem  Philologen  in  Fleisch  und 
Blut  übergegangen  sind. 

Fisch  hält  fiflh  t\\x  eine  Art  Spott-  oder  Scliimpf- 
nanieu;  die  unbefangene  lateinische  Bezeichnung  des 
Handwerks   sei    iiacca   gewesen.     Sollte    die   Stelle   bei 


Festus,  auf  die  er  sich  beruft  (naccne  appellanhir  vulgo 
fullones)  nicht  gerade  umgekehrt  zu  verstehen  sein,  so 
nämlich,  dass  narcd  ein  vulgärer  Ausdruck  für  Walker 
war?  Damit  würde  sich  der  Zusammenhang  mit  dem 
griechischen  rajcOi^,  den  Georges  annimmt,  wohl  ver- 
tragen. Die  Erklärung  des  Wortes  fidlo  aus  fulmino 
wird  dadurch  nicht  angetastet.  Das  Wort  wird  ur- 
sprünglich den  (Tlanzgeber  bedeutet  haben.  Der 
Uebergang  von  fiiliiiiuo  in  fullo  hätte  durch  oriiare 
aus  ordinure  gestützt  werden  kiJnnen. 

Schliesslich  sei  noch  ein  Irrthum  des  Verf.'s  be- 
richtigt, der  schon  in  seiner  Eingangs  erwähnten  Schrift 
auftaucht  und  hier  wiederholt  wird.  Er  leitet  nämlich 
das  bei  Isidor  vorkommende  iiiachio  ans  machinio,  hin- 
gegen das  von  ihm  ans  einem  Glossar  belegte  miicio, 
das  mit  maceriarum  instructor  erklärt  wird,  von  nimerio 
ab.  Natürlich  sind  die  beiden  Wörter  nur  eins,  nämlich 
das  franz.  maron,  das  Mackel  vielleicht  mit  Recht  aus 
dem  Deutschen  {^tmxmdz)  herleitet.  Die  Herleitung 
aus  nutrerio  wird  dadurch  nicht  wahrscheinlicher,  dass 
sie  bereits  von  dem  Verfasser  jenes  Glossars  im  12.  .Tahr- 
liundert  angesetzt  wird  (was  übrigens  Fisch  nicht  er- 
wähnt hat). 

Halle.  Hermann  Suchier. 


K  r  e  y  s  s  i  g ,  Fr.,  Geschichte  der  französischen  National- 
literatnr.  (3.  Auflage,  I.  Band:  Geschichte  der  französ. 
Nationalliteratur  von  den  ältesten  Zeiten  bis  zum  sechzehnten 
Jahrhundert.  Bearbeitet  von  A  d  o  1  f  K  r  e  s  s  r>  e  r.  II.  Band  : 
Geschichte  der  französ.  Nationalliteratur  vom  siebzehnten 
Jalirhundert  bis  auf  die  neueste  Zeit.  Bearbeitet  von  .Jo- 
seph Sarrazin.  Berlin,  Nioolaische  Verlagsbuchhandlung. 
1889.   VI,  224  u.   VI,  4(12  S.  8. 

Jnnker,  Heinrich  P.,  Grnndrisa  der  Geschichte  der 
französischen  Literatur  von  ihren  Anfängen  bis  znr 
Gegenwart.  (Sammlung  von  Kompendien  für  das  Studium 
und  die  Praxis.  I.  Serie  2.)  Münster,  H.  Schöningh.  1889. 
VIII,  436  S.  8. 

Das  erste  der  beiden  hier  zn  besprechenden  Werke 
hat  bereits  verschiedene  treffliche  Besprechungen  er- 
fahren, von  denen  mir  die  kurze  Besprechung  in  der 
Rom.  XVIII,  350  über  I,  1,  dann  in  Behrens'  Zeitschrift 
von  Freymond  und  Mahrenholtz  89—93,  im  Archiv 
LXXXV,  342  von  Bahlsen,  vor  Allem  die  mustergUtige 
Anzeige  von  Stimming  in  Zs.  f.  d.  Philol.  XXIII, 
122 — 126  vorliegen,  denen  ich  mich  ohne  Weiteres  an- 
schliesse.  Weniger  beachtet  scheint  Junkers  Buch  zu 
sein,  von  dem  mir  nur  Koschwitz'  Anzeige  in  D.  Litz. 
1889,  N.  49  bekannt  ist. 

Kressners  Bearbeitung  des  alten  Kreyssig  musste 
selbstverständlich  Alles  einreissen  und  neu  aufbauen. 
Dass  letzteres  im  Grossen  und  Ganzen  dem  Verf.  ge- 
liuigen,  wird  nicht  allseitig  zugegeben  werden;  schon 
die  ganze  Anlage,  die  Hineinschachtelung  der  proven- 
zalischen  Literatur,  die  luibedingt  aus  Ende,  als  beson- 
derer Anhang  gehörte,  oder  noch  besser  als  Vorkapitel 
an  den  Anfang  —  die  verschiedenartigen  Beziehungen 
der  beiden  Literaturen  mussten  mit  Hinweisen  abgethan 
werden  — ,  die  ungleiche  Berücksichtigimg  und  wieder- 
holtes Uebergehen  von  einzelnen  besonders  wichtigen 
Texten,  und  manch  Anderes  sind  oft  genug  hervorgehoben 
worden.  Aber  ich  glaube,  dass  den  Verf.  ein  Punkt 
entschuldigt,  und  das  ist  das  Vermächtniss  von  Kreyssig, 
von  dem  sich  der  Bearbeiter  des  2.  Bandes  viel  geschickter 
befreit  hat,  dass  das  Buch  nämlich  ausserdem  dass  es 
ein  Fachbuch  sein  soll,  auch  noch  zugleich  als  eine  Art 
Chrestomathie  fungirendes  Buch  für  das  grosse  Publikum 
dienen   soll.     Diesen   zweiten  Theil  seiner  Aufgabe  hat 


163 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  5. 


164 


der  Verf.  dorli  ziemlich  gut  erreicht:  beide  zusammen  ' 
zu  errciclifi).  hätte  ein  Drittel  mehr  Raum  und  eine  ganz 
andere  Vorbereitunisr  verlangt,  nanüjch  eigenes  Quellen- 
studium, wahrend  jetzt  sowohl  Text  als  Anmerkungen 
zeigen,  dass  der  Verf.,  abgesehen  von  der  Behandlung  i 
von  Hauptwerken,  nur  ans  zweiter  Hand  ai-beitet.  Daher 
denn  so  manche  Notiz,  wu  der  Verf.  beim  Benutzen 
seiner  Vorgänger  etwa  meiir  hineinlegt  als  gemeint  war, 
und  man  so  Sachen,  freilicii  meist  kleinere  Einzelheiten, 
findet,  die  den  Fachmann  in  Staunen  versetzen. 

Dem  Sarrazinschen  Band  kann  ich  niu-  meine  volle 
Anerkennung  aussprechen. 

Was  .lunkei-s  Buch  anlangt,  so  füllt  es  seiner  An- 
lage nach  eine  der  empfindlichsten  Lücken  tar  die 
practischen  Zwecke  unserer  Studenten  aus  und  kann  den- 
selben, für  die  ältere  Zeit  wenigstens,  auch  so  lange  | 
empfohlen  werden,  bis  endlich  die  Gröbersche  Literatur- 
geschichte erschienen  sein  wird.  Zwar  was  den  Text 
anlangt,  so  kann  der  Student  keinen  besseren  Leitfaden 
finden,  als  das  Gastun-Parissche  Jlanuel;  allein  dessen 
Anmerkungen  sind  für  .Temand,  der  nicht  eine  vollstän- 
dige Fachbibliüthek  in  seinem  Zimmer  um  sich  herum 
stehen  hat,  vollständig  unbrauchbar. 

Dass  aber  Junker  in  seiner  Anlage  und  in  seinem 
Text  über  Kressner  steht,  hängt  ausser  von  dem  ver- 
schiedenen Standpunkt,  den  .Junker  von  vorhinein  hatte, 
da  er  nui-  ein  Kompendium,  ohne  die  doppelten  Fesseln 
Kressners,  zu  schreiben  iiatte,  in  erster  Linie  davon  ab, 
dass  gerade  im  richtigen  Augenblick  Paris'  Manuel  er- 
schien, so  dass  er  diesem  nur  zu  folgen,  die  Literatur- 
angaben aber  nur  demselben  Slanuel  auf  Grund  der  eigen- 
artigen Mechanik  der  Anlage  dieser  Anmerkungen  (s. 
darüber  meine  Bemerkungen  im  Ltbl.  1890,  Sp.  264  f) 
auf  einer  grossen  Bibliothek  zu  sammeln  und  kritisch 
zu  sichten  hatte.  Dabei  musste  er  sieh  entscheiden,  ob 
er  nur  die  literarhistorischen  Arbeiten  anführen  und  die 
rein  pliilologischen  ausschliessen  sollte,  oder  ob  er  Beides 
seinen  Lesern  bieten  sollte.  Dieser  für  unsere  Studenten, 
die  doch  alle  das  Parissehe  Manuel  haben  müssen,  wich- 
tigste Theil  ist  recht  mittelraässig  erledigt  und  zeigt  an 
vielen  Stellen,  dass  der  Verf.  oft  nur  die  Titel,  nicht 
aber  den  Inhalt  der  einzelnen  Publikationen  kennt.  Einige 
Beispiele  hiefür  mit  wenigen  anderen  Bemerkungen  sollen 
hier  noch  zum  Sclüuss  stehen. 

§  8.  ,,Das  Reichenaner  Glossar  .  . .  enthält  224 
Wörter,  von  denen  die  ersten  113  eine  Präparation  zur 
Vulgata  bilden".  Meine  Ausgabe  derselben,  die  der 
Verf  in  der  .\nmerkung  citirt,  gibt  11  HS  Glossen,  davon 
819  als  „Präparation  zur  Vulgata "*  und  S.  IV  und  S.  1 
bemerke  ich  noch,  dass  meine  Sammlung  nur  einen  Theil 
der  ganzen  Handschrift  gibt  (etwa  vier  Fünftel).  Bei 
§  10  und  §  11  fehlt,  was  besonders  fiii-  §  11  schwer 
ist,  unter  den  Quellen  das  „Altfr.  Uebungsbuch"'.  S.  28. 
„Die  Zeit  der  Abfassung  des  Gedichts  aber  ist  uns  be- 
kannt" —  hätte  gesagt  werden  müssen,  welche  Eedaction 
er  meint.  S.  29  ist  der  Inhalt  von  X*  schlecht  ange- 
geben; denn  in  V*  ist  eine  grosse,  den  jüngeren  Reim- 
rcdactionen  und  dem  Roland  überhaupt  ganz  fremde 
Interpolation  eines  fremden  StoflFes.  S.  30  fehlt  die 
wichtige  Dissertation  Fassbenders  über  den  Stannnbaum 
der  Rolandhandschiiften  (1887).  S.  54  (Alberich  der 
Burgiinde).  ,. Ausgabe  von  P.  Tarbe".  Also  155  kleine 
Octavseiten  sollen  ein  Gedicht  von  ca.  27  000  Zehn- 
silbnern  enthalten!  S.  58.  „Ausgaben  (vom  afr.  Amlkus 
und  Amelius)  von  K.  Hofmann  ...  —  E.  Kölbiug  1884)". 


Dem  ist  nicht  so:  Ktdhings  Text  ist  eine  Fassung  in 
gereimten  Achtsilbnern,  die  dunh  die  .Sprache  der  ältesten 
Handschrift  sehr  wichtig  sind  (sie  ist  S.  56,  2  unten,  wo 
sie  stehen  sollte,  nicht  erwähnt),  die  von  dem  Zehn- 
silbnertexte ganz  verschieden  ist.  S.  59.  (Gormont)  ist 
sehr  schwach  behandelt,  seine  Wichtigkeit  imd  Wesen 
nicht  erkannt.  S.  67.  Dass  die  Pariser  Hs.  der  Bern- 
hardpredigten „aus  der  zweiten  Hälfte  des  13.  .Ih.'s" 
überliefert  sei,  ist  falsch  —  allerhöchstens  Anfang  desselben 
.Jahrhunderts.  §  53  (Brandan)  ist  sehr  mangelhaft  be- 
handelt. §  58  (Wace)  enthält  viel  Problematisches  im 
Text.  Die  Erklärung  von  clerc  lisant  ist  sehr  merk- 
wüi-dig:  s.  j.  Beaudous  1508.  Die  Anm.  1  und  2  S.  72 
sind  nicht  nur  sehr  schwach,  sondern  enthalten  ganz 
falsche  Angaben.  Der  Name  Roman  de  Ron  (warum 
stets  die  neu  französischen  Titel  in  einem  deutschen 
Buchy!)  ist  falsch.  §  59,  1  fehlt  die  Angabe  der  uns 
wohlbekannten  Quellen  Beneits.  §  60.  61  (Allgemeines 
über  das  höfische  Knnstepos)  ist  recht  schwach  und  ent- 
hält auch  sicher  Falsches.  §  62.  Die  Literatur  zum 
Tristan  ist  ganz  mangelhaft.  §  63.  Ich  kann  mir 
Kristian  von  Troyes  als  „fahrenden  Sänger"  nicht  vor- 
stellen. „Der  Dialekt  desselben  ist  der  centralfran- 
zösische."  Ich  habe  nachgewiesen  (und  Niemand  hat 
widersprochen),  dass  es  die  Mundart  der  westlichen 
Champagne  ist.  —  Die  „sechs"  lyrischen  Gedichte  des- 
selben existiren  nicht.  §  65  (Perceval)  ist  recht  schwach: 
nicht  einmal  Kyot  ist  erwähnt.  Wenn  man  alle  Para- 
graphen .Junkers  über  den  Graal  zusammennimmt,  so 
hat  man  nicht  nur  ein  falsches,  sondern  ganz  lücken- 
haftes Bild  des  wichtigen  Sagenstoffes.  §  66  (.Alexander) 
kein  Wort  über  die  Arsenal-  und  Venedig-Fassung  I 
§  73  (Partenopier)  enthält  einige  irrige  Angaben  in 
der  Inhaltsangabe,  nennt  den  Herausgeber  des  altfr. 
Textes  Crapelet  (nämlich  den  Verleger)  statt  Robert, 
ferner,  wie  alle  antiquarischen  Büchercataloge,  Massmann 
als  Herausgeber  des  „altfr.  Gedichts"  und  hat  die  Saga 
vergessen.  S.  96.  „Unter  Lais  versteht  man  kurze 
versificirte  Erzählungen  der  Sagenwelt  (bes.  der  Artns- 
sage)"  —  ich  kenne  kein  einziges  davon.  —  Der  schwächste 
Paragraph  ist  wohl  der  §  83  über  den  altfr.  Reinecke, 
sowohl  was  Text  als  was  Bibliographie  anlangt.  Ich 
muss  aufliören,  bemerke  auch,  dass  mein  Urtheil  über 
die  neuere  und  neue  Zeit  ein  ganz  anderes  ist,  da  hier 
der  Verf.  durchschnittlich  Gutes  liefert  und  zeigt,  dass 
er  hier  wenigstens  zu  Hause  ist.  was  man  für  die  ältere 
Zeit  nicht  bestimmt  behauiiten  kann.  B^roilich  gab  es 
da  eine  grosse  Reihe  vortrefflicher  Vorarbeiten,  wie  denn 
mir  wenigstens  die  Bornhaksche  Literaturgeschichte 
(Berlin  1886)  sehr  wohl  gefallt. 

Vielleicht  findet  sich  Jemand,  der  meinen  Sp.  264  ff. 
des  vorigen  Jahrgangs  dieses  Blattes  ausführlich  dar- 
gelegten Plan  einer  gänzlichen  Umarbeitung  der  biblio- 
graphischen Angaben  des  Parissehen  Jlanuel,  da  eine 
solche  von  ihm  selbst  kaum  zu  erwarten  ist,  in  der 
Weise  übernimmt,  dass  er  sie  einer  deutschen  Ueber- 
setzung  des  G.  Parisscheu  Textes  beifügt. 

Bonn.  W.  Foerster. 


La  clef  d'AmorS.  Texte  critii]uo,  avec  introiluction,  appcn- 
(lice  et  glossaire  par  Auguste  Doutrepont.  (Biblio- 
theca  Normannica  hrsg.  von  Herrn.  Suchicr  V.  Band.) 
Halle,  Max  Niemejer.  1890.  XLVIII,  199  S.,  1  S.  Nach- 
träge. 8. 

Diese    saubere,    in    allen    ihren    Theilen    sorgfältig 

ausgeführte    Neuausgabe    eines    sprachlich    und    kultiu-- 


165 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romnnisctie  Philologie.     Nr.  f). 


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liistiirisch  interessanten  Denkmals,  das  Inslicr  nur  in  dem 
li|ilnni;Uisclieii  .Abdruck  einer  oft  verderbten  Handsehrift 
(durcli  E.  Tross  I'.  1866)  vorgelegen,  wird  den  Faeli- 
Icutrn  Wdlil  \villk(ininien  sein,  vvelelic  dadurch  einen 
tüelitigen  Schüler  Paris'  und  Suchiers  zum  ersten  Male 
kennen  leinen.  Inhaltlich  war  das  Gedicht  ausserdem 
bekannt  durch  die  kurze  Inhaltsangabe  von  G.  Paris  in 
Hist.  Litt.  XXIX,  iS.  461  f.  In  der  voidiegenden  Aus- 
gabe tidgt  auf  das  erste  Hauptstiick.  die  Vergleichung 
mit  der  lat.  Quelle,  der  Ars  aniatoria  Ovids  S.  XI — 
XXX  die  Angabe  der  Handschriften  (Paris,  Laurentianus 
und  Truss  und  eine  vierte  durch  alte  Drucke  wieder 
herzustellende  Hs.)  sowie  deren  Abhängigkeit,  hierauf 
die  Untersuchung  der  Sprache  des  Dichters  (norm.  Mund- 
art mit  einer  Reihe  stark  ausgeprägter  Züge,  die  eine 
niiliere  Bestinnnung  zulassen  —  S.  XLIII,  .A.nni.  3  lautet 
..Rom.  P\irscliung.,  Rum.  X",  was  wohl  kaum  .leniand 
sofort  naclischlagen  kann),  worauf  die  Einleitung  mit 
den  drei  Buchstabenräthselu  schliesst,  die  der  Verfasser 
für  seinen  und  seiner  Geliebten  Naraeu  und  Zunamen 
und  die  .Tahreszahl '  der  Abfassung  den  Lesern  auferlegt. 
Eine  Lösung  ist  nicht  gelungen;  die  von  G.  Paris  für 
die  .Tahreszahl  vorgeschlagene  (1280)  setzt  den  Text, 
der  schon  dem  XIV.  .Jahrhundert  angehören  muss,  zu 
früh  an.  Beim  Lesen  des  Textes  habe  ich  keinen  An- 
stoss  gefunden,  ebenso  wenig  in  dem  ausführlichen  AVörter- 
bucli  etwas  auszusetzen  gefunden. 

Bonn.  W.  Foerster. 


Araujo,  Fernando,  Gramätica  razonada  historico- 
critica  de  la  lensiia  francesa.  Obra  ileolarada  de  te.xto 
cn  varics  Estableciniientos  de  ensenanza.  Segunda  edioiön 
coniplftamente  refumiida.  Tomo  I  — 11.  Toleilo,  Madrid. 
1891.   XII,  238   u.  :^20  S.   S. 

Es  ist  mir  ein  ^'el■gnügen,  die  Aufmerksamkeit  der 
Fachgenosseu  auf  diese  neue  Ausgabe  der  französisch eu 
(Grammatik  von  Araujo  zu  lenken.  Romanische  Philo- 
logie wird  bekanntlich  sehr  wenig  im  schönen  Lande 
der  Toreros  getrieben ;  um  so  erfreulicher  ist  es  zu 
sehen,  wie  eifrig  und  gründlich  der  liebenswürdige  Tole- 
dauer  Professor  sieh  bemüht,  seine  Landsleute  mit  den 
Methoden  und  Resultaten  der  neueren  Forschungen  be- 
kannt zu  machen.  In  seiner  französischen  Grammatik 
wird  sowohl  das  Latein  als  das  Altfranzös.  und  die 
übrigen  romanischen  .Sprachen  berücksichtigt,  und  das 
Buch  niuss  selbstverständlich  den  spanischen  Lehrei'n 
sehr  willkommen  sein.  Was  man  übrigens  bei  Araujo 
besonders  loben  muss,  ist  seine  Vollständigkeit;  ich  habe 
öfters  seine  Angaben  vollständiger  als  die  von  Kosch- 
witz  (Granmi.  der  franz.  Schriftsprache)  gefunden;  weniger 
befriedigend  sind  hie  und  da  die  historischen  Erörterungen: 
p  in  loU2^  und  t.  in  aiiiie-t-il  werden  z.  B.  als  etymo- 
logische, vom  Lateinischen  ererbte  Laute  betrachtet  (I, 
78,  100);  «/«/e  ist  direct  von  amein  abgeleitet  (I,  224); 
in  pcifles-eii  ist  s  „im  resto  del  antiguo  frances"  (I,  100, 
224);  favorife  von  farori  „recobra  la  t  perdida"  (I, 
135)  etc.  etc. ;  es  wäre  aber  kleinlich,  solche  Ungenauig- 
keiten  zu  tadeln,  anstatt  sich  über  den  erstaunlich  reich- 
haltigen und  sehr  sorgfältig  geordneten  Stoff  zu  erfreuen. 
Dem  Verfasser  gebührt  der  Dank  aller  Romanisten 
nicht  allein  für  seine  franz.  Grammatik,  die  ohne  Zweifel 
das  Interesse  für  die  romanische  Philologie  in  Spanien 
verbreiten  wird,  sondern  auch  für  seine  Becherdies  siir 


la  phonetique  espaj/iiole  (in  „Phonetische  Studien"),  die 

so  viele  inteiessanti'  und  lehrreiche  Bemerkungen  enthalten. 

Kopenhagen.  Kr.  Nyrop. 

Crescini,    Vincenzo,     Per   la   qaestione   delle   corti 

d'amore.  Padova  1891.  33  S.  (Atti  o  Memorie,  VI,  disp.  IV") 
In  einem  kuizen,  zusammengedrängten,  aber  selir 
reichhaltigen  Artikel  hat  Crescini  die  Frage  von  den 
Minuehöfen  zum  Gegenstand  einer  Untersuchung  gemacht. 
Cr.  bestimmt  erst  den  jetzigen  Stand  des  Streites:  La 
coiifesa  e  futfa  ititorno  alcHiä  litoglii  del  tratfato  di 
Andren  cappelluiio.  Sind  diese  Stellen  ein  Beweis, 
dass  in  Frankreich  zur  Zeit  des  Kulminirens  der  rittei- 
lichen  Galanterie  die  Sitte  bestand,  Streitigkeiten  zwischen 
Liebenden  nöthigenfalls  dem  Urtheil  eines  Dritten  zu 
unterwerfen,  oder  ist  Alles,  was  Andreas  von  den 
Jiidiciis  amoris  aufgezeichnet  hat,  nui'  erdichtete  Probleme 
zur  Uebung  des  Scharfsinnes  der  Damen?  (S.  6).  Wenn 
man  sich  auch  der  ersten  Ansicht  anschliesst,  ist  man 
doch  deshalb  nicht  alsbald  ein  .Anhänger  der  Theorien 
Raynouards  von  den  permanenten  weiblichen  (ierichten. 
Cr.  ist  der  ersten  Ansicht.  Er  zeigt  erstens,  wie  im 
Buche  des  Andreas  die  Entscheidung  von  Liebesfragen 
liameu  anheim  gestellt  wird,  am  öftesten  einer  einzelnen 
als  Schiedsrichteriu,  zuweilen,  und  wie  es  scheint  ohne 
sonstigen  Unterschied,  auch  mehreren.  Ausser  den  Ur- 
theilen  müssen  aber  besonders  die  Stellen  in  Betracht 
kommen,  wo  Andreas  Vorschriften  gibt  für  das  Auftreten 
vor  die  richtende  Dame,  wie  die  Namen  der  streitenden 
Parteien  heimlich  gehalten  weiden  müssen,  wie  sie,  statt 
selbst  sich  einzntinden,  einen  .Andern  an  ihrer  Stelle 
schicken  sollen.  W^enn  auch  die  einzelnen  Fälle,  die 
Andreas  in  den  jnd.  am.  bespriidit,  nicht  unbedingt  für 
Schilderungen  aus  der  Wirklichkeit  gelten  können,  zeigt 
doch  deutlich  der  ganze  Ton,  dass  er  nicht  Alles  aus 
sich  selbst  genommen  hat.  Diese  Damen  liabeu  denn 
wirklich  geurtheilt  (S.  22 — 23).  Was  war  aber  der 
Gegenstand  dieser  Urtheile?  Sopra  coHtnisti  imuf/i- 
nart  e  teorici  ....  ovcero  su  contrasti  reali?  Anche 
SU  contrasti  reali  (S.  23).  Diese  Ueberzeugung  gewinnt 
der  Verf.  diu-cli  die  Betrachtung  der  Stellen,  welche  die 
Vorschriften  enthalten  für  das  Auftreten  vor  richtende 
Damen.  Wenn  es  hier  sich  nur  um  Gesellschaftsspiele 
handelte,  warum  dann  diese  Vorschriften?  (S.  24;  man 
vergleiche  hiermit  auch  S.  168  meines  Buches:  Middel- 
alderens  Elskovshoft'er,  und  einen  Artikel  von  mir  in  der 
Revue  des  Langues  Rom.,  jan. — mars  1890  S'.  183).  Dass 
der  Capellan  seinen  Damen  etwas  angedichtet  habe,  ist 
um  so  weniger  .glaublich,  da  er,  iiacii  den  sehr  umfang- 
reichen und  scharfsinnigen  Untersuchungen  Pio  Eajnas 
(Studi  di  Fil.  Rom.  V,  225  ff.),  wirklich  ihr  Zeitgenosse 
gewesen  zu  sein  scheint'. 

Um  zu  wissen,  was  wir  berechtigt  sind  in  diesen 
Urtheilen  zu  sehen,  sucht  der  Verf.  Parallelen  in  der 
Literatur  jener    Zeiten:    Mo    al    di  fuuri   dalle   testi- 


'  S.  XLVII  1.  ^(inlcs  (l'idie  clef. 


'  Auch  ein  anderer  Umstand  ist  von  denen  nicht  hin- 
länglich berücksichtigt  worden,  die  den  Andreas  gänzlich  als 
Zeuge  verwerfen.  Der  erste  Theil  seines  Buches  ist  in  zwei 
Büchlein  getheilt,  von  denen  das  erste  die  erdichteten  Ge- 
spräche von  der  Erwerbung  der  Liebe  enthält,  welclie  Andreas 
selbst  als  Dichtung  bezeichnet ;  das  andere  dagegen,  welches 
Regeln  für  die  Erhrdtung  der  gewonnenen  Liebe  gibt,  enthält 
gar  keine  Gespräche,  sondern  nur  die  einfache  Entwickelung 
der  Theorien  oder  Erfahrungen  des  Capellans,  und  hier  sind  die 
Jml.  amoris  eingeschaltet,  um  den  Aussprüchen  des  Verfassers 
grössere  Wucht  zu  verleihen.  Das  abenteuerliche  Gepräge  des 
ersten  Buches    erstreckt   sich    demnach  nicht  auf  das  zweite. 


167 


1891.     LiterahirblHtt  fOr  ^ermanigohe  und  romanisohe  Philologie.    Nr.  5 


168 


Hioiiiaiue  di  Amhea,  <•/  soccorrono  nitri  eseinpi  tli 
cnldli  (irhitrati  xh  rcri  cdidrustl  fni  ammifi?  II 
Trojel  s'i'  rerciilo  d'dtturno  /ler  Iroeur  di  che  appnn- 
tt'Hare  le  rouclnaioui  trotte  dtil  liliro  dcl  cajipelhitto; 
III'  piiö  fjinrniii  rlie  oi/iii  siio  s/unu  sin  toriinto  niiitilc, 
roiiw  fliiiiii  il  Paris  (S.  24). 

("ri'scini  zeigt  jetzt,  was  ;iuc-li  idi  in  meinem  oben- 
fffiiannten  lUiclie  eiwiilnit  habe,  dass  Alles,  was  den 
ritiioilen  bei  dem  ("apellan  ein  i-itrenes  Gepräge  ver- 
leilit.  sieli  in  den  voll  mir  ang:etuhiten  Beweisstellen 
wiedciHndet :  das  Gelieimniss.  der  Vertraute  als  .Stell- 
vertreter der  Liebenden,  die  fregenseitige  l'ebereinkunft 
einen  Scliiedsrieliter  oder  -ricbferin  zu  erwählen.  In 
dieselbe  Rielitnns'*  gelien  aneh  einige  Erzählungen  ans 
den  Hiiigrapliien  der  Ti-oubadnurs  (S.  23:  mein  Artikel 
in  dtr  Revue  des  L.  Itom.').  l>iese  Uebereinstimnnuig  ist 
es  eben,  die  zu  der  l'cberzeugung  leitet,  dass  es  in  allen 
diesen  Fallen  sieh  nm  eine  Sitte  handelt,  die  wirklieli 
best^uiden  hat.  Es  ist  melirmals  gesagt  worden,  dass 
diese  Stellen  nichts  beweisen,  w'eil  sie  Gedichte  sind. 
Sie  beweisen  nicht,  dass  die  vom  Dichter  geschilderten 
Hegebeiiheiten  wirklich  stattgefunden  haben,  allein  die 
(iebräuclie  und  Sitten,  welche  dnrch  sie  beschrieben 
werden,  können  mit  ziemlicher  Sicherheit  als  Gebräuche 
und  Sitten  des  Zeitalters  des  Hichters  gelten,  wenn  die 
Gedichte  einer  naiven  Zeit  zugehören,  zumal  wenn  die- 
selben Gebräuche  in  verschiedenen  Gedichten  und  Schil- 
derungen wiederkehren  (Diez,  Beiträge  zur  Kenntniss 
der  rnm.  l'oesie,  S.  38:  G.  l'aris,  La  litt.  fr.  an  moyen 
äge,  S.   52). 

Was  die  Ausführung  der  Urtheile  betrifi't,  meint 
Cr.  wie  ich.  dass  sie  nur  dnrch  die  Loyalität  der  Parteien 
ermöglicht  ward:  liastiiod  hi  icalfa  (S.  32).  Und  wenn 
der  Verurtheille  nicht  gehorchen  wollte,  gab  es  auch 
kein  Mittel,  das  rrtheil  zu  V(illstrecken ;  den  Ideen  der 
galanten  Welt  aber  war  Gi'iingthnung  geschehen  durch 
ilas  rrtheil:  Qiicstti  Ui  sciitcnza,  voiifoime  Ic  idee  i 
siiitiiiieiili  i  custuiiii  dcl  tciii/io;  lilivro  poi,  ueU'ofdin 
miitvriale,  il  caruliire  di  ohbedire,  o  di  teuer  feriito 
II  fare  il  piocer  siio  (S.  33). 

Es  sind  im  Ganzen  dieselben  Resultate,  die  auch 
ich  festzustellen  gesucht  habe,  .\llein  während  es  mir 
daran  gelegen  war  zu  zeigen,  dass  mehrere  Damen  zu- 
sammen W(dil  öfters  Sülclie  Fälle  benrlheilt  liaben  (S.  1  7ö), 
eine  solche  Versammlung  aber  nur  als  eine  Erweiterung 
der  Schiedsgerichte  zu  betrachten  sei  (S.  197),  hat  Cr. 
den  entgegengesetzten  Weg  eingeschlagen,  was  der 
Deutlichkeit  und  Logik  seiner  Darstellung  nur  frommen 
konnte.  Kr  gelit  von  dem  durcii  einen  urliifcr  gefällten 
l'rtheil  ans  und  zeigt,  dass,  wo  bei  dem  Andreas  mehrere 
Damen  ricliten,  doch  eine  die  eigentliche  Richterin  ist, 
dass  <ienigeniäss  die  jiid.  (niioris  als  Aussprüche  einer 
Schiedsriciiterin  zu  betrachten  sind. 

Doch  keine  Resprechung  gibt  Je  mehr  als  einen 
Schattenriss  des  besprochenen  Werkes.  Man  folge  des 
Verfassers  Deduction  in  ilirer  eigentliümliihen  Schärfe 
nnd   Klarheit  und  fühle  sich  überzeugt. 

Kopenhagen.  E.  Trojel. 


Appel,  Cai'l,  Zur  Kntwickeinng  italienischer  Dich- 
tungen Petrarcas.  AbcliiR-k  ilcs  coil.  Vio.  lat.  lilüt!  und 
Mittlii'iliinficM  aus  eleu  lliiinlsehrit'ten  Casnimt.  .\  111  31  und 
I^iiurenz.  pliit.  Xlil  n.  14.  Halle,  Miix  Nit-mcver.  1891. 
VIII.  Iflö  S.  ur.   S.     M.  B. 

Der  Haiul   ist    fiir  die  I'etrarcastudien  von  hervor- 
ragender   Wichtigkeit.     Er    enthält    zunäclist    eine    mit 


peinlichster  Genauigkeit  geführte,  mit  vielen  Erläutr- 
rungen  versehene  Wiedergabe  der  vatikanischen  Frag- 
mente, zu  denen  ji'<lesmal  die  entsprechenden  Stücke  aus 
der  Reinschrift  (cod.  vat.  3  DI."))  abgedruckt  sind.  Dann 
folgt  der  Abdruck  eines  Stückes  des  cod.  casanat.  lat. 
.\  III  31,  welcher  eine  sorglaltige  aus  dem  16.  .lahr- 
hundert  stammende  Collation  mit  den  vatikanischen  .^nto- 
graphen  enthält,  die  zu  einer  Zeit  ausgeführt  ist,  wn 
noch  mehr  Blätter  bei  einander  waren  als  Tbaldini 
kannte  oder  heute  erhalten  sind.  Der  abgedruckte  Theil 
umfasst  die  Lesarten  Petrarcas,  welche  handschriftlicb 
nur  hier  erhalten  sind  (Sonett  Aspro  cor  e  selco'pji», 
Triumphkapitel  Stniiclio  ijiä,  Nel  tiiiipo  —  111,  Da 
poi  che  morle  so  weit  es  vorhanden  und  Em  si  pieiio 
von  V.  4li  an,  w'elches  Ubaldini  noch  kannte,  ji'tzt  aber 
verloren  ist).  Endlich  fidgen  gleichfalls  von  Appel  in 
einem  cod.  laur.  (Plut.  XLI  n.  14)  entdeckte  Varianten 
zu  den  'rriuinphkapiteln,  die  er  mit  guten  (Gründen  als 
aus  Autograplien  Petrarcas  geflossen  betrachtet.  Sie 
finden  sich  zu  den  Kapiteln  Nel  tempo,  Eni  si  pieiiu, 
Püscid  che  niid  fortiina  und  Qududo  ad  uv  f/ioi/o. 
Appel  gibt  das  Kapitel  Era  si  pieiio  mit  Varianten 
vollständig,  von  den  anderen  drei  Kapiteln  nur  die 
\'ariauten.  —  .Ausser  diesm  Mittlieilnugen  aus  Hand- 
schriften entliält  der  Band  aber  nocli  manches  .\ndere. 
Beccadellis  Mittheiluiig  über  die  vatikanischen  Fragment«- 
ist  S.  2—7  neu  abgedruckt,  S.  8 — 17  werden  Daniellos 
Bemerkungen  zu  Nel  dalce  tcinpo,  zu  Qiiel  i^dijo  iin- 
pallldir  und  zu  den  Trium]dien  aus  der  .\usgabe  1.54!) 
wiedergegeben.  Es  wird  die  Fnabhängigkeit  der  casanat. 
Collation  von  Beccadelli  und  Daniello  dargethan.  Es 
folgen  Bemerkungen  über  die  Sdiicksale  der  vatika- 
nischen Fragmente,  ihr  Jetziges  Aussehen,  die  äussere 
Anordnung  der  Blätter,  die  Art  der  Niederschriften,  das 
Verhältniss  der  Fragmente  zu  der  Reinschrift,  besonders 
in  Bi'zug  auf  chronologische  l'cihenfolge  (hier  selir  in- 
teressante Bemerkungen  zu  den  Sonetten  L'aiird  screiKi, 
L'auru  geutil,  L'diira  Celeste,  Non  fiir  iiidi  Oioce, 
r  vidi  in  terra,  Aspro  cor  e  selvai/i/io)  uiul  ihre 
historische  Reihenfolge.  S.  174  ff.  sucht  Appel  festzu- 
stellen, \velche  (Gründe  Petrarca  zu  seinen  Aenderungen 
veranlasst  haben,  und  tühit  die  Ergebnisse  seiner  Unter- 
suchung an  einigen  Strophen  der  Canzone  Stinidonii  nn 
gionio  sehr  lehireich  durch.  S.  IS.")-- 187  linden  sich 
wichtige  Aeussernngen  zur  Entwickhingsgeschichte  der 
Triumphe.  Am  Schiuss  sind  die  in  den  drei  Hand- 
schriften überlieferten  Daten  chronologisch  zusannnen- 
gestellt  und  die  abgedruckten  Stücke  alpliabetisch  ver- 
zeichnet. 

.\p]]el  hat  durch  diese  vorzügliche  Leistung  die 
Petrarcastudien  ein  gut  Theil  gefördert  und  alle  Fi-eunde 
derselben  sehen  mit  Spannung  der  von  ihm  verheissenen 
Arbeit  über  die  liandsdiriftliche  Ueberlieferung  der 
Triumphe  entgegen,  w(d)ei  er  über  200  Mainiscripte  zu 
Rathe  gezogen  hat.  Der  Druck  ist  sehr  correct  (S.  IV 
tilge  Z.  II  u.  das  erste  statt,  S.  17.5  Z.  11  u.  L 
Wieilerholnwg,  S.  17()  Z.  17  o.  1.  aufmerk.vam,  S.  195 
Z.  4  u.  1.  Celeste).  Für  seine  scliwierige  nnd  kost- 
spielige Dnrchfülirnng  gebührt  auch  dem  X'crleger  unser 
bester  Dank. 

Halle.  Berthold  Wiese. 


169 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  ü. 


170 


ß  11  a  n  c  i  n  i ,  Pietro,  Giambattista  Giraldi  e  la  tragedia 
italiana  nel  secolo  XVI.     Ai|uil;i   isiio.   ISO  S.  8.  • 

I)er  Wrfassci'  bekeiinl  sicli  in  (liT  ^Villmllllf?  seines 
Buches  als  Stliüler  Alessandro  D'Anconas  und  als  solcher 
widmet  er  diesem  auch  seine  Schrift.  Um  so  auffälliger 
Miuss  es  erscheinen,  dass  er  die  AVerke  seines  verelirten 
Lehrers  nicht  kennt,  diiiii  hätte  er  sie  gelesen,  su  würde 
er  in  der  Literatur  Italiens  etwas  bewanderter  sein  und 
manclie  üng-eheuerlichkeit  wäre  ans  seinem  Buche  weg- 
greblieben.  Gleich  Kapitel  I:  La  tragedia  prima  del 
Giraldi  ei'öffnet  das  Buch  in  viel  versprechender  Weise. 
Sil  tinden  wir  S.  9,  als  die  ,,wie  Jedermann  weiss" 
ersten  TrasT'idiin  des  Mittelalters,  aufgeführt  die  „Achil- 
leis und  Ecerinis  Albertino  Mussat  os".  die  beide 
den  ersten  30  Jahren  des  14.  Jahrhunderts  angehört 
haben  sollen,  während  seit  etwa  60  Jahren  Jeder,  der 
über  italienische  Literaturgeschichte  mitreden  will,  wissen 
müsste,  dass  der  Achilles  (so  heisst  die  Tragödie)  von 
Antonio  Loschi  vertasst  ist  (damit  hätten  den  Verf. 
u.  a.  auch  seines  Lehrers  Origini  del  teatro  initalia, 
Firenze  1877,  Bd.  I,  S.  18  Anm.  2,  bekannt  machen 
können)  und  dem  Eude  des  14.  Jahrhunderts  angehört, 
dass  er  etwa  80  Jahre  jünger  ist  als  die  Ecerinis, 
dass  er  auch  jünger  ist  als  Manzinis  Vorarbeiten 
zu  einer  später  nicht  weitergeführten  Tragödie  über 
den  Sturz  des  Antonio  della  Scala,  so  dass  es  denn  in 
^^'ahrheit  geradezu  unglaublich  ist,  wenn  man  ihn  heut- 
zutage von  .Teniandem.  der  sich  anmasst  über  die  Tra- 
gödie vor  Giraldi  zu  schreiben,  kühn  an  die  Spitze  aller 
Tragödien  gestellt  sieht!  Gestützt  auf  den  nachgerade 
etwas  veralteten  Napoli-Signorelli  werden  dann  die 
..fälschlich  Petrarca  zugeschriebenen  Tragödien"  Medea 
und  De  Casu  Caesenae  erwähnt,  über  die  der  Verfasser 
zwar  selber  gar  nichts  weiss,  aber  doch  die  Meinung 
hegt,  dass  sie  opere  del  tiilto  infonni  gewesen  sein 
müssen,  während  in  "Wirklichkeit  die  Medea  ein  Prosa- 
roman ist,  der  sich  nirgends  Tragödie  nennt  (s.  Emiliani- 
Giudici,  Storia  del  teatro  in  Italia,  Ausgabe  Florenz 
1869  S.  200  Anm.),  und  die  Dialoge  De  Casu  Cae- 
senae längst  abgedruckt  sind,  wie  auch  D'Ancona 
a.  a.  0.  II,  154  Anm.  2  angibt.  B.  hätte  auch  bei  D'An- 
cona  a.  a.  ü.  gesehen,  was  Gori  in  der. Einleitung  zu 
seiner  Ausgabe  im  Aichivio  storico  italiano,  Nuova 
Serie  t.  VIII,  par.  2',  Firenze  1858,  S.  4  ff.  aus- 
führlich auseinander  gesetzt  hat,  dass  diese  „Tragödie" 
nicht  die  Zerstörung  Cesenas  durch  den  Cardinal  Al- 
bornoz.  sondrrn  erst  20  Jahre  später  erfolgte  Ereignisse 
behandelt.  Hätte  er  sich  ferner  die  geringe  llühe  ge- 
geben, auch  nur  die  Eegister  des  Giornale  storico  della 
letteratura  italiana  durchzusehen,  so  hätte  ihm  nicht 
entgehen  können,  dass  Novati  in  einer  allerdings  wenig 
verbreiteten  Zeitschrift  über  den  Autor  der  betreffenden 
Dialoge  De  Casu  Caesenae,  für  welche  er  zwei  weitere 
Handschiiften  beibringt,  gehandelt  hat  (s.  jetzt  des 
Referenten  Beiträge  zur  Literaturgeschichte  des  Mittel- 
alters und  der  Renaissance  I,  54  ff.).  Es  ist  ferner 
unrichtig,  wenn  S.  10  die  Tragödie  De  Captivitate 
Dueis  Jacobi  uls  sohnnente  ricordata  angegeben  wird, 
da  sie  vielmehr  vollständig  erhalten  und  ebenfalls,  freilich 
schlecht  genug,  veröffentlicht  ist  (s.   D'Ancona  a.  a.  0. 

'  Vgl.  auch  ilie  Recension  im  Giornale  storico  della 
letteraturn  italiana  XV,  440  ff.  —  P.  Bilancini  hat  in  seinen 
Primi  s  t  u  d  1  di  critica  le  1 1  e  r  a  r  i  a  ,  Aquila  ISSil,  einen 
Aufsatz  über  Giraldi.s  Kcatommiti  und  einen  über  rlessen 
Streit  mit  Pigna  veröffentlicht.  Das  Buch  ist  mir  unbekannt 
geblieben. 


TI,  155  und  Giornale  ligustiio  <ii  archeologia,  storia  e 
belle  arti  II,  137  ff.;  XI,  50  ff.,  111  ff.).  Ferner  heisst 
der  Dichter  nicht  „Lodovico  di  Vezzano",  sondern 
Laudivio  De  Xobili  aus  N'ezzano,  wie  ebenfalls  u.  a. 
bei  D'Ancona  zu  lesen  war.  Warum  Corraros  Progne, 
die  dem  Jahre  1428  oder  1429  angehört  und  somit  be- 
deutend älter  ist  als  De  Captivitate  Ducis  Jacobi 
(1465)  und  die  beiden  Dramen  des  Carlo  (und  Mar- 
cellino)  Verardi,  welch  letztere  aus  den  Jahren  1492 
und  1493  sind,  erst  hinter  diesen  Hgnrirt.  ist  ebenso 
unbegreiflich  wie  vieles  Andere. 

Bei  Jemandem,  der  ein  Kapitel  über  die  Anfönge 
des  italienischen  Theaters  schreibt,  ohne  die  bekanntesten 
darüber  erschienenen  Werke,  worunter  solche  seines  an- 
geblichen Lehrers,  gelesen  und  sich  auch  nur  eine  dei- 
in  den  letzten  .Jahren  so  zahlreichen  Abhandlungen  über 
Mnssato  angesehen  zu  haben,  wird  man  sich  vielleicht 
weniger  wundern,  dass  ihm  Gasparj's  italienische  Litera- 
turgeschichte völlig  unbekannt  ist  —  obwohl  der  I.  Band 
ihm  in  italienischer  Uebersetzung  hätte  vorliegen  können 
und  auch  der  IL  Band  ihm  ebenso  gut  im  Original  ver- 
ständlich sein  konnte,  wie  Kleins  von  ihm  so  häufig 
citirte  Geschichte  des  Dramas  — ,  jedenfalls  wird  man 
aber  von  ihm  keine  auch  nur  den  geringsten  Anfor- 
derungen entsprechende  Arbeit  erwarten  können.  Auch 
Ginguene  vermisst  man  unter  den  überaus  spärlichen 
Literaturangaben,  und  wenn  wir  zweimal  (auf  S.  104 
und  108  Anm.)  Jos.  Cooper  Walkers  Abhandlung  über 
die  italienische  Tragödie  citirt  finden,  so  lässt  schon  das 
Fehlen  der  sonst  überall  gesetzten  Seitenzahl  vermuthen, 
dass  die  betreffenden  Citate  einfach  dem  Vorworte  Anti- 
macos  zu  seiner  Ausgabe  von  Giraklis  ästhetischen 
Schriften  (Biblioteca  rara  vol.  52,  S.  XVI  und  XX) 
entnommen  sind.  Aber  schon  die  dort  (S.  XV  und  XIX  f.) 
mitgetheilten  Stellen  aus  Walker  und  Ginguene  mnssten 
B.  zeigen,  dass  seine  Scheidung  zwischen  Tragödien 
griechischer  und  senecaischer  Xachahmung  nicht  so  neu 
ist  als  er  uns  S.  118  ff',  seines  Buches  glauben  machen 
möchte.  In  der  That  ist  sie  auch  schon  bei  Ginguene, 
und  natürlich  bei  Gaspary,  zu  finden.  —  B.'s  Gewährs- 
mann fiü-  Jodelle  und  die  französische  Tragödie  ist 
A.  W.  v.  Schlegel  (XVII.  Vorlesung  über  dramatische 
Kunst  und  Literatur),  wie  man  aus  S.  64  Anm.  3  ersielit! 

Von  einem  so  schlecht  ausgerüsteten  Forscher  wird 
man  nicht  viel  erwaiten  können.  Kap.  II:  II  con- 
cetto  tragico  del  Giraldi  (S.  23 — 45)  enthält  gar 
zu  spärliche  und  ungeordnete  Xotizen  über  Giraldis  Leben 
und  Werke.  Xur  im  Vorbeigeh&n  und  ausserhalb  der 
chronologischen  Reihenfolge  werden  die  Komödie  Eu- 
demoni,  über  die  etwas  Näheres  (s.  Quadrio,  Storia  e 
ragione  d'ogni  poesia  vol.  III,  par.  2',  S.  68  f.)  zu  er- 
fahren so  sehr  wünsehenswerth  gewesen  wäre,  und  das 
„Satj'rdi-aüia"  Egle  erwähnt,  worauf  einige  Jahreszahlen 
tm-  die  Tragödien  und  eine  oberflächliche  Charakterisirung 
von  Giraldis  ästhetischen  Anschauungen  in  Bezug  auf 
die  Tragödie  folgen.  Vor  AUem  vermisst  man  auch 
einen  Vergleich  mit  Aristoteles,  Hoiaz  und  den  alten 
Tragikern  imd  eine  Ueber.sicht  über  die  historische  Ent- 
wickelung  der  daran  sich  knüpfenden  Fragen,  wie  z.  B. 
in  Bezug  auf  das  Gesetz  von  „einer  Sonnenwende  oder 
etwas  mehr"  (s.  S.  44  und  63),  das  der  Verf.  nicht 
richtig  verstellt.  Das  Gleiche  gilt  auch  von  Kap.  V 
(S.  117 — 177),  welches  die  Zeit  von  Giraldi  bis  zum 
Ende  des  XVI.  .Tahrhnnderts  behandelt,  aber  über  eine 
äusserliche,    nach    nicht    immer    genau    abzugrenzenden 


171 


1891.     Literaturblatt  für  gerraanUcho  und  romanische  Philologie.    Nr.  5. 


172 


Klassen  aresonderte  Anfzählnng  der  Tragödien  nicht 
hinauskiiiiinit.  wjilirend  die  FlntwirkelHii^  der  flieoretisclien 
Ansfliamuiyffn  und  die  !rlei(lizi'iliy;eii  Ersdieiuuntren  in 
Frankreieli  viillifr  »nberüiksielitiirt  bleiben.  Kap.  111 
(S.  49  —  97)  ffibt  den  Inlialt  der  nenn  Tragiiiiien  liiraldis 
an,  aber  meist  nicht  so,  dass  man  auch  eine  klare  Ein- 
sicht in  den  Hau  des  betreffenden  Dramas  erlangt.  Kap.  IV 
(S.  101-  li:i):  I/opera  tragica  del  (iiraldi  be- 
spriciit  tlieilweise  das  (.Tleiclie  wie  Kap.   II. 

.\n  AViederbolnnaren  und  Widersprüchen  ist  das 
Buch  reicii.  Es  gelingt  dem  Verf.  niciit,  die  Nach- 
ahmung der  Griechen  einei-seits  und  Seneeas  ander- 
seits, welch  letztere  gleichbedeutend  sein  soll  mit  der 
Naehainnung  der  Orbecche,  genau  zn  scheiden  und  zu 
defiuiren :  was  er  anfuhrt  passt  grossentheils.  wie  auch 
natürlich,  auf  die  (irieclien  sownli!  als  auf  .Seneca.  In 
der  Tliat  tiiidi-n  wir  thcilweise  dieselben  „unterschei- 
denden" Meikniale  füi-  Beide  angegeben,  denn  S.  137 
gelten  tür  die  nach  Art  der  Sophonisbe  den  Griechen 
nachgeahmten  Tragödien  als  im  .allgemeinen  charak- 
teristisch:   siretia    ossernama    ddle    Ire    iiiiita 

linii/lie  imrJate  dei  iiiimi  e  d^lle  nulrici,  .  .  .  coro  in- 
feruo,  und  S.  l.öl  stellen  als  carnftfri  (/euerali  der 
Tragödien  nach  dem  Vorbilde  Seneeas  und  der  Orbecche: 
osserraiua  diilc  tre  imitii,  coro  iutcrno,  liuighe  par- 
late  di  numi  e  di  niitrici,  trotzdem  B.  dabei  ausdrück- 
lich bemerkt,  er  übergehe  diejenigen  charakteristischen 
Merkmale,  die  beiden  .Arten  der  Nacliahnnnig  gemeinsam 
seien.  Ueberlianpt  fehlt  es  dem  Verfasser  am  richtigen 
Verständniss  tnr  das  alte  Theater  und  Seneeas  Verhält- 
niss  zu  seinen  Piastern.  Hier  noch  ein  Ciiarakteristiknm 
für  die  liederliche  .-Vi't  des  Verf.'s:  S.  35  und  04  f. 
heisst  es,  von  neun  Tragödien  Giraldis  hätten  drei  ein 
glückliches  Ende:  S.  43  wird  das  (ileiche  als  von  Giraldi 
selber  gesagt  hingestellt,  während  Giraldi  doch  an  der 
betreffenden  Stelle  seines  Discorso  ausdrücklich  als 
Tragödien  mit  glücklichem  Ausgang  nennt:  l'Altile,  lu 
Sehne,  gü  Antiva/o>iie»i  c  le  ultre;  S.  107  endlich 
sind  aus  den  drei  Tragödien  molte  tragedle  mit  glück- 
lichem Ausgang  geworden.  In  der  Tliat  waren  es 
sechs,  d.  h.  alle  ausser  Orbecche  und  den  beiden 
historischen,  beziehnngsweise  niytliologisclien,  Traner- 
si)ielen  Oidone  und  Cleopatra.  Zum  Schlüsse  sei 
noch  hervorgehoben,  dass  auch  der  Druck  des  Buches 
ein  luiglaublich  nacliLtssiger  ist. 

Göttingen.  W.  C'loetta. 

Ze  i  tsch  rift  en. 

Modern  Langnage  Notes  VI,  4:  K.N.Scott,  Boccnccio's 
,De  Gciicnlogia  Ucoruni'"  nnii  Sidncy's  „Apologia".  —  A.  F. 
(.' Ii  a  ni  b  er  1  a  1 11 ,  Folk-Ktyniology  in  C'anadian  Krench.  — 
Ch.  Fl.  McCIumpha,  Chaucor's  ,Trutli''  in  ^Tottel's  Mis- 
cellany".  —  F.  C.  De  S  u  ni  ich  ras  t ,  The  Charpentier 
Sorics  of  Frcncli  Fiction.  —  0.  H  c  in  p  I ,  Janssen's  Index 
to  Kluffc's  Uictionary.  —  A.  Gudoman,  A  classical  rcmi- 
nisccnco  in  Sliakospearc.  —  B.  J.  W  li  o  e  I  c  r  ,  Lloyd,  Rc- 
»i'archi's  into  the  Naturc  of  Vowel-Sound.  —  T.  VV.  Hunt, 
Jolin  F.arle,  Enrly  Proso  :  it.i  Clements,  history  and  usage. 
—  F.  E.  S  c  h  i  11  in  g,  Jusserand,  Tlio  Engli-sb  Novid  in  tlie 
Timo  of  Shakespeare.  —  H.  A.  Kennert,  Cervantes,  Tlio 
littlc  Oipsy.  —  H.  0.  0.  Brandt,  Victor,  Uic  Aussprache 
des  Sehriftdeutschcn.  —  0.  A.  Hencli,  Fischer,  Goethes 
Tasso.  -  K.  S.  Lewis,  Sclnvnn-Prinfjshoini,  Der  franz. 
Accent.  —  J.  S<^liipper,  Hnglinli  Mitrcs.  —  A.  II.  Tol- 
man.  The  Dactylio  Hexameter  in  Kn^lish  Prose.  —  J.  B. 
H  0  n  n  e  ni  a  n  ,   „Simple,  Sensuous,  and   l'assionate". 

Nenpbilol.  Centralblatt  V,  8:  BierhHum,  Der  Anfangs- 
unterricht im  Franzüs.  nach  der  anulyt.-dir.  Methode.  — 
Pfleiderer,  Aug.  Schelor  f- 


Zs.  f.  vergl.  Literaturgeschichte  a.  Renaissancelitera- 

tnr  X.  K.  IV,  :i:  Karl  Lnndmann,  Das  s;oldone  Vliess 
und  der  Iliii;;  der  Nibelungen.  (Zur  Grillparzert'eier  am 
l.'>.   Januar   ISiM.)  Georg  Iluth,    Die    Kelsen    der    drei 

Söhne  iles  Königs  von  Seremlippo.  Ein  Beitrag  zur  vcrgl. 
.Märclienkunde.  —  Karl  Hart  fei  der,  Friedricli  der  Weise 
von  Sacdisen  und  Desiderius  Erasruus  von  Rotter<lam.  III 
(Schluss).  —  Ludw.  Geiger,  Zur  Biographie  des  Pom- 
ponius  Laetus.  —  Ders. ,  Ungeilruektes  von  und  über 
Keuchlin.  —  Johannes  Bolte,  Nochmals  Lollius  und  Tlieo- 
dericus.  —  Hugo  Holstein,  Zur  Biographie  Jakob  Wiinpfe- 
lings.  —  Marcus  Landau,  Th.  Thiomann,  Deutsche  Kultur 
und  Literatur  <les  IS.  Jh. 's  im  Lichte  der  zeitgenössischen 
ital.  Kritik.  —  Veit  Valentin,  Alfred  Biese,  Das  Asso- 
ciationsprinzip  und  der  .\.nthiopomorpliisnius  in  iler  Aesthe- 
lik.  —  Georg  Herin.  Moeller,  Heinrich  Junker,  Grund- 
riss  der  Geschichte  ilcr  franz.  Literatur  von  ihren  Anfängen 
bis  zur  Gegenwart.  —  Arnold  Schröer,  Erlanger  Beiträge 
zur  engl.  Philologie :  Willy  Haeckel,  Das  Sprichwort  bei 
Chnueer;  Julius  Riegel,  Die  Quellen  von  William  .Morris" 
Dichtung  The  Paradise.  —  Otto  Francke,  Marlowes 
Werke,  historisch-kritische  Ausgabe  von  H.  Brcymann  und 
Albert   Wagner;    Doctor  Faustus,   hrsg.    von   H.   Breyinann. 

Bayerns  Mundarten.  Beiträge  zur  deutschen  Sprach-  und 
Volkskunde,  liisg.  von  Ol  Brenner  u.  A.  Hartmann.  Bd.  I, 
1:  O  Brenner,  Zur  Einführung.  —  C.  Frauke,  Ueber 
den  wissenschaftlichen  Wcrtli  der  Dialektforschung;  Ost- 
fränkisch  und  Obersäohsisch.  —  A.  Jacob,  Aus  .Mittel- 
sidiwaben.  —  .M.  Ili  m  m  c  I  s  t  oss,  Aus  dem  bairischen 
Wald.  —  N.  Gradl,  Die  Mundarten  Westböhmens.  — 
jVug.  II II  Id  er,  Ueber  Johann  August  Fischer.  —  Aug. 
Hart  mann.  Ein  sprachlich  interessantes  Lied;  Aelterc 
Nachrichten  über  Dialekte.  —  O.  Steine  1,  Die  Bejahung 
im  Sechsämter-Dialekt.  —  O.  Brenner,  AltbairischeSpracb- 
proben.  I.  Der  Prinz  von  Arkadien  (1701).  —  Bücherschau. 

—  Kleinere   Mittheilungen. 

Zs.  f.  den  deutschen  rnterricht  V,  3:  Carl  Müller,  Die 
Verwertluing  der  Hedensarten  im  Unterricht.  II.  —  Alfred 
Biese,  Das  Nuturschöne  im  Spiegel  der  Poesie  als  Gegen- 
stand des  deutschen  Unterrichts.  —  l'erd.  Schultz,  Was 
verstehen  wir  unter  .Nation".  Eine  .\ufsatzbesprechung  in 
der  Prima.  —  Rudolf  II  i  1  d  e  b  ra  n  d  ,  Wie  die  Sprache  altes 
Leben  fortführt.  V.  —  R.  Sprenger,  Zum  l'rinzen  von 
Homburg  IIL  1  (<»02).  —  A.  Edel,  Zu  Pfeffels  Tabaks- 
pfeife. —  August  Teuber,  «Napoleon,  ilu  Schustorgeselle". 

—  A.  Puls,  Noch  einmal  zu  Pfeffels  , Tabakspfeife"   V.  2. 

—  Moritz  Knehler,   Zu    .Napoleon,  <lu  Schustergeselle". 

—  Karl  Reissen  berger,  Adolf  Lichtenheld,  König 
Ottokars  Glück  und  Ende,  von  Grillparzer.  —  E.  Ilnrich, 
Müller-Krauenstein,  Handbuch  für  den  deutschen  Unterricht 
in  den  oberen  Klassen  liöliorer  Lehranstalten.  II.  Theil.  — 
Otto  Lyon.  Eilward  Sclirödcr,  Jacob  Schöpper  von  Dort- 
mund und  seine  deutsche  Synonymik.  —  Ders.,  Gotthold 
Bütticlicr  u.  Karl  Kinzel,  Denkmäler  der  älteren  deutsehen 
Literatur.  II,  I.  Wnlther  von  der  Vogelwcide  und  des 
Minnesangs  Frühling.  —  Ders.,  Herman  Riegel,  Zeitschrift 
lies  allgemeinen  ileutsclien  Sprachvereins:  Wissenschaftliche 
Beihefte    zur  Zs.  des  allg.  deutschen  Spraclivcreins.    Nr.  L 

Tijdscbrift  vonr  nederlandscbe  taal-  en  letterkunde 
X,  1:  J.  Verdam,  Dietsehe  Vei scheidenhedon.  Rein.  II, 
hVA'S  vig.  e.  c. :  Scootinken:  Capitulacr;  Sinakcn ;  *Opdccken. 

—  J.  W.  M  u  1 1  e  r  ,  Glimp  —  Glimpen.  —  Paul  Fr  ed  ericq, 
De  Inquisiteur  Sonnius  over  de  Rederijkers  (1551).  —  Willem 
de  Vreese,  Nederlandscbe  drukken  vnn  den  Sidrac.  — 
.1.  A.  W  orp,  Joan  van  Bruekhuizcn.  —  X,  2:  J.  .\.  W  orp, 
Joan  vnn  Broekluiizen  (Kcrts.).  —  H.  Kern,  Wak,  Loenie. 

—  Ders.,  M<dver.  —  J.  W.  Mulle  r.  BlndvuUing.  —  F.  A. 
Stoctt,   Men  moet  geen  slapende  hondeii  wakkcr  inakcn. 

—  Der«.,  Naschrift.  —  A.  Beets,  Eene  pbiats  der  Skei- 
reins.  —  Jobannes  Bolte,  Ein  antwerpener  Cluchtboeck 
von  l.iTt).  —  A.  Kluyver,  Juchtleer.  —  A.  Beets,  Ge- 
zwicht.  -  C.  C.  üblen  heck,  Mode,  ale.  —  J.  W.  Mul- 
ler, .\niper.  —  K.  Fruin.  Verklaring  van  eeii  plaats  in 
de  riiiiikroniek  van  Jan  van  Iloelu:  vs.  "iSr)."».  —  W.  de 
Vreese,  Leven  van  Sinte  Amand.  —  J.  II.  Gnllee,  Der 
wereld   loop. 

Englische  Studien  \V,  3:  F.  F.  Oliphanf,  Tlie  works 
of  Beaumont  and  Fletcher.  (Continuation.)  -  A.  Rambeau, 
Die  Phonetik    im  Spraeluinterriclit    und    die   deutsche  Aus- 


173 


1891.    Literaturblatt  für  gormanischo  und  romanische  Philologie.     Nr.  5. 


174 


spräche.  —  H.  K  li  n  gh  ard  t.  Schwedische  Examenverliält- 
iiisse.  —  L.  Kellner  u.  E.  Külbinfj,  Lo  Murte  Darthur 
by  Sir  Thonuis  Malory.  Tili'  Original  oilition  of  William 
Caxton  now  reprinted  and  editcd  hy  11.  0.*kar  Sommer. 
I.  Te.\t.  II.  Introduotion.  London.  David  Xutt.  ISSit.  1890.  — 
M.  Kaluza.  Karl  1).  Hiilbiini;,  (.icscliiidite  der  Ablaute  der 
starken  Zeitwörter  innerhalb  des  Süilenglischen.  (QF.  fi.3.) 
Strassburj,',  Trübner.  1889.  —  Ders..  Adolf  Wackerzapp, 
Geschichte  der  Ablaute  der  starken  Zeitwörter  innerhalb 
des  Norilenglischen.  Theil  I.  Die  Ablaute  in  den  einzelnen 
Denkmälern.  Münst.  Diss.  1890.  —  D  e  rs. ,  Gustav  Schleich, 
Ueber  das  Verhältniss  der  mittelengl.  Romanze  Ywain  und 
Gawain  zu  ihrer  altfrz.  Quelle.  ( Wissenschaftl.  Beilage  zum 
Programm  des  Andreas-Realgymn.  zu  Berlin,  Ostern  1889.) 
Berlin,  R.  Gärtner.  1889.  — "  M.  Koch,  J.  Spanier,  Der 
, Papist"  Shakespeare  im  Hnmiet.  Trier,  Paulinusdruckerei. 
1890.  —  Ders.,  Thomas  Tyler,  Shakespeare's  sonnets  edited 
with  notes  and  introduction.  With  portraits  of  William 
Herbert,  earl  of  Pembroke ;  of  bis  niother  Mary,  countess 
of  Pembroke ;  and  of  JIrs.  Marv  Fitton.  London,  David 
NutI,  Strand  W.  C.  1890.  —  L.  Fränkel,  K.  Th.  Gaedertz, 
Zur  Kenntniss  der  altengl.  Bühne  nebst  andern  Beiträgen 
zur  Shakespcareliteratur.  Jlit  der  ersten  authentischen  Innern 
Ansicht  des  Schwantheaters  in  London  und  Nachbildung  von 
Lucas  Cranachs  Pyramus  und  Thisbe.  Bremen,  Müller.  1888. 
—  F.  Bobertag,  The  Compleat  English  Gentleman.  By 
Daniel  Defoe.  Edited  for  the  First  Time  from  the  Author's 
Autograph  Manuscript  in  the  British  Museum,  with  Intro- 
duction, Notes  and  Index.  By  Karl  D.  Bülbring.  London, 
Published  by  Dnniel  Nutt.  MDCCCXC.  —  A.  L.  Wayhew, 
The  Century  Dictionary.  An  Encyclupedic  Lexicon  of  the 
English  Language.  Prepared  unter  the  superintendance  of 
W.  D.  Whitney.  Vol.  I.  New-York:  The  Century  Co.  Lon- 
don: P.  Fisher-Unwin.  —  H.  Klinghardt,  W.  H.  Wid- 
gery,  The  Teaciiing  of  Languages  in  Schools.  London,  D. 
Nutt.  1888.  —  M.  Krummachcr,  Degenhardt,  Lehrgang 
der  engl.  Sprache.  50.  verb.  Aufl.  In  zeitgemässer  Neube- 
arbeitung. I.  Grundlegender  Thcil.  Dresden,  Ehlcnnann. 
1890.  —  W.Mangold,  Nader  u.  Würzner,  Elementarbuch 
der  engl.  Sprache.  Ausgabe  für  Deutschland.  Wien  und 
Leipzig.  1889.  —  W.  Swoboda,  Georg  Dubislav  u.  Paul 
Boeck,  Schulgrammatik  der  engl.  Sprache  für  Uöhere  Lehr- 
anstalten. Berlin,  Gaertner.  1891.  —  G.  Wen  dt,  Fölsing- 
Koch,  Lehrbuch  der  engl.  Sprache.  Theil  III.  Oberstufe : 
Wissenschaftl.  Grammatik  der  engl.  Sprache  besonders  für 
diu  Oberklassen  höherer  Lehranstalten  und  zur  Einführung 
in  das  Universitätsstudium.  Nach  der  17.  Aufl.  von  Prof. 
Fölsings  , Lehrbuch  für  den  wissenschaftl.  Unterricht  in  der 
engl.  Spr."  neu  bearb.  von  John  Koch.  Berlin,  Goldschmidt. 
Mittheilungen  aus  dem  s:e$ammten  Gebiete  der  engL 
Sprache  n.  Literatur  8;  J.  Spanier,  Der  ,P!i])ist" 
Shakespeare  im  Hamlet.  —  W.  Victor,  Shakespeare  Re- 
prints. —  A.S.Cook,  Sir  Philip  Sidney.  —  A.  J.  C  h  u  r  c  h , 
Early  Britain.  —  H.  Hupe,  Die  genetische  Erklärung  der 
sprachl.  Ausdrucksformen  im  Englischen.  —  C.  E.  A  u  e , 
English  Syntax.  —  E.  Döhler,  An  historical  sketch  of 
English  literature.  —  W.  Dick,  Die  Gesta  Romanoruni.  — 
Stcdraan  aml  Hutchinson,  A  library  of  American 
Literature.  —  9:  F.Flügel,  A  Universal  English-German 
and  German-English  Dictionary.  —  M.  Brosch,  Geschichte 
von  England.  —  G.  Gregory  Smith,  Scottish  History  by 
contemporary  writers.  —  Dean  Colet  und  die  Gründung 
der  St.  Paulsschule.  —  The  Teaching  and  Learning  of 
foreign  Languages.  —  10:  A.  L.  Mayhew,  A  select  Glos- 
sary  of  Bible  Words.  —  Albr.  Wagner,  Shakespeare's 
Macbeth.  —  Dean  Colet  und  die  Gründung  der  St.  Pauls- 
schule. —  A.  V.  Roden,  Inwiefern  muss  der  Sprachunter- 
richt umkehren.  —  Ein  Schulmann,  Führer  durch  die 
franz.  und  engl.  Schullectüre.  —  Broder  C  ar  s  t  e  n  s,  Poets' 
Corner.  —  11:  F.  Gard  Fleay,  A  chronicie  History  of 
the  London  Stage  1559 — 1642.  —  Dean  Colet  und  die  Grün- 
dung der  St.  Paulsschule  (Schluss). 


mittellat.  Nachlass.  —  6.  Bai  st,  sp.  cnllnr;  ncechar.  — 
G.  Manheimer,  Etwas  über  die  Aerzte  im  alten  Frank- 
reich.   —    K.   Vollmöllcr,    Lalx-rinto  amoroso    (Schluss). 

Zs.  f.  franz.  Sprache  n.  Literatur  Xlll,  1.  3:  H.  Zim- 
7ner,  Beiträge  zur  Namenforscliung  in  den  altfrz.  Arthur- 
epen. —  E.  Koschwitz,  Zum  tonlosen  e  im  Neufranz.  — 
NV.  Ulrich,  Vauvenargues. 

Revue  des  patois  gallo-roraans  12  (Oct.):  Rabiet,  Patois 
de  Bourberain  (Cöte-d'Or).  —  Paul  Marchot,  Etymologies 
wallones.  —  L'Abbe  Fourgeaud,  Patois  de  Puybarraud 
(Charente).  Le  Nora  (Forts.).  —  Cli.  Roussey,  Le  Conte 
du  Renard  (Patois  de  Bournois,  Doubs).  —  E.  Edmont, 
Lexique  Saint-Polois  (Forts.).  —  A.  Devaux,  Les  con- 
tinuateurs  de  Vi  ti>nique  dans  l'Isere.  —  13:  P.  Passy, 
Patois  de  Sainte-Jamme  (Seine-et-Oise).  —  P.  Marchot. 
Les  patois  du  Luxembourg  central.  —  A.  Dion,  Patois  ile 
Lachaussee  (Meuse).  —  Rabiet,  Lettre  de  Jean  Tiercelet 
sur  le  chemin  <lc  fer  de  Chätillon  ä  Besannen.  —  E.  E  d  - 
mont,   Lexique  Saint-I'olois  (Forts.). 

Revue  de  pbilulogie  fran?aise  et  proven?ale  IV,  4: 
Ch.  Lebaigue,  L.  Cledat,  M.  Breal,  Delboulle, 
Rousselot,  A.  Thoraas,  Chabaneau,  F.  Brunot, 
Marty-Laveaux,  L.  Havet,  Crousle,  Les  consonnes 
doubles.  —  L.  Cledat,  Conclusion  de  la  consultation  sur 
les  consonnes  doubles,  et  plan  general  de  refornie  ortho- 
graphique.  —  M.  Ri  viere,  Patois  de  St.-Maurice-de-l'Exil, 
Lou  cayion  de  Plitoncourt.  —  F.  Fertiault,  Dietionnaire 
du  langage  populaire  venluno-chalonnais,  lettre  C.  — 
Differentes  valeurs  de  tout.  —  Chant  de  quete  en  patois  de 
Perigueux. 

Giornale  storico  della  letteratura  italiana  XVII,  1 : 
Coudere,  Les  poesies  d'un  florentin  ä  la  cour  de  France 
au  XVI"  siecle  (Bartolomeo  Delbene).  —  F  r  a  t  i,  Tradizioni 
storiche  del  Purgatorio  di  S.  Patrizio.  —  Pizzi,  L'Ameto 
persiano. 

L'Alighieri  II,  9.  10:  A.  Agresti,  Dante  e  i  Paterani 
(Studi  pcl  Cantü  X  dell' Inferno).  —  P.,  La  canzoue  di 
Guido  Ciivalcanti  , Donna  mi  prega"  ridotta  a  migliore 
lezione  e  comniontata  massimamcnte  con  Dante.  —  G. 
Rosalba,  Gli  ordini  angelici  nel  ,convivio''  e  nel  ,Para- 
diso".  —  G.  Franc  iosi,  II  Messo  Celeste.  —  A.  Bus- 
caino  Campo,  L' uscita  di  Dante  dalla  Selva.  —  C.  Ga- 
lanti.  II  libero  arbitrio  secondo  la  niente  del  Divino  Poeta. 
—  G.  S  p  e  r  a  ,  Poche  osservazioni  logiche  e  filologiche  su' 
primi  cinque  canti  dell' Inferno  Dantesco.  —  F.  Beck,  Un 
imitazioue  dantesca  nell'  antica  letteratura  francese.  —  G. 
L.  P  a  s  s  e  r  i  n  i ,  Di  tre  recenti  pubblicazioni  dantesche.  —  M. 
Gitter  mann,  Sordello  „diMantova"  e  Cunizza  da  Romano. 


Romanische  Forschungen  VI,  3:  F.  W.  E.  Roth,  Mit- 
theilungen aus  lat.  Hss.  zu  Darmstadt,  Mainz,  Coblenz  und 
Frankfurt  a.  M.  —  Ders.,  Der  Buchdrucker  und  Verleger 
Job.  Schoeffer  zu  Mainz  1503 — 1531  als  Verleger  lat. 
Klassiker  und  Scliulbücher.  —  Ders.,  Beiträge  zur  Ge- 
schichte und  Literatur  des  Mittelalters,  bes.  der  Rheinlande. 
M.  Manitius,  Der  Messias  des  sog.  Eupolemius.  —  Ernst 
Voigt,  Das  Florilcg  von  St.  Omer.  —  Ders.,  Karl  Bartschs 


Literar.  Centralblatt  15:  Die  Discurse  der  Mahler.  Hrsg. 
von  Vetter.  —  Gehmlich,  Chr.  Reuter.  —  Klincksieck,  Zur 
Entwicklungsgeschichte  des  Realismus  im  Roman  des  19. 
Jh. 's.  — Burkhardt,  Das  Repertoire  des  Weimarer  Theaters  etc. 

—  Baragiola,  II  canto  popolare  a  Bosco  o  Gurin.  —  16: 
Werth,  Ältfranz.  Jagdbücher.  —  Stork,  Luis'  de  Camoens 
Leben.  —  M.  Du  Camp,  Theoph.  Gautier.  — »  Jellinghaus, 
Arminius  und  Siegfried.   —   17:  Rönsch,  Colleetanea  philol. 

—  W^itthocft,  Sirventes  joglaresc.  —  Haeckel,  Das  Sprich- 
wort bei  Chaucer.  —  Deutscher  Liederhort.   Hrsg.  von  Erk. 

—  Molines,  Etudes  sur  AI.  Vinet.  —  Pfeifier,  Klingers 
Faust.  —  18:  Otto,  Altlothr.  geistl.  Lieder.  —  Schieren- 
berg,  Ariadnefaden  für  das  Labyrinth  der  Edda.  —  La  clef 
d'amors.   Texte  critique  par  Doutrepont.    —    Flügel,  Engl.- 

'  deutsches  und  deutsch-engl.  Wörterbuch.  —  Werder,  Vor- 
lesungen über  Schillers  W'allenstein.  —  Kühnemann,  Die 
Kant-Studien  Schillers  und  die  C'omposition  des  Wallenstein. 

—  19:  Eckius  dedolatus.  Hrsg.  von  Szamatolski.  —  Frey, 
Job.  Gaudenz  von  Salis-Seewis. 

Deutsche  Literaturzeit.  13;  R.  M.  Werner,  Walzel,  F. 
Schlegels  Briefe  an  seinen  Bruder  Aug.  Wilh.  —  J.  .M  i  n  o  r  , 
Blennerhassett,  Frau  von  Stael.  —  Dehio,  Wölfflin,  Sal. 
Gessner;  Heusler,  Goethe  u.  die  ital.  Kunst.  —  14:  Stein- 
meyer, The  Monsee  Fragments.  —  Brandt,  v.  Westen- 
holz, Byrons  histor.  Dramen.  —  15.  IH:  G.  Michaelis, 
Jespersen,  Articulations  of  speech  sounds  represented  by 
means  of  analphabetic  symbols.  —  E.  Schmidt,  Fischer, 
Goethes  Tasso.  —  E.  Weber,  Foerster,  Christian  von 
Troyes,  Erec  und  Enide. 

Centralblatt  f.  Bibliothekswesen  VIII,  4  u.  5:  K.  Bur- 
dach, Beiträge  zur  Kenntniss  altdeutscher  Handschriften 
und  zur  Geschichte  altdeutscher  Literatur  und  Kunst.  3. 


175 


1891.    Literaturblntt  fQr  germnnisohe  und  romanische  Philologie.     Nr.  9. 


17fi 


Göttin^ische  gelehrte  Anzeigen  5:  Zimmer,  Acta  Sanc- 
turuin  niliorniat'.  e.l.  Smcdt  et  ISaker.  (Darin  weitere  Nach- 
weise über  die  Kinwirkung  der  Vikin^cr  auf  Irisches.) 

Sitzungsberichte  der  kg;\.  preass.  Akademie  der  Wis- 
sensehaften  zu  Berlin  Itl  — 18:  Zininioi-,  Ueber  die 
Irüliotiii   iieiiibiuiiffen  der   Iren  mit  ilen   Xordgermanen. 

Philosophische  Monatsherte  L'7,  1  u.  2:  Zie«ler,  Sig- 
wart.  Die  Impersonalien.  —  5  u.  6:  Zieffler,  Kronenberg, 
Herders  I'liilusüphie;  Herders  Briefe  an  Hamann,  hrsg.  von 
HuiriniiMii 

Correspondenzblatt  f.  Anthropologie,  Kthnolosie  n. 
rrsescliichte  X.\.I,  11  ii.  r.':  Kackwitz,  Ustej  feuor. 
(üsleifeuer  werden  gebrannt  nördlich  einer  Linie  Zerbst, 
Uernburg,  .Mansfcld,  Sangershauseu,  Kiffliäuser,  Hanileite, 
Kiehsfeld,  Ililfensberg  bei  Esuliwege,  .Meissner;  südlich  da- 
von werden  Johannisfeuer  gebninnt.) 

Verhandlungen  der  Berliner  Gesellschaft  f.  Anthropo- 
lORie,  Ktlinolo<;ie  n.  l'rseschichte  Sitzunf;  vom  i'.i.  Üot. 
1^!MI;   U.   Zaliii,   Ostenfi'lder  ii.   frlesisehes  Haus  (Holstein). 

Zs.  f.  Geschichte  des  Überrheins  N.  V.  VI,  2:  K.  Obsor, 
Klüpstiiiks  Uezioliungen  zum  Kailsrulicr  H'd'e. 

.\nnalen  des  Vereins  f.  Nnssanische  Alterthumskunde 
n.  Geschichtsforschnna:  is'.io  (Bil.  l'7):  K.  Schwartz, 
K.  11.  ü.  V.  Meusebacli,  Lebensnacliricliten. 

Neues  Lansitzisches  .Magazin  iwj,  2:  I'.  Kühne  1,  Die 
slavisclicn  Uits-  und  Flurnamen  der  Obcilausilz.  Tli.   1. 

Jahrbuch  f.  Gesetzgebung,  Verwaltung  u.  Volkswirth- 
schaft  XV,  2:  Schmo  1  ler.Lampreelit,  Deutsche  Gescliichte. 

Neue  Carintia  Bd.  I:  K.  Franziszi,  Sag  n  aus  dem  Gail- 
thale.  —  B.  Sc  h  ü  1 1  el  ko  p  f ,  Kinderreime  und  Kinder- 
spiele. Gesammelt  im  oberen  Görtsehitzthale,  am  Kiapfelde 
und  um  Osterwitz.  —  Fr.  Franziszi,  Das  Valisl'ühren, 
ein  dramatischer  Schwank,  nach  einer  alten  Handschrift 
mitgetheilt. 

Jahresbericht  der  Felliner  literarischen  Gesellschaft 
für  das  Jahr  18S9:  Th.  v.  Kickliuff,  Timan  Brakeis 
Christlich  Gespreeh  von  der  grawsamcn  Zerstörung  in  Litf- 
land  durch  den  .Muscowiter  (Neudruck  nach  dem  in  der 
Kigaer  Stadtbibliothek  befin<llicliea  Kxemplar);  David  und 
seine  Helden  (Bruchstück  einer  geistlichen  Dichtung  in 
Reimpaaren). 

Korrespondenzblatt  des  Vereins  f.  siebenb.  Landes- 
kunde XIV,  (i:  -th,  Altcrtliümliche  Zeitbestimmung  bei 
dem  Rossen  des  Hanfes  und  Flachses;  Schulden,  ein  Stück 
Ri'clitsaltcrtlium.  —  S  s. ,  Weilinachts-  u.  Neujahrsbriiuclie. 

.■Mittheilungcn  der  Österreich.  Central-Commission  für 
kunsthi.storische  Denkmäler  N.  F.  Bd.  XVI,  S.  4«:  K. 
Hause  r,  Die  Karnburg  (in  Kärnthen)  eine  ostgotische 
Festung. 

Chronik  des  Wiener  Goethevereins  3:  Zu  Goethes  Leben 
und   Wirken. 

Berichte  des  Freien  Deutschen  Hochstifts  1891,  2:  K. 
Itehorn,  Das  Ideal  und  das  Leben.  —  M.  Koch,  Neuere 
Goethe- und  Schillerliteratur.  II.  —  V.  Valentin,  Eigen- 
händiger Brief  Goethes.  -  Blümlein,  Zur  Alliteration 
und  zum  Wortspiel  im  Lateinischen.  —  Caro,  Die  Be- 
ziehungen Richelieus  zur  franz.  Literatur. 

Blätter  f.  literar.  Unterhaltung  in'.il,  1:  JI.  Groben, 
Riiusseaus  Kinfluss  auf  ilas  deutsche  Donken.  —  2:  R. 
.M  a  h  r  e  n  h  o  1 1  z  ,  Die  drei  Kinhciten  der  franz.  Tragödie.  — 
.\d.  Ii  rieger,  Acusserungen  zur  Literatur.  —  3:  W. 
Uli  c  li  n  e  r ,  Aus  Goethes  Freundeskreise.  —  K.  Sali  m  a  n  n , 
Zur  di'utsidien  Sprache.  —  A.  S  o  li  1  o  ssa  r  ,  .\n  Urillparzors 
llKIjälir.  Geburtstage.  —  4:  Ad.  Schröter,  Zur  deutschen 
Liieraturgeschichte  (G.  Brandes'  „Die  Literatur  iles  li). 
.Ili.'s""  VI ;  R.  Ilildebrands  „Aufsätze  u.  Vorträge"  ;  H.  Kluges 
,(iescliichte  der  deutschen  NationalliterrVur"  21.  Aufl.).  — 
.1.  .Mähly,  Zur  Urgeschichte  unsers  Stammes.  —  '■>:  W. 
B  11  r  li  11  e  r  ,  Schriften  über  Goethe  (II.  Keils  „Uoetlie-Strauss"; 
K.  Griesebaclis  „Das  Goetliesche  Zeitalter").  —  0:  Fr.  Bie- 
nemann u.  A.  Schlossar,  Verölletitlicliuiigeii  zur  Grill- 
parzer-Feier.  —  (.M.  Thümmig),  Ausläiidiselie  Urtheilc 
über  Erscheinungen  der  deutselion  Literatur.  —  7:  Ad. 
Schröter,  Zur  (deutschen)  Liternturgeseliiclite.  —  9:  M. 
(iröhen.  Zu  Scliillers  Leben  (K.  Fischer,  Scliillcrs  Jugend- 
uiiil  Wandcrjalire).  -  10:  (.\1.  T  li  ü  m  in  i  g) ,  Ausländische 
Urtheile  über  Erscheinungen  der  deutschen  Literatur. 
1 1  :  0.  I'  0  r  t  i  g.  Eine  neue  l'oetik  der  Lyrik  (  R,  .M.  Werner, 
Lyrik  und  Lyriker).  —  K.  S  a  1 1  ni  a  n  n  ,  Aus  deutscher  Vor- 
zeit (W.  Grotlie,  Sagen  und  Märchen;  E.  Handtmann,  Was 
auf  märkischer  IlaiJe  spriesst.  Märkische  l'Hanzenlegendcu 


und  Pflanzensymbolik;  P.  Schwarz,  Reste  dos  Wodancultus 
in  der  Gegenwart),     K. 

Westermanns  Monatshefte  April:  Lily  v.  K  r  c  tschman  n  . 
Üttilie  Vüu  Goethe  und  ihre  Söhne. 

Die  Gegenwart  lü:  Rud.  Kleinpaul,  Lautliche  Fingerzeige. 

Die  Grenzboten  12.   13:  .Vllerliand  Sprachdumniheitcn. 

Stimmen  aus  Maria-Laach  40.  3:  O.  M.  Dreves,  Die 
Symbolik    des  Kreuzes    in    der    liturg.  Poesie  der  Lateiner. 

Beilage  zur  Allg.  Zeitung  5ti :  G.  1),,  Privatbriefe  und 
publizistische  Correspondenzen  von  V.  Ilehn.  —  68:  Sepp, 
Die  nordische  Edila  und  ihre  christlidic  Wurzel?  —  77: 
L.  Hirzel,  Die  Discurse  der  Maler.  —  83:  Huttenfunde.  — 
85 :  Das  Repertoire  des  Weiniarischen  Theaters  unter  Goethes  '' 
Leitung.    —   86:   H.  F.,  Zu   Wielands  Lehen  und  Schriften. 

The  Academy  982:  Mayliew,  Prof.  Earle's  „Infle.^ional 
Infinitive"  —  983:  Earlc,  The  Flc.xional  Infinitive.  — 
X  u  1 1  and  0 '  0  r  a  d  y ,  The  Ossianic  Saga.  —  984  :  G  u  1 1  o  n  , 
Prof.  Garnett's  Selections  in  English  Prose.  —  Bül  bring, 
Defoe  and  Mary  Astell,  (Vgl.  auch  Bülbring,  Mary  Astell, 
an  advoeatc  of  Woman's  rights  two  hundred  years  ago  in 
The  Journal  of  Eilucation  vom  1,  April  und  1.  Mai.)  — 
Mayliew,  Prof.  Eiirle's  „Fle.tional  Infinitive". 

The  Äthenaeum  3306:  The  ,Life  of  Thackeray". 

The  Westminster  Review  März:  Hannigan,  Sir  Walter 
Scott's  Journal. 

Samlaren.  Elfte  argängen  1890,  S.  27—42:  H.  Wiesel- 
g  r  e  n  ,  Keconditi  Labores.  Otryckta  böcker  af  svenska  för- 
fattare  frän  15-  och  16-hundratalen  II.  —  S.  43  —  75:  L. 
Bygden,  Cm  ursprunget  tili  den  historiska  mythen  om 
Fale  Bure.  —  S.  76 — 83:  J.  Paludan,  Ilar  mag.  Johann 
Yeltens  skädespelartrupp  uppträdt  i  Stockholm?  —  S.  84 — 
89:  Ernst  Meyer,  Drottning  Kristinas  „Alexander".  — 
E.  H.  Lind,  Svensk  literaturhisturisk  bibliografi.  X.  1889. 
12  S.     S. 

Antiqvarisk  Tidskrift  für  Sverige  Del  XI,  H.  3:  R. 
L  u  n  d  b  e  r  g  ,  Det  stora  sillfisket  i  Skiine  ander  medeltidcn. 
76  S.  -  Del  XIL  H.  1—2;  Theodor  II  j  e  1  niq  vis  t,  Natur- 
skildringarna  i  den  norröna  itiktningen.  217  S.     S. 

Historisk  Tidskrift  utg.  af  Svenska  Historiska  Föreningen. 
ISyi,  II.  1  :  K.  H.  Kar  Issü  n,  Registrum  ecclesia;  Aboensis, 
ed.  K.  Hansen.     S. 

Nordisk  Tidskrift  für  vetenskap,  konst  och  indnstri 
1891,  H.  2,  S.  154  —  170:  Kr.  Nyrop,  ilysteriet  om  St. 
Laurentius.  —  S.  178  —  180:  G.  Djurtelon,  Danmarks 
gamle  folkcviser,  5  dcls  4  hefte,  öfter  forarheider  af  Svcnd 
Grundtvig  udgivet  af  Axel  Ohik.     S. 

Revne  critique  14:  Constans,  Los  grands  historicns  du  moyen 
äge.  —  1."):  Morf,  L'Etudi^  de  la  pliilologie  romane.  —  Ciau, 
Aleiat  et  Bembo.  —  Rigal,  Hardy  et  lo  theätre  frangais.  — 
16:  Meyer-Lübke,  Grammaire  italienne,  —  17:  Meycr-Lübke, 
Gramniairc  des  langues  romanes  (P.  M,).  —  Qiuvrcs  de 
Lafontaine  .VIL  —  Dejob,  Madame  de  Stael  et  ritalic.  — 
18:  Lintilhac,  Pröcis  de  litteraturc  franjaise.  —  Arvöde 
Biirine,  Bernardin  de  St.  Pierre. 

Revue  celtitiue  1891,  .\pril;  A.  Nutt,  Les  dcrniers  travaux 
allcniands  sur  la  legende  du  Saint-Graal.  —  H,  Jones, 
Les  romans  d'Arthur.  —  Dans  quelle  niesure  la  litteraturc 
ossianique  a  subi  rinducnce  scandinave,  Systeme  nouveau 
de  M.  Zimmer,  sa  critique  par  M.M.  Nutt,  Whitlcy  Stokes, 
Kuno  Meyer.  —  Etüde  de  M.  Kuno  Meyer  sur  I'argot  des 
cliaudronniers  d'Ir lande. 

Rev.  pol.  et  litt.  12:  Necrolog  für  Theodore  de  Banville. — 
13:  Le  duc  il  e  liroglie  u.  K,-.V,  Aulard,  Les  Menioircs 
de  Talleyrand.  (Unzulängliche  Vertheidigung  des  erstercn 
und  neue  Angriflo  des  zweiten.)  —  14:  G.  Rodenbach, 
La  poi'sio  nouvelle.  A  propos  des  decadents  et  symbolistes. 
-  Im  Courr.  litt.:  Ilcures  de  lecture  d'un  critique  par  E. 
Montegut  und  Essais  de  critiipic  par  R,  Frary.  —  15:  A. 
Hatzfeld,  La  science  educiitrice,  rejionse  ii  M.  Berthelot 
(der  in  der  Rev.  d.  d.  mondes  die  Naturwissenschaften  nebst 
.Mathematik  als  bestes  Erzieluingsniitte!  für  den  Jugendlichen 
Geist  empfidilen  hat).  —  Im  Courr.  litt.:  Histoire  litter.  de 
la  Suisse   roniande   par   V.  Rössel,  2   vol. 

Journal  des  Savants  Febr.:  Jtinct,  (Euvrcs  du  Cardinal 
d(^   Retz. 

La  Nouvelle  Revue  1.  .März:  Rössel,  Trois  lettres  in- 
edites  de   Voltaire. 

Anuales  de  la  Facultc  des  Lettres  de  Bordeaux  4: 
Bcnoist,  Le  .Systeme  dramatique  de  Racine. 


177 


1891.     Literaturblntt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  5. 


178 


Neu  erschiene  ii  (>   I>  ii  c  li  e  r. 

Grimm,  W.,  Die  Natur  der  Spriicliliiute  und  ihr  Einfluss 
auf  die  Leistungsfähiglieit  ilcr  Stininie  für  Wort  und  Ton. 
Ijin  rlia|i»od.  Vortrag.    Zürich,    Hut,'-    !•)  u.   12  S.    8.     M.   1. 

Khys,  John,  Studies  in  the  Artliurian  Legenil.  Demy  8vo, 
p.  fi— 39l>.  Clarendon  Press.     12,6 


Allmogelif  i  Vestergötland.  Kolklifsskildringar,  sagor, 
sägner,  visor,  skrock.och  ordsprak.  Sanilade  af  Vcstgöta 
landsmälsfürening  i  Upsala  oeh  utgitna  af  K.  O.  Tellander. 
Stockholm,  A.   Bonnier.    127  S.   12.     Ivr.   1,2.'). 

Böhme,  Lothar  Rieh.,  Schillerstudicn.  I.  Th.  Programm  des 
Gjninnsiums  zu  Freiberg  i.  S.  32  S.  -t. 

Braune,  Wilhelm,  Althochdeutsche  Oramniatik.  Zweite  Aufi. 
Halle,  Nienievcr.  2S3  .'S.  8.     M.  ,5,20. 

Discoursc,  ilie,  der  Jlahlern,  1721  — 1722.  Mit  Anmerlvungen 
hrsg.  von  l'heodor  Vetter.  Erster  Theil.  FrauentVld.  124  u. 
13  S.  8.  M.  2,r,0.  (Bibl.  älterer  Schriftwerke  der  deutschen 
Schweiz  H,  2.) 

Ehren  thal,  L.,  Studien  zu  Liedern  der  Vaganten.  Leipzig, 
Kock.  12  S.  4.     Sr.  0,80. 

Gelhhaus,  A.,  Mittelhochdeutsche  Dichtung  in  ihrer  Be- 
ziehung zur  biblisch-rabbinisclien  Literatur.  III.  Heft:  Ueber 
den  Parzival  Wolframs  von  Eschenbach.  Frankfurt  a.  M., 
Kautfmann.  33  S.  8.     M.  0,30. 

Hävemeier,  Rud.,  Daz  himilriche,  ein  baierisches  Gedicht 
aus  dem  12.  Jh.  Dissertation.  Göttingen,  Vandenhoeck  & 
Ruprecht.  32  S.  gr.  4.     M.  1,40. 

Heiberg,  H.,  Die  Laute  der  Mundart  von  Börsi5uni.  Leipzig, 
Fock.  48  S.  8.     M.   1. 

Heinzer  ling,  Jak.,  Probe  eines  Wörterbuches  der  Sieger- 
länder Mundart.  Leipzig,  Fock.  39  s.  gr.  8.     M.   1,20. 

Heitmüller,  F.,  Hamburgische  Dramatiker  zur  Zeit  Gott- 
scheds und  ihre  Beziehungen  zu  ihm.  Ein  Beitrag  zur  Ge- 
schichte des  Theaters  und  Dramas  im  18.  Jh.  Dresden, 
Pierson.  VI,  102  S.  8.     M.  2,40. 

Herrman  0  wski,  P.,  Die  deutsche  Gotterlehre  und  ihre 
Verwertliung  in  Kunst  und  Dichtung.  Berlin,  Nicolai.  Zwei 
Bände.  284  u.  278  S.  8.     M.  7,50. 

Jellinek,  Max  Herrn.,  Beiträge  zur  Erklärung  der  german. 
Flexion.   Berlin,  Speyer  &  Peters.     M.  3. 

Jerusalem,  W.,  Grillparzers  Welt-  u.  Lebensanschauungen. 
Festrede.  21  S.  8.     M.  0,60. 

Kettner,  E.,  Untersuchungen  über  Alpharts  Tod.  Mühl- 
hausen i.  Th.,  Heinrichshofen.  52  S.  gr.  8.     M.   1. 

Klemming,  G.  E.,  Sveriges  Bibliografi  1481  — IfiOO.  H.  2. 
l.TOl  — 1518.  Upsala,  Akademiska  boktryekeriet.  S.  81—120. 
(In:  Skrifter  utgifna  af  Svenska  Literatursällskapet.)     S. 

Leitzniann,  Albert,  Untersuchungen  über  Berthold  von 
Holle.  Jenenser  Habilitationsschrift.  48iS.  8. 

Lesebuch,  mittelhochdeutsches,  mit  einem  metrischen  An- 
hang und  einem  Glossar  von  K.  Weinhold.  4.  Aufl.  Wien, 
Braumüller.  28G  S.  8.     M.  4. 

L  e  w  a  1 1  e  r ,  J.,  Deutsche  Volkslieder.  In  Niederhossen  aus 
dem  Munde  des  Volkes  gesammelt,  mit  einfacher  Klavier- 
begleitung, geschichtlichen  u.  vergleichenden  Anmerkungen 
hrsg.  Hamburg,  Fritzsche.  VIII,  72  S.  8.     M.   1. 

Lyon,  Otto,  Abriss  der  deutschen  Grammatik  und  kurze  Ge- 
schichte der  deutschen  Sprache.  Stuttgart,  Göschen.  III, 
122  S.  8.     M.  0,80. 

Mielcke,  A.,  Die  Geschichte  unserer  Sprachlaute  u.  Ortho- 
graphie, in  kurzem  Abriss  dargestellt.  Leipzig,  Fock.  35  S. 
4.     M.  1,20. 

Neide,  S.,  Wilhelm  von  Humboldt  als  Richter  und  Rath- 
geber  bei  .'^chillers  lyrischen  Gedichten.'^  Leipzig,  Fock. 
23  8.  4.     M.  1. 

Neudrucke  deutscher  Literaturwerke  des  XVI.  u.  XVII. 
Jh.'s.  8°.  Nr.  68— 71:  J.  Fischarts  Geschichtklitterung  (Gar- 
gantua),  hrsg.  von  A.  Aisleben.  Synoptischer  Abdruck  der 
Bearbeitungen  von  1575,  1582  u.  1590.  2.  Hälfte.  XVIII, 
2  S.  u.  S.  243—460.  —  92:  Zwei  älteste  Katechismen  der 
lutherischen  Reformation  (von  P.  Schultz'u.  Ch.  Hegendorf). 
Neu  hrsg.  von  C.  Kawerau.  60  S.  —  93.  94:  M]  Luther, 
Von  den  guten  Werken.  (1520.)  Aus  der  Originalhs.  hrsg. 
von  N.  Müller.  XII,  111  S.     ,ä  M.  0,60. 

Neuss,  J.,  Der  deutsche  Aufsatz  am  Realgymnasium.  Leipzig, 
Fock.  35  S.  4.     M.  1. 

Patzig,  Herrn.,  Zur  Geschichte 'der'Herzmäre.  Berlin,  Gärt- 
ner. 22'ß.  gr.  4.     M.  1. 

Quellen  u.  Forschungen  zur  Sprach-  u.  Kulturgeschichte 


der  german.  Völker.  Hrsg.  von  B.  tcn  Brink,  E.  Martin, 
E.  Schmidt.  Strassburg,  Trübner.  67.  Heft:  Ulricdis  von 
Hütten  deutsche  Soliriften.  Untersu(diungen  nebst  einer  Nach- 
lese  von  Siegfried   Szamatölski.  I.\,   179  S.   8.     .M.  4. 

Registrum  ecelesia-  Abocnsis  eller  Abo  domkyrkas  Svart- 
bok  med  tillägg  ur  Skuklosters  C'oilex  Aboensi.s  I  tryck  ut- 
gifven  af  Finlands  stiitsarkiv  genoni  Keinli.  Hansen.  Helsing- 
fors,  .1.  Simelii  arfvingars  boktrvckeriaktiidiolag.  8,  XXIII, 
668  S.  4.     S. 

Reimann,  P.,  Die  altml.  Präpositionen.  Danzig.  26  S.  4. 
M.  1. 

R  e  i  n  k  e.  Die  jüngere  Glosse  zum  Reinke  de  Vos  hrsg.  von 
Herrn.   Bramles.   Halle.  Niemeyer.   LXI,  314  S.  8.     .M.   10. 

Sander,  Fredrik,  Harbardssängen  jämte  grundtexten  tili 
Völuspä.  Mythologiska  undersokningar.  .Med  nägra  edda- 
illustrationer.  Sti'ckliolm,  Norstedt  &  Söner.  72  S.  8.   Kr.  2.  S. 

Sauer,  Aug.,  Akademische  Festrede  zu  Grillparzers  hun- 
dertstem Geburtstnge.   Prag,  Ciilve.   32  S.  8. 

Seelig,  Max.  Die  dichterische  Sprache  in  Heines  ,Bueli  der 
Lieder''.  Hallenser  Diss.  Leipzig,  Fock.   XVI.  1 10  S.  8.  .\I.  2. 

Stevrer,  J.,  Der  Ursprung  der  Sprache  iler  .\rier.  Wien, 
Holder.  V,  175  S.  8.     M.  .5,20. 

Stiller,  Otto,  Goethes  Entwürfe  zum  Faust.  Berlin,  Gärtner. 
43  S.  gr.  4.     M.  1. 

Stoewer,  W.,  Das  Kulturhistorische  im  , Meier  Helmbrecht" 
von  Wernlier  dem  Gärtner.   Leipzig,   Fock.  25  S.  gr.  4.   M.  1. 

Traktat  er,  Sveriges,  med  fränimande  magter  jemte  andra 
dit  liörande  handlingar  utgifne  af  O.  S.  Rydberg.  Tredje 
delen.  1.  1409- 1436.'  Stockholm,  Norstedt  &  Söner.  160  S. 
8.     Kr.  5.     S. 

Tugendh  af  f  te  r  Jungfrauen  uml  Jungengesellen  Zeit- Ver- 
treiber.  Ein  weltliches  Liederbüchlein  des  XVII.  Jh.'s  aus 
V.  Meusebachs  Sammlung.  Naclnveisungen  der  Quellen  . . 
von  K.  H.  G.  V.  Meusebach,  hrsg.  von  Hugo  Hayn.  Köln, 
Teubner.  24  S.  8.     M.  1,50. 

Vetter,  Theod.,  Zürich  als  Vermittler  englischer  Literatur 
im  achtzehnten  Jahrhundert.  Zürich.  26  S.  8. 

Weddigen,  Otto,  Zur  Geschichte  des  deutschen  Meister- 
gesanges. Leipzig,  Fock.  18  S.  gr.  4.     M.   1. 

W  i  e  1  a  n  d  und  Martin  und  Regina  Kunzli.  Ungedruckte  Briefe 
und  wieder  aufgefundene  Aktenstücke,  von  Luilwig  Hirzel. 
Leipzig,  Hirzel.  240  S.  8.     M.  5. 

Wiesner,  C,  Ueber  einige  deutsehe  Rechtsalterthüuier  in 
Willems  Gedicht  ,von  dem  vos  Reinaerde".  Programm  des 
Elisabethgymnasiums  zu  Breslau.  23  S.  8. 


A  New  English  Dictionary,  Founded  Mainly  on  the  Materials 
Collectcd.by  the  Philological  Society.  Vol.  2,  Part  3  (be- 
ginning  with  Clo).  Edited  by  James  \.  H.  Murray;  aml 
Vol.  3,  Pai-t  1  (beginning  with  the  letter  E).  Edi"ted  by 
Henry  Bradley.   Oxford.  Clarendon   Press. 

Chaucer,  G.,  Poetical  Works.  With  Memoir  by  Sir  Harris 
Nicholas.  6  vols.  Vols.  4  and  5.  (Aldine  Edition.)  12mo, 
370  p.  Bell  and  Sons.     2/6 

Citation  and  Examination  of  William  Shakspeare,  Enseby 
Trien,  Jonas  Carnaby,  and  Silas  Gough,  Clerk,  before  the 
Worpshipful  Sir  Thomas  Lucy.  Knight,  touching  their  stea- 
ling  on  the  19th  day  of  December.  1582.  Now  first  published 
from  original  Papers,  to  wliich  ii?  added  a  Conference  of 
Master  Edward  Spenser  with  the  Earl  of  Essex,  touching 
the  State  of  Ireland,  a.  D.  1595.  By  Walter  Savage  Landor. 
12mo,  244  p.  Chatte  and  Windus.  "  2/6 

Dannenberg,  Bernh.,  Metrik  und  Sprache  der  mittelengl. 
Romanze  The  Sege  oft'  Melayne.  Dissertation.  Göttingen, 
Vandenhoeck  &  Ruprecht.  51  S.  gi.  8.     M.  1. 

Fuhr,  Karl,  Lautuutersuchungen  zu  Stephen  Hawes' Gedieht 
The  Pastime  of  Pleasure.  Marburger  Diss.  51  S.  8. 

Knaut,  Karl,  Ueber  die  Metrik  Robert  Oreene's.  Hallenser 
Dissertation.  63  S.  8. 

Langton,  R.,  The  childhood  and  youth  of  Charles  Dickens. 
London,  Hutchinson.  8.     5  sh. 

Liese,  Rob.,  Die  Flexion  des  Verbums  bei  Spenser.  Hallenser 
Dissertation.  53  S.  8. 

Macaulay,  Lord,  Essays,  Historical  and  Literary,  from  the 
Edinburgh  Review.  With  a  Biographical  Introduction  by 
the  Editor,  Portraits  and  other  Illustrations.  (Minerva 
Library  of  Famous  Books.)  Cr.  8vo,  p.  XX— 487.  Wanl, 
Lock  and  Co.     2/ 

Morley,  H.,  Character  writings  of  the  seventeenth  Century. 
London,  G.  Routledgo  &  sons.  8.     3  sh.  6  d. 


179 


1891.     Literaturblatt  fQr  germamsche  und  romaniBohe  Philologie.    Nr.  5. 


180 


Otten,  G..  Tlie  langunge  of  tlie  Rushwortli  gloss  to  tlie  Oospel 

üf  St.  .Miittliow.  I'art  II,  S.  25-4f<.  gr.  4.  Leipzig,  Kock.   M.  1. 
Pparl,    an  Kiigli.sli   l'ociii   of  Ihe  Fuurteunlli  Century.    Edit., 

witli   «    .Moilern    Kenderiiig,    bv   Israel  (.iulliuu-z.    Front,  by 

\V.  Ili.lm.ni  Hunt.  Demy  Svo,  p.  xl— 144.  I».  Xutt.     10/6 
SelirüiT,  M.  M.  .\.,  üeber  Titus  .Xmlrnnirus.  Zur  Kritik  der 

neuesten  Sbakspereforschung.    Murburg,  KIwert.  VI,  140  S. 

gr.  .s.     M.  3,20. 
Scliultz,    K.,    Die    Sprache    der    ,Kngli9li  Gilda"    aus    dem 

Jahre    laSit.    Ein    Iteiirag    zur    Dialektkunde    von   Norfolk. 

Jenenser  Dinsertalion.   4ti  S.  ü. 
Scott,    Sir  Walter.    Liidy   of  tlie  Luke.    Edit..    with  Preface 

und    Notes    by    W.    .Mintu.    With    a    Map    of   Scott'«   Lake 

Uistrict.  (Clarendon  Press  Series.)  12mo,  p.  243.  Clarendon 

Pres».     2/:  2/ti 

—  — ,  Lnily  of  the  Lake.  With  Introductiun  and  Notes  by 
G.  II.  Stuart.  (.Maeniillan'.s  Kiiglisli  Classics.)  12mo.  Mac- 
niillan.     2/;  2/t> 

_,    Journal  of,    182.')— 32.    Krom   the  Original  Mnnuscript 

at  Abbotsfi'rd.  New  eil.  With  Portrait.  Cr.  Svo,  p.  943.    D. 

Douglas  (Edinburgh).  Sinipkin.     7/tl 
S  h  ak  es  peare.  PlrtVH.    Kalcon   Series:    The  Tempest.    Edit. 

by  A.  C.  Liddell.  Loiiginans.     1/ 
S  h  a  ke  s  pe  a  r  e's    Meicliant    of   Venice.    WHth    Introduction 

and   Notes,    Classiti.  d  and   Arranged.    (Mutt'iitt's    Handbooks 

for  Students.)  Cr.  Svo,   p.   121!.  Mott'att.      1  U 

—  —  DoubtfuI  Plays,  with  Olussarial  and  other  Notes,  by 
Wm.  Hazlitt.  Cr.  'svo,  p.  372.  Routledge.     2/K 

Shakspere:  The  Works  of.   Edit.  by  Charles  Knight.  With 

370  lllusts.  by  Sir  John  Gilbert.    Vol.  2.   (Mignon  Edition.) 

Long  24nio,  p.  .")20.  Routledge.     2/6 
Sheridan,  R.   B.,  Drainatic   Works.  (Standard  Hritish  Clas- 

sics.)  Svo.  Coniinin  (E.xeter).  Gibbings.     7/6:  9/ 
Spies,  Jos.,   Otway's  Titus  and   Heinice  and  Racine's  Bere- 

nice ;  a  parallel.  Progr.  des  Gynin.  zu  W'etzlar.   1 1  S.  4. 
Sprenger,    Hemerkuiigen    zu    den    Dramen    Shakespeares. 

Programm  iles  Real-Progymii.   zu   Northeini.  20  S.  4. 
Stroh  mey  er,    Hans,    Der  Stil  iler  niittelengl.  Reimclironik 

Roberts   von  GloucestiT,  eine  Untersuchung  zur  Ermittelung 

der  Verfasser  dieses  Werkes.  Dissertation.  Uerlin,  Heinrich  & 

Kemke.    106  S.   gr.  8.      M.  2. 
The  Englisli   lioswortirs  Anglo-Saxoii    Dictionary.    Part  4, 

Languagi'  and   Literature.  Section  1.   Edited  by   Prof.   T.   A. 

Toller.  t)xforil,  ChnemUin   Press. 
Vogels,  J.,  Handscliril'lliche  Untersuchungen  über  die  engl. 

Version    Mandeville's.    Programm    des  Gymnasiums  zu  Cre- 

feld.  52  S.  8.  

Alfieri,  Lottere  edite  ed  ineditc,  a  cura  di  G.  Mazzatinti. 
Torino,  L.  Roux  e  C.  XIIII,  431   p.     L.  4. 

Canti  popolari  siciüani  rac<>olti  eil  illustrafi  da  Gius.  Pitre 
preceduti  da  iiiiii  studio  critico  e  seguiti  da  melodie  popo- 
lari. 2.  gänzlich  umgearbeitete  AiiHage.  Slit  einem  Anhang: 
Canti  incditi  e  un  saggio  ili  canti  dell'Isola  d' Ustica.  Turin, 
Locschcr.  2  vol.  8.  fr.  10.  H.l.  I  u.  II  der  liiblioteca  delle 
tradizioni  jiupolare  siciliane. 

Caro,  G.,  Syntaktische  Eigenthümlichkeiten  der  französ. 
Bauernspraciie  im  romiiii  {•liainpetre.  Berliner  Dissertation. 
41  S.  8.  [Ein  Seitenstück  zu  Siedes  Synt.  Eigcnth.  der  Uni- 
gaugsspr.   weniger  gebildeter   Pariser.  | 

Caro,  Joseph,  Richelieu  und  das  französische  Drama.  Progr. 
der  Realschule  der  israelitischen  Religionsgesellschaft  zu 
Frankfurt  a.  M. 

C  h  .1  n  s  (j  II  s  de  Conon  de  Bithune,  trouvcur  artesicn  de  la 
lin  du  XII''  siecle.  Edition  critique  precödec  de  la  biographie 
du  poete  par  Axel  Wnllensküld.  These.  Helsinfors.  IX,  292  p.  8. 

CoUection  des  contes  et  cliaiisons  populiiires  XVI:  Les 
contes  populaires  de  Poitou.   Paris,  Maisoiineuve.  8. 

D'Ancona,  A.,  Origini  del  Teatro  italiano.  Libri  tre  con 
(lue  appendici  sulhi  rappresentaziono  dramiiiatica  del  con- 
tailo  toscano  e  sul  teatro  niantovano  nel  secolo  XVI.  2. 
edizionc  rivista  ed  aecrcsciuta.  Turin,  Locscher.  2  vol. 
gr.  8.     fr.  20. 

De  Gregor  io,  G.,  Saggio  di  fonetica  Siciliana.  Palermo, 
C.  Clausen.  8.     L.  1.     |s.  u.  Pirandello.] 

F  i  1  oni  u  8  i -G  u  e  1  f  i ,  Lor.,  II  contesto  e  la  granimatica  nel 
verso  ()3  del  canto  X  dell' Inferno  di  Dante.  Verona,  Te- 
deschi  c   f.    10  S.    16.   Aus  Bililioteca  delle  scuole   ital.  III, '.). 

Godefroy,  Fr..  Dictionnaire  de  rancienne  languc  fran^aiso 
et  de  tüus  ses  dialecte«  du  IX''  au  XV"  siecle.  Livr.  G.">: 
Sartor— Serve.  Paria,  Bouillun.  In- 1.     fr.  ö. 


Uartmanns,  M.,  Schulausgaben  mit  Einleitungen  und  An- 
merkungen. Leipzig,  Seemann.  8.  Nr.  ft:  Racine,  .\tluilie. 
Hrsg.  von  M.  Hartmann.  XX,  86,  61  S.  M.  1,20.  —  Nr.  Ui: 
Augier  et  Sandeuu,  le  gendre  de  Monsieur,  Pidricr.  Hrsg. 
von  J.  Maehly.  !)4,  47  S.  M.  1.  —  Nr.  11:  E.  Souvestre,  au 
coin  ilu  feu.  .\uswahl,  hrsg.  von  C.  Humbert.  it2,  39  S.  M.  1. 
Jahresbericht  der  Realschule  zu  Bingen.  Darin:  Chr. 
Lungstroff,  Aus  der  franz.  Verslehre.  —  Sigm.  Feist, 
Die  phonetische  Schulung  im  franz.  Anfangsunterricht. 
Inguagiato,    Viiicenzina,   Usservazioni  su  alcuni  comincnti 

del  prologo  della  Divina  Coramedia.  Girgenti.  219  p.   16. 

Johannes    von  Truvers.    Joseph.    Engadinisches    Drama 

des    16.   Jh. 's    hrsg.    und    mit    Glossar    versehn    von   Jakob 

Ulrich.  Zürich.  43  S.  4. 

Jouancoux,  J.  B.,  et  Devauchelle,  Etudes  pour  servir 

ä   un    glosaaire    ctymologique    du    patois  picard.    Deuxi^me 

partie:  G— M.  In-4  ä  2  col.,  228  p.  Auiiens,  imp.  Jeunet.  fr.  7. 

La  Fontaine,   Fahles  de.  Nouvelle  edition  revisee  et  aug- 

nient<;e,  coUationnöc  sur  les  nieilleurs  textes  et  rcnfermant 

un    commentaire     grammatical    et     litteraire,    une    histoire 

resumee  de  la  fable  depuis  les  origines  jusquau  dix-septieme 

siecle;    une    etudc    sur    la    composition    et   le  style  dans  les 

fahles    <le   La   Fontaine    et   une   vie  <le  l'auteur,    d'apres  les 

plus    recents    biographes.    Par   M.  Ch.  Aubertin.    1   vol.   de 

600  p.  in-12.  Paris,  Belin  freres.     fr.  2,50. 

Mariotti,    A.,    Sul   cnnto  XXV  del  Parndiso  di  Dante.   Sa- 

vignano.  79  p.   16. 
Maurici,  A.,  II  secentismo  nel  Petrarca.   Terranova-Sicilia. 

18  p.  8. 
Mazzoni,  0.,  Del  Rinuldo  di  T.  Tusso.  Bologna,  Zaniehelli. 

37  p.  16. 
M  u  g  i  c  a  ,  P.  de,  Gramätica  del  Castellano  antiguo.  I :  Fonetica. 

Berlin,  Heinrich  &  Kemke.  86  S.  8.     M.  2. 
Ozanam,    .\.  F.,    La  civiltä  nel  V  secolo':   introduzione  alla 
storia    della   civiltä    nel    medio   evo,   con  un  saggio  intorno 
alle   scuole    ital.    dal  V  al  .KIII    secolo.    Versione    ital.  del 
dott.   .\.   Fahre.   Torino,  tip.  Snlesiana.   644  p.  8.     L.  4. 
Pellegrini,  Fl.,    Di  un  eoinmento  poco  noto  del  sec.  XIV 
alla  prima  cantica  della  Div.  Commedia.  Verona,  Frauchini. 
44  p.  8. 
Peri,    Severo.    Deirnmore   di    Dante    per    Beatricc.    II*   cd. 

Varcse.  29  p.  8. 
Pirandello,  Luigi,  Laute  und  Lautentwicklung  der  Mund- 
art von  Girgenti.  Bonner  Diss.  52  S.  8.  [s.  o.  De  Gregorio.l 
Ponta,  M.  G.,   Dell'etä   che  in  sua  persona  Dante  raftigura 
Hella  I)iv.  Commedia:  studio  p.  p.  cura  di  C.  Gioia.  Torino, 
L.  Roux.  33  p.  8. 
Procaccini,    M.,    Interpretazione    di    un    verso    oseuro    di 

Dante  Alighieri.  Ariano.  15  p.  8. 
Rajna,    Pio,    L' etimologia    c    la    storia    arcaiea    del    nonie 
„Napoleone'".    Firenze.    28   p.    8.    S.-A.    aus    dem    Arcliivio 
storico  italiano  Serie  Y,  Tomo  VII,  Anno  1891. 
Rostori,    A.,    Letteratura    provenzale.    Milane^    Hoepli.    IX, 

220  S.  8.   Manuali   Hoepli. 
Ricci,  Car.,  Le  considcrazioni  al  pocma  del  Tasso  di  Galileo 

Galilei:  studio  critico.   Ariano.  49  p.   16. 
Saintsbury,  O.,  Essays  on  French  Novelists.  Cr.  Svo,  452  p. 

Percival.  7/6 
Studien  zu  dem  Roman  de  Ronart  und  dem  Reinhart  Fuchs. 
.Strassburg,  Trühiier.  S.  1.  Heft:  Die  Ueberliererung  des 
Roman  <le  Ueiiiut  nml  die  llainlselirirt  Ü  von  llerin.  Büttner. 
VI,  229  S.  M.  5.  —  II.  Heft:  Der  Reinhart  Fuchs  und  seine 
franz.  Quelle  von  Herrn.  Büttner.  123  S.  M.  2,.50. 
S  v  e  d  e  1  i  u  s  ,  Carl,  Etudc  sur  la  S6mantique.  Upsala,  Joseph- 

aons  Antikvariiit.  50  p.  8. 
Uhlemann,    E.,   tJraiiimatische    Eigenthümlichkeiten    in   P. 

Corneilles  Prosnschriften.  Progr.  dos  Gymn.  zu  llfeld. 
Vassallo,  Cur.,  Un  iiuovo  documento  intorno  al  poeta 
astigiano  Gian  Giorgio  Alionc:  nofa.  Torino,  ('lausen.  27  p. 
8.  Aus:  Atti  della  r.  accailemia  delle  scienze  di  Torino  XXVI. 
Ziinmcrli,  J.,  Die  deutscli-frauzösisclie  Spnudigrenze  in  der 
Schweiz.  I.  Die  Sprachgrenze  im  Jura.  Basel,  Georg.  IX, 
80  S.  8.  16  Tabellen  und  1  Karte. 


Literarische  Mittheilungen,  Personal- 
n  a c h r  i c h  t e n  etc. 

Ili'rr  Dr.  Victor  Zeidler  in  Graz  ist  mit  einer  Ausgabe 
des  Wilhelm   von   Orleiis  des   Rudolf  von   Ems   beschäftigt. 

R.  Schwartz  (Heidelberg)  wird  demnächst  eine  Unter- 
suchung über  die  Estlier-Dramen  des  16.  Jli.'s   veröffentlichen. 


181 


löSH.     Lilt'i'iitui'blatt  für  geiinKnische  und  iiimiini.''(;lie  l'hiloluffie.     Nr.  5. 


löä 


Die  Publikationen  der  E.  E.  T.  S.  in  den  Jahren  1892/3 
werden  sein:  C'apgriive's  Life  of  St.  Katlrarinc,  from  two  Mss. 
ed.  Hurstmann;  Minur  Poeni.s  of  tlii-  Vernon  JIs.  ed.  Horst- 
niiinn  :  Thomas  a  Kempis's  De  imitatione  Christi  englisht,  ab. 
1430  and  1,502  ed.  Ingram ;  Lanfranc's  Seienec  of  C'yrurgie, 
englislit  ab.  HOU  eJ.  FIei.9chhucker ;  Cursor  mundi  VI  Introd. 
JSütes,  üliiss.  by  Morris,  ,  VII  Essay  on  the  Mss.,  their  Dia- 
lects  etc.  by  Hupe:  The  Exeter-Book  (Anglo-Saxcn  Poems) 
re-ed.  by  tiollancz;  Sir  David  Lymlesay's  Works  VI.  ed. 
Utley;  The  Lay  Folk's  Catechism,  by  Thoresby,  ed.  Canon 
Sinnnons  and  Matthew:  The  ehester  l'lays,  re-ed.  by  Deini- 
ling :  Caxtun's  Godfrey  of  liologne,  or  Last  Siege  of  Jerusalem 
1481  ed.  by  Colvin;  Melusine,  the  prose  Romance  1500,  ed. 
Donald;  Deguilleville's  Hilgrimage  of  the  Life  of  Man.  ed. 
Currie. 

An  der  Universität  Hern  ist  Dr.  Ü.  .S  u  t  e  r  ni  eis  t  e  r 
zum  ao.  Professor  befördert  worden. 

An  die  Stelle  des  verstorbenen  Prof.  Dr.  Kour.  Hofniann 
ist  Prof.  Dr.  .M.  Lex  er  in  Würzburg  berufen  worden. 

Mit  iler  Vertretung  der  beurlaubten  Professoren  E.  Kosch- 
•witz  in  Ureifswald  und  A.  Gaspary  in  Breslau  sind  die  Privat- 
docenten  W.  Cloetta  (Göttingen)  und  C.  Appel  (Königs- 
berg) betraut  worden. 

Privatdocent  Dr.  K.  Luick  in  Wien  siedelt  in  gleicher 
Stellung  nach  Graz  über. 

Antiquarische  Cataloge:  Anheisser,  Stuttgart 
•(Deutsche  Sprache  u.  Lit.) ;  B  a  e  r  &  C  o. .  Frankfurt  a.  M. 
■<275:  Roman.  Philologie;  276:  Span.  u.  Port.);  Joseph  so  n, 
Cpsala  (16:  Indoeurop.  Linguistik). 

AbgesclilosseD  am   10.  Mai  1891. 

Sig'   Direttore   del  LiterniiirUtilt! 

Kel  numero  3  (1891)  del  suo  gioruale  leggo  un  resoconto 
■del  sig.  Emilio  Levy  sul  Tratfolo  prorenzale  di  penitiiiza,  da 
me  pubblicato  nel  fasc.  13  degli  Stiidj  del  Monaci.  Dei 
parecchj  apjiunti  ch'esli  nii  fa  alcuni  mi  senibran  giusti, 
altri  no :  voglia  dunque  ella  permettere  che  dei  primi  lo 
ringrazii,  e  ehe  ai  secoudi  obbjetti  le  niie  ragioni. 

Pag.  277,  L.  lii.  II  sig.  Levy  correggerebbe  ■•■otmeienlo 
in  solmitemctif:  nia  dato  che  questa  seeonda  forma  fosse  nel- 
1' originale  esemplato  io  non  so  come  il  copista  abbia  poiuto 
4Vi8arla  a  quel  modo.  Per  nie  la  forma  gerundiva  e  una 
«apestreria  sintattica  spiegabilissima  in  un  teste  ascetico:  ma 
ae  avessi  ereduto  dover  proporre  una  eorrezione,  o  avrei 
soppresso    semplicemente   Ve,   o  avrei  stampato   e   sotmiUfio. 

P,  280,  L.  17.  AI  rejjremam  proposto  dal  Levy  avevo 
pensato  anch'io:  ma  nel  codice  non  c'e  che  da  scegliere  tra 
■repremiiim,  inammissibile,  e  r( preiniiim,  da  njuimlre,  che 
alia  fin  fine  e  tollerato  dal  senso. 

P.  281,  L.  24.  Sopprimendo  il  tio)i,  come  vorrebbe  il 
Levy,  non  si  raccapezza  piü  alcun  senso.  Che  differcnza  in- 
fatti  ci  puö  essere  tra  quelii  che  reiiiincidn  «  las  teiiiporcls 
<;««.«(«  e  quelii  che  del  tot  los  desQUmparlwn't  Conseguente- 
mente  e  a  suo  posto  il  iioii  che  io  ho  interpolato  nclla  riga 
segnente,  poiche  nelle  linee  25 — 31  continua  la  disiinzione 
enunciata  sopra  tra  quei  che  uon  renitiicinH  e  quei  che  des- 
■Qdnipailion.  Inoltre,  riallacciando,  come  fa  il  Levy,  la  fräse 
dedins  en  lo  cor  della  riga  27  a  ctncstis  leniporiils  di  riga  26, 
ne  vien  fuori  una  costruzione  stentata  e  inconciliabile  colla 
semplicitä  abituale  del  teste.  Finalmente,  che  aiiKiii  di  1.  27 
vada  corretto  in  amoi  lo  dimostra  il  fatto  che  questo  passo 
non  e  che  la  parafrasi  della  seguente  citazione  davidica  e  al 
cong.  uollitit  deve  corrispondere  amen. 

P.  282,  L.  17.  II  Levy  sente  la  necessitä  di  aggiungere 
tntta  una  fräse  [Enayssi  co]  pur  di  non  accettare  il  lieve 
cambiamento  da  me  proposto  di  esces  in  esce».  Ma  il  fatto 
«  che  io  ora  riconosco  nell' esces  V  incensum  del  passo  davidico 
(esces  =  csses  come  utresci  sta  passim  per  utressi).  Cfr.  Rayn. 
LB.  m  125,  dove  si  legge  l'identico  passo  del  salmista  nella 
traduzione  che  ne  da  il  Libro  dei  rhj  e  delle  virlü:  „Senker 
Dieus,  ma  orozo  sia  eiidressadu  daran   vos  ai/ssi  coma  enses". 

P.  282,  L.  21.  Nessuna  laeuna  e  necessario  e  nemmen 
lecito  supporre  depo  hoca:  perche  l'autore  dopo  aver  detto 
che  vi  son  tre  maniere  di  orazione  enuncia  le  due  prime  che 
sono  in  antitesi  evidente:  quelUi  dl  hoccu  e  qnella  dl  euere, 
e  dimostrando  il  valore  di  questa  seeonda,  dimostra  implicita- 
mente  la  vanitä  della  prima:  anzi  le  parole  di  San  Gregorio 
paruulaa  ornadas  dir  e  le  altre  del  Vangelo  no  vuelhat  gayre 
parlar  alludono  appunto  alla  preghiera  de  boca.  Alla  terza 
maniera,  1' orazione  de  hoca  e  de  cor,  si  viene  nella  lin.  27. 


P.  285,  L.  In.  Lasciandü  esislere  il  non  che  io  ho 
espunto,  il  Levy  »i  vede  obbligato  a  dare  a  puiar  il  sigDi- 
ficalo  neutro  e  per  oonscguenza  supplire  un  «  (nos  no'n 
piilanilnj).  Ma  pure  egii  riconosce  che  nel  ms.  di  Todi  il 
verbo  pnior  e  quakle  volta  usato  attivamente.  0  perchfe 
allora  non  accordarmi  il  diritto,  tanto  piü  semplice,  di  dare 
anche  qui  a  puiar  il  significato  attivo  ed  espungere  il  non 
che  pote  benissimo  sfuggire  al  copista  dopo  un  nos^ 

P.  287,  L.  4  sgg.  La  costruzione  non  potrebbe  esser 
piü  naturale  ne  il  senso  piü  chiaro.  L'autore  ha  spiegato 
dianzi  come  non  si  possa  desiderare  vi^ioni  ne  rivelazioni 
soprannaturali  senza  peccare  di  ruriositä  vana  verso  i  segreti 
di  Dio.  Nel  pa.sso  quindi  che  riesce  oscuro  al  Levj  Tautore 
aggiunge:  „ma  sappj  che  intendere  ad  umiltä.  a  timore  o 
a  riverenza  di  Dio  a  fine  di  conseguir  le  rivelazioni  e  le 
visioni  e  i  sentimenti  suddetti  (cfr.  p  286,  I  23)  ha  la  mede- 
sima  radice,  il  medesinio  fondaniento  e  la  medesima  intenzione 
finale  che  il  suddetro  desiderio  (cio  e  il  desiderio  di  rivelazioni 
e  visioni);  ond'e  naturale  che  (quelii  che  intendono  ad 
umiltä  ecc.  a  fine  di  conseguire  rivelazioni  ecc.)  pervengano 
a  quello  stesso  abbandono  di  Dio,  al  qiiale  si  perviene  per 
il  suddetto  desiderio. 

P.  287,  L.  22.  Chi  sa  che  quel  -t  di  rret  non  sia  scivo- 
lato  dalla  penna  del  copista  quasi  ad  evitare  l'orribile  caco- 
fonia  di  un  crei  e  ciiia  o  anche  cre  e  cnia?  Non  gli  attri- 
buirei  mai  ad  ogni  modo  il  valore  della  dentale  tenue.  — 
Quel  che  e  poi  cerio  e  che  non  si  puö  sopprimere  l'a  dopo 
ilhiQios:  perche  altro  e  „credere  a  o  in  una  cosa",  altro 
„credere  una  cosa". 

P.  288,  L.  33.  Alla  eorrezione  di  en  in  e,  proposta  dal 
Levy,  mi  ero  lascia'o  trascinare  anch'io  sulle  prime.  Ma 
desisietti  poi  sos])ettando  che  l'autore  non  avesse  preteso  far 
qui  una  finezza  filosofioa  o  scolastica,  eonsiderando  che  sta 
aW  intendtmen  dell'iiomo  discernere  ciö  che  gli  viene  dalla 
grazia  di  Dio  e  non  dai  suoi  meriti,  e  che  il  sentimento  della 
giatitudine  a  Dio  vien  dopo  ed  e  quasi  compreso  neW  inten- 
dimento. 

P.  291,  L.  3  sgg.  Le  correzioni  proposte  non  mi  appajono 
evidenti :  riconosco  perö  che  valgono  a  rischiarare  alquanto 
il  passo  oscuro. 

P.  291,  L.  7.  Sta  benissimo  aian.  Difatti  l'autore  non 
puö  voler  qui  proibire  di  stimare  le  altrui  visioni  in  genere, 
una  volta  che  subito  dopo  viene  a  disiinguere  quali  tra  le 
visioni  altrui  bisogna  aborrire  e  quali  no.  Invece  nel  passo 
che  qui  si  discute  egli  vuol  dire  che  per  prima  cosa  bisogna 
osservare  se  le  persone  che  si  avvicinano  facciano  Iroppo 
grande  stima  (ciö  che  e  peccaminoso)  delle  loro  visioni  in 
genere. 

P.  291,  L.  U.  pregas  e  il  caso  obliquo  del  ptcp.  pl. 
di  prezar.  Sant  sanumen  2"'efflS  trad.  „santi  meritamente, 
giustamente  apprezzati". 

P.  291,  L.  26.  enytiant  e  un  bell'esemplare  pel  -t  con 
valore  di  sibilante  (cfr.  p.  332),  ed  ho  quindi  avuto  torto  di 
toccarlo. 

P.  299,  L.  22.  Anche  qui  mi  pare  che  il  Levy  vorrebbe 
introdurre  troppi  cambiamenti,  mentre  il  teste,  cosi  com'e, 
da  un  senso  giusto:  „questa  prima  maniera  (di  timore)  e 
timore  di  naturalniente  morire",  timore,  cioe,  della  morte  che 
natura  rende  a  tutti  inevitabile.  Ed  e  spiegabile  la  niancanza 
del  de  per  quest.o  che  il  rapporto  ideologico  tra  nataralmen 
morir  e  teinor  e  quasi  di  comjjlemento  oggetto  a  verbo  attivo, 
come  se  dicesse  tennr.  E  ad  ogni  modo  dato  che  ad  una 
eorrezione  si  dovesse  venire,  io  preferirei  semplicemente 
cambiare  lemor  in  tenier. 

P.  302,  L.  10.  Ne  la  mia  eorrezione  ne  quella  proposta 
dal  Levy  mi  sembrano  ora  giuste.  Per  ssola  noiontat  es  h. 
p.  d.  D.  significherebbe  „(// so?a  volontä  pecca  l'uomo  dinanzi 
a  Dio'",  mentre  il  passo  di  S.  Agostino  „ipsa  voluntate  etc." 
va  interpretato  .,;//«  loUa  volontä  di  per  se  sola,  con  sola  la 
rolontä  pecca  l'uomo  ecc."  Lascerei  quindi  intatta  la  lezione 
del  testo :  per  ssola  la  uolontut  .... 

P.  305,  L.  21  sgg.  Per  me  perquHar  e  lo  stesso  che 
qiiitar,  riportato  al  significato  fondamentale  del  basso  lat. 
„quietare'"  „pagare  il  proprio  debito  a  qualcuno"  ,placarlo". 
Cosi  mi  par  chiaro  i!  senso  di  tutto  il  periodo:  „figliuoli, 
molto  bene  avremo  se  temiamo  Iddio  e  ci  teniamo  lontani 
da  pcccato  e  facciamo  opere  buone;  perche  in  tal  modo 
paghiamo  il  nostro  debito  al  Signore,  plachiamo  il  Signore". 

P.  314,  L.  26  sgg.  Faire  non  e  che  „pareat"  „appaja, 
sembri",    e    il    senso   di  tutto  il  periodo  e  fluido  e  chiaro.  — 


183 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  unil  ronmniüclu-  PliiloloKi«'.     Nr. 


Motil  va  certamente  accettato  accanto  a  moiilei;.ii,  noii  esseodo 
poolo  strano  il  fonomeno  dl  n  da  /  avanii  ad  altra  coiisonante. 
P.  314,  Vi.  3  d.  8.  lo  hü  cambiato  uii  qiti  in  «yii«,  il 
Levy  Tuole  invece  cambiare  im  ^iie  in  qai.  Quindi,  niaterial- 
menre,  i  due  cainbiamoDti  si  equivalgono:  logicamente,  sarebbe 
preferibile  qurllo  del  Levy  «olo  quamto  il  periodo  fosse  rego- 
larmenie  coairnito  cosl:   Euyiinlmin  meiiespre^'i  soii  ariihor  o 

qui  . . .  .  u  '/iii Uato    l'anacoliiio,  la    mia   restituzione   e 

«enza  dubbio  preferibile. 

P.  315,  L.  9.  Di  iin  iii  per  laut  in  luogo  di  tioii  per 
luiil  nun  ho  esenipj:  ma  non  mi  ripugna,  come  non  mi 
ripugiioreb'ie  un  it.  uepperlmilo  In   luo:;o  di  tionpirlanto. 

P.  31t),  li.  U.  Ho  lidotto  unile  in  aeiili,  perche  l'-i  Ä 
preferito  icenerulriiente  ncl  nis.  (cfr.  p.  315,  1.  9;  e  p.  334). 

P.  320,  L.  10.  II  Levy  ha  creduto  diniostrare  guperflua  ed 
orronea  ia  min  correiione,  dccapitando  11  periodo,  che  io  per- 
oi6  riporto  qui  tuito  intHro:  Mol  uns  den  punhur  ii  temer  Dieu 
lu  pn^iiiicia  e  la  i/run  iiiisericuriliu  de  Jliesn  Chrinl  qiie  (nos  u) 
eil  tii/inst  necyle  Imil  <U  lemps  iio»  soste  e  noalres  greus  peccal 
fe/  liiiit  de  timps  nos  es/«»-«  eco.  Ora,  la  pasienciit  c  /.  y. 
m.  sono  i  soggetd  eh.-  regsono  il  verbo  den,  e  il  soggetfo  di 
MO«  sosle  (leve  essere  neri's^'ariHriieme  il  relative  (pie.  il  quäle 
iliventeif bbe  invece  caao  oliliquo  lasciando  esisiere,  come 
vorrebbe  il  L.,  le  parole  nos  a.  E  che  queate  si  rilrovino 
subito  dopo  alla  riga  15,  come  rilevn  il  Levy,  non  prova  nulla 
(lontro  di  nie;  anzi  i"i  »^  lecito  supporre  che  il  nos  ii  della 
riga  10  »ia  stato  inlcrpolaio  dal  copista  per  aver  egli  pre- 
corso  coH'occhio  1«  pcnna  e  prcsa  a  sproposito  quella  fräse 
dal  passo  sejuPii'e. 

P.  a'2'2,  L.  4  d.  s.  Non  credo  che  si  possa  a  priori  esciudere 
una  foriiM  pr.  nmniinll  a  liiio  al  cat.  ommiit  (V.  Labernia  y 
Estcller,  Diccionari  de  la  lleiigua  catalana,  L  87)  e  l'it.  umnitni- 
iiilo  (rion   noiato  queat' ultimo  ilal   Dicz,  Er.  W.  II,  p.  3(iS). 

P.  330,  L.  "21.  L'autoro  ai  riferiace  a  un  passo  di 
S.  Paolo  ehe  subito  dopo  riporta  (II.  23—4).  E  naturale  quindi 
che  dica:  ,Sao  Paolo  non  trova  pel  matrimonio  altra  com- 
parazione  qui  apprcsso  che  il  peccato  e  il  diavolo*". 

P.  3.37  (gloasiirio'.  L'intcrpretazione  data  dal  L.  al  verbo 
inbanss'n-  mi  pare  la  glusta:  ma  nessun  valore  ha  il  criterio 
fonetico  che  egli  invoca  contro  la  mia;  poiehe  l'-ss-  di  en- 
haiissar  potrebbe  star  henissimo  per  -s-  o  per  -f-,  allo  stesso 
modo  clie  l'-s-  di  cimr  sta  per  -z-,  e  il  -f-  di  forii  (che  sarä 
lia  ,foä9a''  e  non  da  „fodja" !)  sta  per  -Si-  (v.  paij.  326,  II.  6  e  7). 
Koma   18  Aprile  1891.  Cesare  de  Lollis. 

Pag.  "277,  19.  K  sdliiuliiHo  scheint  mir  auch  jetzt  noch 
nicht  zulässig.  Will  man  die  .\enderung  in  solmelement  nicht 
gelten  laasen,  so  wird  das  von  de  Lollia  an  letzter  Stelle 
vorgeschla'.:ciie  <■  sntmiUrhi  zu  aceeptiren  sein. 

P.  "280,  17.  Uipreiniiini  halte  ich  an  ilieser  Stelle  für 
unmöglich.  Reprvmitim  dagegen  ist  durchaus  nicht  unzulässig, 
vgl.  die  von  Chabaneau,  Revue  d.  I.  r.  26,  115  citirten  crizia, 
i-fyiiiii  und  in  unsirm  Text  280.  18  fuyiain,  neben  fugiscam 
280,  20. 

P.  281,  24.  Es  wird  allerdings  drdins  eil  lo  cor  nicht 
mit  dem  Vorhergehenden,  sondern  mit  dem  Folgenden  zu 
verbinden  sein;  im  üebrigcn  aber  kann  ich  de  Lollis  niclit 
beistimmen.  Es  handelt  airli  um  die  Gegenüberstellung  von 
zwei  Klassen  von  Menschen,  die  bei<le  die  irdischen  Güter 
geringsi'hiitzen,  aber  in  verschiedenem  Grade.  Diejenigen 
qui-  niiKiici'in  <i  las  cnnsas  teinporiih  „lieben  sie  drinnen  im 
Kerzen  nicht  in  ungehöriger  Weise,  wenn  sie  sie  auch  äiisser- 
lich  besitzen,  gcniäs«  dem  dnvidiaclicn  Worte  . ."  Die  Andern 
besitzen  sie  auch  iiusserlich  nicht,  sie  geben  die  irdischen 
Güter   ganz   und  gar  (del  tut)  auf  und  erwählen  die  Armuih. 

P.  282,  17.  Esces  ist  natürlich  „Weihrauch";  was  sollte 
es   sonst   sein?     Und    wie   soll    man   eonetruiren,    wenn    man 


nicht  [Enayasi  co]  ergänzt?    Aber  vielleicht  ist  es  besser  vOr 
ah  lo  Joe  als  vor  lo  l'iini  einzuschalten. 

P.  285,  15.  Dass  transitives  pnjar,  und  nicht  nur  im 
vorliegenden  Denkmal,  vorkommt,  bestreite  ich  durchaus  nicht, 
wohl  aber,  dass  es  „hinaufziehen  nach,  hinaufgehen  gen"  be- 
deuten kann. 

P.  287,  22.  Die  Hypothese,  dass  cnt  vom  Copisten  des 
Wohlklangs  halber  eingeführt  »ei,  scheint  mir  unannehmbar. 
Dass  das  n  nicht  unterdrüikt  wenlen  kann,  ist  doch  wohl 
nicht  so  ganz  sicher.  Warum  sollte  man  dasselbe  nicht  tilgen 
und  deuten  dürfen:  „Illusionen  von  denen  die  Seele  glaubt 
und  wähnt,  dass  sie  wahrhafte  Enthüllungen  seien"':' 

P.  288,  33.  Die  Acnderung  von  en  in  i  scheint  mir  auch 
jetzt  noch  nothwcndig.     .-iehe  auch  S    2^0  Z.  24. 
P.  2Stl,  3.  Siehe  S.  236,  7  ff. 

P.  291,  7.  Die  Aenderung  in  aliis  halte  ich  für  unerlSss- 
lich.  Der  Mensch  soll  um  den  Versuchungen,  die  durch  das 
Leben  und  die  Lehre  Anderer  entstehen,  zu  entgehen,  die 
Visionen  der  .anderen  nicht  hochschätzen,  vielmehr  (enant} 
soll  er  sie  verabscheuen,  wenn  sie  zu  etwas  führen,  was  dem 
Glauben,  der  heil.  Schrift,  den  guten  .■bitten  entgegen  ist; 
wenn  sie  zu  etwas  führen  was  dem  Glauben  etc.  entspricht 
HO  las  niniespre^-es  .  .  eiiipero  iiti  ti  ßces  del  tot ;  und  selbst 
bei  Visionen  von  Leuten,  deren  Heiligkeit  u.  s.  w.  beweist, 
daas  sie  nicht  durch  Täuschungen  des  Tiul'els  betrogen  werden, 
ist  es,  obgleich  es  eine  fromme  Sache  ist  ihren  Visionen  z\x 
glauben,  segnrn  causa  no  de  tot  eii  tot  creyre  eii  tias  per 
ra(o  de  si,  mays  per  nso,  «<■«  piis,  car  soii  ueordiint  ab  la  Je 
fatholicii  etc.  —  Was  sollte  <ntint  (Z.  8)  wohl  besagen,  wenn 
man  uiaii   bestehen  lässt? 

P.  291,  11  Kann  sanamcn  „meritamente,  giustamente" 
bedeuten? 

P.  299,  22.  De  Lollis'  Erklärung  scheint  mir  weder 
sprachlich  noch  dem  Sinne  n  ich  zu  genügen.  Ist  vielleicht 
natiiralnieiit  zu  streichen  und  zu  lesen  :  Aqiiesta  priiiieyra 
manleyrti  es  teinor  /dej  iiiorlr ;  e  ai/aestu  temor  (Text  natura} 
Jon  natundmvnt  iieys  eii  Jhesii   Clirjst? 

P.  305,  21.  Das  Glossar  sagt  nur:  „perquilur  lo  stesso 
che  (piitur".  Qiiilar  ist  aber  in  der  Bedeutung,  die  de  Lollis 
annimmt,  meines  Wissens  nicht  belegt. 

P.  314,  26.  Wie  sollte  wohl  paire  =  pareat  sein  können? 
Mistral  hat:  se  puira  „se  garder,  se  passer,  se  priver  de, 
en  Oascogne",  Lespy,  Dict.  bearnais:  pnyra-s  „se  priver,  se 
passer,  s'abstenir".  Ist  also  vielleicht  qnes  paireti  es 
yiiardon  de  J'iir  grens  pecrat  zu  ändern  ? 

P.  314,  Z.  3  v.  u.  Dass  ilie  Aenderung  in  que-que  der- 
jenigen in  qni-ijiii  isi  qnis)  ohne  Zweifel  vorzuziehen  sei, 
leuchtet  mir  durchaus  nicht  ein. 

P.  320,  10.  Es  liegt  kein  Grund  vor,  die  handschriftliche 
üeberlieferung  anzutasten.  Es  ist  zu  deuten:  Sehr  muss  uns 
antreiben  Gott  zu  fürchten  die  Geduld  unil  grosso  Barm- 
herzigkeit Jesu  Christi,  ilie  er  in  dieser  Welt  für  uns  hat, 
so  lange  Zeit  ertrügt  er  (Christus)  uns  in  unsern  schweren 
Sünden  etc. 

P.  330,  21:  Die  Stelle  lautet:  Sunt  Paul  no  fa  «  matri- 
moiii  antra  coinparatiu  deiot:  si  »mys  peccid  e  lo  diable.  Dass 
dejotz  si  „qui  appresso"  bedeuten  könne,  ist  mir  sehr  fraglich. 
Dürfte  man  vielleicht  ilenten:  „macht  der  Ehe  keine  andere 
Gegenüberstellung  unter  ihr  d.  h.  stellt  ihr,  als  nach  ihr 
kommend,  nichts  anderes  gegenüber"?  Nach  der  Ehe  kommt 
gleich  die  Sünde,  dazwischen  liegt  nichts  und  daher  ist  viel- 
leicht Z.  25  das  unverständliche  uiilremen  i<i  in  aulre  tiiiia 
zu  ändern. 

P.  337.  Um  meinen  Einwand  zu  entkräften,  hätte  die 
Verwendung  von  .ss  zur  Bezeichnung  iler  tönenden  Spirans 
nachgewiesen  werden  müssen. 

Freiburg  i.  B.  Emil  Levy. 


Selbstverlag,  Heidslherg,  Sandgasse. 

Gcgfii  lOiuxcn.iung   v.ii  r,o  Pt'.   in  Brief- 
marken  iTtMigt    Krankn/.nscnilnng  von 

1  y-r  iliiiKlscIiiilislKMincr  Dialekt 


I.  'r<-ll.    \\'öl'tc;l-vel'/'.eii;liliis 
von 

Philipp  Lenz. 

4'.     55  S. 


Neue  philolocjische  Kataloge 
von  Joseph  13aer  &  Co.,  Antitiuariat.  Fraiiklurt  a.  M. 

Nr.  2  7ö:   Jinttmuiftchr  Philofot/h'.     lö.')2  Numiiieni. 
.\i.  2  7ti:  SptinU'n   II mJ  I*ortii(f(i( :   Heschichte,   Kunst,    fiprache 
und  Literatur,  etc.     1166  Xiniimeni. 

1  n  V(irb  iMi'i  t  ii  ii  g: 
Xi.  2  77:  (ievininiisrlie  PhUoloijie. 


V...r.iiitw«rilitsl.Mr  UudHotHur  Prot.  Dr.   Krirz  Naumann  in  Heiilelhersr.  —  O.  Otto's  Hofbuehilruckerei  in  Darnisradt. 


LITERATURBLATT 


Fü'R 


GERMANISCHE  UND  ROMANISCHE  PHILOLOGIE. 

•/'/^,  HERAUSGEGEBEN  VON 

j^K.  o^tTO  BEtiXGHEL  und  D*^   FRITZ  NEUMANN 


1  .  ■ 
Ki-Rcheiiit  nion^tlieh 


;  >-  ^  nn  der  Uui^ibitüt  Üi&i>ääD. 

mV 


o.  ü.  rruft'bsor   der  romanischen  riiilrdoyie 
an  der  Universität  Heidelberg. 


VERLAG    VON 

REISLAND,  LEIPZIG. 


Preis  ballijährlich  JI.  5. 


Xll.  Jahrgang.;^, 


Nr.  6.    Juni. 


1891. 


Streitberg,    Die   german.  Comparative   auf -(';:- 

iKatiffmannK 
G  ö  li  I ,    Modi  ia  den  Werken  W.'s  von  Eschenbach 

(liehagh  cl). 
Schacbinger,  Die  Congmenz  in  der  mhd.  Sprache 

(B  e  h  a  g  h  e  1). 
Crccclitts,  Oberhessisches  Wörterbuch  (David). 


Zimmermann,       Versuch     einer     Schillerschen 

Aesthetik  (Berger). 
Westenholz,   üeber  Byrons  historische  Dramen 

(P  r  o  sc  h  o  Itl  t). 
Le  Roman   de  Markes  deRome,   hrsg.  von 

Alton  (F  o  e  r  s  t  er). 
Rahstede,    Wanderungen  durch  die  französische 

Literatur  (Mahrenholtz). 


Montesquieu,   Deux    opuscules    p.  p.    le   baron 

de  Montesquieu  (M  a  h  r  e  o  h  o  1 1  z,'. 
Schuchardt,  üeber  das  Malaloportugicsische  von 

Batavia  und  Tugu  (Schuchardt). 
Bibliographie. 
Literarische    Mittheilungen,     Pcrsonal- 

nachrichten  etc. 


Streithers,  W..  Die  germanischen  Comparative  anf 

-ÖZ-.  Eine  sprachwissenscliaftliclie  üiiteräuchung.  Sondur- 
abdruck  aus  dem  Inde.x  lectionum  quae  in  universitate 
Fiiburgensi  per  nienscs  aestivos  anni  MDCCCXC  habebuntur. 
Fribourg  (Suisse).   1890. 

Die  musterhaft  klar  uml  umsichtig'  disponirte  Uiiter- 
suchunj'  hat  folgenden  Weg  eingeschlagen:  Unter  der 
\'()iiiHssetzung,  dass  die  zweiten  Coniponenten  langer  /-  und 
»-Diphthonge  (idg.  öi,  öu;  ei,  cu)  sowohl  in-  als  auslautend 
in  geschlossener  Silbe  geschwunden,  dass  in  diesem  Falle 
bereits  idg.  Satzdoppelfonnen  entstanden  sind,  geht  der 
Verf.  an  die  Erörterung  der  Entwicklungsgeschichte 
dieser  Langdiphthonge  im  Germanischen  (S.  17  ff.).  Ich 
halte  es  nicht  für  rathsam,  die  Entdeckimg  Meringers 
(Kr.  Zs.  28,  217),  wonach  in  vedischer  Zeit  hastd  vor 
t'onsonanz,  hastäu  vor  Vokal  die  Nominative  dualis  ge- 
wesen sind,  näher  einzuschränken.  Wenn  Streitberg 
auch  in  offener  Silbe  vor  iii  Reductiou  der  Langdiphthonge 
behauptet,  so  ist  nicht  einzusehen,  worin  die  Ausiiahine- 
stellung  für  den  labialen  Nasal  begründet  sein  könnte. 
Wir  müssen  uns  vielfach  gewaltsamere  Zumuthungen  ge- 
fallen lassen,  als  die  Annahme,  dass  bei  einem  tkoiiu  : 
pöi,  ißiomo :  gäu  u.  a.  die  reducirte  ^^'urzelform  auf 
der  Productivität  derselben  beruhe  {pö.  gä).  Wir  wissen 
jetzt,  dass  aind.  aslitäu  =  got  nhtuii,  griech.  oxri», 
lat.  octo  (odöni,  lit.  afiztimi)  sich  zu  einander  verhalten 
wie  aind.  ushtä  panih  gegen  ushtCic  aridltai/dso  (Me- 
ringer  a.  a.  0.  S.  232).  Die  idg.  Satzdoublette  -öit :  -0 
darf  als  lautgeschichtliche  Thatsache  registrirt  werden. 
Es  wird  sich  niemand  sträuben  füi'  die  correspondirenden 
Diphthonge  -ex,  -öi,  -ei,  wenn  auch  massgebende  Belege 
vorerst  fehlen,  analoge  Schicksale  zu  vermuthen. 

Die  bekannte  auf  Jlahlow  -  Joh.  Schmidt  zurück- 
gehende Erkläiung  der  germanischen  Comparative  auf 
-ö2  aus  *öiz  (gut.  >u'/f  :  nefi'is  —  sniumundo :  sniumiindüs 
Kr.  Zs.  26,  390;  Kluge  in  Pauls  Grundr.  I.  401)  ist 
demnach  im  höchsten  Grade  wahrscheinlich,  wenn  das 
(?omparativsuflix  bereits  idg.  gewesen  ist.  Das  trifft 
allerdings  nicht  zu.  Streitberg  hat  den  Beweis  geführt, 
lass  aus  einer  germanischen  Sufttxform  -öiz  nichts 
anderes  als  got.  -aiz  hätte  werden  können  (S.  3ti)  wie 
öu  >  au.  Positiv  behauptet  Streitberg  im  Anschluss 
an  .loh.  Schmidt  jös  :  -Jos :  -jes  sei  das  ursprüngliche 
Comparativsuftix  gewesen.  In  der  Vorstellung  des 
Sprechenden  habe  sich  das  sämmtlichen  Formen  gemein- 


same Element  -_/-  zum  Stamme  gefügt;  im  Gegensatz 
zum  unveränderlichen  Wortkörper  sei  als  Endung  das 
im  Paradigma  veränderliche  unbewirsst  abstrahirt  worden: 
*)iinjöz,  *niHJiz  >  *nivj-öz,  *ninj-iz.  Schon  die  An- 
nahme eines  *iiiiijiz  kann  Bedenken  erregen,  wie  auch 
die  Behauptung:  -j-  habe  sieh  in  allen  Comparativen, 
die  von  vokalisch  auslautenden  Wurzeln  gebildet  waren, 
nothwendiger  Weise  als  Uebergangslaut  einstellen  müssen 
(S.  41).  Bei  den  consonantischen  Stämmen  lasse  sich 
die  Thatsache  nicht  bestreiten,  dass  im  Germanischen  die 
Tiefstufe  des  Steigerungssuffixes  {-is-)  -J-  von  der  Hoch- 
stufe nicht  bezogen  habe;  als  typischer  Vertreter  gilt 
got.  batis,  dessen  Hochstufenfoini  als  %atjöz  constniirt 
wird.  Auf  S.  42  wii-d  schliesslich  „mit  gutem  Recht" 
die  Annahme  aufgestellt,  dass  das  Nebeneinander  von 
hat-iz  und  niuj-iz  (man  achte  auf  die  Trennungs- 
striche) die  Neubildmig  von  *hat-öz  (aus  *bafjöz)  neben 
"ninj-öz  veranlasste.  „Die  vorgeschlagene  Erklärung 
lässt  auch  begreitiich  erscheinen,  warum  die  Comparative 
auf  -iz-  auch  von  andern  als  /-haltigen  Stämmen  ge- 
bildet werden  können,  während  die  Comparative  auf  -öz 
auf  die  o-Stäinme  beschränkt  sind;  denn  jene  repräsen- 
tiren  im  wesentlichen  altes  Erbgiit,  diese  aber  sind  eine 
Neubildung,  deren  ganze  Lebensfähigkeit  auf  der  engen 
Association  mit  einer  bestimmten  Stammilasse  beruht" 
(S.  43).  Ich  wundere  mich  nur,  dass  jene  elementare 
Regel  den  verehrten  Herrn  Vej-fasser  nicht  abgehalten 
hat,  ihr  zum  Trotz  ein  germ.  *hatöz  aufzustellen. 
Was  es  bei  der  Association  der  ö^-Comparative  mit 
der  Klasse  der  o-Stämme  für  eine  Bewandtniss  hat, 
hätte  ich  gerne  näher  erörtei't  gesehen.  Es  ist 
nicht  zu  verkennen,  dass  die  Strömung  bei  der  ausser- 
ordentlich schwierigen  Frage  entschiedener  gegen  die 
auch  von  Streitberg  beliebten  germ.  o-Stämme  zu  gehen 
scheint,  und  sobald  wh-  von  a-  statt  o-Stämmen  reden, 
ist  nicht  mehr  einzusehen,  warum  ein  «-Stamm  wie 
germ.  "fröpaz  engere  Beziehungen  za  dem  Comparativ- 
suftix j-öz  gehabt  haben  soll  als  etwa  hardus  oder  gar 
consouantische  Stäuniie.  Seine  Schlussfrage  richtet  sich 
gegen  den  Verfasser  selbst:  Warum  begegnen  wir  nie- 
mals einem  Comparativ  auf  -jöz'i 

Die  geschichtliche  Auffassung  des  Comparativsufflxes, 
wie  Streitbeig  sie  vertritt,  ist  unannehmbar.  Seine 
Untersuchung  hat  das  Problem  nicht  gelöst.    Mii-  will  es 

14 


187 


1891.     Literaturblatt  fOr  germanisohe  nnd  romanische  Philologie.    Nr.  6. 


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noch  immer  als  das  Näclistgegebene  ereclieineii,  dass  wir 
für  die  öc-t'ouiparative  uns  an  die  Adverbia  auf  -0  zu 
halten  liaben.  Es  bestehen  nocli  im  Gut.  cliarakteristisdie 
1  »irtVrenzeii  zwischen  der  ("onipavatidii  der  .Vdjectiva  und 
iler  der  Adverbia.  So  lautet  bel<anntlich  der  Coniparativ 
zu  Itifils:  iiiitinua,  dajregen  das  adverbiale  i)amiv  ist 
:;ot.  miiia  (mim),  alid.  ;/////,  t'ries.  min  etc.,  ebenso 
^'ot.  icairs  Adv.  gegen  wairsiza  Adj.  (ahd.  icirs,  anord. 
lerr),  got.  panii-seipn  ahd.  shl  (gegen  sidor)  wie  anord. 
>/(?)•  (gegen  siäiir)  u.  s.  w.  Die  von  Paul  Beitr.  IV, 
IM  .VniM.  aufgestellte  Erklärung,  dass  die  Coniparativ- 
advcrbia  lautgesetzlieh  ursprüngliches  -/-  der  Endung 
eiiigeliüsst  liaben  (z.  B.  Grundform  *s7piz),  hat  gewiss 
das  Kichtige  getroften,  vgl.  Sievers  Beitr.  V,  111;  Bugge 
liezzenb.  Beitr.  III,  107.  Unter  dieser  Annahme  kann 
eine  Adverbialform  wie  got.  sniiimiindös  keinen  Anspruch 
auf  -■Mterthünilichkeit  macheu.  Die  lantgesetzliche  Form 
des  Cdinparativs  kann  nur  "'sniiiiiiunds  gewesen  sein. 
^Vie  nun  bereits  Paul-Sievers  got.  hafis  unter  Beein- 
flussung von  Seiten  des  Comparativs  adjcetivi  entstanden 
denken,  so  liegt  möglicherweise,  wenn  ich  die  Yermuthung 
äussern  darf,  in  siiiuminidos  eine  Compromissform  vor 
(Positiv  siiiiniiunilö:  (U>mi)Siriiti\*siiiinnitii(ls>  sniumun- 
döny).  Es  musste  von  vornherein  als  besonders  bedeutsam 
festgehalten  werden,  dass  westgerm.  (und  anord.)  die 
('(imparativa<lverbia  mit  Suffix  -or  (anord.  -ar)  er- 
scheinen, auch  wo  die  .Adjectiva  den  komparativ  nur  mit 
-//•  bilden.  Ahd.  zeigen  die  Comparativadverbia  stets 
Suftix-O)-,  während  Adverbialcomparative  auf  -ir  gar  nicht 
vorkonnnen,  vgl.  Braune  Ahd.  Gramm.  §  268:  ferner 
and.  tn'ilior,  elkor,  fiirdor,  ellior  (wie  got.  aljaleil'os)  u.  a. ; 
Sievers,  Ags.  (iramm.  §  .322;  v.  Helten,  Altostfries. 
(irauunatik  i;  2.'J2.  Leider  hat  Streitberg  die  gram- 
matische Thatsache  der  Unterscheidung  zwischen  Adjectiv- 
und  Adverbialcomparativ  nicht  berücksichtigt.  Wie  einer- 
seits das  Coniparativsuffix  der  Adjectiva  die  Steigerung 
der  Adverbia  lautlich  becinflusst  hat,  so  auch  umgekehrt. 
So  lange  wir  überzeugendere  .Aufklärung  nicht  erhalten, 
wird  die  Schlussfolgerung  nicht  zu  umgehen  sein,  dass 
auf  Grund  des  überlieferten  Sachbestandes  ein  Com- 
parativsuffix  -ö^  zunächst  nur  bei  den  Adver- 
bien entwickelt  worden  ist. 

Auf  einige  Einzelheiten  der  Streitbergschen  Dar- 
legung habe  ich  noch  zurückzukommen.  Got.  miiöns 
beruhe  (trotz  got.  llhainx  etc.)  nicht  auf  ^niitüiniz, 
sondern  auf  einem  athematischen  "mitöniz,  was  ich  nicht 
bestreiten  will.  Die  Abstracta  auf  *-ai)ii-  sollen  dagegen 
eine  Lautübertragung  aus  dem  Präteritmu  imd  Participium 
präteriti  der  zugehörigen  Verba  voraussetzen,  die  mit 
Nothwendigkeit  habe  eintreten  müssen.  Was  ist  auch 
bei  den  jetzt  sehr  mechanisirten  Proportionen  leichter 
als  die  (tleichung  anzusetzen  salhudct :  sulhöns  (Salbe)  = 
lilidida  :  lihuina  (Leben);'  Wenn  wir  uns  einmal  auf 
solch  schlüpfrigem  Boden  befinden,  werden  wir  uns  auch 
die  Uebertragung  von  ai  bei  got.  annaio  aus  dem  Prät. 
nrmuidu  gefallen  lassen  müssen  (S.  7).  Bei  einem  so 
gründlichen  Forscher  wie  Streitberg  können  wir  solche  Be- 
haui)tungen  nicht  hinnehmen,  so  lange  uns  niclit  die  innere 
Beziehung  zwisclien  Verbal-  und  Xomiiialfuucticm  dar- 
gelegt ist.  Dasselbe  gilt  anlässlich  der  Eiklärung  der 
got.  Adverbia  auf  -o,  wobei,  meiner  Meiming  nach  nicht  vor- 
sichtig genug,  mittelst  einer  Uebertragung  der  nasalirten 
Instrumeutalendung  auf  alte  Ablative  die  Schwierig- 
keiten sollen  beseitigt  werden  können  (S.  38).  —  Dass 
es    nicht   zulässig   ist,    für   Infinitive    wie    and.    titolian, 


ags.  sealßan  etc.  auf  Analogie  nach  got.  hailjan  etc. 
zu  recurriren,  um  -i-  des  Infinitivs  zu  deuten  (S.  9),  ist 
durch  die  Erkenutniss  des  silbischen  Charakters  im 
(Friesischen  und)  .Ags.  zweifellos  geworden.  —  Wenn 
S.  31  versucht  wird  dem  nordmfränk.  2.  3.  Sg.  prät. 
deis,  deit  (wie  steis,  stcit:  (/eis,  (/vii)  auf  dem  Umweg 
über  urgermanisches  *döis  etc.  beizukounnen,  so  werden 
diese  Formen  dadurch  in  unverdient  hohes  .Alter  hinauf- 
gerüekt.  Der  Grund,  weshalb  wir  von  geis,  shis  etc. 
ausgehen,  liegt  darin,  dass  wir  nur  für  diese  alte  Be- 
lege besitzen  und  an  Neubildungen  für  ti(on  nur  Formen 
wie  föis,  diiis  etc.  (von  den  ags.-northumbr.  abgesehen) 
kenneu;  deif :  steit  Laniprechts  Alexanderl.  147  scheint 
der  älteste  Beleg  zu  sein  (.T.  Meier,  .lolande  S.  LXI).  — 
Sehr  glücklich  ist  der  Verf.  in  der  Deutung  von  got. 
tsuvait:  nord-  nnd  westgerm.  suniii,  sowie  in  dem  Nach- 
weis ursprünglich  athematisrher  Flexion  der  OH-Verba; 
dagegen  bin  ich  von  ursprünglich  -öi-  in  got.  mais, 
anord.  fieire  nicht  überzeugt. 

Marburg.  Friedrich  Kauf f manu. 

G  ö  h  1 ,  Hermann,  Modi  in  den  Werken  W.  von  Eschen- 
bacb.  Leipziger  Dissertation.  IS89.  53  S.  S  und  2U  Tafeln. 
Göhl  gibt  zunächst  eine  mit  einzelnen  Beisi)ielen 
belegte  Darstellung  des  Modusgebranchs  bei  Wolfram 
und  führt  sodann  so  ziemlich  das  ganze  Material  in 
geschickt  gegliederten,  übersichtlich  angelegten  Tafeln 
uns  vor  Augen.  Freilich  ist  es  leider  nicht  möglich, 
dieselben  unmittelbar  zu  statistischen  Schlüssen  zu  ver- 
werthen.  Denn  wenn  (nihl  auch  manche  zweckmässige 
Unterscheidiuigen  gemacht  hat,  so  die  zwischen  Praesens- 
und  Praeteritalformen,  so  hat  er  doch  eine  der  wich- 
tigsten unterlassen,  nämlich  die  zwischen  Formen,  die 
im  Reime  stehen,  und  solchen,  bei  denen  dies  nicht  der 
Fall.  Ferner  hat  er  nicht  genug  beaditet,  dass  häufig 
die  A'arianten  einen  andern  Modus  bieten  als  den  von 
Laclniiaini  aufgentnumenen.  Verfährt  man  nach  diesen 
nothwendigen  \'ürsichtsmassregeln,  so  erhält  man  z.  B. 
von  dem  Modnsgebrauch  nach  e  ein  ganz  anderes  Bild, 
als  es  die  nackten  Zusammenstellungen  Gfdils  gewähren. 
Endlich  habe  ich  zur  A'ollstäudigkeit  der  Sauuuhuigeu 
kein  rechtes  Vertrauen.  In  den  beiden  ersten  Rubriken 
für  die  Sätze  nach  e  verzeichnet  G.  65  Belege  (P.  311, 
17  ist  zu  streichen).  Dazu  kann  ich  nachtragen:  P. 
177,  3;  186,  20;  254,  7;  289,  19;  497,  12;  539,  20; 
552,  24;  648,  20;  704,  23.  W.  215,  30;  279,  15: 
also  1 1  Beispiele.  Gegen  das  Fehlen  einzelner  Belege 
wäre  ja  bei  einer  so  umfangreichen  Sanniilung  nichts  zu 
sagen ;  aber  wenn  ein  Siebtel  der  Beispiele  fehlt,  so  ist 
das  doch  ein  etwas  starker  Prozentsatz. 

Giessen.  0.  Behaghel. 

Schachinger,  Rndolf,  Die  Congruenz  in  der  mittel- 
hochdeutschen Sprache.  Wien,  llölder  in  Coiiim.  114  S. 
gr.  8.     M.  8,60. 

Eine  reiche  Sammlung  von  Belegstelleu  für  die 
Sätze,  die  Grimm  und  Paul  zur  Lehre  von  der  Congruenz 
gefunden  haben.  Schachinger  hat  sich  auf  eine  bestimmte 
Zalil  Von  Schriftstellern  beschränkt  und  scheint  hier  auf 
Erscliöpfung  des  Jlaterials  .Ans|)ruch  zu  macheu.  Aller- 
dings Verlassen  darf  man  sich  auf  die  A'ollstäudigkeit 
nicht:  beispielsweise  fehlt  auf  S.  87  Parz.  394,  23,  auf 
S.  90  P.  377,  12;  380,  28;  387,  16;  Iwein  7492. 
Leider  ist  auch  die  handschriftliche  Beglaubigung  der 
Belege  nicht  gejirüft ;  so  sind  von  den  Beisi)ieleu  S.  89 
vorletzter  .Absatz  drei  nicht  beweiskiäftig:  Ilartm.  2.  B. 


189 


1891.     Literatnrblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  ß. 


190 


171  ist  lebent  eine  willkürliche  Aendenmg:  Haupts  für 
ilas  überlieferte  lehet;  Iw.  7494  und  Wli.  141,1  sdiwanken 
die  Hss.  Aus  den  Sannnlungen  Stliachingers  ergibt  sicli 
einiges  Neue  über  den  Umfang  und  die  Verbreitiuigsart 
mancher  Construction ;  ich  hebe  hervor,  dass  auf  singn- 
larisches  wlp  regelmässig  das  Feminin  des  Pronomens 
bezogen  wird,  dass  der  Gebrauch  des  neutralen  Adjectivs 
mit  Bezug  auf  Menschen  auf  die  Prosa  beschränkt  ist, 
dass  der  Singular  des  Verbs  vor  Plural  des  Subjects  der 
Prosa,  wie  Gotfried  und  Konrad  von  AVürzburg  fremd 
ist.  Bei  etwas  weniger  mechanischer  Behandlung  wäre 
aber  dem  Material  noch  etwas  mehr  abzugewinnen  ge- 
wesen. Ich  habe  besonders  die  gedankenlosen  Zusammen- 
stellungen über  den  Numerus  des  Prädicats  bei  mehr- 
fachem Subject  vor  Augen,  aus  denen  mau  schlechterdings 
kein  Bild  der  Sache  erhält.  Hätte  Seh.  die  Beispiele 
nach  Kategorien  geordnet,  so  hätte  er  gesehen,  dass  in 
gewissen  Kategorien  nxu-  der  Singular,  in  gewissen  andern 
nur  der  Plural  steht.  Erst  nachdem  diese  Kategorien 
ausgeschieden,  kann  man  die  gleichartigen  Fälle  ver- 
gleichen in  Bezug  auf  die  Meuge  der  auftretenden  Plu- 
rale  oder  Singulare.  —  Nur  der  Plural  steht  natürlich, 
wenn  es  sich  um  Prädicate  handelt,  die  von  einem 
Subject  nicht  ausgesagt  werden  können,  also  z.  B.  beim 
Yerbum  samenen  (Xib.-L.  580,  3)  oder  wenn  einander 
beim  Verb  steht  (Nib.-L.  292,  3;  551,  1;  628,  2).  Der 
Plural  steht  fast  ausschliesslich  nur  dann,  wenn  es  sich 
um  mehrere  persönliche  Subjecte  handelt;  -Ausnahme 
Trist.  296,  14:  in  miioteii  harte  sere  sin  triuwe  und 
üin  ere.  In  derartigen  Fällen  steht  sonst  der  Singular. 
Ebenso  tritt  dieser  ein,  wenn  das  zweite  Subject  mit 
und  auch  angefügt  ist  (z.  B.  P.  162,  14;  163,  28; 
179,  18),  überhaupt  wenn  dasselbe  erst  nach  völligem 
Abschluss  des  Satzes  nachgetragen  wird  (z.  B.  P.  19, 
14;  38,  21;  44,  27).  In  einer  ganzen  Anzahl  der 
S.  87  verzeichneten  Fälle  liegt  gar  nicht  ein  Prädicat 
neben  mehreren  Subjecteu  vor,  sondern  es  steheu  that- 
sächHch  zwei  Prädicate  neben  zwei  Subjecten;  so  P.  6C, 
25:  73,  7;  100,  11;  33,  4;  150,  16;  219,  22.  Hier 
kann  nur  der  Singular  stehen;  auch  Engelh.  2713  ist 
gewiss  glänzte  statt  glamteti  zu  lesen. 

Giessen.  0.  Behaghel. 

Oberhessiscbes  Wörterbuch.  Auf  Grund  der  Vorarbeiten 
■Weig-inds,  Diefenbachs  und  Hainebachs,  sowie  eigener 
Materialien,  bearbeitet  im  Auftrag  des  Historischen  Vereins 
für  das  Grossherzogthum  Hessen  von  W  i  1  h  e  1  m  C  r  e  c  e  1  i  u  s. 
Erste  Lieferung :  Vorwort,  A,  B.  Darmstadt,  Selbstverlag 
des  A''ereins.  lö'/»  B.     M.  5. 

In  dem  vorliegenden  Weike  gelangen  die  umfassen- 
den Vorarbeiten  Weigands  auf  dem  Gebiete  der  „Wetter- 
auischen  Mundart"  zum  ersten  Male  zum  Druck.  Das 
Gebiet,  welches  Weigand  im  Auge  hatte,  war  die  eigent- 
liche Wetterau;  für  dieses  wollte  er  ein  in  sich  abge- 
schlossenes Idiotikon  schreiben.  Die  gleiche  Absicht  lag 
den  Vorarbeiten  von  Lorenz  Diefenbach  zu  Grunde,  der 
„theils  in  dem  südlichen  Gebiet  der  Wetterau,  theils  in 
dem  nördlichen  an  den  Grenzen  anderer  Mundarten" 
sammelte.  Beide  gingen  von  der  Annahme  aus,  dass 
der  geographische  Begritf  der  Wetterau  auch  in  sprach- 
licher Beziehung  ein  bis  zu  gewissem  Grade  innerlicli 
einheitliches  imd  äusserlich  selbständiges  Gebiet  sei.  Ob 
diese  Annahme  gerechtfertigt  ist,  scheint  sehr  zweifel- 
haft. In  der  Wetterau  zeigen  sich,  wie  überall,  von 
Dorf  zu  Dorf  Verschiedenheiten  in  Ausspraclie  und  Wort- 
gebrauch,   imd    die    Uebergäuge    in    das    Xachbargebiet 


liinüber  sind  nicht  weniger  continuirlich,  als  diejenigen 
innerhalb  der  Wetterau  selbst.  Es  fehlt  bis  jetzt  jede 
Untersuchung  darüber,  ob  dem  Ausdruck  „Wetterauer 
Mundart"  irgendwelche  wissenschaftliche  Bestimmtheit 
zukommt. 

Immerhin  aber  hatten  doch  Weigand  und  L.  Diefeu- 
bacli  ein  geographisch  einigermassen  begrenztes  Gebiet 
im  Auge:  das  Flussgebiet  der  Wetter.  Crecelius  ist 
weit  über  dieses  Gebiet  liinausgegangen,  einerseits  durch 
Verwerthung  des  von  dem  verstorbenen  Giessener  Gj'ra- 
nasiallehrer  Professor  Hainebadi  gesammelten  Materials 
und  anderseits  durch  reichliche  Hinzufügung  selbständig 
gesammelten  Sprachstoft'es  aus  den  verschiedensten  Theilen 
der  Provinz  Oberliessen.  So  glaubte  er  sein  Werk  über 
ein  „auf  einzelne  Ausdrücke  beschränktes  Idiotikon  hinaus- 
gehoben" und  nannte  es  demzufolge  ..Oberhessiscbes 
Wörterbuch".  Der  AVerth  dieser  Erweiterung  muss 
sehr  in  Frage  gestellt  werden.  Die  Sprache  Oberhessens 
kann  noch  viel  weniger  als  diejenige  der  Wetterau  als 
eine  in  sich  beschlossene,  selbständige  Untermuudart  des 
Mittelfränkischen  gelten.  Zudem  nimmt  Crecelius  den 
Kreis  Wetzlar  und  das  ehemalige  hessische  Hinterland 
liinzu  und  sclireitet  so  auch  über  die  politischen  Grenzen 
Oberhessens  liinaus.  So  fehlt  dem  Werke  die  räumliche 
Conzeutration  uud  damit  auch  die  innere  Einheit  des 
darzustellenden  Sprachobjects. 

Um  eine  solche  innere,  organische  Einheit  zu  ge- 
winnen, ist  es  unbedingt  nöthig,  die  natürliche  Sprech- 
und  Hörgemeinschaft  eines  eüazelnen  Dorfes  zum  Mittel- 
punkt des  Ganzen  zu  machen.  Niu-  die  Sprache  einer 
einzelnen  U  orfgemeinde  ist  ein  wirklicli  in  der  Natur 
vorkommendes  Sprachganze;  Begriffe  wie:  Gau-,  Stamm- 
oder Volkssprachen  sind  Erweiterungen,  denen  wohl 
abstracte  Bedeutung,  aber  kein  coucretes  Dasein  zu- 
kommt. Zur  Darstellung  des  Wortschatzes  einer  solchen 
naturgegebenen  Spracheinheit  gehört  auch  die  Aufweisung 
des  Verhältnisses  zu  dem  umliegenden  Spracligebiet. 
Damit  ist  eine  Erweiterung  über  den  Umfang  der  Dorf- 
sprache hinaus  von  selbst  gegeben,  und  diese  Erweiterung 
ist  eine  solche,  welche  die  EinlieitUchkeit  des  darzu- 
stellenden Sprachganzen  nicht  verwischt,  sondern  viel- 
mehr klarer  aus  Licht  treten  lässt. 

Am  empfindlichsten  macht  sich  dieser  Mangel  eines 
einheitlichen  Mittelpunktes  tür  die  Lautbezeichnimg  gel- 
tend. Diese  ist  olinehin  nicht  streng  phonetisch;  auch 
fehlt  eine  orientü'ende  Uebersicht  über  dieselbe.  Ganz 
und  gar  unzuverlässig  ist  sie  aber,  weU  man  nicht  weiss 
fiu"  welclies  Dorf  sie  in  jedem  einzelnen  Falle  gelten 
soll.  Welche  Anschauung  von  dem  naturgegebenen 
Sprachzustand  lässt  sich  z.  B.  gewinnen,  wenn  unter 
,/ihig"  steht:  nivicli,  äirich,  (lirichd,  äwichd,  in  der 
Gegend  (!)  von  Friedberg,  Butzbach,  Giessen,  Lieh,  Grün- 
berg...; oder  imter  „Ahm":  Arn,  Em,  Arn,  Em, 
Im  —  dieses  z.  B.  in  Leihgestern,  Odenhausen  a.  d.  L.  — 
selten  Ertn  wie  in  Climbach  .  , .'? 

Macht  man  ein  einziges,  bestimmtes  Dorf  zum  Aus- 
gangs- und  Bezielmngspunkt,  so  ist  damit  aucli  ein  rich- 
tiges Leitmotiv  für  die  Heranziehung  historischer  Belege 
gegeben.  Abgesehen  von  allen  übrigen  Vorsichtsmass- 
regeln, welche  sprachlichen  Petrefacten  gegenüber  an- 
zuwenden sind,  bevor  man  sie  in  das  BUd  des  lebenden 
Organismus  einfügt,  ist  es  vor  allen  Dingeu  nöthig,  von 
allen  Urkimden  abzusehen,  die  sich  nicht  streng  lokali- 
siren  lassen.  Aus  den  einheimischen  Kirchen-  und  Ver- 
waltimgsakteu  und  eventuellen  literarischen  Erzeugnissen 


191 


1891.    Literaturblatt  für  germanisohe  und  romanische  Philologie.    Nr.  6. 


10- 


viTiliciit  aber  auch  nnr  das  Anfnahme,  was  seine  Heimaths- 
berotlitifruiiK'  n;uli«eisi'ii  kann.  Diese  wird  sich  zumeist 
auf  dit'  notli  lebende,  spracliliclie  Xatlikoniinenschaft 
g^iiiiuliii.  Fehlen  aber  jeglielie  Spuren  seiner  Existenz 
in  dem  luutijjen  Spraehbestand,  dann  kann  nnr  ein  un- 
verkennbar lokales  Geprilge  dazu  berechtigen,  solelies 
nur  bistorisch  belegte  Material  in  die  Darstellung  einer 
lokalen  Mundart  aufzunehmen.  .\uch  in  dieser  Beziehung 
Zeigt  das  _()berhessisclie  Wiirterbueli"  ein  recht  störendes, 
verdunkclmics  Zuviel.  .Sn  hat  Crecelius  z.  15.  aufge- 
nommen: „die  AI  KU  füre"  (5  Zeilen)  weil  es  aus  1462, 
„(Ins  Alinoseii"  (7  Zeilen)  weil  es  aus  1277,  1311,  1347, 
1351  urkundlich  belegt  ist.  Sogar  „anhei"  findet  sieh 
mit  10  Zeilen  Text,  welche  sein  Vorkommen  in  den 
.Akten  betr.  Klagen  gegen  den  Pfarrer  Römheld  in 
Kirciiberg  aus  der  Mitte  des  18.  .Tabrliunderts  nach- 
weisen. So  finden  sich  ferner:  abgünstig,  abklingeln, 
abkündigen,  ablegen,  Ableib,  ableimen,  ablohnen,  abnehni- 
lich,  Abschabet,  absciiatzen,  abscheiden,  Abwachs,  an- 
erregt, anersterben,  anfechten,  Achtel,  Altar,  Ausbund, 
banfallig,  IJaumeister,  Baner,  Baumöl,  Besthaupt,  Bete 
u.  s.  w.,  weil  sie  in  irgend  einer  der  auf  hessischem 
Boden  entstandenen  Urkunden  vorkommen.  Solche  Wörter 
könnten  ebenso  gut  in  einem  ostpreussischen  Wörterbuch 
stehen  und  gehören  ganz  und  gar  nicht  in  „den  Umfang 
der  im  Volke  geläufigen  Sprache". 

Abgesehen  von  dieser  durch  den  Mangel  eines  räum- 
lichen und  zeitlichen  Concentrationscentrums  bedingten, 
verschwonunenen  .Anlage  des  (janzen,  ist  das  Werk  im 
Einzelnen  eine  überaus  reiche  und  zuverlässige  Fund- 
grube mundartlichen  Sprachstoffes.  Die  mundartlichen 
Dichtungen  von  Weigand,  Geibel,  v.  Trais  sind  ein- 
gehend benutzt  und  von  Weigands  Dichtungen  einige 
hübsche  Proben  aufgenommen  worden.  Ausserdem  haben 
Schmidt  „  Westerwäldisehes  Idiotikon",  Kehrein  „Volks- 
sprache nnd  Volkssitte  im  Herzogthum  Nassau"  und 
Vilniar-Pfisters  Idiotikon  sorgfältige  Berücksichtigung 
gefunden.  Vor  Allem  aber  ist  es  der  Reichthum  der 
aus  der  Natur  selbst  geschöpften  Beobachtungen,  welcher 
das  Werk  zu  einem  interessanten  und  sehr  scliätzens- 
werthen  Hilfsmittel  für  die  weitere  Untersuchung  des 
heutigen  Mittelfränkischen  macht.  Wilhelm  Crecelius 
ist  seinen  Vorarbeitern  im  December  1889  im  Tode 
nadigefolgt;  so  war  es  keinem  der  Bearbeiter  vergönnt, 
eine  ötfentliihe  Anerkennung  seiner  verdienstvollen  Thätig- 
keit  zu  erleben.  Dem  Historischen  Verein  für  das  Gross- 
herzogthum  Hessen  aber  gebührt  Dank  dafür,  dass  er 
das  werthvolle  Vermächtniss  der  "^'erstorbenen  zum  All- 
gemeingut gemacht  hat.  Möchte  er  uns  auf  die  drei 
noch  ausstehenden  Lieferungen  nicht  allzulange  warten 
lassen. 

Oiessen.  E.  David. 

Zimmermann,  Gustav,  Versuch  einer  Schillerschen 
Aesthetik.  Stmlie.  Leipzig,  Tcubner.  i:t(i  S.  8.  M.  2. 
„Versuch  einer  Schillerschen  Aesthetik"  nennt  der 
\'erf.  seine  mit  zwiefacher  Vorsicht  betitelte  ..Studie". 
Und  doch  nicht  vorsichtig  genug!  Denn,  um  es  gleich 
zu  sagen,  das  Werkclieu  ist  Alles,  ein  ,, Versuch",  eine 
„Studie",  nur  nicht  „einer  Schillerschen  Aesthetik"! 
Wenn  wir  von  einer  Schillerschen  Aesthetik  hören,  so 
erwarten  wir,  dass  entweder  in  systematischer  Weise 
ein  Zusammenhang  in  die  zerstreuten  ästhetischen 
Ideen  und  Bestinnnungi'ii  Seh. 's  über  Schönheit  und  Kunst 
(im  Anschhiss    an    seine  Theorie)    gebracht    worden    sei, 


oder  auch,  dass  die  Aesthetik  Seh. 's.  wie  sie  sich  ans 
seinem  ganzen  Leben  heraus  entwickelte  und  in  .\\\- 
lüindlungen  und  Werken  gestaltete,  historisch  darge- 
stellt Werde.  Das  letztere  Verfahren,  dessen  Schwierig- 
keit der  Verf.  erkannt  und  gescheut  hat  (vgl.  S.  48), 
muss  bei  einer  .Aesthetik  Schillers  immer  als  (irnndlage 
dienen,  da  Entwicklung  und  ..Entwicklnngslust",  die  sich 
an  kein  System  binden  Messen,  den  Grundzug  von  Seh. 's 
geistigem  Leben  bilden.  Aber  „nicht  in  der  Ordnung 
ihres  Entstehens"  will  Zimmermann  die  .Aesthetik  .Seh. 's 
vortragen,  ,,sondern  in  einem  gewissen  gedanklichen 
Zusammenhang"  (S,  48),  Und  weiter  als  zu  einem 
„gewissen"  Zusanunenhang  hat  es  diese  „Studie"  denn 
auch  nicht  gebracht.  Es  fehlt  dem  Ganzen,  wie  schon 
die  Vagheit  des  Titels  vermuthen  lässt,  an  einem  testen 
Plane,  einem  leitenden  (tedanken.  Da  lässt  nns  eine 
.Art  Präludium  „Schillers  Ethik  und  ihr  Zusammenhang 
mit  si'iner  .Aesthetik"  eine  Welt  von  Eröffnungen  und 
.Aussichten  —  ahnen.  Er  intonirt :  „Wir  lassen  den 
Strom  dieses  ganzen,  gewaltigen  Geisteslebens  an  uns 
vorüberfliessen,  hemmen  aber,  einzelne  Strömungen  über- 
gehend, zweimal  seinen  Lauf  und  führen  uns  den  Dichter 
.als  Ethiker  vor  in  der  Zeit  der  Ruhe  (bis  zum 
.Tahre  1791),  die  schon  die  folgende  des  Kampfes  ahnen 
lässt  (im  Princip  geendet  mit  dem  .Aufsatz  „.Anmuth  und 
Wüi'de"  1793),  und  folgen  dann  dem  in  wechsellosen 
Frieden  (Casus?)  Wandelnden  mit  staunenden  Augen, 
bis  er,  je  näher  er  uns  zu  kommen  scheint,  plötzlich 
entschwindet."  (Vgl.  Ähnliche  Stilproben  S.  13  unten, 
S,  39  1.  Alinea,  S.  132  letztes  Alinea.)  Wirklich,  da 
droht  .Alles,  was  wir  über  Schiller  wissen,  zu  entschwinden  ! 
Thränen  auf  der  Akademie  vergossen,  die  „Räuber",  die 
eine  Welt  erschütterten,  die  „Laura-Oden",  „Sturm  und 
Drang"  und  Flucht  und  unendliche  Seelenqualen  —  all 
das  soll  in  „die  Zeit  der  Rulie"  fallen*.  —  Unter  obiger 
Ueberschrift  wird  uns  nun  (in  den  genannten  drei  Ab- 
theilunge.n)  in  einer  Reihe  „zusammenhängender"  Citate 
die  Ethik  Seh. 's  im  Extract  gegeben,  und  zwar  so,  dass 
wir  weder  ein  einheitliches  Gesamnitbild  derselben  er- 
halten noch  auch  die  einzelnen  für  die  Aesthetik  wich- 
tigen Entwicklungsmomente  klar  und  deutlich  oder  irgend- 
wie aus  der  Citatenmasse  sich  herausheben  sehen.  Ohne 
dass,  wie  versprochen,  ein  richtiger  Zusammenhang  der 
Ethik  mit  der  .Aesthetik  auch  nur  angedeutet  ist,  schliesst 
der  .Abschnitt.  Wozu  fünf  Seiten  auf  Citate  aus  der 
„Zeit  der  Ruhe"  verwenden,  wenn  nicht  mit  einem  Wort 
die  aus  der  .Tugendphilosophie  Seh. 's  sich  ergebende  Lehre 
von  der  Identität  des  Aesthetischen  und  Ethischen  (nach 
Shattebury's  Satz  „all  beauty  is  truth")  erwähnt  resp. 
erläutert  werden  soll?  Aber  auch  von  der  späteren 
Gestaltung  Jenes  Verhältnisses  in  Schillers  Theorie,  wobei 
sich  das  Schöne  als  ein  Analogen  des  Guten  (Sittlichen) 
herausstellte  (Identität  der  Form  derselben),  erfahren 
wir  nirgends  etwas.  Und  das  ist  doch  der  Kernimnkt 
von  Seh, 's  Lehre,  (S.  20  Anm,  wird  Falsches  und  Miss- 
verstandenes gesagt;  S.  52  letzter  Absatz  drückt  er 
sich  in  ganz  vager,  zu  Missverständnissen  leitender  Weise 
über  die  Arten  der  Schönheit  aus.) 

In  einer  Einleitung  (S.  27— 4.S!)  gibt  uns  der  Verf. 
Gelegenheit,  in  der  „Uebersicht  der  Urtheile  Seh, 's  über 
Bildnerknnst,  Alalerei  und  Musik"  die  ersten  .Anfänge 
eines   inductiveu   Verfahrens    zu   bewundern;    aber    auch 


'   Uebrigens   verstellen   wir,    wodiircli    vorleilet  der   Verf. 
eine  ebenso  verkelirte  als  gesuchte  Kiiitlicilung  uidclien  Uuniite. 


1  '»3 


18f)l.     Literiiturliliilt  für  permaiiiKclie  und  rumaiiisilie  Philologie.     Nr.  6. 


1114 


liier  bleibt  es  beim  Anfzälilen  —  zu  einem  Sihliiss  driing'te 
den  Verf.  sein  wisseiiseliaftliclier  Sinn  nicht  hin.  Und 
wenn  auch,  so  wäre  er  ja  wertlilos :  di'nn  alle  diese 
., l'rtheile"',  aus  ganz  verseliiedenen  Anschauungsweisen 
gefiiissen,  sind  incommeusurable  Grössen,  —  oder  wenigstens 
für  den  einheitlichen  Bau  einer  .\estlietik  unbrauchbar, 
falls  nicht  ein  ,. Gemeinsames"  sich  aufdecken  lässt.  I)(jch 
dies  .Alles  lair  dem  Verf.  ja  fern ;  —  wenn  sie  nur  da- 
stehen, die  rrtheile,  schwarz  auf  weiss!  —  Was  sollen 
ferner  Anecdoten,  „Züge  aus  dem  Leben''  und  dergleichen 
Allotria  (vgl.  S.  .38  39.  81  und  sonst);  was  soll  das 
Hereinziehen  von  Lebensumständen  unter  ganz  willkür- 
lichen und  verkehrten,  den  Thatsachen  widersprechenden 
Auslegungen  (vg:L  z.  B.  .S.  70  ff.)  in  einer  Schillerschen 
.\esthetiky  Und  so  geht  es  unerriuicklich  weiter  — 
wir  hören  von  allem  Jlögiichen.  nebensächlichen  und  nicht 
hierher  gehörigen  Uingen,  die  als  äusserer  Aufputz  dienen 
müssen  (vgl.  S.  37,  8.  44  ff.,  S.  70  ff.,  S.  81  ff.  u.  s.  w.); 
in  dem  Nebeneinander  von  Notizen  entgehen  uns  überall 
allgemeine  Gesichtspunkte,  von  denen  aus  das  Einzelne 
erst  das  richtige  Licht  erhalten  könnte :  es  fehlt  der 
Krvstallisationspunkt  für  das  ermüdende  Detail.  Das  ist 
der  Charakter  des  Ganzeu.  —  An  Jlissverständnissen, 
Verkehrtheiten  und  L'ngenauigkeiten  im  Einzelnen  ist 
auch  kein  Mangel :  so  S.  42  g-anz  Falsches  betr.  Seh. 's 
Ansicht  von  Inhalt  nnd  Form;  S.  73  „Krnstschönheit 
vom  Geiste  geschaffen"  und  S.  74  „eine  dritte  Schön- 
heit", beides  falsch,  denn  Seh.  unterscheidet:  Schönheit 
des  Baus  und  Schönheit  des  Spiels!  S.  79  80:  ..für 
Seh.  kamen  die  object.  Formunterschiede  gar  wenig  in 
iSetiacht";  da  möchte  man  dem  A'erf.  anratlien,  den 
Kallias  und  die  ästhetischen  .-Vbliandlungen  eingehender 
zu  Studiren,  anstatt,  wie  er  dies  öfters  thut,  blindlings 
in  den  Spuren  Tumascheks  einher  zu  stolz'iren ;  S.  ßb 
mengt  er  ..Schönes"'  und  ..Erhabenes"  vollständig  durch- 
einandei-,  walirscheinlich  Toniaschek  missverstehend,  dessen 
Benutzung  er  nicht  immer  eingesteht;  so  z.  B.  .S.  73 
und  S.   79  letzter  Absatz. 

Zu  rühmen  vermag  ich  bloss  die  scheinbar  grosse 
Belesenheit  des  Yerf.'s:  im  Uebrigeu  bleibt  das  Buch 
eine  ^'ersündigung  an  Schillers  Aesthetik. 

(üessen.  Karl  Berger. 


Westenholz,  Friedrich  v.,  üeber  Byrons  historische 
Dramen.  Ein  Beitiajf  zu  ihrer  ästlietisclien  Würdigung. 
Stuttgart,  Krieilricli  Fronimanns  Verlag  (E.  Hautf).  1890. 
(i-l  S.  f<. 

l'ie  Dramen  Byrons  haben  seit  dem  Vorgange 
Goethes  in  Deutschland  mehr  Anerkennung  gefunden  als 
in  des  Dichters  Heimathlande.  Denn  abgesehen  von 
Bnlwei',  der  ihnen  in  seinem  Buche  'England  and  the 
Engli.sh'  übertriebenes  Lob  gezollt  hat,  sind  die  englischen 
Literarhistoriker  entweder  ganz  an  ihnen  vorüber  ge- 
gangen, oder  haben  sie  als  ziemlich  gering  wert  big  ab- 
gescliätzt.  Erst  in  jüngster  Zeit  hat  sich  in  W.  Gerard 
(Byron  restudied  in  his  dramas,  London  1886)  ein  eng- 
lischer Gelehrter  gefunden,  der  den  Byronschen  Dramen 
ein  tiefergehendes  Studium  gewidmet  und  sie  ohne  \'or- 
eingenommenheit  gewürdigt  hat.  A'on  diesem  Buche 
angeregt,  ist  Westeuholz  von  neuem  an  die  Arbeit  ge- 
gangen, um  auch  in  Deutschland  wieder  einmal  eine 
Lanze  für  den  Dramatiker  Byron  einzulegen.  Wie  weit 
übrigens  die  W.'sche  Schrift  von  Gerard  unmittelbar 
beeinflusst  sein  mag,  hat  Ref.  nicht  nachzuprüfen  ver- 
mocht. 

Ehe  W.  auf  seinen  eigentlichen  Gegenstand  eingeht, 


forscht  er  den  Lebensverliältnissen  nach,  unter  denen 
Byron  zum  Dramatiker  wurde.  Dabei  sucht  er  den 
Nachweis  zu  erbringen,  dass  dem  Dichter  die  lyi-isch- 
epischen  Formen  füi-  die  Wiedergabe  seiner  Erlebnisse 
nnd  Geniüthsstinnnungen  zu  eng'  geworden  seien  und  dass 
er  sich  aus  innerer  Nöthigiing  zur  dramatischen  Gestaltung 
getrieben  gefühlt  habe.  Die  Beweise,  die  der  Verfasser 
dafür  vorbringt,  erscheinen  uns  indessen  für  zu  schwach, 
und  wir  halten  demnach  bis  auf  Weiteres  an  der  Auf- 
fassung Elzes  fest,  nach  der  Byron  mehr  aus  Laune  und 
eigenwilliger  Selbstgefälligkeit  als  aus  wahrhaft  innerem 
Drang  das  Feld  der  dramatischen  Poesie  angebaut  habe. 
Wäre  Byron  ein  wirklicher  Dramatiker  gewesen,  wie 
hätte  er  sich  dann  gegen  jede  Aufführung  seiner  Stücke 
von  vornherein  so  verwahren  können'/  Damit,  dass  er 
nicht  Von  der  Bühne  herab  hat  wirken  wollen,  dass  er 
nur  Lesedramen  verfasst  hat,  hat  er  sich  selbst  das 
Urtheil  in  Betreff  seiner  dramatischen  Veranlag'ung  ge- 
sprochen. 

Von  seiner  Untersuchung  hat  Westenholz  diejenigen 
Dramen  ausgeschlossen,  die  in  Deutschland  bereits  ein- 
gehende Würdigung  gefunden  haben;  er  begnügt  sich 
also  mit  einem  Hinweis  auf  die  ziemlich  umfangreiche 
Manfred-Literatur  sowie  auf  die  Abhandlimg  von  Schaffner 
über  'Cain'  (vgl.  Ltbl.  1881,  Sp.  57,  58)  und  auf  die- 
jenige von  Georg  Mayn  über  'Heaven  and  Earth'.  Das 
Schauspiel  'Werner'  lässt  er  als  eine  zu  äusserliche  Dra- 
matisirung  der  Harriet  Lee'schen  Novelle  mit  gutem 
Rechte  ganz  beiseite,  so  dass  ihm  —  von  dem  Fragment 
'The  Defornied  transformed'  abgesehen  —  nur  'Marino 
Faliero',  "The  two  Foscari'  und  'Sardanapalus'  zu  be- 
trachten erübrigt. 

Was  W.  über  diese  sog.  historischen  Dramen  zu 
sagen  weiss,  ist  im  Allgemeinen  wenig  zu  beanstanden ; 
doch  ist  es  auch  nicht  dazu  angethan,  das  bisherige 
Urtlieil  über  die  Byronschen  Dramen  wesentlich  nmzu- 
gestalten.  W.  selbst  verschliesst  sich  keineswegs  gegen 
ihre  Schwächen,  sondern  erkennt  laut  ihren  Mangel  an 
Exposition,  an  Handlung  luid  ('harakterentwicklung  an. 
Immerhin  schlägt  er  aber  Byrons  dramatische  Begabung 
noch  zu  hocli  an  und  wird  damit  zwar  den  Beifall  der 
Literarhistoriker  vom  Schlage  Karl  Bleibtreus  finden, 
im  Allgemeinen  aber  mit  seiner  Ansicht  ziemlich  ver- 
einzelt stehen. 

Von  Interesse  ist,  wie  W.  den  tragi,schen  Conflict 
in  Marino  Faliero'  entwickelt.  Danach  beriüit  er  in 
Folgendem:  Der  sterbende  Loredano  hatte  seinem  Freunde 
Faliero  die  Serge  um  seine  Tocliter  Angiolina  ans  Herz 
gelegt.  Dieser  glaubt  des  Freundes  Auftrag  am  Besten 
erfüllen  zu  können,  wenn  er  .Angiolina  zu  seiner  Gattin 
macht.  Allein  gerade  als  solche  erfährt  sie  den  Schimpf 
von  Seiten  Stenos,  und  darin,  dass  Faliero  trotz  seiner 
fürstlichen  Stellung  die  Gattin  nicht  vor  Unbill  zu  be- 
wahren vermocht  hat,  liegt  seine  Schuld,  die  er  bei  dem 
Versuch,  die  in  seiner  Person  beleidigte  Majestät  des 
Staates  wieder  herzustellen,  mit  dem  Leben  büsst.  — 
In  der  Person  Angiolinas  sieht  W.  eine  dichterische  Ver- 
herrlichung von  Byrons  Schwester  Augusta  (Mrs.  Leigh). 

Einen  werthvollen  Theil  der  W. 'sehen  Schrift  machen 
die  Untersuchungen  aus,  die  dem  Quellennachweis  für 
'Marino  Faliero'  nnd  'The  two  Foscari'  gewidmet  sind. 
War  auch  auf  wesentlich  neue  Ergebnisse  von  vorn- 
herein um  so  weniger  zu  rechnen,  als  Byron  zum  Ver- 
ständniss  seiner  Dramen  die  Kenntniss  seiner  Quellen 
geradezu  voraussetzt,  so  ist  es  doch  dem  Verf.  sehr  wohl 

lö 


195 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  6. 


l'.Ml 


gelung:t'ii,  nicht  nnr  die  iiberpinstimmenden  Ziig:e  zwischen 
den  lieidtMi  l»ra)iicii  und  ihren  yiudleii  darzustellen,  son- 
dern auch  die  (iründe  naelizuweisen,  warnni  der  IMehter 
d:i  und  dciit  .Aenderungen  an  der  f^eseliielitlielien  l'eber- 
liet'erunii-  vorprenonnuen  hat.  Auch  die  Verfrleiehuiiff  von 
Kyrons  'Jlarinu  Faliero'  mit  dem  gleichnamig^en  Stücke 
Delaviffnes  ist  wühl  am  Platze,  insofern  sie  zeigt,  dass 
(ioetlie  Reclit  hatte,  wenn  er  sagte,  man  könne  Uj'rons 
'Jlarinu  Falieru'  sehr  wohl  bühnentahig-  machen,  ohne 
ilim  'durch  .\endei'ungen  zu  schaden'.  Die  von  -A.  Fitger 
für  ilie  Jleininger  hergestellte  l'ebersetzung  und  Bühnen- 
beaibeitung  des  Stückes  scheint  W.  unbekannt  geblieben 
zu  sein.  Sonst  hatte  er  sie  jedenfalls  neben  den  übrigen 
Bearbeitungen,  die  auf  S.  31  erwähnt  werden,  mit- 
genannt. 

Hir  'Sardanapalus'  war  ein  eingehender  Quellen- 
nachweis nicht  ei'forderlich,  da  das  Stück  weit  weniger 
als  beschichte  als  vielniehi'  als  Selbstei-lebtes  aufzufassen 
ist.  W.  nennt  es  nicht  mit  Unrecht  'eine  dichterische 
Beichte*.  Es  ist  eine  Verklärung  des  Verhältnisses 
Byrons  zur  (rrätin  Guiccioli;  denn  niemand  anders  als 
sie  ist  in  dem  Bilde  Slyrrhas  wiederzuerkennen.  Indem 
der  \>rf.  dies  nachweist,  nimmt  er  \'eranlassnng  das 
herabwürdigende  Urtlieil  .leatfresons  über  das  ^'erhältniss 
Byions  zur  (irätin  zurückzuweisen.  I)aran  tliut  er  gewiss 
recht.  Byron  hat  in  der  (luiccioli  entschieden  mehr  als 
'an  extremely  eligible  mistress'  gefunden  und  ohne  sie 
wäre  er  wahrscheinlich  noch  tiefer  in  den  italienisdien 
Sumpf  gesunken,  als  er  es  ohnehin  schon  getlian  hat. 
Der  Versuch,  dem  Jlenschen  in  Bj'ron  grössere  Aner- 
keinumg  zu  verschaften,  niuss  anderseits  als  verunglückt 
gelten;  die  schönen,  zum  Theil  grossen  Züge,  die  sein 
Charakter  aufweist,  sind,  auf  deutscher  Seite  wenigstens, 
nie  verkannt  worden.  Allein  man  wolle  doch  nicht 
—  wie  das  ein  Bleibtreu  thut  —  von  uns  verlangen, 
in  Lord  Byron  neben  dem  unsterblichen  Dichter  den 
exemplarischen  Jlenschen  zu  bewundern! 

Was  die  äussere  Seite  des  W. 'scheu  Buches  betrittt, 
so  wäre  eine  strenger  abgegrenzte  Eintheilung  zu  wünschen 
gewesen.  Anf  S.  36  läuft  die  Betrachtung  des  'Marino 
Faliero'  in  die  der  'Beiden  Foscari'  ohne  irgend  welchen 
erkennbaren  Abschnitt  über.  Dnrcli  Eintliiilung  in 
Kai)itel,  die  sich  ja  leicht  bot,  Iiätte  die  Sciirift  an 
Cebersichtliclikeit  sehr  gewonnen,  .^ncli  düifte  sicli  der 
Verf.  noch  einzelne  ganz  entbeiirliche  Fremdwörter  ab- 
und  eine  einfachere  .\usdrucksweise  angewöhnen.  -Vn 
verschiedenen  Stellen  begegnet  man  Sätzen,  die  nichts 
weniger  als  mustergiltig  sind. 

Friedrichsdorf  (Taunus).    Ludw.  Proesclioldt. 

Le  Roman  de  Markes  de  Roma  herausgegeben  von  Johann 
Alton.  (Uibliutlick  <lc8  litorarisclicn  Vereins  in  Stuttgart, 
CLXXXV.)  Tübingen  IHHi).  (J,  182  S.  H.  (Nicht  im  liuch- 
liandcl.) 

Diese  vortreffliche  Ausgabe  eines  literar-historisch 
sehr  wichtigen  Textes  scheint  bis  jetzt  übersehen  worden 
zu  sein.  Es  mag  dies  seinen  (irund  dai'in  haben,  dass 
es  ein  l'rosatext  ist,  welclie  sich  bis  jetzt  ausnahmslos, 
auch  wenn  sie  literarhistorisch  noch  viel  wiciitigei-  waren, 
keiner  besondeitn  Heaclitung  zu  erfreuen  hatten.  Dazu 
koiiwnt,  dass  ilir  sprachlich-philologisches  Interesse  gering 
ist,  wälirend  anderseits  der  kritische  Aufbau  eines  nach 
vielen  Handschriften  (hier  zehn!)  herauszugebi>nden  Prosa- 
textes die  schwersten  Anforderungen  au  den  Scharfsinn, 
die  Tüchtigkeit  und  (ieduld  des  lleiausgebers  stellt. 
Wobei    obendrein,    da    das    fast    allein    ausschlaggebende 


!  Kriterium  der  Reime  und  der  Silbenzahl  fehlt,  eine  an- 
!  nähernd  befriedigende  Sicherheit,  wie  sie  die  Reimtexte 
bieten,  nicht  erreicht  werden  kann.  Die  Einleitung  gibt 
zuerst  Aufschluss  über  die  Stellung  des  Ronuins  von 
Harke,  dem  Sohne  Catos,  zu  den  Sieben  weisen  Meistern 
von  Rom,  dessen  unmittelbare  Fortsetzung  er  bildet,  und 
bespricht  dann  die  lange  Reihe  der  weiteren  Fortsetzungen 
des  einst  wtdtberühmten  Stoffes:  Fiseus,  der  Sohn  Dio- 
detians  (auch  nach  dem  Solnie  Markes  Eaurin  genannt); 
C'assidorius;  Peliarmenus  und  Kanor.  Die  Zeit  lässt  sich 
nicht  genau  bestinnnen;  sicher  ist  nur,  dass  der  Marke 
die  'Sieben  weisen  Jfeister'  zur  A'oraussetznng  hat  und 
anderseits  nicht  nach  1277  verfasst  sein  kann.  Eine 
Quelle,  in  der  sich  die  zwölf  Erzählungen  des  Rahmen- 
romans beisammen  fänden,  ist  nicht  nachzuweisen;  den 
einzelnen  Stoffen  gehen  die  am  Scliluss  des  Bandes 
stehenilen  .\nmerkungen  eifrig  nacli,  vgl.  dazu  den  Ueber- 
blick  S.  XI  f.  Es  folgt  S.  X11~XLV  die  Beschreibung 
der  zehn  Handschriften  und  die  Begründung  des  S.  XLV 
aufgestellten  Stammbaumes.  Die  ganz  besondere  Schwierig- 
keit einer  kritischen  .\usgabe  springt  bei  der  schlichten 
riarstellung  des  Thatbestandes  in  die  ,\ugen:  die  zehn 
Handschiiften  vertlieilen  sich  auf  zwei  Gruppen,  wobei 
merkwürdigerweise  eine  (M)  beide  zu  vereinigen  scheint, 
die  der  Hrsg.  dann  an  die  Spitze  stellt  —  freilich  könnte 
sie  auch  contaminirt  sein  und  wäre  dann  werthlos.  Nun 
sind  aber  die  ältesten  und  besten  unvollständig,  er  konnte 
sich  also  nicht  an  M  halten,  sondt'rn  nuisste  P,  die  am 
besten  erhaltene,  zu  tirunde  legen.  Und  nun  die  Haupt- 
frage: In  welche  Jlundart  ist  der  kritische  Text  umzu- 
setzen'? Wenn  man  nicht  aus  äusseren  (Gründen  die 
Heiraath  des  \'erfassers  (und  auch  dann  kann  er,  wenn 
kein  geborener  Ile-de-France'er,  sich  doch  noch  dieser 
Mundart  bedient  haben),  so  fehlt  jede  Handhabe.  Wenn 
der  Hrsg.  deshalb,  weil  JI  ihm  dem  Original  am  nächsten 
zu  sein  scheint,  den  Text  für  ursjir.  pik  ardisch  hält, 
weil  M  pikardisch  ist,  so  ist  dies  methodisch,  wie  der 
Hrsg.  selbst  weiss,  iinli;iltbar:  denn  da  M  kaum  die 
Uischrift  ist,  so  kann,  wenn  es  nur  einmal  abgeschrieben 
worden,  der  Schreiber  bereits  seine  Mundart,  da  ihm 
ja  beim  Prosatext  keine  Fesseln  angelegt  waren,  einge- 
führt haben.  Und  doch  hätte  wohl  manch  Anderer  bei 
dem  Umstand,  dass  die  Mehrzahl  der  llaMilschriften  dem 
N.  oder  NO.  gehören,  sich  elienso  entsciiieden,  wie  der 
Hrsg. :  welchen  \N'eg  man  eben  überhaupt  wählen  mag, 
er  ist  auf  keinen  Fall  wissenschaftlich  zu  rechtfertigen; 
und  irgend  eine  Mundart  inuss  der  Text  doch,  da  ei-  ja 
nicht  körperlos  ist,  nach  aussen  hin  aufweisen!  Der 
Hrsg.  wählt  schliesslich  den  besten  .Ausweg:  er  druckt 
die  Mundart  der  Handschrift  ab,  der  er  als  der  voll- 
ständigsten folgen  muss  (P)  und  so  erscheint  der  Text 
in  francischer  Färbung.  Es  folgt  nach  der  Inhaltsangabe 
des  Romaus  eine  sprachliche  Darstellung  des  Wissens- 
werthesten  der  Schreibungen  von  sieben  Handschriften, 
w-orin  sich  manch  wichtige  Foi'm  findet  (S.  LI II  hätte 
ich  lieber  eiie,  laue,  eaiic  mit  n  statt  mit  v  geschrieben) 
S.  XL\'l  —  I.XI;  die  Einleitung  bescliliessen  die  wich- 
tigeren Lesarten  der  einzelneu  Handschriften  (S.  LXll  — 
C).  S.  1  — 143  steht  der  kritische  Text,  der  sich  ganz 
glatt  liest;  den  Rest  des  Buches  füllen  .\nmerkuugen, 
die  alles  sprachlich  und  sachlich  Wichtigere  erläutern; 
das  (janze  beschliesst  ein  Wöi'terverzeichniss.  S.  1(17 
ist  f;(/.s7(7' Druckfehler  statt  (v/.v/cr,  ebenso  wie  Matriquet  ' 
auf  der  folgenden  Seite;  17t)a  schiiebe  ich  lieber  U(er- 
tener,  wie  es  denn  auch  kein  toiser  (sondern  ti^nvr)  gibt, 


\97 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanisohe  Philologie.     Nr.  6. 


198 


unter  '■  fehlt  die  morkwürdig-e  Form  renic  C  33  b  4. 
Maiulimal  kounti'u  Etymnlog-ipii  besser  fehlen;  ich 
wenigstens  hätte  dansiir  nicht  mit  *(huisicure  erklärt, 
(las  ja  ihiD.^'ier,  ildtifioicr  hätte  <;feben  müssen,  eiitexer 
"empiirlieben  ist  ungenau,  niiitie  ist  wahrscheinlich 
tiiiitie,  Wenn  mau  sieh  der  Schreibung  französ.  Hand- 
schriften nidiiee  erinnert. 

r>er  Herausgeber  hat  mit  stets  wachsender  Tüchtig- 
keit und  Besonnenlieit  sicli  seiner  schwierigen  Aufgabe 
wiilil  entledigt,  naclidem  schon  seine  erste  Publikation 
ein  festes  philologisches  Wissen  nachgewiesen  hatte. 
Nunmehr  hat  er  seine  Kräfte  an  eine  wiederum  ver- 
schiedene und  wahrlich  nicht  leichte  Aufgabe  gewagt, 
und  so  können  wir  auch  der  .jetzt  von  ihm  zu  erhoffenden 
kritischen  Ausgabe  des  Anseis  von  Karthau'o  mit  vollem 


Bonn. 


W.  Foerster. 


Rahstede,  G..  Wandernngen  dnrch  die  französische 
Literatur.     Bd.  I.     Üpiichi,  U.  Maske.   !8:il.  :;i46  S. 

Der  erste  Band  dieses  Werkes,  dem  wohl  noch 
etliche  Fortsetzungen  folgen  werden,  behandelt  das  Leben 
und  die  dichterische  Thätigkeit  von  Vincent  Voittire, 
dem  seiner  Zeit  viel  gefeierten  Jlode-  und  Hofdichter 
der  preziösen  Gesellschaftsepoche.  Herr  R.,  dem  für 
seine  unermüdete  Thätigkeit  auf  dem  Gebiete  der  Literar- 
historik  um  so  mehr  Dank  gebührt,  als  ein  schweres 
Korperli'iilen  ihm  seine  Aufgabe  sehr  erschwert,  hat  die 
vorhandenen  Quellen  unil  Hilfsmittel  tleissig  und  sorgsam 
ausgenutzt,  und  somit  ist  es  nicht  seine  Schuld,  wenn 
er  kaum  etwas  erheblich  Neues,  etwas,  das  z.  B.  wesent- 
lich über  Lotheissens  Darstellung  hinausginge,  gibt.  Auch 
der  sehr  wandelbare,  der  sittlichen  Festigkeit  entbehrende 
Charakter  des  Dichters  und  seine  zum  Theil  flache  und 
gezierte  Gelegenheitspoesie,  die  nur  auf  den  Beifall  der 
Salonwelt,  nicht  auf  das  Urtheil  der  nachkommenden 
Geschlechter  berechnet  war,  werden  in  der  Hauptsache 
ebenso  gescliihiert,  wie  das  vordem  schon  öfter  geschehen 
war.  Aber  R.  schreibt  offenbar  nicht  in  erster  Linie 
fiii'  Fachgelehrte :  er  will  Leser  von  tieferer  literarischer 
Bildung  in  das  Verständniss  einer  entlegeneren  Ivultur- 
und  Literatnrperiiule  einfüliren.  Zu  diesem  Zwecke  ist 
seine  leicht  übersichtliche,  anziehende  Darstellung  sehr 
geeignet,  und  die  vielen  Proben  aus  Voitures  witzig 
unterhaltenden  und  flott  geschriebenen  „Episteln"  werden 
für  diejenigen,  welche  weder  Zeit  noch  Neigung  zum 
Studium  derjenigi-n  Zeiten  der  französischen  Literatur 
lialien.  die  ausserhalb  des  sog.  Klassizismus  liegen,  höchst 
willkommi'n  sein.  Auch  der,  welcher  sppciellere  Studien 
über  dii'  Zeiten  des  Preziösenthums  und  über  Voiture 
selbst  gemacht  hat,  kann  aus  der  geschickten  Zusammen- 
fassung Rahstedes  noch  einigen  Nutzen  ziehen. 

Dresden.  R.  Mahrenholtz. 

Denx    Opnsciiles    de    Montesqnien,    p.   p.    le    baron    de 

Montesquieu.  Bordeaux,  (i.  OenouiUiou.  1S91.  91  S. 
Die  noch  lebenden  (ilieder  der  Familie  Montesquieu 
beabsichtigen,  die  noch  ungedruckten  Werke  ihres  grossen 
Vorfahren  herauszugeben  und  haben  den  Anfang  mit  den 
Ri'-rfc.rion.'<  sur  lu  Munanhie  uiürirscjlc  und  der  Ab- 
liaudlung  De  la  Coiisiilcration  et  R('jiitt((fiuii  gemacht. 
Die  erstere  wurde  wahrscheinlich  vor  1724  von  M.  ge- 
schrieben und  in  wenigen  Exemplaren  für  Freunde  ge- 
druckt. Der  .\utor  bealisichtigte  einen  Neudruck,  in  dem 
manche  ihn  gefährdende  Stellen  wegfallen  sollten  und 
versah  zu  diesem  Zwecke  ein  Exemplar  des  ersten  Druckes 


mit  Correcturen.  Dieses  Exemplar  ist  188ß  wieder  in 
die  Hände  der  Familie  Jl.  gekonnnen  und  hier  abgedruckt 
worden.  Da  Jl.  die  Hauptgedanken  seiner  kleinen  .\b- 
handlung  mit  dem  Esiirit  def:  Luis  später  verschmolzen 
hat,  so  lernen  wir  hier  seine  politischen  Grundgedanken 
kaum  von  einer  neuen  Seite  kennen.  Er  zeigt  sich  als 
entschiedenen  Gegner  des  Despotismus  und  der  Universal- 
monarchie,  die  nur  auf  der  Grundlage  eines  despotischen 
Regierungssystems  möglich  sei  und  weist  deren  Aussichts- 
losigkeit oder  geringe  Beständigkeit  für  die  mittelalter- 
lichen und  neueren  Zeiten  an  geschichtlichen  Beispielen 
treffend  nach.  I>er  Orient,  in  dem  ein  Sieg  über  das 
Schicksal  von  Millionen  entscheide,  sei  der  geeignete 
Boden  für  die  Weltherrschaft.  Einen  scharfen  Tadel 
eifährt  auch  Ludwig  XIV.  wegen  seiner  Eroberungssucht, 
welche  die  Selbständigkeit  der  andern  Völker  Europas 
bedrohte;  M.  betrachtet  daher  die  Niedeidagen  Frank- 
reichs im  spanischen  Erbtolgekriege  als  einen  Dienst, 
den  der  Himmel  geleistet  habe.  Allerdings  bezeichnet 
er  das  Streben  Ludwigs  XIV.  nach  Universalmonarchie, 
welches  ja  thatsächlich  nur  in  eingeschränktem  Masse 
bestand,  als  eine  Anklage  der  Feinde,  die  sich  mehr  auf 
Befürchtungen,  als  auf  Vernunftgründe  stütze,  doch  ist 
darum  der  eingehende  Nachweis  des  Herausgebers,  dass 
der  französische  Monarch  nach  Weltherrschaft  Begehr 
getragen  habe  (Eiul.  S.  6  ff'.),  im  Grunde  unnöthig,  weil 
ja  Montesquieu  diese  Beschuldigung  gar  nicht  ernstlich 
zu  widerlegen  sucht. 

Die  zweite  Abhandlung  wurde  172.5  für  die  Academie 
von  Bordeaux  von  M.  angefertigt  und  später  von  der 
Marquise  von  Lambert  umgearbeitet.  So  wurde  sie  in 
die  Werke  dieser  Schriftstellerin  (.\msterdam  1758)  auf- 
genommen. Hier  wird  M.'s  ursprüngliche  Arbeit  zugleich 
mit  den  Umändenuigen  der  Marquise  abgedruckt.  Doch 
geht  die  kleine,  eines  Montesquieu  kaum  ganz  würdige 
Abhandlung  nicht  über  moralische  .Allgemeinheiten  und 
weltmännische  Lebensregeln  hinaus,  wie  sie  der  Auf- 
klärung des  XVIII.  .Jahrhunderts  eigen  waren. 

Nicht  ohne  Werth  für  den  Specialforscher  ist  ein 
von  dem  Hrsg.  hinzugefügter  Anhang.  Hier  wird  zu- 
nächst eine  Verfügung  des  Maire  von  Bordeaux  vom 
29.  November  1890  mitgetheilt,  nach  der  die  beiden 
Häuser,  welche  M.  zuletzt  in  Bordeaux  bewohnte  (Allees 
Danioui-  .31  u.  33  und  rue  Porte-Dijeaux  87)  durch 
Marmortafeln  geziert  werden  sollen,  dann  tindet  sich 
eine  sehr  gelehrte  Abhandlung  von  Raj'mond  Celeste 
reproducirt.  in  welcher  M.'s  Wohnungen  in  Bordeaus, 
seine  Verdienste  um  die  Academie,  seine  Förderung  des 
Weinhandels  der  Garonuestadt,  seine  Familienverhältnisse 
und  die  seiner  noch  lebenden  Nachkommen  eingehender 
erörtert  werden.  Es  leben  noch  sechs  Urenkel  mit  ihren 
Familien.  Von  weiteren  ungedruckten  Werken  des  be- 
rühmten Schriftstellers  sollen  21  Nunnneru  verschieden- 
artigen Inhaltes  publicirt  werden,  darunter  auch  Briefe 
M.'s.  Den  Schluss  sollen  die  an  M.  gerichteten  Briefe, 
ein  Katalog  seiner  Bibliothek  imd  autographische  Notizen 
bilden. 

Für  den  Specialforscher  haben  solche  nachträgliche 
Bereicherungen  des  literarischen  Bestandes  ein  unleug- 
bares Interesse,  zumal,  wenn  das  Andenken  an  einen 
hochbedeutendeu  Mann  schon  verblasst  ist.  Die  be- 
sprochene Publikation,  der  übrigens  historisch-kritische 
Noten,  sowie  gute  Einleitungen  beigegeben  sind,  ist 
ausserdem  durch  eine  Aquarelle,  welche  M.'s  Geburts- 
haus,   das  Schloss  La  Brede,    darstellt  und   durch  einen 


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1891.     Literaturblatt  fQr  germanisohe  und  romanisohe  Philologie.     Xr.  6. 


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l'laii  der  Detliaiiei  von  Saint-Serrin,  in  der  M.  29  Jahre 
(172.5 — 1751)  wohnte,  geziert  worden. 

Dresden.  R.  Mahreulioltz. 

Schncliardt,  Hugo,  Kreolische  Studien  IX.  Veber 
ilits  Malaioportiigiesiüclip  von  Ratavia  nml  TnK». 
Wien  IS'.n.  2.jl>  S.  S.  (Sil/.uii;jslK'iiclilf  iler  kiii».  Aknd.  d. 
Wl»s.  Phil.-hist.  Cl.  CXXII  N.  XII.) 

Man  möfre  es  mir  lÜL-iit  als  Unbescheidenheit  an- 
1  .'(•linen  dass  ich  meine  eififene  Schrift  anzeige,  noch  wie 
und  in  Weichem  l'mfangc  ich  dies  thue.  Die  Befürch- 
tiniir  lie;,'!  nahe  dass  sie  die  Humanisten  wegen  des  all- 
/.nvieli'U  Malaiiscii  das  sie  zur  Schau  trägt,  ebenso  rasch 
aus  der  Hand  legen  wie  ille  Malaiisten  wegen  des  a11- 
/.nvielen  Portugiesisch,  und  dass  sie  Sprachforscher  anderer 
Kreise  nicht  einmal  in  die  Hand  nehmen.  Idi  beschränke 
iiiicli  nicht  auf  eine  Inhaltsan^-abe.  sondern  ich  werde 
darlegen  wie  diese  .Arbeit  an  andere  ansetzt,  andere 
Vorbereitet,  welches  Verfahren  ich  im  Allgemeinen  und 
im  Kiiizeluen  eingeschlagen  habe,  welche  Mängel  ich 
ni<lit  habe  vermeiden  können,  welche  Nachhilfe,  welche 
Fh-gänzungen  ich  erwarte. 

Icii  behandle  das  Malaiopnrtugiesische  der  Insel  .Tava, 
für  Welches  mir  aus  drei  .lalirhuiiderten  Quellen  zur  Ver- 
Inguntr  stehen,  und  zwar  für  das  zu  Batavia  gesprochene: 
1.  ans  dem  Kude  des  17.  .Ih.'s,  von  ganz  Vereinzeltem 
abgesehen,  ein  mit  höchster  Nachlässigkeit  aufgezeich- 
netes nnd  gedrucktes  liespräch,  sodann  handschriftliciie 
Dichtungen,  welche,  mit  malaiischen  zu  einer  Sammlung 
veieinigt.  den  tiegenstand  einer  besonderen  Veröft'eiit- 
liciiunir  bilden  srdlen,  wobei  ich  mich  über  die  ..Pantuns", 
<lie  malaiisdien  Sclniaderliüpfejn  und  ilne  Berührung 
mit  den  portugiesisclieii  N'ierzeilen  ausführlich  zu  äussern 
gedenke;  2.  aus  dem  Jlnde  des  18.  .Th.'s  ein  umfang- 
reicher gedruckter  Wortscliatz,  welcher  auch  Gespräche 
und  sonstiges  Zusannnenliängende  enthält.  In  unserer 
Zeit  scheint  das  Malaioportugiesische  zu  Batavia  ans- 
^M'stoiben  zu  sein  und  auf  .lava  nur  in  dem  kleinen  Ort 
'Pujju  Von  gegen  110  Personen  gesprochen  zu  werden. 
Von  dem  heutigen  Tugusch  nun  verscliatfte  ich  mir  nach 
und  nach  zahlreiche  Aufzeiclinungen.  Unter  ihnen  be- 
Huden  sich  einige  ursprünglich  portugiesische  Lieder, 
welche  den  Leuten  selbst  ziemlich  unverständlich  ge- 
worden sind  (diese  halbkre(dische  Art  von  Ueberliefe- 
nnitren  wird  anderswo  weitere  Beleuchtnng  erfahren), 
Mud  Kindericime,  deren  Dunkelheiten  theihveis  ähnlicher 
Natur  sind,  theihveis  durch  Bekainitseliaft  mit  den  Spielen 
uelichtet  werden  können.  Wenn  mir  auch  in  den  Prosa- 
stücken Manclics  nidit  ganz  klar  geworden  ist,  so  beruht 
dies  vor  Allem  darauf  dass  die  Aufzeichnungen,  über 
deren  nähere  Umstände  ich  unterriclitet  zu  werden 
wünschte  (besoudcis  inwieweit  sie  Dictat  oder  Abschrift 
sind),  an  \'erselien  und  Ungleichmässigkeiten  kranken. 
Immerhin  ist  der  vorliegende  Stott'  ein  im  Wesentlichen 
zuverlässiger  und  gestattet  auch  durch  seine  Eeichhaltig- 
keit  rlie  Einzelheiten  an  einander  zn  prüfen.  Es  ist 
nicht  leicht  bei  kreolischen  Mundarten  ein  so  günstiges 
Ki-gebniss  zu  erlangen,  und  das  möchte  ich  durch  einige 
alliremeine  Bemerkungen  ins  Licht  setzen.  Vor  mekreren 
•  lahren  äusserte  mir  ein  Kreuiul  sein  Befieniden  darüber 
dass  ich  den  Muth  hätte  über  Mundarten  zu  arbeiten 
die  mir  nicht  zu  (lehör  gekommen  wären;  er  empfahl 
mir  allen  Ernstes  überseeische  Reisen  zum  Behnfe  meiner 
kre(dischen  Studien.  Die  Sache  ist  aber  nicht  so  ver- 
zweifelt um  zu  so  veizweifelteu  Mittidn  greifen  zu  lassen. 
Ueber  das  Lautliche  sind  wii-  hier  allerdings  am  .Schlech- 


testen nnterrichtet,  doch  hat  das  gerade  hier  nicht  einen 
so  hohen  wissenschaftlichen  Werth  wie  in  andei-n  Mund- 
arten. Uebrigens  Hesse  sich  innerhalb  eines  irewissen 
Umfang«  diesem  Maufrel  leicht  abhelfen:  denn  in  London. 
Lissabon,  Paris  linden  sich  einerseits  genug  kreolisch 
Hedende  aus  den  Kolonien,  anderseits  die  Leute  dazu 
ihnen  das  Feinste  und  Kleinste  abzulauschen.  Unter 
jenen  gibt  es  manche  von  höherer  Bildung,  die  thätigen 
Antheil  an  der  Förderung  unserer  Interessen  nehmen 
würden:  ja.  Einer  und  der  .\ndere  vermöchte  uns  über 
Alles  was  wir  zu  wissen  wünschen,  von  sich  aus  zu  be- 
lehren, und  so  lioft'e  ich  insbesondere  dass  .losejdi  Bedier 
über  dem  Französischen  der  Lais  und  Fabliaux  nicht  das 
vergessen  wird  w'elches  ihm  in  seiner  tropischen  Heimath 
erklang.  Manche  kreolische  Mundart  hat  freilich  wenig 
Aussicht  unter  die  wissenschaftliche  Lupe  zu  kommen; 
wenn  sie  nämlich  dem  Weltverkehr  entrückt  und  bei 
einer  kleinen  .\nzalil  von  Menschen  im  (iebrauch  ist, 
vielleicht  gar  nur  als  Familiensprache,  sodass  die  tie- 
fahr  rascher  Vermischung  oder  \'ertauschuug  mit  einer 
andern  Sprache  hinzutritt.  Da  werden  wir  mit  dem 
fürlieb  nehmen  was  überhaupt  zn  erreichen  ist,  dem 
aber  auch  die  Haumferne  im  Werthe  der  Zi'itferne 
anrechnen:  das  heisst,  wir  werden  solche  Te.xte  ebenso 
sorgfältig  betrachten  und  behandeln  als  wenn  es  etwa 
mittelalterliche  wären,  und  auf  autoritative  Berichtigung 
und  Besserung  nicht  allzu  fest  zählen,  wenngleich  sie 
nach  Kräften  anstreben.  Wie  in  den  früheren  Studien, 
so  habe  ich  aucli  in  dieser  die  kreolischen  Texte  (sowie, 
mit  gutem  Vorbedacht,  ihre  malaiische  Uebersetzung) 
genau  so  veröflentliclit  wie  sie  mir  zugeschickt  worden 
sind,  und  dies  X'eifaliren  auf  das  aus  dem  „Neuen  Wort- 
schatz" Wiederabgedruckte  ausgedehnt;  da  mir  aber  bei 
der  Correctur  das  Budi  nicht  mehr  zur  Hand  war,  so 
ist  es  nicht  ganz  unmöglich  dass  einer  oder  der  andere 
Druckfehler  unwillkürlich  verbessert  woiden  ist.  Die 
Interpunktion  rührt  bei  denjenigen  tugusdien  Texten 
(e  und  1')  die  ich  selbst  habe  ordnen  müssen,  von  mir 
her;  dabei  war  ich  öfters  unsicher.  Einen  Irrthum 
(B  140)  habe  ich  in  den  Nachträgen  verbessert:  einen 
andern  verbessere  ich  hier:  morta,  tempo  für  morfii. 
Tempo  B  6li0.  In  den  Anmerkungen  ist  Sprachliches 
und  Sachliches  in  viel  weiterem  Umfange  als  für  die 
Textkritik  erforderlich  war,  erörtert  worden,  aber  ohne 
dass  dabei  l)estiuunte  (iiiindsätze  obgewalti't  hätten.  Da 
in  der  folgenden  Unteisudiuug  die  Texte  nur  nach  einer 
Richtung  hin  ausgebeutet  worden  sind,  so  glaubte  ich 
durch  gelegentliche  Hinweise  nnd  Andeutungen  etwas 
nach  anderen  Riditungen  vorarbeiten  zu  können;  es 
mag  sich,  um  unseni  Lesestü('ken  ein  Bild  zu  entlehnen, 
damit  verhalten  wie  mit  den  Heiskörneru  die  erst  im 
Sdilannne  ausgestieut  und  daini  wenn  sie  aufgegangen 
sind,  auf  die  Sawalis  gebracht  und  da  in  bestimmten 
Zwischenräumen  eingesetzt  werden.  Gerade  was  die 
Romanisten  am  Ersten  interessiren  würde,  habe  ich  am 
Wenigsten  in  Betracht  gezogen.  Manche  altertliünilidie 
und  volkstluimliche  Laute,  Formen.  Bedeutungen,  Wörter 
begegnen  uns  hier  (ilisiid  A  (Kil  nnisste  ohne  jedes  Be- 
denken >  ilesiio,  <I('SIU'  gesetzt  werden,  welches  nach 
Moraes  Silva  der  alten  und  genn-inen  Sprache  angehört); 
die  Neigung  zur  Labialisirung  von  e  neben  L.abialen 
(bormelii,  mman,  sonioili)  lässt  sich  ebenso  aus  dem 
Mal.  wie  aus  dem  Port,  herleiten,  aber  nur  auf  Rech- 
nung jenes  kounnt  Wohl  die  regelmässige  ^'ertretung  des 
,f  (J)  durch  ilj,   wiewohl  auch  z.  B.  dem  Kaiiverdischen 


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1891.     Litersturblatt  für  ^ermanisohe  und  romanische  Philologie.     Nr.  6. 


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lue  Piifflisclio  Aussprache  des  port.  /  iiielit  tVeiiid  ist. 
Maiiulu's  scheint  iRHig:ebildet  wie  hhKjuKanii,  friududi 
(hcMudadi  A  94b  dürfte  docli  zuiiäclist  auf  hestidade 
zuriickireheu),  sirliidera,  fjnpakv,  lässt  sich  aber  viel- 
leiclit  tlieilweise  in  den  europäiselien  Muudaiten  nach- 
weisen. Zuweilen  wiiil  ein  Wort  durch  ein  älmliclies 
in  seiner  Jiedeutuns'  liecinHusst,  so  mvrxcincutu  (-^  iiiersi). 
„Dank",  „Liebe";  /Ji-eiita  {-{-  pn-sfa  A  ijoO  >  port. 
presto),  „sich  eilen"  A  374.  .\ut1<l;iiuug-  über  gewisse 
Wertformen,  wie  prenilesii,  ..Eeligiou",  hakija,  „hüteu", 
bei  denen  das  Malaiisclie  offenbar  niclit  im  .Spiel  ist, 
ei'lioffe  ich  von  Andern.  Bei  der  vhm  mir  ausserhalb 
der  Texte  bcobacliteten  Ortliosraphie  bedauere  ich  iiinter- 
lier,  micli  durch  die  lüicksicht  auf  die  arabische  .Sdirift 
allznselir  haben  binden  zu  lassen  und  nicht  vielmehr  auf 
den  Baiiiien  Klinkei'ts  u.  A.  gewandelt  zu  sein,  also 
z.  B.  öran<i,  fcetjU  und  nicht  oramj,  kefjil  g-eschrieben  zu 
haben.  Erst  während  des  Druckes  ist  es  mir  klar  ge- 
wordiMi  auf  wie  unsiclierem  Grunde  die  arabisirende 
I.änsenbezeiclinunfr  ruht  und  dass  auch  das  il  den  Wort- 
tou  tragen  kann.  Ich  bin  iii  Bezug'  hierauf  bei  den 
bat. -mal.  Wortfonuen  in  einige  luconsequenz  gerathen, 
indem  ich  auf  sie  tlieils  mein  mal.  Princip,  theils  nach 
.Massgabe  ihrer  Verwandtschaft  und  wie  ich  sie  in  den 
besonderen  Quellen  verzeichnet  fand,  das  javasche  (sund. 
bal.)  angewendet  habe.  Die  sehr  bunte  Schreibung  dei' 
krecdischen  Texte  habe  ich  in  den  Anführungen  vor  der 
Hand  nur  einfacli  und  glei<hmässig,  olme  besondere  Pein- 
liclikeit,  zu  gestalten  gesucht';  die  Untersuchung  über 
die  Aussprache  bleibt  einer  späteren  Gelegenheit  vor- 
behalten, die  ältere  Quelle  scheint  in  dieser  Hinsicht 
nicht  völlig  mit  der  jüngeren  übereinzustimmen  (vgl. 
z.  B.  eo,  peo  dort,  ijo,  pijo  liier). 

lier  wissenschaftliche  Schwerpunkt  fällt  bei  einer 
kreolischen  Mundart  in  die  Einwirkung  der  einen  auf 
die  andere  Sprache,  die  sich  freilich  niclit  immer  oline 
Weiteres  feststellen  lässt  (s.  Zs.  f.  roni.  Phil.  XIII,  507). 
X\\  die  in  den  Kr.  Stud.  I  und  IV  enthaltenen  Unter- 
suchungen schliesst  sich,  als  weitere  und  tiefere,  die 
gegenwärtige  an.  Bevor  die  Einflüsse  geprüft  werden 
welche  das  Malaiische  auf  das  Portugiesische  ausgeübt 
hat,  wird  ein  Blick  auf  die  Einflüsse  geworfen  welche 
es  von  daher  und  von  anderer  Seite  erfaliren  hat.  Die 
Betraditung  solcher  „correlateu"'  Spradimischungen,  wie 
icli  sie  anderswo  genannt  habe,  ist  niclit  nur  im  All- 
gemeinen erspriesslich,  sondern  zuweilen  auch  im  Be- 
sondei-en  erforderlich,  so  z.  B.  liier  für  die  Erörterung 
ob  das  accnsativ-dativische  kong,  ku  (>  port.  com)  des 
Kreolischen  dem  ganz  gleichwerthigen  sama  (eig.  „mit"') 
des  Niedermalaiischen  gefolgt  ist  oder  umgekelu-t.     Die 


'  Bei  minha  S.  72,  Z.   1   v.  u.  für  minja    bin    icli    in   die 
port.  Schreibung    verfallen.     Bei  dieser  Gelegenheit  bemerke 
ich    noch    einige   Versohen  die  mir  gerade  aufstosseu.     S.  69, 
.157''  ist    taoe  in  Klammern  zu  setzen    (offenbar  ist  bllun;!  mit 
herl    tähu    vermischt    worden);    S.    195,    Z.  8    v.  u.    das    erste 
,zu"    zu   streichen.     Dass   auch    in   einer   so    ausgezeichneten 
Druckerei    wie  die  Holzliausensche  ist,   beim  Drucke  Zeichen 
abspringen    können,   beweisen  perdi(-ao  S.  4:i,   Z.  5    v.  u.    für 
penliQäo  und    yiin  S.  216,  Z.  4  v.  u.  für  ^y(in.     Bei  der  Cor-    j 
rectur    entstand    der  Fehler    belälSity    8.  13S,    Z.  6   v.  u.    für   j 
helälanij.    Ich  fürchte,  Andere  werden  auch  in  solchen  Aeusser- 
lichkeiten  noch  Manches  zu  bessern  finden ;  wo  tlie  Aufmerk-   . 
samkeit   nach    so    verschiedenen  Seiten    hin    in  Anspruch   ge- 
nommen ist,  mag  sie  trotz  aller  Anstrengung  dann  und  wann    1 
versagen.  | 


liolländisehen  d'elelirten  mögen  es  mir  verzeihen  wenn 
ich  in  Bezug  auf  die  Kennz(dchnung  des  Niedermalaiisclien 
und  des  bataviaschen  Malaüsdi  midi  vorläulig  in  Wider- 
spruch zu  ihnen  gesetzt  habe.  Iili  habe  allerdings  meine 
Auffassung  nur  ans  gedruckten  (Quellen  geschöpft,  während 
sie  grossentlieils  die  ilirige  an  (_)rt  und  Stelle  gewonnen 
liaben;  aber  manclie  Anskunft  zu  der  sie  eben  dadurcii 
befähigt  sind  und  die  für  die  Entsdieidung  der  Frage 
von  Wichtigkeit  sein  würde,  sind  sie  uns  bisher  schuldig 
geblieben.  Auch  ist  mir  eine  übersichtliche  Vergleichung 
des  Malaiischen  mit  den  nächstverwandten  Spraclien,  dem 
.lavaschen,  Snndaschen  u.  s.  w.  hier  sehr  abgegangen 
(das  t(i[kltj  S.  D)2  Anm.  1  war  unmittelbar  zu  jav.  fiik 
zu  stellen).  Im  Weiteren  habe  icli  dann  einen  ähnlidien 
Gang  eingehalten  wie  in  meinem  „Slawo-deutsdies  und 
Slawo-italienisches",  nur  die  Erörterung  des  Lautliclien 
auf  eine  andere  Gelegenheit  verspart,  nämlidi  auf  eine 
.Abhandlung  welclie  idi  den  portugiesischen  Lelmwörtern 
im  Malaiisclien  widmen  will.  Was  die  malaiischen  Lehn- 
wörter im  Portugiesischen  anlangt,  so  habe  ich  sie  hier 
nur  von  gewissen  allgemeineren  Standpunkten  aus  be- 
leuchtet (insbesondere  die  lautliche  und  begriffliche 
Miscliung  portugiesischer  und  malaiischer  Wörter  be- 
sprochen), von  einer  Zusammenstellung  aller  aber  um 
so  mehr  abgesehen  als  der  Grad  ihrer  Einbürgerung  ein 
sehr  verschiedener  und  wiederum  im  Einzelnen  nicht 
leicht  zu  bestimmender  ist.  Zudem  habe  ich  sie,  und 
zugleich  die  aus  andern  asiatischen  Sprachen  sowie  aus 
dem  Holländischen  herübergenomineneu  Wörter  in  dmi 
Texten  durch  gesperrten  Druck  kenntlich  gemacht  (in 
einem  und  dem  andern  Fall  ist  dies  aus  Versehen  unter- 
blieben, so  bei  dini  B  418,  isprhig  C  8.5,  maar  A  50; 
umgekehrt  hätte  es  bei  hnlsKincnto  A  1541  unterbleiben 
sollen).  Wie  die  speciell  malaioportugiesisclien  Wörter 
von  den  allgemein  asioportugiesischen  niclit  durch  eine 
feste  Grenze  zu  trennen  sind,  so  auch  nicht  die  letzteren 
von  den  allen  Portugiesen  ganz  geläufigen  Wörtern 
asiatischen  Ursprungs.  Man  mag  mich  daher  der  Will- 
kürlichkeit zeihen  wenn  ich  zwar  hainhii,  fiila,  kari 
(engl,  rurrij),  katel,  iicli  hervorgehoben  liabe,  aber  nicht 
kahaju,  kari(i)d)ola,  kas  (cuixa),  ntpija.  Wo  ein  Wort 
nur  theilweis  unportugiesisch  war,  Hess  sich  das  sdiwie- 
riger  darstellen;  ich  habe  zwar  in  permissie,  porsi, 
passen  si  auf  die,  wie  ich  denke,  holländischen  Endungen 
aufmerksam  zu  machen  versucht,  aber  nicM  umgekehrt 
auf  die  portugiesischen  Endungen  der  holländischen 
Wörter  wie  kokkie  A  10.35,  Celle  A  1209.  rokkie 
A  1406,  hrillö  A  23,  s/ooi/soe  A  1140.  spierjeloe 
A  1171,  flessoe  A  1220,  isirikaB  liSl  (vgl.  S.  177). 
Wie  das  Malaiische  viele  tamulische  Elemente  enthält, 
von  denen  sich  dann  auch  dieses  oder  jenes  im  Malaio- 
portugiesisclien liiidet  (wie  knnde),  so  hat  das  Letztere 
auch  unmittelbar  aus  dem  Tamulischen  geschöpft,  indem 
die  Sklavenbevölkerung  Batavias  zum  grossen  Tlieil  aus 
Südvorderindien  stammte,  so  kote,  „Kern",  kioia,  ..Buckel", 
tnndia,  „Libelle"';  ja  einzelne  dieser  Wörter  scheinen 
auch  im  Niedermalaiischen  gebraucht  worden  zu  sein, 
so  udiimhit,  „Leguan"',  mati,  „Muschel".  Das  Gegen- 
stück dazu  bilden  die  malaiischen  Wörter  in  dem  Kreo- 
lischen des  dravidisdieii  Gebiets  (s.  S.  181).  Auch  im 
Kapholländischen  kommen  solche  vor,  von  derselben  Fluth 
wie  die  portugiesischen  dahin  getragen.  Als  meine  Haupt- 
aufgabe habe  ich  es  betrachtet  die  Einwirkung  des 
Malaiischen  in  der  Innern  Form  des  Kreolischen  nach- 
zuweisen, zunächst  in  der  Bedeutung  der  einzelnen  Wörter 


303 


1891.     Literaturblatt  ffir  f^ermanische  und  romanische  Philologie.     Kr.  6. 


204 


(«alt"  =  -reif"*,  .ein  Schlag"  —  „sehr",  «anziehen"  = 
«gebranclicn"),  sodann  in  cjer  der  satzlicli  verbundenen. 
Wollen  wir  sie  niii^'üclist  vcranscliaulichon.  so  müssen 
wir  das  Malaiisclii-  nnil  das  Kreolisclir  ans  ihrer  laut- 
liehen Form  hcraussi'hiili-n:  fallen  sie  dann  zusammen, 
so  ist  die  Einwirkniif»'  eine  vollkommene.  Freilieh  wird 
eine  solehe  reine  I)arste]]nng  der  innern  Form  durch 
die  reberbestimnitheit,  den  „embarras  de  richesse"  unserer 
."Sprachen  sehr  ersehwert:  wir  werden  uns  am  Besten 
helfen  wenn  wir  ilie  Wnittninieii  iln-er  llexiviselien.  zum 
Theil  auch  ihrer  abh'itenden  Kndunj»^en  entkleiden  und 
sie  mit  einem  S^trich  al)breelieu.  also  z.  1>.  mal.  mdin 
durch  „spiel-"  („Spiel",  „.'^|)iele",  „spielt",  „spielen"), 
//!/)'/*•  durcli  „liunger-"  („Hunffer",  „liunf,'ern",  „iinngrig") 
wieder^'-ebeu.  .Manciimal  ist  es  aber  y:eradczu  unniöjjlich 
einen  umfassenilen  .\usdruek  herzustellen,  z.  B.  für  mal. 
(idd,  welches  sowohl  „da  sein",  „es  fribt"  als  „haben" 
bedentet  (wofür  ich  S.  lil.5  noch  weitere  Parallelen  liiitte 
beibringen  sollen,  z.  H.  aus  der  Mbuiiduspraehe:  sai 
jhntiji,  „es  gibt  Hühner",  eme  sai  sniiji,  „ich  habe  ein 
Huhn"  Hell  ("hatelain,  Ciranmi.  eletn.  do  Kiuibundu  S.  12; 
aus  dem  Tsinukjargon :  mithtit,  „sitzen",  „bleiben",  „(da) 
sein":  iiiiiiikii  milliit  hulo  dol/a,  „wir  haben  kein  Geld" 
H.  Haie,  OreKcm  Tr.  L.  S.  ;{.5):  hier  freilich  nehmen 
wir,  nmgekehrt  wie  beim  port.  hü  und  dem-kreol.  teiif/, 
die  erstcre  als  die  (Grundbedeutung  an.  Beim  Kreolischen 
stellen  sich,  im  Hinblick  auf  die  Werthe  entsprechender 
romanischer  Formen,  gewisse  Bedenken  ein.  So  ist  ja 
liringkn  otl'enbar  der  port.  Infinitiv  hriinar,  und  dem- 
nach scheint  cli  hriiKjki't  übersetzt  werden  zu  müssen: 
„er  spielen".  Aljer  mal.  illja  iiiniii  ist  zweifellos  „er 
spiel-",  indem  ni'hu  nidit  mehr  dem  Infinitiv  als  irgend 
einer  Form  des  Verbum  finituni  entspricht;  wiederum 
ist  hier  an  eine  Verschiedenheit  der  innern  Form  zwischen 
XIalaiisch  und  Kreolisch  nicht  zu  denken,  und  so  hat 
auch  dieses  „er  spiel-".  Oder,  geschielitlic  h  ausgedrückt, 
die  Inrtnitivform  ist  von  vornherein  als  \"i  ibum  schlecht- 
weg gesetzt  worden,  es  hat  innerhalb  des  Kreolischen 
gar  keine  Verdrängung  der  andern  Formen  stattgefunden. 
Ich  lasse  nun  nach  dieser  in  meiner  Schrift  selbst  nicht 
angewandten  Darstellungsweise  eine  Reihe  von  zugleich 
malaiischen  und  kreidischi'n  Heisi)ielen  folgen,  aus  welchen 
man  den  I'mfang  der  Sprachmischung  ermessen  wird: 
ja  das  =^   nämlich, 

gut-  mit  nicht  sei-  [ist]  gut-        Oufes  und  Schlechtes, 
er  sein-  lang-  seine  Lange. 

Sache-  spiel-  Spielzeug, 

.sein-  Spitze-   ."^anien-  die   Spitze   des  Samens. 

Lent-    gut-    welcli-    reich-        sowcihl    ri'iclie    als    arme 

gut-  welch-  arm-  Leute. 

Ding-  welch-  ander-  andi're   Dinge. 

was  mehr  angenehm-';'  was        ist    es    angenehmer    oder 

nicht?  nicht? 

verdorben-   Herz-   für  ich  liiise  auf  mich. 

ruf-   mit  Kutscher-  lufe  den   Kutscher. 

\V(dl-  such-   was?  was  suchen  Sie? 

sei-  Lenl-  sag-  es  gilit    Leute    ilie   sagen. 

Kind-  Kind-  Kimler. 

Wenn  zn  den  Beisiiieleu  für  die  Erscheinungen  sich  noch 
ein  und  das  andei-e  hinzufügen  lässt  (so  zu  S.  20b: 
lielwr,  kower,  „tietriiuk",  „Speise"  A  1308  f.;  zn  S.  24(): 
l/ini-hini,     „schlenkern"    A     I7H),    so    erklärt    sieh    das 

-  Miiiliir,  web'lies  nucli  1!  "„'HS  f.  iinil  iiIh  »iiiiidiir  C  81 
vorkoinint,  eiitspiiclil  cleiii  jav.-mul.  müldiij  (sonst  mCistilf), 
„leil"   VOM  weichen   l''iüchtcn  (auch  „(jokuclit"). 


daraus  dass  ich  nicht  allznängstlich  auf  Vollständigkeit 
bedacht  gewesen  bin:  absichtlich  habe  ich  aber  manches 
Vei'einzelte  bei  .Seite  gelassen  weil  es  mir  nicht  charak- 
teristisch genug  erschien  oder  nicht  klar  genug  war 
(z.  B.  '//  ktiiisd  =  mal.  <l(iri  luil  B  3ti.  10,  von  welchem 
ich  nicht  weiss  ob  es  im  Sinne  von  akan  hat,  „was 
anlangt"  «gebraucht  sein  kann).  Wer  insbesondere  dii' 
tuguschen  Texte  mit  der  malaiischen  Uebersetzung  fort- 
laufend vergleicht,  wird  überrascht  sein  zu  sehen  bis  zu 
Weichem  (irade  sie  sich  decken:  und  sollten  sie  hie  und 
da  zu  sehr  au  einander  angepasst  sein  (s.  S.  23),  so 
würde  das  dadurch  aufH:ewo;;en  werden  dass  nicht  selten 
eine  .Abweielinng  (von  denen  stofrticher  .\rt  ist  natürlich 
nicht  die  Rede)  stattfindet  wo  vollständige  Ueberein- 
stiunnunir  möglich  war. 

Dadurch  wird  nun  eine  Frage  angeregt  welche  ihrer- 
seits den  Kern  dieser  ganzen  schw'ierigen  .\rt  von  l'nter- 
suchungeii  bezeiclinet.  Haben  wir  in  unserem  Fall  wirk- 
lich ein  Portugiesisch  mit  malaiischer  innerer  Form  oder 
nicht  vielmehr  ein  Malaiisch  mit  portugiesischen  Wörtern? 
Warum  die  zwischen  zwei  entgegengesetzten  (-rrenz- 
niundarteii  eines  geschlossenen  Sprachgebietes  mitten 
inne  liegenden  Mundarten  sich,  je  nach  ihrer  grösseren 
Aehnliclikeit  mit  der  einen  oder  der  andern,  durch  eine 
feste  (irenze  kaum  tiennen  lassen,  das  begreift  man 
leicht;  aber  es  befremdet  dass  selbst  zwei  unverwandte 
und  in  ihrem  Wesen  so  verschiedene  Sprachen  wie  das 
Jlalaiische  und  Portugiesische  sich  auf  dem  Wege  der 
Mischung  in  einer  mittleren,  zweifelhaften  Zone  be- 
gegnen. Wo  sich  die  beiden  Factoren  wie  Leib  und 
Seele  mit  einander  verbinden,  darf  man  eine  Kntseheidung 
darüber  ei'warten  welcher  als  der  massgebende  zu  gelten 
habe,  und  diese  Entscheidung  wird  von  dem  gewöhn- 
lichen Mann  wirklich  ohne  Weiteres  sefällt,  und  zwar 
zn  ti misten  des  Leibes,  wie  er  auch  den  Europäer,  den 
Neger,  den  Malaien  dem  Leibe  nach  von  einander  unter- 
scheidet, ol)Wohl  das  ^■erllältniss  bei  dem  Menschen  selbst 
eigentlich  das  umgekehrte  ist  wie  bei  seiner  Function, 
der  Sprache.  Der  Sprachforscher  pflegt  sich  dieser  all- 
tiiglichen  .Vnftassung  nicht  zu  entziehen.  Nun  hat  man,  als 
man  das  Vorhandensein  wirklicher  Mischsprachen  bestritt, 
stark  betont  dass  die  (irannnatik,  im  (tcgensatz  zum 
Wortschatz,  das  Wesen  einer  Sprache  bilde.  Die  (Gram- 
matik deckt  sich  aber  nur  znm  Theil  mit  der  innern 
Form,  insofern  sie  nämlich  SatzfüiTung  ist:  sie  schliesst 
einerseits  die  Bedeutung  der  einzelnen  Wörter  aus.  er- 
streckt sich  anderseits  auf  die  Flexionsmittel  und  auch, 
ohne  bestinnnte  Begrenzung,  auf  die  Beziehnngswörtei-. 
und  gerade  in  diesem  Theil  der  (Gramnwitik.  welcher 
also  iranz  der  äussei-n  Form  angehört,  wird  das  eigent- 
liche Kriterium  für  dii'  Zugehörigki'it  i'iner  Sprache 
gesucht.  Dieser  Unterschied  zwischen  (irannnatik  und 
innerer  Form  schrumpft  jedoch  beim  .Malaiischen,  das 
keine  Flexion  kennt,  sehr  zusannaen,  und  die  Sprache 
der  tuiruschen  Texte,  welche  überdies  oft  malaiische 
Beziehungswörter,  und  sogar  das  Passivpräfix  (//-  auf- 
W'eist,  würile  sich  g;inz  wohl  als  Seitenstiiik  z.  B.  zum 
Zigeunei'sp;inischen,  in  welchem  zigeunerische  Woit- 
stäunne  in  s)iai\isclie  (irannnatik  eingefügt  sind,  ansehen 
lassen.  Man  könnte  höchstens  fragen  ob  ein  iAIalaiisch 
das  ganz  aus  ])ortugiesischen  Lehnwörtern  bestünde,  alle 
malaiischen  Wortbildunijselemente  missen  wüide:  ich 
denke,  es  könnte  sie  missen,  wie  ja  das  Niedermalaiische 
von  ihnen  einen  recht  spärlichen  tTcbrauch  macht,  und 
es    würde    z.  B.    das    tug.  tomä  iiiular   für    *l/cr-mulcr 


205 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  l'hilulogie.    Nr.  6. 


20fi 


(l/cr-hinf),  ,,sich  beweiben"  zwar  der  Innern  Form  nach 
(--  (iii.hll  bJhi),  aber  nicht  der  CTrammatik  nach  nn- 
malaiisch  sein.  Wenn  die  Analyse  des  Tugnschen  in 
Bezug-  anf  die  Frafje  „Malaioportng-iesiscli  oder  Portn- 
giesonialaiischV"  zn  keinem  sichern  Ergebniss  führt,  so 
wird  ein  solclies  nocli  weniger  von  der  genetischen  Be- 
traclituiig'  zn  erwarten  sein.  Ich  eriiniere  nur  an  das 
Eine  dass  eine  Sprache  ganz  allmälig,  durch  fortgesetzte 
Misdiung-,  in  die  andere  übergehen  kann  (vgl.  Ansl. 
1882  S.  868  f.,  Sl.-d.  u.  Sl.-it.  S.  10);  werden  wir 
dann  etwa  diese  mit  dem  Namen  jener  belegen?  Lassen 
wir  nun  diese  theoi-etische  Erwiignng  fallen,  so  scheint 
eine  practische  übrig  zu  bleiben.  Habe  ich  nicht  etwas 
sehr  Ueberflüssiges  getiian  indem  ich  die  Einwirkungen 
des  llalaiischen  in  der  Innern  Form  des  Kreolischen 
eine  um  die  andere  ausführlich  nachgewiesen  habe'?  ge- 
nügte es  nicht  zu  sagen:  die  innere  Form  stammt  ans 
dem  Malaiischen,  die  äussere  ans  dem  Portugiesischen, 
und  nur  die  beiderseitigen  Ausnahmen,  die  malaiischen  j 
Wörter  hier,  die  Reste  portugiesisclier  Syntax  dort 
(dahin  gehört  auch  die  Wortstellung  in  huiiitii  sapatu, 
httnUu  Ijbiela  \  147ii.  1478)  zu  verzeichnen?  Hat 
man  mir  doch  aus  Saigon,  als  ich  um  Proben  des  von 
Annamern  gesprochenen  Französisch  bat,  kurzer  Hand 
annamische  Gespriichsamnilungen  geschickt,  in  denen 
Alles  Wort  für  Wort  französisch  verdolmetscht  ist,  und 
mir  dazu  bemerkt,  dieses  sich  eng  an  das  Annamische 
anschmiegende  Französisch  entspreche  durchaus  dem  von 
mir  gewünschten.  Wiire  es  an  dem,  dann  könnte  man 
die  Sprachmischung  nicht  nur  zum  Gegenstand  des  Ver- 
suches, wie  ich  am  Schluss  meiner  ,.Beitr.  z.  K.  d.  engl. 
Kreol.  III"  empfohlen  habe,  sondern  sogar  zum  Gegen- 
stand der  Berechnung  machen.  Solche  Berechnung  würde 
keine  blosse  Spielerei  sein,  aber  allerdings  nur  wegen 
der  mit  ihr  verbundenen  lehrreichen  Schwierigkeiten 
nicht.  Es  würde  die  Lösung  einer  solchen  die  Sprache 
in  ganz  abstracter  Weise  behandelnden  Aufgabe  sich  in 
einer  Reihe  von  Varianten  darstellen,  die  selbst  wiederum 
nur  Grenzwerthe  für  alle  Ergebnisse  wären  die  ans  der 
so  mannigfachen  thatsächlichen  Berührung  der  Sprachen 
erHössen.  Bei  einer  kurzen  Formel  konnte  ich  es  nicht 
bewenden  lassen,  und  ich  niusste  meinen  Standpunkt 
umsuuiehr  auf  der  Seite  des  Purtugiesischen  nehmen  als 
innerhalb  der  malaioportugiesisclien  Mundarten  eine  starke 
Abstufung  des  malaiischen  Gehaltes  wahrnehmbar  ist, 
diese  wiederum  mit  andern  asioportugiesischen  aufs 
Innigste  zusammenhangen,  von  allen  aber  Coelho  be- 
hauptet hatte  dass  sie  ihren  Ursprung  der  Wirkung  überall 
gleicher  psychologischer  oder  physiologischer  Gesetze 
verdanken  und  nicht  dem  EinÜuss  der  früheren  Sprachen 
der  Bevölkerungen  bei  welchen  sich  diese  Mundarten  j 
finden.  Ich  habe  hiermit  einen  festen  Mittelpunkt  für  I 
die  weiteren  Untersuchungen  gewonnen,  welche  sich  auf 
das  Malaioportngiesische  der  Halbinsel,  das  von  Timor,  das 
Chinoportugiesische  von  Macao  und  das  Ceylonpurtu- 
giesische  beziehen  sollen. 

Das  Studium  der  Sprachmischung  steht  erst  in  seinen 
Anfangen,  und  wir  sind  noch  weit  davon  entfernt  jene 
J'rage  welche  uns  durch  so  manche  Augenfälligkeiten 
z.  B.  des  Englischen  w'ie  durch  so  manche  Dunkelheiten 
z.  B.  des  Lateins  nahegelegt  wird,  beantworten  zu 
können:  unter  welchen  Bedingungen  sind  in  einer  Sprache 
Mischproducte  an  sich  nachzuweisen,  d.  h.  ohne  Bezug- 
nahme auf  eine  andere  bekannte  Sprache?  Vor  Allem 
mit  den  ethnographischen  Problemen  verknüpft  sich  die 


Prüfung  der  Sprachen  auf  fremde  Bestandtheile  oder 
Einwirkungen  hin;  ich  erinnere  nur  an  Lepsius'  weit- 
blickende Einleitung  zu  seiner  Kubischen  Grammatik. 
Aber  die  grammatische  ^Mischung  wie  sie  liier  erörtert 
wird  —  die  der  Bantu-  und  der  hamitischen  in  den  mittel- 
afrikanischen Sprachen  —  lässt  sidi  schwer  mit  einiger 
Sicherheit  dartliuu,  zum  Unterschied  von  der  lexikalischen, 
von  welcher  kürzlich  in  der  mon-annamisclien  und  ma- 
laiischen Zusammensetzung  der  Tschamsprache  ein  schönes 
Beispiel  ans  Licht  gebracht  worden  ist.  Wo  wir  den 
festen  Boden  bezeugter  Geschichte  unter  uns  haben, 
können  wir  unter  allen  Umständen  mit  grösserer  Zuver- 
sicht auftreten;  solchen  und  dabei  einen  sehr  merkwür- 
digen bieten  aber  die  kreolischen  Mundarten  in  iiirer 
EntWickelung  als  Handels-  und  Sklavensprachen  dar. 
Graz.  H.  Schuchardt. 


Z  o  i  t  soll  r  i  f  t  e  n. 

Archiv  f.  das  Stadium  der  neueren  Siirachen  u.  Lit. 
LXXXVI,  2.  3:  Alb.  Lcitzniann,  Beiträge  zur  Kenntniss 
Georg  Forsters  aus  ungedruckten  Quellen.  II  (Forts.).  — 
P.  Maehule,  Bemerkungen  zu  Marlowes  Kaustus.  —  Gust. 
Krueger,  Fremde  Gedanken  in  J.  J.  Reusseaus  erstem 
Discours.  —  J.  Zupitza,  Zu§  386  von  Imm.  Schmidts 
Grammatik.  —  J.  Z,  Zu  Wanderer  31.  —  F.  Holt  hausen, 
Nachtrag  zu  den  Quellen  der  York  Plays.  —  A.  Krause, 
Zum  Text  des  Ricliart  le  Biau  ed.  Foerster.  —  Sitzungen 
der  Berliner  Gesellschaft  für  das  Studium  der  neueren 
Sprachen.  —  Mitglieder-Verzeicbniss  der  Berliner  Gesell- 
schaft für  das  Studium   der  neueren  Sprachen.  Januar  1891. 

—  Fr.  B  a  c  li  ra  a  n  n  ,  Cli.  F.  A.  Schuster,  Lehrbuch  der 
Poetik  für  höhere  Lehranstalten.  3.  Aufl.  —  K.  W  e  i  n - 
hold,  R.  Brandstetter,  Prulegoniena  zu  einer  urkundlichen 
Geschichte  der  Luzerner  Mundart.  —  R.  Sprenger,  Alb. 
Kicbter,  Deutsche  Redensarten.  Sprachlich  unil  kulturge- 
schichtlich erläutert.  —  S.  Waetzoldt,  Deutsche  Schriften 
des  Albrecbt  von  Eyb.  fLsg.  u.  eingeleitet  von  Jla.x  Herr- 
mann. 1.  Bd.:  Das  Ehebüclilein.  —  Fr.  S  p  c  y  e  r  ,  Sämmt- 
liche  poetische  Werke  von  J.  P.  Uz.  Hrsg.  ven  A.  Sauer.  — 
D  e  r  s. ,  Briefe  über  Merkwürdigkeiten  der  Literatur.  Hrsg. 
von  Alex.  v.  Weilen.  —  Ders. ,  Julius  vun  Tarent  und  die 
dramatischen  Fr.ngmente  von  Jobann  Antun  Leisewitz.  Hrsg. 
von  R.  M.  Werner.  —  Ders.,  Ueber  die  bildende  Nach- 
ahmung des  Schönen  von  Karl  Philipp  iloritz.  Hrsg.  von 
Sigmund  Auerbach.  —  Fr.  Bach  mann,  Franz  Ullsperger, 
Der  schwarze  Ritter  in  Schillers  Jungfrau  von  Orleans.  — 
Fr.  Speyer,  Kleists  Käthchen  von  Hcilbroiin.  Auf  Grund 
des  ursprüngl.  Plans  für  Bühne  und  Haus  bearbeitet  von 
Karl  Siegen.  —  George  Carel,  R.  Mabrenhultz,  Franz 
Grillparzer.  Sein  Leben  und  Schaffen.  Mit  Purtr.  u.  Facsini. 
\m  Hinblick  auf  den  lUU.  Geburtstag  des  Dichters.  —  Fr. 
Bach  mann,  K.  L.  Leimbach,  Die  deutseben  Dichter  der 
Neuzeit  und  Gegenwart.  4.  Bd.,  3.  u.  letzte  Lief.  —  J.  Z., 
George  Stephens,  Is  English  a  Oerman  Languago?  —  W. 
Mangold,  Gottfried  Ebeners  Englisches  Lesebueh  für 
Schulen  und  Erzieliungsanstalten.  In  drei  Stufen.  Neu  bcarb. 
von  Karl  Morgenstern.  Erste  Stufe.  Mit  einem  Wörterver- 
zeichniss.  6.  neu  bearb.  Aufl.  —  Ders.,  J.  Bube,  Erstes 
englisches  Lesebuch.  Eine  Auswahl  von  Prosastücken  und 
Gedichten  nebst  Würterverzeichniss  für  den  Schul-  und 
Privatgebraucb.  —  Ders.,  Otto  Wendt,  Englische  Brief- 
schule. Systematische  Anleitung  zur  selbstämllgen  Abfassung 
engl.  Briefe.  Für  den  Untcrrichtsgebraucb  hrsg.  —  J.  Z., 
Erwin  Heuse,  Ueber  die  Erscheinung  des  , Geistes"  im 
Hamlet.  —  J.  Z.,  Albrecht  Wagner,  Shaksperes  Macbeth 
nach  der  Folio  vnn  1(523  mit  den  Varianten  der  anderen 
Folios  hrsg.  —  J.  Z.,  Alas !  A  Novel.  By  Rhoda  Hroughton. 

—  J.  Z.,  Looking  Backward,  2U00— 1887.  By  Edw.  Bellamy. 

—  J.  Z.,  Imperial  Germany.  A  Critical  Study  of  Fact  and 
Character.  By  Sidney  AVIiitman.  Copyright  Editinn,  revised 
and  extended.  —  J.  Z.,  Wormwood.  A  Drama  of  I'nris.  By 
Marie  Corelli.  —  R.  Sprenger,  Gu.  Gnapheus,  Aculastus 
hrsg.  von  Johannes  Holte.  —  Adolf  T  o  b  I  e  r  ,  E.  .Stengel, 
Chronülogisches  Ver/eichniss  franz.  Grammatiken  vom  Ende 
des  14.  bis  zum  Ausgange  des  18.  Jh. 's  nebst  Angabe  der 
bisher  ermittelten  Fundurte  derselben.  —  Fr.  BacUmann, 


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1891.     Literaturblalt  für  germanlsrhe  und  romanische  Philologie.     Nr.  6. 


Karl  Kühn,  Kleine  franz.  Seliul^rammatil;  für  die  unteren 
und  mittleren  Klassen  der  höheren  Schulen.  —  Ders. , 
Curt  tScliüfer,  Kleinere  franz.  Scliulgranimatik  für  die  Ober- 
stufen. —  Der«..  Willi.  Kicken.  Kleinentarbuch  der  franz. 
Sprache.  Krstcs  Jahr.  2.,  ilurchgänfiifj  verb.  .\ufl.  —  Ders., 
F.  J.  Wershoven,  llilfsbucli  für  den  franz.  Unterricht  an 
höheren  Lehranstalten.  2.  verni.  u.  verb.  Aufl.  —  Ad.  Mül- 
ler, liiiltIVied  Kbeners  Kranz.  Le.-iebuch  für  Schulen  und 
Krziehunf;sansialten.  Neu  bearb.  von  Adolf  Mever.  III.  Stufe, 
H.,  der  neuen  Beurbeituni;  2.  Aufl.  —  S.  \V  a  e  t  z  u  1  d  t ,  J. 
Hauer  u.  Th.  Link,  Franz.  Cnnversatiiiusübungen  für  den 
.Schul-  u.  rrivat^'cbrau<-h.  II.  Thcil.  —  Ad.  Müller,  Rieh. 
Mollweiile,  Auleurs  l''rani;ai<.  Samndung  cler  besten  Werke 
der  franz.  Unlerhallunjjsliteratur  mit  deutschen  Anmerk. 
I.  Händchen.  —  Adolf  Tobler,  La  Clef  d'amnrs,  texte 
critique  avec  introductiun,  «ppendice  et  glossnire  par  Aug. 
Doutrepcnt.  —  K.  H  r  a  u  n  h  u  1 1  z,  Karl  Stichel,  Beiträge 
zur  Lexikographie  des  altproveuz.  Verbunis.  —  H.  Buch- 
holtz,  Adolf  Kressner.  IX  Bündchen:  Vida  del  gran  capi- 
tan  por  Don  .Manuel  Jose  (Juintaim  (aus  den  Vidas  de 
Espafioles  celebres).  X.  Bäinlchen :  La  Vida  de  Lazarillo  de 
Torines  y  de  sus  fortunas  y  adversiilades.  XI.  Händchen: 
Sammlung  span  Geiliclite.  —  \V.  Neil  ring,  W.  Kürner, 
Ausführliches  Lehrbuch  der  russischen  Sprache  (Texte, 
Orauiinatik,  Uebungsstücke,  Wörterverzeichnisse).  Heft  I. 
—  0.  V.  d.  Gabeleiitz,  C.  N.  K.  Eliot,  A  Kinnish  Gram- 
niar.   —   L.   II  ö  I  s  c  h  e  r  ,  Programinschau. 

Neiiphilol.  Centralblatt  V,  4:  Sclierffig,  Ucber  Schüler- 
fehler  im   l'riuizösischen. 

Modern  Language  Note.'«  VI,  :->:  Smith,  The  Battle  of 
Roncesvalles  in  the  Karlamagnus-Saga.  —  Kittredge, 
Mr.  Kleay  on  Nichohis  Udall.  —  Browne,  The  Morris- 
Skeat  Chäueer.  —  W  o  o  d  w  o  r  t  h  ,  Wendels.-c.  —  M  a  t  z  k  e  , 
Some  reraarks  on  the  development  of  rt  in  the  Romance 
laiiguages.  —  M  a  c  M  e  c  h  a  n  ,  John  ('rowne  :  a  biographical 
Note.  —  Rennert,  Ilowell,  Dante's  Treatise  ,0e  vulgari 
eloquentia".  —  McC'luni|)hn,  Ten  Brink,  Gescliiclite  der 
engl.  Literatur.  —  Annes,  Garnett,  Selections  in  English 
l'rose  from  Kliziibetli  to  Victoria  (loSO— 1880).  —  Elliott, 
Siveet,  A  l'riiner  of  Phonetics.  —  Kaidel,  Stiefel,  Tristan 
l'lliiiiiitis  Lc  I'iirasite  unil  seine  Quelh?. 

Langlies  et  dialectes.  Revue  triniestrielle,  publice  sous  la 
direction  cle  M.  Tito  Zanardelli.  Paris,  Bouillon.  (Abonne- 
nientspreis:  fr.  12.)  P  annee,  Nr.  1,  Mni  IMM:  Le  prefixe 
rii  et  (in  dans  la  langue  osque.  —  Les  Clements  arabes  de 
la  langue  italienne.  —  Les  Insultes  du  ))atois  flamand  de 
Bruxellcs.  —  Ueux  Chansonniers  namurois  in^dits.  —  Chan- 
sons namuroiscs  ile  rabbc  Grisard.  —  Paradigmes  de  la 
conjugaison  iles  vcrbes  namurois.  —  Glussaire  phonologique, 
6tyinologi<jue  et  grainmatical.  —  Reinar(|ues  sur  les  prcfixes 
du  vieux  francais  du  Nord.  —  Chronique  et  mouvement 
bibliograplii(|ue. 

Z.s.  des  Vereins  f.  Volkskunde  I,  2:  A.  Meitzcn,  Land 
und  Leute  der  Saalegegenden.  —  0.  Bolle,  Die  Eichen- 
frucht als  menschliches  Nahrungsmittel.  —  Jon  Porkels- 
son,  Die  Annalen  des  Bischofs  Gisli  Oddson  in  Skälliolt 
von  1637.  —  O.  v.  Zingerle,  Segen  und  Heilmittel  aus 
einer  Wolfsthurner  Hs.  des  XV.  Jh. 's.  —  H.  Pralin, 
Glaube  unii  Brauch  in  der  Mark  Brandenburg.  —  P.  Am- 
mann, Volkssagen  aus  dem  Bühmerwalil.  —  Kleine  Mit- 
tlieilungcn.   —   Büclieranzcigcn. 

Zu.  f.  Volkskunde  III,  fi:  R.  Dümwirtli,  Deutsches 
Element  in  slovenischcn  Sagen  des  käriitisclien  (Jberrosen- 
tliales.  —  K.  Branky,  VolUsübcrliercrungen  aus  Oester- 
reich.  —  A.  Guddc,  Volkslieder  aus  Ilinteiiionimern.  — 
A.  Kaufmann,  Sagen  vom  Donni'rsberg.  —  O.  Knoop, 
Polnischer  und  deutscher  Aberglaube  und  Bnuich  aus  der 
Provinz  Posen.  —  7:  Poestion,  Die  alten  nordischen 
Krülilingsfeste,  noch   ileiii   Dänischen  des  Trocls  Lund. 

M^lnsine  V,  ;i.  Mai-Juni  ls:il:  II.  Oaiiloz,  Le  Chevalier 
au  lion.  —  E.  Rolland,  Le  courroux  de  reiifant  Jesus.  — 
H.  Gaidoz,  Une  incantation  emimeralive.  —  J.  Tuch- 
mann,  Elfets  ile  la  fascinution  (Eorts.).  —  H.  G.,  La 
fraternisation.  —  E.  Rolland,  La  Bergöre  resignee.  — 
H.  Gaidoz,  La  Coupe  de  la  vie. 


Zh.  f.  deutsches  Altertlmni  u.  deutsche  I^iteratur  35,2: 
.Singer,     .Salomosageii     in     Deutschland.  Kochen- 

dörffer,   Erinnerung  und  Priesterbben   I.   —    M  u  c  h  ,  Un- 
faclilas.  —  Ders.,  Mercurius  Hanno  (vgl.  Anz.  S.  184).  — 


Schönbach,  Altileutsche  Eunde  aus  Innsbruck.  VIII.  Aus 
Predigten  Bertholds  von  Regensburg.  IX.  Meister  Eckhart. 
X.  (Meister  Eckharti')  XI.  I'salinenüberselzung.  XII.  .\u< 
einer  Uebersetzung  Petrarcas.  —  Schrö<lcr,  Belisars 
Ross.  —  Larssou,  Nochmals  Scliitf  um)  Regenbogen.  ■ — 
Ammann,  Segen  und  Zauberformeln  aus  Hohenfurt.  — 
Zimmer,  Ossin  und  Oscar.  —  Schenk  zu  Schweins- 
berg.  Die  Herkunft  F'ischarts.  —  Bolle,  Dvnlogus  de 
Divite  et  Lazaro.  —  Schröder,  Frisch.  —  Kos  sinn«. 
Die  Herkunft  der  „heriman'".  —  G.  M  e  i  e  r,  Gotllieb,  Ueber 
mittelalterliche  Bibliotheken.  —  H.  E.  Meyer,  .Müller,  Zur 
-Mythologie  lier  griechischen  und  deutschen  Heldensage.  — 
Heinzel,  .Mourek,  Syntax  der  gotischen  Präpositionen.  — 
Ders.,  Mourek.  Tandarius  unil  Floribella.  —  Koek,  Lin- 
der, Oni  -er,  -»',  -ar  och  -Of  silsoni  pUiralämlelser  lor  neu- 
trala  substantiver.  —  Franck,  Kautfnianii,  Gescliiclite  der 
Schwab.  Muinlart  im  Ma.  und  in  der  Neuzeit.  —  J.  Wer- 
ner, Dreves,  .\nalecta  hymnica  meilii  aevi  I V.  -  Lübke, 
Hesseis,  An  eiglitli-century  lyatin-.\nglosaxon  glussary.  — 
Maruld,  Loeck,  Die  Iloiiiiliensammluiig  des  Paulus  Dia- 
conus.  —  Singer,  Scliultze,  Die  Entwickelung  der  <leutschen 
Oswaldlegende.  —  L  e  i  t  z  in  a  n  n  ,  SiiiionstVId.  Eine  deutsche 
(Kolonie  zu  Treviso  im  spätiMcn  Ma.  mit  einem  Excurs :  Erci- 
danks  (irnbmal.  —  L  u  t  li  e  r,  Rcitferscheid,  Marcusevangidion 
Mart.  Luthers  nach  der  Seplemberbibel.  —  Erich  Schmidt, 
Lessings  säinmtliclie  Schritten,  hrsg.  von  Laclimann.  dritte 
Auflage  besorgt  durch  .Muncker,  Bit.  1— 1>.  —  .Minor, 
Flaischlen,  Otto  Heinrich  v.  Geininingen.  —  Köster, 
KUlineinann,  Die  kantischen  Studien  Scliilleis  und  die  Coin- 
position  des  Wallenstein.  —  R.  M.  Werner,  Wollf,  Pro- 
iegumeua  der  literar-evolutionistischen  Poetik.  —  Ders., 
T.  Berger,  Dramaturgische  Vorträge.  —  Ders.,  Jacobowski, 
Die  .\nfänge  der  Poesie. 

Viertel.jahrsschrift  f.  Liteiatuigeschichfe  IV,  2:  Albert 
B  i  e  1  s  c  li  ows  k  y  ,  Das  .\lter  der  Kaustspiele.  —  Friedrich 
W  i  I  h  e  1  ni ,  Briete  an  Karl  Willielm  Uamler,  nebst  einem 
Briete  an  Lessing  (Schi.).  ^  Erich  Schmidt,  Lessingiami. 
—  Hans  S  i  1 1  e  n  b  e  r  g  e  r  ,  üntersucluingen  über  Wieliinds 
komische  Erzählungen.  —  Otto  Pniower,  Die  Scliüler- 
scene  im  Urfaust.  -  Anhang;  Edward  Schröder,  Goethes 
Faust  und  das  Spiel  von  Frnu  Jutten.  —  Beruh.  Seuffert, 
Die  älteste  Scene  im  Faust.  —  Bernhard  S  u  p  hau.  Zu 
Schillers  Demetrius.  —  Paul  Markgraf,  Sprachliche  lieo- 
bachlungcii  zur  Marina.  —  Hugo  lilümner,  Zu  Lessings 
Laokoon. 

Zs.  f.  den  deutschen  Unterrieht  V,  4:  J.  Keller,  Job. 
Peter  Hebel  und  Heinrich  Zsch<dd<e.  —  L.  Frey  tag. 
Einige  Worte  über  die  Nachbildung  antiker  Metra  im 
Deutschen.  Nebst  einer  lT(diertraguiig  der  Batrachoniyo- 
machie.  —  Riididt'  II  i  1  d  i' b  r  a  n  d  ,  Wie  die  Sprache  altes 
Leben  fortführt.  VI.  -  Hans  v.  Dadelsen,  Die  um- 
achreibi'iiden  ('onjuiutivfurnien  mit  iiiiydc.  —  Otto  Seh  roe- 
der,  Zum  .S-Unfug.  —  R.  Sprenger,  Zur  ,Verwerthung 
deutscher  Redensarten  im  Uiiterrichf.  —  Ders.,  Zu  Bürgers 
„Der  Kaiser  unrl  der  Abt":  Zu  Bürgers  Gedicht  „Die  Kuli"; 
Ins  Bockshorn  jagen:  Labidang  —  Langer  Laban;  Sünden- 
bock.  —  Dr.  .Metger,  Zur  Redensart  ,Auf  dem  Holzwege 
sein".  —  Karl  Krüger,  , Einem  etwas  am  Zeuge  flicken" 
und  , Der  Topf  will  klüger  sein  als  der  Töpfer"  —  Ders., 
Wechseln  6'  und  Z  in  den  deutschen  Mundarten':';  Saum  = 
Saumross.  —  A.  Puls,  Zu  der  Eiklärung  des  Namens 
„Nüssler".  —  Paul  Bartels,  Zu  dem  „WIcgenliede  vom 
schwarzen  und  weissen  Schale".  —  Ders.,  Zur  Feier  des 
„Zwölften"  im  nördlichen  Deutscdiland.  —  Wächter,  Zu 
dem  Worte  „Feuerwerk".  —  J.  H.Schmalz,  Zu  dem 
Liede  „Napoleon,  du  Schnstergeselle".  —  Schlag,  Der 
Wolf  als  günstiges  Vorzeiidien ;  Zu  „Napoleon,  du  Schnster- 
geselle"; Der  GebrniKdi  des  Wortes  „hinte".  —  C.  Rosen- 
kranz, Ueber  die  Namen  „Schutl't"  unil  .Schalft".  —  A. 
Eilel,  Zur  Erläuterung  des  Liciles  von  der  Glocke.  —  K. 
Menge,  Zu  F.  Kunize,  Sprachliche  Neubildungen  im  Süd- 
westen. —  F.  Kuntze,  Zu  den  sprnclilicluii  Niubililiingen 
im  Südwesten.  —  Otto  Lyon,  Bornliak,  Tcubners  Samm- 
lung deutscher  Dicht-  und  Schriftwerke  für  höhere  Töchter- 
schulen. 

Noord  en  Zuid  XIV,  1:  W.  O.  van  Nouhnys,  Vosmaer's 
romans,  I.  .\iii.izone.  —  F.  A.  Stoett,  Sprcekwijzen  ver- 
klaard.  I.  lemiind  eeiie  blauwc  liuik  oniliaiigeu.  IL  leniand 
de  kap  vullen.  III.  Zieh  uit  de  voeteii  niaken.  -  Taco  IL 
de  Beer,  „De  eischen  van  liet  drama".  —  C.  J.  Vior- 
hout,   Merkwaardige    overgaug   van   beteekenis.    —    C.  H. 


209 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  G. 


210 


(lenHertog,  De  leer  van  den  samengestelden  zin.  De 
nevenscliikkenclo  zinsverbindung. 

Arkiv  für  nordisk  fllologi  VII,  4:  Finnur  Jons  so  n, 
Uligo  linjer  i  ilrulkviedede  skjaldekvad.  —  Axel  Kock, 
Korniioniiska  kvantitcts-  och  akcentfrägor.  —  Kr.  Kälund  , 
Professor  K.  Gislasons  autobiografiske  optegnelser.  —  D  e  r  s. , 
Anmälan  av  ,A.  M.  Keeves :  The  Finding  of  Wineland  the 
good,  the  History  of  the  Icelanilic  discovery  of  America".  — 
Hugo  Gering,  Anmälan  av  „Odilr  Fagr.'ikinna  Snorre. 
Von  Gustav  Morgenstern". 

Nyare  bidrag  tili  kiiniiedom  oin  de  svenska  landsmäleii 
ock  svenskt  folklif  II.  41:  G.  Ceder  seh  iOl  d,  Medel- 
tidsberättelspr.  —  S.  97—155.  —  E.  Bore,  Uärgsnianslif  i 
borjan  af  ISOÜ-talet.  Anteekningar  frän  Nora  ock  Lindes 
bärgslager.  49  S.  —  H.  42:  Eva  \V  i  gström,  .\llmogeseder 
i  Könnebärgs  liärad  i  Skäne  pä  184ü-talet.  92  S.  —  H.  43 : 
J.  V.  Lindgren,  Burträskmulets  grammatik,  h.  1  (l.jud- 
fysiologisk  översikt,  aksentlagar,  vokallagar).  166  S.  —  K. 
J.  Hagfors,  Gamlnkarlebynialet.  Ljud- ock  fornilSra  samt 
spräkprov  (med  karta).  124  S.  —  Axel  Kock,  Till  fri\gon 
oni  M-omljudet  i  fornsvenskan.  28  S. 


Anglia  XIV,  1:  M.  Thümmig,  Febcr  die  altengl.  Ueber- 
setzung  der  Reimchronik  Peter  Langtoft's  durch  Robert 
Manning  von  Brunne.  —  E.  Lücke,  Das  Leben  der  Con- 
stanze bei  Trivct,  Gower  und  Chaucer.  —  E.  Einenkel, 
Die  Quellen  der  engl.  Relativellipse.  II. 


Revue  des  langnes  romanes  XXXV.  Jan. — März:  Blanc, 
Vocabulaire  provengal-latin.  —  Chabaneau,  Fragment 
d'un  Chansonnier  proven^al.  —  Söderh.jelm,  La  dama 
sanza  niercede;  version  italienne  du  poeme  d'Alain  Chartier: 
La  belle  dame  sans  mercy.  —  Menage,  Lettres  ä  Maglia- 
becchi  et  ä  Carlo  Dati,  publiees  par  L.  G.  Pelissier.  — 
Peli  ssier,  Notes  pour  les  lettres  de  Dom  de  Vic.  — 
R  i  g  a  1 ,  Les  grands  historiens  du  moyen  äge.  par  L.  Constans. 

Bnlletin  des  anciens  textes  fian^'ais  XVI  (1890),  2:  P. 
Meyer,  Notice  du  Ms.  fr.  1852  de  la  Bibliothequo  natio- 
nale, contenant  divers  opuscules  religieux  en  rouergat. 

Zs.  f.  franz.  Sprache  n.  Literatur  Suppl.  V:  Stiefel, 
Unbekannte  italienische  Quellen  Jean  Rotrous.' 

Franco-Gallia  VIII,  4:  Humbert,  Der  in  seinem  Wahn- 
sinn Bühne  und  Publikum  mit  einander  verwechselnde  Geiz- 
hals Molieres,  das  komische  Gegenbild  ge'stersehender 
tragischer  Helden.  —  Anzeigen :  Levertin,  Studien  zur  Ge- 
schichte der  Farce  und  Farceurs  in  Frankreich  seit  der 
Renaissance  bis  auf  Meliere.  —  Stengel,  Chron.  Verzeich- 
niss  franz.  Grammatiken.  —  Meliere,  Les  Precieuses  ridi- 
cules  und  Les  Femmes  savantes,  hrsg.  von  Knörich.  —  Guter- 
sohn,  Zur  Methodik  des  fremdspracbl.  Unterrichts.  —  5: 
Anzeigen:  Sorel,  Madame  de  Stael.  —  Rahstede,  Vinc. 
Voiture. 

Revue  de  philologie  fran^aise  et  provenijale.  Publice 
par  L.  Cledat.  1891,  1"  fascicule:  L.  Havet,  C.  Le- 
baigue,  L.  Crousle,  Le  Plan  general  de  reforme  ortho- 
graphique.  —  P.  Marchot  et  A.  Vierset,  Texte  wallen 
avec  commentaire  philologique.  —  L.  Cledat,  Phonetisme, 
archalsme  et  etymologisme.  —  Sur  un  emploi  du  .,futur 
dans  le  passe".  —  Un  Mnnuscrit  de  la  traduction  frangaise 
de  Barthelemy  l'Anglais.  —  La  (,'onfession  de  Rutebeuf, 
traduction  archai'que  et  rythmee.  —  A.  Ferrand,  Noms 
de  personnes  et  surnoms  en  patois  de  Jons  (Isere).  — 
Comptes  rendus.  —  Chronique.  —  Livres  et  articles  signales. 


Literar.  Centralblatt  20:  Gelbhaus,  Ueber  den  Parcival 
Wolframs  von  Eschenbach.  —  21 :  Muss-Arnolt,  Semitic  and 
other  glosses  to  Kluge's  Etymologisches  Wörterbuch  der 
deutschen  Sprache.  —  Emil  Brauns  Briefwechsel  mit  den 
Brüdern  Grimm  und  Joseph  v.  Lassberg.  Hrsg.  von  Ehwald. 
—  22:  Flaischlen,  Otto  Heinrich  v.  Gemmingen.  —  Friedr. 
Hebbels  Briefwechsel  mit  Freunden  und  berühmten  Zeit- 
genossen. Hrsg.  von  Bamberg.  —  23 :  Morf,  Das  Studium 
der  rom.  Philologie.  —  Libeaus  desconus.  Hrsg.  v.  Kaluza. 

Deatsche  Literaturzeit.  17:  Jaeoby,  Berger,  Friedrich 
der  Grosse  und  die  deutsche  Literatur.  —  Sauer,  Bürgers 
Gedichte.  Hrsg.  von  Grisebach.  —  Holthausen,  Unge- 
mach, Die  Quellen  der  fünf  ersten  ehester  Plays.  —  18: 
N  i  e  d  n  e  r ,  Meyer,  Völuspa.  —  Werner,  Greinz,  Die  trag. 
Motive  in  der  deutschen  Dichtung  seit  Goethes  Tode.  — 
19:    Huemer,   Cloetta,    Beiträge   zur   Literaturgeschichte 


des  Mittelalters  und  der  Renaissance.  —  Singer,  Rosen- 
liagcn,  Untersuchungen  über  Daniel  vom  blühenden  Tal 
vom  Stricker.  —  W.  M  e  y  e  r- L  ü  b  ke,  D'Arbuis  de  Jubain- 
ville,  Rechcrches  sur  l'origine  de  la  propriete  fonciere  et 
des  noms  de  lieux  liubitei  en  France.  —  20:  Franck, 
Buitenrust-Hcitema,  Bloemlezing  uit  Oud-.  Middel-  en  Niew- 
friesche  Geschritten.  —  Holthausen,  Flügel,  Englisches 
Wörterbuch. 

Gütt.  Gelehrte  Anzeigen  6:  Gocrlich,  Doutropont,  La 
clef  d'amors,  texte  crit.  avec  introductiun  etc. 

Anzeiger  der  Akademie  der  Wissenschaften  in  Krakau 
März:  Z  dz  i  e  cli  o  ws  ki ,  La  poesie  de  Shelley  consicierc'-e 
dans  ses  rapports  avec  cette  de  Byron. 

Correspondenzblatt  f.  die  Gelehrten-  u.  Realschulen 
Württembergs  1  u.  2:  E.  Müller,  Schillers  Kabale  und 
Liebe.  II. 

Zs.  f.  die  Österreich.  Gymnasien  Bd.  42,  2  u.  3:  O.  T. 
Walzel,  Neue  Quellen  zui-  Geschichte  der  älteren  roman- 
tischen Schule.  —  J.  Schmidt,  v.  Ballier,  Grundlagen 
des  nhd.  Lautsystems.  —  Meringer.  J.  Schmidt,  Die 
Pluralbildungen  der  igm.  Neutra.  —  J.  .Minor,  Erläute- 
rungsschriften zu  den  deutschen  Klassikern.  —  4:H.  Burg- 
hauscr.  Zur  nhd.  Lautgeschichte. 

Pädagogium  7:  Goerth,  Zum  Studium  von  Schillers  lyr. 
Gedichten. 

Pädagogisches  Archiv  3:  H.  Klingh  ard  t ,  Die  Reform 
des  neusprachl.  Unterrichts  (Schi.).  —  Hermann,  Zum 
deutschen  Unterricht.     F. 

Berliner  philologische  Wochenschrift  X,  35:  Ziemer, 
A.  V.  Edlingers  , Ueber  die  Bildung  der  Begriffe,  ein  ver- 
gleichend-etymologisches Wörterbuch  aus  allen  Sprachge- 
bieten". —  37:  knaack,  A.  Marx,  Griechische  Märchen 
von  dankbaren  Thieren  und  Verwandtes.     F. 

Deutsche  Zeitschrift  f.  Geschichtswissenschaft  V,  1: 
L.  Huberti,  Friede  und  Recht,  eine  rechts-  und  sprach- 
vergleichende Untersuchung.  —  K.  Maurer,  Zur  Ge- 
schichte Islands. 

Zs.  f.  deutsche  Kulturgeschichte  I,  4:  C.  Thümmel, 
Der  Landsknechte  Recht  und  Gebräuche.  —  A.  John, 
Dorf  und  Bauernhof  in  Deutschland  scinst  und  jetzt. 

Westdeutsche  Zeitschrift  f.  Geschichte  u.  Kunst  X,  1 : 
G.  Kossinna,  Nochmals  die  Sweben. 

Historisches  Jahrbuch  der  Görres-Gesellschaft  XII,  1: 
E  r  n  s  i  n  g  ,  Zu  dem  Leben  und  den  Werken  Dietrich  Koeldes. 
—  Rattin  g  er,  Zu  Dietrich  von  Nieheim.  —  F.  Jostes, 
Zum  Heliand.     F. 

Jahresbericht  des  Musenmsvereins  f.  das  Fürstenthnm 
Lüneburg  1SS7 — 1890:  Sprenger,  Ein  uralter  Pfingst- 
brauch  zu  Bardovik. 

Mittheilungen  des  Vereins  f.  Geschichte  n.  Alterthums- 
kunde  zu  Homburg  v.  d.  H.  4:  C.  Bach,  Beiträge  zu 
der  Deutung  von  Ortsnamen  in  der  Umgegend  von  Homburg. 

Zs.  f.  Vaterland.  Geschichte  u.  Alterthnmsknnde,  hrsg. 
von  dem  Verein  f.  Gesch.-  u.  Älterthumskunde  Westfalens, 
Bd.  48:  Hoügeweg,  Eine  westfälische  Pilgerfalirt  nach 
dem  h.  Lande   vom  Jahre   1519. 

Annalen  des  Historischen  Vereins  f.  den  Xiederrhein 
47 :  Wunderbare  und  denkwürdige  Geschichten  aus  den 
Werken  des  Cäsarius  von  Heisterbach  ausgewählt,  übersetzt 
und  erläutert  von  AI.  Kaufmann. 

Jahresbericht  des  Düsseldorfer  Geschichtsvereins  Bd.  V : 
J.  Schneider,  Die  alten  Grenzwehren  (Landwehren)  im 
Kreise  Düsseldorf.  —  Heinrich  Heine  nicht  1799,  sondern 
1798  geboren. 

Zs.  des  Münchener  Alterthumsvereins  N.  F.  1  u.  2: 
He  fner- AI  t  eneck,  Ueber  das  Erscheinen  der  Frau 
Minne  in  den  Kunstwerken  des  Mittelalters. 

Mittbeilungen  des  österr.  Museums  f.  Kunst  u.  Industrie 
N.  F.  VI.  März:  J.  v.  Falke,  Die  .Ausstellung  historischer 
und  nationaler  Kostüme  im  österr.  Museum. 

Altprenssische  Monatsschrift  28,  1  u.  2 :  J.  B  o  1 1  e ,  Jugend- 
schriften, Liebesgeschichten  und  Gesinnungsbildner.  Ein 
Zwischenspiel  Job.  Raues,  Danzig  1648.  —  Frischbier, 
Volkswitz.  —  F.  Zander,  Kinderreime.  —  J.  Sembr- 
zycki  u.  R.  Sprenger,  Zu  den  Königsberger  Zwischen- 
spielen. 

Baltische  Monatsschrift  3:  Westermann,  Bemerkungen 
ühi-r  das  Wesen  und  die  Entwiekelung  der  Sprache. 

Deutsche  Rundschau  April:  Blennerhassett,  Urtheil 
eines  Arztes  über  J.  J.  Rousseau.  —  Familiennotiz  über 
J.  M.  R.  Lenz. 


211 


1891.    Literatnrblatt  fOr  ^ermanisohe  und  romanische  Philologie.     Nr.  A. 


212 


Nord  und  Süd  Mai:  Jos.  Schumann,  O.  G.  Belli,  ein 
römischer  Dialektdichtcr.  —  G.  Irmer,  Die  dramntische 
Hcliumllun;;  des  Wallcnsteinstoffes  vor  Sehiller. 

Die  (ireuzboten  16:  RuilolC  Hihlobrands  Aufsätze  und  Vor- 
träge. —  Unser  üeutseh  in  Kraiikrcich.  —  17:  11.  Düntzer, 
Zur  Jubelfeier  des  Weimarischen  Theaters.  —  18:  Zur 
neuen  Faustphilologie. 

Die  Natiuii  '^'2;  L.  Geiger,  Napoleon  und  Goethe. 

Die  (iej;enwart  iö:  Herrn.  Co  nrad ,  C'arlyle  u.  Jean  Paul. 

DeDtsche  Warte  11.  4:  M.  Wilckcns,  Die  Sprache  der 
Deutschen  in  Xunlanierika. 

Ileutitche  Dichtung  IX,  1:  Jean  Paul  (ungidruckter  Nach- 
Inss),  Aphorismen.  —  K.  K.  Franzos,  Aus  Goethes  Brief- 
wechsel mit  Friederike  Unzelniann.  I.     F. 

Blätter  f.  litei-ar.  UnterhaltunK  l'i:  L.  Fränkcl,  Shake- 
speare als  Uomanheld.  —  lil:  K.  .M  a  li  r  e  n  h  o  1 1  z.  Zur 
franz.  Literaturffescliichte  (14alistc<le,  Voiture;  Klincksicck, 
Der  Kcaligmus  im  franz.  Komnn  des  Ifl.  Jh. 's).  —  17:  A. 
Hermann,  Zur  Literaturgeschichte  (Cloetta,  Komödie  und 
Tragödie  im  .Mittelalter;  Albreclit,  Lessings  Plagiate).  — 
W.   1!  u  c  li  n  e  r  ,  Neues  über  Goethe  (in  der  Schweiz).     F. 

Schorers  Kamilieublatt  18!H),  4V:  Fr.  Hirsch,  Das  deut.sche 
Volkslied.  —  isni,  14  f.:  K.  Th.  Gädertz,  Aus  ücibels 
jungen  Tagen.  Bisher  ungedruckte  Lieder  des  Dichters.   F. 

Beilage  zur  Allg.  Zeitung  88  u.  89:  A.  Hammer  an,  Die 
Bergfeuer  in  Deutsehland.  —  101  u.  \02:  K.  Th.  G  a  e  d  e  r  tz, 
Nachlese  zu  Geibels  Leben  unil  Dichten. 

Natiunalzeitung  44,  17:  R.  M.  Werner,  Eine  neue  Gabe 
der  Goethe-Gesellschaft  (Ilarnacks  „Zur  Xnchgeschichte  der 
ital.  Reise"").  —  "26:  E.  Wechsler,  Zu  Franz  Grillparzers 
hunilertstem  Geburtstage.  —  .S5  u.  53:  IC.  Fr(enzel),  Tasso 
und  Leopardi.  —  50:  K.  Zabel,  Octave  Feuillet.  —  67: 
K.   Fr(enzel),  Marco   Prngas  „Khrbure   Mädchen"".     F. 

Sonntagsbeilage  zur  Vossischen  Zeitnng  IStil,  2  f.:  F. 
S(cli  Ion  t  h  e  r),  Grilliiarzer.  —  4  f . :  Oarus  Sterne,  Das 
Alter  und  die  angebliche  Fälschung  der  Baidursage.  — 
5  f.:  Dr.  med.  L.  Treitel,  Die  Sprache  und  Stimme  des 
Kindes.  1.  Der  Sprachinhalt.  II.  Die  Sprachform.  —  6.  8.  9: 
P.  S(ch  len  t  h  er),  Grillparzers  Dramen.  —  7  f . :  II. 
Brugsch,  Die  Thierfabel  und  ihre  Heimath.  —  10.  12.  14: 
K.  K.  Franzos,  Aus  Briefen  Ernst  Schulzes  und  Fritz 
V.  BUlows.  —  10  f.:  J.  Löwenberg,  Dichtermüttcr.  — 
12:  F.  Pop))onberg,  Novalis.     F. 

Frankfurter  Zeitung  106  u.  107:  Gust.  Karpeles,  Hebbel 
und  Heine.  —  l.'ilJ:  Allerlei  von  der  41.  A'^ersammlung 
deutscher  Philologen  und  Schulmänner.  Harmlose  Betrach- 
tungen eines  ))ract.  Schulmannes.  —  102:  E.  Petzet, 
Goethe  in  der  Schweiz. 

De  vrlje  Fries  XVII,  4:  J.  E.  Heeres,  Een  Manuscript 
van  ocn  Oud  Friesch  kroni.jkje,  berustende  op  het  Rijks- 
archief  te  Groningen. 

Tbe  Academy  98.'):  Furnivall,  Mary  Fitton  again.  — 
Earle,  The  flexional  Infinitive  in  English.  —  K.  Meyer, 
The  Ossianic  Saga.  —  L  o  g  e  m  a  n  ,  The  Name  of  the  Auglo- 
Snxon  Rune  p.  —  986:  Tyler,  Mary  Fitton  again.  — 
Cnrruthcrs,  Dcfoo  and  Mary  Astoll.  —  987:  Skeat, 
Chaucer  at  work.  —  Furnivall,  Mary  Fitton  again.  — 
988:  Hildebrand,  The  Name  of  the  Anglo-Saxon  Rune 
p.  —  Toynbee,  Some  Notes  on  Oodefroy's  Old-French 
Dictionary.  —  989:  Furnivall,  Mary  Fitton  again. 

The  Atheuaeuin  3309:  Montaigne's  Italian  Tour.  —  3311: 
Chaucer's  Ballad  „To  Rosemound''.  —  Reniiniscences  of 
Thackcray. 

The  Arcliaeulogical  Review  IV,  6:  Nutt,  Pauls  Grund- 
riss  der  german.  Philologie.  —  Ders. ,  Oulther,  Lohcngrin. 

Svenska  Fornininnesföreningens  tidsUrifl,  ättonde  bandet, 
1.  haftet,  S.  I — 23:  F.  Nordin,  Fornlomningar  vid  BJcrs 
i  Ilejnums  socken  pa  Ootland.  —  S.  24—52:  B.  Salin, 
Altarprydnadcn  fran  Broddetorps  kyrka.  —  S.  53-70:  G. 
Upmark,  Vadstena  slott  1545  -1(1"20.  L  —  S.  71  —  86:  H. 
Hildebrand,  De  inhemska  förutsättningarna  för  vär 
medi  Itids   konst.     S. 

Revue  criti(|iie  19:  Amiaud,  La  legende  syriaque  cl'Alexis. 
—  Di  Cesnola,  Les  niss.  Italiens  du  British  Museum  —  20: 
Zanarilelli,  L'etrusque,  l'ombrien  et  rosijue.  —  Otto,  La 
Sllvanire  de  Mairet.  —  Gross,  Essais  litteraires.  —  De 
Oubcrnatis,  Dictionnaire  Internat,  des  ecrivains  du  jour.  — 
21:   Dictionnaire  m'erlnndaise. 

Le  Aloyen  Age  4,  3:  E.  H.  Meyer,  Völuspa.  —  J.  Hoffory, 
Edilastuilien.  —  W.  Golther,  Lohcngrin.  —  H.  Logcman, 
English  Miracle  Plays,  Muralitics  and  Interludes  ed.  A.  W. 


Pollard.  —  J.Simon,  Constnns,  Chrestomathie  de  l'ancien 
fran^ais.  —  4:  Graf,  II  Diavolo.  —  La  naissance  du  Chevalier 
au  cygnc,  ed.  Todd.  —  Kassewitz,  Die  frz.  Wörter  im  Mlid. 

Kev.  pitl.  et  litt.  16:  J.  Passy,  Edniond  de  Pressensö 
(Nocrolog).  -  17:  Ed.  Rod,  Les  idces  moralcs  du  temps 
present.  M.  Ferdinand  Brunetiere.  —  18:  Alfr.  Rebell  iau, 
iiossuet,  ä  propos  d'un  livre  recont  (G.  Lans^n,  Bossuei, 
1891).  —  Germain  Bapst,  Le  tlieätre  et  le  patrintisnic 
au  moycn-äge.  La  feto  de  Jeanne  d'Arc  et  la  delivrancc 
de  la  France  ä  la  fin  de  la  guerre  ile  Cent  ans.  (That- 
sachen,  welche  zeigen,  wie  schon  im  15.  Jh.  zeitgenössiselu' 
erfreuliche  Ereignisse  von  Bedeutung  für  Frankreich  als 
Ganzes   den   Stotf  für  ölfcntliclur   Bülinendarstellung  gaben.) 

Acadetuie  des  Inscriptions  1890,  S.  207:  G.  Paris,  Rob. 
Courte-Heuse  ä  la  premiere  croisade.  (liczieht  sich  z.  Th. 
auf  die  Chanson  iPAntioche.)  —  S.  262:  D'Arbois  de 
Jubainville,  ün  gentilice  romain  tire  d'un  nom  gaulois: 
etyniülügic  du  nom  de  Ligugc  (Vienne). 

Kevne  bistor.  et  archeologique  dn  Maine  1891,  1:  Dom 
Piolin,  Le  Thcätre  chretien  <Ians  le  Maine  au  cours  ilu 
moyen  Age. 

Revue  de  l'evolntion  sociale,  scientitlqne  et  litteraire 
1891,  3  (15.  April),  S.  137—145:  L.  Mellcrio,  Ktude  siii- 
Ronsard,  (lieber  seine  Spradie  bes.) 

Revue  de  l'histoire  des  religions  XXIH,  1:  E.  .Mon- 
seur,  F,.  H.  Meyer,  Völuspa;  Hotfory,  Eddnstudien.  | 

Kevne  internationale  de  l'enseignement  XI,  4:  E.Ritter,     ] 
Isaac  Rousseau,  le  pere  de  Jean-Jacques. 

Nuova  Antulogia  Anno  X.WI.  3.  serie.  Vol.  33.  Fase.  9: 
G.  Carducci,  l'accademia  doi  trasformati  e  Giuseppe 
Parini.  II.  —  T.  Salvini,  Di  una  interpretazion«"  doli' Jugo 
ili  Ouglidmo  Shakspeare. 

Rassegna  Emiliana  II,  8.  9  u.  11.  12:  B.  Colfi,  Di  un 
antichissimo  commento  all' Ecerinide  di  Albertino  Mussato. 
(Auch  sep.  34  S.   8.) 

Atti  e  niemorie  della  r.  accadeinia  virgiliana  di  Man- 
tova  1889/90:  G.  B.  Intra,  Un  cpisodio  dell'Eneide  con- 
frontato  con  un  episodio  dell' Orlando  Furiose. 

Atti  e  memorie  ilell'  accademia  di  scienze,  lettere  ed 
arti  in  Padova  VII:  E.  Teza,  ün  poeta  travestito  (Pro- 
vorbi  del  Cornazzano).  —  Che  cosa  si  scriva  dalPItalia 
nello  „Staple  of  News"  di   li.  Jonson :  osservazioni. 


Neu  erschienene  Bücher. 

A  n  d  r  e  e ,  R.,  Die  Flutsagen.  Ethnographisch  betrachtet 
Braunscbweig,  Vieweg.  XI,  152  S.  8.     M.  2,25. 

Gabe  len  tz,  G.  v.  d.,  Die  Spracliwissonscliaft,  ihre  Auf- 
gaben, Methoden  u.  bisherigen  Ergebnisse.  Leipzig,  Weigel 
Nachf.  XX,  502  S.  8.     M.  14. 

Ljungstedt,  Karl,  Sprfiket,  den  lif  och  Ursprung.  Stock- 
'holm,  A.  Bonnier.  38  S.  12.     Kr.  0,20.     S. 

Schulbibliothek,  französische  und  englische.  Hrsg.  von 
O.  E.  A.  Dickmann.  Leipzig,  Renger.  Serie  A:  Prosa.  Bd.  16: 
Lnrd  Clive.  An  essav  bv  Th.  B.  .Macauliiy.  Erklärt  von  A. 
Kressner.  2.  Aufl.  VIII,  95  S.  m.  1  Karte.  .M.  l,"2n.  —  Bd.  "27: 
Ausgewählte  Erzählungen  von  A.  Daudet.  Erklärt  von  E. 
Gropp.  3.  Aufl.  XVI,  96  S.  M.  1,10.  —  Bd.  41:  Napoleon 
ä  Moscou  u.  Passage  de  la  Bcrezina  par  le  Conitc  de  Segur. 
Erkl.  von  A.  Hemme.  2.  Aufl.  XVI,  124  S.  m.  4  Plänen. 
M.  1,50.  —  Bd.  45:  Biographies  historiques  v.  G.  Dhombres 
u.  G.  Monod.  Erkl.  von  H.  Bretschneider.  2.  Aufl.  VIII, 
81  S.  M.  1.  —  Bd.  56:  Tartarin  de  Taraseon  v.  A.  Daudet. 
Bearb.  u.  erkl.  von  J.  Aymeric.  VIII,  92  S.  M.  1.  —  Bd.  57: 
Les  origines  de  la  France  contemporaine  par  H.  Taine. 
Ausgew.  u.  erkl.  v.  O.  IIott"niann.  VIII,  108  S.  M.  1,10.  — 
Bd.  58;  Ilistoire  du  proteetorat  de  Croinwell  v.  A.-F.  Ville- 
main.  Erkl.  von  A.  Gundlach.  XII,   104  S.  M.   1,10. 

—  dasselbe.  Serie  B:  Poesie.  Bd.  1:  .\uswalil  franz.  Geilichte. 
Zusammengestellt  von  E.  Orcipp  u.  E.  Hausknecht.  4.  Aufl. 
XII,  228  S.  M.  1,80.  —  Bd.  18:  Lo  joueur.  Comödie  par 
J.   F.   Kegnard.  Erkl.   v.   Boerner.   XX,   100  S.   M.   1,30. 

Varnhagcn,  Hermann,  Zur  Geschichte  der  Legende  der 
Kathariim  v.  .\iexandrien.  Nebst  latein.  Texten  nach  Hand- 
schriften der  Hof-  und  Staatsbibliothek  in  München  uml 
der  Universitätsbibliothek  in  Erlangen.  Erlangen,  Junge. 
M.   1,40.  

15er  in  guier,  Rieh.,  Die  Rolamle  Deutschlands.  Festschrift 
des  Vereins  für  die  Gcsohiehte  Berlins.  IJerlin  1890.  "206  S.  8. 


213 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  roraanisohe  Philologie.     Nr.  6. 


214 


licschlügsc  der  Linies-Confcrcnz  in  Heidelberg  am  28.  Deo. 
181)0.  Nebst  11   Ufilaffen.   2S  S.   4. 

liiltz,  K.,  Neue  liciträgc  zur  G(?sidiichtc  der  deutschen 
Spriiidio  und   Literatur,    licrlin,  Starj^ardt.    231   S.  8.     M.  4. 

iiraun.  Emil  Hrauns  liricl'weolisul  mit  den  lirüdern  Grimm 
unil  Joseph  v.  Lassburg,  hrsg.  von  R.  Kliwald.  Ootlui,  Perthes. 
Uiy  S.  8. 

Ilertzberg,  Rafaid,  Bidrag  tili  Kinlanda  kulturhistoiia  pä 
lOdü-talet.  Prosten  liüetii  Murenii  visitationsprotokidlur  für 
1637  — 16tiH.  1.  Helsingfors,  Hafvudstadsbhidets  nva  tryckeri. 
4,i  S.  8.     S. 

J  ah  r  es  b  c  r  i  eil  t  über  die  l-^rscheinungen  auf  dem  Gebiete 
der  gcrmauischen  Philologie,  Jahrg.  12.  18UU.  Erste  .\.bth. 
Leipzig.  Rcissner.   128  S.  8. 

Juniit,  A.,  Rulmann  Merswin  et  l'Ami  de  Dicu  de  l'Ober- 
land.  ün  probleme  de  psycliologie  religieuse.  Paris,  Fisch- 
bacher. 152  S.  8.  (Vgl.  K.  Allier:  Revue  de  l'lnstoire  des 
religions  XXIII,  1  ;  der  Gottesfreund  nicht  eine  betrügerische 
Erfindung,  sondern  eine  Hallucination  des  Ilulman  Merswin.) 

Lehmann,  E.,  Familie  Kürner  in  Dresden.  Zum  Gedächt- 
niss  nn  Th.  Körners  100.  Geburtstag.  Dresden,  Köhler.  39  S. 
8.     M.  0,50. 

L  i  c  h  t  e  n  b  0  r  ge  r ,  II.,  Le  Poeme  et  la  Legende  des  Nibe- 
lungen. These.  In-8,  442  p.  Paris,  Hacliette  et  C". 

Meyer,  Elard  Hugo,  Die  cddisehe  Kosraogonie.  Freiburg, 
Mohr.   HS  S.   8.     M.  3,60. 

Naber  t,  H.,  Karte  der  Verbreitung  der  Deutschen  in  Europa. 
Im  Auftrage  des  Deutschen  Sehulvereins  und  unter  Mit- 
wirkung von  R.  Ilöck  dargestellt.  1.  Sect.  Glogau,  Flem- 
ming.     M.  3. 

Neu  mann,  L.,  Die  deutschen  Gemeinden  in  Piemont.  Frei- 
burg, Mohr.  40  S.  8.     M.  0,80. 

Oehlke,  Alfr.,  Zu  Tannhäusers  Leben  und  Dichten.  Königs- 
berger Dissertation.  71  S.  8. 

Sanders,  Daniel.  Sein  Leben  und  seine  Werke.  Nebst  Fest- 
grüssen  zu  seinem  70.  Geburtstage.  Der  Festschrift  zweite 
Auflage.  Ncu-Strelitz,  Jacoby  i.  Comm.     M.  1,60. 

Schuck,  Henrik,  Öfversättaren  af  Tliet  Nyia  Testanientit  af 
är  1526.  En  literarhistorisk  Studie,  üpsala,  Edv.  Berlings 
boktryckeri.   15  S.   4.     S. 

Schulze,  l'hilander  von  Sittenwald  (Job.  Mich.  Moscherosch) 
über  die  christliche  Erziehung  der  Jugend.  26  Ö.  4.  M.  1,25. 

Sunden,  D.  A.,  Ordbok  öfver  svenska  spräket.  Fenite  haftet. 
(Bükstäfverna  S-U,  Skuff-Viuhr.)  Stockholm,  J.  Beck- 
man.  S.  353-544.  8.     Kr.  2.     S. 

Svenska  konstniinnen  frän  medeltiden  och  renässansen  af- 
tecknade  och  beskrifna  pä  foranstaltande  af  Svenska  Forn- 
minnesföreningen.  Sjette  haftet.  Vadstena  slott.  PI.  1— V, 
samt  text.  Stockholm,  Svenska  Fornminnesföreningens  förlag. 
2  S.,  5  Tafeln  Fol.     Kr.  4.     S. 

Tamm,  Fredr.,  Etymologisk  svensk  ordbok.  1.  Heft  (A — 
Bärga).  Leipzig,  M.  Spirgatis.  80  S.  gr.  8.     M.  1,40. 

Vondel,  J.  van  den,  Werken,  uitgeg.  door  J.  van  Lennep. 
Deel   XVL   1052-1653.   Leiden,  Sijthoff.   XIV,  224  S.  8. 

Wörterbuch,  Deutsches.  Genug— Geriesel,  bearbeitet  von 
R.  Hildebrand  und  K.  Kant. 


Zeuner,    R.,    Wortschatz   des    sogen.    Kentischen   Psalters. 
1.  Stück.  Gera,  Nugel.  IV,  19  S.   12.     M.  1. 


Adams,  W.  H.  D.,  A  Coneordance  to  the  Plays  of  Shake- 
speare. New  ed.  (Routledge's  Populär  Library.)  8vo,  p.  490. 
Routledge.     3/6 

Addison,  J.,  Works.  Edit.,  with  Critical  and  Explanatory 
Notes,  by  G.  W.  Greene.  6  vols.  Cr.  8vo.  Gibbings.     30/ 

Bier  freund,  Tlr.,  Palemon  og  Arcite.  En  literaturhistorisk 
Undersfigelse  som  Bidrag  til  Shakespeare  kritiken.  Kopen- 
hagen, Lehmann  &  Stage.  79  S.  kl.  8. 

Dunbar,  W.,  The  poems,  edited  with  introductions,  various 
readings,  and  notes  by  J.  Schipper.  1.  part.  (Sonderdr.) 
Leipzig,  Freytag  i.  Comm.  90  S.  Imp.-4.     M.  4,80. 

Jespersen,  0.,  Studier  over  engelske  Kasus.  1.  Rsekke. 
Kopenhagen,  Klein.  222  S.  8. 

Lang,  Andrew,  Francesco  C'olona:  The  Strifo  of  Love  in  a 
Drcam:  Being  the  Elizabethan  Version  of  the  first  Book 
of  the  Hypnotomacliia.  A  new  edit.  The  Tudor  Library. 
London,  Nutt. 

May  he  w,  A.  L.,  A  Select  Glossary  of  Bible  Words.  London 
and  New  York,  Eyre  and  Spottisiwoode.  4. 

Ruthevford,  M.  M.,  English  Authors:  A  Handbook  of 
English  Literature  from  Chaucer  to  Living  Authors.  Atlanta, 
Ga.,  The  Author.  728  S.  8. 

Wyatt,  I.  J.,  and  H.  11.  Johnson,  A  Glossary  of  ^Elfrics 
Horailies.  Univ.  Call.  Tutorial  Series.  London,  Clive.  70  S.  12. 


Albert,  Maurice,  La  litterature  franciiise  sous  la  revolution, 
l'empire  et  la  restauration  (17K9— 1830).  |  Inhalt:  Mirabc^au. 
Camille  Desmoulins.  M'"""  Roland.  Andre  (;henier.  Chati^au- 
briand.  M"""  de  Stael.  Classiques  et  romanticiue«  :  Lamartine. 
Victor  Hugo.  A.  de  Vigny.  Augustin  Tlii('rry.  Thiers.  Casi- 
mir Dclavigne.  A.  Dumas.  A.  de  Müsset.]  Paris,  Lecenc, 
Oudin  &  C".  In-18  jeus.     fi.  3,50. 

Avanzi  dell'anlico  dinletto  triestino,  eioe  i  sette  dialoghi 
piacevoli  pubbl.  dal  Mainati,  un  sonctto  ed  altri  einndi 
linguistici,  con  prefazione,  traduzione  moilerna  e  annotazioni 
critiche-esegetiehe  di  E.  Sehatzmayr.  Tricst.  143  p.  S.   L.  2, .50. 

Brandi,  A.,  Canzonetta  del  sec.  XVI.  Arezzo.  9  S.  8.  Per 
Ic  nozze  di  A.  lionei  con  T.  Ficai. 

Chamborant  de  Perissat,  Lamartine  inconnu.  Paris, 
E.   Plön,  Nourrit  &  C«.  8.     fr.  7,50. 

Clement-Simon,  L'Exil  de  Voltaire  ä  Tülle.  Paris,  Cham- 
pion. 11  p.  8. 

Contrasto,  El,  de  Carnasciale  et  deQuaresema:  jcomponi- 
mento  poetico  pubbl.  da  Gaetano  Amalfi].  Napoli.  VIII,  20  p.  8. 

Crane,  Thomas  Freder.,  Chansons  po])uIaires  de  la  France. 
Edited  with  introduction  and  Notes.  New- York,  G.  P.  Put- 
nam's  Sons.  321  S.  12. 

Dannhe  isser,  Ernst,  u.  Karl  \V  i  m  m  e  r  ,  Laut-  uml  Aus- 
sprache-Tafeln, für  den  franz.  Anfangsunterriclit  bearbeitet. 
Kempten,  Kösel.  8  S.  u.  8  lithogr.  Tafeln.  8.     .M.  2. 

Dante's  Treatise  „De  Vulgari  eloquentia",  transl.  into  Eng- 
lish with  explanatory  notes  by  A.  G.  Ferrers  Howell. 
London,  Kegan  Paul,  Trench.  Trübner  &  Co.  XXI,  131  S.  12. 

D'Haussonville,  Madame  de  La  Fayette.  1  vol.  iu-16, 
avec  Portrait  en  photogravure.  Paris,  Hachette  et  C.  fr.  2. 
Les  grands  ecrivains  frangais. 

De  Janze,  Etüde  et  recits  sur  Alfreil  de  Musset.  Paris. 
Avec  facsimile.  18°.     M.  3,50. 

Foffano,  Fr.,  Rinaldo  da  Montalbano  nella  letteratura  ro- 
manzesca  italiana.  Vcnezia.  51   p.  16. 

Gaspary,  Ad.,  Storia  della  letteratura  italiana,  tradotta  da 
V.  R'ossi,  con  iii/(/iiiiite  dcll' aiitoi'c.  II,  2.  Torino,  Löscher. 
311   p.   8.     L.  6.'  ■ 

Gaster,  M.,  Chrestomathie  roumaine.  Textes  imprimes  et 
nianuscrits  du  XVI""  au  XIX"'"  siecle,  specimens  dial.  et 
de  litterature  populaire.  Accompagnes  d'unc  introduction, 
d'une  grammaire  et  d'un  glossaire  roumain-francais.  I.  In- 
trod.,  Gram.,  textes  (1550-1710).  11.  Textes  (1710  —  1830), 
üialectologie,  litterature  populaire,  glossaire.  Leipzig,  Brock- 
haus. CXLIX,  368  S.;  VII,  562  S.  8.     M.  18. 

Hoefft,  Karl  Tli.,  France,  Franceis  und  Franc  im  Rolands- 
liede.  Strassburg,  Trübner.  74  S.  Lex.-8.  M.  2.  (Strassb.  Diss.) 

Imbert,  Gae.,  II  Bacco  in  Toscana  di  Francesco  Redi  e  la 
poesia  ditirambiea,  eon  un'  appendice  di  rime  inedite  del 
medesirao.  Cittä  di  Castello,  S.  Lapi.  XX,  213  p.   16.  L.  2,50. 

Koschwitz,  Ed.,  Die  Aussprache  des  Französischen.  Pho- 
netische Anthologie  nach  Vorlesungen  von  Fr.X'oppee,  Des- 
.jardins,  E.  Got,  Leoonte  de  Lisle,  d'Hulst,  G  Paris,  Ern. 
Renan,  Ed.  Rod,  Sully-Prudhomme,  E.  Zola  etc.  zusammen- 
gestellt. Paris^  Welter.     fr.  2,50.    • 

La  Fontaine.  CEuvres  de  J.  de  La  Fontaine,  d'apres  les 
textes  originaux,  suivies  d'une  notiee  sur  sa  vie  et  ses 
ouvrages,  d'un  essai  bibliographique,  de  notes,  de  variantes 
et  d'un  le-xique  par  Alphonse  Pauly.  T.  7  et  dernier:  Notice, 
bibliügraphie,  notes  et  variantes,  lexique.  In-S,  C,  361  p. 
Paris,  Lemerre,  fr.  10.  Collection  Lemerre  (classiques 
frangais). 

Laudi,  Le,  del  Piemonte,  raccolte  e  pubblieate  dai  dott.  F. 
Gabotto  e  D.  Orsi.  I.  Bologna,  Romagnoli-Dall' Acqua.  XX, 
124  p.  16.  L.  4,50.  Scelta  di  curiositä  letterarie  inedite 
o  rare  CCXXXVIII. 

L  i  na  ti -D  el  gad  o  ,  F.,  Nuovo  Dizionario  Spagnuolo-ltaliano 
e  Italiano-Spagnuolo,  cnmpilato  sopra  i  dizionarii  della 
Crusoa  e  dell' Accademia  Spagnuola,  colla  scorta  dei  migliori 
testi  contemporanei  italiani  e  spagnuoli.  Mailand,  Hoepll. 
2  Bände.  612,  678  S.  gr.  8.     M.   14,40. 

Mangiuca,  Sim.,  Daco-romanisohe  Sprach- und  Geschichts- 
forschung. Oravicza  1891.  Leipzig,  Koehler.  1.  (einz.)  Heft. 
235  S.  M.  3.  (Inhalt:  Die  daco-roman.  Sprache  im  Ver- 
hältniss  zu  den  oecidental-roui.  Spr.  Die  daco-roman.  Etymo- 
logie, Orthogr.,  Phonologie,  Morphologie;  der  lexikal.  Wort- 
vorrath.  Die  Chronik  des  Huru.  Die  Colinda,  ihr  Ursprung, 


213 


1891.     Literaturblatt  für  geruanisohe  und  romanisolie  Philologie.     Nr.  6. 


2b 


ihre  aetronom.  unJ  cnlemlnr.  Bedeutung.    Der  Name  Vlach 

und  seine  higtor.   Hedeutun<j  etc.  | 
Mn/. zuni,  G..  Le  rime  profane  d' un  ninnoseritto  dcl  sec.  XV. 

Pnduva.  M  S.  8.  Aus  .\ttl  o  ineniorif  dellii  r.  nt'ciidomia  di 

scienze.  Icttere  ed  arti  in   Piidova  V'II,   !. 
Murari,  R  ,  Kllmicn  e  metricn  raziunale  italiana.  XVI,  2li>  p. 

M.  1.20.     .Manuali  Hocpli. 
Ninni,  A.  1'.,  Materiuli  p<>r  un  vocnbolario  della  llngua  rusti- 

cana  del  cuntado  di  Trcviso,  con  l'a^^giunta  supi'u  Ic  super- 

stiziuni,   lo   credenzo   cd   i    prorerbi    ruBticani.    I.    Vcnezia. 

124  p.   16. 
N  i  »  a  r  d  ,  D.,  Essais  sur  lY'Cole  roniantiquc.  Pari«.  VI,  359  p. 

18.     M.  3..iO. 
Nizior  du  P  u  i  t  9  p  e  I  u.  Los  Vicillcrics  lyonnaises  de  Nizier 

du  Puitspolu.  2'  i'ditinn,  rovuo,  oiirri};ee  et  oon.'jiilcrablement 

nusmentee.  Grand  in-8,  III  403  p.  Lyon,  lU-rnou-x  et  Cumin. 
Nubili,  Ern.,  Dante  e  l'nvvenir.  .  Firenze.  4.)  p.  8. 
Pauli,    Ges.,    Le    nbbrevinture    nella    paleografia   latina    del 

inediu  evo :   Sagifio  nietodlco-pratico.    Firenze,  Le  Monnier. 

41   p.  8. 
Peregrinaggio    di    tre   giovani,    tiglluoli  del  re  di  Scrcn- 

dippo.    Per   opra    di  M.  Christoforo  Armeno   dalla  perslaua 

ncll' italiiina  lingua  trappnrtato.  Nach  dem  ältesten  Drucke 

viim  .lahre   I5.')7  hrsg.  von  Heinr.  Gassner.  Mit  einem  anti- 

kriiischen  Vorworte  von  Herrn.  Varnhagon.  Erlangen,  Jung. 

XIX,   112  S.  8.     Erlnnger  Beiträge   X.   Heft. 
Knsalba,  G.,  Oli  ordini  angeliei  nel  ,Conviviu''  e  nel  ,Pnra- 

diso"  :  nota  diintesca.  Vonezia,  Olschki.  II,  Vi  p.  Aus  Alighieri. 
Saint -Marc,    Traditions,    Proverbes    et    Dictons   poitevins. 

In-8,  23  p.  Saint-Mai.\ent,  iinp.  Reverse.  Extralt  des  Bulletins 

de    la    Sncii'te    ile    statistique,    seienees,    lettres   et    arts   du 

departemont  des   I)eux-Sevre3  (oetobre-decenihre   1890). 
Seh  ee  r  e  r,  Edni.,  Etudes  sur  la  litterature  au  XVIII""-'  siccle. 

Paris,     fr.  3,.i0. 
Seele,    Willi..    Voltaires  Roman  Zadig  ou  la  destince.    Eine 

Quellenforschung.  Leipzig,  Fock.  65  S.  gr.  8.     M.  1,20. 
Smilari,    .\l.,    Gli    Albanesi  d' Italia,    loro  oostumi  e  pocsie 

popolarl :  ricerehe  e  pensieri.  Napoli,  Bcllisario  e  C.  79  p.  16. 
Tasso,    Tcrqu.,    Poenii    minori.    Eilizione    critica    a   cura  di 

Angelo  .SuliMti    cnn    studi    di    G.    Mazzoni   e    C.    Cipolla.    I. 

Poenii.  Bologna,  Zanichelli.  LXXII,  423  p.   16.  L.  5.  Biblio- 

teca   di   Scrittori    italiani    XV.    |I.    Del  Rinaldo :    studio    di 

O.  Mazzoni.    2.  Le    fonti    storiclie    della  goiicalogia  di  casa 

Gnnzaga:  studio  di  C.  Cipolla.  3.  Illustrazioni  bibliograticlie. 

4.  II  Rinaldo.  .'>.  II  Monte  Oliveto.  0.  La  genealogia  di  casa 

Gonzaga.] 
Vasconcellüs,  J.  Leite  de,    Poesia  aniorosa  do  povo  por- 

tugez.  Lisboa,  Carvalho.   144  p.   12. 
Westphal,  Joh.,  Englische  Ortsnamen  im  .Mtfranzösischen. 

Strassbuiger  Dissertation.  39  S.  8. 
Wölfflln,    Ed.,    Minucius  Felix.    Ein  Beitrag  zur  Kcnntniss 

des  afrik.  Lateins.  S.-A.  aus  Archiv  f.  lat.  Lexikugr.   VII,  4. 

Literarische  Mittheilungen,  Personal- 
nachrichten etc. 

Im  Verlage  von  Karl  J.  Trübner  in  Strassburg  beginnt 
im  Juli  d.  J.  eine  neue  Zeitschrift  zu  erscheinen  unter  dem 
Titel:  Indogeriimnische  Forschungen.  Zeitschiift  für  indo- 
germanische Sprach-  und  .Mterthumskundo  hrsg.  von  Karl 
B  rüg  mann  und  Wilhelm  S  t  r  e  i  t  h  c  r  g.  Mit  dem  Beiblatt: 
Anzeiger  für  indogermanische  Sprach-  und  Allerthuniskunde 
redigirt  von   Wilhelm  Streitberg.     Preis  des  Bandes  M.   18. 

Herr  T  o  c  w  s  wiril  eine  Arbeit  über  die  Sprache  des 
Hermann  von  Sachsenheim  veröffentlichen. 

Die  Greifswalder  germanistische  Prei.saufgabc  :  , Kritische 
Geschichte  iler  Züricher  liibelühersetzung"  für  ilas  Jahr  1890/1 
wurde  von  Herrn  .Mbert  Vieth,  stud.  phil.,  gelöst,  dem  die 
Facultät  den  eiliöhten  Preis  von  300  Mark  zuerkannte.  Neue 
gernnmistische  Preisaufgabe  für  1S91/2  entwc^der:  ,Da8  häus- 
liche Lehen  der  Deutschen  des  S.  unil  9.  Jh. 's  (vorzugsweise 
nach  den  ahd.  (llossi'n)"  oder:  ,Klopstocks  Di(rhtersprachc  in 
ihrer   IjUlwicklung,  (i(  Ituug   und    Wirkung". 

Für  das  Jahr  IM94  stellt  die  philosophische  Facultät  der 
Universität  Oöttiugen  folgemle  neue  Benekeschi'  philosophische 
Preisaufgabe:  Oeschichte  der  deutschen  kaiserlichen  Kanzlei- 
sprache von  ilni'n  .Xnlängen  bis  auf  Maximilian,  die  in  ange- 
messenen, zeillii'h  begrenzten  Abschuitten  das  Constantc  und 
das  SchwankiMide  in  den  Laut-  und  Flexlousverliältnissen, 
sowie  möglichst  auch  in  Wortbildung  und  Wortwahl  zur  An- 
schauung bringt  und  mundartlich  erläutert;  eine  Beschränkung 


auf  das  Lautliche  würde  nicht  genügen ;  Benutzung  unge- 
druckten Materials  wird  nicht  verlangt.  Aeussero  Verhält- 
nisse, wie  der  wechselnde  Sitz  der  Kanzlei,  Heimath  und 
literarische  Beziehungen  der  Kaiser  und  Kanzleivorstände,  die 
Herkunff  der  Schreiber,  der  EinHuss  wichtiger  Reichstage, 
die  etwaige  Rücksicht  auf  ilie  .Mundart  der  .Vdressateu  und 
ähnliches  sind  eingehend  zu  berücksichtigen  und  darzulegen. 
Auch  das  Verhältniss  der  kaiserlichen  Kanzleisprache  zu  den 
Anfängen  einer  oberdeutschen  Ko,yi  im  14.  und  1.5.  Jh.  darf 
nicht  ausser  Acht  bleiben :  namentlich  wird  zu  untersuohcn 
sein,  ob  die  Sprache  der  Nürnberger  Kanzlei  auf  die  der 
kaiserlichen  eingewirkt  habe,  oder  umgekehrt.  Erwünscht, 
wenn  auch  nicht  unerlässlich,  ist  es  endlich,  dass  an  der 
Sprache  der  Urkunden  und  der  ältesten  Drucke  einiger  ausscr- 
bairischen  liierarischcn  Centren  Süddeutschlands  die  Bedeutung 
der  kaiserlichen  Kanzlei  für  die  Miblerung  der  mundartlichen 
Gegensätze  im  l,j.  Jh.  geprüft  wenle:  neben  Nürnberg  käme 
etwa  Augsburg,  für  das  Vorarbeiten  vorliegen,  und  Strassburg 
in  Betracht.  —  Bewerbungsschriftcu  sind  bis  zum  31.  .\ugust 
1893  einzusenden.  Der  erste  Preis  beträgt  1700  Mark,  der 
zweite  680  Mark. 

Dr.  S.  Singer  habilitirtc  sich  an  der  Universität  Bern 
tür  deutsche  Philolügie;  für  das  gleiche  Fach  Dr.  M.  Her- 
rn a  n  n  an  der  Universität  Berlin. 

Prof.  Dr.  Karl  V  o  1 1  m  ö  1 1  e  r  in  Göttingen  wird  Michaelis 
d.  J.  sein  Lehramt  niederlegen,  um  sich  künftig  ausschliess- 
lich seinen  wissenschaftlichen  Arbeiten  zu  widmen;  er  wird 
seinen  Wohnort  vom  1.  Üctober  ab  in  Dresden  (A.  Werder- 
strasse 36  I)  nehmen. 

Dr.  J.  C.  Horst  mann,  Privatdocent  der  engl.  Philo- 
logie in  Berlin,  ist  aus  dieser  Stellung  geschieden,  um  dauernden 
Aufenthalt  in   England  zu  nehmen. 

t  in  Bonn  Prof.  Dr.  Audresen. 

t  am  3.  April  der  bekannte  belgische  Historiker  J.  M. 
B.  C.  K  e  r  V  y  n  d  e  L  c  1 1  e  n  h  o  v  e  ,  den  Romanisten  besonders 
bekannt  durch  seine  Arbeiten  über  Froissart. 

Antiquarische  Kataloge:  C  lausen,  Turin  (Let- 
terature  neolatine);  Dieterich,  Göttingen  (Deutsche  Sprache 
u.  Lit.);  Geering,  Basel  (218:  Deutsche  Literaturgesch., 
Folklore  u.  Sprachwisscnsch.) ;  Lehmann,  Berlin  (Neuere 
deutsche  Literatur). 


Abgeschlossen  am  8.  Juni  1891. 


Literarische  Anzeigen,   j^ 


Weiiliuannsche  Buclihaiidliinji: 

tu  Berlin. 

Soeben 

erschien : 

Deutsche 

Alt 

ertumsk 

und 

e 

Karl  Mülleiihott. 

Fünfter   Jiaiul.     Zweite   Abteifuiif/. 

gr.  8'.  (VII  u.  357—417.)  Preis  2  Mark. 

üfrlnQ  bei  3or.  TlöfcITdicn  BudilinnbluiiQ  in  lumptni. 

Zu  be/tclioii  <Iuri-h  alle  rurhhaiutluti^'cn. 

Caut=  imb  2lu5)Vrad7ß  =  CafcIn 

für  &C11  flUllJönrrijfU  nilfd:i!lüUlltl-rriflit,  bearbeitet  von 
Dr.  Ernst  Dannheisser  und  Karl  Wimmer.  8°. 
Mit  8  lithographirten  Tafeln.     Preis  broch.  dt  2.—. 

In  vorlictfciMli'in  Werkfhcn  orläulcrn  die  Vrrfitsser  ihr  oiffonarlijrO!., 
den  FordtTuiit,-cii  der  niodcrrien  Neuphilolojjiu  aiijr<?i)fts8los  prrtlctiKrhcs 
Svstoni  zur  Krlcraiin^  der  französischen  .Xustspractii'.  Die  aus  der  I'raxis 
Iii-rviir^eL'ioijJciie  bcwiihrtf  Mctliode  dürfie  Imld  in  ilon  weitesten  Kreisen 
Kiiii;nn^^  tindcii. 


Hierzu  Beilagen  von  H.  Loescher's  Hoflincliliaiul- 
liiiig  (Carl  Clausen)  in  Turin  und  Karl  J.  Triibner, 
erlag  in  Strassburg  i.  E. 


Verantwortlicher  Redacteur  Prof.  Dr.  Fritz  Neumann  in  Heidelberg.  —  O.  Otto'e  Hofbuehdruckerei  in  Darmstadt. 


LITERATURBLATT 


FÜR 


GER3IAN18CHE  UND  ROMANISCHE  PHILOLOGIE. 

HERAUSGEGEBEN  VON 

j)R.  OTTO  BEHAGHEL  und  D"-  FRITZ  NEUMANN 

o.  5.  Professor  der  y^ermanischen  Philolog^ie  o.  Ö.  Professor  der  romanischen  Philologie 


in  der  Universität  Gietjsen. 

VERLAG    VON 
Erscheint  monatlich.  O.  R.  REISLAND,  LEIPZIG. 


an  der  Univeraität  Heidelberg. 


Preis  halbjährlich  H.  5. 


XII.  .lahrgaiig. 


Nr.  7.    Juli. 


1891. 


Löwe,  Die  Ausnahmslosigkeit  sämmllicher  Sprach-  1  V  o  ff  e  I  s ,    Handschrift).    Untersuchung-en    über    die     BrakelmaDn,     I.es    plus    anciens    Chansonniers 


neuerungen  iSchuchardl). 
1  Nibelunghi.     Trad.    in    versi    ital.    di    I.    PizzI 

(Fischen. 
Hotz,  Zum  Rosengarten  (L  ei  t  z  m  a  n  d). 
Cordes,  Der  zusammenges.  Satz  bei  Xicolaus  von 

Basel  iBehaghell. 
Dobbertin,    Der  (Jute  (Jerhard    von  Rudolf    von 

Ems  in  s.  Bedeut.  für  die  Sittengesch.  (Glöile. 
Huld,  Safn  aljjfulegra  frjeäa  i'slenzkra  (Kahle). 


engl.  Version  Mandeville's  iBchrens;. 
Regel  u.  Schuler.  Einführ,  in  das  heutige  Eng- 
lisch (P  h  i  1  i  p  p  s  t  h  a  )l 


fran^ais  ( F  o  e  r  s  t  e  r). 
Klincksiek,  d.  Realismus  im  Roman  des  19.  Jhs. 
«Mahrenhollz). 
,  Witthöft.  Sirventes  joglaresc  .Schultz). 
Flügel.  Allgemeines  Englisches  Wörterbuch  iBul-    Mever.    G. ,    Etvm.   Wörterb.    der    alban.  Sprache 

•"•ing.  j       )Me\er-Lübkel. 

Muret,    Encyklopadischcs    Englisches   Wörterbuch     jj  „  j  jg^,  Altcelt.  Sprachschatz  iTh  u  r  n  e  v  s  e  n). 

(Bülbring,.  {Bibliographie. 

Hoefft,    France.   Franceis  A  Franc   im   Rolandsl.     L  i  t  e  r  a  r  i  s  c  h  e    M  i  1 1  h  e  i  I  u  n  g  e  n  ,     Personal- 
(Fo  ersten.  |      nachrichten  etc. 


Löwe,  Richard,  Die  Ansnahmslosigkeit  sämtliclier 
Sprachneuernngen.  (Separat.ibilruck  <ius  der  ,Zeitsclirit't 
Jes  Vereins  für  Volkskunde",  Berlin  1891,  S.  .56—66.) 
Was  g'egen  die  Lehre  von  der  Aiisnalimslosig-keit 
der  Lautgesetze  eingewendet  worden  ist,  darüber  sind 
die  meisten  ilirer  .\nliänger  ..vornelim"  zur  Tagesordnung 
übergegangen :  den  Versucli  Punkt  für  Punkt  zu  wider- 
legen liat  kaum  Einer  und  der  Andere  unternommen, 
und  selbst  ganz  bestimmte  in  dieser  Richtung  gemachte 
Versprechungen  sind  unerfüllt  geblieben.  Häufiger  hat 
man  sich  mit  dem  Angriff  auf  einen  einzigen  Punkt 
begnügt,  wobei  aber  fast  immer  Jlissverständnisse  unter- 
gelaufen sind.  Brngmann  sagt  in  der  zweiten  Auflage 
seiner  griechischen  Grammatik  (1890)  S.  11 :  „dass  man 
den  Ausdruck  '(rleicliheit  der  lautlichen  Bedingungen' 
nicht  allzu  wörtlich  nehmen  darf",  und  fügt  hinzu: 
.absolute  Gleichheit  hat  man  nur  bei  Homonymen,  sonst 
mir  partielle".  Das  eben  hatte  ich  gesagt  und  darauf 
einen  meiner  Einwände  gegründet,  der  durchaus  nicht 
gewürdigt  wird,  wenn  Brugmann  mit  G.  Jleyer  meint, 
wir  könnten  ..auch  ganz  minimale  Verschiedenheiten  in 
den  Bedingungen,  unter  welchen  Laute  auftreten,  ohne 
jeden  Schaden  für  die  Forschung  ignorieren  und  auch 
dann  von  'gleichen  Bedingungen'  re(ien,  wenn  wirklich 
bei  mikroskopischer  Betrachtung  sich  doch  eine  Differenz 
wahrnehmen  lässt".  Denn  um  gar  nicht  davon  zu  reden 
ob  bei  lautgeschichtlichen  Untersuchungen  nicht  wii-klich 
die  -mikroskopische  Betrachtung"  anzuwenden  ist  und 
thatsächlich  allerseits  angewendet  wird,  so  bedarf  es 
doch  einer  solchen  gewiss  nicht  um  k(e),  g(e),  m(e), 
n(e)  oder  (a)l,  (a)r,  (a)s,  (a)n  u.  s.  w.  auseinander- 
zuhalten; ich  hatte  so  deutlich  wie  es  mir  niu"  möglich 
war,  gezeigt  dass  dasselbe  was  in  dem  einen  Fall  als 
Gleichheit  der  Bedingungen  gilt,  in  dem  andern  als  Ver- 
schiedenheit der  Bedingungen  gilt,  und  ich  wäre  sehr 
begierig  irgend  eine  solche  ..minimale"  Verschiedenheit 
kennen  zu  lernen  welche  nie  und  nirgends  bei  einem 
Lautwandel  ins  Spiel  käme  (vgl.  auch  Ltbl.  1888 
.Sp.  486  f.).  Victor  Henry  sagt  in  den  „Mem.  de  la 
Soc.  de  ling.-'  VI  (1886)  S.  99:  „La  proclise,  ce  semble, 
suffit  amplement  ä  Texpliquer  [(xic  >  avri!^'],  et  il  n'est 
pas  necessaire  pour  cela  de  recourir  Ä  l'affection  parti- 
culiere  signal(äe  par  M.  .Schuchardt,  affection  qui  atteindrait 


de  pr(^terence  les  mots  tril'S  usuels  et   leur  iiiiposerait  des 
d(^viations  bizarres,  violentes,   (''trangeres  ä  toutes  les  for- 
mules  de  la  plion(!-ti(jue  soit  physiologi(iue,  soit  historique." 
{   Aber  an  der  Thatsache  dieser   ..deviations"',   die  an  der 
I   angezogenen  Stelle   meiner   Schrift   besprochen    werden, 
wie  g'Moiii  >  (/läcn  Morgen,  zweifelt  ja  Niemand,  und 
sie    in    einen   so    absoluten  Widerspruch    zu  allen  Laut- 
gesetzen   bringen    wie    Henry    thut,    lieisst    doch    nichts 
Anderes  als  den  Glauben  an  die  Ausnalimslosigkeit  dieser 
den  er  ja  selbst  theilt,   heftig  eischüttern.     -\uch  über- 
sieht er    dass    es    sich  nicht  bloss  um  Fälle  handelt  wo 
Proklise    annehmbar  ist,    und    dass  selbst  in  solchen  die 
j  Proklise   zur  Erklärung   des   lautlichen  Vorgangs   nicht 
!  ausreicht.      Meyer-Lttbke     hat    im    ersten    Band    seiner 
romanischen    Grammatik    mit  Eecht    den   „Abkürzungen 
vielgebrauchter  Wörter"'  einen  eigenen  Abschnitt  gewid- 
met; er  gibt  zu  dass  z.B.  der  Ausfall  von  ni  in  senior, 
seniore  sonst  auch  in  tonloser  Stellung  nicht  vorkomme 
'■  (S.  520).     Nur  ist  es  mir  dann  nicht  begreiflich  wie  er 
'  Zs.  f.  rom.  Phil.    XV,   282    Seelmann   vorwerfen   kann, 
j  er    „wiederhole    die    abgedroschenen    Phrasen,    die    von 
denen  vorgebracht    werden,    die  den  Satz  von  der  Aus- 
nalimslosigkeit   der  Lautgesetze    nicht  rielvtig  verstehen 
wollen,  mit  denen  zu  streiten  daher  verlorene  Mühe  ist". 
i  Denn  man  darf  in  der  That  nicht  in  einem  Atliem  von 
der   Ausnalimslosigkeit    der    Lautgesetze    und    von    dem 
'  Hang   oder   der  Neigmig   zu    dem  und  dem  Lautwandel 
reden,  und  ebenso  wenig  stimmen  zu  jener  die  besonderen 
Veränderungen  der  gewöhnlichsten  Wörter,  der  springende 
Lautwechsel,  die  nicht  allzu  wörtlich  zu  nehmende  Gleich- 
heit  der   lautlichen  Bedingungen   und  so  vieles  Andere. 
Wenn  der  Satz  von  der  ehernen  Ausnalimslosigkeit  der 
Lautgesetze  in  den  Händen  seiner  Vertreter  die  Elastizität 
des  Gummis   bekommt,    so   ist    wohl    bei    denen   die   ihn 
nicht    verstehen,     daran    nicht    der    Mangel    an    gutem 
Willen  schuld. 

Dass  das  berührte  Dogma  in  Leitfäden  und  Grund- 
rissen ohne  Hinweis  auf  diese  Ketzereien  vorgetragen  zu 
werden  pflegt,  das  erklärt  sich  wie  bei  allen  Dogmen. 
Ich  würde  nicht  schon  jetzt  meinen  Einspruch  dagegen 
erneut  haben  wenn  ich  nicht  durch  den  kiu'zen  aber 
wichtigen   Aufsatz    von    Löwe    angeregt    worden    wäre. 

16 


219 


1S91.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  7. 


220 


In  dem  Einen  und  dem  Wesentlichsten  stimme  ich  mit 
dem  Verf.  iiberein:  es  kann  in  Bezng:  auf  Gesetzmä.s.sig-- 
keit  von  allem  sonstigen  Sprach wandel  nichts  Anderes 
gelten  als  von  dem  Lautwandel,  und  zunächst  von  dem 
„springenden"  Lautwandel  niciits  .anderes  als  von  allem 
Sonstigen.  Er  sagt  S.  60:  ,.I»ie  Ausnahmslosigkeit  hat 
auch  tlir  den  sogenannten  springenden  Lautwandel,  für 
den  sie  inkonsequenter  Weise  von  derselben  Seite  aus, 
von  der  die  des  sogenannten  allmählichen  Lautwandels 
besonders  betont  wurde ,  teilweis  in  Abrede  gestellt 
worden  ist,  in  vollem  Umfange  zu  gelten."  Wenn  er 
aber  ilen  Wortwandel  vom  Lautwandel  scheidet,  und  zu 
jenem  neben  der  Analogiebildung  die  Wortentstellung, 
insbesondere  die  Wortkürzung  rechnet,  so  muss  ich,  wie 
ich  seiner  Zeit  den  Zusammenhang  der  Analogiebildung 
mit  dem  Lautwandel  gezeigt  habe,  hier  um  so  mehr 
betonen  dass  bei  der  Wortkürzung  nicht  die  Bedeutung 
an  sich  ins  Spiel  kommt,  sondern  die  Häutigkeit  des 
Gebrauchs,  deren  sich  eine  Lautgruppe  mit  bestimmter 
Bedeutung  erfreut,  und  dass  in  dieser  Hinsicht  alle 
Wöi'ter  durch  eine  ganz  allmälige  Abstufung  unter 
einander  verbunden  sind.  Zwischen  einer  bewussten 
plötzlichen  Kürzung  wie  Kilo  >  Kilo(/ramm  und  einer 
unbewnssten  allmäligen  wie  g'Moiu  >  (juten  Morien 
(mit  allen  fuitlebenden  Zwischenstufen  wie  ijtn  M.,  i/ii. 
M.  u.  s.  w.)  ist  der  Unterschied  grösser  als  zwischen 
der  letzteren  und  irgend  einem  ,.lautgesetzliclien"  Wort- 
wandel. In  dem  einen  Fall  von  Wortwandel,  in  dem 
andern  von  Lautwandel  zu  reden,  dazu  liegt  gar  kein 
Grund  vor;  dort  haben  wir  ja  eine  Reihe  von  neben 
einander  und  nach  einander  sich  vollziehenden  Lautver- 
änderungen welche  anderswo  als  ,. gesetzliche"  vorkommen, 
hier  wieileruni  ist  die  einzelne  Lautveränderung  durchaus 
an  das   Wort  gebunden. 

Zum  Scliluss  möchte  ich  nun  aber  den  Verf.  fragen: 
gilt  das  was  er  „Ausnahmslosigkeit"  nennt,  bloss  tür 
das  Werden  der  Spraclie,  nicht  für  alles  Werden?  Und 
wozu  bedienen  wir  uns  gerade  hier  dieses  Ausdrucks, 
da  wir  .Ausnahmen,  mögen  wir  sie  wirkliche,  mögen  wir 
sie  sdieinbare  nennen,  hier  ebenso  gut  haben  wie  anderswo 
oder  anderswo  ebenso  wenig  wie  hier? 

Graz.  H.  Schuchardt. 


I  Nibelunghi.  Pocma  cpico  germanico.  Traduzione  in  vcrsi 
italiani  di  Italo  Pizzi.  Milano,  Ulrico  Hoopli.  1889. 
Zwei  Hände.  LXXII,  740  S.     Lire  6. 

Von  den  Nibelungen  gab  es  bis  jetzt  zwei  italienische 
Uebersetzungen,  die  eine  in  versi  M-iolti  von  Carlo  t'er- 
nezzi,  welche  1847  er.schien,  während  die  40  .Jahre  später 
erschienene  von  Annibale  Gabrielli  in  Prosa  ist.  Ich 
kenne  die  erstere  nur  aus -den  von  Zarncke  und  Pizzi 
gegebenen  wenigen  Proben,  die  letztere  gar  nicht.  Pizzi 
Wollte  eine  dem  Original  sich  ti'euer  anschliessende  Arbeit 
als  die  Cernezzis  geben  und  zugleich  durch  Hcibelialtung 
metrischer  Form  dem  gehobenen  Tone  <ler  Poesie  nälier 
bleiben  als  Gabrielli,  dessen  Arbeit  er  sonst  rühmt.  Diese 
metrische  Form  ist  freilich,  mit  der  strophischen  Ge- 
bundenheit des  Originals  verglichen,  nur  gewissermassen 
ein  letzter  Rest  von  Form  und  kommt  der  Prosa  sehr 
nahe.  Wie  ('ernezzi  hat  auch  Pizzi,  ausgeliend  davon, 
dass  das  Epos  keine  Strophe  vertrage  und  dass  ohnehin 
keine  italienische  Strophe  sich  zur  Wiedergabe  der 
deutschen  geeignet  haben  würde,  den  rertfo  sciolto,  den 
Strophen-  und  reimlosen  jambischen  Fünffüssler  gewählt, 
der    hier    mit    allen   Freiheiten,    welche    die    italienische 


.Metrik  gewährt,  gebraucht  ist;  sogar  Worttrennung  durch 
j  den  Versschluss,  superba-  \  wente,  habe  ich  (S.  32)  ge- 
funden. Auf  diese  Weise  ist  allerdings  der  stilistisclu- 
Eindruck  der  l'ebersetzung  ein  völlig  anderer  als  der 
des  Originals:  besondei-s  fallen  die  zaliireichen  durch  die 
Strophe  bedingten  Flickwörter  und  -Sätzchen,  namentlich 
die  zahlreichen  Epiphonemata  der  vierten  Langzeile,  in 
der  unstrophischen  Form  selts;un  auf.  Im  übrigen  kann 
man  sagen,  dass  der  l'ebersetzer,  so  weit  \'ers  und 
poetischer  Ausdi-nck  es  zuliess.  sich  streng  an  das  zu 
.  Grund  gelegte  Original  des  Bartschischen  Textes  gehalten 
hat  und  dass  es  ihm,  wie  mir  eine  .Anzahl  von  Stich- 
proben gezeigt,  gelungen  ist,  denselben  richtig  aufzu- 
fassen und  wiederzugehen.  Ganz  ohne  Fehler  ists  nicht 
abgegangen;  ich  habe  Str.  284  B.  die  L'ebersetzung  notirt: 
venirne  a  lei  vedeansi  innanzi  le  sue  ancelle  wlorne  =^ 
!  dk  nrlien  hamercpre  sarh  man  vor  in  gm:  Str.  101 
I  B.:  o(/nu)i  l' ha  raro  ceracuinente  =  man  sol  in 
holden  lii'ur.  S.  251  tin.  sind  zwei  Verse  ausgefallen. 
Merkwürdig  niunnt  sicli  audi  die  deutsche  Form  ver- 
schiedener Eigennamen  im  italienischen  Vers  aus:  Kri<-m- 
hilde,  Briuihildf,  llugen(e),  Sidirland, Et2i'l  etc.,  wofür 
italienische  Formen  so  leicht  und  zwanglos  zu  finden 
gewesen  wären:  auch  /(/  sini  tonikaji/n'  (S.  31)  ,.ist 
ein  sonderbarer  Klang".  Uebrigens  mögen  es  die  italie- 
nischen Leser  ausmachen,  wie  weit  sie  sich  mit  der 
Diction  befreunden  können:  uns  kann  es  genügen,  dass 
das  Original  im  Allgemeinen,  auch  wie  ich  mich  über- 
zeugt habe  an  minder  einfachen  Stellen,  richtig  aufge- 
fasst  ist. 

Pizzi  hat  eine  Einleitung  vorausgeschickt,  und  iu 
dieser  müsste  man  dringend  rathen.  manches  zu  ändern, 
falls  das  höchst  einladend  ausgestattete,  in  zierlichstem 
Format  gedruckte  Buch  eine  neue  AuHage  erlebt.  Ab- 
gesehen von  einigen  ästhetischen  .Ausführungen  wie 
8.  LI  ff.  LVIII  ff.,  die  sich  meines  Erachtens  nicht  eben 
durch  grosse  Bedeutung  auszeichnen,  ist  die  Einleitung 
nicht  selbständig,  was  man  auch  gewiss  nicht  verlangen 
wird.  In  Beziehung  auf  die  Gescliidite  der  Sage  werden 
die  frülier  allgemein  herrschenden  und  noch  jetzt  wohl 
von  den  Meisten  getheilten  Ansichten  ausgesprochen: 
Siegfried  als  I)rachentödter  ein  Sonnengott,  die  eddische 
Darstellung  echter  als  die  deutsche.  In  letzter  Beziehung 
ist  es  jedenfalls  falsch,  wenn  es  S.  XX  f.  heisst:  Tiitto 
cid  che  di  viifico  sl  trovu  nella  Jif/iira  del  futato 
Si/'rido,  nei  Niheliiii(/hi,  o  in!<cie?iteinenlc  o  di  /irojMsito 
dcliherafo,  e  detio  e  rait/ireAcntato  in  modo  fnfjgevide 
e  oscuro,  come  elemevto  nun  [liii  atlo  ad  acconciarsi 
alle  niiove  idee  alle  quali  vienv  informandosi  il  jioela: 
nach  dem  Folgenden  scheint  Pizzi  darin  eher  Absicht 
des  Dichters  finden  zu  wollen,  aber  von  einer  solchen 
kann  auch  nach  der  .Ansicht  derer  nicht  die  Rede  sein, 
welche  die  echtere  nordische  Sagengestalt  im  Deutschen 
entstellt  sein  lassen.  Die  Bezeichnung  der  Lieder-Edda 
als  /locina  cpico  (S.  XI)  ist  schief:  und  konii.sch  ist  das 
sichtlidi  aus  einer  deutschen  Darstellung  geflossene  Miss- 
verständniss  der  nordischen  Eizählung  von  der  Herkunft 
des  Schatzes  S.  XXIIl:  Odin,  Hönir  und  Loki  ijiiin<jessero 
viagi/iando  ad  nna  cascata  d'  acijua,  laddove  trovaronu 
una  oipcra\  Abgesehen  davon,  dass  es  doch  komisch 
wäre,  eine  Vipernhaut  mit  Gold  zu  füllen,  hätte  l'izzi 
auf  die  riciitige  Bedeutung  von  deutsch  „Otter"'  =  Fisch- 
otter, ital.  lontra,  schon  dadurch  kommen  sollen,  dass 
ein  Haar  des  Fells  noch  heraussieht,  was  er  denn  durch 
tma  squuma  sola  hat  ersetzen  müssen.   Schief  ist  die 


■2i{ 


189(.     Literatui'blatt  für  germanisclic  und  romanische  Philologie.     Nr. 


222 


Angabe  S.  XLVIII  über  Pilgriins  Rolle  in  der  Geschiflite 
der  Sage,  und  was  ebendaselbst  die  Benierkuno-  über 
Rüdii'er  will:  e  uii  vcro  modeUo  di  caiuliive  e  di 
(foililiioiiio,  dl  quäle  fiittavia  tu  perfella  intef/ritä  del 
costiiine  iiiioce  noii  poco,  das  weiss  ich  wirklich  nicht. 
Was  den  Inhalt  der  deutscheu  Nibelungen  betrifft,  so 
ist  er  .S.  XVI — XYIII  etwas  gar  kurz  wiedergegeben, 
wodurch  ein  Ziisannnenwerfen  von  Dingen  erfolgt  ist, 
die  im  (.Tedieht  durch  verschiedene  Jahre  getrennt  sind: 
Rifonialo  Günther  (aus  Island)  a  Worms  coii  lu  spo.-'a, 
Ira  costei  e  la  cognatit  Kriemhilde,  cite  frcittanto  si 
ertt  sposiita  a  Sifrido,  nasce  iiiia  grave  contesa;  der 
ganz  uuhistorische  re  dei  Sagsoui  ist  nur  durch  die 
Lesart  von  B  170  B.  der  kiiiiec  Liudeger  statt  der 
l-ih'iie  L.  verschuldet;  L.  lieisst  sonst  nur  fiirste  oder 
Iierre;  auch  .S.  XLII  ist  die  Angabe  ungenau.  Hageu 
sei  im  Gedicht  nicht  Bruder  Günthers,  sondern  soltanto 
il  piH ßdo  aiiiicn;  er  ist  der  ntfic  der  Könige,  Str.  898  B., 
wo  Pizzi  selbst  coHgiiinto  übersetzt.  —  Die  äussere 
Geschichte  des  deutschen  Gedichtes  ist  ziemlich  kurz  und 
unbestimmt  gegeben;  Kürenberg  ist  der  Dichter;  S.  XXXIII 
zeigt  sich  völlige  Confusion  hinsichtlich  der  Eecensionen. 
Auch  die  Bemerkungen  über  die  Geschichte  der  Xibe- 
Inngen  in  der  deutscheu  Forschnng  sind  ganz  luigenügend; 
nach  S.  LXIII  hätte  Lessing  zuerst  das  Gedächtuiss 
derselben  aufgefrischt ;  S.  LXIV  sind  Lachmann,  Wilhelm 
Grimm  und  Bartsch  als  Hauptvertreter  der  Xibelungen- 
kritik  genannt;  bei  der  Kritik  der  Sage  S.  XII  il 
Grimm  [=  ?]  e  il  Lachmann  genannt.  Müllenhoff  fehlt 
ganz.  Das  Schönste  aber  steht  auf  S.  LXIV:  Giuseppe 
Lassherg,  clie  rolle  far  dipingere  sidle  pareii  delle 
sale  del  siio  palazso  i  fatti  dei  Xihelunglii,  togliendoli 
com' erano  miniati  dal  uianoscritto  da  hü  posseduio. 
Das  nämliche  Missverständniss  des  Titels  ■,,Liedersaar' 
steht  schon  (s.  Zarncke  ^"  XXXVII)  in  Eiaux'  Vorrede 
zu  der  französischen  Xibelnngeuühersetzung  von  Morean. 
Hat  es  Pizzi  von  dort  oder  ist  es  eigenes  Gewächs? 
Eher  das  letztere;  denn  er  weicht  etwas  ab.  Auch  die 
Einleitung  der  Uebersetzung  von  Lavelej'e  hat  Pizzi 
benutzt  und  ihr,  S.  XXX  f.,  ein  paar  Dinge  entnommen, 
die  er  sonst  überall  finden  konnte.  Ueberhaupt  hat  er 
offenbar  viel  zu  ^iel  nach  secundären  Quellen  gearbeitet. 
—  Möge  er  hinterdrein  die  Originalforschungen  gründ- 
lich studieren  und  dann  eine  wesentlich  veränderte 
Einleitung  geben,  wenn  er  Gelegenheit  dazu  bekommt  I 
Es  wäre  das  sehr  zu  wünschen;  denn  es  würden  damit 
ein  paar  garstige  Flecken  von  einer  bravgemeinten 
Arbeit  entfernt. 

Tübingen.  Hermann  Fischer. 


Holz,   Dr.    Georg ,    Zum   Rosengarten.     Untersuchung   des 

Gediclite.s  11.     Leipzig,  Fock.     1889.     151  S. 

Eine  genauere,  ins  einzelne  gehende  Besprechnng 
dieser  sorgfältigen  und  scharfsinnigen  Arbeit,  welche  sich 
eins  der  scliwierigsten  Probleme  der  mittelalterlichen 
Text-  und  Literaturgeschichte  zur  Lösung  gestellt  hat. 
würde  den  dieser  Anzeige  zugemessenen  Raum  bedeutend 
überschreiten  müssen.  Ich  beschränke  mich  daher  darauf 
den  Gedankengang  und  die  Resultate  des  Verfassers  kurz 
zu  skizzieren.  Das  erste  Capitel  (§  1 — 6)  gruppiert  die 
gesammte  Überlieferung,  die  seit  Philipps  Buch  (Halle 
1879)  einige  werthvolle  Bereicherungen  erfahren  hat: 
das  Thema,  das  der  Verfasser  sich  vorgenommen,  ist 
die  Untersuchung  der  Rosengartenredaktionen  II  b  (haupt- 
sächlich   veitreten    durch    die    von    Bartsch    Germ.    4,1 


herausgegebene  Ponnnersfelder  Handschrift  und  die  Frag- 
mente einer  czechischen  Übersetzung,  von  der  Holz  in 
§  4  eine  neue  Rückübersetzung  giebt) ,  F  (in  der  von 
W.  Grimm  1836  herausgegebenen  Frankfurter  Handschrift) 
und  II  a  (aus  einer  Heidelberger  und  Strassburger  Hand- 
schrift gedruckt  in  v.  d.  Hagens  Heldenbuch  1820), 
sowie  ihres  gegenseitigen  Verhältnisses.  Mit  diesem 
Verhältniss  beschäftigt  sich  das  zweite  Capitel  (§  7 — 19), 
an  dessen  Schluss  wir  die  Überzeugung  gewinnen,  dass 
der  von  Philipp  näher  untersuchte  Text  I  dem  voraus- 
zusetzenden Urgedichte  am  nächsten  kommt,  während  II 
und  III  jüngere,  von  einander  unabhängige  Bearbeitungen 
sind,  und  dass  die  Redaktion  f,  die  nälier  zu  II  a  als 
zu  II  b  stimmt,  aus  I  und  II  contaminiert  ist.  Drei 
weitere  Capitel  bringen  zur  Bestätigimg  dieser  Auf- 
stellungen die  Einzeluntersuchung,  die  fast  Vers  tür  Vers 
durchgeführt  wird.  Das  dritte  (§  20 — 38)  untersucht 
den  Text  II  b :  er  ist  im  Wesentlichen  eine  kürzende 
Beai-beitung  des  Originals  im  Hildebrandston,  dessen 
Überlieferiuig  jedoch  leider  sehr  lückenhaft  ist.  Capitel  4 
(§  39 — 59)  bespricht  die  Redaktion  f,  eine  wenig  ver- 
breitete Contamination  aus  I  und  II  auf  Gnuid  älterer 
und  besserer  Vorlagen,  Capitel  5  (§  60 — 65)  endlich 
die  Fassung  IIa.  Im  Schlussparagraphen  (S.  150)  wird 
dann  der  so  gewonnene  Stammbaum  aller  Überlieferungen 
aufgestellt.  Es  ist  selbstverständlich ,  dass  bei  einer 
so  ins  kleine  gehenden  Untersuchung  textkritisclier  Art 
im  einzelnen  mancherlei  verschieden  aufgefasst  werden 
kann :  die  Methode  des  Verfassers  ist  besomien  und  gründ- 
lich, sicher  hat  er  das  Verdienst  in  das  Dunkel  dieser 
Probleme,  soweit  möglich ,  Licht  gebracht  zu  haben. 
Möchte  er  uns  als  Fortsetzung  dieser  Arbeit  die  lange 
erhoffte  kritische  Ausgabe  der  Rosengärten  schenken ! 
Jena.  Albert  Leitzmann. 

Cordes,    Werner.    Der    zusammengesetzte   Satz    bei 
Nicolaus  von  Basel.     Leipzig,  Fock.  236  S.  8.     M.  5. 

Cordes  behandelt  im  ersten  Abschnitt  die  Zusammen- 
setzung von  gleichwerthigen  Sätzen,  ira  zweiten  die 
Zusamraensetzimg  von  ungleichwerthigen  Sätzen,  deren 
einer  einem  Satztheile  des  anderen  entspricht  (A.  Ad- 
verbialsätze, B.  Attributivsätze,  C.  Substantivsätze);  ein 
dritter  Abschnitt  ist  der  ,, Satzvertretung  durch  die 
Verbalnomen"  gewidmet.  Bei  der  Auswahl  imd  Anord- 
nung des  Stoffes  ist  Cordes  nicht  von  formalen,  sondern 
von  materiellen  Gesichtspunkten  ausgegangen.  Er  hat 
nicht  gefragt:  welche  Function  kommt  dem  tmd  jenem 
formalen  Elemente  zu?  sondern  umgekehrt:  welchen 
formalen  Ausdruck  haben  diese  und  jene  psychologischen 
Beziehungen  gefunden?  Es  lässt  sich  nicht  leugnen, 
dass  bei  dieser  Betrachtungsweise  manches  in  besseres 
Licht  gerückt  wird,  manches  erst  in  unsern  Gesichtskreis 
eintritt,  was  bei  der  vom  Formalen  ausgehenden  Methode, 
deren  Hauptvertreter  Miklosich  ist,  nicht  zur  Gelttuig 
kam.  Anderseits  aber  hat  auch  die  von  Cordes  befolgte 
Methode  wieder  ihr  Bedenkliches.  Er  kommt  dazu, 
Unterscheidungen  zu  machen,  wo  es  an  der  uöthigen 
Grundlage  für  dieselbe  fehlt:  bei  asvndetischer  Parataxe 
ist  es  vielfach  Willkür,  ob  man  die  beiden  Sätze  als 
gleichwerthig  oder  als  imgleichwerthig  bezeichnen  wUl. 
Umgekehrt  werden  die  allerverschiedenartlgsten  Dinge 
zusammengestellt,  Sätze  von  ganz  abweichendem  Bau 
werden  als  gleichwertliig  zusammengefasst,  weil  unsere 
formale  Logik  in  ihnen  den  gleichen  Inhalt  finden  kann  ; 
ebenso  werden  ganze  Sätze  und  einfache  Satzglieder  als 

17 


223 


1891.    Literaturblntt  für  germanische  und  romnnische  Philologie.     Nr.  7. 


324 


einaiult-r  «vertretend"  aiifgefiilirt.  So  küinint  es,  dass 
Cordes  in  seiner  Abhandlini!?  auch  Erscheinungen  dar- 
stellt, die  Niemand  in  einer  Lehie  vt.ni  ziisannneny:e- 
setEten  Satze  suchen  wird,  wie  den  Infinitiv  und  das 
Particip.  und  die  verschiedensten  Speries  jener  Gattunir 
Vtin  Satzgliedern,  die  er  mit  der  alteu  Schulweisheit  als 
verkürzte  Sätze  bezeichnet.  Indessen  ein  Zuviel  pflegt 
keinen  grossen  Sehaden  zu  stiften.  Störender  sind  Miss- 
grilfe  in  der  .Anordnung,  die  keineswegs  aus  der  von 
(".  gewählten  Methode  mit  Ncithwendigkeit  hervorgehen 
und  die  Zusannnengehöriges  in  der  unangeiuhmsten  Weise 
auseinanderreissen.  So  hat  er  alle  Krscheinungeii  der 
Tempus-  nnd  .Moduslehre  für  jede  Satzart  besonders  be- 
handelt: wer  daher  ein  Kild  gewinnen  will,  wie  indirecte, 
conditionale,  heischende  P'orm  des  Hauptsatzes  auf  den 
Modus  des  Nebensatzes  einwirkt,  muss  sich  die  Tliatsachen 
an  den  verschiedensten  Stellen  mühselig  zusannnensuchen. 
I>as  Gleiche  gilt  für  die  Erscheinung,  dass  ein  in  hypo- 
taktischer Form  begonnener  Satz  spiiter  selbständige 
Form  annimmt. 

Im  Einzelnen  verdient  die  Darstellung  von  Cordes 
alles  Lob.  Er  hat  die  Thatsachen  mit  grossem  P'leiss 
gesammelt  und  unter  vorsichtiger  .Abwägung  der  ver- 
schiedenen Möglichkeiten  geordnet.  Von  dem  mancherlei 
Interessanten,  das  seine  Sammlungen  zu  Tage  gefördert 
haben,  erwiiline  ich  eine  .Anzahl  Belege  von  echtem 
Praesens  historicum  und  von  \'ei]etzung  der  alten  Con- 
secntio  tempoium,  ferner  die  Thatsache,  dass  die  Zeit- 
sätze mit  v  und  die  Vergleichungssätze  mit  danne  auch 
nach  positivem  Hauptsatz  durchaus  den  Indicativ  auf- 
weisen: sowie  dass  Imperativische  Form  des  Hauptsatzes 
nur  geringen  Einfluss  anf  den  Jlodus  des  Nebensatzes 
ausübt. 

.An  manchen  Punkten  hätte  man  gewünscht,  dass  über 
das  .Auftreten  verschiedener  Constructionen  statistische 
Angaben  gemacht  wären.  Ferner  haben  zwei  wichtige 
Arten  der  Satzverbindung  fast  gar  keine  Herüc'ksiditigung 
gefunden,  die  dunli  anaiihorische  AVörter  oder  .Ausdiiicke 
und  die  durch  tiemeinsamkeit  eines  Satzgliedes  heibei- 
geführte. 

In  §  2ft  handelt  es  sich  um  die  Cunjunctiim  du, 
nicht  um  dü\  umgekehrt  liegt  in  der  Verbindung  mit 
ze  stiiiif  die  Partikel  da  dem  do  von  Xicolaus  zu  CTrunde 
(§  5.3).  Sonderbar  ist  §  3.5  und  .37  die  .Anschauung, 
dass  der  erste  Satz  den  zweiten  berichtige.  Die  Be- 

weisfühiung  im  .Anfang  von  §  42  verstehe  ich  nicht.  — 
Dass  die  Sätze,  die  den  alid.  mit  ni,  niih,  siiiitar  ent- 
sprechen, zu  den  Slodalsätzen  gezogen  werden,  ist  nicht 
zu  billigen  (§  113).  —  Dass  die  Ursache  für  den  In- 
dicativ in  Finalsätzen  (§  170)  in  dem  starken  Verfall 
der  Xloditsuntersciieidnng  liege,  kann  ich  nicht  zugeben: 
schon  bei  Isidor  findet  sich  dergleichen.  —  ^  240  will 
('.  nicht  den  übergeordneten  lmi)erativ  als  Cirund  für 
den  Conj.  Praes.  ansehen,  da  häufig  bei  imiieiativischem 
Hauptsatz  im  Nebensatz  der  Ind.  Praes.  stehe,  als  ob 
nicht  beide  Constructionen  neben  einander  möglich  wären 
und  thatsächlich  in  <ler  altern  S|)rache  vorkämen  (vgl. 
übrigens  Cordes  S.    141  !). 

Die  Darstellung  ist  klar:  die  Coriectui-  ist  eine 
>orgfiiltige  gewesen. 

(iiessen.  Otto  Behaghel. 


Dobbertin,  A.,  Der  Gute  Gerhard   von  Kiidolf  von 
Ems   in   seiner  Bedeutung   für  die  Sittengescliiclite. 

Rustooker  Dissertation.   ISS'.l.  :>'->  S. 

Die  kleine  Schrift  fasst  in  zehn  Ka|iiteln  das  Wich- 
tigste auf  dem  (iebiete  der  Sittengeschichte  zusammen, 
was  uns  in  dem  ansprechenden  und  genuithv<dlen  Gedichte 
des  Rudolf  von  Ems  entgegentritt.  Eine  Monographie 
wie  die  von  W.  Bergeniann  für  Gottfried  von  Strass- 
burg  ist  dem  Guten  (ierhard  noch  nicht  gewidmet. 
Manches  findet  sich  natürlich  schon  bei  Weinhold 
(Deutsche  Franen),  .A.  Schultz  (die  2.  .Auflage  des  höf. 
Lebens  ist  noch  nicht  benutzt),  Kichter  (Bilder  aus  der 
deutsdien  Kulturgeschichte),  G.  Freytag  (Bilder  aus  der 
deutschen  Vergangenheit)  n.  a.  Von  besonderer  Wichtig- 
keit sind  die  .Angaben,  welche  die  Dichtung  über  das 
Verhältniss  der  Ritter  zu  den  Bürgern  enthält,  weil 
hierüber  in  der  mlid.  Dichtung  wenig  niitgetheilt  wird. 
Die  meisten  Epen  spielen  in  den  höfischen  Kreisen; 
selten  erfahren  wir  -Ausführliches  über  den  Verkehr 
zwischen  den  Bürgern  d.  h.  Patriziern  und  Kitterii,  wie 
er  sich  in  der  Wohnung  des  wohlhabenden  Patriziers 
abwickelt.  Kap.  I  behandelt  Schitlfahrt  und  Handel. 
Das  AVort  ..Barke"  wird  in  allen  Bedeutungen  ange- 
führt und  erklärt;  Gerhard  fährt  stets  an  der  Küste, 
also  ohne  Kompass,  hart  ist  das  Loos  der  (iestrandeten. 
Den  Handelsbeziehungen  der  rheinischen  Kanflente  mit 
England  und  den  Ostseeländern  wandte  schon  Kaiser 
Otto  I.  seine  Aufmerksamkeit  zu.  Es  wurden  grosse 
SIessen  gehalten,  Zolle  wurden  an  Fürsten,  Städte  und 
Prälaten  vergeben.  Aus  den  ()stseeHindern  wurden  die 
kostbaren  Pelzarten  geholt,  aus  dem  Orient  die  Seiden- 
stoffe. Hundert  Prozent  Gewinn  und  darüber  strichen 
die  Kaufleute  ein.  Durch  ihren  Reichthum  standen  die 
Kölner  Kaurteute  in  so  hohem  .Ansehen,  dass  der  Gute 
Gerhard  sagen  konnte,  auch  für  eine  Königstochter  wäre 
es  nicht  übel  eine  Kaufmannsfrau  in  Köln  zu  werden. 
Die  reichen  Patrizier  Kölns,  die  den  übrigen  Bürgern 
sclii'off  entgegen  standen,  treten  gleichberechtigt  den 
Kittern  gegenüber.  Mit  Ir  herreii  redet  der  Kaiser 
die  Bürger  von  Köln  au,  mit  Jinirlicrre  begrusst  die 
Königstochter  Gerhards  Sohn.  Zur  Hochzeit  seines 
Sohnes  lud  Gerhard  den  Erzbiscliof,  300  Ritter  uiul 
andere  Bürger  aus  Köln  ein.  Der  junge  Gerhard  nml 
zwölf  Genossen  erhalten  die  Ritterweihe,  sein  Vater 
bezahlt  für  .Alle  die  Ausrüstung,  genau  wie  au  den 
Höfen.  Die  häusliche  Eiiuiditung  (Kap.  111)  der  Patrizier 
war  ebenso  grossartig  wie  die  der  Ritter  auf  den  Burgen. 
Ich  möchte  den  A'erf.  hier  verweisen  auf  Franz  Pfalz, 
Bürgerliches  Leben  im  Mittelalter  (Bauart  der  Städte, 
Lebensweise  der  Bürger  im  Mittelalter).  Die  ganze 
Hochzeit  wird  im   Hause  gefeiert. 

Der  Gute  (Jerhard  (Kap.  lA')  kennt  Französisch  und 
Englisch.  Handarbeit  geholt  ebenfalls  zur  hötischen 
Erziehung.  Die  Königstochter  Irene  versteht  kostbare 
Borten  anzufertigen,  auch  hildek'in  und  plialt,  die  Ixer- 
liart  theuer  verkauft.  Wenn  man  in  ein  Zimmer  trat, 
so  klopfte  man  an,  der  Niederstellende  erwartete  den 
(iruss  des  Höherstehenden,  der  auch  zuerst  das  AVort 
ergri'itt  und  den  Niederen  duzt.  Fremde  Personen  reden 
sich  mit  /;•  an.  Geküsst  wird  auf  den  Mund,  aber  auch 
auf  das  Kinn;  diese  Sitte  war  also  auch  in  Deutsch- 
land bekannt.  Des  AVeinens  wird  sehr  oft  bei  allen 
Gelegenheiten  gedacht.  Die  Ritterweihe  (Kap.  \)  des 
jungen  Gerhard  geht  gerade  so  vor  sich  wie  sonst  in 
Deutschland.       Viel    Sorgfalt     verwandte    man    auf    die 


i 


225 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romaiiisclic  Pliilologie.     Nr.  7. 


226 


Toilette  (Kap.  VI).  Abends  und  Morgens  wird  gebadet, 
die  Männer  trugen  Barte,  die  wolil  gepflegt  werden 
mussten.  Mittelgrosse,  nicht  zu  starke,  dodi  kräftige 
Gestalten,  lockiges  Haupthaar,  weisse  Haut  machen  einen 
Jlann  schön;  wollte  eine  Frau  auf  Schönheit  Anspruch 
machen,  so  luusste  sie  massig  gross  und  schlank  sein, 
goldschimmerndes  blondes  und  gelocktes  Haar  haben, 
rotlie  Lippen  und  eine  weisse  Kehle ;  ein  paar  klare 
schimmernde  Augen  waren  unerlässlicli.  S.  30  ff.  spricht 
der  Verfasser  von  der  Kleidung.  Schuhe  von  "Wollen- 
stoff dienten  dem  König  Wilhelm  als  Fussbekleidung. 
Die  Frauen  schmückten  sich  mit  Edelsteinen  und  Kingen. 
Nicht  nur  l'fenledecken  und  Zäume  wurden  mit  kleinen 
Schellen  ausgestattet,  sondern  auch  die  eigenen  Kleider. 
Eine  hervorragende  Beachtung  ist  den  Angaben  zu 
schenken,  die  der  Gute  Gerhard  über  Verlobung  und 
Ehe  enthält  (Kap.  VII).  Weinhold  und  Schultz  stehen 
hier  im  Gegensatz  mit  ihren  Ansichten.  König  Wilhelm 
von  England  lässt  durch  Gesandte  um  Irene  von  Nor- 
wegen werben,  dann  begibt  er  sich  selbst  dahin.  Der 
Abend  vor  dem  Vermählungstage  ist  schon  als  Festzeit 
zu  rechnen.  Gerhard  führt  die  Braut  vor  den  Erzbischof, 
der  sie  in  feierlicher  Weise  seinem  Sohne  vermählt : 
hier  spielt  also  die  kirchliche  Trauung  die  Hauptrolle. 
An  dieser  Stelle  gibt  das  Gedicht  einen  interessanten 
Beitrag  zur  Sittengeschichte.  Da  der  junge  Gerhard 
die  Ritterweihe  noch  nicht  empfangen  hatte,  so  war  es 
ihm  nicht  gestattet,  mit  seiner  jungen  Gemahlin  das 
Bett  zu  theilen.  Dieselbe  Thatsache  tritt  uns  noch 
einmal  an  der  Stelle  entgegen,  wo  Wilhelm  von  England 
die  Irene  heimführt.  Darauf  wird  der  Vollzug  des 
Beilagers  beschrieben.  Kap.  VIII  handelt  von  der  Be- 
wirthung.  Frühmahl  und  Abendessen  waren  die  beiden 
Hauptmahlzeiten.  Herreu  uud  Damen  speisen  nach 
unserm  Gedieht  getrennt,  die  Hausfrau  an  der  Mäuner- 
tafel,  um  die  Gäste  zu  ehren.  Wenn  man  sich  gesetzt 
hatte,  brachten  Knappen  Wasser  zum  Häudewascheu, 
was  um  so  nothwendiger  war,  als  man  keine  Gabeln 
hatte  uud  sich  Jedermann  mit  den  Fingern  aus  den 
gemeinschaftliclien  Schüsseln  bediente.  S.  4.5  ff.  wird 
das  Fest  ausführlieh  beschrieben,  welches  König  Wilhelm 
von  England  bald  nach  seiner  Heimkehr  in  sein  Reich 
veranstaltete.  Kap.  IX  (Kurzweil)  und  Kap.  X  (An- 
kunft und  Abreise)  enthalten  Belege  ans  dem  Guten 
Gerhard  für  Dinge,  die  uns  aus  den  höfischen  Epen  be- 
kannt sind. 

Die  interessante,  fliessend  geschriebene  Studie  ist 
ein  erfreulicher  Beweis  dafür,  dass  man  anfängt,  mhd. 
Dichtungen  nach  kulturgeschichtlichen  Momenten  zu  durch- 
forschen, nachdem  lauge  Zeit  hindurch  grammatische, 
metrische  und  Quellen-Untersuchungen  fast  ausschliesslich 
an  der  Tagesordnung  waren. 

Wismar  i.  M.  0.  Glöde. 


Hnld.  Sftfn  alfydlegra  frjeda  islenzkra.  ü'tgefendur:  Hannes 
Porsteinsson ,  Jon  Porkelsson,  O'lafur  Davi'dsson ,  Pälmi 
Pälsson,  Valtiiinar  'Asmundsson.  I.  Reykjavik.  Kostnaita;- 
madur:  Sigurttur  Kristjänsson.     1890.     SO  S.     8. 

Im  April  und  .Mai  1889  erliessen  die  angeführten 
Herausgeber  in  wissenschaftlichen  Zeitschriften  einen 
Aufruf,  in  welchem  zur  Subscription  auf  eine  für  isländische 
folklore  zu  gründende  Zeitschrift  aufgefordert  wurde. 
Es  wurde  ausgeführt ,  dass ,  obw<jhl  Magnus  Grimsson 
und  Jon  'Arnason  durch  Herausgabe  der  islenzk  petintyri 
und  islenzkar  pjöitsögur  og  «fintyri  (K.  Maurers  Island. 
Volkssagen  hätten  nicht  vergessen  werden   sollen!)    viel 


Stoflf  gesammelt  hätten,  doch  noch  so  manches  im  Volke 
lebte,  oder  handschriftlich  vorhanden  sei,  was  noch  der 
Veröffentlichung  harre. 

Seit  der  Tliätigkeit  jener  Männer  sei  nichts  in  dieser 
Hinsicht  geschehen,  und  diese  l.üi'ke  wolle  die  „Huld"' 
(Elfe)  ausfüllen.  Es  wurde  beabsichtigt  in  Heften  in 
Gross-Octav,  deren  jedes  12  Bogen  stark  sein  und  2  Kronen 
kosten  sollte,  die  Zeitschrift  herauszugeben :  drei  solcher 
Hefte,  die  in  einem  Zeitraum  von  2 — 3  .lahren  erscheinen 
sollten,  würden  einen  Band  ausmachen.  Das  erste  Heft 
sollte,  falls  das  Unternehmen  zu  Stande  käme,  im  Früh- 
jahr 1890  erscheinen.  Inzwischen  haben  die  Herausgeber 
ihren  Plan  geändert.  Die  Zeitschrift  erscheint  nunmehr 
in  zwanglosen  kleinen  Heften  deren  jedes  50  ore  kostet 
und  ein  in  sich  abgeschlo.ssenes  Ganzes  bildet,  sodass 
ein  Abonnement  nicht  nöthig  ist,  da  jedes  Heft  einzeln 
erhältlich  ist. 

Das  erste  derselben,  vom  27.  Sept.  90,  liegt  nun 
vor.  Es  enthält  eine  Fülle  einzelner  Stücke  aus  fast 
jeder  Gattung  Island.  Volksüberlieferung,  wie  sie  uns 
die  erwähnten  grösseren  Sanunelwerke  bieten.  Den  An- 
fang macht  der  pättur  Tindala-.J'raa,  nacli  einer  Hand- 
schrift der  Island.  Landesbibliothek  No.  303,  4  to,  ent- 
haltend die  Erlebnisse  eines  kunstvollen  Schmiedes  aus 
dem  Anfang  des  vorigen  Jahrhunderts,  der  seinen  Namen 
davon  erhielt,  dass  er  Ziuuthaler  verfertigte.  Es  folgen 
aus  der  Arnamagnseanischeu  Sammlung  569  a,  4  to  die 
porgeirs  rimur  stjakarhöfila,  welche  im  Anfang  des  vorigen 
.Jahrhunderts  noch  im  Munde  des  Volkes  lebten  und 
deren  Enstehung  wahrscheinlich  ins  14.  oder  15.  Jahr- 
hundert zurückgeht.  Im  weiteren  Verlauf  werden  uns 
nun  eine  Fülle  verschiedenartiger  Sagen  vorgeführt.  Da 
fehlt  nicht  die  so  beliebte  Art  der  ütilegumanna  sögur, 
da  sind  Elfensagen ,  Sagen  von  Zauberern  und  ihren 
Sendingar.  Auch  Sagen,  die  sich  an  historische  Personen, 
wie  Ssemundur  fröili  oder,  aus  jüngerer  Zeit  au  Hallgrimur 
Petursson,  den  berühmten  Verfasser  der  Passionspsalmen, 
knüpfen,  begegnen  uns.  Auch  einige  Schwanke  werden 
angeführt.  Den  Schluss  bilden  eine  Anzahl  gelegenheits- 
visur,  über  deren  Verfasser  biographische  Bemerkungen 
hinzugefügt  werden;  sie  erstrecken  sich  über  die  Zeit 
vom  16.  bis  ins  19.  .Jahrhundert.  Die  letzte  ist  von 
Porsteinn  Gizurarson  töl  der  17(i8  geboren  ist  und  noch 
1843  lebte. 

Wie  man  sieht,  ist  der  Inhalt  des  Heftes  ein  sehr 
mannichfaltiger  und  es  ist  zu  wünschen,  dass  die  folgenden 
dem  ersten  entsprechen.  Wir  dürfen  alsdann  hoffen, 
dass,  zumal  wenn  auch  das  G«biet  des  Märchens,  des 
Volksaberglaubens,  der  Sitten  und  Gebräuche  melu-  zur 
Geltung  kommt,  auch  für  das  allgemeine  Gebiet  der 
Volkskunde  so  manches  abfällt.  Wii-  wünschen  dem 
Unternehmen  einen  glücklichen  Fortgang. 

Berlin.  B.   Kahle. 

Vogels,  J.,  Handschriftliche  üntersnehnngen  über 
die  englische  Version  Mandeville's.  Wissenschaftliche 
Beilage  zum  Prugranim  des  Realgymnagiuras  zu  Crefeld. 
Crefeld   1891.  .52  S.  4. 

Vogels  hat  in  zwei  früheren  Arbeiten  sich  mit  der 
italienischen  und  den  lateinischen  Versionen  (s.  Ltbl. 
VIII,  Sp.  480)  der  Mandevilleschen  Reisebeschreibung 
beschäftigt.  In  der  vorliegenden  Abhandlung  macht  er 
deren  englische  Form  zum  Gegenstand  einer  eingehenden 
und  allem  Anscheine  nach  sehr  gewissenhaft  geführten 
Untersuchung,  auf  Grund  deren  er  zu  wesentlich  anderen 
Resultaten    kommt    als  Nicholson    und  AVarner   in   ihren 


227 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philalogic.     Xr. 


228 


auf  die  Entstehung  und  Ueberlieferung  der  englischen 
Vei-sion  bczügliehon  Ausfiiliniugen.  Es  sind  nach  V.'s 
Darlegung:  zwei  von  einander  unahliiingige.  von  unbe- 
kannten Veilasseru  herrülireude  englisihe  Fassungen  an- 
zuuehnieu:  eine  altere  (EL)  zwiselien  13'J0  und  1400 
entstandene  und  nur  in  verstümmelter  Form  überlieferte 
beruht  auf  lateinischer,  eine  jüngere  (EF)  um  1400  an- 
zusetzende, auf  französischer  Vorlage.  Per  Verfasser 
des  französischen  Originals  ist  nicht  John  Mandeville 
und  kann  nicht  mit  dem  Verfasser  von  EL  oder  dem 
V(in  EF  identisch  sein.  .Mit  Rücksicht  auf  andere  Er- 
gebnisse sei  hier  auf  die  gehaltieiclie  Studie  selbst  ver- 
wiesen, die  von  niemandem,  der  sich  für  den  Gegenstand 
interessirt,  unberücksichtigt  gelassen  werden  darf.  Der 
von  V.  in  nächste  Aussicht  gestellten  Veröffentlichung 
weiterer  Untersnchiuigen  (über  die  französischen  Hand- 
schriften, die  Interpolationen,  den  Verfasser,  die  Werke, 
welche  sonst  Jlandeville  zugeschrieben  werden),  sowie 
der  von  iiun  beabsichtigten  Herausgabe  des  französischen 
und  englischen  Textes  sehen  wir  mit  Interesse  entgegen. 
Giessen.  D.  Behrens. 

Kegel,  Ernst,  und  J.  G.  C.  Schüler,  Einfnhruns  in 
das  heutige  Knglisch,  nach  Stämmen  geordnet  mit  Be- 
rücksichtigung der  Synonymik.  Leipzig,  Teubner.  1889. 
VI,  4-13  S.  8.     M.  4,80". 

Man  wird  schwerlidi  beliaujiten  können,  dass  der 
Titel  dieses  Buches  den  Inhalt  desselben  genügend  charak- 
terisire.  Nur  aus  dem  Zusatz  „nach  Stämmen  geordnet 
und  mit  Berücksichtigung  der  Synonjnnik"'  kann  man 
schliessen.  dass  es  sich  um  etwas  wie  ein  Vokabularium 
handelt.  In  der  Tliat  bieten  die  Verfasser  eine  umfang- 
i'eiciie  phraseologische  Sammlung,  die  zugleich  ein  Voka- 
bularium bildet.  Dieselbe  ist  nach  den  Wortstämmen 
geordnet,  d.  h.  die  Vokabeln  sind  nach  ihrem  etj'mo- 
logischen  Zusammenhang  in  alphabetischer  Reihenfolge 
zusammengestellt,  und  Jedem  Worte  sind  die  gebräucli- 
liclisten  oder  die  vom  Deutschen  abweichenden  Wendungen 
sammt  Febersetzung  hinzugefügt  worden.  Regel,  der 
der  eigentliche  Verfasser  des  vorliegenden  Buches  ist, 
hat  bei  dieser  nur  praktischen  Zwecken  gewidmeten 
Arbeit  die  etj'mologische  .Anordnung  jeder  andern  des- 
halb vorgezogen,  weil  „sie  dem  Gedächtniss  ungemein 
entgegenkommt",  was  man  von  der  sachlichen  Gruppirung 
mit  gleichem  Rechte  behaupten  darf.  Aber  die  et\'mo- 
logische  Anordnung  scheint  ausserdem  den  Nutzen  zu 
haben,  dass  die  Schüler  die  Stammsilbe  der  Wörter 
kennen  und  beachten  lernen,  was  nicht  nur  iu  ortho- 
graphischer Hinsicht  ein  schätzbares  Hilfsmittel,  sondern 
auch  ein  Gewinn  füi-  das  tiefere  Eindringen  in  den 
Sprachgeist  ist.  Der  germanische  Wortschatz  ist  selbst- 
verständlicli  nicht  von  dem  lateinisch-romanischen  ge- 
trennt, wohl  aber  sind  die  Stämme  letzteren  rrs]ii-ungs 
durch  ein  Sternchen  genügend  kenntlich  gemacht  worden. 
Wo  sich  wie  iii  crime  (vom  lat.  cernere)  die  moderne 
Form  zu  weit  von  dem  Stamraworte  entfernt,  ist  das 
letztere  der  Wortgru])pe  vorangesetzt  worden.  L)as 
phrasecdogische  Material  ist  so  reichhaltig,  dass  das  Werk 
auch  von  weiter  Fortgesclirittenen  als  Nachsihlagebuch 
zur  schnellen  Orientirung  zweckmässig  und  erfolgreich 
benutzt  Werden  kann.  Unbequem  ist  nur  die  Art,  wie 
das  Buch  als  Synonymik  zu  handhaben  ist.  Es  wird 
zwar  bei  den  wichtigsten,  hier  in  Frage  kommenden 
Wörtern  auf  die  betreffenden  Syn(mynie  hingewiesen, 
aber  man  muss  dieselben  erst,  wie  das  nun  einmal  in 
der  .Anordnung  begründet  ist,  aufsuchen,  tun  den  begriff- 


lichen Unterschied  durch  Vergleichen  zu  erkennen.  Wir 
haben  dagegen  ein  ausreichendes  synonymisches  Xacli- 
schlagebuch  erhalten,  das  seinen  Ausgang  im  Gegensatz 
zu  den  Büchern  von  Dreser  und  Klöjiper  allein  vom 
Englischen  nimmt  und  dessen  Benutzung  denjenigen, 
Welche  nicht  über  einen  sicheren  oder  genügenden  Wort- 
schatz verfugen,  durch  einen  umfangreichen  luid  genauen 
deutschen  Index  erleichtert  wird.  Ganz  fehlerlos  ist 
dieser  freilich  nicht.  So  hätte  z.  B.  bei  „entlassen" 
auch  auf  S.  198  verwiesen,  bei  „Stunde"  auf  Unterrichts- 
stunde {lessoll)  aufmerksam  gemacht  und  bei  „Butter- 
brod"  S.  34  statt  33  gesetzt  werden  müssen.  Mit  ein- 
zelnen Uebersetzungen  wird  man  sich  kaum  einverstanden 
erklären  können:  so  z.  B.  seiisatioiial  iiovel  --  „Auf- 
sehen erregender  Roman" :  man  muss  nicht  von  dem 
Erfolg,  sondern  von  dem  Inhalt  des  Romans  ausgehen 
etwa:  „ein  spannender,  die  Nerven  aufregender  Roman"  ; 
ebenso  trifft  io  iiiiinirt  =  ..vermitteln,  jemand  etwas 
vertraulich  mittheilen"  nicht  das  Richtige:  eher  vielleicht 
„jemand  etwas  beibringen".  Hei  clark  wird  öfter  dark, 
bei  bruad  die  Bedeutung  „aufgeklärt,  freisinnig"  (vgl. 
broad-cluirch,  hroad  relifjioits  vieirs),  bei  Ixirriater  und 
.''iillicitor  der  Hinweis  auf  hiwijer  vermisst.  Bei  letzterem 
Worte  wäre  ausserdem  eine  Erklärung  wie  die  bei  Miss 
gegebene  am  Platze.  Die  Anordnung  ist  sehr  übersicht- 
lich :  nui'  selten  kommt  es  vor,  dass  Worte  \vie  htinjer 
und  oiittiiir  auf  einer  Linie  stehen.  Liessen  sich  diese 
Ausstellungen  auch  wohl  noch  vermehren,  so  soll  doch 
anerkannt  werden,  dass  auf  das  Buch  so  viel  Fleiss  und 
Sorgfalt  verwendet  worden  ist.  dass  es  unter  Anleitung 
eines  Lehrers,  der  zu  manchem  Worte  eine  sachliche 
Erklärung  geben  müsste,  vorgeschritteneren  Schülern 
gute  Dienste  leisten  wird. 

Hannover.  Robert  Philippsthal. 


Flügel,  Felix,  Allgemeines  Englisch-Deutsches  nnd 
Dentsch-Rnslisches  Wörterbuch.  Vierte  sün^bch  um- 
gearbeitete Auflage  von  Dr.  J.  (i.  Flügels  VollstänJigcm 
Wörterbuch  der  englischen  und  iloutscheii  Sprache.  Ilraun- 
scbweig,  George  Westermann.  ISOl.  4".  I.Thoil:  Englisch- 
Deutsch,  1.  Heft:  A  bis  Bok:  .XXIX,  192  S.  —  IL  Theil: 
Deutsch-Englisch,  1.  Heft:  .4  bis  Cojillnl  VIII,  -iH  S. 
Vollständig  in  12  monatlicli  eiseheinondeii  Hefton  zu  je  3  M.' 
M  u  r  e  t ,  Ed.,  Encyklopadisches  Englisch-Dentscbes  und 
Deutsch-Englisches  Wörterbuch.  Ein  ParallclwcrU  zu 
Saolis-Villattcs  Franz. -Doutsclicm  u.  Deutsch-Franz.  Wörter- 
buclie.  Grosse  Ausgabe.  lierlin,  Langenscheidt.  18!ll.  4°. 
Theil  I:  Engliscli-Deutseli.  Lieferung  I:  .4  bis  alodij.  SOS. 
[Theil  II:  Deutsch-Englisch  bearbeitet  von  Daniel  Sanders.] 
Vollständig  in  etwa  33  Lieferungen  zu  je  M.  1,50  nach  un- 
gefähr 6  Jahren. 

Wer  sich  heutzutage  das  beste  englische  Wörter- 
buch anschaffen  will,  dem  wird  die  Wahl  schwer  fallen. 
So  gross  war  schon  in  den  letzten  zehn  Jahren  das 
Angebot  guter  Werke  geworden,  die  allein  in  England 
und  .Amerika  erschienen  sind,  und  nun  treten  auf  einmal 
noch  daneben  die  zwei  am  Kopfe  dieser  Anzeige  ge- 
nannten, Jahrzehnte  hindurch  vorbereiteten  deutschen 
Werke.  Da  diese  sich  aber  durch  ihre  Zweisprachigkeit 
von  den  übrigen  unterscheiden  und  namentlich  mit  ihren 
deutsch-englischen  Theilen  auch  anderen  Bedürfnissen 
dienen  wollen,  so  stehen  sie  dennoch  so  gut  wie  ausser- 
halb des  Wettbewerbes  mit  den  reinenglischen,  und  es 
kann  von  einer  Bedrückung  des  Marktes  durch  sie  nicht 
die  Rede  sein.  Im  Gegentheil,  sie  begegnen  einem  all- 
seitigen dringenden  Wunsche  nach  einem  zwiselien  den 
beiden    Sprachen    vermittelnden    Nachschlagebuche,    das 


[Bis  jetzt  7  Hefte  crschieucn.J 


S29 


1891.     Literaturblatt  für  gcrmanisoho  und  romanischo  Philologie.    Ifr.  7. 


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iiiclit  wie  Lucas  oder  Tliieme  den  in  der  treniden  Spradie 
bereits  gut  Bewanderten  beim  iTebrauclie  allzuliäufig  im 
Sticlie  lasse,  noch  auch,  wie  jene  so  leicht  thun,  den 
Unerfahrenen  irre  führe.  Es  freut  mich  sagen  zu  können, 
dass  die  beiden  neuen  Werke  alles  bisher  in  ,,  vollstän- 
digen" zweisprachigen  Wörterbüchern  Geleistete  weit 
hinter  sich  zu  lassen  versprechen.  .letzt  aber  schon  ab- 
schätzen zu  Wollen.  Alles  zusammen  genommen,  welches 
von  ihnen  das  andere  übertrifft,  wäre  sehr  voreilig,  schon 
deshalb  ancb,  weil  die  zu  erwartenden  neuen  imd  eignen 
Leistungen  der  beiden  Verfasser  oder  Bearbeiter  zum 
bedeutendsten  Theil  erst  erkannt  und  verglichen  werden 
können,  wo  das  langsam  fortschreitende  Murraj'sche 
Dirtioniirtj  nicht  mehr  seine  Hilfe  leihen  wird,  —  und 
im  deutsch-englischen  Theile.  Freilich,  auch  nachdem 
beide  Werke  vollständig  vorliegen  werden,  wird  man 
wenigstens  den  Antheil  der  Verfasser  mit  verschiedenen 
Massen  messen  müssen:  denn  Flügel  benutzt  das  noch 
unvollständige  amerikanische  Ceiitiiri/  Dictionary  nicht 
und  darf  es  nicht  benutzen,  da  sein  AVerk  in  einem 
Jahre  fertig  sein  soll  und  es  sonst  ungleichmässig  werden 
würde.  Mnret  aber  nimmt  sich  noch  vier  Jahre  für  die 
«englisch-deutsche  Hälfte  und  weitere  zwei  für  die  deutsch- 
englische, und  wird  das  Ceni.  Dict.  mit  verwerthen. 
Um  so  mehr  muss  ich  mich  vorläufig  eines  abwägenden 
Urtheils  möglichst  zwischen  den  Beiden  enthalten;  aber 
es  ist  am  Platze  die  wichtigsten  Eigenthümlichkeiten 
jedes  Einzelnen,  wie  sie  bereits  erkennbar  sind,  anzu- 
geben. 

In  der  ,.  Ankündigung"  des  Flügeischen  Werkes  wird 
hervorgehoben,  dass  es  eine  vollständige  Umarbeitung 
der  früheren  Auflagen  ist  und  ..darauf  ausgeht,  nicht 
nur  den  ganzen  Wörterschatz  der  neueren  englischen 
Literatur  der  Hauptsache  nacli  wiederzugeben,  sondern 
auch  die  neu  entstehenden  wichtigsten  Ausdrücke  aller 
Wissenschaften  und  Künste,  des  Handels,  der  Iiulustrie, 
des  Kriegs-  und  Seewesens,  der  Handwerke  und  des  all- 
täglichen Lebens  bis  zur  Gaunei'sprache  hinab,  ferner 
die  in  Bezug  auf  Aussprache  oft  schwierigen  Eigennamen 
mit  besonderer  Berücksichtigung  der  Gegenwart,  endlich 
überhaupt  .A.ussprache  und  grammatische  Schwierigkeiten 
und  tausend  andere  Dinge  zu  verzeichnen".  Was  den 
Gebrauch  der  Wörter  betrifft,  so  hat  der  Verfasser  be- 
sonders auch  sich  zur  Regel  gemacht,  „neben  den  äusser- 
lichen  Bezeichnungen  der  Veraltnng,  des  bloss  dichte- 
rischen, landschaftlichen  oder  sonstigen  Gebrauchs  eines 
Wortes  die  Belegstellen  selbst  zu  geben"'.  Dies  allein 
schon  macht  sein  Werk  sehr  werthvoll,  zumal  er  zahl- 
reiche Schriftsteller  namentlich  der  letzten  1.50  .Tahre 
selber  ausgezogen  hat  und  nicht  bloss  die  Sammlungen 
von  .Tolinson,  Xares,  Todd  und  anderen  ausnutzt.  Er 
thut  übrigens  auch  diesen  die  Ehre  an,  sie  bei  jeder 
,, wichtigeren"  Entlehnung  zu  nennen.  Einige  Probe- 
seiten, die  mit  der  ..Ankündigimg"  abgedruckt  sind  und 
Artikel  aus  den  späteren  Theilen  des  Werkes  enthalten, 
bringen  den  Nachweis,  dass  die  neuen  Sammlungen  wirk- 
lich mit  einem  Riesenfleiss  veranstaltet  sind;  denn  hier 
hätte  Murraj'  nicht  mehr  aushelfen  können.  Unter 
feather,  find  imd  suggestive  allein  finden  sich  Belege 
für  besondere  Verwendungen  aus  Tom  Browu's  School 
Days,  Dickens,  W.  Scott.  H.  Kingsley,  Mrs.  Craik,  Tenny- 
son,  Mrs.  Marsh,  Blackwoods  Magazine,  Mrs.  Wood, 
Jliss  Yonge,  Mrs.  Xewby,  A.  Trollope,  Mrs.  Jenkin,  JIrs. 
Gaskell,  Macaulay,  Eliot,  Gentleman's  Magazine,  JIrs. 
Marsh,  Captain  Marryat,  Irving,  New  Monthlj'  Magazine, 


Colon.  Magazine,  Lady  Morgan,  Bulwer,  Disraeli,  Lever, 
Westminster  Review,  Ainsworth's  Magazine,  Bentley's 
Miscellany,  Kavanagh,  Melville,  Athenaenm,  Quarterly 
Review,  Edinburgh  Review,  Literary  Gazette,  Miss  A. 
B.  Edwards,  Mrs.  Gaskell  und  Hawthorne  —  Belege, 
die  alle  neu  gesammelt  sind ! 

„Reine  Fremdwörter"  wie  portemonnaie  sind  aus- 
geschlossen, mit  bewusster  .Abweichung  z.  B.  von  „den 
für  weiteste  amerikanische  Kreise  bestimmten  Werken 
von  Webster  und  Worcester".  Auch  ist  „einer  Angabe 
der  Wortabstammnng  nur  in  nothwendigsten  Fällen  R^um 
gewährt  worden",  da  uns  Deutschen  Wörter  wie  fatlier, 
fiiiger,  ring,  royal,  enterprise  etc.  ..keine  Schwierig- 
keiten machen". 

.\n  den  Angaben  über  die  englische  Aussprache  ist 
zu  tadeln,  dass  für  den  Vokal  in  far,  father,  art,  aunt 
ein  anderer  Laut  angesetzt  wird  als  in  fast,  batit, 
sample,  brauch,  clasp-,  dass  kein  Unterschied  gemacht 
wird  zwischen  iio,  iiote  und  tori/,  torn ;  dass  der  Vokal 
in  für,  chiirrh  anders  lauten  soll  als  in  fir,  bird,  her, 
herd;  dass  ou  wie  deutsches  au  gesprochen  werden  soll 
(vgl.  dagegen  Trautmann,  Sprachlaute  §  426). 

Murets  Werk  ist  nach  dem  Vorbilde  des  bekannten 
vorzüglichen  französisch  -  deutschen  Wörterbnches  von 
Sachs- Villatte  gearbeitet:  „jedoch  hat  der  reichere  Um- 
fang des  englischen  Wortschatzes  es  nöthig  gemacht,  in 
manchen  Punkten  auf  eine  noch  gedrängtere  Darstellung, 
als  sie  'Sachs- A'illatte'  wählte,  Bedacht  zu  nehmen,  um 
das  Werk  nicht  über  Gebühr  anwachsen  zu  lassen". 
An  „Reichhaltigkeit  des  gebotenen  Wortschatzes"  rühmt 
Mnret  sich  ,.jedes  einzelne  früher  erschienene  Werk 
—  innerhalb  der  Schranken  eines  internationalen  Wörter- 
buches —  im  Allgemeinen  zu  überbieten".  Zum  A'er- 
gleiche  wird  angegeben,  dass  innerhalb  A — Achman 
Muret  1671,  Murray  1468.  The  Century  Dictionary  1312, 
Flügel  (4.  Auflage  1890)  809  selbständige  Titelköpfe 
bringe;  gleichwohl  seien  die  namentlich  im  Cent.  Dict. 
stehenden  „rein  wissenschaftlichen  Bezeichnungen  der 
seltensten  Thiergattungen,  organischen  Gebüde  etc.,  für 
welche  weder  die  englische  noch  die  deutsche  Sprache 
eine  Uebersetzung  hat",  ausgeschlossen.  Um  zu  sehen, 
welcher  Art  der  Ueberschuss  von  Artikeln  im  Mnret 
über  Flügel  ist,  vergleiche  ich  die  Wörter  von  abrancliian 
bis  abrnpfion.  Folgende  bei  Flügel  ausgelassenen  Wörter 
stehen  bei  Muret:  ahranckiafa,  ahranchmns,  Ahrantes 
(aucli  Eigennamen  sind  in  beide  Wörterbücher  aufge- 
nommen), ahrasa.r,  abrasc  (Verbum),  ahrasire,  abraiini- 
salfs,  abreast-line,  abrede  (Verbum),  abregogiis,  ab- 
rcnnnciate,  abreuDoir,  abrid,  aJiridgeable,  abrin,  ah- 
roaded,  cbrogans,  abrogatioe,  abrogator,  Abrolhos, 
nbronia ;  ausserdem  sind  folgende  Schreibungen  besonders 
aufgeführt:  abread  (Flügel  gibt  nur  abreed),  ahregge 
(^  abrid ge),  ((brig  (^  abric),  abrocoma,  ahrornis. 
Dagegen  bei  Muret  fehlen,  aber  bei  Flügel  stehen 
abroach  (Subst.),  abroachment,  abroad  (Verb),  abroah, 
alirohaiii,  ahrocamentinn.  —  Muret  hat  auf  die  Angabe 
der  Belegstellen  fast  ganz  verzichtet ;  darum  überblickt 
man  den  Umfang  der  eignen  neuen  Sammlungen  nicht. 
Er  hebt  jedoch  besonders  hervor,  dass  nicht  nur  aus 
Büchern,  sondern  auch  aus  dem  „lebendigen  Verkehr" 
ergänzt  und  gebessert  ist,  und  zwar  von  Mitarbeitern 
in  England,  Amerika  und  Deutschland.  —  Auch  „reine 
Fremdwörter"  sind  aufgenommen,  wie  das  oben  ange- 
fülirte  ahreiwoir  zeigt.  Bei  diesem  Worte  entdecke  ich 
übrigens  eine  Nachlässigkeit  im  Flügel:    auch  er  wollte 

18 


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1891.    Literaturblntt  für  germanische  und  ronmnisclio  Philologie.    Nr.  7. 


n^ 


es  anfnehiueu;  denn  unter  Abbreuioir  lesen  wir  den 
Verweis  ^sieli  Abreuron-^,  aber  nachher  ist  dieses  aus- 
g:elassen.  —  Die  HerknnCt  der  Wörter  ist  im  Jinret 
durchweg  ansrej^eben;  nur  „bei  grösseren,  ilirer  alplia- 
betischeii  Folfje  nach  unnfetrennt  stellenden  Würter- 
g-rujipi-n  einer  .Abstanuiiunfr"  hat  der  Verf.  sicli  auf 
einmalige  .Angabe  beschränkt.  —  Die  Bezeiclmungcn  für 
die  .Aussprache  sind  mit  grosser  Sorgfalt  gewählt.  Die 
Erklärung  dei-selben  ist  unbestimmt  gehalten  (er  sagt 
7..  li.,  hoiiM-  wird  ,.fast  wie"  deutsches  Haus  gesprochen), 
so  dass  genauere  Angaben  besuudiMn  Lehrbüchern  über 
die  Aussprache  überlassen  bleiben. 

.\m  deutlichsten  kann  ich  den  rnterschied  zwischen 
beiden  Werken  vielleicht  durch  eine  kurze  Besprechung 
einiger  .Artikel  hervorheben.  Abroad  ist  von  Flügel 
auf  fast  zwei  vollen  Seiten  behandelt  (=  6  Spalten); 
Sfuret  gibt  ihm  eine  halbe  S])alte.  d.  h.  nur  ein  Zwölftel 
des  Raumes.  Was  die  .\bstamnuiiig  angeht,  so  begnügt 
sich  Jluret  mit  der  übi'igens  falschen  Angabe,  dass  es 
von  alteugl.  on  -:  bnPde  herkomme.  Flügel  führt  die 
mittelengl.  Formen  on  brede,  abrede,  abroad  mit  Beleg- 
stellen an,  verbindet  es  mit  nordengl. -schottischem  abrade, 
ahrcud,  abrede,  abre.id,  scheidet  aber  niidit  zwischen 
den  .Ableitungen  von  altengl.  oii  bnhie,  das  allerdings 
anfangs  nur  in  anderer  Bedeutung  vorkoninit.  und  der 
anzunehmenden  me.  Xeubildung  mit  dem  .Adj.  bräd,  auf 
das  er  abroad  richtig  zurückführt;  auch  in  dem  ersten 
Theil  erkennt  er  richtig  das  ae.  oti,  setzt  aber  fälsch- 
licher Weise  die  gekürzte  Form  a  mit  Längezeicheu  au, 
wie  auch  bei  aboiif  und  above.  Die  erste  Bedeutung 
,,weit  auseinander,  weit  umher''  ist  bei  Jluret  mit  diesen 
beiden  Febersetzungen  abgetlian ;  Flügel  beleuchtet  sie 
mit  acht  Stellen  aus  Halliwells  r)ict..  der  Bibel,  Shake- 
speare, Procter,  Eicliardson,  Jlelville  und  Kingsley. 
AVer  von  einem  Wörterbuch  weiter  nichts  verlangt,  als 
dass  es  ihn  in  Stand  setze  solche  Stellen  zu  übersetzen, 
für  den  genügt  Mnret  uiul  bietet  Flügel  Ueberflüssiges. 
Wer  abi-r  das  Wort  in  seiner  leibhaftigen  A'erwendung 
selK'U  will,  eine  wirkliche  A'oi'stellung  von  seinem  tie- 
braucjie  haben  will,  namentlich  in  der  Litei'atnr,  der 
wende  sich  an  Flügel.  .Aus  Murets  .Angabe  in  diesem 
Falle  erkennt  man  nicht,  dass  die  angegebene  Bedeutung 
eigentlich  der  Umgangssprache  nicht  geläufig  ist;  aus 
Flügels  Beispielen  ergibt  sich,  dass  dies  früher  (zu  Be- 
ginn des  \e.)  der  Fall  gewesen  und  dass  der  spätere 
(Gebrauch  alteitliünnlnd  ist,  oder  dichtei-iscli,  zum  min- 
desten gewählt.  Sehr  bezeichnend  z.  B.  ist  Kingsley's 
Wendung:  i/oitiif/  Drake  and  1  had  brohe  fhe  door 
abroad  alreadi/;  oder  Eichardson"s:  to  see  Clarissa's 
apphiinlers  (nach  ihrem  Tode)  lliroic  abroad  titeir 
hcl/ilr.i.i  ha)ai!t  and  exclaim  etc.  —  Zu  der  zweiten 
(iiundbedeulung  ..dranssen"  gibt  Flügel  sechs  Dutzend 
Ueisjiielc  mit  Belegiii.  Muret  den  vierten  Tlieil,  aber 
sehr  gut  und  kurz  gewählte,  der  heutigen  Umgangs- 
sprache eigene  Wendungen,  und  nur  eine  Belegstelle 
aus  Lore's  Laboiir's  Lost  (fhere's  Villan//  abroad  = 
,.im  Werke").  Die  Folge  ist,  dass  Flügels  .Abschnitt 
von  v<dlen  vier  Spalten,  der  ohne  jede  in  die  Augen 
fallende  Tlieilung  gegeben  wird,  ganz  unübersiclitlicli 
ist:  Muri't  hat  d.igi'gtn  durch  fetten  Druck  diM-  Zitlerii, 
der  römischen  wie  der  arabischen,  durch  sehr  geschicktes 
Treiini-n  der  erläuternden  Beispiele  von  den  verschie- 
denen Bedeutungen  und  Uebersetzungen  des  Titehvortes 
sfini'U  obnebin  duich  weises  Beschneiden  schon  fasslicher 
gemaclit.n  Sloft' gleich  dem  ersten  Blick  in  seiner  ganzen 


Ciliederung  erkennbar  gemacht.  Diese  kna|ipe,  wohlge- 
ordnete, in  ihrer  Ucbersichtlichkeit  wahrhaft  niusterhatte 
Darstellung  gewährt  bei  der  innner  lästigen  .Arbeit  des 
Xachschlagens  sicherlich  geradezu  eine  Freude,  während 
der  grosse  Zeitverlust  beim  .Suihi'U  in  den  ebenmässigen 
-Artikeln  Flügels,  der  ilie  Kunst  der  Verwendung  ver- 
schiedener Typen  in  ganz  unverzeihlicher  Weise  ausser 
Acht  gelassen  hat.  nothwendig  den  armen  eilige  Be- 
lehrung Suchenden  in  Verzweiflung  bringen  wird.  Jluret 
hebt  hervor,  er  habe  ein  Xachsclilagebuch  schaffen  wollen, 
das  die  Zeit  schone,  und  kein  Lesebuch;  die  letzte  Be- 
zeichnung passt  vielfach  auf  Flügel.  Für  die  Redensart 
2V/('  Srhoolinasti'r  is  abroad  gibt  Muret  einfach  die 
Uebersetzung  ,.Bildung  verbreitet  sich  überall";  Flügel 
bietet  uns  die  interessante  Geschichte  ihrer  Entstehung 
mit  Hilfe  zweier  Stellen,  die  er  ans  Zeitschriften  aus- 
hebt, und  wir  erfahren,  dass  sie  von  ..dem  fum  die  Volks- 
erziehung hochverdienten  Lord|  Brougham"  herrührt. 
Nämlich  die  Lit.  (iaz.  vom  März  1853,  S.  278  schreibt: 
Yfurg  af/0,  tlie  miserable  State  of  ediicafion  was  flie 
topic  of  the  day,  und  tlie  ayitation  yren-  tlU  tlie  epocli 
arrired,  whicli  iras  inaiu/nrated  by  Brouyhani's  fanious 
saying,  „The  Schoohnasfer  is  abroad".  Auch  die  Edinb. 
Her.  .Tan.  1848.  t>,5  weist  in  einer  ebenso  hübschen  Stelle 
auf  den  Ursprung  hin :  Tliackeray  teils  iis  tliat  lic  artnally 
saU'  a  Tnrkislt  lady  drive  iip  to  Sultan  Aclinivt's 
niosrjiie  in  a  Brougham,  and  feit  on  seeiiiy  her,  that 
the  Sckoohnasfer  was  really  abroad.  Wegen  solcher 
Beispiele  kann  man  Flügel  nicht  gut  böse  sein,  auch 
wenn  sie  einen  mal  zu  unpassender  Zeit  aufhalten.  — 
Zwei  .«/««(/-.Ausdrücke,  die  Muret  anführt,  fehlen  bei 
Flügel:  The  oarsnien  nvre  all  (diroud  (ganz  aus  dem 
Takte)  und  he  is  abroad  (..von  der  Krankenliste  ge- 
strichen"; in  der  Schülersprache).  Der  letzte  .Ausdruck 
ist,  glaube  ich,  sehr  wenig  bekannt,  selbst  englischen 
Lehrern,  und  wahrscheinlich  eins  der  Beispiele,  die  nicht 
aus  Büchern  genommen,  sondern  der  Sprache  abgehoicht 
sind:  auch  hierbei  wird  mancher  die  Nennung  des  Ge- 
wälirsniaiines  ungern  vermissen. 

Flügel  bemüht  sich  vielfach  um  die  Deutung  schwie- 
riger Stellen,  die  Jluret  absichtlich  übergeht.  So  erörtert 
er  Cymbelyne  3,  4:  yoiir  means  abroad,  you  have  me, 
rieh,  und  zwei  Stellen  im  Shakespeare,  wo  nach  einigen 
Erklärern  abridyment  die  Bedeutung  ..Schauspiel"  haben 
soll,  ['nter  diesem  Wort  führt  .Muret  die  lieiden  Schrei- 
bungen mit  und  ohne  e  nach  dem  y  schlechtweg  an; 
Flügel  gibt  an,  welihe  verschiedenen  Schriftsteller  die 
eine  oder  andere  empfehlen.  Gerade  so  verfahren  beide 
bei  der  Angabe  mehrfacher  Aussprachen  (vgl.  z.  B.  unter 
ayain,  wo  Flügel  auch  auf  Reime  bei  Dichtern  hinweist 
und  eine  dritte  bei  Muret  nicht  berücksichtigte  Aus- 
sprache ayl»  als   ,, gemein"   kennzeichnet). 

Um  gerecht  zu  verfahren,  muss  ich  nachdrücklich 
hervorheben,  dass  das  Verliältniss  der  Längen  der  ein- 
zelnen .Artikel  in  den  beiden  Werken  durchaus  nicht 
gewöhnlich  ein  ähnliches  wie  bei  abroad  ist.  Das  Subst. 
art  ist  z.  B,  umgekehrt  bei  Muret  in  einem  drei-  bis 
viermal  so  langen  .Artikel  behandelt  als  bei  Flügel. 
Muret  gibt  liii-r  namentlich  einen  Ucberschuss  V(in  sehr 
wertlividhn  .juristischen  inid  iKilitischen  Erklärungen. 
Ausser<leni  werden  die  Unterschiede  von  den  Synonymen 
aclion  und  bill  angegeben.  Dies  ist  eine  sehr  nützliche 
Beigabe.  Um  noch  ein  Beispiel  zu  geben,  werden  dem 
AVorte  aceount  die  Syn.  e.rpositinn.  narratine,  slate- 
ment    gegenüber  gestellt.      In  diesem  .Artikel  zeigt  sich 


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1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  7. 


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so  recht  die  Ueberlesreiiheit  der  typoirrapliisdieii  Leistung 
im  Miiret  und  der  Vortheil  einer  iranz  kurzen  Voran- 
stellung-  dei-  17  angesetzten  Bedeutungen  von  uccoKuf, 
auf  die  dann  in  gleicher  Ordnung  die  Besonderlieiten 
erst  folgen.  Hier  sucht  man  getrost  und  findet  leicht; 
bei  Flügel  geht  man  mit  Zagen  und  Zaudern  an  die 
Arbeit,  und  hat  man  eiu,  zwei  Spalten  mühsam  und  doch 
vergeblich  durchforscht,  so  beschleicht  einen  die  Sorge, 
man  habe  in  seiner  Ermüdung  die  passende  Bedeutung 
bereits  übersehen  und  weiss  nicht,  ob  man  wieder  von 
vorn  anfangen  oder  auf  die  noch  übrige  Spalte  rechneu 
soll.  Nein,  Flügel  ist  vermöge  seiner  äusseren  Ein- 
richtung ein  höchst  unangenehmes  Xachschlagebuch  für 
den,  der  es  beim  Lesen  eines  Schriftstellers  oder  beim 
Uebersetzen  gebrauchen  will,  während  Jluret  ganz  vor- 
zügliche Dienste  leisten  wird.  AVer  sich  aber  über  die 
ganze  Geschichte  und  Verwendung  eines  Wortes  inner- 
halb der  ne.  Literatur  initerrichten  will,  der  findet  in 
Flügels  reichen  Sammlungen  vielfache  Belehrung,  die 
selbst  neben  dem  von  Murraj-  luid  der  Philological  Society 
Geboteneu  grossen  und  bleibenden  AVerth  hat  (das  Wort 
Lord  Brougham's  steht  z.  B.  nicht  im  New  E.  D.),  und 
besondere  Wichtigkeit  wird  haben  der  zweite,  grösste 
Theil  seines  Werkes,  mit  dem  er  niui  bald  diesem  natür- 
lich langsam  fortschreitenden  Unternehmen  voraugeeilt 
sein  wü-d,  und  die  dentsch-engliche  Hälfte;  denn  Miiret 
wird  uns  darauf  noch  miudestens  vier,  fünf  .Jahre  warten 
lassen,  und  so  lange  allerweuigstens  hat  Flügel  bei 
Weitem  nicht  seines  gleichen. 

Heidelberg.  Karl  D.  Bülbring. 

France,  Franceis  &  Franc  im  Rolandsliede.  Inaugural- 
Dissertation  von  J.  Th.  Hoefft.  Strassburg  i.  E. ,  1891. 
74  S.     gr.  8. 

Von  L.  Gautiers  Behauptung  (Eevne  des  questions 
historiques  VII,  84),  dass  France  im  Eolandslied  zwei 
verschiedene  Bedeutungen  vereinige,  eine  engere  (das 
eigentliche  Frankenreich:  Xeustrien  und  .\ustrasien)  und 
eine  weitere  (das  Reich  Karl  des  Grossen),  ausgehend,  unter- 
sucht der  Vf.  den  Gebrauch  des  AVortes  France  in  den 
älteren  Heldengedichten,  dann  im  Münchener  Brut,  Eollo, 
Klausner  von  Aloliens  nnd  kommt  zu  dem  Schluss.  France 
bedeute  jedesmal ,  wenn  damit  ein  bestimmter  Begritf 
verbunden  wird,  das  Herzogthum  Francien  uordlich  der 
Loire,  daneben,  im  älteren  und  weiteren  Sinne,  das 
Frankenreich  ohne  näher  zu  ziehende  Grenzen.  Dieses 
Ergebniss  berührt  sich  sehr  nahe  mit  Eajua's  Entscheidung 
derselben  Frage  (Origini  S.  368  f.),  der  eine  Stelle  des 
ü.  .Jahrs,  aus  dem  Mönch  von  St.  Gallen  fiii-  die  letztere 
Bedeutung  beibringt.  Der  A^'erfasser  sieht  sich  dadurch 
veranlasst,  den  Sprachgebrauch  des  AA'ortes  in  den  alten 
lat.  (Quellen,  die  bereits  von  A'alois ,  Lebeuf,  Digot, 
Guerard.  Bouiquelot.  Longnon,  deren  Ergebnisse  gesichtet 
werden,  untersucht  worden  sind,  festzustellen,  woraus 
sich  ergibt,  dass  im  6.  7.  8.  Jahi-h.  France  nm-  im 
Sinne  von  Austrasien  vorkommt ,  erst  am  Ende  des 
9.  Jahrh.  als  Bezeichnung  auch  für  einen  Theil  des 
gallischen  Gebiets  (nördlich  der  Seine  bis  an  den  Ehein) 
auftritt.  Hierauf  werden  weitere,  lateinische,  bisher 
nicht  benutzte  Quellen  herangezogen  und  auch  hier  er- 
giebt  sich  am  Ende,  dass  die  von  Gautier  aufgestellten 
zwei  Bedeutungen  (Xordfrankreich  bis  an  den  Ehein  und 
Reich  Karls  des  Grossen  bei  französischen  Schriftstellern 
nicht  gefunden  werden.  (A'gl.  noch  Francia  in  Ducange). 
Auf  Grund  dieses  Ergebnisses  geht  der  A'erfasser  zum 
zweiten  Theil    seiner  Untersuchung   über:    der   genauen 


Festsetzung  des  Gebrauchs  von  France  in  den  einzelnen 
Theilen  des  Eolandsliedes.  Die  Bestinnnung  en  France 
ad  Ais  (Aachen  als  Sitz  Karls),  die  nur  bis  vor  843  einen 
Sinn  hat,  findet  sich  nur  ausserhalb  der  Baligantepisode, 
die  also  auch  durch  diesen  Gesichtspunkt  als  späterer 
Zusatz  ausgeschieden  wird,  und  findet  sich  auch  sonst 
in  keinem  Heldengedicht,  ausser  im  Sachsenlied  und  der 
Zerstörung  Roms,  die  es  unmittelbar  aus  dem  Roland  sich 
geholt  haben  (Wilhelm  v.  Uranien  II.  784,  S.  93  unbe- 
stimmt). Daneben  kommt  Laon  2909  vor,  in  einer 
AA'iederholungsstrophe.  so  Ais  der  wiederholten  Strophe 
wiedergebend :  Paris  findet  sich  gar  nicht.  Es  wird  noch 
der  burc  de  saint  Denis  973,  Rencesvals.  femer  1428.9 
(von  St.  Michael  bis  Seinz,  von  Besancon  bis  AA'issant), 
endlich  Terre  maiur  besprochen.  Damit  gelangt  der 
A'erfasser  auf  das  Gebiet  der  höheren  Eolandskritik,  indem 
er  die  gewonnenen  Ergebnisse  mit  vollem  Recht  dazu  ver- 
wendet, im  Roland  ganz  alte  Theile,  die  vor  843,  andere 
die  später  sind,  aber  noch  vor  987  (Regierungsantritt 
Kapets)  liegen  müssen,  denen  sich  dann  noch  andere 
angefügt  haben,  anzunehmen.  Iiieser  Nachweis  niuss 
als  erbracht  angesehen  werden,  wenn  auch  nicht  alle  vou 
den  zahlreichen  vom  A'erfasser  angefochtenen  Strophen, 
da  hier  noch  andere  Gesichtspunkte  herangezogen  werden 
müssen ,  in  gleichem  Masse  preiszugeben  sind.  Den 
Schluss  bildet  die  Untersuchung  des  Gebrauchs  von  Franc 
und  Franceis  im  Roland,  die  aber  ergebnislos  verläuft, 
da  dieselben  unterschiedslos  gebraucht  werden. 

Indem  ich  ztun  Schlüsse  dieser  sorgfältigen  und 
scharfsinnigen  Arbeit,  die  unter  Gröbers  Leitung  ent- 
standen ist,  meine  volle  Anerkennung  ausspreche,  will 
ich  nm-  noch  auf  einen  Punkt  aufmerksam  machen, 
wo  ich  dem  \i.  nicht  zustimmen  kann.  S.  71  wird  nämlich 
franceis,  das  heutige  francais  vom  fr.  France  =  Francia 
-7-  ense  abgeleitet,  weil  francu  -\-  ensem  ebenso  ein 
franqueis  (I)  hätte  geben  müssen,  wie  clericu  —  ense  ein 
clerquois  (!).  Alle  drei  Punkte  sind  falsch  und  frauceis 
ist  =  'frauciscus ,  das  Körting  Lat.-rom.  AVtb.  nach 
Behi-ens-Mackel'  mit  Recht  aufgenommen  hat.  Da  aber  die 
beiden  letzteren  diese  Ableitung  bloss  aufgestellt,  aber  nicht 
bewiesen  haben,  so  werde  ich  diesen  Beweis  selbst  an 
einem  andern  Orte  liefern. 

Bonn.  AV.  Foerster. 

Les  plns  anciens  Chansonniers  francais  fXII«  siecle)  p. 
il'apres  tous  les  manuscrits  p.  Jules  -Brakelmann 
(fueilles  1—14).  Paris,  Bouillon  1STÜ-1S9I,  kl.  S.  III  u. 
224  S.  Text  und  4  S.  Inhaltsaiisrahe. 

Mit  stiller  AA'ehmuth  seh  Ich  die  vierzehn  Druck- 
bogen der  Brakelmannschen  kritischen  Ausgabe  eines 
Corpus  der  altfranzösischen  Lieder,  diesmal  mit  einer 
kurzen  A'orrede  versehen,  wiederum  vor  mir  liegen,  nnd 
so  hat  sich  denn  der  Nachfolger  des  seligen  A'ieweg  am  Ende 
doch  noch  bewogen,  das  einzige  was  überhaupt  zu  thun 
war,  auszuführen,  nämlich,  wie  ich  bereits  vor  mehr  als 
achtzehn  Jahren  gerathen,  die  fertigen  Druckbogen,  ohne 
Abschluss  und  ohne  Anmerktmgen  und  Einleitung,  heraus- 
zugeben. A'ieweg  hatte  mich  nämlich  damals  aufgefordert, 
die  Ausgabe  weiterzuführen  und  ich  hatte  mich  auch 
gern  bereit  erklärt',  die  hochwichtige  Arbeit  als  ein 
A'ermächtnis  des  verewigten,  hochbegabten  mid  mit 
eiserner  Arbeitskraft  versehenen  Fachgenossen  zu  über- 
nehmen. Jedermann  weiss,  dass  B.  jahrelang  für  diese 
Ausgabe  gesammelt,  auch  einzelne  A'orarbeiten  bereits 
veröffentlicht  hatte  und  endlich,    als    er    mit   der  Hand- 

'  S.  jetzt  Suchier  in  Gröbers  Grundr.  I,  624  Anm. 


235 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  7. 


23li 


gchriftenbestimmnng-  im  Reinen  zu  sein  (!:laubt-e ,  den 
Text  selbst  kritisch  ausarbeitete  und  den  Druck  bereits 
begonnen  hatte,  als  ihn  das  bedrohte  Vaterland  unter 
die  Fahnen  rief  und  er  bald  darauf  in  der  blutigen 
Feldschlacht  von  Mars-la-Tour  am  lt>.  August  '  1870  den 
Heldentod  für's  ^'atcrland  fand.  Xachdeui  ich  im  Herbst 
1872  die  gedruckten  einschlägigen  Arbeiten  desselben 
vorgenonnnen,  wartete  ich  vergebens  auf  das  Brackel- 
niannsche  handschriftliche  Material,-  das  mir  der  Verleger 
zu  liefern  versprochen  hatte.  Umsonst :  von  demselben 
war  keine  8pur  vorhanden.  Auch  alle  Schritte,  die  ich 
später  unternommen,  um  vom  Schicksal  desselben  etwas  zu 
erfahren,  waren  vergebens  —  die  ganze  Kiesenmasse  von 
Abschriften ,  Collationen  und  liaiulschriftliclien  Notizen 
des  Herausgebers  blieb  ohne  jede  Spur  verschollen. 

Die  sehr  anziehende  imd  recht  schwierige  Arbeit  ver- 
langt jetzt  einen  neuen  und  ganzen  ilann,  der  mit  Lust 
und  Liebe,  im  Besitz  der  nöthigeu  Jlittel  und  Vorkennt- 
nisse sich  daran  machen  muss,  das  weitzerstreute  Material 
zu  sammeln,  und  zu  venu'beiten.  Wird  er  sich  bald 
finden?  Bis  daliin  wird  man  das  Brackelmann'sche 
Torso  mit  Dankbarkeit  benutzen.  Es  enthält  den  kritischen 
Text  (ohne  Varia  Icctio)  von  Walter  vou  Epinal  (23 
Lieder),  Kristian  von  Troyes  (3),  Moritz  von  Creon  (1), 
Hugo  von  Oisy  (2)  Kuno  von  Bethune'  (11),  dem  Burg- 
herrn von  Couci  (H)-(-2;  er  liegt,  wie  bekannt,  jetzt  in 
einer  kritischen  Ausgabe  von  F.  Fath,  Heidelberg  1883 
vor),  Blondel  von  Neele  (24  +  1),  Richard  von  England 
(I.  n.  der  .\nfang  eines  zweiten).  Jedem  einzelnen 
Dichter  ist  eine  Notiz  vorausgeschickt,  in  der  sich  genaue 
Angaben  über  die  einzelnen  dem  betr.  Dichter  zuge- 
schriebenen Lieder  und  deren  bisherige  Ausgaben  finden. 
Bonn.   ■  W.  Foerster. 

Rlincksiek,  Fr.,  Zur  Entwicklungsgeschichte  des 
Realismus  im  französischen  Ronian  des  19.  Jahr- 
hunderts.    Marburg,  Elwcrt.  1891.  5G,  IV  S. 

Vdii  den  ziemlich  zahlreichen  Vertretern  des  „Realis- 
mus" in  der  heutigen  Romanliteratur  Frankreichs  be- 
liicksichtigt  der  Verf.  vorgenannter  Schrift  nur  vier, 
iiän\lich  Honore  de  Balzac,  Gustave  Flaubert, 
.\lphonse  Daudet  und  Emile  Zola.  Bei  seinem  vor- 
wiegend historischen  Standimnkt  hat  er  sein  Augenmerk 
besonders  auf  die  Losliisung  des  realistischen  Principes 
einerseits  von  der  Romantik,  anderseits  von  der  Ecole 
du  bon  sens  gerichtet.  In  Balzac  findet  er  mit  Recht 
einen  halben  Romantiker  uiul  sieht  erst  in  Flaubert  den 
eigentlichen  Begründer  des  Realismus,  obwohl  auch  dieser 
letztere  Autor  noch  hie  und  da  die  echt  romantische 
Vorliebe  fiir  „entlegene  Zeiten  und  Gegenden  und  sogar 
für  christliche  Legenden"  zeige.  Daudet  ist  nach  des 
Verf.'s  Jleiniuig  in  der  Wahl  und  Behandlung  seiner 
Stufte  nocli  weit  mehr  Realist  als  Flaubert,  zeige  aber 
durch  die  fortwährenden  Abschweifungen  von  dem  eigeut- 


'  Im  Arertissement  steht  merkwürdiger  Weise  le  16 
juillet  1870. 

■  Vgl.  Herrig's  Arcliiir  XLVI,  474:  „Das  Werk  war  auf 
drei  Bünde  bercclinet  .  .  .;  der  erste  Theil  ist  bereits  bis 
S.  208  gedruckt  (es  hat  sich  noch  ein  Bogen  mehr  vorge- 
funden]. Band  1  und  2  sind  im  Manuskripte  fortig  und  wie 
es  scheint,  liatte  der  Vt'rowigte  auch  für  den  dritten  Band  be- 
reits Alle«  vollstiindig'gcsammclt.  Uer  Verleger,  ein  Deutselier, 
ist  aus  Paris  vertrieben  worden,  ohne  die  Sorge  für  die  Manu- 
skripte weiter  tragen  nu  künnen,  welche  Brackelmanu  vor 
Hcincm'Abgange  /.umJRegimcnte  wühl  verpackt  hatte  [in  Paris] 
zurücklassen  müssen'". 

3  Kino  neue  kritische  Ausgabe  von  R.  Wallenskocld  wird 
eben  vom  Buchhändler  Welter  in  Paria  angekündigt. 


Uchen  Thema,  wie  wenig  seine  echt  dichterische  Phan- 
tasie sich  in  das  enge  Schema  der  treuen,  naturwahreu 
Wiedergabe  der  alltäglichen  Wirklichkeit  zu  finden  weiss. 
Zola  stünde  in  dem  Banne  vou  Balzac  und  Flaubert, 
von  dem  ersteren  sei  er  „in  der  Fülle  und  Vielseitigkeit 
des  Details  seiner  Schilderungen,  wie  in  der  Art  und 
Weise  der  Beobachtung  von  Hiarakteren  und  Vorgängen'*, 
vou  letzterem  _iu  der  Auftassung  der  Eigenthümlich- 
keiteu  der  Natur**  bceinflusst.  Getadelt  wird  an  seinen 
Romanen  die  Nichtbeobachtung  ästhetischer  Rücksichten 
und  der  sittlichen  Decenz,  der  Mangel  an  psychologischer 
Vertiefung  der  Charaktere,  das  Haften  an  äusseren 
Einzelheiteu,  demzufolge  die  Entseeluug  der  menschlichen 
Natur  und  die  künstliche  Belebung  der  leblosen  Um- 
gebung, endlich  das  Ausgehen  von  bestimmten,  aber  nicht 
innner  wissenschaftlich  begründeten  Ideen,  z.  B.  der  Ver- 
erbung der  Laster  und  Gebrechen  auf  die  konnnenden 
Generationen,  und  ein  Uebergewicht  der  Phantasie,  welche 
aus  dem  Zwange  des  realistischen  .Schemas  heraussirebe. 
l>ie  Darstellung  Zolas  ist  aber  an  sich  viel  zu  kurz, 
um  nur  in  der  Hauptsache  etwas  Neues  oder  Eigenartiges 
geben  zu  können,  zudem  leidet  sie  in  ihrer  Anordnung 
an  manchen  Gebrechen.  Kl.  musste  uns  einen  Ueberblick 
der  neueren  Naturforschung,  etwa  von  Lamarck  an, 
geben  und  insbesondere  bei  Zolas  Lehrer,  Cl.  Bernart, 
verweilen,  ausserdem  Zolas  kritische  Schriften  genauer 
würdigen.  Nur  so  wäre  uns  die  ganze  Entwicklung  der 
epochemachenden  Scliriftstellerei  dieses  Realisten  par 
excellence  verständlich  geworden.  Auch  Alph.  Daudet 
verlangte  eine  umfassendere  Darstellung:  für  Balzac  und 
Flaubert,  die  in  der  Hauptsache  sdion  zu  den  literarisch 
Todten  gehören,  mag  das  (iesagte  ungefähr  ausreichen, 
wenngleich  es  über  allgemein  Bekanntes  nicht  iiinaus- 
geht.  Zola  aber  musste  nach  den  viel  eii\gelienderen 
Darstellungen  von  Brandes,  ten  Brink  u.  A.  nicht  so 
sunnnarisch  abgefertigt  werden.  I>ie  Schrift  ist  übrigens 
klar,  anziehend  und  leicht  verständlich  und  kann  dem 
.Anfänger  als  zweckentsprechende  Einführung  in  das 
Studium  des  heutigen  französischen  Roiiiancs  dienen,  was 
Wohl  des  Verfassers  Absicht  war. 

Dresden.-  R.  Mahrenholtz. 

Witthöft,  Friedrich,  „Sirventes  .joglaresc",  ein  Blick 
auf   das   altfranzösische   Spiolmannslebcn.      (Ausgaben    und 
Abhiindlungcn  aus  dem  Gebiete  der  rem.  Philo!,  cd.  Stengel 
I-XXXVIII.)     Marburg,  Elwcrt.  1891.     73  S.     8.     M.  2.40. 
Es  sei  vorweg  bemerkt,  dass  Herr  Prof.  Toblcr  zu 
vorliegender  .Arbeit    in  irgend  einer  näheren  Beziehung 
gestanden  haben  muss,  welche  natürlich  den  Wertli  der- 
selben   nicht   luibedeutend  erhöht  hat;    freilich  wird  die 
.Art    dieser    Beziehung   vom   Verfasser   nicht   näher    ge- 
kennzeichnet.   Der  Fleiss  des  letzteren  ist  unverkennbar, 
doch    entspricht    das   Ergebniss    nicht    recht    der   aufge- 
wendeten Mühe.    Der  (irund  hiervon  liegt  in  dem  l'roble- 
matischeu  des  Themas  an  sich  und  in  der  Schwierigkeit 
der  dargebotenen  Texte,  die  auch  einem  geübten  Proven- 
zalisteu  zu  schaflfen  machen  dürften. 

In  Abschnitt  I — II  gelangt  W.  zu  der  Meinung, 
das  Sineiitcs  Jor/Iarcsc  wäre  ein  im  Interesse  eines 
1  .loglars  verfasstes  (Tcdidit.  Die  Jogiars  gingen  berühmte 
Tiol)adors  um  Lieder  an;  diese  willfalirteu  auch  und 
enipfalilen  sie  reichen  Gönnern,  wenn  sich  aber  die 
Gesuche  wiederholten,  so  begegnete  es  nicht  selten,  dass 
sie  die  Schwächen  des  .Toglars  selbst  zum  Gegenstande 
des  begehrten  Gedichtes  machten.  Diese  beiden  Arten 
von  Liedern  fasst  W.  unter  Sircentes  joylaresc  zusammen 


2:}  7 


1891.     Literaturblatt  für  erermanische  und  romanische  Pliiloloffie.     Nr.  7. 


238 


und  schliesst  ihnen  anhangsweise  diejenigen  an,  welche  I 
sich  gegen  den  ganzen  Spielmannsstand  ricliten.  In 
Abschu.  III  werden  ßefratlitungeu  angestellt  über  das 
Siiielniannsleben,  die  an  sieli  ganz  richtig  sind,  deren 
Bereditiguug  aber  au  dieser  Stelle,  ebenso  wie  die  der 
Texte  selbst,  nur  davon  abhängt,  ob  die  vorher  gegebene 
Detinitiou  von  Sirventes  jo<jlaresc  zutreffend  ist.  In 
Abschn.  IV  gibt  W.  Analj'sen  bez.  Uebersetzungen  der 
Gedichte.  Absclui.  Y  bringt  biographische  und  historische 
Anmerkungen  und  endlich  die  Lieder  selbst,  zusammen 
27  an  der  Zahl. 

Was  nun  die  Erklärung  von  Sirvenfes  jotjlaresc 
betrifft,  welcher  Ausdjuck,  begleitet  von  einer  Erläute- 
rung, sich  nur  dreimal  findet,  und  zwar  in  den  Bio- 
graphien von  F.  de  Eomans,  Ogier  und  P.  Guillem  de 
Tolosa,  so  steht  nach  der  Meinung  des  Eef.  der  Deutung 
von  W.  hindernd  im  Wege  einmal  der  Umstand,  dass, 
wie  er  selbst  (S.  7)  erkennt,  von  keinem  der  erwähnten 
Trobadors  derartige  Sirventesen  erhalten  sind,  imd  ferner, 
dass  man  sich  nicht  vorstellen  kann,  wie  Ogier  und 
F.  de  Romans,  welche  beide  joglars  genauut  werden 
(Ogier  war  es  sicherlich  und  blieb  es  auch  wahrschein- 
lich), solche  Gedichte  hätten  verfassen  können.  Pass 
übrigens  diese  s.j.  von  dem  Joglar  selbst,  welcher  darin 
verspottet  war,  dankbar  angenommen  und  zu  fremdem 
Ergötzen  von  ihm  selbst  vorgetragen  wurden  (S.  ö),  ist 
kaum  glaublich,  viel  näher  liegt  doch  die  Annahme,  dass 
die  Trobadors  sie  zur  Unterhaltung  der  Gesellschaft  ver- 
wertheten,  und.  wenn  das  der  Fall,  dann  waren  sie 
eigentlich  nicht  mehr  für  den  .Joglar  bestimmt.  —  Sollte 
man  nicht  vielleicht  von  den  Worten  der  Biographie  des 
P.  Guillem  de  Tolosa  ausgehen:  e  fez  sirventes  joffla- 
reSc[s]  e  de  hlasmar  los  haros  (S.  1)?  Das  e  ist  sinn- 
los, was  W.  hätte  erwähnen  sollen,  es  ist  aber  nicht 
wahrscheinlich,  dass  vorher  etwas  ausgefallen  ist,  luid 
das  e  wird  daher  zu  streichen  sein.  Im  s.  j.  wurden 
also  die  Barone  getadelt  d.  h.  geschmäht.  Von  den 
zwei  erhaltenen  Liedern  des  P.  Guillem  de  Tolosa  ist 
345,  2,  nach  W.,  ein  Sirventes;  dasselbe  ist  unedirt, 
der  Inhalt  scheint  aber  W.  bekannt  zu  sein:  warum 
hat  er  es  nicht  abgedi-uckf?  Aus  dem  Bruchstücke  bei 
Eaynouard  ist  nicht  zu  erkennen,  welcher  Art  das 
Sirventes  ist.  Es  stimmt  aber  zu  der  obigen  Erklärung 
ein  Sirventes  von  Augier  37,  3  (MG.  577),  wo  die  /?«(' 
ric  luid  im  Besonderen  auch  die  Barone  (Str.  2)  ge- 
schmäht werden;  ebenso  richtet  sich  205,  6  (Guillem 
Augier  wahrscheinlich  identisch  mit  Augier  [Novella]) 
gegen  die  geizigen  Reichen  und  in  Str.  2  gegen  die 
mahiitz  baros  recrezem  (Stengel,  Chigiana  Nr.  176). 
Dieses  Schmähen  der  Barone,  welche  nicht  freigebig 
genug  schienen,  war  vermuthlich  charakteristisch  für 
die  Spielleute,  daher  solche  Sirventesen  joglaresc  = 
nach  Spielmanns  Art  (Diez)  genannt  wurden.  Die  Er- 
klärungen in  den  Biographien  von  Ogier  und  Folquet 
de  Romans:  s.  j.  [en]  que  laiisava'  Is  uns  e  blasmavn 
los  untres  und  s.j.  de  lauzar  los  pros  e  hlasmar  los 
malratz  passen  freilich  nicht  recht  dazu,  obgleich  in 
37,  3  der  Markgraf  von  Monferrat  und  Eainion  Bereugar 
dem  Kaiser  Friederich  gegenüber  gestellt  und  in  205,  6 
auch  die  pros  erwähnt  weideu.  Doch  ist  es  nicht  un- 
wahrscheinlich, dass  die  beiden  letzten  formelhaften 
Definitionen  eine  abgelenkte,  sich  mit  dem  Namen  nicht 
melir  ganz  deckende  Auffassung  darstellen.  Die  ur- 
sprüngliche Bedeutung  von  sirventes  joglaresc  wäre  also 
Schmähgedicht   gewesen,    wie   es    eben   ein   Joglar   ver- 


fasste,  der  sich  von  den  Baronen  niclit  genügend  belohnt 
glaubte  und  darin  seinem  Aerger  Luft  machte  (vgl.  Biogr. 
des  P.  G.  de  Tolosa). 

Bei  den  Texten  sind  fast  alle  in  Frage  kommenden 
Handschriften  zu  Rathe  gezogen  worden,  und  das  Ver- 
fahren ist  als  ein  im  Allgemeinen  richtiges  und  sorg- 
fältiges zu  bezeichnen.  Im  Einzelnen  sei  Folgendes 
bemerkt:  1,  57  übersetzt  W.  paniers  mit  Possen;  es 
gehört  doch  offenbar  zu  panar  und  bedeutet  „Stehlerei"'; 
Z.  65  fehlt  ein  Semicolon  nach  sohriers.  —  Zu  Nr.  2 
musste  angegeben  werden,  dass  das  Gedicht  auch  bei 
de  Lollis,  II  canzoniere  provenzale  0  p.  104  abgedi-uckt 
ist;  mit  Elias  Perbost  in  2,  7  (vgl.  Anra.  1)  ist  ver- 
nuithlich  der  prebost  von  Limoges  geraeint,  welcher, 
ebenso  wie  Elias  Rudel  de  Bergerac  in  der  Biographie 
des  Savaric  de  Mauleon  (MB-  44)  genannt  wird  und 
mit  dem  der  letztere  eine  Tenzone  (384,  1)  wechselt, 
vgl,  Chabaneau,  vies  d.  troub,  unter  „Limoges",  — 
3,  14  neu  friar  ja  pel  ni  os  war  correcter  zu  über- 
setzen mit  „sondere  nimmer  aus  Haut  noch  Knochen 
(um  sie  liegen  zu  lassen)".  —  4,  4  setze  Komma  nach 
casti  anstatt  des  Semicolons  und  gleichfalls  Komma  nach 
dan  in  Z.  6;  28  fehlt  en  hinter  s'ieu,  s.  B.  de  Born 
ed.  Stinnning  S.  158.  —  5,  12  as'lata  heisst  „Woh- 
nung"', nfrz.  assiette,  s.  Andresen  in  Zs.  f.  rom.  Pliil. 
XIV,  214;  14  lata  bedeutet  nicht  Grenze,  sondern 
„Latte",  s.  Zs.  XIV,  214;  18  el  bezieht  sich  gewiss 
auf  Archimbaud  (S.  17);  22  i&t  zw  %c\\reS}ot\i  n'Atempra, 
s.  Zs.  XV,  234 — 5;  bei  saJins  in  Z.  25  war  auf  die 
Erklärung  von  Werth  in  Zs.  XII,  265  zu  verweisen.  — 
6,  7  weiss  W.  niclit  eoralha  zu  übersetzen  (S.  17);  es 
bedeutet  „Abfall,  Kehricht"',  s.  Andresen  in  Zs.  XIV, 
214;  12  die  Deutung  von  Thomas  war  als  die  beste 
anzunehmen  (S.  17)  mid  also  zu  schreiben:  porc,  com 
regarda,  milhargos:  16  1.  vers  (Zs.  XIV,  215):  18 
eoralha  ist  doch  unbedenklich  mit  „Beherztheit"  wieder- 
zugeben ;  42  begegnet  Eaimou  de  Planel.  Einen  solchen 
vermag  W.  erst  z.  J.  1243  nachzuweisen.  Es  sei  be- 
merkt, dass  in  der  Tenzone  zwischen  Rufian  und  Izarn 
(Ms.  954)  im  Geleite  ein  trefflicher  R(aiinon)  del  Plan 
als  Schiedsrichter  angerufen  wird.  —  8,  9  aras,  cant 
res  no  vo'n  par  (S.  19)  bedeutet  doch  wohl:  „jetzt,  da 
nichts  davon  an  Euch  erscheint  d.  h.  da  ihr  nichts  mehr 
davon  (übrig)  habt".  —  Zu  Nr.  IC  gibt  W.  eine  bio- 
graphische Skizze  von  Gausbert  de  Pueicibot,  in  welcher 
es  heisst,  dass  Savaric  de  Mauleon  sich  in  Urkunden  nur 
bis  zum  Jahre  1226  verfolgen  kisse;  es  ist  dies  aber 
bis  zum  Jahre  1230  möglieh,  ä.  Zs.  f.  rom.  Phil,  VII, 
210  Anm.  7.  —  10,  2  dechatz  wird  von  W.  mit  „ihr 
redet"  übersetzt,  es  bedeutet  aber  wahrscheinlich  „mit 
Fehlern  behaftet",  s.  decs  =  Vitium  bei  Uc  Faidit,  und 
daher  wird  auch  fatz  ein  Participium  sein;  10  Komma 
nach  lauzars;  11  Komma  statt  des  Semicolons  nach 
fulJieiars;  12  Komma  nach  notz  und  Semicolon  statt 
des  Kommas  nach  guazanha:  dementsprechend  ist  die 
ganze  Stelle  zu  übersetzen  (S.  20);  31  —  2  ist  missver- 
standen (S.  20—1),  denn  es  heisst:  dir  wird  er  unfehl- 
bar geben,  weil  du  von  geringem  Handel  (Aufwand) 
bist,  d,  h.  nicht  viel  beanspruchst;  41 — 3  sind  gleich- 
falls nicht  klar;  in  42  ist  hinter  ops  ein  Semicolon  zu 
setzen  und  für  den  Rest  der  Zeile  die  Lesart  von  Hs, 
A  aufzunehmen;  Z,  41  ist  S.  21  unrichtig  wiedergegeben, 
es  nuiss  heissen :  und  wenn  Jemand  von  ihnen  dir  Kummer 
verursacht,  11,  17  Komma  nach  dicx-,   34  enicx  ist 

wohl   mit    „wild"'    zu   übersetzen   und   qiie  traisses  ais 


239 


1891.     Literaturblatt  fQr  germanische  und  rumänische  Philologie.     Nr.  7. 


24  n 


enemics  in  Z.  35  gewiss  mit  „der  auf  die  Feinde  seliösse^ 
(S.  21).  —  Bei  Xr.  13  hat  W.  auf  eine  kritische  Her- 
stellunir  lies  Textes  verziditet,  und,  wie  es  scheint,  prar 
nicht  g-ewusst,  dass  dieselbe  schon  von  .\ppel.  Inedita 
S.  3üö  vnrsenonimen  war:  Z.  39  steht  }ierdi(tz  und 
S.  25  wird  „Ueiienkte"  übersetzt;  es  ist  mit  R  peiuhUz 
zu  lesen.  —  Xr.  12  und  14 — 21  sind  alle  kürzlich  von 
Appel  in  der  Revue  des  langues  XXXIV,  13  f(.  heraus- 
gegeben worden;  mancherlei  ist  darnach  zu  verbessern. 
Warum  jmstor  in  14,  18  .jLaft'en"*  heissen  soll  (S.  25), 
ist  unerfindlich.  —  17,  10  hat  eine  Silbe  zu  viel,  lies 
mit  .\ppcl  (Vesperos;  hinter  enoiox  der  voi-hergehenden 
Zeile  muss  ein  Komma  stehen  und  daher  muss  die  Ueber- 
setzung  auf  S.  27  anders  lauten.  In  allen  diesen  Dich- 
tungen von  Oarin  d'Apchier  und  Torcafol  bleibt  noch 
Vieles  dunkel.  —  ,.Reims''  für  „Reime"'  auf  S.  66  ist 
doch  wohl  nur  ein  Druckfehler.  —  I.  26.  Dass  es  einen 
Markgrafen  von  Encantarello  oder  Caiitarello  gegeben 
habe,  ist  mir  iiunnielir  uuwahrsclieiiilicli,  vielmelir  glaube 
ich,  dass  unter  dem  iiianjttcs  wieder  der  in  der  vorauf- 
geheuden  Strophe  genannte  Jlarkgraf  von  Saluzzo  zu 
verstehen  ist;  es  wäre  möglich,  nach  marr/iies  ein  Komma 
oder  ein  Colon  zu  setzen  und  de  Ccinfarel  zu  Nichoht 
zu  ziehen,  denn  dass  Cantarelln  oder  Encantarello  ein 
Ort  gewesen  sei,  ist  immerhin  anzunehmen.  Zwar  wird 
uns  anderweitig  Turin  als  die  Ileimatli  Xicolets  ange- 
geben, aber  der  letztere  könnte  auch  nach  dieser  ge- 
naueren Angabe  aus  einem  Flecken  in  der  Xälie  Turins 
stammen:  frellicli  vermag  ich  denselben  vorläufig  niclit 
zu  recognosciren.  El  trufurcl  kann  dem  Zusammen- 
hange nach  kein  X.  Plur.  sondern  nur  Acc.  Sing,  sein, 
also  ist  ein  nicht  näher  bezeidnieter  Taugenichts  ge- 
meint, oder  der  eben  erwähnte  tirudor  de  Lusenia. 
Z.  32-  37  sind  falsch  aufgefasst  worden:  e'l  tropel  ist 
Hyperbaton  und  steht  parallel  zu  l'estol;  donan  ist  zu 
trennen  in  don  rin,  das  Ganze  dementsprechend  zu  iiiter- 
pungiren  und  zu  übersetzen:  Xun  werdet  ihr  den  Zug 
und  die  Schar  nacli  Jlalespina  konnnen  sehen,  von  dem 
sie  Haut  und  Fleisch  uelimen  d.  li.  das  sie  ganz  und 
gar  aussaugen,  tind  je  schlimmer  sie  ihnen  (den  Be- 
wohnern) mitspielen,  um  so  weniger  Mitleid  haben  sie 
mit  ihnen  d.  h.  je  toller,  desto  besser  nacli  ihrer  Mei- 
nung: vergl.  Zs.  f.  rem.  Phil.  VII,  194  und  streiche 
Anm.  28  auf  S.  38.  —  III,  5.  Die  Erklärung  dieses 
Verses  in  Zs.  VII,  195  Anm.  1  scheint  AV.  übersehen 
zu  haben;  darnach  war  zu  sclireiben.  —  S.  73  Anm.  73 
ist  für  q'autr'a  en  si,  das  keinen  Sinn  gibt,  vermuthlich 
zu  lesen  rje  frai  (tra)  en  si. 

Aitenburg.  0.  Schultz. 

Meyer,  G.,  Etymologisches  Wörterbuch  der  alba- 
nesischen  Sprache.  Stiasaburg,  Trübner.  ISIll.  XlIF, 
b-M  S.  8.     M.  12. 

Ein  albanesisches  etymologisches  Wörterbuch  darf 
das  Interesse  des  Germanisten  wie  des  Romanisten  be- 
anspruchen: jener  findet  zu  manchem  bisher  vereinzelt 
stellenden  Worte  eine  .Anknüpfung,  dieser  wird  an  einer 
Spraclie,  die  melir  als  ein  Drittel  ilncs  Wortscliatzes 
dem  Latciniscli-Konianisclien  entnommen  hat,  nidit  vorbei- 
gehen wollen,  ganz  abgeseiien  von  den  engiMi  lieziehungen, 
die  das  Albanesische  mit  dem  Runiänisdien  verbinden. 
Die  Aufgabe  zu  einem  solchen  Werke  war  aber,  auch 
nach  Miklosich  und  Sdiuihardt,  überaus  sdiwierig:  mit 
alti'm  Krligut  iiat  sicli  aussei-  dem  Lateinisdi-I\(imaiiischen 
noch  Türkisches,  Slavisdies,  (rriechisdies  gemisdit,  so 
zwar,  dass  (s.  8.  IX)  auf  jenes  nur  etwa  4U0  von  über 


5000  Schlagwörtern  fallen.  So  sind  also  sehr  vielseitige 
sprachliche  Kenntnisse  nöthig,  auf  Gebieten,  wo  es  mit 
den  lexikalischen  Hilfsmitteln  mehr  als  sdilinnu  steht, 
und  manche  der  Cduibinationen  bleiben  unsicher,  weil 
uns  jede  älteren  Sprachdenkmäler  felilen.  Vergleicht 
man  das  vorliegende  Werk  mit  den  wenigen  Vorarbeiten, 
so  weist  es  einen  ganz  eminenten  Fortschritt  auf;  Vieles, 
was  bisher  nicht  oder  falsch  gedeutet  war,  empfängt 
eine  befriedigende  Erklärung,  die  Lautgesetze  sind  schärfer 
erkannt  und  dem  entsprechend  die  Etymologien  gesicherter; 
für  weitere  Arbeit  ist  eine  feste  Grundlage  gegeben,  so 
dass  man  für  albanesische  Etymologie  jetzt  besser  be- 
ratlien  ist  als  für  lateinische  oder  italienische. 

Da  es  sehr  oft  von  Zufälligkeiten,  von  der  augen- 
blicklichen Beschäftigung  abhängt,  ob  man  für  ein  nicht 
oder  nicht  sicher  erklärtes  Wort  etwas  zu  bringen  weiss, 
so  können  so  kurze  Zeit  nach  Erscheinen  des  wichtigen 
Werkes  die  Xaditräge.  die  mir,  der  ich  ohnehin  nnr  im 
Romanischen  etwas  zu  Hause  bin,  eingefallen  sind,  nicht 
wesentlicher  .\rt  sein  und  sollen  mehr  dazu  dienen,  ein- 
zelne Fragen  und  Probleme  im  Fluss  zu  halten. 

haigi  Kuh-  imd  Pferdemist  aus  hngd't,  bul'tijf. 
Auch  romanische  Wörter  klingen  an  "hof/ida,  *ha(jola 
an:  pav.  hafiol  PI.  „imbratto  di  sterco  nel  pelo  degli 
animali",  bei  dem  man  allenfalls  an  larula  denken 
könnte,  dagegen  ist  für  regg.  hegra  schlammige  Erde 
diese  Herleitung  ausgeschlossen,  und  auch  mirandolesisch 
bagula,  das  mit  zarchera  erklärt  wird,  entfernt  sich 
in  der  Bedeutung  zu  sehr  von  lat.  *l)aciila.  —  Berom 
unfruchtbar  von  Menschen  und  Thiereu.  Die  Bedeutung 
stinnut  auftällig  zu  afr.  haraiyne,  doch  stellt  dieses  auch 
ganz  vereinzelt  und  ist  etymologisch  dunkel.  —  Bibf 
Trutheiiue,  .junger  Wasservogel.  Die  von  Stier  ver- 
glichenen Kiebitz  bedeutenden  Wörter  sind  wohl  fern 
zu  halten,  dagegen  wäre  an  ein  in  deutschen  Mundarten 
gebräuchliches  ..Bibi"  Lockruf  und  Kosewort  für  Hühner 
zu  erinnern.  —  Bist  Schwanz,  Krauenzopf.  Ist  die  erste 
Bedeutung  die  ursprüngliche,  so  weiss  ich  auch  keine 
Anknüpfung;  darf  man  von  der  zweiten  ausgehen,  so 
vergleicht  sich  prov.  tirol.  hlesta  touffe  de  cheveux,  vgl. 
hlcsta  bei  Du  Cange,  Grundform  hl[Ma  oder  hlesta,  also 
alb.  hl  über  hl  zu  bj  wie  fl  zu  fj,  dann  je  zu  i.  — 
fasM  fast,  in  der  Bedeutung  völlig  zu  kalabr.  faccii, 
span.  hazca  =  fac[e]ijii(i  stimniend.  und  da  das  alb. 
Wort  auf  Kalabrien  beschränkt  und  auf  alle  Fälle  Lehn- 
wort ist,  möchte  iiiaii  es  gerne  damit  vereinigen,  aber 
wie?  —  gardump  gefüllte  Därme  ngr.  yra/dov/iia  Kalbs- 
gekröse. Ist  sicher  romanisch  caldiiiiieii,  Ableitung  von 
caldiis,  die  zunächst  die  noch  dampfenden  Eiiigewoide 
fiiscli  geschlachteter  Thiere  bezeichnet;  romanische  For- 
men, die  sich  leicht  vermehren  Hessen,  bei  Mussafia,  Bei- 
trag zur  Kunde  iiordital.  Mundarten  S.  40.  —  Gurmds 
Kehle  weist  mit  rum.  »iigntiiid  auf  ein  gniniiis,  griinia 
Kehle,  mit  denen  mau  frz.  gourmer,  goiiniiaiid,  die  bis 
jetzt  ebenfalls  ohne  Anknüpfung  sind,  vergleichen  möchte. 
—  iSici  Waldufergebüscli,  ital.  ischio.  Xicht  eher 
iscliia  =  iinttda'^  —  karaif  Weg.  Xälier  als  kalabr. 
carriare  liegt  für  Form  und  Bedeutung  vulglat.  ijundraria 
(frz.  C(irri^re),  mit  dem  sich  z.  Th.  ctin-iis  vermischt 
hat,  daher  ital.  carraju,  das  in  Süditalien  Jcarrara 
lauten  muss.  —  ktrköit  aus  cireare  „mit  befretndlicheni 
k'  statt  Ä;".  Xicht  befremdlicher  als  siz.  kirkari,  frz. 
chrrrhcr  u.  s.  w.,  d.  h.  aus  Assimilation  an  das  zweite 
k  zu  erklären.  kikire    kann    kaum    direct    auf  rirer 

beruhen,    da    das   zweite  k    doch    ebenfalls   zu  k'    hätte 


Ml 


1891.     Liternturblatt  für  germanische  uncl  romanisclie  l'liilologle.    Nr.  1. 


242 


werden  sollen  und  die  Erbaltun;;-  des  /  iiidit  durdi  das 
mit  ricfr  nicht  zusamnieiigehüri-nde  chiche  (vgl.  über 
dieses  lat.  Ntr.  (i2)  gestützt  werden  kann.  —  Idinh 
lianniaterial.  .Sollte  uiclit  statt  des  auch  vereinzelt 
stehenden  serb.  la)ida  eher  litauisch  leufü  Brett  in 
üetracht  kommen?  —  l'itrar  Vielfrass,  kalabr.  litraru: 
faiinulloiie,  jngro,  ozioso.  Das  kalabr.  Wort  wird  lette- 
riiriiin  sein,  die  Bedeutungrsentwicklung  ist  unter  einer 
hauptsächlich  küriierliclie  Arbeit  betreibenden  Bevölkerung" 
durcliaus  natürlich.  —  Mhiaiii  sog-leicli  aus  mbi  und 
ital.  affo.  Das  Wort  ist  ant  kal.-alb.  beschränkt,  kann 
also  sehr  wohl  ganz  italienisch  sein,  vgl.  t'iatx  bei  Mau- 
dalari,  Canti  del  popolo  reggino  337,  und  sonst  weit 
verbreitet  im  Süden.  —  Zu  spagöi'i  in  der  Bedeutung 
rächen  kann  noch  auf  südital.  pavare  rächen  verwiesen 
werden.  —  pidk'ir  Daumen;  näher  als  die  westroma- 
nischen Formen  liegt  pol/icaru  in  der  aus  Süditalien 
stammenden  Uebersetzung  der  Mascalzia  von  Rusio.  — 
Zu  j)«/).'?'?  Flaumfeder  ist  wohl  pav.  pupla  mo<:zocclüo 
zu  halten.  —  Soc/ar  Schurke  hat  mit  venez.  sogiave 
nichts  zu  thun.  da  dieses  =  frz.  souiller  g-ewissermassen 
*siilliare  =  suiUare  darstellt.  —  Ster :  atriuin  =  siz. 
steri :  allergo.  Das  siz.  Wort  ist  hosp/t-ariidii.  — 
setia  „Haare".  Ist  die  Uebersetzung  ganz  sicher?  Auch 
dann  darf  man  wohl  an  ital.  seccin  Stoppel  denken.  — 
sikoü  nach  etwas  sehen  ^=  sedicare,  beruhigen,  pflegen, 
sehen.  Einfacher  für  die  Bedeutung  scheint  mir  sequi, 
zu  dem  ja  auch  deutsches  sehen  gehört.  —  trokoi'i  ver- 
nichten wird  mit  nordital.  Wörtern  zusammengestellt, 
die  aber  alle  n  haben:  besser  passt  wohl  torlvre,  wie 
ital.  torcliiare  in  sttditalien.  Mundarten  lauten  rauss.  — 
tr}q)i  Sturm,  neap.  trohheya.  Das  neap.  Wort  stammt 
erst  wieder  ans  gr.  toonnia.  —  trüp  steige  liei'ab.  Wenn 
die  Formen  mit  5:  strüp,  zdrilp  die  ursprünglichen  sind, 
so  möchte  ich  an  ein  zunächst  herabstürzen  bedeutendes 
disnipare  denken,  vgl.  span.  derruhiar,  afr.  deniUc, 
sr  zu  sdr  ist  süditalienisch.  —  vert:  popuJus  albus, 
ohne  Deutung.  Doch  wohl,  trotz  der  Verschiedenheit 
der  Bedeutung,  zu  kelt.  revna  frz.  verne  in  Beziehung 
stehend.  —  tal  F.  Strunk  des  Maiskolbens,  aus  lat.  talla 
Zwiebelhülse.  Die  Bedeutung  stimmt  wenig,  und  talla 
müsste  wohl  tah  lauten.  Trotz  des  weiblichen  Geschlechts 
möchte  ich  ital.  tallo  Pfropfreis,  Ableger  vorziehen. 

Von  besonderer  Wichtigkeit  ist  nun  aber  vor  Allem 
Meyers  Wörterbuch,  wenn  einmal  die  Geschichte  des 
lateinischen  Wortschatzes  a-uf  Grund  des  durch  mündliche 
Tradition  bis  heute  erhaltenen  Materials  geschrieben  und 
Hand  in  Hand  damit  dem  lateinischen  Lexikon  das  in 
der  Literatursprache  nicht  überlieferte  Gut  zurückgegeben 
werden  soll.  Bekanntlich  stellt  das  lateinische  Element 
des  Albanesischen  ein  sehr  hohes  Alter  des  Vulgärlatein 
dar,  und  so  wird  es  nicht  übeiraschen,  wenn  wir  hier 
manches,  uns  sonst  im  Eomanischen  nicht  erhaltene  Wort 
finden.  Trotzdem  oder  gerade  deshalb  aber  bezweifle 
ich  sehr,  dass  wir  nur  aus  dem  Albanesischen  lateinische 
Formen,  die  uns  nicht  auch  durch  die  andern  romanischen 
Sprachen  best  tigt  werden,  erschliessen  dürfen,  und  ich 
bezweifle  das  schon  darum,  weil  doch  die  Erforschung 
des  Albanesischen  auch  jetzt  noch  keineswegs  so  weit 
abgeschlossen  ist,  dass  man  nicht  auch  grosse  Fehl- 
schlüsse begehen  könnte.  In  diesem  Punkte  wird  voraus- 
sichtlich, das  Alb.  Wb.  noch  am  meisten  Umgestaltungen 
erleiden.  Dass  z.  B.  lak  Schlinge  von  laqueus  stamme, 
wird  .Jeder  gerne  glauben,  aber  mit  der  Bemerkung: 
,.das  Alb.    setzt    ein    lat.  laquus  voraus"    ist   nicht   ge- 


holfen. Alle  rom.  Sprachen  besitzen  laqueus  und  zwar 
meines  Wissens  nur  in  Formen,  die  direct  aus  laqueus 
entstanden  sind;  ferner,  nach  welcher  Analogie  hätte  im 
Lateinischen  laquus  aus  laqueus  entstehen  können? 
Alb.  Iah  PI.  lek'  wii-d  an  Stelle  von  lak',  lek'  stehen 
nach  dem  Muster  iiiik :  mik'  u.  s.  w.  Ebenso  wird  es 
sich  mit  selk  verhalten,  wofür  Mej'er  salicum  voraus- 
setzt. —  Die  verlockende  Verknüpfung  von  alb.  9ihse 
Schwiegertochter  mit  indog.  snusd  muss  des  s  wegen 
(man  erwartet  s)  aufgegeben  werden,  Mej'er  denkt  jetzt 
an  nuptia  im  Sinne  von  nupta  und  fügt  hinzu:  die  Ver- 
wechslung: von  nupta  Neuvermählte  und  nuptiae  Hoch- 
zeit liegt  in  entgegengesetzter  Bichtung  im  Sard.  und 
Rum.  vor.  Keineswegs:  sard.  iiuntas  ist  der  lantgesetz- 
liche  Vertreter  von  nufujptias,  vgl.  Rom.  Gramm.  I  §  509 
und  rum.  uuntä  erst  eine  secundäre  Form  von  ähnlichem 
Ursprung  wie  alb.  lak.  Auch  mit  einem  „totus  statt 
fötus",  wo  doch  die  rom.  Sprachen  nur  totus  oder  tgttus 
kennen,  ist  keine  Erklärung  gegeben.  Alb.  tirt  unver- 
sehrt wird  aus  *totanus  hergeleitet  und  certain  ver- 
glichen. Aber  certain  schliesst  sich,  wie  alle  diese 
Bildungen,  nicht  direct  an  certus,  sondern  an  ein  Adv. 
certa  an,  wie  span.  cercaiia  an  cerca,  wie  prochain 
an  prope  u.  s.  w.:  aus  früher  Zeit  wüsste  ich  keine 
Erweiterung  eines  pronominalen  Adjectivs  durch  -onus 
zu  nennen.  Und  so  wären  der  Zweifel  noch  viele  zu 
erheben,  Zweifel,  die  aber  zugleich  zeigen  würden,  wie 
anregend  das  Buch  ist  namentlich  auch  fiü-  die  spätere 
lateinische  Wortgeschichte. 

Wien.  W.  Meyer-Lttbke. 

Holder,  Alfred,  Alt-Celtlscher  Sprachschatz.  Erste 
Lieferung.     Leipzig,  Teubner.   1S91.  2.16  Sp. 

Die  Lieferung  bildet  den  Anfang  eines  überaus  er- 
wünschten Werkes,  einer  vollständigen,  alphabetisch  ge- 
ordneten Sannnlung  alles  dessen,  was  von  den  keltischen 
Sprachen  aus  der  Zeit  vor  der  irisch-brittischen  Literatur 
erhalten  ist.  In  langjähriger  Arbeit  hat  der  Verf.  In- 
schriften und  Münzen,  antike  Autoren  und  Heiligen- 
leben etc.  mit  der  an  ihm  gewohnten  Genauigkeit  durch- 
gangen und  alle  altkeltischen  Ueberreste  daraus  zu- 
sammengetragen. Die  einzelnen  Wörter  werden  mit 
sämmtlichen  Belegstellen  aufgeführt.  Solche  Stoffsamm- 
sammlungen erfordern  von  dem  Bearbeiter  viel  Entsagung 
und  Ausdauer  —  schon  wegen  der  Mengendes  oft  ohne 
Ertrag  durchzuarbeitenden  Materials  — .  sind  aber  stets 
für  die  Wissenschaft  von  eminentem  Nutzen.  So  wird 
auch  dieses  Werk  für  alle  das'  ältere  Keltenthum  be- 
rülirendeu  Untersuchungen  eines  der  unentbehrlichsten 
Hilfsmittel  werden.  Der  Umfang  ist  nach  dem  Prospecte 
auf  ungefähr  144  Bogen  berechnet;  die  Lieferungen  ei'- 
scheinen  alle  vier  Monate. 

Als  Endtermin  für-  die  zu  benutzenden  Quellen  hat 
der  Verf.,  wie  er  mir  mittheilt,  das  Jahr  751  n.  Chr. 
festgesetzt.  An  diese  Grenze  hiit  er  sich  freilich  nicht 
stricte  gehalten;  er  gibt  auch  Namen,  welche  spätere 
Quellen  in  einigermassen  alterthüralicher  Gestalt  ent- 
halten. Das  sind  die  Wörter,  welche  ohne  '',  aber  auch 
ohne  Citat  aufgeführt  sind,  wie  z.  B.  Aloniarus  Alonua 
Aloiuon  Sp.  106  f.  Dass  er  ihnen  die  Aufnahme  nicht 
versagt  hat,  wird  man  gewiss  billigen;  mu-  hätte  man 
auch  hier  wenigstens  einen  Beleg,  etwa  den  ältesten, 
gewünscht.  Auch  spätere  Heiligenleben  sind  beigezogen, 
wenn  nur  der  Heilige  selber  innerhalb  der  erwähnten 
Periode  gelebt  hat:  in  welchem  Umfange,  wü'd  wohl  die 


243 


1891.     Literatarblatt  für  permanisclie  und  romanischo  Philologie.    Nr. 


•2U 


Vori'rde  bcriclitfii.  I»icse  briiigt'ii  iiatiirlicli  dii'  Xaiiien 
in  di-r  Rfirel  in  der  spiiteren  Hestait.  nnr  otwa  in  den 
Endiins't'n  latinisirt;  vg:l.  z.  B.  Aihini(is)  Ailimensis 
Sp.  18,  Alilliis  it3.  Aidiic  (54.  Ancli  Adamnans  Vita 
Culniiibae.  deren  .Abfassung  vor  den  Endtermin  Rillt, 
entliUlt  wesentlich  altirisclie  Namensformen.  In  diesen 
Fällen  hat  der  Verf.  meist  versucht,  eine  altere  Wort- 
gestiilt  herzustellen,  und  hat  dann  diese  als  Stichwort 
gegeben.  Damit  kommen  wir  auf  eine  schwächere  Seite 
des  Werkes  zu  si>rechen.  I>er  Verf.  besitzt  selber  keine 
eingehendere  Kenntniss  der  neukeltischen  Spraclien,  ist 
also  bei  solchen  Reconstructionen  ganz  auf  die  Autorität 
seiner  tJewährsmänner  angewiesen  —  am  häufigsten 
werden  Stokes,  d'Arbois  de  .Tnbainville.  Ernault  ge- 
nannt — ,  die  sich  dui'chans  nicht  immer  streng  an  die 
heute  aneikannten  (Tcsetze  der  S])rachw issenschaft  halten. 
In  Folge  davon  sind  viele  dieser  l'rforMien  sehr  fragliche, 
durchaus  unreale  Gebilde;  man  vergleiche  etwa  *Altaios 
109,  *Aninionx  154  und  ohne  Stern  Andaios  138, 
die  in  dieser  Gestalt  wohl  nie  existirt  haben.  Bedenklicher 
ist  noch,  dass  mehrfach  beliebige  irische  oder  brittisclie 
Wörter  in  angeblich  'urkeltischer'  Form  aufgenommen 
sind.  So  treften  wir  8p.  247  den  merkwürdigen  Stamm 
*ado,  weil  Stokes  ir.  (//  'offspring'  —  gegen  die  Laut- 
gesetze —  auf  jene  Form  zurückführt;  Sp.  117  amhi- 
in  der  Bedeutung  'Hag'  (^=  ir.  inibe  nach  d'Arbois  de  .!.). 
während  das  altir.  Imperf.  Pass.  imma-feithe  'saepiri' 
Ml.  1 10a,  7  zeigt,  dass  dem  irischen  Worte  etwa  gallisch 
awlti-vio-  oder  ähnl.  entsprechen  würde.  Ir.  ailithir 
'Pilger'  ersclieint  Sp.  04  gar  in  der  'vorkeltischen'  Ge- 
stalt ^aliotcrosl  n.  s.  w.  Freilich  sind  solche  Formen 
in  der  Regel  durch  vorgesetztes  "  deutlich  als  Conjectnral- 
wesen  gekennzeichnet;  aber  sie  könnten  doch  manchen 
des  Keltischen  Unkundigen  in  die  Irre  fuhren.  .Jeden- 
falls bilden  sie  einen  werthlosen  Ballast.  Das  Buch 
soll  ja  eben  dazu  beitragen,  dass  all  die  auf  Grund  un- 
vollständiger Kenntniss  des  Erhaltenen  aufgestellten 
H}-])othesen,  die  auf  keltischem  Boden  bekanntlich  be- 
sonders üppig  gedeihen,  entweder  beseitigt  oder  bestätigt 
werden.  W'enn  aber  die  alten  Hypothesen  und  dazu 
noch  viele  neue  in  das  thatsächlicli  Ueberlieferte  hinein- 
verwoben  werden,  so  wird  dieses  Ziel  schwerlieh  erreicht. 
So  halte  ich  es  auch  für  unpractisch.  in  alten  Quellen 
belegte  Wörter  unter  unbelegtcn  Wort  formen  aufzu- 
führen, z.  B.  andahata  unter  *oiidobaffa  auf  Grund 
einer  Stokes'schen  Deutung;  oder  Alhiga  Alhii/ctisis,  was 
die  älteren  Quellen  bieten,  unter  AUna  Alhiriisis,  weil 
das  (j  'parasitisdi'  sei;  vgl.  aucli  *A)iihirafo^  statt  .4»!- 
bi(/iitux  (bei  Livius).  Freilich  ist  durch  Verweisung 
s.  vv.  andabata  Alhija  Ambic/atos  dafür  gesorgt,  dass 
man  die  Wörter  leicht  auffinden  kann;  überhaupt  lässt 
der  'Spraclischatz'  in  den  Verweisungen  nicht  viel  zn 
wünschen  übrig.  Weit  über  das  Sichere  hinaus  scheint 
mir  der  Verf.  auch  mit  der  Ansetzung  von  Aecenten 
und  Quantitäten  und  mit  der  Trennung  der  Wörter  in 
wnrzelliafte  und  suffixale  Bestandtheile  zu  geiien.  Warum 
erhält  z.  B.  die  Grundform  'abüllos  'Apfel'  Sp.  5  einen 
Accent  auf  der  zweiten  Silbe,  den  weder  die  neukeltischen 
Sprachen  noch  das  Germanisch-Litauische  zeigen?  Warum 
wird  Sp.  77  Alaunos  als  Flussname  in  A-lauiio-s,  als 
Göttername  in  Al-autio-s  zerlegt?  Unter  *aiiaco-  und 
AiKlvos  Sp.  136  scheint  für  die  Grundform  von  kymr. 
auair  t^UschlicIi  <l  statt  "  im  Suffixe  angesetzt.  Hesyclis 
ulioitfuc  'Affen',  in  üiiiii'uc  corrigirt,  ist  Sj).  .5  <dine 
Gewähr    als    Masc.    bezeiclinet    u.  s.  f.     Das    sind   alles 


Schhicken  in  der  werthvollen  Sammlung,  die  noch  aus- 
gewurfen  werden  müssen.  Auch  unter  den  .Artikeln, 
welche  Suffixe  behandeln,  findet  sich  seiir  viel  Irriges, 
sobald  die  neukeltischen  Sprachen  berülirt  werden;  und 
durch  die  Kühnheit  der  Xamendeutung  wird  man  oft  an 
vergangene  Perioden  der  Celtologie  erinnert. 

Die  gerügten  Mängel  bestehn,  wie  man  sieht,  haupt- 
sächlicli  in  dem  'zu  viel',  das  der  Verf.  gegeben  hat, 
sind  also  leicht  zu  ertragen.  Auch  hat  Ref.  dem  Verf. 
manche  dieser  seiner  Bedenken  bereits  niitgetheilt  und 
die  Versicherung  erhalten,  dass  in  den  späteren  Liefe- 
rungen versdiiedene  Unebenheiten  vermieden  sein  werden.' 
Von  Unachtsamkeiten,  wie  sie  bei  einer  umfassenden 
Zettelarbeit  leicht  passiren,  sind  mir  folgende  aufge- 
fallen. Sp.  200  wird  Ari/entarea  als  '.Vrzenheim'  er- 
klärt und  durch  eine  Stelle  des  Hieronynins  belegt,  wo 
aber  Argeutaria  gelesen  wird.  Dieselbe  Stelle  findet 
sich  wieder  Sp.  213  s.  v.  Argeutoraria,  das  als  "Ort 
der  Raurici,  1500  Jleter  östlich  von  Grussenheim'  be- 
zeichnet wird.  Der  keltische  Stamm  arganto-,  latinisirt 
argeiito-  erscheint  dreimal,  Sp.  207  als  argatit  und 
(irgniifo-,  210  als  argento-,  olinc  dass  von  einer  Stelle 
auf  die  andere  verwiesen  wäre. 

Wir  wünschen  dem  Werke  besten  Fortgang  und 
mochten  ihm  als  Grundsatz  anempfehlen:  Hinaus  mit 
Allem,  was  nicht  direct  überliefert,  was  nur  durch 
moderne  Combination  erschlossen  ist,  und  sollten  noch 
so  viele  Gewährsmänner  dafür  eintreten!  Und  herein 
soll  .Alles,  was  thatsächlicli  überliefert  vorliegt,  wenn 
aucli  nur  die  Möglichkeit  besteht,  dass  es  altkeltisch 
oder  doch  in  Gallien  vor  der  Romanisirung  heimisch 
gewesen!  Auf  letzterem  Gebiete  gibt  es  kein  'zu  viel'. 
Mit  Recht  hat  der  Verf.  manches  aufgenommen,  was 
ligurischen,  iberischen,  germanischen,  selbst  lateinischen 
Ursprungs  verdächtig  ist.  Eine  sichere  Entscheidung  ist 
oft  heute  noch  nicht  möglich;  und  der  -Ausschluss  auch 
nur  eines  altkeltischen  Wortes  wäre  viel  mis.slicher  als 
die  Aufnahme  einer  ganzen  Reihe  unkeltischer  Bestand- 
theile. 

Dürfen  wii'  noch  einen  Wunsch  für  die  Folge  des 
Werkes  äussern,  so  wäre  es  der,  dass  demselben  als 
Schluss  die  altgallischen  Inschriften  in  völlig  zuver- 
lässigen Facsimiles  beigegeben  würden.  Eine  be(|ueme. 
Vollständige  Zusannnenstellung  fehlt;  und  manche  dieser 
werthvollsten  Ueberreste  des  Altkeltischen  konnnen  im 
'Sprachschatze'  weniger  zur  Geltung,  schon  weil  die 
zweifelhafte  Worttrennung  das  Einreihen  erschwert.  So 
finden  wir  Sp.  247  aus  der  Insi'hrift  von  Briona  asoioi 
(s.  V.  asoios)  citirt,  obwuhl  durchaus  nicht  feststeht,  dass 
gerade  diese  Buchstaben  als  selbständiges  AVort  loszu- 
lösen sind.  Der  hohe  Preis  dürfte  dem  A'erleger  eine 
soldie  Zugabe  wohl  gestatten,  zumal  sie  den  AA'erth  des 
Buches  noch  wesentlich  erhöhen  würde. 

Freiburg  i.  B.  R.  Thurneysen. 


Zeitschriften. 

Archiv  f.  das  Studium  der  neueren  Sprachen  u.  LH. 
TAXXVI,  4:  Kielmicl  M  a  li  r  e  n  li  o  1 1  z  ,  Kranz  Oiillparzer 
uiui  ilas  spnuiache  Urania.  —  Karl  I).  Hü  I  bring,  lieber 
die  H8.  Nr.  491  der  Lnmbetli-Bibliutliok.  —  Adolf  Tob  1er, 
Chauvin.  —  H.  Lübke,  Zu  den  Kubensscben  Glossen.  — 
.1.  Z.,  Rettungen.  —  J.  Z.,  Konjekturen.  —  J.  Z.,  Zum  Ge- 
brauch von  ne.  'all'.  —  W.  Mangold,  E.  A.  Sonnenschein, 
Ideals  of  Culture.     Two    Adresses    to   Students.    —    Siegfr. 

'  In  der  Tliat  zeigen  die  späteren  Bogen,    die    ich  ein- 
schen konnte,  wesentlich  geläutertes  Material. 


245 


1891.     Literaturbliitt  für  germanische  iiml  romaiiiäche  Philologie.     Nr.  7. 


246 


Szaraatölski,  FaligRii,  Ernust,  Histoire  de  la  U'geiiile  de 
Faust.  —  Max  Roediger,  Cäsar  Fliiischlen,  Graphische 
Litteratur-Tafel.  Die  deutsolie  Littenitur  und  der  Kinfluss 
fronidcr  Literaturen  auf  ihren  Vorbiuf  vom  Beginn  einer 
schriftl.  Ueberlieferung  an  bi^  heute  in  graphischer  Dar- 
stellung. —  J.  Imc  Iniann,  Firmcry,  Ooethc  (Nouv.  Collec- 
tion  des  Classiques  populaires).  —  M.  C.  P.  Schmidt, 
Jahrbuch    der    Ürillparzer-Gcscllschaft.     1.   Jahrgang   ISilO. 

—  J.  Z.,  Webster's  International  Dietionary  nf  the  Knglish 
Language,  being  the  Authentic  Edition  of  Webster's  Una- 
bridged  Dietionary,  comprising  the  Issues  of  1864,  187i),  and 
1884,  now  thoroughly  revised  and  enlarged  undcr  the  super- 
vision  of  Noah  Porter.  With  a  Voluminous  ,\ppendix.  — 
G.  Tanger,  Dr.  R.  Sonnenburg,  An  Abstract  of  English 
Grammar  with  Examination  Questions.  Partly  cunipiled 
from  Adams,  Angus,  Allen  and  Cornwell,  Latham,  Morris, 
Murray,  Smart,  Webster,  John  Eoarje,  and  others.  Fourtli 
Edition  revised.  —  G.  Tanger,  Dr.  Ew.  Görlich,  Me- 
thodisches Lehr-  und  Uebungsbuch  der  englischen  Sprache. 

—  J.  Z.,  Miniature  Faesiniile  of  Myeel  Englisc  Boc  ,con- 
cerning  niiscellaneous  subjects,  composcd  in  verse".  Minia- 
ture Facsimile  of  Myeel  Englisc  Boc.  Book  IV.  Legend 
of  Saint  Outhlac.  —  H.  Lübke,  Georg  Hcrzfeld ,  Die 
Räthsel  des  Exetcrbuchs  und  ihr  Verfasser.  —  J.  Z.,  Chaucer. 
The  Prologue  to  the  Canterbury  Tales.  Edited  by  the  Rev. 
Walter  W.  Skeat.  —  Hermann  Deimling,  Die  Quellen 
der  fünf  ersten  ehester  Plays.   Von  Dr.  Heinrich  Ungemach. 

—  J.  Z. ,  Shakspere  Reprints.  II.  Hamlet.  Parallel  Texts 
of  the  first  and  second  Quartes  and  the  first  Folio.  Edited 
by  Wilhelm  Victor.  —  J.  Z.,  The  Viear  of  Wakefield.  A 
Tale  by  Oliver  Golilsmith.  Erklärt  von  Prof.  Dr.  Theodor 
Woltr.  2.  Auflage.  —  J.  Z. ,  The  World's  Desire.  By  H. 
Rider  Haggard  and  Andrew  Lang.  —  J.  Z. ,  Bliml  Fate. 
A  Novcl.  '  By  Mrs.  Alexander.  —  J.  Z.,  The  Sign  of  Four. 
By  A.  Conau  Doyle.  —    J.  Z.,  A  Born  Coquette.     By  Mrs. 

^    Hungerford.  —  J.  Z.,  Social  Vicissitudes.    By  F.  C.  Philips. 

—  J.  Z.,  Armorel  of  Lyonesse.    A  Xovel.    By  Walter  Besnnt. 

—  J.  Z.,  Two  Pcnniless  Princesses.    By  Charlotte  M.  Yonge. 

—  R.  Sprenger.  Eckius  Dedolatus  herausgegeben  von 
Siegfried  Szamatolski.  —  Adolf  Tobler,  Etudes  romanes 
dediees  ,\  Gaston  Paris  le  "29  decembre  1890  (2ö'  anni- 
versaire  de  son  doctorat  es  lettres)  par  scs  eleves  frangais 
et  ses  eleves  etrangers  des  pays  de  langue  francaise.  — 
Joseph  Sarrazin,  E.  Lugrin,  Resume  de  Phistoire  de  la 
litterature  francaise  au  19°  siede.  —  D.  Coste,  Schul- 
grammatik der  französischen  Sprache  von  Dr.  Karl  Ploetz, 
für  Mädchenschulen  umgearbeitet  von  Dr.  Otto  Kares  und 
Dr.  Gustav  Ploetz.  Dritte  verbesserte  Auflage.  —  D.  C, 
Französische  Grammatik  für  den  Schulgebrauch  von  Her- 
mann Breymann.  Erster  Theil:  Laut-,  Buchstaben-  und 
Wortlehre.  2.  Auflage.  —  D.  C. ,  Abriss  der  Aussprache 
der  französischen  ."Sprache  zum  Gebrauch  für  Deutsche  von 
Albert  Godart.  —  D.  C,  Das  französische  Verb.  Ein  System 
zum  verstanilesmässigen  Erfassen  und  selbständigen  Ent- 
wickeln der  Formen.  Für  den  Schul-  und  Privatunterricht. 
Von  Carl  Moser  (Mosen).  Dritte,  durchaus  neu  bearbeitete 
Auflage.  Mit  Uebungsbeilage.  —  D.  C,  Leitfaden  der  fran- 
zösischen Sprache.  Nach  der  analytischen  Methode  bear- 
beitet von  Th.  von  Schmitz-Aurbaeh.  II.  und  III.  Theil. 
2.  .\.uflage.  —  D.  Coste,  Premieres  Lectures.  Erstes  fran- 
zösisches Lesebuch  von  Paul  Voelkel.  —  Fr.  Bisch  off, 
Karl  Ernst,  Syntaktische  Studien  zu  Kabelais.  —  Fr.  S  p  e  y  er, 
Jean  de  Mairet:  Silvanire.  Mit  Einleitung  und  Anmerkungen 
herausgegeben  von  Richard  Otto.  —  D.  C,  Histoire  d'Ale- 
xandre  le  Grand  par  Ch.  Rollin.  Erklärt  von  Oswald  Coil- 
niann.  II.  —  C.  Appel,  Stu<lj  di  filologia  romanza  pubbli- 
cati  da  Ernesto  Monaci.  Fase.  12.  P.  Rajna,  Un  franimento 
di  un  codice  perduto  di  poesie  provenzali.  E.  Monaci,  Lo 
ronians  dels  auzels  cassadors.  —  Adolf  Tobler,  Studj  di 
filologia  romanza  pubblicati  da  Ernesto  Monaci.  Fase.  14 
(L.  Gauchat,  II.  Kehrli,  II  Canzoniere  provenzale  H).  — 
G.  Tanger,  ür.  Ernst  0.  Stiehler:  I.  Zur  Methodik  des 
neusprachlichen  Unterrichts.  Zugleich  eine  Einführung  in 
das  Studium  unserer  Reformschriften.  Nebst  einem  aus- 
führlichen Quellenverzeiehnisse.  II.  Streifzüge  auf  dem  Ge- 
biete der  neusprachl.  Reformbewegung.  —  L.  Hol  scher, 
Prügrammschau. 

Modern  Language  Notes  VI, C:  K.  Francke,  The  Growth 
of  subjeetivism  in  german  literature  during  the  later  niidille 
ages.  —  J.  E.  Matzke,  A  Study  of  the  versification  and 
rimes   in   Hugo's    Hernani.    —  W.  T.  Hewett,   The    pro- 


nunciation  of  the  german  gtage.  —  A.  S.  Cook,  Ruskin 
and  Alfred's  Prayer. —  Ders.,  Alfred's  Prayer-nicn,  war- 
men, and  work-men'.  —  A.  F  o  r  t  i  e  r  ,  The  Frencli  litera- 
ture of  Louisiana  in  1889  and  1890.  IL  —  J.  BoTeUe,  La 
cimeticre  du  village.  —  H.  A.  Todd,  old  french  iihomcf 
and  obosmcr.  —  W.  M.  Basker  vi  lle,  The  Etymology  of 
english  'Tote'.  —  J.  ß.  Henne  ni  a  n  n  .  a  theory  for  the 
origin  of  a  common  iiliom.  —  F.  M.  Warren,  Cloetta, 
Beiträge  zur  Literaturgeschichte  des  Mittelalters  und  der 
Renaissance. —  F.  C.  de  S  u  nii  c  h  r  a  s  t ,  Hat/.feld,  Darme- 
stcter,  Thomas,  Dictionnaire  general  de  la  langue  francaise 
du  commencement  du  XV 11'  siccle  jusqu'ä  no8  jours.  — 
S.  Garner,  Perry,  Ruy  Blas.  —  E.  S.  Sheldon,  irli  in 
America.  —    X.  S.  Cook,    Bede  and  Rabbinical  literature. 

Revue  de  Lingliistiqiie  XXIV,  2:  0.  Deville,  Notes  sur 
le  ileveloppement  du  langage  (suite).  —  P.  Regnaud, 
sur  rorigine  eonimune  des  superlatives  et  des  comparatives 
en  isthas-iyäms,  i<iro;-.r.Ji-  etc. 

Zs.  f.  Volk.skiinde  III,  9:  O.  Knoop,  p^-au  Hiinie.  — 
Sagen  vom  Schratel  aus  Steiermark,  niitgetheilt  von  Anton 
Schi  ossär. 


Germania  XXXVL  1:  A.  L.  Stiefel,  üeber  die  Quellen 
der  Hang  Sachsischen  Dramen.  —  K.  Maurer,  Ueber 
Ari  Frciili  uml  seine  Schriften.  —  Reinhold  Bechsteiii. 
Ludwig  Wirth,  Die  Oster-  und  Passionsspiele  bis  zum  XVI. 
Jahrhundert.  —  Gustav  Ehrismann,  Bibliographische 
Uebersicht  der  Erscheinungen  auf  dem  Gebiete  der  ger- 
manischen Philologie  im  Jahre  1S87. 

Zs.  f.  den  dentschen  Unterricht  V,  ä:  Th.  Vogel,  Wie 
erzielen  wir  bessere  deutsche  .\ufsätze  in  den  Oberklassen? 

—  Ruilolf  Hildebrand,  Wie  die  Sprache  altes  Leben 
fortführt.  VII.  —  Reinhold  Bechstein,  Der  Unartig 
Teutscher  Sprach  -  Verderber  und  seine  beiden  Ausgaben 
vom  Jahre  1643.  —  Karl  Menge,  Goethe  und  Wieland 
vor  Napoleon  in  Erfurt  unil  Weimar.  Nach  Talleyrands 
Memoiren.  —  Woldemar  Freiherr  von  Biedermann, 
Heidenröslein.  —  Gustav  Burghauser,  Zur  Lehre  vom 
, zusammengezogenen"  Satze.  —  Robert  Sprenger,  Zum 
^Urfaust".  —  0.  Glöde,  Weiteres  vom  heiligen  Nikolaus. 

—  O.  H  a  u  s  c  h  i  1  d  ,  Zu  Schenkendorfs  Lied  auf  Scharnhorsts 
Tod.  —  Reinhuld  Hof  mann,  Anfrage,  den  Gassennamen 
,(am)  Brotkorb"  betreft'end.  —  E.  G.  K  a  a  k  e  b  ee  n  ,  An- 
frage betreffs  einer  Mustersammlung  von  Briefen.  —  Paul 
Bartels,  Zur  Zeitungs-Ente.  —  S.  Feist,  Einiges  über 
das  Wort  ,Ritt".  —  E.  Jeep,  Schildbürger.  —  Moritz 
Koehler,  Eine  mundartliehe  Benennung  des  Schmetter- 
lings. —  Dr.  May,  Verstümmelte  Wörter.  —  A.  En  giert. 
Zu  dem  Wiegenliede  „Schlaf,  Kindchen,  schlaf".  —  F. 
Kuntze,  Zu  den  Ausdrücken:  Holla  und  Hallo.  —  R. 
Sprenger,  Bonbase.  —  R.  Kade,  Johannes  Rcntsch, 
Johann  Elias  Schlegel  als  Trauerspieldichter  mit  besonderer 
Berücksichtigung  seines  Verhältnisses  zu  Gottseheil.  — 
E.  Ha  rieh,  Karl  Franke,  Reinheit  und  Reichthum  der 
deutschen   Schriftsprache    gefördert    durch    dje    Mundarten. 

—  Otto  Lyon,  Hermann  ünbescheid,  Beitrag  zur  Behand- 
lung der  dramatischen  Lektüre.  —  Der  s.,  Oskar  Brenner 
und  August  Hartmann,  Bayerns  Mundarten.  Beiträge  zur 
deutschen  Sprache  u.  Volkskunde.  —  R.  Kade,  E.  Bardey, 
Praktisches  Lehrbuch  der  deutschen  Sprache  für  die  Hand 
der  Schüler.  —  V,  6 :  Rudolf  Hildebrand,  Zu  Fausts 
Glaubensbekenntniss,  dabei  von  einer  bedeutsamen  Eigen- 
heit in  Goethes  Denk-  und  Sprachweise.  —  J.  H.  S  c  h  m  a  Iz  , 
Der  deutsche  Unterrieht  auf  der  V.  badischen  Direktoren- 
konferenz.  —  Ernst  Göpfert,  Unser  Haus  und  Heim  im 
Lichte  der  Sprache  und  Kulturgeschichte.  — Th.  Schäffer, 
Stil  und  Stilübungen.  —  G.  Klee,  Drei  Weidmannsbriefe 
aus  dem  vorigen  Jahrhundert.  —  O.  G  1  ö  d  e  ,  Zu  „Jochen 
Nüssler".  —  H.  K  o  h  r  s  ,  Das  Wort  Nüssler.  —  R.  S  p  r  e  n  g  e  r, 
Zur  Namensänderung  Sehuflft  in  Schafft.  Zu  Schillers  Fiesko 
11,5.  —  G.  Klee,  Urtheile  über  den  Prinzen  von  Homburg 
und  Grillparzers  Sappho.  —  Carl  Franke,  Hermann 
Dunger,  Rundäs  und  Reimsprüohe  aus  dem  Vogtlande.  — 
R.  Kade,  Theodor  Werther,  Zur  Entstehung  von  Goethes 
Hermann  uml  Dorothea.  —  Ders.,  Gottlieb  Leuchtenberger, 
Dispositionen  zu  deutschen  Aufsätzen  und  Vorträgen  für 
die  oberen  Klassen  höherer  Lehranstalten.  —  Kleine  Mit- 
theilungen. —  Neu  erschienene  Bücher. 

Clironik  des  Wiener  Goethe- Vereins  VI,  5:  Zu  Goethes 
Leben  und   Wirken. 


247 


1891.    Litcraturblatt  für  (germanische  und  romanische  Philolof^ic.     Nr.  7. 


2-18 


Tijdschrift  voor  nedprlanflsche  taal-  en  lefterknndn  X, 

3:  J.  Tu  Winkel,  Du  I'orclioviicl  en  lipt  Ilnnssclio  Lan- 
cclothamlsolirift.  —  \.  K.,  Ulailvullins.  —  Johannes  Holte, 
Ein  unbekanntes  Amsterdamer  Lie<lerbuch  von  1589.  — 
A.  B..  Koek  en  ei.  —  \V.  L.  van  Ilclten,  lüjdragen  tot 
de  Dietsche  Grammaticn.  XIII.  Ovcr  de  uitlatin^  van  hct 
pron.  pers.  als  subjcct.  XI\'.  LntI  wi ,  hiten  wi  ter  om- 
sehrijvins  van  den  adhortntief.  XV.  Ickcm  bin.  XVI.  ."^i, 
.<(',  wijzende  op  een  niaseulinuni  uf  neutrum.  .KVII.  Uit- 
latins  van  het  demonstr.  in  den  niet  een  voorwanrdelijken 
bijzin  in  betrekking  stannden  hoofdzin.  XVIII.  Ken  pro- 
nomon  als  subject  van  den  voorwcrpszin  in  den  ncousatief 
gcbezigil.  XIX.  llet  relafivuni  -  „dat  hi'^.  XX.  Wei;lating 
van  liet  voegw.  eiitle  tnssehen  twee  pnrataktiseli  verbonden 
betrekkeli.jke  zinnen.  XXI.  Omschri.jvinjj  van  den  2"'';"  nv. 
door  een  possessief.  XXII.  Over  de  woordvoei;ing  in  zinnen, 
wanr  een  zelfde  substantief  in  versoliillende  naanivnlsbetrek- 
king  Staat  tot  twec  seeoürdincerde  werkwoorden.  XXIII. 
Een  zoogcnaamd  onpersonnlijk  srebruik  van  tinkcii.  XXIV. 
Over  den  onoorspronkclijken  datief  dos  pcrsoons  bij  onper- 
soonlijke  verba.  XXV.  Ovcr  den  nfliankelijken  infinitief 
zonder  te. 

Noord  en  Znid  XIV,  2:  W.  G.  van  Nouhuys,  Vosmaer's 
Romans.  Hl.  II.  Inwijdinff.  —  F.  Z.  Mchler,  Pieter 
Langendijk.  —  K.  A.  Stoett,  Spreekwijzen  verklaard.  Den 
dnns  ontsprinsen.  —  C.  H.  den  Ilcrtog,  Xauwkeurig^ 
lezen.  Uit  Potffieters  Pro/.n.  , Marie."  (fragment)  en  „Ilanna." 
(iil.)  Da  Costn's  Inipo|)iilariteit.  {K.  Pierson.)  BiJ  het  borst- 
beeld  van  Bilderdijk.  (.\lb.  Tliyni.)  Starinnj,  De  veenrook. 
De  diepoffge.  Verschillende  uitle<j.  —  Verschoidenheden: 
Oudc  volksuitdrukkinijen.  Pleonasmen.  Adjcctieven.  op 
-lijk.  Rooi  Baai.  Dubbelzinnighcid.  Waterpassen  en  enkele 
.Tndere  werkwoorden.  lemand  naar  St.  Veiten  wenschen. 
Vrouw  Snaversnel.     Daar  gaat  een   doniine  voorbij. 

Dania,  Tidsskrift  for  folkemäl  og  folkemindcr  I,  2:  Vilh. 
Andersen,  Gcntagelsen,  en  sproglii^  Studie.  —  P.  K. 
Thorsen,  ^I^ldre  bidrag  til  kundskab  om  dnnske  alniues- 
mäl.  I.  Lacknianns  optepfnelscr  pä  ansclboniiil  fra  forste 
halvdcl  af  det  18de  ärh.  —  Axel  Olrik,  Tre  danske  folke- 
sagn.  1.  Et  Starkadsagn  fra  Sdnderjylland.  2.  Tislund- 
stcnen.  3.  Danncvirke  os  Dronning  Tyrc.  —  Smäting  og 
Forespörgsler:  H.  F.  Feilborg,  En  ensfelsk  skik.  — 
Jsp. ,  Om  1-lyd.,  —  Anmeldelser:  Kr.  N.,  Job.  Steen-^trup, 
Voro   Folkeviser.  —  Jsp.,   A.koI   Sorcnsen,    Danske    biord. 

Rninania  78  (April  1891):  P.  Meyer,  Nouvclles  catalanes 
ini'dites  (Forts.).  —  A.  Dietrich,  Les  parlers  cröoles  des 
Mascareignes.  —  F.  Lot,  La  croix  des  royaux  de  France. 

—  P.  Meyer,  Chanson  ä  la  viergo  en  vers  franfais  et 
latins  altcrnes.  — •  E.  L  an  gl  eis,  Arlsenini,  itinociem, 
demone  —  A.  S  a  1  m  o  n  ,  lateron  et  leteron.  —  Ch.  J  o  r  e  t , 
hiheuT.  —  A.  Dclboulle,  avoir  des  rrii/iiniis,  des  f/resil/ons 
ou  des  i/rilloiis  dnns  la  tete.  —  L.  S  u  <1  r  e ,  Jacobs ,  The 
Kahles  of  Aesop.  —  O.  Paris,  Libeaus  Deseonus  lirsg.  v. 
M.  Kaluza;  Mennung,  der  Bei  Inennnu  u.  s.  w.  —  A.  Piaget, 
Rondoaux  et  nutres  poesios  du  XV«  siecle,  p.  p.  0.  Ray- 
nauil.  —  E.  Philipen  et  P.  Meyer,  N.  du  Puitspelu,  Dic- 
tionnairo  etymologique  du  pntois  lyonnais. 

Franco-fiallia  VIII,  6:  Besprechungen.  Ulrich.  Robert 
von  Blois'  sämmtliche  Werke  I.  Beaudous.  —  Klinck- 
sieck,  Zur  Entwicklungsgeschichte  des  Realismus  im  frz. 
Roman  des  19.  Jhs.  —    Deter,    Frz.  Syntax  für  Secunda. 

—  Discours  choisis  de  Mirabeau,  ed.  Grube.  —  Thiers, 
Bonnparte  en  Egypte  et  en  Syrie,  ed.  Ilartnmnn.  —  Löwe, 
La  France  et  les  Francjais.     Neues  frz.  Lesebuch. 

L'Aliehieri   11:  Zoppi,  Oli  animali  nella  Divina  Conimcdin. 

—  ('onimento  dol  Re  Giovanni  di  Snssonia  (Kilalete)  alla 
Divina  Commedia.  —  Cumcntino  al  »onetto  di  Dante  ,/■/ 
iion  !'■  h'finii^.  —  G.  L.  Passe  rini,  Sei  nuovi  doeumonti 
alighierinni  della  Cancelleria  Ducale  di  Modena.  —  La  can- 
zono  di  Guido  Cnvaleanti  'Donna  ini  pregn'  ridotta  a  mig- 
tiore  lezione  e  comentnta  mnssimnmente  con  Dante  (Korts.) 

—  Agnelli,  Ancora  del  momento  in  cui  Dante  spicco  il 
volo  per  le  sfere  celesti.  —  Buscaino  Canipo,  II  enm- 
mino  sinibolieo  di  Dante.  —  Negroni,  Imbriani,  Studi 
Dantesehi ;  Rocia,  Di  aicuni  Commenti  della  Divina  C'oni- 
Mit'dia  eoniposti  nei  primi  vent'  aniii  depo  la  niorte  ili  Dante; 
Di  Mentii,  Una  grecn  interprt^tazione  ai  versi  121  — 12:!  del 
Cantü  V  dell'  Inferno.  —  Passerini,  Se  l'opusculo  ^Qiicslio 
de  aqua  et  terra"  Ria  da  nttribuirsi  a  Dante  Alighieri. 


Litepar.  Centralblatt  25:  Bonnot,  le  latin  de  Oregoire  de 
Tours.  —  Ilartuianns  Vwein,  hrsg.  v.  Ilenrici.  —  Ncogeor- 
gus,  Pamnmchius,  hrsg.  v.  Bolte  u.  Schmidt.  —  2<i :  Voll- 
möller, Span.  Funde.  —  Nynre  Bidrag  tili  Kännedoni  om 
de  svenskn  Inndsm.ilen  ock  svenskt  folklif.  Tidskrift  utg. 
af  Lundell. —  Kahle,  Die  altnord.  Sprache  etc.  —  Wio- 
senbnch ,  Die  blimlen  Hessen.  —  Sliakespeare's  Macbeth, 
hrsg.  von  Wagner.  —  Elini,  Der  vedisehe  Mythus  dos  Yama, 
vgl.  mit  den  nnalugen  Typen  der  pers.,  griech.  und  gerni. 
Mythologie.  —  Sepp,  Die  Religion  der  alten  Deutschen.  — 
Kautl'mann,  Deutsche  Mythologie.  —  27  :  Mollwcide,  Auteurs 
frauciiis.   —   Grimms  Wörterbuch. 

Deuts<>lie  Literatiipzeit.  21  :  Reh.  M.  Werner,  Briefwechsel 
zwischen  Mii  hael  Enk  von  der  Burg  und  El.  Frclh.  v.  MUnch- 
Bellinghausen.  —  22:  Brandl,  Olile,  Shakespeares  Cym- 
beline  und  seine  rom.  Vorläufer.  —  23:  Jarnik,  G.Meyer, 
Etym.  Wörterbuch  der  nlbanesiselien  Sprache.  —  Sauer, 
Muncker,  I/aehniann'sLossing-.\usgabe.IV  — VI.  —  G  e  r  I  and, 
Goethe,  Knrbenlelue  I.    (Weini.  Ausg.) 

Gott.  Gelehrte  Anzeigen  IV,  9:  Holder,  alt-celtischer 
Sprachschatz,  von  Zimmer.  —  Urkundenbuch  der  Stadt  u. 
LanJscliaft  Zürich,  von  Wackernagel. 

Berliner  pliil.  Wochenschrift  23:  Znnnrdelli,  L'etrusque, 
Tombrien  et  rosque  dans  ijuelqucs-uns  de  leurs  rapports 
intimes  avec  ritalien.    (Wertlilns.) 

Zs.  für  das  Gymnasialwesen,  Mai :  Menge,  Dispositionen 
u.  Musterentwürfe  zu  deutschen  Aufsätzen,   von  M.  Zoeller. 

—  Miillenhoff,    Deutsehe    .\ltertliuinskuncle  I,  2,    von  Steig. 

—  Linnig,  Deutsches  Losebuch  la,  von  Wintlier. 
Historisches   .Jahrbuch    XU,    2:     Sehönbaeh,    Ueber    eine 

Grazer  Handschrift  lat. -deutscher  Predigten,  von  Jostes. 

Schriften  des  Vereins  für  die  Geschichte  Berlins. 
XXYI:  J.  J.  Frisohs  Schulspicl  von  der  L'^nsauberkcit  der 
falschen  Dicht-  unil  Reimkunst.  Mit  Einleitung  und  An- 
merkungen hrsg.  von  L.  H.  Fischer. 

Archiv  für  Frankfurts  Geschichte  nnd  Knnst,  Bd.  3: 
E.  Mentzel,  Schillers  Jiigenddramen  zum  ersten  Male  auf 
der  Krankt'urter  Bühne.     I.  Die  Räuber. 

Annalen  des  Historischen  Vereins  f.  den  Niederrhein 
50:  J.  J.  .Merlo,  Zur  Geschichte  des  Kölner  Theaters  im 
18.  u.  19.  Jahrh. 

Zs.  des  Harzvereins  für  Geschichte  nnd  Alterthnnis- 
knnde23,  4:  E.  Jacobs,  Kleemann,  die  Familiennamen 
Quedlinburgs  u.  d.  nächsten  Umgebung. 

Archiv  des  Vereins  für  siebenbiirsisehe  Landeskunde, 
N.  F.  23,  2:  K.  F  i  1 1  s  c  h  ,  Gescliiclito  des  deutschen  Theaters 
in  Siebenbürgen.  V. 

Mittheiltingen  des  Nordböbmischen  Excnrsions-Clnbs 
14,  1:  Alte  Gesellen-Sitten  u.  Gebräuche  der  Schwarz-  und 
Schönfärber-Zunft.  Mitg"th.  v.  Rob.  Lahmer.  —  Sigismunds 
Geleitsbrief  für  Oswald  v.  Wülkenstein.  Mitgeth.  von 
Pnndler. 

Verbandlungen  der  Berliner  Gesellschaft  f.  Anthropo- 
logie, Ethnologie  n.  T^rsreschielite  Sitzung  vom  15.  Nov. 
1890:  R.  V  i  r  c  li  o  w  ,  Weitere  Untersuchungen  über  das 
deutsche  und  schweizerische  Haus. 

Vierteljahrsschrift  für  Musikwissenschaft  VII,  1 :  Koller, 
Ticrsot,  histoire  de  la  clinnson  populaire  en  France. 

Die  Grenzboten  20:  A.  Borger,  Der  Gedanke  einer  deutschen 
Sprnchakademie    in    der  Geschichte  und  in  der  Gegenwart. 

—  23:    Zu  Zesen    und  Campe    (von  Gfombert]).  —  25:  W. 
Ribbeek,  Hamlet  und  sein»  Ausleger. 

Die  Nation  34:  K.  G.  Lessing's  Lustspiel  , die  Mätresse".  — 
37:  L.  Bobe,  Ernst  u.  Chnrlotte  Sehimmelmnnn  in  ihren 
Beziehungen  zu  Schiller. 

Beilage  zur  Allgemeinen  Zeitung  115:  Achelis,  Zur 
Würdigung  der  Klutlisagen.  —  117:  M.  Manitius,  Ueber 
Heinze  u.  Ooettc,  Gosehiehte  der  deutschen  Literatur  von 
Goethes  Tode  bis  zur  Gegenwart.  -  IIS:  R.  M.  Jleyer, 
Literarische  Prügelknaben.  —  119:  Erich  Schmidt,  Auf- 
gaben u.  Woge  der  „Faust-Philologio''.  —  123:  K.  Muncker, 
Die  Dichtung  dos  ,Lohengrin''  von  Richard  Wagner  und 
ihre  Quellen.  —  12():  Hugo  Arnold,  Zur  Limes-Forschung.  — 
128:  Aus  dem  Briefwechsel  dos  r<oibmoili('us  J.  G.  Ziminer- 
nmnn.  —  139:  II.  Wunderlich,  Die  deutsche  Syntax- 
forschuug  und  die  Schule. 

Jlünchener  Neueste  Nnehricbfen  257:  W.  Oolther, 
Xordiselio   Knhrteu   nach    Winland. 

Wissenschaftliche  Beilage  der  Leipziger  Zeitung  65: 
Vom  Genitiv  der  persönlichen  Kürwörter. 


249 


1891.    Litcraturblatt  für  germanisclic  und  romanische  Philologie.    Nr.  7. 


250 


BpilaKe  zur  Rostockcr  ZeitiinR  247,  2)4,  2(55:  R.  B.[ocli- 
stcin|.  (las  Rcdi'ntiiior  Osterspic!  und  seine  literarf;escliii'lit- 
liclie  Stellung,'  und  Würdifjunj,'. 

Nurdisk  Tidskrift  för  vetenskap ,  koiist  och  indnstri 
ISitl,  H.  4,  S.  3«— 3GS:  R.  Steffen,  Norsk  folkediktning 
i  viira   diii,'ar.     S. 

Finsk  Tidskrift  Mai  1S91,  S.  394- 39G:  A.  0.  F.(reuden- 
thal),  K.  Tanim,  Etvraologisk  svensk  oidbuk,  H.  1.     S. 

Tlie  Acadeiuy  990;  fyler,  Mary  l'itton  again. 

The  Fortnightly  Review  May:  Swinbuiiie,  Tlie  Journal 
of  Sir  \YaUer  Scott.  —  Robinson  (Frau  Darmesteter), 
Private   Life   in   France   in  tlie  XIV  Century  I. 

The  Quarterly  Review  344  :  Mamlevillc's  Travels. 

The  American  Journal  of  Philology  XII,  1:  Cook,  The 
Evolution  of  tlie  Lonl's  Pravcr  in  Englisli.  —  Wood,  two 
Spriicke  ofWaltlier  von  der  Vogelweide.  —  liesprechungen  : 
Earle'b  Englisli  Prose:  Stratniann"s  Middle-Englisli  üictio- 
nary  ;  Pollard's  Englisli  Miracle  Plays,  Moralities  and  Inter- 
ludes  ;  Rossetti's  Slielley's  Adijnais. 

Publications  of  the  Univer.sity  of  Peuusylvania.  Series 
in  Philology,  Literature  and  Arclieology.  1,1:  Schelling, 
Poetry  and  Verse  Criticisiu  in  the  Reign  of  Elizabeth. 

The  L'iiiversity  Kecord.  University  of  jMichisan  I,  1: 
G.  H  e  m  p  1 ,  middle  english  open  ö  in  modern  english.  — 
E.  L.  Walter,  The  historical  actuality  of  üante's  Beatrice. 

—  C.  Thomas,  Voiced  and  voiceless  consonants. 
Revue  eritique  24:  Petrarque,  Eglogues,  trd.  par   Devclay. 

—  Jovy,  Bossuet,  prieur  de  Gassicourt.  —  ßlampignon, 
Massillon.  —  llatzfeld,  Darmesteter,  Thomas,  Dictionnaire 
gencral  de  la  langue  fran^aise  I — IV.  —  P.  Meyer,  liallade 
fran^aise  contre  les  Anglais  et  eu  l'iionneur  de  Jeanne 
d'Arc.    1429.  —  25:  Langlois,  Le  roman  de  la  Rose. 

Le  Muyen  Age  IV,  5:  W.,  Cours  de  litterature  celtique, 
par  H.  d'Arbois  de  JubaiDvillc  et  J.  Loth.  Les  Mabinogion, 
par  Loth. 

Rev.  pol.  et  litt.  20:  E.  Rod,  Les  idees  morales  du  temps 
present.  M.  Alexandre  Dumas  fils.  —  L'rsus :  La  corre- 
spondanee  de  Flaubert  (Troisieme  Serie,  1854 — 1869).  — 
21:  Bericht  über  Griselidis,  Drama  von  A.  Silvestre  und 
Morand.  —  22  :  A.  Heurteau,  Mme.  de  La  Fayette,  d'apres 
un  livre  recent  (das  des  Grafen  von  Haussonville  in  den 
Grands  ecrivains  franjais^.  —  E.  Rod,  Les  Idees  morales 
du  temps  present.  Conelusion.  —  E.  Lintilhae,  La  reforme 
de  Tenseignenient  secondaire  (sehr  beherzigenswerthe  Aus- 
einandersetzungen über  das,  was  ein  enseignement  classique 
franjaiä  leisten  soll  und  kann,  ein  Unterricht,  der  die 
lebenden  Kultursprachen  zum  Hauptgegenstand  hat,  die 
Kenntniss  des  Alterthunis  nur  durch  Uebersetzungen  ver- 
mittelt). —  Ch.  Bigot,  J.-J.  Weiss  (f  Mai  1S91>.  —  23:  J. 
Psichari,  Le  vers  frangais  et  les  poetes  decadents  (beach- 
tenswerthe  Xacliweise  von  Neuerungen  in  Versbau  u.  Reim, 
denen  man  bei  der  jüngsten  Dieliterseliule  begegnet).  — 
M.  Albert,  L'ancien  lendit  (namentlich  über  Theilnahme  der 
Schülerschaft  an  den  Lustbarkeiten  des  Jahrmarkts).  — 
L.  üarron,  L'argent  et  la  litterature  (bemerkenswerthe  An- 
gaben über  den  vsechselnden  Geldwerth  der  schriftsteller- 
ischen Arbeit  in  den  letzten  vier  Jahrhunderten). 

Revue  du  monde  latin  Mai:  Formont,  Bernardin  Ribeiro, 
poete  Portugals. 

Rendiconti  della  R.  Accademia  dei  Lincei.  Classe  di 
Scienze  niorali ,  storiche  e  filologiche.  vol.  Yll,  l"  sem. 
Fase.  10  (17.  Mai).  Monaci,  Eru.,  Di  un  aneddoto  Dantesco. 
Lettera  del  Cav.  F.  Carla.     Con  Nota  di  E.  M. 

Nuova  Autuloo;ia  Anno  XXVI.  3.  serie.  vol.  33.  Fase.  11: 
G.  Setti,  il  Leopardi  filologo  (a  proposito  di  una  recente 
pubblicazione). 

.Archiva    societatii    stiintifice 
S.  637—665:  A.D.  Xenopol, 
vültarea    popurului    romin.    — 
Cärtii   sali    Cärtei.  —    S.   727  - 
tului. 

Neu  erscliieneue  Bücher. 
Mushacke,  W.,   Beiträge    zur  Geschichte   des  Elfenreiches 

in  Sage  und  Dichtung.     Progr.  Crefeld.     20  S.     4. 
Seh  a  edel,  0.,  Ein  Beitrag  zur  Don  Juan-Litteratur.    Progr. 

Bensheim.     20  S.     4. 
Simon,  Otto,  The  Study  of  vocal  physiology  and  the  use  of 

the  laryngoscope    as    valuable    adjuncts    to    voice    training. 

27  S.     8.     Baltimore,  O.  T.  Simon. 


si    literare    din    Jasi    I, 

Ideile  conducätoare  in  dez- 
S.  666—681:  H.  Tiktin, 
746:    Ders. ,    Viata   cuvin- 


Boha  gh  el,  O.,  und  J.  H.  G  al  I  ee,  AUsächsische  Grammatik. 
Erste  Hälfte.  Laut-  und  Flexionslehre ,  bearb.  von  J.  H. 
Gallee.  Halle,  Niemeyer  u.  Leiden,  Brill  I.  114  S.  8. 
(Sammlung  kurzer  Grammatiken  germanischer  Dialekte  VI.) 

Böhme,  L. ,  Schillerstudien  I.  Freiberg  i.  S. ,  Engelhardt. 
32  S.     8.     M.  1,25. 

Brate,  E.  och  Bugge,  S. ,  Runverser.  Undersökning  af 
Sveriges  metriska  runinskrifter.  Stockholm,  Jvar  Hwgg- 
ström.  442  S.  8.  (Sonderabdruek  aus  Antiqvarisk  Tid- 
skrift för  Sverige.    X.)     S. 

Brunner,  J.,  Zwei  Buschmänner  (Börne  und  Heine).  Akten- 
raässig  geschildert.  Paderborn ,  Schöningh.  XII ,  407  S. 
8.     M.  4. 

Cosack,  W. ,  Materialien  zu  Gotthold  Ephraim  Lessings 
Hamburgiseher  Dramaturgie.  Ausführlicher  Conunentar 
nebst  Einleitung,  Anhang  u.  Register.  Zweite  vermehrte 
und  verbesserte  Aufl.  Paderborn,  Schöningh.  45S  S.  8. 
M.  4.80. 

Deike,  W. ,  Schillers  Ansichten  über  die  tragische  Kunst, 
verglichen  mit  denen  des  Aristoteles.  Rudolstadt ,  Dabis. 
34  S.     8.     M.  1,60. 

Fragraentum  Vitae  Sanctie  Catharinse  Alexandrinensis  raetri- 
cuni  e  libro  ms.  edidit  Johannes  Paulson.  Lund,  Hjalmar 
Möller.     XXXII,  72.     8  S.     Kr.  3.     S. 

Fuhse,  F.,  Sitten  und  Gebräuche  der  Deutschen  beim  Essen 
und  Trinken  von  den  ältesten  Zeiten  bis  zum  Schlüsse  des 
XI.  Jahrli.  Eine  germanistisch-antiquarische  Abhandlung. 
Göttingen,  Vandenhoeck  u.  Ruprecht.     44  S.     8.     M.  5. 

Geiger,  L. ,  Bibliographie  der  Goethe-Literatur  für  1890. 
Mit  einem  Beitrage  G.  von  Loepers  und  .Mittbeilungen  von 
Fachgenossen.  Erweit.  Sonderdruck.  Frankfurt,  Rütten  u. 
Löning.     80  S.     8.     M.  1.20. 

Giovdani,  Giov. ,  La  Colonia  tedesea  di  Alagna-Valsesia 
e  il  suo  dialetto.  Turin,  H.  Loescher's  Hofbuchh.  (Carl 
Clausen).     201  p.     gr.  8.     fr.  4. 

Goedeke,  Karl,  Grundriss  zur  Geschichte  der  deutschen 
Dichtung.  Zweite  Aufl.  H.  10.  (Bd.  IV,  Bogen  12,  13,  13a 
und  27 — 35).     Dresden,  Ehlermann. 

Goethe-Jahrbuch,  Bd.  XII:  Mittheilungen  aus  dem  Goethe- 
und  Schiller -Archiv :  aus  der  Zeit  der  Spinoza -Studien 
Goethes  1781  —  85;  Anzeige  des  Trauerspiels  , Bertram"  nebst 
Proben  einer  Uebersetzung  (1817),  hrsg.  von  B.  Suphan.  — 
Briefwechsel  zwischen  Goethe  und  Therese  v.  Jakob,  hrsg. 
von  R.  Steig.  —  Musikerbriefe  (von  Mendelssohn,  Schubert, 
Berlioz,  Mozart).  —  Goethes  Tod  u.  Bestattung.  —  Brief 
von  F.  J.  Frommann;  aus  Henriettens  von  Eglotfstein  Me- 
moiren, hrsg.  von  J.  Wahl.  —  Aus  dem  Goethc-National- 
Museuni:  zu  Goetlie's  naturwissenschaftlichen  Forschungen ; 
das  Stammbuch  von  Frau  Rath ,  von  C.  Ruland.  —  L.  v. 
Kretschmann,  Erinnerungen  von  und  an  Jenny  von  Pappen- 
heim. —  R.  Steiner,  über  den  Gewinn  unserer  Anschau- 
ungen von  Goethes  naturwissenschaftlichen  Arbeiten  durch 
die  Publikationen  des  Goethe-Archivs.  —  X.  Bilschowsky, 
über  Echtheit  und  Chronologie  der  Sesenlieimer  Lieder.  — 
H.  Gilow,  die  Kunst  und  Technik  der  Charakterschilderung 
in  Goethes  Dichtung  u.  Wahrheit.  —  D.  Jaco"by,  zu  Goethes 
Egmont.  —  L.  Fränkel,  zu  Doctor  Fausts  Fortleben  in  Eng- 
land. —  J.  Schneider,  zum  Gedicht:  „Wer  nie  sein  Brod 
mit  Thränen  «ss".  —  C.  Siegfried,  zum  Divan.  —  F.  Jonas, 
zu  Goethes  Sprüchen  in  Prosa.  —  Fr.  Arnheim,  Goethe 
u.  Björnsthäl.  —  B.  Seuffert,  Wieland  an  Goethe;  Lud- 
wig von  Urlichs. 

Goldbeck-Loewe,  Adolf,  Zur  Geschichte  der  freien  Verse 
in  der  deutschen  Dichtung.  Von  Klopstock  bis  Goethe. 
Kieler  Diss.     82  S. 

G  0 1  d  s  e  h  m  i  d  t ,  J.,  Die  deutsche  Ballade.  Hamburg.  Progr. 
44  S.     4. 

Handwerk,  Hugo ,  Studien  über  Geliert's  Fabeln.  Mar- 
burger Diss.     43  S.     4. 

Hörraann,  L.  von,  Grabscliriften  u.  Marterln.  Gesammelt 
u.  hrsg.    2.  Folge.    Leipzig,  Liebeskind.    XU,  192  S.    M.  1,50. 

Keinz,  Frdr.,  Altdeutsches.  1.  Cod.  germ.  Monac.  5249.  II. 
Ueber  ein  Gesammtverzeichniss  der  altdeutschen  Gedichte. 
Zur  41.  Versammig.  der  deutschen  Philologen  den  Freunden 
der  altdeutschen  Dichtg.  gewidmet.  München,  J.  A.  Finster- 
lin.     16  S.     gr.  8.     Pf.  50. 

Kollraann,  Aithur,  deutsche  Puppenspiele.  Gesammelt  u. 
mit  erläuternden  Abhandlungen  und  Anmerkungen  hrsg. 
H.  1 :  Vorwort,  Judith  u.  Holofernes,  zum  Puppenspiel  von 
Dr.  Faust.     Leipzig,  Grunow.     109  S.     8. 


251 


1891.    Litcraturblatt  für  gcrmanisclie  und  romanische  Ptiilolo^ie.    Nr.  7. 


Ö52 


Kraus,  Carl,  „vom  Rcclite'' u.  „die  Hoolizcit"".  Eine  littcrar- 
liistor.  Uiitersucliuii;;.  [Aus:  „Sitzungsber.  d.  k.  Aknd.  der 
Wiss."]  Wipii,  V.  Tempsky.     120  S.     hex.-H.     M.  2.50. 

Krüger,  G.,  Kigcnnamen  als  Gattungsnamen.  Prugr.  licrlin. 
19  S.     4.  ^ 

Leidolf,  Jul.,  Die  Naunlieimer  Mundart.  Eine  lautliche 
Untersucliung.  Diss.  Rudolstadt,  11.  l)abi.<.  53  S.  gr.  8. 
M.  1.40. 

L  e  i  t  h  a  e  u  8  e  r ,  J.,  Gallicismen  in  niederdeutschen  Mundarten. 
Leipzig,  Fock.     32  S.     8.     M.  1. 

L  i  1 1  e  r  n  t  u  r  d  c  n  km  ä  1  0  r ,  lateinische,  d.  XV.  u.  XVI.  Jh. 
Hrsg.  V.  M.  Horrmann  u.  S.  Szamatülski.  ;!.  lll't.  Thomas 
Kaogeorgus,  I'ammacliius,  hrsg.  v.  J.  Bolto  u.  E.  Schmidt. 
Herlin,  Speyer  &  Peters  Verlags-Conto.  XXVI,  151  S.  8. 
M.  2.80. 

Lücke,  O.,  Bürgers  Homerübersetzung.  Berlin,  R.  Gaertner's 
Verlag,  H.  lleylVlder.     39  S.     gr.  4.     M.   1.50. 

Martiny,  Bennn ,  Wörtcrbucli  der  Milchwirtlischaft.  Eine 
Sammlung  für  praktische  Milclnvirthc  ....  Schriftsteller  u. 
Sprachlehrer.     Bremen,  Ilcinsius.     38  S.     8. 

Meyer,  John,  Studien  zur  Sprach-  u.  Literaturgeschichte  der 
Klieinlandc.     Hallenser  Hnbilitationssehrift.     51   S.     8. 

Müllen  ho  ff,  Karl,  Deutsche  Altorthuniskunde.  Bd.  V,  zweite 
Abth.     H.ilin.  Weidmann.     S.  3J!l— 417.     M.  2. 

Nebert,  Keinhold,  Zur  Geschichte  der  Speyerer  Kanzlei- 
sprache. Ein  Beitrag  zur  Losung  der  Frage  nach  dem  Be- 
stehen einer  nihd.  Schriftsprache.    Hallenser  Diss.    66  S.    8. 

P  a  r  a  1  i  p  o  m  e  n  a  zu  Goethes  Faust.  Entwürfe,  Skizzen,  Vor- 
arbeiten u.  Fragmente,  geordnet  u.  erläutert  v.  Fr.  Strehlke. 
Stuttgart,  Deutsche  Verlagsanstalt.     151  S.     8.     M.  3. 

Racke,  P.  B.,  Die  deutsche  Schulkomödie  und  die  Dramen 
vom  Schul-  und  Knabenspiegel.  Leipzig,  Baldamus.  78  S. 
S.     M.  2. 

Schild,  Peter,  Brienzer  Mundart.  I.  Theil:  Allgemeine  Laut- 
gesetze und  Vokalismuä.  Basel ,  Sallmann  u.  Bonacker. 
lOß  S.     8. 

Stejskal,  K.,  Regeln  u.  Wörterverzeiehniss  für  die  deutsche 
Rechtsehreibung.     Wien,  Manz.     VIII,  166  S.     8.     M.   1,20. 

Walther,  W. ,  Die  deutsche  Bibelübersetzung  des  Mittel- 
alters. 2  Thl.  Braunschweig,  Wollerraann.  III  S.  u.  Sp. 
209—432.     M.  8. 

Wenström,  Edm.,  och  Jeurling,  Ossian,  Svenska 
spräkets  ordförräd.  H.  I.  Stockholm,  Fr.  Skoglund.  S.  1  —  192. 
8.     Kr.  0.50.     S. 

Wörterbuch,  deutsches,  VIII,  G:  Rind-Roman,  bearbeitet 
unter  Leitung  von  Dr.  M.  Heyne. 

Wörterbuch  zu  Goethes  Faust,  von  Fr.  Strehlke.  Stutt- 
gart, Deutsche  Verlngsanstalt.     157  S.     8.     M.  3. 

Zimmer,  II.,  Repetitorium  u.  Exaniinatoriuni  über  die  mhd. 
Grammatik.  Nebst  einer  Uebersicht  über  die  beiden  Laut- 
verschiebungen.   Leipzig,  Rossberg.    VIII,  86  S.    8.    M.  160. 

Zinow,  A.,  Die  erst  sächsisch-fränkische  dann  normannische 
Mirniannsage  nach  Inhalt,  Deutung  und  Ursprung.  Progr. 
Pyritz.     20  S.     4. 


B 1  u  m  e  n  t  li  a  1 ,   Fr. ,    Lord    Byron's   Mystery   'Cain'    and   its 

relation    to  Miltons     Paradise  lost'    and  Gussners    Death  of 

Abel'.     Progr.  Oldenburg.     12  S.     4. 
Bündle    of    Bnliads,  A,    Edit. ,    witli    an    Introduction    and 

Glossary,    by  Henry  Morley.     (Companion  Poets,  2.)     Long 

12nio,  ])p.   196.     Houtledge.     2/6. 
Galen  dar,    A,  of  the  Shakespeaienn  Rarities,  Drawings  and 

Engrnvings,  formerly  Prcscrved  at  HoUingbury  Cops  ,  near 

Brigliton.    2nd  ed.,    Eiilargcd.     Edit.    by    Ernest    E.    Baker. 

(The  llalliwell-Philipps  Sliaksperean  Rarities.)   8vo.    Long- 

mans.     10/6. 
Day,    E.  Murray,    Was    Shakespeare  a  BarberV,    and    other 

Sketches.     Newyork,  Day.     34  S.     16. 
Drakc,  S.  A.,  New  England  Legends  and  Folk-Lore.    Boston, 

Estes  and  Lauriat.     461  S.     4. 
Dryden,    J.,    Poetical  Works.  Edit.  by  Rev.  Richard  Hoopcr. 

New  ed.,  Ilevised.    5  vols.    Vol.  I.    (Aldine  Edition.)    12mo, 

pp.  310.     Bell  and  Sons.     2,6. 
Fol 8,  J.,  Shakespeare  and  Montaigne:    an    endcavor   to  ex- 

plain  the  tendency    in  Hamlet,   from   alUisions   in    contem- 

porary  works.    London,  Kegan  Paul,  Trench  &  Co.  210  S.   12. 
Fräser,  A.  C,  Selcction»  from  Berkeley,    with  introduction 

and  notes.     Oxford,  Clarendon  Press.     450  S.     8. 
Oasner,  E.,    Beiträge  zum  Entwickelungsgang  der  neueng- 
lischen Schriftsprache  auf  Grund  der  niittelenglischen  Bibel- 


versionen, wie  sie  auf  Wyclif  u.  Purvey  zurückgehen  aollen' 

Göttingen,  Vamlenhoek  &  Ruprecht.    144  S.    gr.  8.    M.  2.8o. 
Gassmeyer,  M.,  Samuel  Richardaon's  Pamela,  ihre  Quellen 

und  ihr  Eintluss  auf  die  Englische  Literatur.    Leipzig.    Diss. 

87  S.     8. 
Geschichten,  Zwei  nie.,  aus  der  Hölle.     Kritisch  hrsg.  v. 

Anne    L.    Leonard    (jetzt    Frau   Dr.   Loeb).     Züricher  Diss. 

74  S.     8. 
Gould   (S.    Baring-)    and   Sheppard,    Songs    anil    Ballads 

of  the  West:    A  Collectioii    made   from  the  Mouths   of   the 

People.     llarmonised   and  .\rranged    for  Vuice    and  Piano- 

forte.     Complete  in  4  Parts.    Part.  4.    Roy.  8vo.     Methuen. 

nct,  5/. 
Jacobs,   H.    Eyster,    The    Lutheran   movement    in  England 

during  the  reigns  of  Henry  VIII  and  Edward  VI,    and    its 

literary  monuments.     Philadelphia,  Frederick.     390  S.     8. 
Jacobs,  Jos.,  The  Palace  of  Pleasure:  Elizabethan  versions 

of   Italian    and    Freneli    novcls    from    Boccaccio ,    Bandello, 

Cinthio,  Straparola,  Queen  Margaret  of  Navarra  and  others 

done  into  English  by   William   Painter.     Now    again   edited 

for  the  fourth  tinie.    London,  Nutt.    3  Bde.    364,428,432  8. 

4.     L.  2.  2  sh. 
Johnson,  Wni.  Pr. ,   The  Prototype  of  Hamlet;    and    other 

Shakespearian     Problems.      Newyork,     Beiford     Company. 

240  S.     12. 
Keats,  John,  letters  to  bis  family  and  friends.    Ed.  by  Sidney 

Cülvin.     London,  Macmillan  and  Co.     XIX,  377  S.     8. 
Uayhew,  A.  L. ,   Synopsis  of  old    english  Phonology    being 

a  systematic  account  of  old  english  vowels  and  consonants 

and  their  correspondences  in  the  eognate  languages.  Oxford, 

Clarendon  Press.     XIX.     327  S.     8. 
Milton's  .\rcades  nnil  Comus,  with  introduction,    notes  and 

index,  by  A.  Wilson  Verity.    Cambridge,  at  the  University 

Press. 
Muret,    Encvclopädisches    Wörterbuch    der   engl.    Sprache. 

Lfr.  2,  81  —  192,  tiloe  —  haml-work: 
Pnrsons,  J.  C. ,    English   versification.     New- York,   Leaeh, 

Shewell  and  Sanborn. 
Pi  t  che  1,  E.,  Zur  Syntax  des  mo.  Gedichts 'William  of  Palerne'. 

Marb.  Diss.     79  S.     8. 
Preussner,  O.,   Robert  Mannyng  of  Brunne's  Uebersetzung 

von  Pierre  de  Langt oft's  Chroniele  und  ihr  Verhältniss  zum 

Originale.     Broslauer  Diss.     70  S.     8.     [s.  u.  Thüming.] 
Rigdon,  J. ,    Gramniar  of   the   English  Sentence.     Danville, 

Ind.,  The  Indiana  Publishing  Co. 
Römstedt,  IL,    Die   englische   Schriftsprache    bei    Caxton. 

Gekrönte  Preisschrift.    Göttingen.    V,  54  S.    gr.  4.    M.  2.50. 
Sehuckburgh,  E.  S. ,    Sir  Philip  Sidney:    an    apology    for 

Poetiie.   Witii  Notes  etc.  Cambridge,  University  Press,    sh.  3. 
Schultz.E.,  Die  Sprache  der  .English  Gilds"  aus  dem  Jahre 

1389.    Ein  Beitrag  zur  Dialektkunde  v.  Norfolk.    Rudolstadt, 

Hermann  Dabia  (A.  Bock).     45  S.     gr.  8.     M.   1.20. 
T  e  a  1 1 ,    F.    lloraec  ,    The    Compounding   of   English    Words  ; 

when   and    why   joining   or   Separation    is    prcferable;    with 

concise  rules  and  alphabetical  lists.   New-York,  John  Ireland. 

223  S.     12. 
Thüming,  M.,  Ueber  die  ae.  Uebersetzung  der  Reimchronik 

Peter  Langtoft's  durch  Robert  Manning.    Leipz.  Diss.    76  S. 

8.     (Aus  der  .\nglia,  s.  o.  Preussner.) 
T  0 1  m  a  n ,  A.  IL,  Shakespearo's  Part  in  „The  Taming  of  the 

Shrew'*.     Strassburger  Diss. 
A'^ogels,  J.,  Ilschriftl.  Untersuchungen  über  die  engl.  Version 

.Mandeville's.     Progr.  Crefelil.     52  S.     4. 
Wi  1 1  e  n  br  inck,  0.,    Zur  Kritik  u.  Rhythmik    des   ae.  Lais 

von  Havelok  dem  Dänen.     Progr.  Burg-Steinfurt.    46  S.    8. 
Wohlfeil,  P.,  The  Lay  of  Havelok  (ho  Dane.     Ein  Beitrag 

zur    rae.    Sprach-    und    Litteraturgeschiclitc.      Leipz.    Diss. 

61  S.     8. 


A  d  a  m  s  s  p  i  e  I 
VIII.     163  8. 

Ileljame,  A. 
financier.     In 


Das,  hrsg.  v.  Dr.  K.  Grass.    Halle,  Niemeyer. 
M.  4.     Roman,   liibl. 
,    La  Prononciation   du   noni  de  Jean  Law    lo 
■8,  21  p.     MAcon,   impr.  Protat  frÄres.     Paris, 


librairie  Bouillon. 
Beraneek,  J. ,    Seniquo  et  Ilardy.     Leipz.  Diss.     27  S.     8. 
B  e  r  t  a  u  t ,  (Euvres  poetiques  de  M.,  eveque  de  Seez,  publiees 

d'apres   lYdition    de  1620   par  Ad.  Chenevi6re.    Paris,  Plön 

et  Nourrit.     LXIV.     5.57  S.     IG.     fr.  6. 
Bert  hier,  Oionchino,    La    Divina  Commedia    di  Dante    con 

commentario    sccondo  la  Scolastica.     Freiburg  in  d.  Schw., 


25:j 


1891.     Litcratuiljlatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Kr. 


254 


üiüv.-ßuclihunillg.  Drei  starke  Bände,  klein  Folio,  mit  über 
2000  in  den  Text  gedruckten  Illustrationen  ,  zahlreichen 
Tafeln  und  Facsimile-Beilagen.  Subskriptionspreis  M.  100. 
Erste  Lieferung. 

Chansons  populaires  de  la  France.  A  Selection  from  French 
populär  Ballads.  Editcd  with  Introduotion  and  Notes  by 
Th.  Fr.  Crane  New- York  and  London,  O.  P.  Putnara's  Sons. 
Knickerbocker  Nuggets  vol.  XXXIL  XXXIX.  282  S.  8. 
Doli.  1..50. 

Cledat,  M.,  Rutebeuf.  Paris,  Hachette  et  Oi.  Un  volunie 
in-l(i,  avec  une  photogravure,  broche.     fr.  2. 

Delaportü,  P.  V.,  Du  raerveilleux  dans  la  litterature  fran- 
Qaise  80US  le  regne  de  Louis  XIV  (thcse).  In-8 ,  431  p. 
libr.  Retaux-Bray. 

Ehrhard,  Leou ,  Sources  historiques  des  Maximcs  de  la 
Rochefoucauld.  Heidelberger  Dissertation.  74  S.  4.  [auch 
als  Progr.  des  Bischöfl.  Gymnasiums  zu  Strassburg  erschienen.) 

Ferrand,  ü.,  La  Muse  normande ,  de  David  Ferrand. 
Publice  tl'apres  les  livrets  originaux  (1625 — 1653)  et  l'inven- 
taire  general  de  1655,  avec  introduction,  notes  et  glossaire, 
par  A.  Heron.  T.  1".  Petit  in-4,  CXXXVII  270  p.  Rouen, 
imprini.  Cagniard. 

Forst  er,  Joseph,  Some  French  and  Spanish  Men  of  Genius : 
Sketches  of  Jlarivaux,  Voltaire,  Rousseau,  Diderot,  Beau- 
marchais, ilirabeau,  Danton  and  Robespierre,  Beranger, 
Victor  Hugo,  Eugene  Sue  and  Zola,  Cervantes,  Lope  de 
Yega  and  Calderon.    Cr.  8vo,  pp.  330.    Ellis  and  Elvey.  6/. 

Gauchat,  Louis,  le  patois  de  Dompierre.  70  S.  8.  Züricher 
Diss. 

Gaudeau,  Bern.,  Les  Precheurs  burlesques  en  Espagne  au 
XVIIP  siede.  Etüde  sur  le  P.  Isla.  Paris,  Retaux-Bray. 
XVIII,  558  S.     8.     fr.  7.50. 

Godefroy,  F.,  Dictionnaire  de  l'ancienne  langue  frangaise 
et  de  tous  ses  dialectes  du  IX«  au  XV°  siecle ,  compose 
d'apres  le  depouillement  de  tous  les  plus  importants  docu- 
ments  manuscrits  ou  iniprimes  qui  se  trouvent  dans  les 
grandes  bibliotheques  de  la  France  et  de  l'Europe  et  dans 
les  principales  arohives  departementales,  municipales,  hospi- 
talieres  ou  privees ;  par  Frederic  Godefroy.  Fascicule  65. 
In-4.  ä  3  col.,  p.  321   ä  400.     Paris,  Hb.   Bouillon. 

Götzinger,  W. ,  Die  roman.  Ortsnamen  des  Kantons  St. 
Gallen.  St.  Gallen.  IV,  91  S.  8.  n.  einer  Karte.  Frci- 
burger  Diss. 

Graf,  J.,  Die  germanischen  Bestandtheile  des  Patois  Mesain. 
Strassburger  Diss.     43  S.     8. 

Gross  mann,  S.  J.,  Dictiouar  german-romiu.  Vol.  L  Faso. 
2—7.     4.     S.   17—112.    'Jasi   1890/91.     Czernowitz ,    Pardini 

:   in  Comni.     50  Pf. 

Heitmann,  J.,  Die  Pronomina  in  dem  afr.  Epos  'Karls  Reise 
nach  Jerusalem  u.  Constantinopel'.    Progr.  Krefeld.  22  S.  4. 

Henninge  r,  Eugen,  Sitten  und  Gebräuche  bei  der  Taufe 
und  Namengebung  in  der  altfranzösischen  Dichtung.  87  S. 
8.     Hall.  üiss. 

Krueger,  Gustav,  Fremde  Gedanken  in  J.  J.  Rousseaua 
erstem  Discours.     29  S.     8.     Hallenser  Diss. 

La  Br  eise,  R.  de,  Bossuet  et  la  bible.  Etudes  d'apres  les 
documents  originaux.     Paris,  Retaux-Bray.     LH,  453.     8. 

Montesquieu,  QEuvres  completes  de  Montesquieu.  Avec 
les  variantes  des  premieres  editions,  un  choix  des  meilleurs 
commentaires  et  des  notes  nouvelles  par  Edouard  Laboulaye, 
de  rinstitut.  T.  4 :  De  l'esprit  des  lois  (livres  XI -XXI). 
In-8,  490  pages.     Paris,  libr.  Garnier  freres. 

Oreans,  K. ,  Die  o-Laute  im  Provenzalischen.  Erlangen, 
Fr.  Junge.  [Aus  rom.  Forschungen  IV,  3.  Pendant  zu  dess. 
Verfs.  Freiburger  Dissertation  (1888):  Die  E-Reime  im  Alt- 
provenzalischen.J 

Pascal,  Provinciales,  Lettres  I,  IV  et  XIII  annotees 
par  F.  Brunetiere.  Petit  in-16,  cartonne.  Paris,  Hachette. 
fr.  1.50. 

Bonsard,  P.  de.  (Euvres  de  P.  de  Ronsard,  gentithomme 
vandomois.  Avec  une  notice  biographique  et  des  notes  par 
Ch.  Marty-Laveaux.  T.  4.  In-8,  429  pages.  Paris,  impri- 
merie  et  librairie  Lemerre.  —   Pleiade  frangoise. 


Rousse,  M.  Edmond,  Mirabeau.  Un  volume  in-16,  avec  un 
Portrait  en  photogravure,  brecht.  Paris,  Hachette  &  Cie. 
fr.  2. 

Scherer,  Edm.,  Etudes  sur  la  litterature  au  XVIII""  siecle. 
Paris.     Fr.  3.50. 

Schmüking,  ü. ,  Considörations  sur  l'emploi  de  l'indicatif 
et  du  subjonctif  cn  franjais.    Progr.  Schleusingen.    12  S.    4. 

Spitzer,  R. ,  Beiträge  zur  Geschichte  des  Spiels  in  Alt- 
frnnkreich.     Heidelberg,  Winter.     Heid.  Diss.     54  S.     8. 

Teatro  italiano.  Scelta  di  commedie  italiane  all'  uso  delle 
scuole  e  degli  Studiosi,  pubblicate  per  cura  di  Federigo 
Werder.  Fase.  1.  12.  Inhalt:  La  Locandiera.  Commedia 
di  Goldoni.     2.  ed.     Leipzig,  Rossberg.     112  S.     60  Pf. 

Trattati  religiosi  c  libro  de  li  exempli  in  antico  dialetto 
veneziano  editi  a  cura  di  G.  Ulrich.  Bologna,  Romagnoli. 
XV,  181  S.  L.  6.  Scelta  di  curiositä  inedite  o  rare  dal 
secolo  XIII  al  XVII  in  appendice  alla  coUezione  di  opere 
inedite  o  rare  239. 

Weiss,  J.  J.,  Essais  sur  l'histoiro  de  la  litterature  frangaise. 
Paris,  Calman-Levy.  XIX,  384  S.  18.  fr.  3.50.  [Im  ersten 
Theil  handelt  Vfs.  unter  andern  über  'Le  Caractere  general 
de  l'esprit  fran^ais",  'Les  XVIP  et  XVIII'  siecles',  'La 
Comedie  en  France',  'La  Litterature  brutale';  der  2.  Theil, 
der  den  Gesammttitel  'Portraits  litteraires  et  historiques' 
führt,  enthält  Studien  über  Flechier,  St.-Simon,  Regnard, 
Gresset,  M""  du  Deffand  etc.] 

Yvain,  neue  verbesserte  Textausgabe  mit  Einleitung  und 
Glossar  hrsg.  v.  W.  F  o  e  r  s  t  e  r.  XXIV,  127  S.  M.  4. 
Halle,  Niemeyer.     Rom.  Bibl. 


L  i  t  c  )•  a  r  i  s  c  h  e  M  i  1 1  h  e  i  1  u  u  g  e  n ,   P  e  r  s  o  q  a  1- 
nachrichten  etc. 

Dr.  C.  Kraus  in  Wien  bereitet  eine  Ausgabe  des  hlg. 
Georg  von  Reinbot  von  Durne  vor. 

Ernannt  wurden  :  L.  W  i  m  m  e  r  (Kopenhagen)  zum  korre- 
spondirenden  Mitgliede  der  Berliner  Academie,  H.  Schuc  hard  t 
(Graz)  zum  wirklichen,  G.  Meyer  (Graz)  zum  korrespondiren- 
ilen  Mitgliede  der  Wiener  Academie. 

Die  kgl.  Akademie  der  Wissenschaften  in  Turin  hat 
Prof.  Adolf  Tob  I  er  in  Berlin  zum  auswärtigen  Mitgliede 
gewählt. 

Dem  Prof.  G.  Meyer  (Graz)  ist  vom  Institut  de  France 
der  Volney-Preis  für  sein  etym.  Wörterbuch  des  Albanesischen 
verliehen  worden  (s.  o.). 

Der  ao.  Professor  an  der  Universität  Prag  Dr.  Sauer 
wurde  zum  Ordinarius  ernannt. 

An  der  Universität  Hallo  habilitiite  sich  Dr.  John  Meier 
für  das  Fach  der  germanischen  Philologie. 

t  zu  Paris  am  20.  Mai  Jean-Jacques  Weiss,  bekannt 
durch  verschiedene  Arbeiten  über  frz.  Literatur  is.  o.). 

t  im  Juli  zu  Bonn  der  ao.  Professor  Dr.  Anton  Bir- 
linger  (geb.   1834). 

Antiquarische  Kataloge:  Baer,  Fj-ankfurt  a.  M. 
(Germ.  Phil.);  Graeger,  Halle  ^neuere  Spr.). 

Zusatz  zu  Sp.  197,  Z.  7 :  S.  17,  33*  3  loralna;  S.  19, 
34°  3  et  fctes  iliiec  [melrej;  S.  31,  35''  3  streiche?  nach 
coment  u.  Punkt ;  S.  29,  39''  1.  costeirent  (ebenso  im  Glossar) ; 
S.  34,  42''  3  Chevaliers;  et  taut  qu'il  v.  a  la  cort;  S.  36,  43''  I 
eu/jeHse;  S.  42,  Z.  4  et  [Va]  dcsherite;  S.  63,  Z.  1  pere,  vgL 
46"  4  Qjuria);  S.  75,  62°  3  11  l'ont;  S.  80,  Z.  2  v.  u.  bon'  aiiior; 
S.  102,  75"  3  chambi-es  [ow  st.  et]  ot;  S.  122,  Z.  7  Baptiste; 
S.  133,  Z.  6  v.  u.  lesj  1.  le;  S.  138,  93'=  3  jxo-ole  [ne  st.  en]. 
Anm.  50''  3  aliichier  u.  eslocliier  sind  einander  fremd.  S.  167 
Anm.  61°  4  c.  1.  chaatee  =  castitatem,  während  cästita(s)  = 
chäste.  —  Zu  Wistasce  Anm.  2086  merde  als  Adj.  steht  Jub. 
N.  R.  IL  15.  W.  F. 


Abgeschlossen  am  13.  Juli  1891. 


N  O  T  I  Z. 

Deu  gerniaiustiachen  Theil  redigirt  Otto  Behai^hel  (Giessen,  Bahnhofatraaac  71),  deu  romaiiisliacheu  uud  englischen  Theil  FritZ  Neumann 
(Heidelhcrjj.  Uohrbacherstr.  51),  und  man  bittet  die  Beiträge  (Kecpusionen,  kurze  Notizen,  PersoaalnachnchteL  etc.)  dem  entsprechend  gefälligst  zu  adressirec. 
Die  KedacTion  richtet  an  die  Herren  Verleger  wie  Verfasser  die  Bitte,  dafür  Sorge  tragren  zu  wollen,  dasa  alle  neuen  AVerke  germanistischen  und 
romaniBtischen  Inhalts  ihr  gleich  nach  Erscheinen  entweder  direct  oder  durch  Vernuttelung  von  O.  K.  Keisland  in  Leipzifj  zugesandt 
werden.  Kur  in  dieaemFalle  wird  dieRedaction  ateta  imStande  sein,  über  neue  Publicationen  eineBesprecbung  oder 
kürzere  Bemerkung  (in  der  Bibliogr.)  zu  bringen.    An  O    R.  Reislaod   sind  auch  die  Anfragen  über  Honorar  und  Sonderabzüge  zu  richten. 


255 


1ÖS*1.     Literaturblatt  für  germanisobe  und  roiDauische  Philologie.     Sr.  7. 


256 


>a= 


=5!) 


II     Preis  für  dreigespaltene 
II       PetiUeile  25  Pfennige. 


Literarische  Anzeiöeii. 


Beilagegebühren  nach 
Umfang  M.  13,  15  u.  iS. 


Verlag  Ton  F.  A.  Brockhaus  in  Leipzig. 


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siede;  specimens  dialectales  et  de  litterature  populaire 

acconipagn('.s  d'une  introduction,  d'unc  grammaire  et 

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Gaster's  Rumänische  Chrestomathie  ist  ein  Werk  von 
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und  Literaturwissenschaft.  Ein  ausführliches  rumänisch-fran- 
zösisches Glossar  und  der  erste  Versuch  einer  kritischen 
rumänischen  Literaturgeschichte  erhöhen  den  Werth  des 
Werks ,  dessen  Widmung  der  König  von  Rumänien  ange- 
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auf  &fm  (Pcbifte  tior  jifiTiiig-Jliti'ratur  cncbiononiMi  \vertlv 
vollen  '5cbnftcii  bearbeitete  iieiie  ^lufliage  genjuhrt  letiem 
.'iiiijelneu  ^a6,  wav  er  jiim  vicbtigeti  Vel•|t.!^^nl|^e 
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Verlag  von  O.  R.  REISLAND  in  Leipzig. 
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Schriftdeutscheil. 

Mit   dem 
„Wörterverzeichnis  für  die  deutsche  Recht- 
schreibung zum  Gebrauch  in  den  preussi- 
schen  Schulen"  in  phonetischer  Umschrift 
sowie  phonetischen  Texten. 
Von 
Wilhelm  Vietor. 

Zweite,  umgearbeitete  Auflage  der  Schrift  ] 
,Die  Aussprache  des  Wörterverzeichnisses  ! 
für    die    deutsche    Rechtschreibung    zum 
Gebrauch  in   den  preussischen  Schulen". 

(IV,  101  S.)    8.    Preis  M.  1,60. 

Vorwort  zur  '2.  Auflage:  In  der  vor- 
liegenden neuen  Auflage  hat  die  „Einlei- 
tung" („Phonetisches — Ortoepisches")  eine 
gründliche  Umarbeitung  und  nicht  unbe- 
trächtliche Erweiterung  erfahren,  wodurch 
dieser  Theil  des  Schriftchens  hoffentlich 
an  Brauchbarkeit  gewonnen  hat.  Die  Um- 
schrift des  Wörterverzeichnisses  sowie  der 
aus  meinem  Buche  Germun  proiiiDiciation 
herübergenonimenen  Texte  ist  einer  ge- 
nauen Durchsicht  unterzogen  worden. 

Verlag  von  O.  R.  Reisland,   Leipzig. 

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Heft  1,3,4.6,7.  I. Theil.  Eiiglisch-Dentsch.  i 

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J 


I         In  J.  H.  Gebhardt's  Verlag  (Leo- 

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Dr.  W.  Scbrader, 

Geh.  Rog.-Roth    und  Curator    der  Universität   Halle. 

Herausgegeben  von 
Dr.  Heinrich  Hey  den. 

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ins  Italienische  geeignet.) 
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Bei    Einführung   stelle    ich   dem    be- 
treffenden  Lehrer    ein   Freiexemplar   cur 
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Die  Aussprache   des  Latein 

nach  physiol. -historischen  Grundsätzen 

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Emil  Seelmann. 
1885.     Geh.    M.  8.—. 


Verantwortlicher  Redacteur  Prof.  Dr.  Fritz  Neumann  in  Heidelberg.  —  G.  Otto's  Hofbuchdruckere:  in  Darmstadt. 


' 


LITERATURBLATT 


FÜR 


GERMANISCHE  UND  ROMANISCHE  PHILOLOGIE. 

liERAUSGKGEBEN  VON 

j)R.  OTTO  BEHAGHEL  und  D'^    FRITZ  NEUMANN 


o.  ü.  Professor  der  ^germanischen  Philologpie 
in  der  Universität  Giessen. 


o.  ij.  Professor  der  roraanisclien  Pliilologie 
an  der  Universität  HeidelberL'. 


Krscheiiit  innnntlich. 


VKKL.VG    VON 

O.  R.  RKISLAND,  LEIPZIG. 


Prein  halbjährlich  M.  .5. 


XII.  Jahrgang. 


Nr.  8.    August. 


1891. 


Schönbach,    Eine   Grazer    Hs.    lutein.-deutscher    R  b  n  i  s  c  h  ,  Die  Volsunffasaga  {G  o  1 1  h  e  r). 
Predigten  (Schniidti.  lArthourand  Merlin  hrsg.  von  Kölbing  (K  a  - 

Besson,  De  tiebastiani  Itrant  sermone  tBinz).        j    ,  luza). 

Liesenber^.  Die  Stieger  Mundart  (B  eh  a  gh  e  i>.  '  E  t  u  d  e  s     r  o  ni  a  n  e  s      dediees      ä     Gaston     Paris 

F  r  a  u  li  e  ,    Reinheit    und  Reichthum   der  deutschen  !      fS  u  c  h  i  e  r). 
Schriftsprache     gefordert     durch     die     Mundarten  ,  X  ä  t  e  b  u  s  ,   Die   nie l.tlyrischen  Strophenformen  des 
(Bchagbcll.  Altfranzösischen  iSuchier). 

S  1  o  e  t ,  De  Planten  in  het  germaansche  volksgeloof    B  o  u  r  g  o  i  n  ,  Les  maitres  de  la  critique  au  XVIF  s.    Literarische    Mittheilungen,     Personal- 
en volksgebruik  (Kossmann^.  |      (Morf;.  i      nachrichten  etc. 


[  Bierbaum,  Lehrbuch  der  ftanzösischen  Sprache; 

Methodische  Anleitung  (Breymann). 
.S  a  I  V  i  o  n  i ,  Xotizia  iniorno  ad  un  codice  visconteo- 

sforzesco  (Wiesej. 
II  e  n  n  i  g  s  ,     Studien     Zü     Lope     de    Vega    Carpio 

(Stiefel;. 
Bibliographie. 


Schönbach,  Anton  E.,  Ueber  eine  Grazer  Handschrift 
lateinisch-deiitscher  Predigten.  Kestsclirift  der  k.  k. 
Kai-1-Frnnzens-Univer,*ität  zur  Jahresfeier  am  1.5.  November 
1S90.     Graz,  Leuscliner  &  Lubensky.   189U.   142  S.  8. 

Doppelt  anregend  ist  die  Gabe,  die  der  Verfasser 
liier  bietet.  Zunächst  dm-cli  die  Mittlieilung-en  aus  der 
dem  Beginn  des  14.  .Jahrhunderts  augehörigeu  Hand- 
schrift. Sie  enthält  lateinische  Predigten  mit  iinter- 
gemischtem  deutschem  Text.  Z.  B.  Si  autem  non  vis 
cognoscere  dominum  in  prima  domo,  hoc  est  in  ecclesia, 
von  der  lere,  die  du  da  hörest;  si  non  vis  in  secunda 
cognoscere  dominum,  hoc  est  in  corde  tuo,  von  den 
tugentlichen  genaden  des  heiligen  gaistes,  daz  dich  gut 
manet ;  si  non  in  tercia  domo,  qua  est  beata  uirgo,  mit 
den  eru  und  mit  dem  dienst,  des  du  ir  schuldig  bist;  si 
non  in  quarta  domo,  hoc  est  in  mundo,  daz  du  die  tage, 
di  dir  got  in  der  werlde  gegeben  hat,  nilit  also  eren 
wil  als  got  lobleich  ist;  ist  daz  du  got  nilit  erchennest 
in  dem  schulhaus,  daz  ist  in  dem  vegfiuvver,  ob  iz  lüht 
bezzer  molite  werden,  tune  nunquam  cognosces  eum  in 
dein  swebeuden  hus,  daz  ist  in  dem  liimelrich,  sed 
oportet,  ut  eum  cognoscas  in  domo  tenebrarum,  hoc  est 
in  Inferno.  Manches  sprachlich,  stilistisch,  literarisch 
und  antiquarisch  Anziehende  findet  sich  in  den  Stücken: 
merkwürdige  Wörter,  hübsche  Vergleiche  und  Anreden 
an  die  Gläubigen,  hie  und  da  ein  Gespräch,  z.  B.  1.32  c, 
es  werden  verschiedene  Verse  und  Sprichwörter  ange- 
führt, Geschichten  erzählt,  deren  mehrere  der  Heraus- 
geber aus  französischen  Quellen  nachweist,  Paris  wird 
auch  öfter  erwähnt.  Citirt  werden  u.  a.  Vinceiitius 
Bellovacensis,  Magister  Ludolfus  in  floribus  grammati- 
calibus  qui  dixit:  otia  dant  vitia,  Passionale,  Seneca 
(auch  in  Bertliolds  Sermones  ad  Eeligiosos),  Vergilius 
(der  mittelalterliche),  philosophus  (Aristoteles).  Auf  das 
Griechische  finden  sich  niaiiclierlei  Beziehungen :  das 
Wort  Karakteres  kommt  öfter  vor,  von  einem  rex 
Graeciae  wird  eine  Geschichte  erzählt,  eine  Et3'raologie 
von  Juppiter  versucht,  wie  bei  anderer  Gelegenheit  von 
Gott :  Got ,  (juod  consomim  est  ei,  cjuod  est  'guet'  — 
Aegisthos  wird  erwähnt  und  die  Sirenen  —  'canon' 
graeee  heisst  es  einmal,  'regula'  latine  —  pyr  und  j'dor 
(tivo,  id(on)  erklärt  und  mancia  (jiKfTrin)  —  geomancia 
a  geos,  quae  est  terra.  Viel  beschäftigen  den  Prediger 
die  beliebten  carmina,  cantilenae,  incantationes.    Beson- 


ders ärgerlich  sind  ihm  die  histriones,  die  Spielleute: 
expeUe,  sagt  er  einmal,  ribaldos,  histriones  et  tibicines. 

Die  Predigten  sind  zum  Theil  gewiss  von  Berthold 
von  Eegeusbm-g,  dessen  Sammlungen  oft  angeführt 
werden.  Wahrscheinlich  rührt  der  Hanptstock  des 
Werkes  von  ihm  her.  Im  Anschluss  an  die  aus  dieser 
Handschrift  und  dem  in  Frankreich  damals  üljliclien 
Gebrauch  sich  ergebenden  Beobachtungen  stellt  der 
Herausgeber  hinsichtlich  der  Ueberlieferung  der  Ber- 
tholdischen Predigten  Folgendes  auf.  Berthold  hat  stets 
deutsch  gepredigt.  Seine  Predigten  wurden  lateinisch 
nachgeschrieben.  Deutschschreibeii  wäre  den  Zuhörern 
zu  schwer  gefallen,  während  Latein,  die  Nachschreibenden 
waren  doch  Geistliche,  keine  Schwierigkeiten  bereitete 
und  das  Gedächtniss  damals  wohl  geübt  war.  So  sei 
es  auch  in  Frankreich  gewesen,  das  auf  diesem  Gebiet 
für  Deutschland  ebenso  anregend  war  als  auf  andern. 
Berthold  selbst  hat  bekanntlich  auch  lateinische  Xieder- 
schriften  seiner  Predigten  veranstaltet.  Alle  diese  Samm- 
Inngen  wurden  im  Lauf  der  Zeit  umgearbeitet,  erweitert, 
verkürzt.  Daher  die  grossen  Abweichungen  der  Hand- 
schriften und  die  Unmöglichkeit  einen  einheitlichen  Text 
und  die  ursprüngliche  Ordnung  der  Predigten  herzu- 
stellen. Die  deutsch-lateinischen  Predigten  nun  seien 
Vorarbeiten  zu  deutschen  Bearbeitungen  der  lateinischen 
Stücke,  wobei  manches  auf  den  ursprünglichen  Wortlaut 
zurückgehn  mag.  Und  alle  uus  in  deutscher  .Sprache 
überlieferten  Predigten  Bertliolds  seien  aus  den  ihnen 
entsprechenden  lateinis  heu  Fassungen  übersetzt  oder 
vielmehr  bearbeitet.  Diese  deutschen  Bearbeitungen 
dienten  zunächst  dem  Gebrauch  von  Predigern,  dann 
aber  besonders  der  erbaulichen  Leetüre  wie  die  Samm- 
lungen Eckliarts,  Taulers,  Hermanns  von  Fritzlar  u.  a. 

Eeferent  erlaubt  sich  auf  eine  Stelle  in  der  Vor- 
rede zu  den  Predigten  des  Priesters  Kourad  hinzuweisen. 
Dort  heisst  es:  Quapropter  nee  latinis  verbis  editum, 
quod  etiaiu  magistrorum  quaerit  Ingenium,  in  idiomate 
maternae  linguae  prorupi,  quo  facilius  pateat  legenti  et 
audienti  eins  intuitio.  Wenn  das  Bedürfniss  vorhai:deu 
war  die  Predigten  deutsch  zu  besitzen,  kann  das  Xach- 
schi'eiben  nicht  mehr  gekostet  haben  als  das  Uebersetzen. 
Gewandtheit  in  der  deutschen  Schrift,  die  um  1250  doch 
nicht  gar  so  wenig  kann  entwickelt  gewesen  sein,  ist 
in  beiden  Fällen  erforderlich.    Die  Gedächtnissarbeit  ist 

19 


259 


1891.    Litcraturblatt  fQr  germanisohe  und  romanische  Philologie.    Nr.  8. 


2till 


dieselbe,  ob  lateinisch  oder  dentscli  iiaclig:esclii'ieben  wird, 
und  die  geistig'e  Arbeit  ist  doch  wolil  g:eringer,  wenn 
man  in  der  Jlutterspraclie  nachsihreibt,  besonders  bei 
Geistliehen,  die  sich  darauf  einübten  deutsch  zu  predigen. 
Der  Verlasser  sagt  selbst  im  Anzeiger  für  deutsches 
Altertimm  1884,  40:  'Ich  halte  es  für  sicher,  dass  alle 
nns  deutsch  erhaltenen  Predigten  IJertholds  auf  diese 
\Veise  überliefert  (d.  li.  nachgeschrieben)  worden.'  Und 
8.  18  f.  der  vnriiegenden  .Schrift  spricht  ei-  auch  noch 
von  deutsclien  Xiederschriften,  später  freilicli  nicht  mehr. 
Nach  S.  25  wären  die  in  Frankreich  gehaltenen  fran- 
zösischen Predigten  französisch  niedergeschrieben  worden, 
wovon  später  nicht  mehr  die  Rede  ist.  Uebrigens  findet 
sich  in  Koni'ads  Predigten,  die  doch  nicht  nachgeschrieben 
sind,  gelegentlich  auch  Latein  und  l)enisch  in  einem 
Satz.  Doch  über  alle  diese  Fragen  dürfen  wir  im  letzten 
Band  des  grossen  Predigtwerkes  unsers  Verfassers  er- 
schöpfende IBelehrung  erwarten.  Und  auch  der  latei- 
nischen Predigten  Bertholds  sollte  er  sich  annehmen. 
Denn  von  denen,  die  sich  bisher  damit  beschäftigt  haben, 
ist  nicht  viel  zu  erwarten.  Mit  Bertholds  Stellung  in 
der  (Tescliichte  der  deutschen  Sprache  ist  es  allerdings 
endgiltig  vorbei. 

Wiederholt  wird  in  den  vorliegenden  Stücken  aut 
Predigten  eines  Chnnradus  verwiesen,  der  sich  vorläufig 
nicht  bestimmen  lässt.  Auf  der  Wiener  Hofbibliothek 
findet  sich  unter  Nr.  2350  (14.  .lalirluindert)  Conradus 
frater  ordinis  praedicatoruiu  Tra<tatus  le  intentionibus, 
nnter  Nr.  1575  (14.  .Jh.)  Clmnradus  Speculum  beatae 
Mariae  virginis.  Nr.  573  (12.  Jh.)  Vitae  alleniannisclier 
Bischöfe,  darunter  auch  ein  Konrad,  ob  dies  ein  Prediger 
war,  weiss  Referent  nicht,  endlich  Nr.  3468  Caleudarium 
in  usum  Minoritaruni. 

Zum  Text  erlaubt  Referent  sich  folgende  Bemer- 
kungen. S.  67,  4  eniendacionis  vita  nostre  1.  vite. 
70,  1  u.  ego  sciscito  vos  hodie  ad  iudicium  oninipotentis 
dei  1.  suscito.  73  m.  sine  onniio  iudici((  1.  omni.  74,  7  u. 
in  latino  tantummodo  volo  iudicare:  nach  miuem  ernst 
und  nilit  nach  niiner  seufte.  Damit  vergl.  69,  3  Hec 
postijuam  dixeris  in  latino,  iternm  dicas  in  tlieutonico 
77,  5  Hoc  die  in  latino  107,  8  u.  hoc  die  tanien  (tan- 
tum)  in  latino  —  die  in  latino  tamcn.  Danach  ist  oben 
zu  interpungiren:  in  latino  tantmuniodo:  volo  iudicare 
nach  niinem  ei-nst.  .Sehnliche  Stellen  linden  sich  in  den 
vom  Verfasser  Anzeiger  1881,  393  aus  einer  andern 
Grazer  Handschrift  mitgetheilten  Stücken.  Dort  heisst 
es:  hoc  die  in  vulgari  et  non  in  latino.  et  postea  in 
latino.  tunc  die  ea  similiter  .  .  in  vulgari  sie:  .Also  spriclie 
ich,  beata  virgo  dei.  Es  scheint  also  nicht  durchaus  in 
deutscher  Sprache  gepi'edigt  worden  zu  sein.  Vielleicht 
geben  die  deutsch-lateinischen  Stücke  ein  Bild  der  ge- 
mischten Predigtwuise,  die  selbst  in  Abraham  a  St.  Claras 
Predigten  noch  sichtbar  ist.  76  med.  Vos  debetis  in  ignem 
infernalem,  quod  .  .  nuiuiuam  extinguer(^  ])fltest  1.  extingui 
wie  unten.  Daneben  wird  der  Wechsel  von  subter  und 
subtus  nicht  uisiniinglicli  sein.  79  Nr.  10,  4  nota  de 
rnstico,  (jui  invo<al)it  lovem  1.  invocavit.  82,  4  multe 
sunt  rationes,  que  brevi  sermone  explicare  non  possunt 
1.  explicari.  83,  43  c  illa  vestit  puerum,  den  blozzen 
haubet,  blozze  seilten  pauperum  bedenchet  1.  bedechet. 
85,  51c  (|Mia  jiacieiis  fuit  nee  recessit,  deus  enim  quarta 
ei  nocte  aiiparuit  -  enim  zu  streichen.  51  d  rogavit 
istuiii,  nt  projiter  cum,  qui  ut  liodie  i)ertulit  mortem  in 
cruce,  sibi  parceret  —  uf  vor  hodie  zu  streichen.  91,  85d 
usque  ad  eamdaiii  i|iiarlaiii   liiieani  l.eandem.    Ib.  4  u.  sie 


fiiciunt    ipse    habendo    fidem    1.    ipsi.     93,   84    Seminat 
pater  semen  bonitatis  nie  —  1.  niee.     94,  90,   109  c  De 
imc  reqnire  in  sermone  1.  de  hac  materia  wie  99.     95, 
94,   6  rerum  mundnnarum  1.  nnuidanaruni.      Ib.  8  u.  Da 
si  troestet  dein  gemuet  1.  Daz  wie  in  den  andern  Sätzen. 
98  m.  chum  zu  staten  paupere  filie  mee  1.  pauperi.    Die 
Form  iiauperus  war  damals  wohl  nicht  üblich.     Ib.  3  u. 
nach    tundit  Komma    statt  Punkt.      104   m.    cum   quibus 
solent    curari    das    Konnna    nach    curari     zu    streichen. 
10(i,   178b    nota    de    animali    oriolo    1.    ariolo  wie   109, 
198b.     111,  235d    stinnnt    nicht    vollständig    mit    dem 
Citat  S.  42.     113  ni.    lenge  deine,    meer  tuas  virtutes, 
churtze  dein  nntugeiule  —   nach  deine  fehlt  vernuithlich 
fugende.      115  m.  dem  ist  da  mit  wol   1.  den.      118  m. 
1.  seciindani  turmani  dueebat   sanctus  Petrus,      120,271c 
st,  iocundas  1,  ioenndat.      129,  3  u.    quod   sunt   gutte  1.    ^ 
quot.     131,  4    secundum    opus   est  —  est   zu  streichen.      ' 
133,  8  u.  den  got  an  sich  gelet  hat  1.  an  si  und  wohl 
auch  geleit.     136,  2  u.  que  sacerdotes  facit  1.  sacerdos.    i 
137  m.    der  nit  ward  verraten    1.    rat   wie    136,   12  u.    I 
Ib.  8  H.    St.    den    menschen    1,    dem,      140,    405b    wird      • 
St.    sonentes    zu    lesen    sein    sonantes,    obwohl    ähnliche 
Formen  vorkonnnen.      141  m.   venimus  und  pflichten  uus    : 
1.  veniamus. 

Wien.  Johann  Schmidt. 

Besson,  P.,  De  Sebastian!  Brant  Sermone.  Thcsini 
propoiiebat  raeultiiti  litteiariirii  l'aiisioiisi.  Arsontorati,  ex 
typia  sücietatis  typogiiiiiliioiic  Alsaticae.   1S90,   143  S,  8. 

Jlit  der  Wahl  seines  Themas  hat  der  Verfasser 
einen  guten  tirifl'  getliaii.  Brants  Stellung  in  der 
deutschen  Literaturgeschichte  lässt  ihn  auch  für  die 
(Tescliichte  der  Entwickelung  der  deutschen  Sprache 
wichtig  erscheinen;  so  muss  eine  genauere  Betrachtung 
seiner  Schriften  iiianches  interessante  Ergebniss  für  die 
deutsche  Grammatik  und  Siiradigeschichte  zu  Tage  fordern. 
Dazu  lagen  scliuu  verschiedene,  zum  Theil  bedeutende, 
Vorarbeiten  vor  in  der  trefflichen  Ausgabe  von  Brants 
Narrenschiff  durch  Zarucke,  in  den  Arbeiten  von  Bahder, 
Kluge,  Socin,  Gessler  und  andern.  Diese  scheinen  «aber 
merkwürdiger  W^eise  dem  Verfasser  der  vorliegenden 
Tliese  ganz  unbekannt  geblieben  zu  sein  —  er  gibt 
wenigstens  nirgends  in  seinem  Buche  einen  solchen 
Literaturnachweis  --  ausser  Zarnckes  Ausgabe,  die  er 
Wohl  einige  Male  erwähnt,  von  deren  Verwertliung  man 
aber  im  Verlauf  seiner  Arbeit  nicht  viel  zu  merken  be- 
kommt. 

Man  kann  leider  nicht  sagen,  dass  Bessons  Schrift 
einen  grossen  Fortschritt  auf  dein  behandelten  (lebiete 
bezeichne;  nur  vielleicht  insot'ern,  als  er  das  bei  .Viulern 
etwas  zerstreute  ;\lateiinl  näher  zusammenrückt  und 
seine  Untersuchungen  auf  dem  Gebiete  der  Syntax  etwas 
weiter  ausdehnt.  l)och  hätte  sich  gerade  auch  in  Bezug 
auf  letztere  aus  Zarnckes  Commentar  noch  iiianche 
treffende  Bemerkung  ausziehen  lassen. 

Besson  behandelt  in  vier  Hauptabschnitten  Laut- 
uiid  Formenlehre,  Wurtbildung  und  Syntax  der  Sprache 
Brants;  ein  Anliaiig  bi'ingt  einige  kurze  Beobachtungen 
über  des  Dichters  Stil  und  Verskunst.  Die  Metliode  des 
Verfassers  ist  keine  lobenswerthe.  Er  durfte  sich  nicht, 
wie  er  es  meistens  gethan  hat,  darauf  beschränken,  die 
ortlicigraphischeii,  lautlichen  etc.  Verschii'denhciten  cdine 
irginid  eineil  Eikläriingsversucli  neben  einander  zu  stellen; 
dies  fiilii't  oft  zu  ganz  niiriclitigeii  Fassungen  der  Ivegt'ln, 
deren  .\usdruck  vielleicht  unter  dem  lästigen  Zwange 
der  vorgeschriebenen  lateinischen  Sprache  noch  ungelenker 


i 


2ß1 


1891.     Litcraturblntt  für  gcrmnnische  und  romanische  Philologie.     Nr.  8. 


262 


geworden  ist.  Es  handelte  sich  viclmelir  darum,  aus 
den  verschiedenen  neben  einander  bestellenden  Formen 
die  Bi-ant  wirklicli  zukommenden  auszuscheiden.  Ab- 
weifliungen  auf  den  jeweileu  wiikenden  Einfluss  zurück- 
zuführen. Dazu  liiitte  allcrdiniis  die  Heranziehung-  der 
lieutig-en  elsassisdien  Volkssprache  eine  viel  intensivere 
und  tieferdringende  sein  müssen,  als  sie  es  in  Wirklich- 
keit ist.  Das  ist  freilich  ein  Versäumniss,  wegen  dessen 
man  einem  Franzosen  keinen  gi-ossen  Vorwurf  machen 
darf.  Aber  auch  eine  weniger  oberflächliche  Betrach- 
tung der  Sprache  des  Xarrenschiffs  selbst  hätte  bei 
liistorischer  Behandlung  viel  bedeutsamere  Eesultate  ge- 
liefert. Es  scheint  eben,  wie  dies  auch  die  zusammen- 
fassenden Bemerkungen  am  Schlüsse  jedes  Abschnitts 
erkennen  lassen,  dass  Besson  sich  die  Grundsätze  der 
heutigen  philologischen  Forschung  noch  nicht  völlig  zu 
eigen  gemacht  habe. 

Zur  Illustration  des  Gesagten  möge  es  uns  gestattet 
sein,  einige  Einzelheiten  herauszugreifen.  S.  16.  ketjrjehi 
{^=  kegeln)  darf  nicht  mit  anrcyi/cii,  heireijgen  zu- 
sammengestellt werden;  im  ersten  Falle  liegt  wolil  wirk- 
licher I>iphthong  vor,  vgl.  baseld.  kaigl.i,  während  in 
den  andern  Fällen  die  Schreibung  eijg  die  spirantische 
Xatur  des  <i  andeuten  wird.  —  S.  35:  Aus  all  schisz 
ist  nicht  auf  eine  unumgelautete  Plm-alform  scluisz  zu 
schliesseu,  man  vergleiche  zur  Erklärung  Schweiz,  all 
ihti/  gegenüber  dem  regelmässigen  Plural  (/<>'//.  —  S.  95. 
Der  Satz:  ..Deinde  participiuni  verborum  Diiisse»,  sollen, 
dürfen  et  aliorum  cum  infiuitivo  verbi  cujnscmnque  con- 
junctum,  exitum  oi,  sublato  praeverbio  ge,  exhibet: 
Jeder  rtjm  hat  sich  muessen  schniucleii"  ist  ein  drastisches 
Beispiel  für  die  äusserliche  Auflassung  sprachlicher  Er- 
scheinungen. —  S.  96  sagt  Besson:  ..dialectus  ipsa  quod 
ad  syntaxim  attinebat,  multo  minus  a  sermone  medü 
aevi  distabat  quam  quod  ad  alias  grammaticae  partes 
spectabat";  ich  hofl'e  aber  bald  an  anderer  Stelle  nach- 
weisen zu  können,  dass  auch  in  der  Sj'ntax  der  Unter- 
schied zwischen  der  mündlichen  Rede  und  der  geschrie- 
benen Si)rache  im  15  16.  .Talu'hundert  grösser  war  als 
man  gemeiniglich  anuinnut.  —  S.  99  ist  in  den  Sätzen: 
^4ls  diionf  oiich  die  den  Jr  hoshej/t  Gott  lang  uff 
bessernng  rertreit  und  Herodias  jr  dochter  hiez  das  .  . . 
die  Construction  ganz  falsch  aufgefasst  und  darum  für 
die  Annahme  eines  eigentlichen  Dativ  possessiv  gar  nichts 
bewiesen.  —  S.  100  meint  der  Verfasser,  in  dem  Satze 
irann  man  eyn  spöttrr  uiirfft  für  thner  sei  der  Artikel 
vor  fhuer  ausgelassen,  thuer  ist  vielmehr  als  Assimi- 
latiiiu  aus  (/'  thuer  anzunehmen  und  darum  nicht  mit 
Paul,  lllid.  Gramui.2  g  223,  1  zusammenzustellen.  — 
S.  101:  Do  man  jn  hoesz  und  guutes  tueg.  Wenn 
man  von  wis  und  hübschen  seit  verdanken  die  Weg- 
lassung der  Endsilbe  gewiss  eher  der  Versnoth  als  einem 
wirklichen  Gebrauch  der  lebendigen  Volkssprache.  — 
S.  116.  In  Und  mach  mir  selbst  ein  tesfament  Was 
mir  leijdt  trürt  noch  mgnem  dot  ist  was  nicht  auf  das 
Substantiv  testament,  sondern  auf  den  ganzen  vorher- 
gehenden Satz  zu  beziehen. 

Eine  erneute  genaue  Untersuchung  über  die  Sprache 
Brants  wird  sich  also  immer  noch  lohnen. 

Basel.  Gustav  Binz. 


Liesenber?,    Friedrich,    Die   Stieger   Mnndart,    ein 

Idiom  des  Unteiliarzes,  besonders  hinsiolitlicli  der  Lautlehre 
(larffesteUt,  nebst  einem  etvniolofjischen  Idiotikon.  Göttnigen, 
Vanilenhoeek  &  Rupreclit.  VII,  225  S.  8.     M.  4,.50. 

Eine  schätzenswerthe  Stoft'sannnlung  ans  einem 
interessanten  Gebiete.  Als  besondere  Merkwürdigkeit 
erwähne  ich,  dass  germ.  th  in  Stiege  überall  anlautend 
als  Tennis  erscheint  —  ausser  in  den  Pronomiualstämmen, 
welche  die  Media  festhalten.  Löblich  ist,  dass  der  Verf. 
auch  der  Wortbildung  seine  Aufmerksamkeit  zugewandt 
hat ;  von  der  Syntax  w-eiss  er  so  wenig  zu  melden,  wie 
irgend  ein  anderer  Dialektforscher. 

Als  Musterbeispiele  von  Darstellungen  einer  Mund- 
art nennt  Liesenberg  die  .arbeiten  von  Regel  und  AVin- 
teler.  I^eider  hat  er  sich  dem  Vorbilde  des  ersteren 
angeschlossen.  So  sind  wir  z.  B.  ausser  Stande  zu  er- 
kennen, ob  ein  von  ihm  erwähntes  e,  o  off'en  oder  ge- 
schlossen ist.  Und  auch  um  die  Gliederung  und  Beur- 
theilung  der  Thatsachen  ist  es  schwach  bestellt.  So 
hat  er  füi'  den  Uebergang  von  i  >  e  keine  Regel  zu 
finden  gewusst  (S.  5) ;  scheinbare  Doppelentwickelungen 
des  gleichen  Lautes  haben  ihn  nicht  beunruhigt ;  er  hat 
nicht  wahrgenommen,  dass  mehrfach  die  scheinbaren 
Ausnahmen  lediglich  Lehnwörter  sind. 

Dass  Text  und  Beispiele  im  Druck  nicht  unter- 
schieden sind,  ist  sehr  verdriessUch. 

Giessen.  0.  Behaghel. 

Franke,  Carl,  Keinheit  und  Heichtbum  der  deutschen 
Schriftsprache  gefördert  dnrch  die  Mundarten.  Leip- 
zig, Toubner.  142  S.  S. 

Franke  hat  eine  beträchtliche  Anzahl  von  deutschen 
Mundarten,  ziuual  mitteldeutschen,  in  Bezug  auf  Wort- 
schatz und  ..Redebilder"  durchgemustert  und  legt  uns 
nun  seine  reichen  Sammlungen  vor.  die  uns  zeigen  sollen, 
welche  Fülle  von  A\'örtern  und  Wendungen  in  den  Mund- 
arten lebt,  deren  Aufnahme  geeignet  wäre,  die  Ausdrucks- 
fähigkeit und  Anschaulichkeit  unserer  Schriftsprache  zu 
fördern.  Der  Stotf  ist.  was  durchaus  zu  billigen,  nach, 
sachlichen  Gruppen  geordnet.  Oefters  sucht  der  Ver- 
fasser auch  sprachliche  Erklärungen  zu  geben,  wobei 
freilich  zu  erkennen,  dass  seine  sprachliche  Schulung 
„nicht  weit  her  ist".  Es  kann  keinem  Zweifel  unter- 
liegen, dass  die  Bestrebungen  Frankes  eine  gesunde 
Grundlage  haben,  dass  die  in  Folge  der  fortschreitenden 
Einigung  immer  melu'  verarmende  Schriftsprache  gilt 
thut,  aus  dem  reichen  Borne  der  Mundarten-  zu  schöpfen. 
In  wie  weit  die  Vorschläge  Frankes  im  Einzelnen  be- 
rechtigt sind?  Der  Ausgang  .gibt  den  Thaten  ihre 
Titel,  sagt  Goethe.  Im  Ganzen  glaube  ich,  dass  der 
Schriftsteller  schwerlich  seinen  mundartlichen  AVortschatz 
aus  einer  derartigen  Sammlung  schöpfen  wird,  sondern 
er  wird  selber  zu  den  Quellen  hinabsteigen,  wenn  ihm 
die  Bedeutung  der  Sache  klar  geworden,  wenn  er  er- 
kennt, dass  Andere  vor  ihm  das  Gleiche  gethan.  Es 
wäre  deshalb  wohl  nützlich  gewesen,  wenn  Franke  noch 
ausführlicher  dargelegt  hätte,  wie  schon  bisher  die 
Literatursprache  bei  den  Mundarten  in  die  Lehre  ge- 
gangen. Z.  B.  Wieland  hätte  hier  nicht  fehlen  sollen. 
Am  meisten  Glück  dürfte  Franke  mit  dem  Hinweis  auf 
die  zahlreichen  guten  Verdeutschungen  haben,  welche 
das  Holländische  besitzt. 

F.  ist  wohl  nicht  Soldat  gewesen;  sonst  könnte  er 
unmöglich  den  Ersatz  von  Lieutenant  durch  Rotteuführer 
empfehlen.  Ahmarachen  stammt  doch  wohl  aus  dem 
Hebräischen  ? 

Giessen.  0.  Behaghel. 


263 


1891.     Literaturblatt  für  srcrmnniBolie  und  romanische  Philolofrie.     Xr.  S. 


2r,  ( 


Sloi'l.  L.  A.  .1.  W.  ßaron,  De  Planten  in  liet  ger- 
iiiaansclie  volksgeloof  en  volksgebriiik.  'sOravonlmsc, 
M.  Nijlioff.   ISiiO.  !IS  S.     fl.  1.2.-). 

In  der  Sfai-  nnd  .Tiininuminer  des  Gids  IHHI  er- 
scliien  ein  grösserer  Snniniclnufsatz  'Het  volksgeloot'  aan 
liet  bovi'nnatnurlijke  in  liet  rijk  der  planten'  von  Uaron 
Sloct  (früliereni  tieiieralgipnvcrneur  von  Niederl.-Iiidien 
und  Präsidciit-Cnrator  der  Leidener  l'niversitlit  7  Ksi'U), 
in  \Vfl(lii-m  eine  reiche  Auswalil  aus  den  bekannten  Sagen- 
s;unnilnn;ren  und  pflanzenniytholnjriselien  Forschungen  für 
das  ffcbildete  Publikum  znsaniinenfretragen  war.  Die 
Benutzung'  ferner  liegender  Werke,  wie  des  Dodonaeus 
Herbarius.  Kruijt  en  Bloendiof  1  W.i.  und  besonders  die 
ertalirnngreiclie  botaniselie  Vertrautheit  des  Verf.'s  mit 
den  behandelten  Pflanzen  gaben  dem  Aufsatze  einen  be- 
sondern Reiz.  Die  parallele  Behandlung  d'-r  Tliierwelt 
schwoll  dem  Verf.  so  über  das  Mass  eines  Zeitschrift- 
artikels, dass  er  'De  dieren  in  het  gerinaansclie  volks- 
geloof  en  volksgebruik'  als  480seitiges  Werk  ('sGraven- 
hage  1888)  erscheinen  Hess  —  leider,  möchte  ich  sagen; 
denn,  ist  die  Behandlungsweise  des  Verf.'s  dieselbe  ge- 
blieben wie  im  (üdsartikel,  der  Leser  wird  an  ein  solches 
Werk  andere  Ansprüche  stellen  und  wird  zu  viel  oder 
zu  wenig  darin  finden  (vgl.  z.  B.  die  Xaclitigall.  die 
auf  zwei  Seiten  mit  acht  Marchenauszügen  abgemacht 
wird).  Das  hohe  Alter  hinderte  den  unverdrossen  weiter 
sannnelnden  Verfasser  an  einer  entsprechenden  Umarbei- 
tung seines  l'tlanzenartikcls,  und  so  gab  er  in  dem  vor- 
liegenden Büchlein  nur  vierzehn  (im  Inlialtsverzeidiniss 
ist  der  Weichselbaum  S.  40 — 5(1  vergessen)  'Skizzen 
merkwürdiger  Pflanzen  Hollands  und  der  angrenzenden 
Länder',  die  er  ahnungsvoll  seinen  Schwanengesang  nennt. 
Sie  umfassen  Flachs,  Hanf.  Hanfwürger,  Weiclisel, 
Hopfen,  Porst,  Jlaiblümchen,  (iänseblümchen,  Bilsen- 
kraut, Spindelbaum  (Evonymus  europ.),  Johanniskraut 
(Hypericum  perfor.).  Vergissmeinnicht.  Hasel,  Linde. 
Gleichmassigkeit  ist  nicht  angestrebt:  während  die  Ab- 
handlung übel-  den  Flachs  (S.  1—42)  äusserst  breit  an- 
gelegt ist  und  die  Geschichte  der  Leinwand,  die  Parasiten 
des  Flachses,  die  Baumwolle,  die  ganze  Spinnerei  practiseh, 
literarisch  und  mythologisch  in  ihr  Bereich  zieht.  werdeTi 
beim  Weichselbaum  weder  Sagen  nocli  (Gebräuche  noch 
literarische  Belege,  sondern  nur  (iescliichte  der  Kultur, 
chemische  nnd  pharniazeutiscIieEigenthünilichkeiten  (Haus- 
recept  für  Maraschino!)  aufgeführt,  die  Skizze  über  das 
Vergissmeinnicht  bestellt  zu  einem  Drittel  aus  Citaten 
aus  Goethes  Blümchen  Wunderhold.  Erfreulich  in  ihrer 
Beschiiinknng  ist  die  Behandlung  der  Linde:  botanische, 
litianzengeiigriiphische  Notizen,  zwölf  ausführliche  Belege 
der  Gerichtsliiide,  meist  aus  (iiiinms  Weistliiinieru  (nach 
dem  Kegister,  wo  gegen  liO  Belegstellen  angeführt  sind), 
sechs  historische  Linden,  fünf  Marienlegenden,  fünf 
Belege  der  Heilkraft  aus  der  Volksmedizin.  Für  die 
Gerichtslinde  hätte  der  Verf.  in  der  Vorarbeit  eines 
Landsnmnnes  einen  älteren  Beleg  finden  können,  als 
seine  ans  deutsclien  ((•uellen  geschöiiften,  die  nicht  über 
das  XIV.  Jh.  zuriickgelien:  'Acta  sunt  anno  Domini 
1270  in  loco  et  sub  tilia  Timeren,  coram  viris  idoneis' 
(v.  d.  Bergh,  Proeve  van  een  kritisch  woordenboek  der 
nederlandsche  niythologie.  Utrecht  1846.  Artikel  "heilige 
wouden ).  Hervorgehoben  sei  noch,  dass  S.  81  die 
virga  frngiferae  arbnri  decisa  des  Tacitus  gegen  Gi'inim 
unil   lliiltzmann  auf  den   Haselstrauch  gedeutet  wird. 

Dass    diese    harmiosen,    ansprechenden  Skizzen   und 
Notizen  unter  einem  so  umfassenden,   iireführendeii  Titel 


berausgegeben  werden    sind,    muss  als  ein   bedauerlicher 
Fehler  bezeichnet  werden,  der  den  zahlreichen  Bebauern 
des  Feldes  Enttäuschungen  zu  bereiten  geeignet  ist. 
Tiel.  E.  F.  Kossmann. 


I  Uanisch,  Wiltielu,  Die  Volsnnsasasa  Nncli  Bnggp? 
Text  mit  Eiiilpitun?  uml  Glussar.  Berlin,  Mnyer  &  .Müller, 
l^iltl.  XVIII,  210  S.  S.     M.  3,G0. 

In  der  Einleitung  entwirft  Ranisch  eine  Skizze  des 
Entwicklungsganges  der  nordischen  Nibelungendichtung 
bis  auf  die  Vijlsungasaga,    wobei  er  sich  in  der  Haupt- 

:  Sache  auf  Jlüilenhoft"  Zs.  f.  d.  A.  10  u.  2:5  nnd  auf 
den  Comnientar  zu  den  Sigurjdiedern,  der  demnächst  als 

I   Anhang    zu    DA.    V    erscheinen    soll,    stützt.     Die    alt- 

1  fränkische  Welsungensage  umfasste  die  Geschichte  von 
Sigmund  und  Sintarfizzilo,  von  Sigfrid  und  den  (iibicungen- 
Nibelungen:  aber  was  die  Volsungasaga  von  OJjin  be- 
richtet, gehört  sicherlich  zu  den  nordischen  Zutliateu 
und  darf  nicht  mit  Müllenhotf  in  die  altfränkische  Sage 
zurück  verlegt  werden  (gegen  diese  Annahme  vgl.  auch 
Synions,  in  Pauls  (irundriss  11.  1.  24).  Sigfrids  Er- 
mordung draussen  im  Wald  kann  allein  in  der  alten 
fränkischen  Ueberlieferung  erzählt  worden  sein;  die 
deutschen  Quellen  wahren  hier  entschieden  den  echten 
Sagenstand.  Der  nordische  Bericht  von  Sigurl)s  Ermoi- 
dung  an  Gul)rüns  Seite  im  Bette  ist  Jünger  und  kam  in 
Island  auf,  weil  es  eben  dort  keinen  Wald  und  keine 
Waldjagd  gibt.  Ranisch  glaubt,  die  Ursage  habe  von 
Sigfiids  Verlobung  mit  Brünhilde  berichtet,  welche  dann 
wegen  eines  Zaubertrankes  gebrochen  ward.  Eine  andere 
Auffassung,  die  den  Motiven  auf  psychologischem  Wege 
beizukonnnen  sucht,  aus  denen  der  erste  Schöpfer  der 
Sigfridsage  sein  Meisti-rwerk  aufliaute.  suchte  ich  zuletzt 
in  der  Beilage  zur  Allgemeinen  Zeitung  vom  1.  März 
18'jO  S.  2  zu  begründen.  Ich  kann  mich  nicht  davon 
übeizengen,  dass  ursprünglich  eine  auseinander  gegangene 
Verlobung  und  Zauber-  und  Liebestränke  zur  tragischen 
Schürzung  der  so  einfach  und  erhaben  angelegten  epischen 
IlaMiUuiig  Verwendet  wurden'. 

Der  Text  ist  ein  Abdruck  von  Bugges  Ausgabe 
der  \'(dsungasaga,  doch  mit  einigen  Aendernngen  in  der 
()rtliogra])hie,  so  i^'  für  ce,  0  für  ü,  0  für  w,  z  für  sf 
sk  {Itafaz  statt  hafast,  ha/ask),  für  ds  und  (T.-<     Ferner 

,  ist  überall  p,  nie  f?  verwendet,  freilich  etwas  bedenklich 
bei  einer  Quelle  wie  Vs.  aus  der  Zeit  um  12t^0.  Es 
ist  aber  jedenfalls  gut,  in  Büchern,  die  Lehrzwecken 
dienen,  den  deutsclien  Studireiiden  an  die  altisländische 
Aussprache  und  Schreibart    zu  gewöhnen,    um   den   Ver- 

I  wirningeii,  welche  die  neuisländische  Schreibweise  in 
sprachlicher  und  etymologischer  Auflassung  zumal  bei 
Allfängern    anrichten    kann,    dadurch    thunlichst    vorzu- 

I   beugen. 

]  Das    beigefügte   Glossar    (S.  80—212)    ist    fleissig 

I  ausgearbeitet,  registrirt  keineswegs  bloss  den  Wortschatz, 

i  sondern  legt  das  Hauptgewicht  auf  Darstellung  des  Satz- 
baus. Besonders  dein  Anfänger  leistet  es  überaus  nütz- 
liche Dienste  und  bietet  ihm  für  alle  schwierigeren 
Stellen  ausreichende  Erklärung,  weit  besser,  als  dies 
durch  erläuternde  Anmerkungen  hätte  geschehen  können. 
Bei  den  einzelnen  Worten  ist  keine  Belegstelle  ans  der 
Vi  Isungasaga  angegeben,  wohl  aber  für  ausgehobene 
und  erläuterte  Phrasen.  Hie  und  da  wird  die  Etymo- 
logie   durch    Verweisung    aufs    Gotische    berücksichtigt. 

'  I  Vgl.  nun  nucli  Synions  in  der  Zs.  f.  il.  I'li.  24,  S.  30 
lind   S.   :i2'.J 


265 


1891.     Literatuiblatt  für  gornianische  und  romanische  Philologie.    Nr.  8. 


266 


Die  alphiibftisclie  Anordnung'  trägt  der  Gewolinlieit 
deutscher  Leser  Eeclinung:  die  Einreiliung  von  Casus- 
formen mit  Vokalumhiut  neben  der  Nominativforni  nnd 
eventuell  von  Praeteritis  neben  dem  Praesens  erleichtert 
dem  Anfanger  den  Gebraucli.  Durch  das  Glossar  erfüllt 
der  Textabdruck  wirklich  seine  Bestinmiung.  für  Lehr- 
zwecke, für  die  erste  Leetüre  des  Xordisclien  zu  dienen. 
"Wimmers  Glossar  zum  Lpesbog  war  dem  Verf.  bei  Aus- 
arbeitung- des  seinigen  Cluster.  Wilkens  Wörterbucli 
z«  seiner  Ausgabe  der  Volsungasaga  erleichterte  diese 
Aufgabe  aber  auch  sehr  wesentlich.  Verwunderlich  und 
geradewegs  als  ein  fühlbarer  Mangel  erscheint  es  dem 
Eeferenten,  dass  Eanisch  der  bei  Veranstaltimg  solcher 
Ausgaben  üblichen  Gepflogenheit  nicht  nacligekommen 
ist.  eine  knappe,  aber  vollständige  bibliographische  Ueber- 
sicht  aller  der  Erklärung  des  betreffenden  Denkmals 
dienlichen  Hilfsmittel  und  vorhergehenden  Ausgaben  dem 
Leser  zn  bieten.  Ueberhaupt  erklärt  die  Einleitung 
nicht  einmal  recht  deutlich  die  Stellung  der  Volsunga- 
saga als  Literaturdenkmal,  sondern  will  niu'  auf  den 
Inhalt  der  nordisdien  Xibelungendichtung  eingehen.  Eine 
Einleitung  wie  die  Edzardis  zu  seiner  Uebersetzung  der 
Vijlsungasaga  (Stuttgart  1880).  wenn  auch  kürzer  ge- 
fasst.  hätte  meines  Erachtens  nur  dazu  beigetragen,  dem 
Buche  einen  grösseren  Leserkreis  zu  verschaffen  und  den 
Werth,  den  die  becjueme  Verbreitung  des  Buggeschen 
Textes  in  Deutschland  hat.  um  ein  beträchtliches  zu  er- 
höhen. Die  Aufgabe,  dem  deutschen  Leser  einen  deut- 
lichen Begriff'  von  der  Vs.  beizubringen,  wenn  ihm  einmal 
doch  der  Text  in  die  Hand  gegeben  wird,  war  umsimiehr 
geboten,  als  "Wilken  mit  seinen  Voibemerkungen  ziu'  Vs. 
(1877)  diese  nicht  in  der  richtigen  Weise  erfasst  und 
erfüllt  hatte.  So  hat  Eanisch  die  unserer  Meinung  nach 
nützliche  nnd  nöthige  Saclierklärung  mit  Absicht  über- 
gangen und  sein  Verdienst  auf  die  Wiederholung  von 
Bugges  Text  und  auf  dessen  sprachliche  Auslegung  ver- 
mittelst eines  guten  Glossares  beschränkt. 

München.  W.  Golther. 

Arthonr  and  Merlin  nacli  der  Auchinleek-Hamisclirift  nebst 
zwei  Beilagen  lierausgegeben  von  Euo^en  Kölbing. 
(Alteniflisolie  Bibliothek  hrsg.  von  Eugen  Kölbing.  Vierter 
Band.)  Leipzig,  0.  R.  Reisland.  1890.  CLXXXIX^  504  S.  S. 
Als  'Abschluss  seiner  Ausgaben  umfangreicherer 
Stücke  aus  der  Auchinleck-Hs.,  die  mit  Sir  Tristrem 
eröffnet,  mit  Amis  and  Amiloun  und  Sir  Beves  of  Ham- 
•toun  fortgesetzt  wurden',  bietet  uns  Kölbiug  in  vor- 
liegendem Buche  eine  Ausgabe  der  ältesten  englischen 
Version  des  romantischen  Epos  Arthour  and  Merlin,  der 
als  Beilagen  die  beiden  Gruppen  der  .jüngeren  Version 
und  eine  Probe  aus  Lonelichs  Merlin  folgen,  welch  letz- 
teren KöJbing  später  vollständig  für  die  E.  E.  T.  S. 
herauszugeben  gedenkt.  Wenn  auch  von  der  älteren 
Version  ein  früherer  Abdruck  (von  Tnrabull  für  den 
Abbotsfurd  Club,  Edinbuigh  18.38)  vorlag,  so  war  der- 
selbe doch  nur  wenigen  Bevorzugten  erreichbar;  füi-  die 
Mehrzahl  derer,  die  sich  für  me.  Literatur  interessiren. 
ist  wie  für  den  Eeferenten  der  durch  Kölbing  nunmehr 
allgemein  zugänglich  gemachte  Text  gleichwerthig  mit 
einem  Ineditum.  Was  die  Einrichtung  der  Ausgabe 
anlangt,  so  ist  des  Herausgebers  peinliche  Gewissen- 
haftigkeit in  der  Wiedergabe  der  handschriftlichen  Lesung 
und  die  unermüdliche  Sorgfalt,  mit  der  er  in  Einleitung, 
Anmerkungen  und  Crlossar  alle  das  Gedicht  als  Ganzes 
oder  einzelne  Stellen  betreffenden  Fragen  zn  lösen  und 
das  Verständniss    desselben   nach    allen    Ei<htungen    hin 


zu  fördern  bestrebt  ist,  so  allgemein  bekannt,  dass  ich 
dies  nicht  tür  das  vorliegende  Buch  nochmals  nachzu- 
weisen brauche.  Es  genüge  zu  sagen,  dass  es  sich  den 
oben  genannten  Ausgaben  von  Texten  der  Anchinleck- 
Hs.  nnd  dem  vor  kurzer  Frist  erschienenen  Ipomedon 
würdig  an  die  Seite  steUt.  Ein  kurzer  Ueberblick  über 
den  Inhalt  des  Buches  mag  die  Eeiclihaltigkeit  des 
darin  tTebotenen  erkeimen  lassen. 

Kapitel  I  der  Einleitiuig  (S.  IX — XXI)  gibt  uns 
Auskunft  über  die  vorhandenen  Handschriften  und  Aus- 
gaben und  enthält  zugleich  ein  recht  langes  'Sünden- 
register' des  Turnbullschen  Abdrucks,  wie  auch  die  Zu- 
verlässigkeit der  von  Wheatlej*  besorgten  Ausgabe  der 
englischen  Prosaversion  dnrch  die  von  Kölbing  mitge- 
theilte  Collation  eines  Abschnittes  derselben  sehr  in 
Frage  gestellt  wird. 

''in  Kap.  II  (S.  XXI— LX)  behandelt  K.  die  Sprache 
und  Metrik  von  Version  A.  Gar  manches  Interessante 
und  Xeue  finden  wir  hier  hervorgehoben,  so  vor  allem 
die  sonderbare  Willkür  in  der  Pluralbildung  der  Snb- 
stantiva,  das  Durchreimen  von  vier,  sechs  oder  mehr 
Versen,  das  relativ  häutige  Vorkommen  von  Assonanzen 
und  vokaUsch  unreinen  Eeimen,  die  eigenthümUche  Xach- 
stellung  der  Bindepartikel  and  etc.  Die  vorkommenden 
Alliterationsformeln  sind  nach  dem  altbewährten  Schema 
zusammengestellt.  Der  Dialekt  des  Credichtes  ist,  wie 
aus  K.'s  Darlegung  mizweifelhaft  hervorgeht,  der  ken- 
tisclie.  Auch  die  erwähnte  Xaclistellung  von  and  scheint 
mir  eine  specifische  Eigentliümlichkeit  von  Kent  zu  sein, 
denn  sie  begegnet  ziemlich  häutig  in  Gowers  Confessio 
Amantis,  z.  B.  II,  229:  To  Lichoniede  and  forth  they 
wente;  II,  233:  To  Lichoniede  and  than  he  preid4;; 
II,  295:  Of  faierie  and  sore  htm  dradde;  11,  298: 
Unto  his  wife  and  thiis  he  saide  etc.  etc.  Bei  Chaucer 
scheint    übrigens  zweimal  dieselbe  Stellung  vorzuliegen: 

B.  D.  770:    Ä>:    to   nuj    lorde    and    dkl   homage   nnd 

C.  T.  D  1550:  FhI  pncihj  and  ronned  in  his  ere. 
Was  die  Pluralbilduug  der  Substautiva  anlangt,  so  ist 
es  ja  klar,  dass  hier  im  Vergleich  zu  anderen  Denk- 
mälern eine  grössere  Freiheit  herrseht;  nur  ist  mir  ein 
leises  Bedenken  aufgestiegen,  ob  diese  Freiheit  nicht 
vielmehr  auf  metrischem,  als  auf  grauuuatischem  Grebiete 
liegt,  d.  h.  ob  nicht  neben  manchen  anderen  Incorrect- 
heiten  des  Eeims  (vgl.  S.  XXXVI  f.)  auch  die  besteht, 
dass  ein  überschüssiges  s  für  den  Eeim  nicUt  in  Betracht 
kommt,  dass  also  z.  B.  wallen :  alle  1473  u.  ä.  ebenso 
für  einen  zulässigen  Eeim  gilt,  als  lange :  Coruanges 
6779;  singel:  fling(i  7931;  bridel :  ride  4937.  5701; 
luiked. :  take  7097:  gspousei. :  preriotise  4473,  nnd  dass 
in  alle  cur  wen  :  cnn  4315  und  ähnlichen  Fällen  ebenso 
vokalisch  uni'einer  Eeim  vorliegt,  wie  sicher  in  euerich 
man  :  ten  4857  und  hors  and  man  :  ten  4955.  In  der 
Verbindung  to  pe  top  {:  sop)  hätten  wii-  dann  noch  den 
unumgelauteten  Dat.  Plur.  (ae.  topum)  zu  erblicken. 
Etwas  Sicheres  hierüber  wird  sich  allerdings  erst  sagen 
lassen,  wenn  jemand  einmal  sich  der  nicht  undankbaren 
Aufgabe  unterziehen  wollte,  der  Plnralbildimg  der  Snb- 
stantiva  im  ganzen  Verlauf  der  englischen  Sprachge- 
schichte eine  Specialuntersuchung  zu  widmen. 

Von  grosser  Wichtigkeit  für  die  englische  Literatui'- 
geschichte  ist  Kap.  III  'Der  Verfasser  von  Version  A'. 
Zwar  ist  es  K.  nicht  gelungen,  über  die  Person  des 
Dichters  etwas  Genaueres  zn  ermitteln;  aber  —  und 
schon  dies  ist  ein  gi-osser  Grewinu  —  er  hat  in  unan- 
fechtbarer   Weise    dargethan.    dass    der    Verfasser    von 

20 


2tj 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philolof^ie.    Nr.  6. 


or.s 


'Avihiir  aiiil  Sli-rliii'  auch  'King  Alisaiiiider*  nnd  'Richard 
Coeiir-de-Lion'  gesiliriebcii  hat.  In  spraclilichen  und 
metrisclien  Eig-enthiimlichkeiten,  in  Phraseolog-ie  und 
.Stilistik  stimmen  diese  drei  Gedichte  in  der  Tliat  so 
auffallend  üherein.  dass  ein  Zweifel  an  gleicher  Ver- 
fasserschaft kaum  aufküHunen  kaun,  und  es  liesse  sich, 
Wenn  es  niithig-  wäre,  zu  dem  von  K.  angeführten  reichen 
Jlaterial  noch  mancher  charakteristische  Zug,  den  die 
drei  Gedichte  mit  einander  tlieilen.  hinzutügen.  Wir 
erhalten  hei  dieser  Gelegenheit  auch  über  Dialekt, 
Metrik  und  Stilistik  von  King  .-Misaunder  und  Richard 
durch  K.  die  erste  sichere  Auskunft.  Fraglich  bleibt 
es  nur  noch,  ob  wir  auch,  was  K.  nahelegt,  die  von 
Weber  herausgegebene  Fassiuig  der  Seven  Sages  dem- 
selben Verfasser  zuzuweisen  haben.  Da  ich  beabsichtige. 
Von  dieser  Version  eine  neue  kritische  Ausgabe  zu  ver- 
anstalten, werde  ich  noch  Gelegenheit  haben,  auf  diesen 
Punkt  zurückzukommen. 

Höchst  interessant  und  für  die  so  verwickelten 
Fragen  nach  dem  gegenseitigen  Verliältniss  der  ver- 
schiedeneu Hearbeitungeii  der  .Merlin-Sage  von  Bedeutung 
ist  Kap.  IV  'Literaturgeschichtliches'  (S.  CV— CLXXXIX). 
Die  unmittelbare  Quelle  von  Version  A  sieht  K.  in  einem 
französischen  Prosaromane;  über  die  Thätigkeit  des  eng- 
lischen Bearbeiters  spricht  er  auf  S.  C'LI  f.  Besonders 
erörtert  der  Herausgeber  sodann  das  'Verliältniss  der 
Jüngeren  Version  zur  älteren',  eine  Frage,  die  aucli  für 
andere  Romanzen  von  Wichtigkeit  ist.  Als  Eesultat 
ergibt  sich  (S.  CLXXl),  dass  der  Verfasser  der  jüngeren 
Redaction  eine,  mit  der  Auchinleck-Hs.  allerdings  nicht 
identische,  Handschrift  der  älteren  Fassung  vor  sich 
gehabt,  diese  aber  selbständig  umgearbeitet  hat.  In 
einem  .\nhange  gibt  K.  recht  dankenswerthe  text- 
kritische Bemerkungen  zu  einem  Tlieile  der  französischen 
und  der  englischen  Prosaversion,  von  deneu  namentlich 
die  letztere  gar  sehr  der  Besserung  bedürftig  ist,  und 
handelt  endlich  von  der  Quelle  von  Lonelichs  Merlin- 
epos und  der  englischen  Prosa.  Beide  gehen,  wie  K, 
nachweist,  unabhängig  von  einander  auf  denselben  fran- 
zösischen Text,  die  Prosaauflösung  von  Robert  de  Boron's 
Epos  zurück. 

Es  folgen  sodann  die  drei  Texte:  I.  Arthour  and 
Merlin  nach  der  Auchinleck-Hs.,  9938  Verse  (S.  1--272): 

II.  Die  jüngere  Version,  und  zwar  die  beiden  Gruppen 
L  (PH)  und  D,  so  weit  letzteres  reicht,  parallel  ge- 
druckt,   2492    resp.    1278    ^■erse    (S.    273—370)    und 

III.  die  ei-sten  1(538  Verse  des  Merlin  von  Lonelich  tlie 
Skinner  (S.  371—408). 

Die  .Anmerkungen  (S,  409  —  429)  sind  etwas  knapper 
als  sonst,  aber  völlig  ausreichend,  um  irgendwie  dunkle 
Punkte  des  Textes  nach  Möglichkeit  aufzuhellen,  zumal 
als  weiteres,  vortreffliches  Hilfsmittel  hierfür  das  bei- 
gefügte Glossar  (S.  448— öd  1)  dient.  Wenn  auch  der 
grosse  rmfang  der  Texte  nidit.  wie  bei  dem  trefflichen 
Glossar  zum  Sir  Tristrem,  die  .Anführung  säuniitiichei' 
vorkonnuenden  Wörter  gestattete,  so  zeichneu  es  doch 
dieselben  \'ürzüge  aus,  wie  jenes:  absolute  Zuverlässig- 
keit der  Citate  und  strenge  Sonderuug  der  verschiedenen 
Bedeutungsnüancen  eines  Wortes,  ein  Punkt,  dem  sonst 
nur  Von  Mätzuer  Rechnung  getragen  worden  ist.  Mit 
der  -Auswahl,  die  der  Herausgeber  getroft'en,  wird  man 
sich  im  .Allgemeinen  einverstanden  erklären  müssen.  Hin 
und  wieder  könnten  wir  ein  Wort  entbehren,  so  z.  B. 
's»ii[i,  Schmied';  seltener  habe  ich  trotz  vielen  Nach- 
schlagens    etwas    vermisst,    so   z.  B.  fiiu/hf  ,Adj.  tapfer. 


tüchtig  3480;  hellte  Stiel  (einer  .Axt):  mnivl  Nabel 
5981;  (juen  in  der  Bedeutung  'altes  Weib,  Hure'  753. 
757.  1002.  Bei  doke  4138  ist  wohl  als  Bedeutung 
'Ente'  (durl)  statt  'Taube'  einzusetzen. 

Zum  Schluss  sei  es  mir  gestattet,  eine  Reihe  von 
Einzelbemerkuugen  zum  Text  und  zu  den  .Anmerkungen 
namentlich  von  Version  .A  beizutügen.  die  vielleicht  hie 
und  da  zur  .Aufklärung  mancher  noch  dunkel  gebliebenen 
Stelle  beitragen  werden:  335  f.  Dieselbe  ironische  Aus- 
drucksweise ttnden  wir  K.  Alis.  1764  f.  1804.  1839  f. 
2927  f.  3351  f.  etc.  —  5G5.  Zu  He  hat  Itis  ßst  and 
his  elhoire  als  Zeichen  des  Zornes  verweise  ich  auf 
W.  Scott,  The  Lay  of  tlie  Last  .Minstrel  VI,  7:  Stern 
Riither/ord  rujlit  Utile  ,<«/(/,  Buf  bil  his  (jlove  aiid 
shook  his  head  mit  der  Anmerkung:  To  bite  the  thnmh 
or  the  (jloce  seeins  not  to  have  been  considered  lipon 
the  Border  as  u  yesture  of  roiitempt,  thoiigh  so  tised 
by  Shdl-etipeare  [Rom.  Jul.  I,  1|,  but  as  a  pledije  of 
inortal  revenf/e  etc.  —  645  f.  In  Betreft' der  damaligen 
Anschauungen  über  den  Fall  der  Engel  ist  Cursor  Mundi 
491  ft'.  zu  vergleichen.  Die  .Anhänger  Lucifers  fielen 
danach  verschieden  schnell,  bis,  wie  es  in  unserem  Ge- 
dichte heisst,  'unser  Herr  sagte:  Halt!  So  (d.  h,  an 
dem  Orte,  an  dem  sie  sich  in  jenem  .Augenblicke  be- 
'  fanden)  blieben  sie  für  immer  (behielten  sie  ihren  stän- 
digen AVohnsitz);  vgl.  auch  D  693  — 7u6.  —  682  —  684. 
hem  ist  richtig,  denn  es  ist  die  ganze  Familie  gemeint. 
j  —  994.  hviniriif  'Hebamme'  möchte  ich  von  hone 
I  'Sorge,  Angst'  566  u.  ö.  ableiten,  also  entsprechend 
]  dem  deutschen  Ausdruck  'Wehmutter'.  —  1381  ßne 
'  Druckfehler  fiir  ß'ne.  —  1531  arered  mip  wird  ge- 
stützt durch  reconereil  mi^t  1650.  —  1641.  Toheii  ist 
absolut  gebraucht  'dies  ist  ein  Zeichen,  dass'.  wie  4315: 
I  Pe  best  cunseil  Jml  ij  am  und  t'liaucer  Troil.  I,  995  u.  ö.: 
Ensample  irluj.  —  1855.  Die  Wiederholung  And  per 
faujt  Vterpendragon,  Faii^t  per  as  n  wjile  li/onn 
:  will  mir  recht  gut  gefallen  und  war  vielleicht  vom 
Dichter  beabsichtigt;  vgl.  Einl.  S.  XXXIX  ff.  —  2198. 
Of  kni'^les  scheint  mir  abhängig  zu  sein  von  best;  'die- 
jenigen, die  man  als  die  Besten  unter  den  Rittern 
kannte,  sollten  au  jener  Tafel  sitzen'.  —  2558.  present 
ist  wohl  ironisch  zu  fassen.  Die  Todesbotscliaft  wird 
als  böses  Geschenk  bezeichnet,  —  2619.  'die  anderswo 
zur  Erziehung  waren',  wie  auch  das  Glossar  angibt.  — 
2772.  //(  spoHSK  'in  der  Ehe'  ist  richtig;  vgl.  C.  M. 
3403:  Jiof  Y.-onoel  he  iioght  o  spus  {:eriis);  3907  f.: 
(^nat  of  his  wiiies  liiin  in  spus  And  irnt  uf  band- 
ivimmen  in  hns.  —  2820.  anil  kann  stehen  bleiben. 
lind  ul  piny  -^  and  all,  worüber  zu  vergleichen  Engl. 
Stud.  XIII,  487.  -  .3059  —  64.  Wie  K.  Einl,  S.  LXVIII 
hervorhebt,  ist  diese  Stelle  von  dem  Dichter  des  Lib. 
Desc.  1303  ft'.  nachgeahmt  worden.  Ich  hätte  also  auch 
den  -Arthur  and  Mei'lin  unter  den  ihm  bekannten  Ge- 
dichten aufführen  müssen,  zumal  auch  sonstige  Ueber- 
einstimmuugcn  sich  finden  und  insbesondere  der  Name 
des  Ritters  Claudas  Lib.  Desc.  1031,  den  ich  damals 
nur  aus  Malory  belegen  konnte,  gewiss  aus  Arth.  a.  M. 
21(;9.  3492  etc.  entnommen  ist.  —  3187.  tprul  ist 
wohl  die  richtige  Form  der  Interjection,  da  auch  bei 
Böddeker  P.  L.  VI,  230  /y^ro/  steht.  —  3399.  (/roHj 
/'/  half  'nahm  bei  Seite'  =  Lo.  317  'iook  .  .  on  side' ■ 
kann  ich  zwar  aus  anderen  Texten  nicht  belegen,  aber 
in  unserem  Gedichte  wird  /)(///  sehr  häufig  =  'Seite' 
gebraucht  in  den  Verbindungen  ut  his  ri'^t  half  G513; 
n    left   hall    und   a    rijl    4897;    n   sonpe  half   8745: 


269 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Xr.  8. 


270 


anoper  half  4331;  at  pe  oper  half  6514;  on  aiper 
half  9126;  in  ich  half  8965;  a  bope  half  4882;  ja 
sogar  on  alle  half  about  he  smot  4825,  wo  doch  mehr 
als  zwei  Riclituiigeu  gemeint  sein  müssen.  —  4454.  Wie 
ans  der  Vergleiclmng  von  oxercarked  5941  hervorgellt, 
liegt  in  der  Schreibung  soure  carked  'bitter  bekümmert' 
volksetymologische  Deutung  des  Kopisten  vor  statt  des 
ursprünglichen  surcarked  ^=  afz.  surchargie  'überbürdet'. 
Demgeniäss  ist  auch  surcarhituj  3945  mit  Recht  als 
ein  AVort  gedruckt  worden  =  'Ueberbürdung,  übergrosse 
Bedrängniss".  Bei  dem  Bedeutungswechsel  von  cark; 
carkeii  (afz.  charf/e-,  cliargier,  cavgier)  'Last,  Bürde'; 
'beladen,  belasten'  zu  'Kunnner';  'bekümmern'  ist  wohl 
ebenfalls  Volksetj'mologie  mit  im  Spiele  in  .Anlehnung 
an  care,  mit  dem  beide  Wörter  gern  alliterirend  ver- 
bunden wurden;  vgl.  carke  and  care  Sq.  1.  deg.  924; 
carked  icith  (in)  care  C.  M.  5653.  13747.  23994. 
24233.  Das  früher  angesetzt"^  ae.  Etymon  cearc,  cear- 
cian  ist  unbelegt  und  die  Herleitung  aus  dem  .\ltfran- 
zösisehen  wohl  sicher;  vgl.  Stratmann-Bradley  und  Cent. 
Dict.  s.  v.  —  4851.  Der  Artikel  vor  ten  ist  hier  er- 
forderlich, wie  z.  B.  6672.  6674.  —  5084  tf.  pre 
pOKsand  ist  gemeinsames  Object  sowohl  zu  met  als  zu 
lei/d  to  grounde.  Die  Stellung  ist  freilich  sonderbar.  — 
5093  f.  Für  Ahjate  ist  wohl  Alägafe  zu  schreiben,  wie 
noch  heut  der  betreft'ende  Stadttheil  von  London  heisst. 

—  5237.  HalFs  Deutung  von  pern  hei  --  kern-hel  = 
afz.  crenelle  'Schiessscharte,  hier  übertragen  auf  den 
Schlitz  in  der  Eüstnng,  der  dm-cli  das  Emporheben  des 
Armes  verursacht  wird'  ist  unhaltbar.  Die  Einschiebung 
eines  /;  mitten  in  einem  einfachen  Worte  wie  afz.  cre- 
nelle =  me.  kernel  wäre  unerhört,  nocli  unerhörter  der 
Bedeutungsübergang  von  'Schiessscharte'  zu.  'Schlitz  in 
der  Rüstung'.  Ausserdem  ist  schon  im  vorhergeliendeu 
Verse  gesagt,  dass  Gvinbating  die  Lanze  purch  pe 
hauberk  felefold  gestossen  hat;  er  kann  sie  also  nicht 
noch  durch  den  'Schlitz  in  der  Rüstung'  treiben.  Endlich, 
und  dies  führt  uns  zugleich  auf  die  richtige  Spur,  ist 
der  bestimmte  .\rtikel  hier  ebenso  wie  im  vorhergehenden 
Verse  nicht  zu  entbehren.  Wir  haben  also  p  als  Artikel 
abzutrennen  und  dann  bleibt  noch  übrig  ern-hel  =  erm- 
hel  =  ne.  aniihole  'Achselhöhle',  was  ausgezeichnet 
passt.  —  5459  f.  norp  für  ursprüngliches  bise  mag 
schon  vom  Dichter  herrühren,  denn  derselbe  Reim  norp  : 
sop  steht  auch  4571  f.  —  5555.  j«/ scheint  als  Verbum 
zu  beiden  Subjecten  zu  gehören:  His  treupe  per-to  [sc. 
jrt/]  pe  kini/  Ban  And  per-to  ^af  Leodegan.  —  6135. 
Sollte  nicht  conire-o^an  eine  hj-bride  Bildung  sein,  wie 
cite-toun  1643,  wonder-mervaile  9186  und  ähnliche,  von 
Kölbing  zu  Ip.  A  127  angeführte  Verbindungen.  Es 
wäre  dann  zu  übersetzen:  'Sie  hielten  tapfer  aus  {helden 
gode)  gegen  Saphiran'.  —  6499.  Durch  Einsetzung  von 
casfel  wird  der  Vers  zu  lang.  Kann  nicht  trist  auch 
Subst.  sein,  'fester  Platz,  Veste'?  —  6509.  K.'s  Auf- 
fassung der  Stelle  ist  jedenfalls  richtig;  wir  bleiben  aber 
der  Ueberlieferung  am  nächsten,  wenn  wir  wich  für  wij) 
lesen  {ir  für  iih  steht  oft  in  unserem  Gedicht),  also: 
'Leodegan  beobachtete,  welche  Ehre  alle  Andern  dem 
König  .\rtus  erwiesen'.  —  6547.  pouand  halte  ich  hier 
nicht  mit  dem  Glossar  für  'Sklavin',  sondern  ebenso  wie 
4505.  3914.  7025.  4493  für  falsche  Schreibung  von 
pousand.  Tausend  solche,  wie  ich  es  bin,  könnten  dir 
deine  Hilfe  etc.  nicht  vergelten,  sagt  Gveneour  zu  Artus. 

—  6817.  Eine  Aenderung  ist  hier  nicht  nöthig.  Als 
icho  seyt  =  'quasi  dicat'.  'wie  wenn  jemand  sagen  wollte'; 


vgl.  Engl.  Stud.  XIII,  492.  —  6824.  Ist  vielleicht  toj) 
füi-  top  zu  lesen?  —  6879.  hontege  in  Verbindung  mit 
crge  sielit  mir  mehi-  wie  ein  Verlium  aus,  das  ich  aller- 
dings nicht  belegen  kann.  —  6926.  Wir  können  auch 
grene  als  Snbst.,  roume  als  .A.dj.  auft'assen  (vgl.  Lib. 
Desc.  122),  'auf  einer  sehr  geräumigen  Au';  dann  ist 
eine  Umstellung  nicht  erforderlich.  —  7094.  j//"  [wej 
wel  gioine,  do  we  now  bet;  9309  pat  [he]  nist  whut 
he  mi^t  do.  Vielleicht  liegt  hier  eine  Attraction  des 
Subjects  aus  dem  einen  in  den  andern  Satz  vor,  wie 
814  f.  pat  sehe  hir  laid  dann  to  slape  Ar  [sc.  sehe] 
hir  dore  and  hir  fenester  Hudde  gblisced  etc.  — 
7115.  pat  he  to  grounde  [fei]  plat  pere-,  9072  Jiat  he 
[fei]  plat.  Die  Einschiebung  von  fei  in  diesen  zwei 
Versen  wird  zwar  gestützt  durch  9835:  pat  he  aplat 
fei  of  his  stede.  Aber  es  wird  platten  sicher  intransitiv 
gebraucht  9913:  wip  his  sextene  put  on  hein  plat.  — 
7286.  Könnte  nicht  fresche  'frisches  Fleisch'  dem  'ein- 
gesalzenen Fleische'  (seit)  gegenüber  gestellt  sein?  — 
7554.  faunfail  Druckfehler  für  saunfail.  —  7648. 
conquerre  wird  afz.  auch  intransitiv  gebraucht,  'tapfer 
kämpfen';  vgl.  Bei  Inc.  5136:  Cor  moidt  entent  apres 
conquerre.  —  7929.  Ueber  do  bi  rede  (eoiuiseil)  vgl. 
meine  Bemerkung  zu  Lib.  Desc.  880.  —  8098.  Statt 
des  unverständlichen  drein  ist  aus  7867  der  Xame  der 
Brücke  Brian  einzusetzen.  Der  Reim  ist  so  auch  in 
Ordnung,  vgl.  o-^an  :  man  133  etc.  —  8438.  lest  ist  = 
list  'Ohrläppchen,  Ohr',  eine  Bedeutung,  die  an  unserer 
Stelle  sehr  gut  passt;  vgl.  Chaucer  C.  T.  D  634:  Bg 
god,  he  sinot  me  ones  on  the  list,  That  of  the  strook 
mgn  ere  wax  al  deef.  —  8459.  Die  Wortstellung  der 
Hs.  ist  beizubehalten,  aber  nach  8462  und  vor  8463 
Anführungszeichen  zu  setzen.  Es  fragt  zuerst  Gawein 
den  Ritter:  ..Kennst  du  vielleicht  die  Dame,  die  all 
diesen  Schimpf  erduldet?"  —  „Gawain",  antwortet  dieser, 
„wahrhaftig,  sie  heisst  Belisent  etc."  —  8479.  .4?» 
Iiepen  sirain  kann  stehen  bleiben,  wenn  wir  darunter 
nicht  den  König,  sondern  einen  andern  Heiden  verstehen. 
—  8495.  Die  Hinzufngung  von  of  ist  entbrhrlich;  'sie 
Hessen  die  500  Heiden  nicht  entkommen,  keinen  von 
ihnen'.  —  8618.  Für  bitoire  ist  wohl  bistotced  einzu- 
setzen. —  8673.  after  pat  her  armes  bar  'je  nachdem 
ilu'  Wappen  es  anzeigte,  je  nach  ihrem  Wappeu'  stellt 
sich  zu  after  pai  wäre  6520  'je  nach  ihrem  Range'.  — 
8914.  Für  gostes  statt  godi^s  spricht  auch  d^r  bestimmte 
.Artikel.  —  9103.  K.'s  Einschiebung  So  pai  gnn  f-^t 
[more]  and  lasse  ist  auf  den .  ersten  Blick  sehr  be- 
stechend, aber  ich  glaube  doch,  dass  lasse  liier  Infinitiv 
ist  =  'losschlagen,  zuhauen',  wie  z.  B.  7584.  8255. 
9263.  9783.  —  9729  f.  Es  scheinen  hier  die  Versaus- 
gänge in  der  Vorlage  defect  gewesen  zu  sein  \md  der 
Schreiber  hat  sie  falsch  ergänzt.  K.'s  Herstellung  der 
Reimworte  ist  gewiss  richtig;  wir  bleiben  aber  der 
Ueberlieferung  näher,  wenn  wir  her  in  den  ersten  Vers 
setzen:    We  moten  he[r  lendej  etc. 

L.  422.  for  love  of  sir  Vortiger  kann  einfach 
heissen:  'um  des  Vortiger  willen'.  Es  ist  hier  love 
ebenso  vox  media  wie  sonst  grace  oder  hope,  die  auch 
von  unangenehmen  Dingen  gebraucht  werden  können. 

Lo.  273.  our  entspricht  dem  folgeudeu  owthir, 
'entweder  .  .  .  oder'.  —  Lo.  343.  on  almesse  of  bred 
'ein  geschenktes  Stück  Brot'.  —  Lo.  603.  conceyued 
ist  vielleicht  verschrieben  für  deceyved,  622.  669.  — 
Lo.  1108.  iwgs  scheint  verschrieben  zu  sein  im  juise 
'Gericht'.    Dann  ist  die  Einsetzung  von  juggement  nicht 


271 


1891.     Literaturblatt  für  germanifiche  und  romanische  Philologie.     Nr.  8. 


272 


uötliig.  —  Lo.  1387.  Btif  a  prestis  sone  of  ^owre  he 
is,  'er  ist  der  Sohn  eines  von  euren  Priestern'.  Die 
Constnu-tiiin  ist  also  dieselbe  wie  in  a  frieml  of  i/ours, 
die  ^V^lrtstl■lIung,  wie  in:  pv  /iiii(/cs  iloiijter  of  Al- 
inaytie. 

Dem  Heransgeber  ist  der  Dank  aller  Facligenossen 
tür  die  vortret'fliclie  Ausgabe  eines  so  wichtigen  Denk- 
mals gewiss. 

Königsberg  i.  Pr.  Max  Kaliiza. 


Ktudes  romanea  dedifes  ^Gasten  Paris  Ic  29  decenibre 
IHOO  (25'  nnniversnire  de  son  doctorat  hs  lettres)  par  ses 
i'düvcs  fran^ais  et  ses  elevcs  ötraiiffcrs  des  pays  de  languc 
frangaise.     Paris,  Bouillon.   1891.  III,  552  S.  S. 

(iaston  Paris  hat  nicht  nur  durch  bahnbrechende 
Werke  auf  den  Gang  der  franziisischen  Philologie  in 
den  letzten  .Jahrzehnten  bestimmend  eingewirkt,  er  hat 
auch  als  akademischer  Lehrer  einen  Samen  ausgestreut, 
der,  auf  günstigen  Boden  fallend,  der  Wissenschaft  schon 
eine  reiche  lernte  gegeben  hat  und  eine  noch  reichere 
zu  geben  verspricht.  Dem  Beispiel  der  Schweden,  die 
ihm  vor  zwei  .Jahren  einen  Band  widmeten,  folgt  nun- 
mehr die  stattlichere  Zahl  der  franziisischen  Gelelirten, 
die  ihm  ihre  Ausbildung  verdanken,  um  ihm  zu  seinem 
2.5 jährigen  Docturjubiläum  einen  reichhaltigen  Band  ge- 
diegener Forschungen  ehrerbietig  zu  überreichen.  Onumt 
S.  1  gibt  ein  Verzeichuiss  der  franz.  Handschriften  des 
Königs  von  England  lieraus,  die  sich  im  Anfang  des  1(5. 
.lahrhunderts  auf  Schloss  Eichmond  befanden.  Huet  51 
publicirt  ein  französisches  Minnelied,  das  uns  auch  in 
einer  zweiten  Bearbeitung  erhalten  ist,  die,  wie  das 
original,  noch  dem  13.  Jahrliundert  angeliört.  Bedier 
23  charaktcrisirt  geistvoll  das  älteste  erhaltene  Fablel 
von  der  ineitcstrel  likheiit,  das  er  auf  Grund  einer 
historischen  Anspielung  ins  Jahr  1159  setzt,  und  knüpft 
daran  Betrachtungen  über  die  Anfänge  der  Fableldich- 
tung.  Monod  33  macht  wahrscheinlich,  dass  die  Annales 
Laurissenses  minores  von  einem  angelsachsischen  Mönch 
in  Lorsch  geschrieben  sind  und  von  da  aus  weiter  ver- 
breitet wurden,  besonders  nach  Fulda,  wo  man  sie  in 
die  vielbenutzten  Annales  Fuldenses  aufnahm.  Courayc 
du  Parc  43  gibt  fünf  dem  Volksmunde  entnommene 
Lieder  aus  der  Basse  Xormandie  heraus,  die  zum  Tlieil 
schon  in  andern  Fassungen  bekannt  waren.  Kaynaud 
51  zeigt,  dass  der  Arlecchino,  bei  Dante  Alichino,  auf 
dii'  altfranzösische  inaisiiice  llerlctjuiii  und  dass  letzterer 
Name  auf  einen  Grafen  Hernequin  (i.  e.  lohannes  parvus) 
von  Boulogne  zurückgeht,  der  im  9.  .Jahrhundert  lebte 
und  im  französischen  Volksepos  besungen  war.  Sepet 
ii9  möchte  Adams  .Jeu  de  la  feuillee  als  folie  dramatique 
bezeichnen,  nicht  nur  mit  dem  Maifest,  sondern  auch  mit 
dem  Narrenfest  in  N'crbindung  bringen,  das  zuweilen  am 
Tage  des  Maifestes  gehalten  wurde,  und  für  eine  Vor- 
stufe der  Sotie  ansehen,  der  das  Stück  durch  die  Be- 
tonung der  Satire  und  das  Zurücktreten  der  Handlung 
sich  nähert.  Das  von  Jeanroy  83  herausgegebene  Ge- 
dicht versetzt  uns  in  die  Verhältnisse  von  Arras  kurz 
vor  1270  hinein  und  gibt  nach  manchen  Seiten  will- 
kommene Aufschlüsse,  nach  andern  freiliih  neue  Räthsel 
auf.  Langlois  97  theilt  Bemerkungen  Fauchets  mit 
über  marmouset,  feminie,  (.'aoursins  u.  A.  Vielleicht 
wäre  ein  Auszug  genug  gewesen.  Piaget  113  berich- 
tigt die  Datirung  der  zwischen  Jean  de  Montreuil, 
Christine  von  Pisan,  Gontier  Col  und  Gerson  über  den 
Kosenrcpiiian  gewechselten  Streitschriften.  Thomas  121 
weist   auf   den    heiligen  N'idianus    hin,    der    zu   Jlartres- 


Tolosanes  (H.  Garonne)  verehrt  wird  und  spätestens 
1764  mit  dem  sagenberiihmten  Neffen  des  Uuillaume 
d'Orauge  identificirt  wurde.  Grand  137  gibt  den  histo- 
rischen Connneiitar  zu  einer  auf  die  .luristenfacultät  von 
Montpellier  bezüglichen  provenzalischen  Urkunde  von 
133(i.  Flach  141  hat  taktvoll  das  Geleitswesen  in  den 
Chansons  de  geste  zum  Gegenstande  gewählt,  dessen 
wesentliche  Züge  nach  seiner  Ansicht  sich  im  Lehens- 
wesen fortsetzen,  und  bespricht,  anknüpfend  an  die  alt- 
germanische  Blutsbruderschaft,  die  Begriffe  der  Sippe, 
viaisHice  und  WatVeiibrüderschaft  auf  Grund  der  Chan- 
sons de  geste.  Pages  181  diuckt  einen  catalanischen 
Text  der  auch  in  drei  provenzalischen  Handschriften 
erhaltenen  Version  des  Enfant  sage.  Constaus  195 
theilt  zwei  Stellen  des  Roman  de  Troje  nach  21  Hand- 
schriften mit,  und  versucht  auf  Grund  der  Varianten 
eine  Klassitication.  Wilmotte  239  edirt  eine  unvoll- 
ständige Prosaübersetzung  der  Disticha  Catonis  in  der 
Mundart  von  Xamur  aus  dem  Ende  des  13.  Jahrhunderts 
und  fügt  werthvoUe  Bemerkungen  hinzu;  doch  sollte  er 
nicht  hier  das  älteste  Beispiel  von  visL-cir  vermutheu, 
da  sich  das  Particip  viskeit  schon  im  Hiob  (Dial.  Greg. 
355,  40)  findet.  Salmon  253  gibt  französische  Rezepte 
aus  Cauibrai  ans  der  zweiten  Hälfte  des  13.  Jahrhuinlerts 
heraus.  Das  /7s  des  ersten  Satzes  ist  doch  wulil  ein  Ver- 
sehen des  Herausgebers.  Dieser  hat  auch  nicht  gemerkt, 
dass  sich  im  Text  oft  Verse  ungesucht  einstellen ,  also 
die  Prosa  aus  Versen  aufgelöst  ist.  So  Nr.  4:  S'en 
le  teste  aves  nunglsoii,  Blechie  rar  ou  yratison, 
Semcnvhe  iVortic  prendea,  Trililes  le  et  cn  ein  iiietcfi; 
Le  cief  eit  faites  hien  froter.  Sablon  de  riviere 
Oll  de  mer  Preiidi's  civoec  jus  de  cresson  Et 
craisse  d'aue  u  de  chapoii,  Et  en  faites  un  onge- 
iiioif,  Si  en  oiignih  le  cief  sourent.  Hier  habe  ich 
einige  Aendcrungen  angebracht,  doch  nur  ein  Reimwort 
(mer)  ergänzt.  Andere  Rezepte,  z.  B.  Nr.  40,  sind  in 
tadellosen  Achtsilbneru  überliefert.  Taverney  2()7  zeigt 
dass  lat.  fj  im  Rumänischen  zu  /s,  nur  vor  ö  (und  ii) 
zu  tsli  geworden  ist.  Eine  physiohigischc  Erklärung  hat 
er  nicht  versucht;  sollte  nicht  der  labiale  Vokal  das  ts 
labialisirt  d.  h.  in  tsli  verwandelt  haben?  Ausserdem 
wird  das  Schicksal  von  TiIhih  im  Rumänischen  besprochen. 
Jorct  279  behandelt  die  Legende  von  der  Rose  bei 
Romanen  und  Germanen.  Hinzufügen  lassen  sich  einige 
Legenden  in  Brewer's  Dictionary  of  miracles  (London 
1!S84)  8.  572;  ausserdem  die  von  Patricius,  der,  über 
das  Meer  schreitend,  an  jeder  Stelle,  die  sein  Fuss  be- 
rührte, eine  Rose  schwinnuen  sah.  Havet  303  theilt 
werthvolle  Beobachtungen  mit  über  den  Abfall  des  s  in 
der  lateinischen  Poesie  bis  Catull.  Bonnardot  331 
gibt  drei  Texte  in  Metzer  Mundart  heraus  mit  literarischer 
und  iiliiinetischer  Einleitung,  französischer  Uebersetzung 
und  reichhaltigen  Anmerkungen.  Murel-Fatio  407 
handelt  im  .Anschluss  an  den  Ausdruck  dnelos  y  (jitehrantos 
(bei  Cervantes)  von  der  Castilischen  Sitte  am  Sonnabend 
Gekröse,  Kopf  und  Füsse  zu  essen.  Cornu  419,  von 
der  Ansicht  ausgehend,  dass  das  Poenm  del  Cid  in  regel- 
mässigen Vicrzehnsilbnern  geschrieben  ist,  emeinlirt  alle 
Halbverse,  die  Eigennamen  enthalten.  G  il  I  i  erou  459 
weist  nach ,  dass  die  ]3erührnng  mit  dem  Französischen 
auf  die  lautliche  Eutwickeluiig  der  Patois  hemmend  ein- 
wirkt, dass  hingegen  Abgeschlossenheit  vom  Verkehr  die- 
selbe beschleiuiigt.  31  u r  e  t  465  gibt  eine  neue  Ei- 
kliiruug  des  1.  PI.  auf  onx  (;his  possunuis,  vcdumus),  der 
man  schwerlich  beiptlichteu  wird,  und  macht  an  vois  truis, 


273 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanischo  Philologie.     Nr.  8. 


274 


ruvei-  covvee  aiikiiüiiteiid  schavfsinnig-e  Bemerkungen  zur 
französischen  Lautg'eschichte.  Rousselot  475  hat  in- 
teressante Aufzoielinungen  über  das  im  Verstummen  be- 
g'riffene  s  romanischer  Mundarten  südlieh  vom  Grossen 
Bernhard  gemacht.  Die  von  ihm  angesetzten  Lautreihen 
sind  jedoeli  nicht  zu  billigen ,  insofern  sie  den  Verlust 
von  nidditizirenden  Elementen  ansetzen ,  die  für  die 
Weiterentwickelung  des  Lautes  nneutbehrlich  sind.  Xach 
Beljame  487  wird  der  Name  des  bekannten  John  Law 
in  Frankreich  deshalb  Las  gesprochen ,  weil  er  sich 
selbst  eine  Zeit  laug  Laivs  nannte  (mit  der  Form  des 
sächsischen  Genetivs).  Ein  ähnliches  Schwanken  wird  an 
zahlreichen  englischen  Namen  nachgewiesen.  Psichari 
507  theilt  die  griechischen  Stellen  des  altfranz.  Florimont 
mit  den  Varianten  von  zehn  Handschriften  mit  und  legt 
sie  aus.  Er  liefert  damit  den  Beweis,  dass  Aimon  des 
Griechischen  unkundig  war  imd  einer  lateinischen  Vor- 
lage folgte.  Was  er  weiter  über  den  Verfasser  dieses 
lateinischen  Textes  vermuthet,  leuchtet  weniger  ein. 
Halle.  H.  Snchier. 


Nätebns,  Gotthold,  Die  nicbtlyrischen  Strophen- 
forraen  des  Altfranzösischen.  Luipzig,  Hirzel.  1891. 
X,  -228  S.,  1  Tafel.  8. 

Wie  schwer  es  ist,  sich  in  dem  Reichthum  der  alt- 
französischen Literatur  zurcchtzutinden,  weiss  Jedermann. 
Das  Werk  des  Heri'ii  Xätebus  ist  hoehwillkoiinnen  zu 
nennen,  da  es  auf  einem  schwer  übersehbaren  Felde 
dieses  Gebietes  als  Kompass  dienen  kann.  Es  ist  mit 
grosser  Correctheit  gearbeitet,  übersichtlich  angelegt  und 
von  annähernder  Vollständigkeit.  Mehr  war  nicht  zu 
erwarten :  denn  absolute  Vollständigkeit  dürfte  hier 
niemand  leisten  können.  Das  Feld  ist  in  verständiger 
Weise  abgegrenzt :  Verf.  rechnet  die  Periode  des  Alt- 
französischen  bis  1400,  und  sieht  für  nichtlyrisch  die 
Strophenformen  an,  welche  in  entsprechenden  Versen 
verschiedenes  Geschlecht  der  Eeime  gestatten.  In  der 
Eiuleitnng  werden  statistische  Forschungen  und  zusammen- 
fassende Betrachtungen  über  Reime,  Verszahl,  Versarten, 
Strophenenjambement,  Mittel  zur  Strophenbilduug,  Stro- 
phenmischung angestellt.  Dankeuswerth  sind  auch  die 
reichhaltigen  Indices  am  Schluss;  wichtig  besonders  die- 
jenigen, welche  das  zeitliche  Auftreten  der  einzelnen 
Formen  veranschaulichen. 

Von  Büchern,  die  übersehen  worden  sind,  wüsste 
ich  nicht  viele  zu  nenneu.  Die  altlothriugischen  geist- 
lichen Lieder,  die  Otto  im  VL  Bande  von  Vollmöllers 
Romanischen  Forschungen  herausgegeben  hat,  sind  wohl 
zu  spät  eischienen,  um  noch  verwerthet  werden  zu 
können.  Dagegen  vermisse  ich  die  Oraj'sons  tres  deuotes. 
plaisantes  et  bien  composees  en  Ihonneur  de  la  royne 
de  paradis,  XIII"  et  XV"  siecles.  Evi-eux  [1838,  hrsg. 
von  Chassant] ;  wenn  Einiges  aus  diesem  Buch  ins  15. 
Jahrhundert  gehören  mag,  so  hätte  doch  das  auf  S.  XXII — 
XXVII  abgedruckte  Gedicht  von  Xätebus  zu  VIII,  49 
angeführt  werden  sollen.  Anderes  ist  gedruckt  in  [Sa- 
muel Bentleys]  Excerpta  historica  er  Illustrations  of 
Euglish  history,  London  183.3,  S.  405 — 413;  das  Buch 
ist  mir  jetzt  nicht  zugänglich,  doch  glaube  ich  einen 
Text  von  XVII,  1  darin  gelesen  zu  haben.  Ferner  ver- 
misse ich  das  Dit  des  pommes,  legende  en  vers  du  XIV° 
siecle  publice  .  .  .  par  Tri'butien.  Paris  1837,  Silvestre. 
Form:  aaaa  12  S.  Endlich  weiss  ich  nicht,  warum  die 
mehrfach  gedruckte  Epitre  farcie  auf  Stephauus  nicht 
aufgeführt  wird;  dass  sie  vom  Verf.  übersehen  sei,  scheint 


mir  undenkbar:  ich  sehe  die  Gründe  nicht  ein,  die  ihn 
zur  Hinweglassung  bestimmten. 

Zu  einzelnen  Xummern  sei  Folgendes  bemerkt. 

IV,  1.  Die  französischen  Alexiusleben  sind  vollstän- 
diger als  hier  verzeichnet  in  meinen  Denkmälern  der 
prov.  Lit.  I  S.  524. 

VIII,  37  ist  auch  gedruckt  in  den  Ancient  Songs 
and  Ballads  from  the  reign  of  King  Henry  the  second 
to  the  revolutiou  collected  by  Joseph  Eitson.  Third 
edition,    by    Carew  Hazlitt.     London    1877    S.   19—24. 

VIII,  91.  Hier  wäre  anzuführen  gewesen,  dass  auf 
die  Quelle  des  Chant  du  rossignol  zuerst  hingewiesen 
worden  ist  von  De  Beaurepaire  im  XX.  Bande  der  51em. 
de  la  Soc.  des  Antiquaires  de  Xormandie,   1854. 

Vin,  95.  Ein  alter  Druck  dieses  Gedichts  ist  1882 
in  der  Bibliothek  des  Herrn  E.  M.  B.  als  Xr.  238  von 
Labitte  in  Paris  versteigert  worden. 

XXVII,  2.  Die  fünfte  Handschrift  des  Thomas  von 
Beneeit  (London,  Cotton  Vespas.  B  XIV)  findet  sich  er- 
wähnt bei  Dutfus  Hardy,  Descriptive  Catalogue  of  Bri- 
tish History  II,  355. 

XXXVI,  3.  Dieses  Gedicht  war  schon  1834  im 
Druck  erschienen  unter  dem  Titel  La  cumplainte  d'outremer 
et  Celle  de  Constantiuople  par  Rutebeuf ;  publiees  .  .  .  par 
Jubinal.     Paris,  chez  Techener. 

XXXVI,  21.  Die  Stelle,  wo  von  Robert  le  clerc 
die  Rede  ist,  steht  Romania  XX,   137. 

S.  189.  I,  15.  I>er  Jliroir  de  mariage  des  Enstache 
Deschamps  ist  herausgegeben  von  Tarbe,  Reims  18t)5. 
Halle.  Hermann  Suchier. 

Bonrgoin,  A..  Les  Maitres  de  la  Critiqne  an  XVIP 

siecle.     Paris,  Garnier.   1SS9.   349  S.  S. 

Das  Buch  behandelt  Chapelain.  Saint-Evremond, 
Boileau,  La  Bruyere  und  Feiielon  und  widmet  dem  Ersten 
50,  dem  Letzten  90.  den  drei  Uebrigen  je  60 — 70  Seiten. 
Es  nennt,  in  der  Vorrede,  den  Gegenstand  un  coin  in- 
explore  de  notre  grand  siecle  litteraii'e,  was  denn  doch, 
wie  zu  Ehren  der  französischen  literarliistorischen  For- 
schung hervorgehoben  werden  darf,  zu  viel  gesagt  ist. 
Der  Verfasser  hätte  ausdrücklich  auf  den  Aufsatz  des 
trefflichen  V.  Fournel  hinweisen  dürfen,  der  in  dem 
Buche  La  litferatiire  imlepetuhnite  et  les  eiriroiiix 
Ollblies  au  XVII'  siede  p.  330  —  379  unter  dem  Titel: 
La  critiqne  litteraire  an  XVII'  siecle  veiöftentlicht  ist 
und  den  er  nirgends  ausdrücklich  nennt  (p.  12  n.  nnd 
69  n.).  Das  ist  ungerecht.  Bonrgoin  bietet  selbstver- 
ständlich mehr  als  Fournel,  aber  lange  nicht  so  viel 
mehr,  als  die  Differenz  des  Volumens  ihrer  Arbeiten  er- 
warten lassen  muss.  Er  ist  viel  ausführlicher,  aber  nicht 
um  so  viel  lehrreicher.  Er  hat  eingehende  Studien  ge- 
macht und  wird  Jedem  Xeues  bieten,  aber  er  wird  mit 
seinen  Wiederholungen,  seiner  breiten  Rhetorik,  die  in 
verschiedenen  Abstufungen  und  Xüancirungen  leider  eine 
Reihe  neuerer  literarhistorischer  Studien  der  Franzosen 
verdirbt,  die  Ungeduld  des  Lesers  erregen.  Das  Buch 
hat  aber  auch  deswegen  etwas  Unbefriedigendes,  weil 
es  oft  nicht  gelingt,  aus  den  Wendungen  und  A\'indungen 
der  Dietion  die  Meinung  des  Autors  klar  luid  unniiss- 
verständlich  zn  erkennen.  Man  lese  das  Speciraen  dieser 
unerfreulichen  Darstellungsweise,  den  Abschnitt  über 
Fenelons  Charakter  (253  —  260). 

Gelegentlich    vermisst   man    auch    eine  vollständige 
Ausbeutung  des  Quellenmaterials:  so  waren  für  Fenelon. 
die  Briete,  die  dieser  mit  Houdart  1713  und   1714  über 


1891.     Literaturblatt  fQr  gcrmanigclie  und  romanische  Philoloe^ie.     Nr.  8. 


271-, 


die  damals  im  Centriim  der  literarischen  Discussion 
stehende  Hoiiierfrage  gewechselt  hat,  um  so  weniger 
iinbenntzt  zu  lassen,  als  Ft'-nelon  in  seiner  Antwort  vom 
22.  November  1714  sich  charakteristischer  als  anderswo 
ausspricht. 

Schwerer  mnss  der  Vorwurf  wiegen,  dass  Bourgoin 
die  fünf  Kritiker,  die  er  sich  auserwählt  hat,  in  der 
üihandlnng  zu  sehr  isolirt,  sie  zu  wenig  in  den  grossen 
Zusammenhang  der  literarischen  Ideen  der  Zeit  hinein- 
stellt. Er  verfahrt  zu  sehr  bloss  lieschreibend  und  zu 
wenig  entwickeluugsgeschiehtlich  und  begibt  sich  dadurch 
eines  Mittels,  das  ihm  nicht  nur  trefflich  dazn  gedient 
hätte,  seine  B^igureu  klarer  und  schärfer  zu  zeichnen, 
sondern  auch  dazu,  sie  plastisch  liervortreteu  zu  lassen. 
IHeses  ent wickelungsgeschichtliche  Relief  fehlt  fast  völlig. 
Da  hätte  er  viel  von  V.  Fournel  lernen  können,  dessen 
Aufsatz    er   deshalb    gar   nicht  überflüssig  gemacht  hat. 

Wenn  er  z.  B.  (p.  278)  auf  die  Stelle  der  Dia- 
loyites  stir  l'eloquence  Fenelons  hinweist,  wo  die  Poesie 
des  Alten  Testamentes  mit  derjenigen  Homers  und  Pindars 
verglichen  und  derselben  vorgezogen  wird  ((Eueres 
choisies  de  Fenelon,  Ed.  Hachette,  II,  277),  so  war, 
um  das  Verdienst  dieses  Vergleiches  zu  ermessen,  nicht 
sowohl  auf  Chateaubriand,  als  auf  die  Schriftsteller  des 
XVII.  .Jahrhunderts  zu  verweisen,  die  ähnliche  Aeusse- 
rungen  vor  oder  gleichzeitig  mit  Fenelon  gethan  haben, 
wie  Desniarcts,  Saint-Evrenumd,  .Santeul  —  darüber  be- 
lehrt  Fournel. 

Oder:  wenn  (p.  119)  die  Aensserung  Saint-Evre- 
monds  citirt  wird,  dass  die  neue  Zeit  eine  neue 
Kunst  verlange,  so  ist  völlig  übersehen,  von  welch 
inincipieller  Bedeutung  in  jener  Zeit  die  in  diesem 
Satze  liegende  Erkenntniss  ist.  Saint-Evremond  hat 
damit  das  entscheidende  Wort  im  Streite  der  Anciens 
und  Modernes  gesprochen;  er  zeigt  sich  hier  scharfsich- 
tiger als  alle  seine  Zeitgenossen,  und  das  durfte  ihm 
ausdrücklich  gutgeschrieben  werden  —  was  bei  Fournel 
deüu  auch  geschieht. 

So  entgeht  Bourgoin  die  relative  Bedeutung  der 
einzelnen  geschichtlichen  Erscheinungen.  Die  ganze 
Oekunoiiiie  seines  Buches  verräth  dieses  Gebrechen  durch 
ihre  bald  deplacirte  Weitschweifigkeit  bald  übel  ange- 
brachte Kargheit. 

Damit  hängt  auch  das  strenge  Urtheil  zusammen, 
das  er  über  Fenelons  Meinnug  von  der  Vorzüglichkeit 
der  ungebundenen  Rede  fällt.  Es  ist  geschichtlich 
ungerecht.  Zugleich  ist  es  aber  auch  charakteristisch 
für  den  ästhetischen  Standpunkt  des  Verfassers,  der  in 
Fenelons  Vorgehen  das  e.xemple  d'une  confusion  deplo- 
rable  des  genres  sieht.  Voltaire  hat  nicht  anders  ge- 
sprochen! Was  indessen  den  Telemaque  nicht  verhindert 
hat,  das  Buch  der  ganzen  Welt  zu  werden,  weil  es, 
nnbekümniert  um  den  Widerspruch  der  Theoretiker,  der 
Kegel  folgt,  die  Jloliere  la  grande  regle  de  toutes  les 
ri'gles  nennt,  nämlich  derjenigen,  zu  gefallen. 

Zürich.  11.  Morf. 

B  i  e  r  b  a  u  m ,  Jnl.,  Lehrbnch  der  französischen  Sprache 

niK'li    ilcr    iiiinlyti.sch-dirci-tcn   Mctlioilo   für  Iiöliorc  Kiiaben- 
unil   Miidclienncliuleii.     I.  Tlieil    (mit    einem    liiLHlcrniiliniigo 
und  K('(dis   Ausspraclietafoln).     Leipzig   18H!t.   1H2  S.   S. 
—  --,  Methodische  Anleitung  zum  Lehrbuch  der  fran- 
zösischen Sprache  etc.     Leipzig  1880.   I"  S.  k. 

Das  „Lehrbuch"  des  allen  Facligenossen  wohlbe- 
kannten Verfassers  besteht  aus  Vorschule  (S.  1  — 16), 
Leseübungen     (S.    17 — 19),     Lese-     und    Sprech- 


übungen (S.  20 — 30).  Lese-,  Sprech-  und  Gram- 
matikübungen (S.  31  —  71)  und  Formenlehre  (S.  72  — 
93);  an  letztere  schliessen  sich  noch  ein  Vokabular 
(S.  94 — 116)  und  ein  zehn  französische  Lieder  ent- 
haltender Anhang.  Das  Ganze  erscheint  dem  Ref.  als 
ein  beachtenswerther  Versuch  einer  ersten  Einführung 
in  die  französische  Sprache  nach  der  analytisch-directen 
Methode.  Der  Verf.  legt,  wie  billig,  grosses  iTcwicht 
auf  eine  sichere  und  correcte  lautliche  Grundlage, 
glaubt  aber  auf  die  ..verhängnissvolle  Lockspeise  des 
zusammenhängenden  Lesestückes  bei  der  Einübiuig  der 
Aussprache"  verzichten  zu  sollen.  Und  ganz  mit  Recht. 
Denn  auch  wir  halten  es  tür  richtiger,  die  Elemeiite 
der  fremden  Sprache,  die  Laute,  an  einer  Anzahl  von 
Musterwörtern  zu  lehren  und  zu  üben.  Und  Herrn 
Von  Sallwürk  '  können  wir  die  auf  Schulerfahrungen  sich 
stützende  Versicherung  geben,  dass,  bei  einem  richtig 
ertheilten  Anfangsunterrichte,  gerade  in  den  unteren 
Klassen  das  Interesse  der  Schüler  durch  phonetische 
Uebungen  in  hohem  Grade  gefesselt  werden  kann. 

Weniger  einverstanden  bin  ich  mit  der  von  Bier- 
baum in  der  Formenlehre  (S.  72  ft'.)  gewälten  Fassung 
und  Darstellung  der  Regeln,  die  noch  zu  sehr  an  Ploetz 
erinnern,  und  ausschliesslich  das  geschriebene,  aber 
nie  das  gesprochene  Wort  berücksichtigen. 

Die  Anleitung  ist  klar  und  fasslich  geschrieben. 
München.  Hermann  Breyniann. 


Salvioni,  C,  Notizia  intorno  ad  nn  codice  visconteo- 
sforzesco  della  biblioteca  di  S.  M.  il  Re.  Xozzo 
Cipolla-Yittone,  Scttcmbie  MDCCCXC,  odiziono  di  100 
esemplari.  Bellinzona,  Tipografia  C.  Salvioni.  20  p.  gr.  8. 
Die  Handschrift  wurde  schon  von  d'Adda  wegen 
ihrer  prächtigen  Miniaturen  in  einem  Aufsatze  im  Archivio 
storicü  lonibardo  XII  erwähnt.  Salvioni  gibt  hier  eine 
eingehende  Beschreibung  und  Inhaltsangabe  derselben. 
Sie  enthält  in  oberitalienischem  Dialekt  1.  das  Leben 
des  Joachim  und  der  Anna,  2.  die  Kindheit  Marias, 
3.  eine  kurzgefasste  Lebensgeschichte  Jesu,  namentlich 
auf  Grund  der  vier  Evangelien,  4.  (lateinisch)  Kapitel 
I — XIV  des  .Tohannesevangeliums,  das  Salve  Regina  und 
das  Symbol  der  Apostel,  und  endlich,  wieder  in  ober- 
italienischem Dialekt,  zwei  Dichtungen  in  Novenarj, 
nämlich  5.  eine  Lauda  auf  .Johannes  den  Täufer  (168 
Verse),  und  6.  ein  Gedicht  ..delo  fininiento  del  mondo" 
(729  Verse,  mit  einigen  Lücken).  Von  1,  3,  5  und  6 
druckt  Salvioni  einige  Proben  ab.  Die  Handschrift  ist 
die  loinbardische  Kopie  eines  venetianischen  Originals, 
wie  am  besten  eine  kurze  Darlegmig  der  Sprache  der- 
selben S.  22  ft'.  zeigt.  Interessant  ist  darin  die  An- 
Setzung  eines  Infinitivs  fu,  der  neben  /i  entstand  und 
von  dem  aus  alle  möglichen  Formen  von  Ji  gebildet 
wurden  (S.  25  Anm.  3  u.  4).  Ich  kann  aber  nicht  mit 
S.  nbereinstinnnen,  wenn  er  in  jideua  (so  auch  Marga- 
rethenlegende  und  ebenda  fideino)  das  (/  für  epenthetisch 
hält  (S.  23,  19).  Diese  Formen  sind  ihrerseits  auch 
wieder  Analogiebildungen.  Vgl.  Margarethenlegende 
§  55  S.  CIV.  Ein  kleines  Wörterverzeichniss  schliesst 
sich  der  spi'achlichen  Abhandlung  an.  Darin  begegnen 
wir  wieder  dem  Worte  ilif/iiiidclf  in  der  Bedeutung 
Leckerbissen  =^  afz.  duintii;  so  auch  UgU(;on  (vgl. 
Jlussafia,  Ltbl.  V  Sp.  442);  ein  tosk.  Beispiel  steht  bei 
Migliorucci,  AI  priorc  della  chiesa  di  Settignano  in  der 
Ausgabe    Fanfani,    Rime    burlesche    etc,    Firenze    1856, 


«  Zb.  f.  neufrz.  Spr.  u.  Lit.  1889  XI,  189  (Ref.). 


a77 


1891.    Literatui'blatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  8. 


278 


8.  .'531:  A  ri(jiiKrJ(trlu  (il  /lialfo)  era  mm  (li(j)titailr. 
Zu  finur  vg-1.  auch  Uaspaiy,  Zs.  f.  lom.  Phil.  I\',  (il2 
und  Eef.  ibid.  Yll,  329  §  132.  Willküiiimen  ist  der 
Beleg  (jntmudesie  (im  Sg.  jetzt  auch  iu  dem  von  Ulrich 
herausgegebenen  Fiore),  wofür  Salvioui  die  Bedeutung 
sapieiizii,  ehquemci,  discorso  ansetzt.  Es  findet  sich 
schon  im  Tesoretto  XXI,  55  in  der  Form  (jramnuitesid 
und  der  Bedeutung  ..Eitellieit.  Aufgeblasenlieit",  die  dem 
Worte  auch  bei  Salvioni  eignen  könnte  (vgl.  Zs.  VII, 
S.  275  Anm.,  wo  auch  die  Bemerkung  C'avedonis  zu 
der  Stelle  des  Tesoretto  abgedruckt  ist).  Die  Reductiou 
von  lultaii  zu  lidan  auch  Crescentia  1241  {liitanu)  und 
in  der  nächstens  erscheinenden  Veroneser  Marienklage. 
Die  sorgfältige  Arbeit  gibt  sich  als  eine  Art  Vor- 
studie zu  einer  grösseren  Abhandlung  des  Verf.'s  über 
den  Grisostomo  und  die  alten  lombardischen  Texte  zu 
erkennen. 

Halle.  Berthold  Wiese. 


Henniffs,  Wilhelm,  Stodien  zn  Lope  de  Vega  Carpio. 

Eine    Klassifikation    seiner  Comedias.     Göttingen,    Vanden- 
hoeck  &  Ruprecht.   1891.  VI,  lOJ  S.  8.     M.  2,80. 

Eine  Klassifikation  der  Lopeschen  Comedias  wm-de 
schon  melirfach  unternommen,  jedocli  nie  als  selbstän- 
dige Arbeit;  auch  ist  immer  nur  ein  kleiner  Bruch- 
theil  der  erhaltenen  Stücke  dabei  berücksichtigt  worden. 
Hennigs  gibt  uns  ein  ziemlich  vollständiges  Ver- 
zeichuiss  der  bisherigen  Versuche  und  bildet  aus  allen 
ihm  dm-cli  Leetüre  oder  dem  Titel  nach  bekannten 
Comedias,  indem  er  die  Eintheilungen  Anderer  (Schack, 
Lemcke  und  Lista)  zu  Grunde  legte,  19  Gruppen;  ent- 
schieden eine  zu  grosse  Zahl.  Mir  scheinen  die  Gruppen 
8  (Dramatisii-te  Novellen),  11  (Schicksalsdramen),  13 
(Romantische  Schauspiele),  14  (Charakterdramen),  16 
(Biographische  Schauspiele)  und  18  (Legendenstoffe)  ent- 
behrlich; sei  es,  weil  die  Zahl  der  dazu  gehörigen  Stücke 
zu  klein  ist,  sei  es,  weil  sie  sich  leicht  in  die  anderen 
Gruppen  einreihen  lassen.  Dramatisirte  Novellen,  roman- 
tische Schauspiele  kann  man  fast  alle  Stücke  Lopes 
nennen;  die  biographischen  fallen  mit  den  historischen, 
die  Legendenstoffe  mit  den  Comedias  de  Santos,  und  die 
Charakterdramen  mit  den  Lustspielen  zusammen.  Des 
Weiteren  kann  ich  auch  die  Vertheilung  der  einzelnen 
Stücke  in  vielen  Fällen  nicht  gutheissen,  doch  ist  der 
Verfasser  hier  zu  entschuldigen;  es  ist  oft  wirklich 
schwer,  ein  Stück,  das  die  Merkmale  verschiedener 
Klassen  an  sich  trägt,  richtig  unterzubringen.  Bedenk- 
licher ist  es,  dass  H.  von  den  vortrefflichen  ihm  zu 
Gebote  stehenden  Hilfsmitteln  —  die  einschlägige  Litera- 
tur ist  ihm  so  ziemlich  bekannt  —  nicht  immer  den 
richtigen  Gebraucli  gemacht,  dass  er  den  Inhalt  mancher 
Dramen  unklar  oder  ganz  falsch  angegeben,  fremde 
Dramen  auf  Lopes  Namen  geschrieben  und  endlich  nicht 
mehr  Sorgfalt  auf  den  Stil  verwendet  hat.  Als  Belege 
für  die  gerügten  Mängel  lasse  ich  Nachstehendes  folgen: 
S.  28  führt  H.  ein  Stück  el  posfrero  gozo  de 
Espana  an,  nachdem  er  zuvor  (S.  11)  el  postrer  Godo 
de  Esp.  besprochen  hatte.  H.  benutzt  hier,  wie  noch 
öfters,  Schacks  sehr  fehlerhafte  Liste,  die  er  leicht  nach 
Barrera,  Hartzenbusch  oder  Salvä  hätte  berichtigen 
können.  Natürlich  ist  der  posirero  gozo  ein  Hirn- 
gespinnst.  —  Ebendaselbst  erwähnt  er  als  besondere 
Stücke  Arfjolaii,  Beij  de  Alcahi  und  la  Pena  de  Francia, 
das  erstere  ist  aber  identisch  mit  el  Pudrino  desposado 
(S.  36),  das  letztere  mit  el  Casamienfo  e.  l.  m.  (8.  14). 
Desgleichen   ist    el  priiiiero   Medicis    (S.  32)    identisch 


mit  ht  (Jiüidd  de  Fhiniicid  (S.  44),  In  Punrella  de 
Francin  (S.  33)  wahrscheinlich  mit  la  Punrella  de 
Orleans,  el  dichoso  Parricida  (S.  33)  mit  el  Animal 
Profeta  (S.  100),  la  Pastoral  de  Albania  (S.  81)  mit 
la  Fast,  de  Jacinto  (S.  80),  el  Santo  Negro  Bozuin- 
liiico  (S.  101)  mit  Vida  y  mnerte  del  Santo  Negro 
llamado  San  Benedieto  de  Palermo  (ibid.),  und  Santa 
Brigida  endlich  (S.  102)  mit  la  Liiiipieza  no  man- 
chada.  —  S.  101  und  im  Inhaltsverzeichniss  ist  zu 
corrigiren:  vida  de  San  Julian  (statt  Juan),  S.  102 
und  im  Inhaltsverzeichniss  Xatalia  (statt  Xatala).  — 
Wenig  Geschick  und  unsicheres  Sprachwissen  verräth 
der  Verfasser  in  der  Uebersetzung  der  Titel:  man  höre: 
La  Amistad  pagada  (Die  bezahlte  Freundschaft),  las 
Cnenfas  del  gran  Capitan  (Die  Erzählungen  des  grossen 
Kapitains),  la  Vitoria  del  Marques  de  Santa  Cruz 
(Sieg  des  M.  vom  heiligen  Kreuz),  el  was  galan  Porlii- 
giies  (Der  feinste  Portugiese),  lo  Fingido  Verdadero 
"(Die  erdichtete  Wahrheit),  los  Emhustes  de  Fahia  (Die 
Lügereien  der  F.),  el  hombre  por  sii  palahra  (Ein  Mann 
durch  sein  Wort),  los  Porceles  [Familiennamen]  de 
Marcia  (Die  Schweinchen  von  M.),  la  Boha  para  los 
otros  ij  Discreta  para  si  (Die  Dunnue  für  die  andern 
und  die  Schlaue  für-  sich),  el  Preinio  del  hien  hahlar 
(Der  Lolm  des  guten  Leumimds),  Nadie  se  conoce 
(Niemand  kennt  sich  einander).  —  Für  die  Inhaltsangabe 
mancher  bisher  unbekannten  Stücke  würden  wir  ihm  sehr 
dankbar  sein,  wenn  dieselben  nicht  oft  so  unklar  und 
verworren  ausgefallen  wären.  Es  genügt  hiefür  eine 
Stelle  anzuführen  (S.  88):  „Die  eifersüchtige  Königin 
lässt  die  betreffende  Dame,  der  der  König  den  Hof 
macht,  obwohl  sie  selber  unscliuldig  ist,  hinrichten  und 
zwar  durch  ihren  Geliebten,  der  todtgeglaubt,  in  Ver- 
kleidung zufällig  zugegen  ist,  als  das  Urtheil  vollzogen 
werden  soll  und  auf  das  Geheiss  der  Königin  dieses 
traurige  Amt  übernimmt.  Im  unbewachten  Augenblick 
erkennen  sich  Beide  etc."  —  Falsch  oder  ungenau  an- 
gegeben ist  beispielsweise  der  Inhalt  von  /«  Estrella 
de  Sevilla  (S.  27),  el  Palacio  confuso  (S.  54),  la  Noche 
Toledana  (S.  55),  el  Ferro  del  Hortelano  (S.  56),  la 
Vengama  venturosa  (S.  86),  el  Ingrato  arrepentido 
(S.  94)  u.  s.  w.  —  Mit  Unrecht  Lope  zugeschrieben 
hat  H.  folgende  Stücke:  El  Infanzon  de  Yllescas  [S.  9; 
gehört  Tellez  und  ist  von  Claramonte  überarbeitet; 
Schaeffer,  auf  den  sich  H.  fälschlich  beruft,  'hat  die  rich- 
tige Angabe  (II,  176)],  el  Paje  de  D.  Akaro  [S.  18; 
blosse  Vermuthung  Schaeffers],  Jas  Hazanas  dil  Cid 
(S.  29;  von  G.' de  Castro),  el  Dichoso  Parricida  (S.  33; 
von  Amescua),  el  Principe  Escanderheg  (S.  33;  wahr- 
scheinlich von  L.  Velez  de  Guevara),  la  Profetisa  Ca- 
sandra  (S.  41;  von  Polope  y  Valdes),  Di  Modira, 
sacaräs  Verdad  (S.  88;  von  Mat  de  los  Eeyes),  Fer- 
nan  Mendoz  (muss  heissen  Mendez)  Pinto  (S.  96)  und 
die  beiden  ci  Gran  Cardinal  de  Esp.  Don  Gil  de  Al- 
homez  (muss  heissen  Alhornoz)  (S.  102;  alle  drei  von  En- 
riquez  Gomez).  Das  Stärkste  ist  wohl,  dass  H.  (S.  79/80) 
Alarcons  bekannte  Komödie  la  Verdad  sospcrliosa,  die 
Quelle  von  CorneUles  Meidenr,  als  eine  Dichtung  Lopes 
aufführt.  —  Unbegreiflicher  Weise  gibt  H.  die  Autoren 
von  Amor,  pleito  y  desajio  (S.  58)  und  la  Despreciada 
rjuerida  (S.  69)  richtig  an  und  zählt  sie  gleichwohl  mit. 
—  Es  verbliebe  mir  jetzt  noch  eine  Arbeit:  die  un- 
richtig vertheilten  Stücke  anzugeben;  doch  das  würde 
mich  zu  weit  führen. 

Der  Verfasser  beabsichtigt,  wie  er  uns  (S.  2)  mit- 


279 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  8. 


28r) 


thfilt.  i'iiie  wi'itcri-  Arbeit  über  Lopp  de  Vegfa  zu  ver- 
öflViitlii-hi-ii.  In  «liesem  Falle  iiiiiss  ihm  driiig-einl  geiatheu 
wenlt'ii,  sein  siianisches  Siiracliwissen  zu  erg-iinzen,  nicht 
nur  Lope,  sondern  überliauj)!  das  ganze  spanische  Drama 
des  17.  Jahrhunderts  gründlich  zu  studiren  und  mit 
weniger  Hast  zu  arbeiten.  Seine  warme  IJegeisterung 
für  den  Dichter  wird  ihm  die  Arbeit  erleichtern. 
Nürnberg.  A.  L.  Stiefel. 

Zu  i  tsc  h  ri  ft  e  II. 

Archivio  per  lo  studio  delle  tradizioni  popolari  X,  1  ; 

S.  S  a  1  o  1110  110 -Ma  ri  no.  Buon  oapo  d' anno  I  Uso  con- 
tadinosco  siciliano.  —  Filippo  Seves,  Capo  d'anno  ed 
Epit'ania  in  Piemonte.  —  KeinhoM  Kühler,  Goethe  e  il 
poeta  itniiuno  Donicnico  Bataoclii.  —  G.  B.  Corsi,  Sena 
vctus:  Superstizioni,  Canti,  IndovinoUi  c  Giiiodii:  Medicina 
popolare.  Superstizioni  dellc  ragazze.  Vaiie  superstizioni.  — 
Angela  Xa  r  d  o  -  C  i  b  e  1  e  ,  La  tilata,  o  la  eoltivazione  del 
canape  nel  Hcllunese.  III.  Del  tosserc.  —  K.  Mango,  La 
leggenda  dello  sciocco  nelle  novelline  oalabre.  —  G.  Pitrc, 
Novelline  popolari  toscane :  La  novellii  di  Oliime.  Le  Fate. 

—  Alb.  Eni.  Lumbroso,  Spigolature  di  Usi,  Credenze, 
Loggende:  VII.  La  giostra  dei  turi  e  un  mago  di  Fano. 
VIII.  La  tana  del  re  Tiberio.  Leggenda  roniagnola,  IX.  Usi 
novnresi  del  secolo  XVI.  —  Kodoll'o  Renier,  L'erba 
proiligiosa  di  San  Giovanni.  —  Riooardo  Forster,  Fiabe 
popolari  dalinate:  Avvertenza.  I.  El  re  Porco.  II.  El  Becher. 
III.  I  cazzadori.  IV.  La  rana.  —  Kolk-Lore  dell'Agri- 
coltura :  Notizie  dei  coniuni  di  Olfida  e  Rotella  e  dintorni 
(Ascoli-Piceno);  Slicbelo  Angelini,  Notizie  dell'Alta 
Maurienne  (Savoic);  Maria  Kerrante  .Mazzucchi,  Notizie 
del  Polesine.  —  Paul  S  e  b  i  1 1  o  t ,  »,'ontes  de  Marins  recueillis 
cn  Hnute-Bretagne:  VII.  Le  Mousse  jete  ä  la  nicr.  VIII.  Le 
niatelot  qui  ^pousa  la  fille  du  roi  d'Anglcterre.  IX.  Tribord 
Amures.  X.  Galettc  de  Biseuit  et  Quart  de  Vin.  XL  Le 
Guitan  et  lo  Maqueroau.  XII.  Pourquoi  on  eniploie  le  ciinent 
pour  lester  los  bateau.\.  —  Enianucle  Ariiint'orto,  Due 
racconti  siciliani :  I.  Li  tri  duonni,  cbi  niali  cci  abbinni. 
II.  Cliiddu  di  lu  greeu  niincliiuni.  —  A.  Tliomaz  Pires, 
Tradiföes  portuguezas:  Conceito  populär  da  Sereia.  — 
Miscellanea:  Luigi  De  Pasquale,  'U  eiuociu  e  'u  porcu, 
Favola  calabrese.  —  II  modo  popolare  di  dire :  „Un  nuovo 
nato'".  —  La  Processione  del  Venerdi  Santo  in  Metcovicli 
nella  Dalinazia.  -^  Canzonetta  tanciullespa  nel  Trentino.  — 
Pregiudizi  savojardi  nell'XI  secolo.  —  II  nonie  popolare  di 
un  earnetiee  nella  Riviera  francese.  —  Griilata  dei  veudi- 
tori  di  ponii  in  Normandia.    —    I  „Gocland"    in  Brettngna. 

—  Alb.  E.  Lumbroso,  Appunti  sulla  idrot'obia  nel  Belgio. 

—  Rivista  Bibüografica:  F.  Mango,  Ferraro,  Canti  popo- 
lari in  ilialetto  logiidorose.  —  fil.  La  V  i  a  -  B  o  n  el  1  i ,  Ble- 
mont,  Estbetique  de  la  tradition.  —  Ders. ,  Ledieu,  Los 
vilains  dans  los  a'uvres  des  trouveres.  —  Ders.,  Etudes 
ronianes  dedii'es  ä  M.  Gaston  Paris.  —  G.  Pitre,  Pineau, 
Los  contoa  i>opulaire3  du  Poitou.  —  M.  L  a  V  ia  -  B  o  n  el  1  i , 
Hock,  iMu'urs  et  ooutumes  bourgeoises.  —  G.  P  i  t  r  iS , 
Ooniis,  Boti'inica  populär.  —  M.  Di  Martine,  Sidiiey 
Hartland,  Tlie  scionce  of  Fairy  Tales.  —  Ders.,  lüde, 
Beside  tlie  Fire:  A  collection  of  Irisli  Gaelig  Folk-Stories. 

—  Ders.,  Crane,  The  Excmpla,  or  Illustrative  stories  from 
tlic  „Scrmones  vulgares"  of  Jacques  de  Vifry.  —  G.  Pitre, 
(ioininr,  Tlie  Ilandbook  of  Folk-lore. 

Melusine  V,  10:  IL  Gaidoz,  Le  Chevalier  au  lion.  —  Los 
Yedas  rcduits  ä  Icur  juste  valeur.  —  IL  Gaidoz,  L'Etynio- 
logie  populaire  et  le  Folk-lore.  —  Ders.,  Corporations, 
compagnonnages  et  nietiers.  —  J.  T  u  e  li  m  a  ii  n  ,  La  Fasei- 
imtioii  (Forts.).  —  E.  Ernault,  Uliiinsons  popuUiires  de 
la  Basse-Bretagne:  XXVII  et  XXVIII.  —  E.  R.,  La  Fra- 
tornisation.  —  M.  Schreiner,  L'onfant  qui  parle  avant 
d'ötre  ne.  —  E.  Rolland,  La  cl6  des  cbanips.  —  Les 
Ongles.  —  IL  Gaidoz,  Les  Sermcnts  et  les  Jurons.  — 
Üere. ,    Les  Esprits-Forts  de  I'Antiquite  classique  (Forts.). 

—  Ders.,  L'Operation  d'Esculapo. 

Zs.  f.  deutsches  Alterthnm  u.  deutsche  Literatur  3.5,  3: 
Jelliiiok  u.  Kraus,  Die  Widersprüche  im  Bcowulf.  — 
K  o  (' b  0  n  du  r  ff  or ,  Erinnerung  und  Pricsterleben  II.  — 
M  u  o  11 ,  Gerniaiiische  Matrononnamen.  —  Ders.,  Nelialcnnia. 

—  Wustmniin,     Zum    Text     der     Carniina     Burana.    — 


Werner,  Altdeutsche  Bruchstücke  aus  polnischen  Biblio- 
theken II.  I.  Wolframs  Willelialin.  11.  Sachsenspiegel. 
III.  Predigtbruehstück?  IV.  Eine  nid.  Evangolienharmonie  ? 
V.  Predigtbruolistückc.  —  Iloltliauson,  Holz.  Urgerin. 
geschlossenes  i:  —  Franck,  Siebs,  Zur  Geschichte  der 
engliseli-friesisclion  Sprache  I.  —  Seemüller,  Wöber, 
Die  Skiron  und  die  deutsolie  llelilensage.  —  Singer, 
Hampe,  Die  (iuellen  der  Strassburger  Fortsetzung  von 
Lamprechts  Alexan<lerlied.  —  R.  M.  Meyer,  Bielscliowsky, 
Geschichte  der  deutÄchen  Dorfpoesic  im  13.  Jli.  I.  —  Kück, 
Oehlke,  Zu  Tannliiiuscrs  Loben  und  Dichten.  —  Zwier- 
zina,  llartmann,  Hans  Hesellohors  Lieder.  —  Szama- 
tölski,  Roindoll,  Luther,  Crotus  und  Hütten.  —  Horr- 
mann,  v.  Reinhardstöttner,  Martinus  Baltious.  —  Ders., 
v.  Wegelo,  Avontin.  —  Minor,  Litzmanii,  Friedr.  Ludw. 
Schröder  I.  . —  Kost  er,  Burkhardt,  Das  Repertoire  dos 
Weimarer  Theaters  1791  — 1817.  —  Lexer,  Nachlese  aus 
dem  Briefwechsel  zwischen  den  Brüdern  lirimm  und  Salo- 
mon  Hirzel.  —  Niese,  Hoff,  Die  Kcnntniss  Germaiiiens  im 
Altorthum.  —  Wrede,  Webster,  Zur  Gutturalfrage  im 
Gotischen.  —  Schwarz,  Verdani,  De  gcschiedoiiis  der 
nederlandsche  taal.  —  Zwierzina,  Scegcrs,  Neue  Bei- 
träge zur  Textkritik  von  Ilartmanns  Grogorius.  —  Sehon- 
bach,  Trautmann,    Üboiainiiiergiiu   und  sein  Passionsspiel. 

—  Küster,  Jenny,  Miltons  verlorenes  Paradies  in  der 
deutschen  Literatur  des  18.  Jh. 's.  —  Walzel,  Moritz, 
Uebcr  die  bildende  Naolialimung  <les  Scliönen.  hrsg.  von 
Auerbach.  —  Ro  e  t  h  e,  Müller,  Sinn  und  Sinnverwandtsohaft 
deutsobor  Wörter. 

Zs.  f.  deutsche  Philologie  XXIV,  1:  B.  Si.jmous,  Sieg- 
friJ  und  BrunlüKl.  1.  Ein  Beitrag  zur  Geschichte  der  Nibe- 
lungonsage.  —  J.  Seeber,  Ueber  die  , neutralen  Engel'* 
bei  Wolfram  von  Eschenbach  und  bei  Dante.  —  J.  Küst- 
lin,  Beiträge  aus  Luthers  Schritten  zum  Deutschen  Wörter- 
bucbe.  —  I.  V.  Z  i  n  ge  r  I  e  ,  Predigtliteratur  des  17.  Jh. 's.  I.  — 
W.  Goltlier,  Konrad  llofmann.  Necrolog.  —  J.Luther, 
C.  Franke,  Grumlzüge  der  Schriftsprache  Luthers.  —  H. 
Gering,  A.  M.  Reeves,  The  Hnding  of  Wiiieland  tlie  gooil. 

—  F.  Vogt,  W.  Wisser,  Das  Verhältniss  der  Minnelieder- 
handschriften  B  und  C  zu  ihrer  gemeinschaftlichen  Quelle. 

—  L.  Fränkel,  K.  IL  G.  v.  Meuscbach,  Tugondliafter 
Jungfrauen-  und  Junggesellen  Zeit-Vertroiber.  —  E.  N  a - 
der,  J.  Uüser,  Die  syntaktischen  Eischoinuugen  in  Be 
doines  da.'3e.  —   Fr.  Knuff  mann,   E.  11.  Meyer,  Völuspa. 

—  Ders.,  .\.  Wagner,  Der  gegenwärtige  Lautstand  des 
Schwäbischen  in  der  Mundart  von  Reutlingen.  —  O.  Erd- 
mann, L.  Tesch,  Zur  Entstehungsgeschichte  des  Evangelion- 
buclies  von  Otfrid.  —  A.  E.  Berger,  H.  Schröder,  Zur 
Wail'en-  und  Schifl'skunde  des  deutschen  Mittelalters.  — 
K.  Ko  c  h  e  n  d  ö  r  f  f  e  r ,  Konrad  von  Würzburg,  Engelhard, 
hrsg.  von  E.  Juscpli.  —  R.  Sprenger,  Meier  Holiiibreelit, 
übers,  von  L.  Fulda.  —  E.  Kettner,  G.  Rndke,  Die  epische 
P'ormel  im  Nibelungenliede.  —  J.  Holte,  Nicol.  Peuckers 
wohlklingende  Pauke,  hrsg.  von  G.  Ellinger.  —  J.  Minor, 
Ein  lirief  Schillers.   —   Neue  Erscheinungen.     -  Nachriehten. 

Vierteljahrschrift  f.  Literaturgeschichte  IV,  3:  Ludwig 
Fränkel  u.  AcUdf  Bauer,  Entlehnungen  im  ältesten 
Faustbuch.  1.  Das  Sprichwörter-Kapitel.  2.  Brant  und  noch 
eininiil  Dasypodius.  —  Eugen  Wolff,  Das  liuch  ohne  Titel. 

—  Hans  S  i  1 1  e  n  b  e  r  ge  r  ,  Untersuchungen  über  Wielands 
Kölnische  Erzählungen  (Forts.).  —  Krnst  Müller,  Vollmors 
Nachlese  zu  Schillers  Kalender.  —  Louis  B  ob  c,  Neue  Bei- 
träge zu  H.  P.  Sturz'  Lebensgeschiclite.  —  Ernst  E  I  s  t  e  r  , 
Zu  Heines  Biographic.  —  Hugo  Holstein,  Zu  Tassos 
Amynt.  —  Edmund  Goctze,  Zu  Goethes  Briefen.  —  M.  II. 
Jcllinek,  Zu  Lessings  .\nmerkungen  über  das  Epigramm. 

—  P.   Heck,  Ein   Finzcddruek  Cli.   l).  Scliubarts. 

Zs.  f.  den  deutschen  Unterricht  V,  7:  Rudolf  Hilde- 
brand,  Olymp  und  llimmil,  iliibei  etwas  von  hohlen  Borgen 
und  vom  Echo.  —  Fr.  Graober,  Deutsche  Aufsätze  in 
Tertia.  —  Karl  L  a  n  d  ni  a  n  n  ,  Richard  Wagner  als  Xibe- 
lungen<licliter.  —  Paul  Hoff  mann.  Metrische  Studien  zu 
Schillers  Jugenddramen.  —  Karl  Kinzel,  Einführung  in 
die  Oeschichte  der  deutschen  Sprache.  —  Sigmuml  Feist, 
Eine  Art  draniatischer  Leetüre  im  deutschen  Unterricht  der 
unteren  Klassen.  Ein  Vorsuch.  —  O.  Beliftghol,  Das  Für- 
wort „es"  in  Verbindung  mit  einer  Präposition.  —  Ü.  G  1  ö  d  e. 
Der  Gassonnanie  ,(ani)  Brotkorb'".  -  R.  Sprenger,  Be- 
merkungen auf  einige  .Vnfragen   im  ."i.  Bande  der  Zs.  S.  353. 

—  Ders.,  „Die  sind  nun  oingescliitft !"  .iSchafscliinken". 
Zu  Windeis  Ausgabe  von  Kleists  lle/niannsschlacht.   —   Aug. 


281 


1891.    Literaturblntt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  8. 


282 


M  Uli  1  h  nii  se  n  ,  Zu  Otto  Scliröilers  ,Zurn  S-Unfu^"  (Zs.  5, 
269).  Zu  K.  Sprcnsfis  .Süiulenbock'*  (Zs.  ö,  'J77).  —  Herin. 
ün  bc  s  c  li  e  i  (1,  Aiucigoii  nus  iler  Scliillerliteratur  1890  — 
91:  Willicliii  Henzen,  Schiller  uml  Lotte;  Albert  Kosten, 
Schiller  als  Dramaturg;  J.  Minor,  Schiller.  Sein  Loben  uml 
seine  Werke.  II.  BanJ ;  Ders.,  Aus  ileni  Schiller- .\rchiv: 
Seiler,  Die  lJelianJlun<f  des  sittlichen  Problems  in  Schillers 
Kanipl'  mit  dem  Drachen,  der  Erzähluiiij  von  Livius  VIII.  7, 
Kleist.s  Prinz  von  Homburg  und  Süplmkles'  Antifjone ;  .M. 
H.  Jellinek,  Die  Sage  von  Hero  und  Leander  in  der  Dich- 
tung; M.  Laue,  Schiller  und  Goethe,  ihr  Leben  und  ihre 
vorzügl.  Werke;  W.  Ackermann,  Schiller  und  Lotte;  Alfred 
Kühe,  Schillers  Einfluss  auf  die  Entwickelung  des  deutschen 
Xationalgefülils.  II.  Theil ;  H.  Beckhaus,  Zu  Schillers  Jung- 
frau von  Orleans;  Franz  Ullsberger,  Der  schwarze  Ritter 
in  Schillers  , Jungfrau  von  Orleans'":  Andreas  Florin,  Die 
unterrichtliche  Behandlung  von  Schillers  Wilhelm  Teil; 
Teil-Lesebuch  für  höhere  Lehranstalten;  Eugen  Kühnemann, 
Die  Kantischen  Studien  Schillers  und  die  Composition  des 
„  Wallenstein";  RobertPliilippson,  Die  ästhetische  Erziehung: 
E.  Kuenen  u.  M.  Evers.  Die  deutschen  Klassiker,  (i.  u.  7. 
Bändchen;  Adolf  Wechsler.  Lichtstrahlen  aus  Schillers 
Werken :  Ausgaben ;  Grössere  Aufsätze  in  Zeitschriften.  — 
Franz  liranky-  Ludwig  v.  Hörmann,  Grabschriften  und 
Marterlen.  —  K.  Kade,  Heinrich  Gloel,  Der  deutsche  Stil 
und  seine  Pflege  auf  den  höheren  Schulen.  —  P.  G  o  I  d - 
scheider,  Deinhardt,  Beträge  zur  Dispositionslehre.  — 
Kleine  Jlittlieilungen. 

Romanische  Forschungen  IV,  3:  Karl  Vol  Imöl  1er,  Jorge 
de  Montemayor,  Segundo  Cancionero  spiritual,  .\nuers  155S. 

—  R.  J.  .\lb  recht,  Zu  Tito  Vespasiano  Strozzas  und 
Basinio  Basinis  lateinischen  Lobgedichten  auf  Vittore  Pisano. 

—  G.  Ha  ist.  Die  arabischen  Laute  im  Spanischen.  —  M. 
Manitius,  Zu  lateinischen  Gedichten  des  Mittelalters.  — 
Karl  Oreans,  Die  0-Laute  im  Provenzalischen.  —  J. 
Werner,  Hymnologische  Beiträge.  —  Otto  Fischer, 
Zum  provenzalischen  Fienibras.  —  Ludw.  Fränkol,  Zu 
Rabelais'  Synta.x.  —  H.  Patzig,  Zu  Guiraut  de  Cabreira. 

Archiv  f.  lat.  Lexicograpbie  n.  Grammatik  VII,  l.  3: 
Gröber.  Yulgärlat.  Substrate  roman.  Wörter- (Schluss).  — 
Ihm,  Vulgärforuien  lat.  Zahlwörter  auf  Inschriften.  — 
Sc  li  u  c  h  ar  dt ,  Laiisa.  —  Thielmann,  Ersatz  des  Reei- 
procums  Im  Lateinischen.  —  Meyer-Lübke,  Malacia. 

Franco-Gallia  VIII,  7.  .Juli:  Besprechungen:  Lugrin,  Resume 
de  Thistoire  de  la  litterature  franc.  au  19.  s.  —  Rose,  Das 
Verhältniss  der  Schrift  von  Helv.-tius  ,De  rEsprit"  zu  La 
Rochefoucaulds  ,Ma.\inies'".  —  Barine,  Bernardin  de  Saint- 
Pierro. 

(iiurnale  storico  della  letteratnra  italiana  XVII,  I 
[Nachtrag  zu  LtbL  Sp.  174]:  Xovati,  L.  Rossi-Case,  Di 
maestro  IJenvenuto  da  Imola  commentatore  dantesco.  — 
Luzio.  Bertolotto.  Musici  alla  corte  dei  Gonzaga  in  Man- 
tova  dal  see.  .KV  al  sec.  XVIII.  —  Cian,  Buzzati,  Biblio- 
grafia  bellunese.  —  Xovati,  Zippel,  Xiccolö  Siccoli.  — 
Cian,  Martinato,  Xotizie  storico-biografiche  intorno  al 
conte  Baldassare  Castiglione  con  documenti  inediti.  — 
Bollettino  bibliografico  (Oloetta,  Komödie  und  Tragödie  im 
Mittelalter;  Merkel,  Sordello  e  la  sua  dimora  presse  Carlo  I 
d'.\ngiö;  Campanini,  Un  atrovare  del  secolo  XIII:  Bulle. 
Dantes  ISeatrice  im  Leben  und  in  der  Dichtung ;  Anton 
Francesco  Grazzini,  detto  II  Lasca,  Le  Gene,  per  cura  di 
C.  Verzone;  P.  De  Xolhac  e  A.  Solerti,  II  viaggio  in  Italia 
di  Enrico  III  re  di  Francia  e  le  feste  a  Venezia,  Ferrara, 
Mantova  e  Torino ;  Fr.  Mango,  Xovelline  popolari  sarde ; 
l'rato.  Quelques  contes  populaires  dans  la  tradition  populaire). 

—  Comunicazioui  ed  appunti:  Renier,  Osservazioni  suUa 
cronologia  di  un'  opera  del  Cornazano.  —  P.  DeXolhac, 
Un  homonyme  ou  parent   de   Petrarque. 

Rivista  critica  della  letteratura  italiana  VII,  1  (Juli 
1891):  T.  Casini,  Rigutini,  Lettere  di  G.  Giusti,  G.  Leo- 
pardi,  U.  Foscolo  e  P.  Giordani.  —  A.  Medin,  Voigt,  II 
risorgimento  dell' anticliitä  classica  (ital.  üebers.).  —  U. 
Cosmo,  Barbi,  Della  fortuna  di  Dante  nel  secolo  XVI.  — 
A.  Z  e  n  a  1 1  i ,  Giannini,  L"  uomo  selvaggio.  —  Coraunicazione : 
S.  Morpurgo,    Un    nuovo   documento  suir£i»'fo  En-ante. 

II  Prupugnature  18:  Gaudenzi,  Guidonis  Fabe  Summa 
Dictaminis  (Schi.).  —  Frati,  Indice  delle  carte  di  Pietro 
Bilancioni;  contributo  alla  bibliografia  delle  rime  volgari 
dei  primi  tre  secoli  della  lingua  (Forts.).  —  Sabbadini, 
Cronologia  documentata  della  vita  di  Giovanni  Lamola.  — 


(iahotto,  La  Kcdc  di  Jacobo  Sannazaro.  —  Volpi,  Per 
il  Bellincioni.  —  Cesari,  Da  clii  »bbia  imparato  la  Do- 
rinda  di  B.  Guarini  a  travestirsi  nel  quarto  atto  del  Pastor 
Fido.  

Literat'.  Centralblatt  28:  Meyer,  Notice  sur  quelques  manu- 
scrits  franjais  etc.  —  30:  Christian  von  Troyes,  Erec  und 
Enide,  hrsg.  von  W.  Foerster.  —  Isländische  Volkssagen. 
Ucbers.  v.  Lolimann-Filln's.  —  Schroeder,  Vom  papiernen  Stil. 

Deutsche  Literaturzeitung  24:  W^re<le,  Liesenberg.  Die 
Stieger  Mundart.  —  25:  Deecke,  Fisch,  Die  Walker  et-, 
(s.  Ltbl.  Sp.  161).  —  Varnhagen,  Jellinek.  Die  Sage  von 
Hero  und  Leander.  —  26:  Burg,  Noreen,  Utkast  tili  före- 
läsningar  i  urgermansk  judlära.  —  27:  Gessler,  Bolte, 
(inapheus,  Aeolastus;  Szamatölski,  Eckius  Dedolatus.  — 
Morf,  Meyer-Lübke,  Grammatik  der  roman.  Sprachen.  — 
28:  Schönbach,  Heusler,  Zur  Geschichte  der  altdeutschen 
Verskunst. 

Sitzungsberichte  der  preuss.  Akademie  der  Wissen- 
schaften 11.  Juni:  K.  TVe  inhold.  Zu  den  deutschen 
Kriegsalterthümern.  —  16.  Juli:  Herm.  F  i  1 1  i  n  g.  Vorläufige 
.Mittheilungen  über  eine  Summa  Codicis  in  provenz.  Sprache. 
[Der  Text  wird  durch  Fitting  und  Suchier  herausgegeben 
werden.] 

Zs.  f.  die  Österreich.  Gymnasien  5:  Hugo  Herzog,  Zur 
Erzählung  Kosinskys  iu  Schillers  Räubern.  —  Seemüller, 
Kelle.  L^ntersuchungen  zur  Ueberlieferung  Notkers. 

Centralblatt  f.  Bibliothekswesen  7  u.  8:  K.  Burda  cli, 
Zur  Kenntniss  altdeutscher  Handschriften  und  zur  Geschichte 
altdeutscher  Literatur  und  Kunst. 

Korrespundenzblatt  des  Vereins  f.  nd.  Sprachforschung 
2:  R.  Wossidlo,  Gott  und  Teufel  im  Munde  des  Mecklen- 
burgischen Volkes.  —  3:  C.  Schröder,  Das  Redentiner 
Osterspiel. 

Chronik  des  Wiener  Goethe- Vereins  6  u.  7  :  L.  Blume, 
Zu  Goethes  Gedicht  , 'Willkomm  und  Abschied'". 

Zs.  der  histor.  Gesellschaft  f.  Posen  VI,  1 :  Das  fünfte 
Armeecorps  im  histor.  Volkslied  des  Krieges  1S70/71. 

Auualeu  des  Historisclieu  Vereins  f.  den  Niederrhein 
pi\:  F.  Schröder,  Ein  clevischer  Dichter  vor  200  Jahren. 

Beiträge  zur  Geschichte  Dortmunds  und  der  Grafschaft 
Mark  IV:  Die  grosse  Dortmunder  Fehle  von  13SS  — 1389. 
(Darin:  Fehdebuch  mit  umfangreicher  Namenliste.) 

Neujahrsblatt  hrsg.  von  der  Stadtbibliothek  in  Zürich  auf 
das  Jahr  1891:  G.  Tobler,  J.  J.  Bodmer  als  Geschicht- 
sclireiber. 

Küirespondeuzblatt  des  Vereins  f.  siebeubürg.  Volks- 
kunde XIV,  7 :  Zwei  Hochzeitslieder  aus  Schönberg. 

Zs.  des  Harz  Vereins  24,  1:  P.  Zimmermann,  Graf 
Bülow  und  der  .Abschied  von  Cassel*". 

Preussische  Jahrbücher  1:  Gotth.  Kreyenherg,  Hoft'- 
mann  von  Fallersleben. 

Unsere  Zeit  7:  0.  Otfrieil,  Mythologie  und  Urgeschichte. 

Deutsche  Rundschau  10:  Walther  Vulpius,  Diis  Stamm- 
buch TOD  .iugust  V.  Goethe.  1. 

K(>lnische  Zeitung  571.  Erste  Beilage  12.  Jnli:  .\.  Bock, 
Heines  Verhältniss  zur  Musik. 

Beilage  zur  Allg.  Zeitung  143,  144,  146  u.  147:  H.  Dün- 
tzer,  Johann  Heinrich  Merck.' —  M.  Carriere,  Lyrik 
und  Lyriker.  (Ueber  Werners  so  betiteltes  Buch.)  — ■  156: 
K.  Th.  Gaedertz,  Goethe  und  Maler  Kolbe. 

The  Atheuaeum  3320:  The  strife  of  love  in  a  dreani,  bcing 
the  Elizabethan  version  of  the  first  book  of  the  Hypneroto- 
machia  of  Francesco  Colonna  ed.  .\.  Lang.  —  Sabin, 
Diekensiana.  —  A  letter  of  Charles  Lamb.  —  3321 :  Scar- 
tazzini,  Prolegomena  della  Divina  Comiuedia;  Dante's  trea- 
tise  ,De  divina  eloquentia'"  transl.  into  English  by  Howell. 
—  Lang,  Apologia  pro  Hypnerotomachia  sua.  —  Ward, 
X  letter  of  Charles  Lamb.  —  3322:  Saintsbury,  Essays  in 
English  literaturo  1780—1860;  Essays  on  French  novelists. 
(Gut.)  —  Tilley,  Mellin  de  Saint  Gellais  and  introduction 
of  the  sonnet  into  France.  —  Scott,  Voltaire  and  England. 

Oversigt  over  det  Kougelige  Dauske  Videnskaberues 
Selskabs  Forhandlinger  1S91.  1:  Steenstrup,  Etuile 
sur  les  Chansons  populaires  danoises  au  Moyen-äge. 

Revue  critique  27:  Hoops,  Les  nonis  des  plantes  de 
l'ancien  anglais.  -  Cheneviere,  Les  ceuvres  poetiques 
de  Bertaut.  —  Delboulle,  Pierre  de  Changy,  livre  de 
l'institution  de  la  femme  chretienne.  —  James  D  arme- 
steter, Le  dictionnaire  general  de  la  langue  frangaise  de 
MM.  Hatzfeld,    Darraesteter  et  Thomas.    —    28:   Nolhac, 


283 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  8. 


2s.l 


lif  .Uf  viriH  illustribus"  de  Petriirque.  —  Vo  Ihn  öl  1er, 
TriiuvnilU's  espnf;nolea.  —  Hourciez,  L'enseignenieiit 
I'riiiic;iii8.  —  R.  II  iltl  e  b  r  a  n  (I ,  Uiotloniiaire  nllcininul.  — 
Urbain,  ünc  oilc  de  Tlit-uiihilc  et  nn  .sonnet  ile  Corneille. 

—  29:  Gotlofroy,  Dicfionnaire  de  Tancienne  lunguc 
frnni;aise.      R. 

Le  Sloyen  Age  IV,  4.  Juni:  W.,  Erec  ed.  I'oerster;  Othmcr, 
Das  Vcrhältniss  von  Erec  et  KniJc  zu  dein  Mabinogion 
von  Geraint. 

Kev.  pol.  et  litt.  24:  Ursus,  Vn  nouveau  livre  par  La- 
martine (Lnmartine  inconnu,  notes,  lettres  et  docnnients  in- 
edit.s,  Souvenirs  ile  faniille,  par  le  baron  de  Cluiniborant  de 
I'erissat,  Paris  1S91).  —27:  R.  V  a  1 1  e  r  y  -  R  a  d  o  t ,  Senti- 
nients  de  faniille,  l.iTO  — IS91.  (Hiibselie  Zusaninienstellung 
von  einzelnen  Zü>;en,  die  clen  Weelisel  zeigen,  der  sieh  in 
der  Emplindungsweise  hinsichtlich  der  nächsten  vcrwandt- 
scliafiliehen  Heziehungen  vollzogen  hat.)  —  Rene  Douniic, 
Victor  Hugo  apres  1830.  (Aus  Anlass  der  zwei  neuen  Bände 
vin  Kdniond  Hire,  die  des  Dichters  Ijcben  bis  1S51  weiter 
führen  mit  gleicher  Sorgfalt  der  Forscliung  aber  auch 
gleicher  Abneigung  für  seine  Person.)  —  Ph.  H  e  r  t  h  e  1  o  t , 
Les  fetes  du  niois  de  juin  ä  Lisbonne. 

Revue  des  deux  moiiUes  1.  Juni:  lircnl,  La  tradition  du 
latin  en  Franoe. 

La  Nouvelle  Ktsvue  1.').  Mai.  1.  Juni:  Renard,  Le  dix- 
huitiemc  siede  de  M.  Faguet. 

Heviie  du  luuiide  latiu  Juni:  Baguenault  de  Puchesse, 
Alfred   de   Musset,   d'apres   unc   etude  nouvelle. 

Aiinulus  de  renseigneuieut  siipeiieur  de  Grenuble  IH, 
2:  P.  Morillot,  La  doctrinc  poetique  de  Boileau. 

Bulletin  de  l'Inatitut  national  genevois  F.  XXX:  L. 
Morel,  Ferdinand  Frciligrath. 

Nuovo  Aichivio  V^ueto  1,  1:  Maluniani.  Gasparo  Gozzi. 

—  Cipolla,  Postille  nl  I  volume  delle  Antiche  Cronache 
Veronesi.  -    F  c  r  rai  c  M  e  d  i  n,  Rime  storiehc  del  sec.  XVI. 

Biblioteca  delle  souule  italiane  III,  11  ff.:  S.  Cipolla, 
II  passo  dello  stigc:  chiosa  dpntesca.  (40  S.  auch  sep.  bei 
Tedeschi  e  f.,   Verona.) 

2seu  ersc  li  iciieii  c  JJücliei-. 

La_croix,  Octave,  Quelques  ninitrcs  etrangers  et  fran^ais. 
Etudes  litteraires.  Jean  Hoceacc,  Rabehiis,  Tliomas  Moore, 
Lope  de  Vega,  Le  )ioete  Miehel-Ange,  Etu<le  sur  la  pocsie 
latine,  Les  faux  Don  Sebnstien,  Jehan  Foucquet,  Luiz  de 
Camoens,  Giacomo  Leopardi,  Michel  Cervantes,  Double  anni- 
versaire  de  la  niort  de  Sliakespearc  et  de  .Michel  Cervantes, 
Mailame  de  Scvigiie,  Marceau,  Mailame  limile  de  Girardin, 
Sainte-Heuve,  Prosper  -Merimee.  Paris,  Ilachette  et  C.  In-16. 
fr.  3,50.     liibliotheque  variee,  1'  Serie. 

Langer,  Otto,  Sklaverei  in  Europa  während  der  1 -tztcn 
Jahrliunderte  des  Mittelalters.  Programm  des  Gymnasiums 
zu  Bautzen.  4(1  S.  4. 

L  ü  1 1  i  c  h  ,  Selmar,  lieber  bedeutungsvolle  Zahlen ;  eine  kultur- 
geschichtliche Betrachtung.  Programm  des  Donigymnasiums 
zu   Naumburg  a.  S.   47   S.   4. 

Passy,  l'aul,  Ktude  sur  les  changements  phonetiques  et 
leurs  caraeteres  generaux.  Pariser  Dissertation.  Paris,  Fir- 
min-Didot.  2(J4  S.  8. 

Paulson,  J.,  Fragmcntum  vitne  sanctac  Catharinae  Alexan- 
drinensismctrieum  e  libro  ms.  eilidit.  liUnd,Gleerup.  18".  Kr.  3. 

Rosikat,  August,  lieber  das  Wesen  <lcr  Sehicksalstragiidie. 
I.  Programm  des  Realgymn.  zu  Königsberg  i.   Pr.   2ti  S.  4. 

Upi)cnkamp,  Aug.,  Der  liegritf  der  Scheidung  nach  seiner 
Entwickclung  in  seniitisehen  und  idgni.  Spraelien.  Programm 
des  Gymnasiums  zu  Düsseldorf.  39  S.  4. 

W  agier.  Die  Eiche  in  alter  und  neuer  Zeit.  Eine  mytho- 
logisch-kulturhistorische Studie.  I.  Programm  des  Gynin. 
zu   Würzen.  41   S.  4. 

Y  a  r  n  li  a  g  e  n  ,  Hermann,  Zu  Dr.  Dicks  Ausgabe  der  Innsbruck- 
Münchener  Redaction  der  Gosta  Romanorum.  Eine  Ver- 
theidigungsschrift.  Erlangen,  Junge.   19  S.  8. 

Wartenborg,  Willi.,  Bemerkungen  zur  Rythniik  u.  Metrik 
mit  bes.  Rücksicht  auf  den  Schulunterricht.  I'rogranim  des 
Progymnasiums  zu  Küpen.  18  S.  4. 


de  Gupthe.  3'  editioii,  revue  et  corrigee.  In-lS  Jesus,  336  p. 

Paris,  llaclielte  et  C".     fr.   3,50. 
Cascorbi,  Paul,   Die  Rufnamen  der  Müudener  Schuljugend 

im  Jahre  1S90.  Progr.  des  Realgymn.  zu  Münden.  11  S.  8. 
Denecke,  .\rtliur,  Beiträge  zur  Entwicklungsgeschichte  des 

gesellsehaftliehen  Anstandsgefühls    in    Deutschland.    Progr. 

des  Gymnasiums  zum  heil.  Kreuz  in  Dresden.  33  S.  4. 
Ettlinger,  J.,  Christian  llofniann  v.  Hofmannswaldau.  Ein 

Beitrag   zur  Literaturgeschichte    des    17.  Jh. 's    Halle,   Nie- 
meyer.  130  S.  gr.  8.     M.  2,80. 
Festschrift    zur    SöOjährigen    Jubelfeier   des  Gymnasiums 

zu  Herford.    Darin:    Otto  Edler,    Darstellung   und  Kritik 

der  Ansicht  Lessings    über  das  Wesen  der  Fabel.    23  S.  8. 
Fo  rn  al  d  a  r  s  0  g  ur ,    zwei,    (Hrölfssaga    Gautrckssonar    und 

Asinundarsaga    Kappnbana),    nach   Cod.  Holm.    7,    4'"  hrsg. 

von  F.  Dettcr.  Halle,  Niemeyer.    LVl,  lOÜ  S.   gr.  8.     M.  4. 
llagfors,    K.   J.,    Gamlakarlebymälet.    Ljud-    ock    formliira 

samt  sprakprov.  Dissertation  von  Helsingfors.  120  S.  8. 
llandskriftet  Nr.  2365  4'»   gl.    kgl.  Sämling   pä  det  störe 

kgl.    biblioiliek    i    Kobenhaven    (Codex  regius  af  der  n?ldrc 

Edda):    fototypisk  og  diplomatisk  gengivelse.    Udg.  ved  L. 

F.    A.    Wiininer    og    Finnur   Jönsson.    Kopenhagen,  Möller. 

LXXV,  197  S.  4. 
Hedrich,   A.  R.,    Die  Laute    der  Mundart    von  Schöneok   i. 

Vogtl.  Programm  der  Realschule  zu  Leisnig.  30  S.  4. 
Herders    sämmtliche  Werke,    hrsg.    von   B.  Suphan,    Bd.  5. 

Berlin.  Weidmann.  XXXI,  732  S.  8.     M.  9. 
Horäk,    Wenzel,    Die    Eiitwickelung    der    Sprache    Hallers. 

Scliluss.    Programm  der  Obcrrealschule  zu  Bielitz.   45  S.  8. 
Knoop,  Otto,   Plattdeutsches  aus  Hinterpommern.   2.  Samm- 
lung. Fremdsprachliches  im  hinterpomnicrschen  l'latt,  nebst 

einer  Anzahl  von  Fischerausdrücken  und  Ekelnamen.  Forts. 

Programm  des  Gymnasiums  zu  Rogaseii.   18  S.  4. 
Kraus,   E.,    Das   böhmische  Puppenspiel  vom  Doctor  Faust. 

Abhandlung  u.  Uebersetzung.  Breslau,  Koebner.   VI,  IG9  S. 

8.     M.  3. 
Kuhlniann,  H.,  Die  Concessivsätze  im  Nibelungenliede  und 

in    der  Gudrun   mit  Verglcichuiig  der  übrigen  mhd.  Volks- 

epcn.  Leipzig,  Fock.  60  S.     M.   1,50. 
Lichtenberger,    H.,    Do    verbis   quje  in  vctustissima  ger- 

manorum  lingua  reduplicatum  pr.a'teritum  cxliibebant  (these). 

In-S,   VIII,  106  p.  Nancy,  impr.   Borger-Levrault  et  C. 
Löwner,    G.,    Karl  Ferdinand  Kummer,    ein  Lebensbild  aus 

Oesterreich.  Leitmeritz,  Pickert.  8  8.  8. 
Maas,   Karl,    Ueber    Metapher   und  Allegorie   im   deutschen 

Sprichwort.  Progr.  dos  Wettiucr  Gyinn.  zu  Dresden.  23  S.  4. 
Müller,  .-^ntoii.  Die  Theaterdichter  Zacharias  Liebludilt  aus 

Silberberg    und    Hieronyuuis  Lingk    aus  Olatz.    Ein  Beitrag 

zur  Kulturgeschichte  Schlesiens    im    16.   Jh.    I.    Programm 

des  Gymnasiums  zu  Strehlen.  36  S.  8. 
Passy,  P.,  Do  Nordica  lingua  quantura  in  Islandia  ab  anti- 

quissimis    temporibus  niutata  sit.    These.    In-8,  64  p.    Paris, 

Firmin-Didot. 
Saupc,  Albin,    Der  Indiculus  superstitionum  et  paganiarum, 

aus    zumeist   gleichzeitigen   Schriften    erläutert.    Prograiniii 

des  Realgymnasiums  zu  Leipzig.  34  S.  4. 
Willomitzer,  F.,  Die  Sprache  und  Technik  der  Darstellung 

in  J.  P.  Hebels  rhciMländiscliein  Hausfreund.   Programm  der 

Obcrrealschule  im  11.  Bezirk  von  Wien.  3.')  S.  8. 
Wörterbuch,     deutsches,    XI,    3:     Thiermilch  — Todestag. 

XII,  4:  verhöhnen— verleihen. 
Wörterbuch,  etymologisches,  der  deutsehen  Sprache,  von 

F.  Kluge,  l'üiil'te  verb.  Auflage.  1.  Lief.  Strassburg,  Trübner. 

60  S.  4.     M.   1. 


Beckmann,  E.,  Bemerkungen  zur  Förderung  des  guten 
Gebrauches  der  deutschen  Sprache  in  Altona.  Programm 
des  Realgymnasiums  zu  Altona.  28  S.  4. 

Bosser t,  A.,  Giethe.  Ses  precurscurs  et  ses  contemporains: 
Klopstock,  Lessing,  Herder,  Wieland,  Lavater;  la  Jeunesse 


Bach  mann.  F.,  Die  beiden  Versionen  des  mittelenglischen 
Canticum  de  creatinnc.  Eine  Untersuchung  über  Sprache, 
Dialekt,  .Mi'trik  und  Verliültniss  <ler  beiden  Versionen  zu 
einander  und   zu  ihrer  Quelle.   Hamburg,   Kleesscn.  M.  2,60. 

Caxton's,  W.,  infantia  salvatoris.  Hrsg.  von  F.  Ilolthau.sen. 
Halle,  Niemeyer.  XI,  24  S.  S.     M.  0,60. 

Child,  Fr.  J.,  The  Eiiglish  and  Scottish  Populär  Ballads. 
Part   VIL  Boston,  Iloughton,  MilHin  a.  C.  254  S.  4. 

Fischer,  A.,  Aberglaube  unter  den  Angelsachsen.  Progr. 
lies  Rcalgyninasiuins  zu  Moiningen    42  S.  8. 

Flügel,  F.,  Allgemeines  englisch-deutsches  und  deutsch- 
englisches  Wörterbuch.  4.  .\ufl.  von  J.  O.  Flügels  vollst. 
Wörterbuch.  7.  Heft.  Lex.-S.  1.  Bd.  S.  865—1088.  Braun- 
schweig, Westermann.     M.  3. 

Jeaffreson,   C.   H.,    u.    O.    Boonsel,    English  diologues 


285 


1891.     Literatlirblatt  für  gerninnisclie  iiml   rumänische   l'liilulogiu.     Nr.  8. 


286 


witli  phonetio  transoriptions.   Hamburg,  Fritzsohe.    XXVII, 

212  S.  8.     M.  2,Ö0. 

Lo  Morto  Dar  t  hur  by  Syr  Tliomas  Jialory.  Kaithfully 
rcprinteil  froni  the  original  edition  (14S."))  of  William  Caxtoii. 
Kilitcd  by  U.  Oskar  Sommer,  Pli.  D.  III.  Stailios  oii  tlio 
Süurccs.  Witli  an  introduetory  Essay  by  Andrew  Lang. 
London,  Nutt.  XXV,  338  S.  8. 

Materialien  für  das  neiienglisclie  Seminar.  Hrsg.  von  E. 
Regel.  Nr.  4:  Tbackeray's  lectures  on  tlic  Knglisli  Immou- 
rists  of  tbe  18.  Century.  Mit  bibliogr.  Material,  literar.  Ein- 
leitung und  saclil.  Anmerkungen  für  Studirendo  lirsg.  von 
E.  Regel.  IV.  Prior,  Gay  und  Pope.  Halle,  Niemeyer.  104  S. 
gr.  8.     M.  1,20. 

Murray,  James  A.  H.,  A  New  English  Dictionary  on  Histo- 
rical  I'rineiples  founded  mainly  <in  tbe  Materials  eollected 
by  the  Pbilological  Society.  Vol.  III.  Part  I.  E— Every. 
Lonilon,  Sampson  Low  &  Co.     12  sli.  ti  d. 

üliphant,  T.  L.  K.,  The  Old  and  Middle  English.  2nd  ed. 
Cr.  Svo,  p.  638.  Macmillan.     9/ 

Shakespeare,  Wni.,  Works  of.  Edit.  by  William  Aldis 
Wriglit.  Vol.  3.  Deniy  Svo,  p.  ,')lö.  Macmillan.     lö/lj 

—  — ,  King  Lear.  With  an  Introduction  and  Notes  by  K. 
Deighton.   12mo.  Macmillan.     sil.,  1,6;   10 

Sliakspere's  Works.  Edited  by  Charles  Knight.  With  370 
Illustrations  by  Sir  John  Gilbert.  Vol.  4.  (Mignon  edition.) 
Long  12mo.  p.  544.  Routledge.     2/6 


Agnelli,  Giovanni,  Topo-cronografia  del  Viaggio  Dantesco. 
Mailand,  Hoepli.  168  S.  4  mit  15  Doppel-CIiromotafeln  M.  12,80. 

Amati,  Amato,  I  proemi  nella  Divina  Commedia.  Padova. 
21  p.  8.  Memoria  letta  nella  r.  aecademia  di  seienze,  lettere 
ed  arti  in  Padova.   Vol.  III  disp.  2  der  Atti  e  memorie. 

Basile  e  Croce.  Lo  Cunto  de  li  C'unti  (II  Pentameronc) 
di  Gianibattista  Basile,  testo  confornie  alla  prima  stanipa 
del  MDCXXXIV — VI  com  introduziono  e  note  di  Bened. 
Croce.  Vol.  L  Napoli.  CCIII,  296  p.  i.  L.  5.  Bibliotcea 
Napoletana  di  storia  e  letteratura  edita  da  Bened.  Croce 
vol.  II. 

Baynes,  H.,  Dante  anj  his  Ideal.  With  a  Frontispiece  after 
Giotto's  Fresco.  12mo,  p.  108.  Swan  Sonnenschein.     2/6    ' 

Bemont,  C,  et  G.  M  o  n  o  d ,  Histoire  de  l'Europe  et  en 
particulicr  de  la  France  de  395  a  1270.  Paris",  Alean.  XI, 
588  S.  8. 

Benedettucci,  Cl.,  Monaldo  e  Giaconio  Leopardi.  Recanati. 
175  S.  8. 

Berger,  Fr.,  Dantes  Lehre  vom  Gemeinwesen.  Programm 
der  1.  höh.  Bürgerschule  zu  Berlin.   15  S.  4. 

Bibliothek,  romanische,  hrsg.  von  W.  Foerster.  Halle, 
Niemeyer.  8.  IV:  Wistasse  le  Moine.  .\ltfranz.  Abenteuer- 
roman des  XIII.  Jh. 's,  nach  der  einzigen  Pariser  Hs.  von 
Neuem  hrsg.  von  W.  Foerster  u.  J.  Trost.  XXXI,  88  S. 
M.  3.  —  V:  Kristian  von  Troyes,  Yvain  (der  Löwenritter). 
Neue  verb.  Textausgabe  mit  Einleitung  u.  Glossar  hrsg.  v. 
W.  Foerster.  XXI V',  187  S.  M.  4.  —  VI:  Das  Adamsspiel. 
Anglonormannisches  Gedicht  des  XII.  Jb. 's,  mit  einem  An- 
hang :  Die  fünfzehn  Zeichen  des  jüngsten  Gerichts,  hrsg. 
von  K.  Grass.  VIU,  174  S.     M.  4. ' 

Bire,  Edniond,  Victor  Hugo  apres  1830.  Paris,  Didier.  Deux 
volunies  in-16.     fr.  7. 

Blade,  J.  F.,  Les  Vascons  espagnols  depuis  les  dernieres 
annees  du  VI'  sieele  jusqu'ä  I'origine  du  royaunie  de  Navarre. 
In-8,  100  p.  Agen,  imp.  V«  Lamy. 

Boccaccio,  II  Decamerone  riveduto  e  annotato  da  Mario 
Foresi.  Firenze.  624  S.   16. 

B  0  n  a  n  n  i ,  T.,  II  cantieo  del  sole  di  S.  Francesco  conimen- 
tato  nella  Divina  Commedia.  Aquila.  Per  nozze  Silvestri- 
Cipollini. 

ßo»,  A.,  Glossaire  de  la  langue  d'o'il  (XF — XIV  sieoles), 
eontenant  les  mots  vieu.x  frangais  hors  d'usage,  leur  expli- 
cation,  leur  etymologie  et  leur  concordance  avcc  le  provenjal 
et  l'italien.  Ouvrage  ä  l'usage  des  classes  d'hunianites  et 
des  etudiants.   In-8,   XV,  465  p.   Paris,   Mnisonncuve.    fr.  16. 

Büurciez,  L'enseignement  frangais  et  l'enseignemcnt  superieur 
des  langues  romanes.  Bordeaux,  V"'  Cadoret.  8  p. 

C  e  s  a  r  i ,  Aug.,  Conie  pervenne  e  riniase  in  Italia  la  Matrona 
d'Efesü.  Bologna,  Zaniclielli. 

Cr  es  c  im  a  n  n  0  ,  G.,  II  figliuolo  dell'orsa  [Inf.  XIX].  Catania. 

D'Arbois  de  Jubainville,  H.,  Les  noras  gaulois  chez 
Cesar  et  Hirtius  de  hello  gallieo.  Premiere  Serie.  Les  eom- 
yoses  dont  rix  est  le  dernier  terme.  In-lS  Jesus.  Paris, 
Bouillon,     fr.  4. 


D'Avino,   Gen.,    [Giovanne  D'Arnol.   L'Annella:   commedia 

in    tre    atti.    Profazionc    e    note    di  S.   Di  Oiacomo.    Napoli, 

S.  Di  Giacomo.   V,   82  p.  4.  (Niicli   der  'eilizione  di  Xnapole, 

pe  Gianfracisco  Paci   1767'.) 
Del  Lungo,  Isidoro,    Bcatricc  nella  vita  o  nella  pocsia  del 

secolo  Xill.  Mailand,  Hoepli.  200  p.  8.     M.  3,20. 
Develay,  Les  Eglogues  de  Petrarcpie.  Trad.  pour  la  premiere 

fois   par    V.  Develay.    Paris,   libr.   des  bibliophiles.    2  vols. 

XXIII,  99;   170  p.  32.     fr.  5. 
Dictionnuire  gem'ral  de  la  langue  frannaise  par  Ilatzfeld, 

Darmesteter    et  Thomas.    Faso.  5.    S.  305—384.   hrouettee— 

t'('j.>eniht)U. 
Doeumenti,  Sei  nuovi,  alighieriani  della  cancelleria  ducale 

di  Modcna,  |)er  G.   L.  Passerini.  Verona.  8  p.  8.   (Aus  dem 

'Alighieri'.) 
Doneieux,  G.,    La  I'ernctte,  origine,   histoire  et  restitution 

eritique  d'une  chanson  populaire  romane.   Paris.  52  p.  8. 
Ebeling,  G.,  Auberee,  alti'ranz.  Fablel  nach  den  bekannten 

Hss.    zum    ersten  Male   kritisch  mit  Einleitung  und  Anmer- 
kungen hrsg.   I.  Einleitung.    Berliner  Dissertation.    57  S.  8. 
Ehering,    Emil,    Gedeon    Huet    und    R.   Giov.  Zannoni, 

liibliographisrli-kritiscbcr  Anzeiger  für  roman.   Sprachen  u. 

Literaturen.    III.    1891.    Heft   1.    Berlin,    Bibliogr.    Bureau. 

Preis  pio  Jahrgang  von   12  Heften  M.  12. 
Fort  in  i,    Pietro,    Novelle.    I:   Le   gioruate  delle  novelle  de' 

novizi.    Vol.  II.    Lief.    1 — 4.    Firenze.    348  p.    Bibliotechina 

grassoccia:    capricci    e    curiositä   letterarie    inedite    o   rare, 

raccolte  da  F.  Orlando  e  G.  Baeeini.  N'  15  — 18. 
Foures,    A.,    Les    Cants    del   soulelh    (les  Cliants    du  soleil) 

(poesies    languedociennes).     Avec     traduction    frauQaise    en 

regard.  Grand  in-8,  356  p.  Paris,  Savine.     fr  8,50. 
Frosina-Cannella,    G.,    Un    mazzetto    di    canti    popolari 

siciliani.  Roma.  4. 
Gutheim,  Ferd.,  Ueber  Consonanten-Assimilation  im  Fran- 
zösischen, ßerner  Diss.  Heidelberg,  Siebert.  98  S.  8. 
Haase,    ß.,    Ueber  die  Gesandten  in  den  altfranz.  Chansons 

de  gcste.  Hallenser  Dissertation.  69  S.  8. 
Impallomeni,  N.,  II  „Filippo"  doli' Alfieri.  Cosenza. 
K  a  b  i  s  c  h  ,  0.,  Marie  de  Rabutin-Chantal,  Marquise  de  Sevigne. 

33  S.  4.  Progr.  des  Luisenstiidt.  Gymnasiums  zu  Berlin. 
Meyer,    P.,    Notice   sur   quelques   nianuserits  francais  de  la 

bibliotheque  Phillipps,  ä  Cheltenham.  Paris,  Inipr.  nationale. 

Tire    des  Notices    et  Extraits    des  nianuserits  de  la  Biblio- 
theque   nationale    et   autres   bibliotheques    (t.  34,   premiere 

partie). 
Morf,  H.,    Drei  Vorposten  der  franz.  Aufklärung:  St.  Evre- 

niond,  Baylo,  Fontenelle.    15  S.    8.    S.-A.   aus   'Die    Nation' 

1891,  41.  42. 
Müller,  R.,    Untersuchung  über  den  Verfasser  der  altfranz. 

Dichtung  Wilhelm  von  England.  Bonner  Dissertation. 
Pascal.  Les  Provinciales  de  Blaise  Paseal.   Tome  II.    Avec 

notes  par  Auguste  Molinier.    Paris,  Lemerre.    In-8.     fr.   10. 

Collection  Lemerre. 
Petrarca,  Fr.,  Le  rimo  e  l'Africa.  Roma,  Ed.  Perino.  256  p. 

4.     L.  4. 
Pitre,    G.,   Due  Novelline  popolari  toscane.  Palermo.    24  p. 

8.  Nozzo  Orlando-Castellano. 
Plowert,  J.,  Petit  Glossaire  pour  servir  ä  l'intelligence  des 

auteurs    deoadents    et   symbolistes.    In-18  Jesus,   III,  103  p. 

Paris,  Vanieiv    fr.  3. 
Ravazzini,   E.,    Vocaboli    della  Divina  Commedia    spiegati 

col  volgare  niodenese.    Sassuolo.    Per   nozze  Ferrari-Casali. 
Reinhard,    A.,    In  Ponerolyeon.    Ein  unveröffentlichtes  lat. 

Schmühgedicht  des  Tito  Vespasiano  Strozza  1575.    Leipzig, 

Teubner.  S.-.\.  aus  den  Commentationes  Fleckeisenianae. 
Ricci,  Corrado,  L' ultimo  rifugio  di  Dante  Alighieri.  Mailand, 

Hoepli.  550  S.  4  mit  50  Illustrationen.     U.  28. 
Risop,  A.,  Studien  zur  Geschichte  der  französ.  Conjugation 

auf  -i>:  Halle,  Niemeyer.  IV,  132  S.  gr.  8.     M.  2,80. 
Robert,    P.,   La  Poetique  de  Racine.    Etüde  sur  le  systfeme 

dramatique    de    Racine    et    la    Constitution    de    la    tragedie 

frangaise.  2°  edition.  In-S,  X,  562  p.  Paris,  Hachette  et  C. 
Rouquet,    A.,    Les  Chenier.    Portraits,  Lettres  et  Fragment 

inedits.  Ouvrage  illustre  de  4  photogravures  artistiques  hors 

texte  et  d'une  eau-forte  d'Adrien  Nargeot.  Grand  in-8,  31  p. 

Paris,  aux  bureaux  de  l'Artiste,  44,  quai  des  Orfevres.  fr.  10. 
R  0  US  s  eau,  J.  J.,  Lectures  choisies  de  Jean-Jacques  Rousseau. 

Ordonnees  et  annotcps  par  S.  Rocheblave.  In-18  iesus,  XIX, 

400  p.  Paris,  Colin  et  C. 
Russo,  V.,  La  Zanitonolla  e  I'Orlandino  di  Teolilo  Folengo. 

Bari. 


287 


1891.     LiterAturblatt  fSr  (jcrnianisclip  und  romaiiUclie  Philolo$rie.    Nr.  8. 


2^- 


Sü  nile  rill  a  IUI ,  A.,  Aus  Molieres  Dichtung.  Programm  des 
Joachimsthal.  Ojmn.  zu  lierliii.  24  S.  4. 

Trattati  religioäi  e  libro  do  II  cxompli  in  ontioo  dialetto 
voncziniiu  oilito  a  cura  di  Oiaooiiio  Ülricli.  Bologna,  Ro- 
inagnoli.  XV,  181  p.  L.  6.  Soelta  di  curiositii  ineditc  o 
rare  dal  seculo  Xllf  al  XVII  in  appendiec  allii  collcziono 
di  opero  ineditc  o  rare  23'J. 

Urbain  et  Janiey,  Etudcs  liistoriques  et  oritiqiies  sur  les 
clagsiques  fran^'ais  du  baccalaurent.  (Origine  et  Formation 
de  la  langue  tVnn^niso;  la  (.'lianson  ile  Roland:  les  Historicns 
du  moyen  äge ;  Montaigne,  l'asenl,  La  ßruyer. ,  Bossuct, 
Kenelon,  Ituileau,  La  Fontaine,  Montesquieu,  Voltnire,  J.  J. 
Koussenu.  Uuffon;  les  Ecrivains  epistolaires  du  XVII'  et 
du  XVIII"  siede.)  7°  edition,  rel'ondue  et  conforme  aux 
prograinmes  de  1890.  Grand  in-IÜ,  VIII,  ".'lü  p.  Paris,  Cro- 
ville-Moraiit. 

Vinols,  de,  Voeabulnires  patois  vollavicn-IVantais  et  fran- 
gais-patois  vellavien,  publirs  pnr  la  Socielö  d'iigrioulture, 
»ciences,  arts  et  coinnieroe  lUi  Puy.  rödiges  par  le  baron 
de  Vinols.  In-8,  "Jll  p.  Le  Puy,  iinpr.  Prades-Fruydier. 

Volpi,  G.,  Del  tcmpo  in  cui  fu  seritto  il  „Morgante".  Mo- 
dcna.  (Aus  Rasscgna  Emiliana.) 


W  n  il  1  e ,  Vieto 

Id-8.     IV.  ö. 
Z  a  c  0  h  e  1 1  i ,  C,  Due  lirichc  sacre  in  dialetto  umbro. 

Per  nozze  Signoretti. 


Lc  romantismc  do  Mnnzoui.  Paris,  Haohctte. 

Rieti. 


lii  t  erarisclic  M  i  1 1  lieiluii  geu , 
n  il  c  lir  i  c  h  t  e  11  etc. 


l'eisoua  1- 


llerr  Dr.  C.  Kraus  verzichtet  auf  seine  Ausgabe  dos 
Reinbotsohen  Georg  zu  Gunsten  einer  von  F.  Vetter  seit 
längerer  Zeit  vorbereiteten  .\u6gabe  dieses  Werkes. 

.Vn  der  Universität  Leipzig  hat  sich  Dr.  11.  Hirt  für 
igni.  Sprnohwissenscliaft  und  deutsche  Philologie  habilitirt. 

Prof.  Ur.  A.  Gaspary  wurde  zum  Nachfolger  von  Prof. 
Dr.  K.   Vüllniöller  in  Güttingen  ernannt. 

A  n  t  i  q  u  a  r  i  s  e  II  c  Kataloge:  Dietrich,  Göttingen 
(Deutsche  uiiil  ausländische  Sprache  u.  Literatur);  Rick  er, 
Gicsscn  (Spracliwisseusehaft,  German.,  Roman.):  Simmel, 
Leipzig  (Indogermanisch). 


Abgesclilosscn  am  4.  August  1891. 


N  Ü  T  I  Z. 

DcD  f;erniaiiifiti8Cbcn  Tbeil  rcdigirl  Otto  Beha^bel  (GiC89Pn,  BahnhofätraBSC  71),  den  romainstischeu  und  engliBchen  Tbeil  FritZ  NenniHUn 
(llt^idolbcr:;,  Kobrbnchcrstr.  5l)t  und  man  hittct  die  Beitrage  (Kecp.nsioneti,  kur/.e  Notizen,  Fersonalnacbrichtnti  etc.1  dem  entsprechend  gofällitr^t  ?u  adressircn. 
Die  Krdaction  richtet  an  die  Herren  Verleger  wie  Verfasser  die  BiUe,  dafür  Sorge  tra;;en  /u  wollen,  das«  alle  neuen  Werke  germain&tiacheii  uitd 
ronianistiftchen  Inhalts  ihr  gleich  nach  K  r  s  c  h  e  i  n  e  n  entweder  direct  oder  durch  VerniUtelung  von  O.  K.  Krisland  in  Lcipzi;;  su;;esaiidt 
werden.  Nur  in  dicscmFallc  wird  die  Heda  otion  alets  im  Stande  sein,  Über  neue  Publicationen  eiuoBesprocbung  oder 
kürzere  Bemerkung  (In  der  Bibliogr.)  2u  briu>;ou.    An  O.  H.  Koislaud  sind  auch  die  Anfragen  über  Honorar  und  Sonderabzüge  zu  richten. 


u  - 

■     Preis  für  dreigespaltene 
Petitzeile  25  Pfennige. 


Literarische  Anzeigen. 


I       Bcilagegebühren  nach       j| 
I     Umfang  M.  12,  15  u.  18.     j| 


Verlag  des  Art.  Institut  Oreli  Fiissli  in  Zürich. 
Eleim'iilaibiii'li  der  französischen  Sprache 

für  Oborrealschulon,  Kealschiilon  und  ver- 
wandte .\n3tnlten.  Von  Dr.  Gnstav 
Luppe,  Oberlehrer  au  der  Oborrealsiliule 
zu  Kiel  und  Julius  Ottens,  ord.  Lehrer 
an  der  Oberrealschule  zu  Kiel. 
Kl'!!  I.  TKIL.     Das  erste  Stdiuljalir.     In  Rück- 

SEXTA  „n,l    KrUleder  geb.   M.   1.50. 

fC'I!  IL  THIL.    Das  zweite  .Schuljahr.    In  Rück- 

QUINTA  und   Erklcdur  geb.   M.    l.SO! 

KÜIt  III.    TEIL.      Das     dritte     Schuljahr.       In 

«»IIA  UTA        Rück-  und   Eekleder  geb.  M.  2.— 


Franzosische  Schulgranimatilf  im  Anschlnss 

iin    das  Elomentarbuch    von   Liipiie-Oltciis. 


Fl  I! 

INTKliTKiniA 

BIS 


Uearbeitet  von  J.   OttenS.    In   Rück-  und 


rXTF,i;.sEKlXl)A    Kckleder  geb.   M.  '2A0. 

*  t*  Der  in  dieser  Grammatik  gebotene 
Lernstoff  i.st  auch  für  Obersekuuda  und 
Prima  ausreichend. 

Übungsbuch  z.  Übersetzen  ins  Französische. 

rvTiM-TPüTn     ^"^    Anschlüsse    an    des  Verfassers   Soiiul- 
l'tls  fframmatik  von  J.  üttens.    lu  Rück-  und 

UNTEKSEKINDA   Eckleder  geb.  M.   1.40. 


Encyklopädie  und  Methodologie 

,l.r 

romanischen   Philologie 

mit  besunderer  ßerücksiehtigung  des  Französischen  und 
italienischen 

von 

Gustav   Körting. 

3  Bände  u.  ein  Zusatzheft.   11.5  Bogen.  18.S4/S8.  Preis  J6  24,—. 
I.iiiizii/.  f>.    /i.   Jtris/iintl. 


JVcrlagj[oiiJ)jJl^^ 

Grammatik 

(1er  romanisch  eil  Sprachen. 

Von 

Dr.  Wilhelm  Meyer-Lübke, 

il.  o.  Professor  der  Uiiiversitäc  Jcnn. 
Erster  Band.     Ca.  35  Bogen  Lex.-8.    Preis  >,I6  16,  — . 

Das  ganze  Werk  wird  in  3  Bänden,  jeder  otw^a  35  Bogen 
umfassend,  erscheinen,  von  denen  der  zweite  1S91,  der  Schluss- 
band  1S03,  zur  Ausgabe  gelangen  soll. 

Provenzalisclie  Inedita 

aus 

Pariser  Handschriften. 

Herausgegeben 
von 

Carl   A  p  p  e  1. 

1890.     24*1,  Bügen.     8°.     I'rcis  JC  8,  -. 

Le  Bestiaire. 

Das  Thierbuch  des  normannischen  Dichters  Guillaume  le  Clerc 

zum  ersten  .Male  vollsläiidi!.;-  ii;i<li  den   ilaiulsclirifteu 

von  London,  l'aiis  u.id  IJoilin 

mit  ■ 

Einleitung:  und  (ilossar  liei-auspegcben  von 

Dr.  Robert  Reinsch. 

1889.     28  Bogen.     8.     Preis  M  U),  — . 


Verantwortlicher  Redactcur  Prof.  Dr.  Fritz  Neumonn  iu  Heidelberg.  —   O.  Otto's  Ilofbuchdruckeio:  in  Darrostadt. 


I 


LITERATÜRBLATT 


FÜR 


GERMANISCHE  und  ROMANISCHE  PHILO®mE. 


HERAUSGEGEBEN  VON  ^:^/; 

■QR.  OTTO  BEHAGHEL  und  D"-  FRITZ  NEUMANN 


/ 


o.  ö.  Professor  der  germanischen  Pliilolu 
an  der  Universilät  Giessen. 


o.  ö.  Professor  der  romanischen  Philologie 
an  der  Universität  Ueidelberg. 


Erscheint  monatlich. 


VERLAG    VON 

O.  R.  REISLAND,  LEIPZIG. 


Preis  halbjährlich  Jf.  5. 


XII.  Jahrgang. 


Nr.  9.    September. 


1891. 


Wacke  rnage]  -  Mart  i  n.  Geschichte  der  deutschen     Ren  t  seh.     J.    £.    Schlegel    als    Trauerspieldichtcr 


Literatur  II, 


iBehaghell. 


<L  e  i  t  z  lu  a  n  n;. 


K  e  1 1  e  r  -  S  i  e  V  e  r  s  ,  Verzeichniss  altdeutscher  Uss.  ;  S  c  h  vi  e  i  z  e  r  i  s  c  h  e  S  c  h  a  u  s  p  i  e  1  e  dos  16.  Jh.'s 


(L  e  i  t  z  ni  a  n  ni. 
V.    B  a  h  d  e  r  ,     Grundlagen    des   nhd.    Lautsystems 

(Ka  u  f  f  ni  a  n  n). 
Boiunga,  Entwicklung  der  nhd.  SubstantivSexion 

(B  e  h  a  g  h  e  I). 


I  (Franke 
Bolte,  Gnapheus^  Acolastus  (Frankol). 
Feronne.    Engl.    Zustände    im    IS.  Jh.   nach    den 

Romanen  von  Fielding  und  Smollet  (G  1  5  d  el. 


Xordfelt,   Etudes    sur   la   chauson  des  Enfances 

Vivien  (V  i  s  i  n  g». 
Qotzinger,    Die    roman.  Ortsnamen  des  Cantons 

St.  Gallen  (U  n  t  e  r  f  o  r  c  h  e  r). 
Z  i  m  m  e  r  I  i ,  Die  deutsch-franz.  Sprachgrenze  in  der 

Schweiz  (X  e  u  m  a  n  n). 
Bibliographie. 


C  o  h  n  ,   Die  Suftixwaudlungen   im  Vulgärlatein  und    Literarische    Mittheilungen,     Personal- 
im  vorliterar.  Französisch  (M  e  y  e  r  -  L  ü  b  k  of.         \      nachrichten  etc. 


Wackernagrel,  Wilhelru,  Geschichte  der  deutschen 
Literatur.  Zweite  vermehrte  und  verbesserte  Auflage  be- 
sorgt von  Ernst  Martin.  II.  Band,  erste  und  zweite 
Lieferung.     Basel,  Schwabe.  1885  u.  1889.  286  S.     M.  5.40. 

Bei  dem  lansrsameii  Tempo,  in  welchem  die  Hefte 
des  vorliegenden  Werkes  erscheinen,  liegt  die  Gefahr 
nalie,  dass  die  Theilnahme  des  Publikums  erkalte  und 
vielleicht  gar  der  Verleger  die  Geduld  verliere.  Das 
wäre  aber  in  hohem  Grade  ungerechtfertigt.  "Wir  sind 
Jlartin  für  seine  Hingebung,  tür  seine  mühevolle  Arbeit 
zu  lebhaftem  Danke  verpflichtet.  Die  erste  Lieferung 
ist  noch  Xeugestaltimg  von  Wackernagels  Werk ;  die 
zweite  schliesst  sich  nur  noch  zum  kleinen  Theile  an 
Wackernagel  an  und  ist  im  wesentliclien  ilartins  eigene 
Arbeit,  il.  hat  hier  nicht  niu'  die  reiche  Einzelforschung' 
der  letzten  Jahrzehnte  gewissenhaft  verwerthet,  sondern 
selber  die  Literatur  der  Zeit  —  des  siebzehnten  Jalii'- 
hunderts  —  in  umfassender  Weise  durchgearbeitet  und 
unsere  Kenntiüss  durch  eine  Fülle  von  Einzelunter- 
suchiuigen  bereichert. 

Wie  beim  ersten  Bande,  so  möchte  man  auch  hier 
wünschen,  dass  die  sprachlichen  Abschnitte  eine  gründ- 
liche Lmgestaltung  erfahren  hätten.  Gewiss  nimmt 
Martin  selber  nicht  an,  dass  das  Obersächsische  mit 
Xiederdeutschem  „versetzt"  sei  (S.  9),  dass  sl,  sm,  sn 
zu  sclil,  sein»,  Silin  geworden  „auf  Anlass  der  schon 
älteren  Verbindung  sehr"  (S.  20),  dass  in  harken  k  für 
eh  stehe  (S.  21;  vgl.  Beitr.  IX.  583).  Xicht  recht 
verständlich  ist  mir,  inwiefern  die  norddeutschen  Mund- 
arten der  Schriftsprache  ähnlicher  sind  als  die  ober- 
deutschen (S.  17):  ebenso  sind  mir  die  „zwei  oder  drei 
Vokale"  (S.  18)  unklar:  wie  konnte  Wackernagel  fiii- 
das  Xhd.  im  Vergleich  zur  älteren  Sprache  eine  viel 
beschränktere  Anwendung  des  Accusativs  mit  dem  In- 
finitiv behaupten'?  (S.  24). 

Ist  Martin  mit  den  Ansichten  Pilgers  über  die 
Metrik  des  16.  Jahrhunderts  nicht  einverstanden,  weil 
dieselben  keinen  Einfluss  auf  die  Darstellung'  von  S.  6 
unten  gewonnen  haben  ? 

Ein  Widerspruch  zwischen  Altem  und  X'euem  ist 
.S.  9  stehen  geblieben :  nachdem  in  Z.  2  Übersachsen  in 
Böhmen  geändert,  ist  der  „obersächsische  Grund"  unver- 
ständlich; ebenso  passt  auf  S.  4  die  „neue"'  Vaterlands- 
begeisterung  (statt  der  „letzten")  nicht  mehr  recht  in 
den  Zusammenhang. 


Möchte  es  Martin  vergönnt  sein,   in  frischem  Zuge 
seine  schöne  Arbeit  zu  Ende  zu  führen. 

Giessen.  Otto  Behaghel. 

Keller,  Heinr.  Adelbert  v.,  Verzeichniss  altdeutscher 
Handschriften,  hrsg.  von  Eduard  Sievers.   Tübingen, 
Laupp.  1890.  V,  178  S. 
I  Kellers    Handschriftenverzeichniss,    das    bisher    nur 

I  theihveise    in    Privatdrucken    bekannt    war,    sollte    nach 
seinem  Tode  Bartsch  herausgeben ;  da  jedoch  auch  dieser 
die  Vollendung  nicht  erlebte,  so  hat  Sievers  auf  AVnnscIi 
der  Kellerschen  Familie  die  Herausgabe  besorgt:  anderswo 
bereits  Gedrucktes,  Antiquirtes.    Unvollendetes    ist    fort- 
gelassen; das  Verzeichniss  der  in  der  Xürnberger  Hand- 
I  sclu'ift  Valentin  Holls  enthaltenen  Stücke  ist  von  Sievers 
j  selbst  redigirt.     Neuere   Literaturnachweise   sind   sorg- 
fältig   verzeichnet,   was   die   Brauchbarkeit   des   Buches 
wesentlich    erhöht:    den  Schluss   bildet  ein  Eegister  der 
1   Verfasseruamen  und  \'ersanfänge. 

i       .Tena.  Albert  Leitzinann. 

i , 

V.  Bahder,  Karl,  Grundlagen  des  nenhochdentsehen 
Laiitsysteius.  Beiträge  zur  Gescliichte  der  Jeutschen 
Schriftsprache    im    15.    und    16.    Jahrhundert.     Strassburg, 

;       K.  J.  Trübner.  1890. 

I  Es   hat    auch    im  Mittelalter   eine  sprachliche  Aus- 

'  gleichnng  bestanden.  Es  hat  eine  Sprachübertragung 
von  Mitndart  zu  Mundart  gegeben,  sei  es  dass  Denk- 
mäler durch  .Abschritten  verbreitet  wurden,  sei  es  dass 
mündlich  Poesie  und  Prosa  von  Landschaft  zu  Landschaft 
wanderten.  DiU'ch  diese  thatsächlichen  Vorgänge  ist  eine 
Verbindung  hergestellt  worden  zwischen  Gebieten,  die 
mundartlich  von  einander  geschieden  waren.  Der  sprach- 
liche Austausch  hatte  aber  keineswegs  zur  Folge,  dass 
eine  Gemeinsprache  sich  gebildet  hätte.  Im  Gegentheil. 
Der   literarische  Connex  der  Sprachgebiete  war  derart, 

!  dass  ähnlich  dem  Xebeueinander  der  partikularistischen 
territorialen  Gewalten  die  verschiedenen  Mundarten  sich 
das  Gleichgewicht  gehalten  haben,  dass  eine  Centrali- 
sation  nicht  entstehen  konnte,  weil  die  Sprache  des 
Mittelalters  stets  nur  durch  Individuen  vermittelt 
worden  ist.  Das  Individuelle  ist  zu  allen  Zeiten  der 
Feind  des  Gesetzmässigen,  der  Xorni  gewesen.  Eine 
sprachliche  Norm,  die  Grundbedingung  der  Gemein- 
sprache, hat  sich  erst  als  Bedüi'fnlss  aufgedrängt,  als  die 

I  Mittlieilung  von  Individuum  zu  Individuum  aufliörte  und 

21 


291 


1891.    Literaturblatt  für  gormaniscbe  und  romanische  Philologie.     Nr.  9. 


292 


durch  universale  Anschauung  ersetzt  wurde.  J)urili  die 
Erfindung  des  Buchdrucks  ist  die  Sprache  vom  Itulividuum 
isolirt,  ybjectivirt  und  dadurch  Gegenstand  des  Nach- 
denkens, wissenschaftlicher  Betraclitung  oder  was  das- 
selbe heissen  will,   vernunftgemässer  Regelung  geworden. 

Siilche  Gedanken,  von  Paul  in  seinen  I'rincipien 
angeregt,  hätten  langst  reinigend  und  entlastend  auf  die 
Studien  wirken  sollen,  die  auf  die  Entstehungsgeschichte 
unserer  nhd.  Schriftsprache  gerichtet  sind.  K.  v.  Bahders 
nützliches  Buch  hätte  auch  an  Klarheit  der  Demonstration 
gewonnen,  wenn  der  Verf.  am  geeigneten  Ort  im  Kuck- 
blick anf  die  Zeitgeschichte  von  priucipiellen  Erwägungen 
sich  hätte  leiten  und  weniger  von  der  Einzelform  sich 
hätte  beherrschen  lassen.  In  den  einleitenden  Abschnitt 
wäre  dadurch  mehr  Zusammenliang  und  mehr  Leben  ge- 
kommen und  aucli  die  Einzeluntersuchungcn  wären  weniger 
tabellarisch  ausgefallen.  Pauls  Priucipien  sind  eine  Licht- 
quelle, in  deren  Bereich  jede  sprachgeschichtliche  Unter- 
suchung zu  treten  hat,  will  sie  nicht  in  der  Finsterniss 
der  Buchstabengelehrsamkeit  sich  verirren.  „Die  künst- 
liche Sprache  eines  grossen  Gebietes  pHegt  in  einem 
gewissen  Entwicklungsstadium  ungefähr  in  demselben 
Grade  dialektisch  differenzirt  zu  sein,  wie  die  natürliche 
innerhalb  einer  Landschaft."  Diese  goldenen  Worte 
Pauls  haben  das  Motto  für  jedwede  nhd.  Sprachforschung 
zu  bilden,  so  weit  sie  Ernst  damit  macht,  in  die  Lebens- 
kräfte unserer  heutigen  deutschen  Sprache  einzudringen. 
Es  bestellt  auch  hier  die  Aufgabe,  die  ^'erändern^gen 
des  Sprachusus  zu  klassiticireu  und  die  Wirksamkeit  der 
Proportionsgiuppeu  in  der  Sprachvorstellung  im  Auge 
zu  behalten. 

Die  Sammlungen  Prof.  v.  Bahders  werden  jeden 
auch  noch  so  oberflächlichen  Leser  darüber  belehren,  bis 
zu  welchem  Grade  der  Verworrenheit  und  Zusammen- 
hangslosigkeit  unsere  Schriftsprache,  vom  historischen 
Gesichtspunkte  aus,  gediehen  ist.  Es  sind  unnüthige  und 
unzweckmässige  Difterenzirungen  entstanden,  die  sich 
nicht  mehr  ausmerzen  lassen,  deren  E.xistenz  der  For- 
schung theilweise  sehr  schwierige  Probleme  auferlegen. 
Z.  Ii.  die  nhd.  Vokaldehnung  (v.  Bahder  S.  !S5  ü'.).  Es 
■wird  beliau])tet,  dass  die  (Quantitäten  des  Nhd.  nicht  auf 
einer  einzigen  Mundart  beruhen.  Eine  Dehnung  des 
^'okals  ist  bekanntlich  vor  Doiipelconsonanz  nicht  nach- 
weisbar, ausser  wo  Gruppenbildung  im  Sjjiele  ist:  lebe, 
lebst  dagegen  trete,  trltsf-,  nehme,  nimnii^t.  Paul  hat 
hier  sehr  richtig  die  Ursache  des  Divergirens  erkannt 
(Priucipien  S.  ItUi).  Es  erhebt  sich  die  iirincipielle  \'or- 
frage,  ob  wir  mit  v.  Bahder  im  Rechte  sind,  uns  von 
einzelnen  Buchstabenconstellationen  leiten  zu  lassen. 
Unser  Autor  führt  ins  Feld,  dass  vor  t  sich  ganz  über- 
wiegend Kürze  zeige,  ebenso  vor  m  in  zweisilbigen 
AVörtern.  Dass  vor  t  sich  überwiegend  die  Kürze  er- 
halten zeige,  hänge  damit  zusammen,  dass  die  aleman- 
nischen Mundarten  hier  durchgehends  den  mhd.  kurzen 
\'okal  bewahren.  Xun  hat  lleusler  festgestellt,  dass  die 
alem.  Jlundarten  nur  vor  Lenis  Vokaldehnung  erfahren 
haben,  nicht  vor  Fortis  (bekanntlich  hat  im  Alem.  t 
Fortisqualität  bewahrt):  folglich  ist  nicht  zu  verwundern, 
dass  z.  B.  mhd.  trit  in  Basel  zu  drit,  dagegen  mhd.  rail 
zu  rftd  geworden  ist,  vgl.  E.  Hoft'mann,  Der  mundartl. 
Vokalismus  von  Baselstadt  S.  30.  Ich  wüsste  nicht  wie 
man  sich  z.  B.  in  diesem  Punkt  eine  Beeinflussung  der 
Schriftsprache  von  Seiten  des  alem.  Dialekts  vorzustellen 
habe.  Wenn  irgend  eine  Dialektgruppe  in  den  Jahr- 
hunderten des  schriftsprachlichen  Ansbaus  die  aufnehmende 


gewesen  ist,  so  war  es  die  alemannische.  Wie  sollten 
die  weiten  deutschen  Laude  von  dem  alem.  Muster  er- 
fahren, wie  sollten  sie  sich  daran  gewöhnt  haben?  Länge 
des  Vokals  in  Futlie,  Bote  gegen  Kürze  in  Sitte,  Gatte 
u.  a.  beruhen  einzig  und  allein  auf  Ausgleichung  eines 
älteren  Wechsels,  wie  Paul  denselben  dargelegt  hat. 
Ich  muss  die  von  v.  B.  versuchte  t'orreetur  der  Panischen 
Auflassung  nach  Methode  wie  Resultat  so  lange  für  ver- 
fehlt betrachten,  als  wir  nicht  in  ganz  anderer  Aus- 
dehnung über  die  Sprechformen  der  früheren  Jahr- 
hunderte unterrichtet  werden.  Verf.  hat  uns  in  seinem 
Buche  selbst  gezeigt,  zu  wie  schönen  Resultaten  um- 
sichtige Beobachtung  gelangt,  wenn  sie  es  mit  rein 
orthographischen  Problemen  zu  tluin  hat.  Ich 
meine  den  Abschnitt  über  „Die  Entwicklung  des  nhd.  (V 
S.  104  fF.  In  den  md.  Landschaften  war  der  Buchstabe 
ä  resp.  «  unbekannt,  in  Oberdeutschland  ist  seit  frühen 
Zeiten  ä  für  den  u  nahestehenden  e-Laut  üblich  ge- 
wesen. Erst  in  der  Periode  der  schriftsprachlichen  Be- 
wegung ist  ä  auch  in  Jlitteldeutschland  nach  obd.  Muster 
zur  Verwendung  gekonnnen.  Da  nun  aber  in  Mittel- 
deutschland (laut  sprachgeschichtlichem  Ausweis)  für  ä 
in  schwär  und  e  in  neren  eine  lautliche  Verschiedenheit 
(wie  in  Oberdeutschland)  nicht  bestanden  hat,  lag  es  nahe 
genug  auch  z.  B.  nären  zu  schreiben,  lladurch  ist  die 
ursprüngliche,  phonetische  Geltung  des  obd.  «-Zeichens 
preisgegeben  woiden.  Das  bekannte  etymologische  Princip 
ä  innuer  da  zu  schreiben,  wo  ein  Wort  mit  «  erkennbar 
zu  Grunde  liegt,  hat  sich  von  Mitteldeutschland 
aus  entwickelt  und  den  älteren  in  Oberdeutschland 
geltenden  Usus  allmälig  verdrängt  (S.  114).  d  ist  den 
md.  Drucken  ursprünglich  ganz  fremd.  Noch  die  letzte 
Bibelausgabe  Luthers  enthält  kein  ä.  Jedoch  der  Ein- 
fluss  der  Luthersprache  reichte  nicht  aus,  das  durch  den 
süddeutschen  Gebrauch  empfohlene  d  von  der  Druck- 
sprachc  fern  zu  halten.  Die  Grammatiker  erkennen  den 
orthographischen  Werth  des  Zeichens.  Die  Folge  ist, 
dass  d  unter  dem  steigenden  üebergewicht  des  md.  Ein- 
flusses in  Oberieutscliland  an  der  ursprünglichen  Aus- 
dehnung einbüsst,  bis  schliesslich  durch  die  theoretische 
Forderung  der  Grammatiker  (liueintz,  Schottel)  im 
wesentlichen  der  heutige  Usus  zur  Anerkennung  gebracht 
wird.  Diese  ganze  Untersuchung  ist  nach  allen  Seiten 
hin  vortreffllich  gelungen.  Sie  gibt  ein  Miniaturbild 
der  gesammten  schriftsprachliehcn  Bewegung  im  15. — 
17.  .Jahrhundert.  Oberdeutsihland  ist  zunächst  die  mass- 
gebende Provinz',  Mitteldeutschland  die  empfangende  und 
Weiterbildende.  Die  literarische  und  theoretische  Macht- 
stellung Mitteldeutschlands  im  1(5.  und  17.  Jahrhundert 
bringt  sodann  die  speciflsch  md.  Moditicationen  auch  in 
(JVcrdcutschland  zur  Anerkennung  —  Luther  ist  nur  die 
indirect  wirkende  Potenz,  ist  nicht  direct  an  der  gram- 
matischen Regelung  betheiligt.  Noch  mehr  ist  der  Ein- 
fluss  der  kaiserlichen  Kanzlei  überschätzt  worden.  Maxi- 
milians Kanzlei  hat  keineswegs  eine  irgendwie  einschnei- 
dende Umwandlung  der  Sprachformen  eingeleitet  (S.  7), 
die  Drucksprache  hat  sich  frühzeitig  und  vollständig  von 


'  Ule  Bedeutung  der  süddeutschen  Drucksprnclien  ist 
bisher  vielfach  zu  gering  aiigesphliigen  worden;  ich  freue 
mich  in  diesem  wiclitigen  Punkt  mit  v.  Bahder  zusnninieri- 
gctrolTen  zu  sein  (vgl.  meine  Ooschichte  der  Seliriftspracho 
in  Schwaben).  In  der  Besprechung  der  kaiserlichen  Kanzlei 
felilt  dagegen  ein  Hinweis  auf  die  liedoutung  des  Johann  von 
ülniütz  (vgl.  in  meinem  Buche  S.  "iSS  und  jetzt  die  umfassende 
Darstellung  von  Hur  dach  im  Ceutralblatt  für  Bibliotheks- 
wesen VIII,  145  tr.). 


II 


^93 


1891.     Literatuiblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Ifr.  9. 


S94 


dem  Kanzleidentsch  piiianfipiit  (S.  15).  In  den  ortlin- 
graphisclien  JJestrt'bung'cn  Luthers  gewinnt  die  spracli- 
liche  Ecform  eine  feste  Position  (S.  53),  der  obd.  Ein- 
flnss  wird  gestaut,  die  md.  Tradition  überninunt  autoritativ 
die  Führung'  und  erobert  Xiedordeutschland.  Doch  wäre 
es  total  verkehrt  die  äussere  Form  der  Luthersprachc 
als  Schriftsprache  schlechtliin  anzusehen.  Haben  doch 
die  md.  Pressen  keineswegs  die  Lutliersehe  Norm  ein- 
gehalten. Vielmehr  herrscht  freie  Bewegung  —  die  in 
ihren  einzelnen  Wellenlinien  noch  nicht  aufgehellt  ist  — , 
erst  die  grannnatische  und  literarische  Theorie  der  md. 
Meister  (Schottel,  Zesen,  Opitz)  lenkt  dieselbe  auf  ein 
bestimmtes  Ziel.  Die  Speeialforschung  hat  hier  noch 
ein  weites  Feld.  Prof.  v.  Bader  hat  selbst  fleissig  ge- 
sammelt und  ausser  den  bereits  genannten  .Studien  eine 
Reihe  weiterer  vorgelegt.  Er  spricht  noch  über:  nhd. 
0  aus  mild,  ä,  nhd.  ö  aus  mhd.  e,  nhd.  /(  aus  mlid.  /, 
nhd.  0  {>))  aus  n  {ii),  über  den  Umlaut  des  u  im  Xlid., 
über  nhd.  ok  und  (in  im  Wechsel,  ulid.  /)  aus  mhd.  b, 
nhd.  (/  für  mhd.  t,  nhd.  f  aus  mhd.  d  und  schliesst  mit 
einigen  Bemerkungen  über  das  mhd.  Auslautsgesetz  im 
Xhd.  Die  Uebersicht  über  den  Inhalt  des  Buches  er- 
leichtern „Vergleichende  Tabellen"  (S.  267 — 2S3),  die 
ich  gerne  noch  reichhaltiger  gewünscht  hätte.  Ich  kann 
hier  die  einzelnen  Abschnitte  nicht  besprechen.  Ihr 
AVerth  beruht  in  der  Materialsammlung.  In  der  spracli- 
geschichtlichen  Beurtheilung  kann  ich  dem  Verf.  nur  in 
seltenen  Fällen  mich  anschliessen.  Ich  wiederhole,  dass 
wir  nicht  vorwärts  kommen,  so  lange  die  Ürthograpliie 
nicht  von  den  einzelnen  Mundarten  aus  entwicklungs- 
geschichtlich  beleuchtet  wird.  Es  muss  erst  die  Be- 
deutung der  orthographischen  Zeichen  in  den  verschie- 
denen Centren  festgestellt  werden,  ehe  wir  mit  der 
nhd.  Sprachforschung  in  das  (iebiet  der  Lautgeschichte 
gelangen. 

Marburg  i.  H.  Friedrich  Kauffraann. 


Boiunga,  Klaudiii:«,  L*ie  Entwicklung  der  nbd.  Sub- 
stantivflexion ihrem  innorn  Zusammenhange  nach  in  Um- 
rissen ilargestellt.     Leipziger  üissert.ntion.   163  !S.  S. 

Eine  durch  die  Wahl  des  Themas  wie  d'e  Art  der 
Ausführung  gleich  erfreuliche  Arbeit.  Es  kommt  dem 
Verfasser  darauf  an.  nicht  um  festzustellen,  welche  laut- 
lichen Vorgänge,  welche  Associationswirkungen  über- 
haupt die  nhd.  Paradigmata  gestaltet  haben,  sondern 
vor  Allem  zu  zeigen,  weshalb  in  jedem  einzelnen  Falle 
gerade  diese  Gruppenbildungen ,  gerade  diese  Aus- 
gleichungen und  keine  andern  stattget'unden  haben.  Er 
geht  dabei  im  Ganzen  mit  Geschick  und  Glück  zu 
Werke  und  liefert  so  einen  beachtenswerthen  Beitrag 
zu  dem  noch  so  wenig  erörterten  Problem  von  der  Ein- 
wirkung des  Inhalts  auf  die  Form. 

Dass  der  mundartliche  Abfall  des  auslautenden  n 
eine  Rolle  spiele  in  der  Entwicklung  der  Flexion,  glaube 
ich  nicht,  da  wohl  alle  die  hierher  gehörigen  Mundarten 
das  ursprünglich  auslautende  e  verloren  haben,  also  ein 
Zusammenfall  der  Formen  auf  -e  und  auf  -cn  nicht  ein- 
treten kann.  Braunes  Erklärung  der  Accusativform 
luannan  ist  künstlich  (S.  42);  es  haben  einfach  die 
Eigennamen  eingewirkt,  deren  zweites  Glied  eben  durch 
das  Wort  man  gebildet  wurde.  Interessant  —  ob  aber 
stichhaltig?  —  ist  der  Versuch,  den  Abfall  des  -e  in 
Jud,  I'foff,  Lump  aus  einer  besonderen  Betonung  der 
•Schimpfwörter  zu  erklären  (S.  55). 

Giessen.  0.  Behaghel. 


R  e  n  t  s  c  1) ,  .Johannes,  .Toliann  Elias  Schlegel  als  Traner- 
spieldichler  mit  hc^innilercr  liiTiicksicIitigiing  seines  Ver- 
hältnisses zu  Cidttsclicil.  Leipzig.  Ifeycr.  IS!)().  118  8. 
Die  Studie  des  Verfassers  über  Elias  Schlegels  Ver- 
hältniss  zu  Gottsched  und  seine  Tragödien  (aus  einer 
grösseren  in  Erlangen  als  Doctorschrift  eingereichten 
,\rbeit)  will  die  Kenntniss  dieses  seit  Danzels  Gottsched- 
buch mehr  in  den  Vordergrund  der  Betrachtung  ge- 
rückten Dichters  in  seiner  poetischen  Praxis  als  Trauer- 
spieldichter fördern,  nachdem  seine  Lustspiele  jüngst 
durch  Söderhjelm,  seine  theoretischen  Schriften  durch 
V.  Antoniewicz  eingehende  Behandlung  und  Würdigung 
erfahren  haben.  Das  erste  Kapitel  schildert  die  Ent- 
wicklung der  Beziehungen  Schlegels  zu  Gottsched  bis 
zu  ihrem  inneren  Bruche:  mit  Recht  wird  hier  Schlegels 
Edelmuth,  der  einen  öffentlichen  Bruch  mit  Fleiss  ver- 
mied und  sich  nicht  in  gehässige  Feindschaft  gegen 
seinen  früheren  Lehrer  setzen  wollte,  dem  er  docli 
vieles  verdankte,  gegen  Söderhjelms  Angriff  in  Schutz 
genommen.  Im  zweiten  Kapitel  analysirt  Rentsch  ein- 
gehend Schlegels  Trauerspiele,  vollendete,  unvollendete 
und  Entwürfe,  in  Rücksicht  auf  ihre  Quellen  und  die 
fortschreitende  Gewandtheit  in  Beherrschung  und  Formung 
des  Stoffes  nach  dichterischen  Regeln:  schon  als  Anfänger 
Gottsched  und  seinen  Anhängern  weit  voraus,  weil  durch 
die  Schule  der  antiken  Dramatik  gegangen,  wurde  er  in 
seinen  prosaischen  Schriften  über  Theorie  des  Dramas 
ein  Vorläufer  Lessings;  als  auch  seine  poetische  Praxis 
freiere  Bahnen  zu  gehen  anfing,  starb  er,  für  unsere 
Literatur  zu  früh.  Eentschs  Analyse  der  Dramen  ist 
eindringend  und  sorgfältig.  Besondere  Beachtung  ver- 
dient das  dritte  Kapitel,  das  von  Sprache  und  Vers  der 
Dramen  Schlegels  im  Verhältniss  zu  denen  Gottscheds 
handelt.  Von  sprachlichen  Erscheinungen  werden  hier 
Alterthümlichkeiten,  volksmässige  Kernreden,  antike  Rede- 
figuren, Periodisiruug,  Wortstellung,  Gleichnisse  u.  s.  w. 
besprochen  mid  man  wird  dieses  Kapitel  gerade  nicht 
ohne  Anregung  lesen.  Der  metrische  Abschnitt  belehrt 
uns  vor  allem  über  die  Einflüsse,  die  die  Form  des 
Alexandriners,  den  Schlegel  in  der  Mehrzahl  seiner 
Dramen  anwendet  wie  Gottsched,  auf  den  sprachlichen 
Ausdruck  ausübt.  Den  Schluss  machen  Beobachtungen 
über  Hiatus,  Reim,  Caesur  und  Enjambement. 

.lena.  Albert  Leitzmann. 

Schweizerische  Schauspiele  des  sechzebflten  Jahrhun- 
derts.   Bearbeitet  durch  das  deutsche  Seminar  der  Züricher 
Hochschule  unter  Leitung  von  Jakob  BäohtoUi.     Hrsg.  von 
iler    Stiftung  von    Sclinviier  von'  Wartcnsee.     Erster   Band. 
Frauenfeld,   Huber  i.  CJmm.  ISltO.  X,  'JViO  S. ' 
Lateinische    Literaturdenkmäler    des    XV.    und    XVI. 
Jabrhnnderts.     Hrsg.   von  Max  Herrraann  und  Sieg- 
fried Szamatölski.    1.  Gulielmus  Gnapheus'  .\colastu3. 
Hrsg.    von   Johannes    Bolte.     Mit    zwei   phototvpischen 
Nachbildungen.    Berlin,  Speyer  &  Peters.   1891.  XXIV,  S-1  S. 
Die    durch    Scherer     erweckte    Lust    zur    genauen 
Kenntnissnahme    des    Ki.    Jahrhunderts    hat    bei    seinen 
.Jüngern  tiefe  Wurzel  geschlagen.    Man  ist  diesem  deuk- 
würdigen    Abschnitte    deutschen    Geisteslebens,    der    mit 
der  Gegenwart  so  viel  Verwandtes  besitzt,    mannigfach 
nachgegangen,    am    erfolgreichsten    auf   dem   Felde    des 
Dramas.     Und   hier    liegen   jetzt  wieder    zwei    willkom- 
mene Veröffentlichungen    vor,    ans    Schererscher   Schule, 
beide  auch  Unternehmungen  eröffnend,  die  seiner  Ansicht 
vom  Betriebe  literarhistorischer  Wissenschaft  entsprechen. 


'  Vgl.  Deutsche  Literaturzeitung  1890  Nr.  46  (15.  Nov.), 
1688  (F.  Spengler). 

22 


292 


18dl.    Litcraturblatt  für  germoDische  und  romanische  Philologie.    Nr.  9. 


29r. 


Znniu'hst  der  1.  Band  einer  Sammlunj?  schweizerisdier 
Schauspiele  des  Iti.  .lahrhunderts,  bearbeitet  durch  Jlit- 
irlieder  des  deutscheu  Seminars  an  der  Züricher  l'ui- 
versitiit  unter  Betheiligung  von  dessen  Directur  Prof. 
Bächtold,  .S.  Band  der  ^Schriften  herausgegeben  von  der 
Stiftung  vtin  Schnyder  von  Wartensee.  verwaltet  von 
der  Stadtbibliuthek  Zürich".  Er  enthalt:  I.  Der  reiche 
Manu  und  der  arme  Lazarus.  Bearbeitet  von  Theodor 
Odinga  (der  1889  ein  brauchbares  l?uch  über  _das 
deutsche  Kirchenlied  der  Schweiz  im  Reformationszeit- 
alter"  schrieb).  II.  Johannes  Kolross'  Fünferlei  Be- 
trachtnisse,  die  den  Menschen  zur  Busse  reizen.  Be- 
arbeitet von  demselben.  III.  Heinrich  Bullingcrs  Lucretia 
und  Brutus.  Bearbeitet  von  .Takob  BiichtoU.  IV.  Georg 
Binders  Acolastus.  Bearbeitet  von  .Jakob  Bosshart.  .An- 
hang: Das  Ostersiiiel  vou  Huri.  Bearbeitet  von  Jakob 
Bächtold.  Ein  kurzes  Vorwort  setzt  den  Plan  der  Samm- 
lung auf  drei  Bände  von  nach  Gehalt  und  Stoff  charak- 
teristischen, zudem  schwer  zugänglichen  Dramen  in  zu- 
verlässigen Neudrucken  fest;  auch  Handschriftliches  wird 
verlieissen.  Die  Oi'iginaldrucke  sollen  treu,  d.  h.  mit 
Kritik  und  nur  in  der  Interpunktion  niodernisirt  (bez. 
erst  mit  dieser  ausgestattet)  vorgelegt  werden.  Diese 
liruudsätze  haben  sich  die  zusammenwirkenden  Heraus- 
geber gründlich  zu  eigen  gemacht,  und  so  gestaltet  sich 
iiire  gemeinsame  Arbeit  zu  einer  recht  gleichmässigeu, 
abgesehen  von  der  abweichenden  Ausdehnung  der  literar- 
historischen Beigaben.  Der  eigentliclie  Apparat  beschränkt 
sich  nämlich  im  Ganzen  auf  Fussnoten.  die  das  äussere 
Verhältuiss  des  Abdrucks  zur  Te.xtgruudlage  betreffen, 
mit  Variantenangaben,  sowie  spärliche  Wort-  nnd  Sach- 
erklärungen: dazu  treten  Vorbemerkungen  über  das  ein- 
zelne Drama.  Dieser  1.  Band  bezeugt  lebliaft,  dass 
Bächtold  voll  berechtigt  war,  eine  Sonderdarstellung  der 
deutschen  Literatur  in  der  Schweiz  zu  unternehmen. 
Die  5.  Lieferung  dieses  ausgezeidineten  Werkes,  das 
Schauspiel  des  Di.  Jahrhunderts  behandelnd,  erschien 
kiuz  vor  diesem  Bande. 

Odinga  druckt  von  dem  1520  in  Zürich  aufge- 
führten Spiel  vom  reichen  Jlann  und  armen  Lazarus, 
dem  ältesten  Bibelstücke  der  schweizer  Refoi'mation.  das 
bis  ins  17.  Jahrhundeit  sehr  beliebt  blieb,  die  älteste 
Ausgabe  ab,  die  bei  Gödeke,  Grundri.ss-  II  S.  343  Xr.  50 
noch  fehlt.  Es  ist  dasselbe  Spiel  eines  unbekannten 
Verfassers,  dessen  'Premiere'  Stumpft's  Schweizer  Chronik 
(IÖ48)  IIS.  Iß4a  mit  'Ein  schön  zierlich  spil  auß  dem 
Euangelio  vom  Reychen  man  vnd  armen  Lazaro  ward 
Zürych  (1529)  gespilt  vü  der  Burgersciiafft  am  Soiitag 
.Tudica'  verzeiclinet.  Odinga  vei-glich  die  drei  bekannten 
Drucke  nnd  eine  saubere  ältere  Abschrift  der  Züricher 
Stadtbibliothek  mit  seiner  Unterlage  und  berichtet  genau 
über  die  einsclmeidenden  Abweichungen  des  Baseler 
Drucks  von  li>()3  (vgl.  Germ.  2ö,  3t)3),  der  ein  wesent- 
lich aufgefrischtes  Kh'id  anthat.  Möge  die  Cxescliichte 
des  interessanten  Stoffes  recht  bald  einen  rüstigen  Be- 
arbeiter finden.  Von  bezügliciien  lateinischen  Stücken 
der  Zeit  nenne  ich  nur  das  1545  von  J.  Greff  deutsch 
bearbeitete  „'Avii,imf,  sive  Lazarus  redivivus"  (Köln 
1539)  von  Hans  Witz  (Sapidus),  den  „Lazarus  nieiidi- 
cus"  des  Macropedius  (Utrecht  1541),  den  „Lazarus" 
des  Willielm  Gazet  (Nürnberg  1589:  1.  .AusgabeV),  des 
Job.  .Avianins  langtitelige  Lazarustragödie  (Gera  l(i07); 
von  deutschen  käme  ausser  Funkelin  (1551),  H.  Sachs 
(1551)  und  J.Frey  besonders  das  des  elsässer  Pfarrers 
Samuel   Israel  (Strassb.   Kill)  in  Betracht. 


Sehr  lehrreich  ist  der  Neudi-nck  der  ..Fünferlei  Be- 
trachtnisse, die  den  Menschen  zur  Busse  reizen"*  von 
Johannes  Kolross.  An  Odingas  literargeschichtlicher 
Einführung  ist  mehr  zn  bemängeln.  Nach  dem  was 
Gödeke  („Every  Man"  S.  77—86),  Scherer  (Allg.  d. 
Biogr.  lt>,  496  f.)  und  Bolte  (Einleitung  zu  seiner  Aus- 
gabe von  J.  Strickers  ..Der  düdesche  Schloemer'".  dit- 
freilich  nur  wenige  Monate  vor  dem  Drucke  von  ^)dinga^ 
Arbeit  erschien)  ausgeführt  haben,  hätte  das  zu  ent- 
werfende Bild  farbiger  aussehen  müssen.  Namentlich 
war  sein  eigenartiges  orthographisches  'Encheridion'  zu 
nennen,  wo  es  sich  hier  um  Textkritik  handelt.  Die 
drei  eng  verwandten  Stoffe,  die  unser  Band  vorführt, 
das  Lazarusdrama,  das  Jederniann-Problem  (.bei  Kolross) 
und  die  Geschichte  vom  verlorenen  Sohn  konnten,  wenn 
auch  nur  in  aller  Eile,  neben  einander  gestellt  werden. 
Schon  damals  spürte  man  die  gegenseitigen  .Anklänge. 
Funkelin,  der  den  'verlorenen  Sohn  15t>l  auf  die  Bühne 
brachte  (Blösch,  Gesch.  der  Stadt  Biel.  Biel  1855.  IL 
170:  Rochliolz  in  der  Germ.  14,  415),  nalim  in  seinem 
'reichen  Mann  und  armen  Lazarus'  die  ganze  Rede  des 
Teufels  an  den  Tod  von  Kolross  V,  899  ff",  wörtlich 
herüber,  (.idinga  hat  sich  entgehen  lassen,  den  von 
Gödeke,  P.  Gengenbaeh  S.  594  f.  Anm.  19  aufgedeckten 
merkwürdigen  Zusammenhang  von  Gengenbaeh  (bei  Odinga 
S.  55  f.  Druckfehler  (Teugenbach)  -Wickgram  mit 
dem  anonymen  Lazarusdrama  zu  verfolgen,  obwohl  die 
S.  55  beigebrachte  Ergänzung  von  Gödekes  (von  diesem 
selbst  als  solchen  anerkannten)  mangelhaften  Hilfsmitteln 
ihn  dazu  veranlassen  musste.  Beachtung  hätten  wohl 
auch  verdient  Gödekes  (Gengenbaeh  S.  599  Anm.)  Hin- 
weis auf  die  realistische  Teufelsanschauung  in  Kolross' 
"Betrachtnissen'  und  Tittmanns  (Schauspiele  aus  dem  16. 
Jh.  I  S.  XL)  Angabe  über  die  Augsburger  .Aufführung 
des  Kolrossschen  Dramas  durch  Jleistersänger  1540. 
Mögen  doch  endlich  die  vielen  schwankenden  Schrei- 
bungen der  Schriftstellernamen  jener  Zeit  durch  authen- 
tische Norraalformen  abgelöst  werden  (Kolros  und  Kol- 
ross; Funkelin.  Funckelin,  Fünckelin  bei  Gödeke,  (üund- 
riss  neben  einander).  Odingas  Notiz  über  die  interessanten 
Choreinlagen  (im  gereimten  saiipliischen  Masse)  behufs 
Schärferer  Einschnitte  ist  in  der  Behauptung,  dass  K(d- 
ross  diese  fast  rein  äusserliclie  Belebung  des  antiken 
„idealen  Zuschauers"  aufgebracht  habe  und  „dieser  Ver- 
such später  oft  nachgeahmt  worden"  sei,  unrichtig. 
Wannn  ist  in  der  Anmerkung  zu  V.  378  (Splitter  im 
Auge)  kein  Beleg  gegeben  und  weshalb  nicht  die  Auf- 
findung der  Stelle  bei  .Abraham  a  Sta.  Clara  zu  \'.  1061 
durch  Ziffercitat  ermöglicht? 

Der  inhaltlichen  Verwandtschaft  halber  scliliessen 
wir  hieran  die  Besprechung  von  J.  Bossharts  Neu- 
druck von  Georg  Binders  „.Acolastus".  Die  hier  mit 
manchen  äusseren  Vorzügen  behandelte  Parabel  vom  ver- 
lorenen Sohn  steht,  wie  schon  hervorgehoben,  mit  dem 
internationalen  Everyman-Problem,  der  Grundlage  des 
Kolrossschen  Stoffes,  in  innigstem  Zusammenhange.  Lopc 
de  Vega  z.  B.  hat  auch  eine,  theilweise  wie  die  deutschen 
mit  allegorischen  Figuren  durchsetzte  Dramatisirung  der 
vicigewendeten  neutestamentlichen  Fabel  geliefert  (.Tick- 
nor-.Tnlius,  Gesch.  der  schönen  Lit.  in  Si)an.  I,  572),  an 
deren  .Aufführung  (bewiesen  durch  Lope,  Obras  V,  347) 
der  Verfasser  als  Hanswurst  mitwirkte  (Ticknor-.hilius 
Supplementbd.  S.  93  f.),  daneben  aber  das  Everyman- 
Thema  in  verschiedener  Variation  in  Arbeit  genommen, 
wie    in    ..La  fianza  satisfeclia"    (s.  Schäffer,    Gesch.  des 


297 


ISyi.     Litcniturbhilt  für  gcimauisclio  und  romanische  Philologie.     Nr.  9. 


298 


»\K\n.  Xatioiialdramas  I  S.  203  ft'.)  und  ,.E1  niayor  pro- 
dig-io"  (s.  ebd.  S.  201  tf.).  Die  verallg-eineinerte  Be- 
tratditung-  der  dramatischen  Ausgestaltung  des  Stoffes, 
besonders  durch  E.  Schmidt,  Holstein  und  Spengler  ge- 
fördert, wird  durch  immer  weitere  Belege  für  die  ua- 
goueine  Volkstliümlichkeit  ergänzt.  Schon  Tieck  (Deut- 
sches Theater  I  S.  XXV)  würdigte  die  \'erwendung  im 
Volksschauspiel  und  Schützes  Hamburg.  Theatergeschichte 
(S.  95,  85)  meldete  vom  Uebertritt  ins  Gebiet  des 
Marionetten-  und  Puppenstücks.  Auf  letzterem  Felde, 
auf  dem  es  schon  zur  Zeit  Shakespeares  (der  Merch.  of 
Ven.  II  6,  14  ff.;  Com.  of  err.  II  3,  18  f.;  As  you  1. 
it  I  1,  41  f.,  vielleicht  auch  K.  .John  III  1,  4(5  auf  die 
Parabel  anspielt)  geläufig  war  (wiut.  tale  IV  3,  102: 
flifx  he  CODI  passei  I  a  iiiotion  of  the  Fror/ic/al  .So«), 
nimmt  der  Stoff  noch  heute  einen  entschiedenen  Vorrang 
ein,  wie  ein  genauer  Kenner,  Dr.  med.  Arthur  Kollmann, 
mittheilt,  der  (Grenzboten  1887  Xr.  29  S.  143)  1874 
eine  Aufführung  in  Leipzig  sah  und  in  der  heutigen 
Fassung,  die  mehr  und  mehr  zum  X^'achmittags-  und 
Kinderstück  gekürzt  wurde,  ein  Zeugniss  alter  Ueber- 
lieferung  erblickt  (ebd.  Xr.  30  S.  188  f.),  auch  den 
Stoff  in  einer  Reihe  abweichender  Redactionen  kennt  (ebd. 
1890  Xr.  50,  „Puppenspiele"),  die  er  u.  d.  T.  'Deutsche 
Puppenspiele'  herausgegeben  hat  (Leipzig,  Gruuow). 

Angefügt  sei  hier  gleich  die  Anzeige  von  J.  Bol- 
tes  —  wie  zu  erwarten  —  vortrefflich  eingeleitetem 
Xeudrucke  des  Gnapheusschen  'Acolastus',  der  unmittel- 
baren Vorlage  zu  Binders  Drama.  Dieser  Xeudruck  er- 
öffnet eine  von  Herrmann  und  Szamatölski  begründete 
Sammlung  „Lateinischer  Literaturdenkmäler  des  XV.  und 
XVI.  .Tahrhunderts",  die  eine  grosse  Anzahl  von  literar-, 
kultur-  und  kirchengesclüchtlich  bedeutsamen.Erzeugnissen 
der  Renaissance  und  des  Humanismus  bequem  darbieten 
will  (vgl.  Ltbl.  X  S.  128  u.  360).  AVir  bewillkommnen 
dieses  Unternehmen,  das  unterstützt  von  42  Germanisten 
und  Theologen  vor  die  gelehrte  Welt  tritt,  mit  Freuden. 
Dem  Bedauern  Scherers  (Literaturgesch.  S.  747),  dass 
von  den  deutschen  Literarhistorikern  fast  nur  der  kritik- 
lose AV.  Menzel  das  lateinische  Schriftthum  des  15. — 
1 7.  .lalirhunderts  berücksichtige,  soll  hier  mit  practischer 
Abhilfe  begegnet  werden.  Ueber  den  Beginn  des  neuen 
Sammelwerkes  kann  man  nur  des  Lobes  voll  sein.  Die 
von  Bolte  dem 'Acolastus'  vorgesetzte  Einleitung  erschöpft 
mit  der  gewohnten  Gründlichkeit  alle  wissenswerthen 
Vorfragen  (leider  die  Metrik  ausgenommen):  über  die 
literarische  Situation,  in  die  das  Drama  des  begabten 
holländischen  Schulmeisters  "Willem  de  Volder  hineintrat, 
über  diesen  selbst  in  seiner  Stellungnahme  zur  biblischen 
Erzählung  und  zur  antiken  Dramaturgie  (hier  wird  auch 
die  Wiederaufnahme  des  Chorliedes  am  Aktschlüsse  ge- 
schichtlich richtiger  als  bei  Odinga  untersucht)  u.  s.  w. 
Vorzüglich  insbesondere  —  hier  befindet  sich  Bolte  in 
seinem  eigensten  Fahrwasser  —  ist  die  Skizze  der  X^ach- 
wirkung  dieser  ersten  lateinischen  biblischen  Scliul- 
komödie.  Bei  der  schier  sprichwörtlichen  Gediegenheit 
Boltescher  Angaben  aus  der  CTCSchichte  des  Dramas  im 
15. — 17.  Jahrhundert  ist  eine  Kontrole  völlig  überflüssig, 
zudem  auch  meist  unmöglich.  Mit  Fleiss  stellt  ein 
eigener  E.xcurs  die  benutzten  Stellen  antiker  Autoren 
zusammen,  unter  denen  die  wenigen  griecliischen  beson- 
dere Theilnahme  erwecken.  Einigemal  ist  wohl  die 
Annahme  von  Borg  etwas  zu  weit  gegangen,  obwohl 
die  bezüglichen  Citate  in  der  Ausgabe  Dupreaus  (s. 
S.  XXVI)    leicht    dazu   verleiteten.     Aus  der  folgenden 


genauen  Bibliographie  der  48  nachweisbaren  Drucke  ist 
hauptsächlich  die  Streichung  der  bisher  (nach  Gödeke, 
Grundriss  II-  133)  als  princeps  angesehenen  Ausgabe 
'Hag.  Com.  G.  Fulloiüus  (dies  Latinisiruug  von  holländ. 
volder  d.  i.  Walker)  M.DXXIX'  hervorzuheben.  Beim 
Abdruck  wäre  ich  in  Conjecturen  weniger  schüchtern  ge- 
wesen, hätte  z.  B.  283  getrost  das  vermuthete  mi  foras 
statt  nie  feras  eingesetzt. 

Es  trifft  sich  gut,  dass  die  erste  lateinische  Be- 
arbeitung des  Prodigusstoffes  und  die  in  weniger  als 
Jahresfrist  gefolgte  für  die  öffentliche  Bühne  be- 
stimmte freie  Verdeutschung  Binders  nun  in  authentischer 
Wiedergabe  neben  einander  betrachtet  werden  können. 
Die  vergleichende  Literatm-geschichte,  der  auch  Boltes 
Uebersicht  der  Nachbildungen  des  Gnapheus  dienen  kann, 
erhält  reiches  Material.  Man  sollte  nun  einmal  alle 
Behandlimgen  des  fruchtbaren  Themas  von  dem  Urbilde 
im  Evang.  Lucae  15,  V.  11 — 32  an  unter  die  Lupe 
nehmen  und  die  verschiedenartige  Ausgestaltung  zu  ver- 
anschaulichen suchen.  Stehen  doch  in  deutscher  Zunge 
ein  Waldis,  ein  Wickram,  ein  Sachs  in  der  Reihe,  bei 
ihnen,  wie  bemerkt,  Lope,  und,  sicher  nach  spanischer 
Quelle  gearbeitet,  ein  unlängst  ans  Licht  gezogenes 
peruanisches  „religiöses  Schauspiel  in  3  Abtheilungen" 
von  dem  Theologieprofessor  Juan  de  Espiuoza-Medrano, 
Kusko  1662  (Text  mit  Commentar:  Middendorf,  Dramat. 
u.  lyr.  Dichtungen  der  Keschua-Sprache,  1891,  S.  1  — 
77),  u.  s.  w.  AjTer  verwendete  den  Stoff  nicht  (vgl. 
Tittmaun  a.  a.  0.  III  S.  128),  wie  man  noch  liest;  mit 
Vorliebe  aber  die  englischen  Komödianten,  unter  Zugabe 
des  possenhaften  Tons.  Eigenthümlich  modernisirt  hat 
ihn  ein  Schweizer,  Theod.  Meyer-Merian:  'Der  verlorene 
Sohn.  Eine  Handwerkergeschichte  fiii'  .Tedermaun'  (Berl. 
1853).  Es  lohnte  sich,  dabei  das  von  Pfeiffer,  Klingers 
Faust  (1890)  S.  9  gestreifte  Motiv  der  ..ungleichen 
Brüder"  mit  Landau  (Zs.  f.  vergl.  Literaturgesch.  1889 
u.  1890),  Minor  (Schiller  I)  und  Drescher  (5.  These 
hinter  „Studien  zu  H.  Sachs'',  Berl.  Diss.  1890)  von 
Schiller  (Räuber)  und  Voltaire  (L'enfant  prodigue)  zu- 
rück zu  verfolgen  (s.  Eef.  in  den  Bl.  f.  lit.  Unterh. 
1890,  S.   756b). 

Ueber  die  von  Bächtold  herausgegebene  tüchtige 
Tragödie  Heinr.  Bullingers  von  Lucretia  und  Brutus 
sind  nach  der  ausführlichen  Behandlung  des  trefflichen 
Mannes  in  Bächtolds  Literaturgesch.  S.  303  ft'.  und  An- 
merkungen S.  77  ff.  nur  wenige  Worte  zu  verlieren. 
Bullinger,  als  Reformator  und  Politiker  wie  als  Schrift- 
steller bedeutsam,  ist  trotz  wiederholter  monographischer 
Behandlung  nicht  genug  bekannt.  Wenn  man  ihn  ganz 
verstehen  will,  sind  auch  die  „Reiseinstruction  und  Briefe 
an  seinen  Sohn  Heinrich,  hrsg.  von  Franz"  (Bern  1828), 
ein  hübsches  Seitenstück  zu  den  Briefen  Thomas  Platters 
an  Felix,  heranzuziehen.  Hoffentlich  wii'd  bald  auch 
sein  handschriftliches  ..Diarium"  (Ms.  J  290  der  Züricher 
Stadtbibliothek),  vielleicht  in  Auswahl,  gedruckt.  Ob 
„Lucretia''  neuerdings  durch  Bächtold  auch  im  „Zürcher 
Taschenbuch  für  1890"'  gedruckt  wurde,  wie  ich  an 
drittem  Orte  las,  weiss  ich  nicht.  Der  Stoff  ist  beliebt 
im  Bereiche  der  Schulkomödie,  wie  denn  Bullingers  Stück 
auch  von  den  „jungen  Bürgern"  (d.  i.  Schülern)  Basels 
öff'entlich  aufgeführt  wurde  (s.  Th.  Burckhardt,  Gesch. 
des  Gymnasiums  zu  Basel.  Basel  1889).  Er  lag  durcli- 
aits  im  humanistischen  Gesichtskreise  (vgl.  ausser  H.  Sachs' 
Tragedia  z.  B.  des  Schulmeisters  Samuel  Junius  latei- 
nische Tragödie,  Strassb.  1599),  so  dass  Warton-Hazlitt, 


299 


1891.     LitcrnturWfilt  für  irornianisclio  um!  romanische  Philologie.     Nr.  9. 


300 


Hist.  of  tlie  i'iigl.  iioetiy  1\',  297,  mit  Kcdit  saften: 
l.iuri'ce  was  the  graud  exeinple  of  coiijuifal  tidelity 
throiifrlKiut  flu-  Gotliic  agres.  Alk'idiiifrs  brilliert  öfters 
die  Verwechslung^  mit  der  Liicretia  von  Sieiia,  der  be- 
liebten des  Euryalus,  Verwii-rung:  (vgrl.  Fränkel  in  Zs. 
f.  verjfl.  Literatnr^escl».  N.  F.  IV,  77),  der  G.  Vuigt 
in  dem  werthvollen  kleineren  Anfsat/.e  ..Die  Lncretia- 
Fabel  und  ihre  literarisehen  Verwandten",  Herichte  der 
k.  säelis.  Ges.  der  Wiss.,  phil.-hist.  Kl.,  liS83,  Sonder- 
abdruck (besonders  S.  26),  den  historischen  Untergrund 
gegeben  hat.  An  anderem  Orte  gedenke  ich  mancherlei 
Weiteres  zur  Geschichte  des  Lucretiastoft'es  seit  der 
Keforniationszeit  zusammen  zu  stellen.  In  Bnllingers 
l)rama  er(iuickt  man  sich  gern  an  dem  frischen  Laufe 
iler  Handlung,  der  Gewandtheit  des  Gespräclis,  der  inneien 
Fülle  der  Cliaraktere.  Bächtold  notirt  gewissenhaft  die 
dialektologisch  interessanten  orthographischen  Abweich- 
ungen des  jüngeren  Drucks  (Strassburg  1550)  von  der 
Originalausgabe  (Basel  1533). 

Als  Anhang  bietet  Bächtold,  mit  einem  Anachro- 
nismus dem  Buchtitel  gegenüber,  die  dem  Anfange  des 
1.'!.  .lahrliunderts  entstammenden  geringen  Bruchstücke 
des  mehrfach  gedruckten  Osterspiels  von  Muri,  des  ältesten 
deutsehen  Belegs  der  Gattung.  "Wilken  (1872)  und 
Wirth  (1889)  haben  es  bereits  in  den  richtigen  litera- 
rischen Zusammenhang  gereiht.  Die  Eeagentien,  die 
von  den  ältei'en  Herausgebern,  Ochler  (1846)  und  Bartsch 
(Germ.  8,  273  ff.)  angewendet  wurden,  haben  die  Schrift 
der  beiden  erhalteneu  Pergamentblätter  ganz  zerstört, 
so  dass  heute  nur  noch  die  Kritik  jener  beiden  Abdrücke 
thätig  sein  kann.  Dies  ist  auch  geschehen;  und  so  er- 
halten wir  denn  einen  nach  Möglichkeit  gesicherten  Text 
des  mehr  literarhistorisch  als  literarisch  anziehenden 
relicrbleibsels,  gesicherter  als  von  manchem  durcli  die 
paläographischen  Hilfsmittel  zerfressenen  Palimpsest  odir 
dem  allein  durch  Opitz'  Ausgabe  überlieferten  Annolied. 

Es  sei  zum  Schlüsse  den  beiden  Herausgebern, 
Bächtold  und  Bolte,  für  ihr  aufrichtiges  Bemühen,  ent- 
legene Geisteserzeugnisse  von  literarischer  Bedeutung  in 
nahbarer  Gestalt  darzubieten,  der  wäimste  Dank  ausge- 
sprochen. Möge  die  schöne  Absicht,  die  lieiden  Unter- 
nehmungen zu  Gi-unde  liegt,  Erfolg  haben,  zum  Segen 
der  germanistischen  Wissenschaft  und  der  Erkeinitniss 
eigenartigen  vaterländischen  Schriftthums  vergangener 
Zeit! 

Leipzig.  Ludwig  Fränkel. 

Pi  rönne,  Job.,  Ueber  englische  Zustände  im  XVIII. 
Jahrhundert  nach  den  Romanen  von  Fielding  nnd 
Smollet.     Lcip/,igcr  Dissertation.   1S'.)Ü.  öl  S. 

Der  Verfasser  will  im  Anschluss  an  die  Romane 
von  Fielding  und  an  Smollets  Roderick  Random  ein  Bild 
englischer  Zustände  im  XVIII.  Jahrhundert  geben.  Ich 
bin  mit  dem  Verf.  der  Ansicht,  dass  man  recht  wohl 
aus  Romanen  wie  die  Ficldings  und  Smollets  Material 
zur  läeurtlieilung  einer  Epoche  schöpfen  kann.  Macaulay 
hat  es  offen  ausgesprcjchen,  dass  er  die  Schilderungen, 
welche  Fielding  in  seinen  Romanen  von  den  englischen 
Zuständen  der  damaligen  Zeit  gibt,  für  durchaus  der 
Wahrheit  entsprechend  hält.  Seine  Schilderung  des 
conntry  gentleman  des  17.  Jahrhunderts  (History  of 
England  I,  31.3  ff.)  ist  besonders  aus  Tom  Jones  ge- 
niinniicn.  Lecky  (History  of  England  I,  504)  führt 
Roderick  Random  als  (Quelle  für  seine  Kenntniss  der 
Armee  und  Flotte  im  XVIII.  Jahrhundert  an,  Fielding 
nnd  Smollet  selbst  haben  vieilach  betont,  dass  das,  was  sie 


geschrieben,  aus  eigener  Beobaditung,  aus  der  reichen 
Erfahrung  eines  wechselvollen  Lebens  hervorgegangen 
ist;  vgl.  Vorrede  zu  Joseph  Andrews:  ,.for  though  every 
thing  is  copied  froni  the  book  of  nature,  and  scarce  a 
character  er  action  produced  wliieli  I  have  not  taken 
from  niy  own  observations  and  experience  etc."'  und 
ebenso  Vorrede  zu  Roderick  Random:  „Every  intelligent 
reader  will,  at  ftrst  sight,  perceive  I  have  not  deviated 
from  nature  in  the  facts,  which  are  all  true  in  the 
main."^  Beide  Schriftsteller  waren  aber  auch  wie  wenige 
fähig,  ein  treues  Bild  der  Sitten  aller  Stände,  hoch  nnd 
niedrig,  zu  geben.  Besonders  auf  Fieldung  lässt  sich  das 
Horazische  ..mores  hominum  multorum  vidit"  passend  an- 
wenden. Er  war  „roughly  handlcd  liy  ilie  World"  sagt  sein 
Biograph  Lawrence.  Aristokrat  von  Geburt,  plötzlich  ohne 
alle  Existenzmittel  muss  das  verwöhnte  Kind  des  Reich- 
thums  den  harten  Kampf  um  das  Dasein  aufnehmen.  1748 
wird  er  zum  justice  of  tlie  peace  für  Jliddlessex  und  AVest- 
minster  ernannt  und  macht  als  solcher  genaue  Bekannt- 
schaft mit  den  Verbrechen  und  A'erbrechern  seiner  Zeit, 
mit  dem  allen  Gesetzen  der  Humanität  hohnsprechenden 
Zustand  der  Cfefängnisse.  Der  Schotte  Smollet  war 
Arzt  und  machte  1739  als  siu'geon's  mate  die  Expedition 
gegen  Cartagena  mit;  so  lernte  er  die  unmenschliche 
Behandlung  der  Verwundeten  nnd  Kranken  an  Bord  der 
Kriegsschiffe  keimen. 

Peronne  bespricht  in  zwei  Abschnitten  die  politischen 
(S.  8— 31)  und  socialen  (8.31  —  51)  Zustände  Englands. 
Besonders  wichtig  ist  die  politische  Stellung  beider. 
Fielding  ist  ein  überzeugungstreuer  Whig,  der  fest  zum 
Hause  Hannover  hält',  der  Schotte  Smollet  ist  emiiört 
über  die  Art  und  Weise,  wie  die  Engländer  ihren  Sieg 
über  die  Schotten  ausnutzten,  obgleich  er  kein  ausge- 
sprochener Jakobit  und  Anhänger  der  Stuarts  ist.  Ich 
glanbe,  Smollet  war  V(jrurtheilsfrei  genug,  um  einzu- 
sehen, wie  wenig  die  Sache  der  Freiheit  und  Unabhängig- 
keit auch  seines  engeren  Vaterlandes  gewonnen  hätte, 
wenn  ein  Stuart  auf  dem  englischen  Thron  gesessen 
hätte.  Es  geht  aus  seinen  Romanen  hervor,  dass  nicht 
die  Liebe  zum  Hause  Hannover  (Georg  I.  u.  II.  waren 
wenig  beliebt),  sondern  nur  die  Furcht  vor  dem  Katholicis- 
nius  die  conntry  gentry  verhinderte,  sich  offen  für  die 
Stuarts  zu  erklären.  Ein  echter  Vertreter  dieser  country 
gentry  ist  Squire  Western,  der  ,,a  parcel  of  roundheads" 
und  „Hanover  rats"  identiticirt.  Die  hohe  Aristokratie 
hielt  zu  Hannover.  Wichtig  war  die  Stellung  der  Land- 
geistlichkeit,  jener  armseligen  vicars  und  parsons,  die 
für  die  Stuarts  agitirton  (vgl,  Adams,  Parson  Truliiber, 
Vicar  Supple).  Jlit  unlauteren  Alitteln,  besonders  durdi 
Bestechung,  wurde  auf  beiden  Seiten  gearbeitet,  bei 
Whigs  und  Tories,  „do  ut  des"  ist  der  leitende  Grund- 
satz, Auch  die  Armee  und  die  Flotte  blieben  trotz  des 
eifrigen  Bemühens  des  Königs  von  den  Folgen  dieses 
Partheiwesens  nicht  verschont.  So  wird  Tom  Jones 
einfach  „pressed  into  the  Service",  weil  er  dem  Lord 
Fellamar  lästig  i.st.  Ebenso  fällt  Roderick  Random  in 
die  Hände  eines  press-gang;  daher  waren  auch  Soldaten 
und  Offiziere  gleich  verachtet  (vgl,  Kapitän  Whiffie 
u,  a.).  Die  Behandlung  der  '  Soldaten,  gesunder  so- 
wohl wie  kranker,  war  eine  unmenschliche.  Wie  auf 
politischem  tiebiete,  so  herrschten  auch  auf  socialem  in 
vieler  Beziehung  Zustände,  wie  sie  scliliimiuT  kaum  sein 


'  Tom  Jones   I,  380:   The  cnusc  of  King  George  is  the 
cause  of  liborty  und  truc  religion. 


;{()! 


1891.     Litcrnturblatt  für  germanische  und  romaniaclie  Philologie.    Nr.  9. 


302 


konnten.  Pöronne  liebt  die  unheilvollen  JFäniiel  in  der 
.Tustiz,  die  Entsetzen  enegenden  Zustände  in  den  Getani;- 
nissen,  die  trostlose  Lage  der  Selmldner  hervor.  Ge- 
fängiiiss  und  Arbeitshaus.  Tretmühle  und  Armeug:esetz 
hielten  die  Staatsmänner  von  damals  für  die  geeig'netsten 
Slittel  zur  Lösung-  der  socialen  Frage.  Hinrichtungen 
waren  häufig  und  grausam;  vgl.  Gentleman's  llagazine. 
July  1750:  ,.Executed  at  Tyburn,  Jnly  li,  Elizabeth 
Banks,  for  Stripping  a  child;  Catherine  Conway,  for 
forging  a  seaman's  ticket;  and  Margaret  Harvey,  for 
robbing  her  master.  They  were  all  druuk  etc. "  Strassen- 
raub  war  an  der  Tagesordnung;  der  ritterliche  High- 
waynian  der  vei'gangenen  .Jahrhunderte  war  zu  einem 
gemeinen  Strassenräuber  geworden,  selbst  gentlemen,  die 
im  Spiel  verloren  hatten,  lauerten  in  der  Nähe  von 
Higligate  oder  auf  der  Heide  von  Hounslow  den  Reisenden 
auf  (vgl.  Anielia).  Die  justice«  of  peace  waren  im 
höchsten  Grade  ungebildet  und  bestechlich  (Mr.  Thrasher), 
sie  begünstigten  sogar  die  Prostitution.  Die  höhere 
Gesellschaft,  ja  der  königliche  Hof  selbst,  trugen  mit 
Schuld  daran,  dass  das  sittliche  Niveau  ein  so  niedriges 
war.  ,.J'aurai  des  maitresses"  ist  der  Trost  des  Königs 
Georg,  als  seine  Gemahlin  ihm  räth,  sich  nach  ihrem 
Tode  wieder  zu  verheirathen.  „Ah,  mon  Dien!  cela 
n'empeche  pas'"  ist  ihre  Antwort.  Lady  Bellaston's 
schamloses  Benehmen  thut  ihrer  gesellschaftlichen  Stellung 
keinen  Abbrach;  alles  dies  erinnert  an  die  Frivolität  der 
Sitten  unter  der  Königin  Anna.  Die  Frauen  waren  oft 
..married  without  liaving  liusbands",  Westerns  Frau  ist 
ihm  stets  eine  treue  upper-servant.  Solche  Zustände 
herrschten  in  England  zu  einer  Zeit,  wo  ein  grosser 
materieller  Aufschwung  auf  allen  Gebieten  zu  bemerken 
war.  Zur  Besserung  haben  Fielding  und  Smollet  durch 
ihre  Romane  sehr  viel  beigetragen,  weil  sie  eben  bessern 
wollten  und  nicht  mit  Behagen  die  Schattenseiten  ihres 
Volkes  aufdeckten. 

Alle  Fachgenossen,  die  sich  für  die  Kulturgeschichte 
Englands  im  18.  Jahrhundert  interessiren,  werden  die 
Studie  Peronnes  mit  grossem  Vergnügen  lesen.  Sie 
zeugt  von  verständnissvoller  Leetüre  der  Romane  der 
beiden  grossen  englischen  Schriftsteller.  Interessant  ist 
es,  mit  diesen  Zuständen  die  von  Dickens  in  seinen 
Romanen  geschilderten  zu  vergleichen:  die  Zeiten  ändern 
sich  und  mit  ihnen  die  Laster,  neue  entstehen,  alte  ver- 
schwinden, ein  steter  Fortschritt  zum  Besseren  ist  aber 
unverkennbar. 

Wismar  i.  M.  0.  Glöde. 


Colin,  Cr.,  Die  Safflxwandlangen  im  Vulgärlatein  und 
im  vorliterarischen  Französisch  nach  ihren  Spuren 
im  Nenfranzösischen.  Halle,  Niemeyer.  1891.  VIT,  :322  S.  8. 
Dass  Rothenbergs  bekannte  Arbeit  über  Suftixver- 
tauschung  im  Französischen  nach  jeder  Seite  hin  eine 
Vertiefung  und  Erweiterung  verlangte,  war  schon  gleich 
nach  ihrem  Erscheinen  durch  den  mancherlei  Beachtens- 
werthes  enthaltenden  Artikel  AVillenbergs  Zs.  f.  Nfr. 
III,  558  hervorgehoben  worden.  Immerhin  sollte  ein 
ganzes  Decennium  vergehen,  bis  die  Untersuchung  wieder 
aufgenommen  und  weiter  geführt  wurde.  Dafür  ist  sie 
aber  in  dem  vorliegenden  Buche,  einer  Berliner  Doctor- 
aibeit.  in  trefflicher  Weise  angegrift'en  und  in  vielen 
Punkten  zu  dem  Abschluss  gebracht  worden,  der  in 
solchen  Dingen  überhaupt  erreichbar  ist.  Der  Verf.  ver- 
fügt über  eine  genaue  Kenntniss  des  Wortvorraths,  ver- 
mag, z.  Th.  von  Tiibler  unterstützt,  über  das  Alter  der 
Wörter    und    Formen    erwünschte    Auskunft    zu    geben, 


zeigt  grosse  Vertrautheit  mit  der  einschlägigen  Literatur, 
die  er  stets  gewissenhaft  und  möglichst  lückenlos,  mit- 
unter vielleicht  etwas  zu  weitläufig,  citirt,  sucht  vor 
allem  die  verschieden  gearteten  Fälle  noch  schärfer  aus- 
einander zu  halten,  als  das  Willenberg  gethan  hatte. 
Die  Einleitung  beschäftigt  sich  hauptsächlich  mit  den 
Begriftsbestimmungen  und  stellt  schliesslich  folgendes 
Schema  auf: 
Suftixwechsel 

Echter  Suffixwechsel 

Suffixvertauschung  {-iiln  :  -ellii) 
Suffixverwechslung  {-tce  und  -Tee) 
Scheinbarer  Suffixweclisel  {-itid :  -icul) 
Suffixveränderung  {-iohi  zu  -iölu) 
Suffixzerstörung  {chamlelef  zu  chiiH(Jehiit). 

Danach  gliedert  sich  dann  das  ganze  Buch,  nur  die 
..Sufrtxzerstörung"    ist  übergangen.     Bei  den  Beispielen 
ist  zwischen  afr.  und  ufr.  geschieden,  für  letzteres  werden 
an  Hand   von  Sachs   und   Littre   möglichst   vollständige 
Verzeichnisse    mitgetheilt.      Weniger    glücklich    ist    die 
Scheidung    zwischen    „VulgUrlateinisch"    und   ..vorUtera- 
rischem  Französisch",  da  ja,  man  mag  nun  vulgärlatei- 
nisch so  oder  anders  definiren,    die    zwei  Begritt'e   nicht 
gegensätzlich  oder  Irgendwie  wesentlich  verschiedene  sind. 
Der  erste  Abschnitt  bespricht  -ellu  für  -ulu,  -cellii 
für  -ciilu,  -iciu  füi-  -tciu,  -ice  für  -ece,  -ellu,  -cellti  für 
-Ulli,  -cillu,   -ime  für  -ina.     Ein  Exeiu's   behandelt  die 
Vertreter  von  -itia,    ohne   jedocli   zu  einem  klaren  Ab- 
schluss zu  kommen.    An  dem  einen  und  andern  Beispiel 
wäre    wohl    etwas    auszusetzen,    bei    -Ulus :  -elUis    fehlt 
verveux  und  war  an  seiiapiUiim  oder  -ellutn  für  seneve 
nicht  zu  rütteln,  wie  obwald.  sineoel  zeigt,  wirklich  be- 
denklich   aber  ist  mir  sagimen  :  sagiiui.     Die  Annahme 
einer  Suffixvertauschung  stützt  sich  auf  ital.  saline  und 
die  franz.  Ableitungen  eiisimer,  ensemer,  afr.  ensa-imer. 
Afr.  sain,  woraus  spau.  suin  entlehnt  ist  {sagimen  hätte 
saiiiibre  ergeben),    kann    ebenso  gut  ein  *sriginHin  dar- 
stellen   und   prov.  sai[n]  mit  beweglichem  n  kann  nur 
auf  diesem  Typus  beruhen';  frz.  e«sa/»?ier  spricht  eben- 
falls  für   -n    als   ursprünglichen    Auslaut,    wouebeu   die 
»/-Formen  nicht  mehr  etj^mologischen  Werth  haben   als 
etwa    das    m    in    afr.    latimier,   enlafiiner,  peJerimage. 
Mit  ital.  saiine    aber    hat    es  seine  eigene  Bewandtniss. 
Es    zeigt   gar  keine  Ableitungen,    wird  auch  weder  von 
Fanfani-Rigutini  noch  von  Petrocchi  angeführt,  ist  also 
trotz    des    einen   alten   Beispiels   der  Crusca    nicht   tos- 
kanisch,    und    auch,    so    viel   ich   sehe,    nicht  nord-  und 
niittelitalienisch.     Dagegen    bieten    es  die  sizilianischen. 
calabresischen  und  apulischen  Wörterbücher,  aber  wiederum 
ohne    Ableitungen.       Da    nun    dieselben    Gegenden    für 
Fleischer  das  Wort  huccere,  hucceri,  iicceri  haben,  das 
sich  ohne  weiteres  als  Lehnwort  aus  franz.  bouclier  zu 
erkennen    gibt,    so    darf   man  wohl  ohne  Zögern  sagen, 
dass    mit    dem  boucher   auch  sa'in  aufgenommen  und  in 
saime  umgedeutet  worden  sei  nach  den  zahlreichen  ital. 
Wörtern  auf  -ime.  —  Als  jünger  und  geographisch  enger 
begrenzt  werden    dann   beliandelt  -nie  statt  -ele,  -ante, 
■  antia,  -abile,  -amentii,  -atore  statt  -ente,  -entia  u.  s.  w. ; 
-erin  und  -erin,  -annn  statt  -anii.    Das  Richtige  wohl 
ahnend    aber,    wie   mir   scheint,    nicht    völlig   zutreffend 
zum  Ausdruck    bringend  nimmt  der  Verf.  an,    cruel  sei 
später  in  die  Sprache  aufgenommen  worden  als  feel,  und 

'  Mistral  kennt  freilich  auch  delpli.  sagimen,  mit  welchem 
ich  nichts  nuzut'aiijfen  weiss,  da  lat.  *sagi»ieii  doch  unmöglich 
liätte  sein  -en  behalten  können. 

23 


303 


I89I.    Litcratarblntt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Kr.  li. 


3<i| 


er  hätte  sich  iliifiir  auf  ital.  nudele  neben  fedele  be- 
rufen küunen.  Dainit  fällt  aber  ohne  weiteres  die  Noth- 
\venclijj:keit  der  .^nnaiime  von  Suffixvertauschung,  es  liegt 
vielmehr  .Suftixverkennung  vor.  Denn  wie  lateinisch 
secretiis  als  Lehiiwurt  im  Afr.  mit  dem  c  aus  a  reimt: 
secr^  :(iiii(',  so  konnte  das  Sufti.v  des  Buchwortes  cru- 
(lelis  mit  keinem  andern  als  mit  -el  =  -alis  reimen.  — 
Der  Abweisung  von  traliimen  als  Grundlage  für  fraiii 
und  der  Deutung  von  >r(ßdimen  stimme  ich  ohne  Rück- 
halt bei  und  will  nur  hinzufügen,  dass  afr.  f/n-iii,  über 
dessen  Suflix  der  Verf.  im  l'nklaren  ist,  sich  zu  einem 
germanischen  schwachen  Masculinum.  das  got.  waipa 
lauten  würde  und  in  anord.  vchTi  vorliegt,  genau  so  ver- 
hält wie  jurilin  zu  got.  f/arda.  Die  folgenden  .Ab- 
schnitte sind  namentlich  wichtig  für  die  Geschichte  der 
gelehrten  Wörter,  geben  aber  unter  anderm  auch  den 
Fingerzeig  tür  die  Erklärung  von  iioiirrisso».  Jlit 
vollem  Recht  wird  nämlich  hervorgehoben,  dass  die  afr. 
Form  iiurrecoii  lautet  und  dass  sie  nicht  zu  trennen  ist 
von  iiorretiiic,  poneture.  Nehmen  wir  noch  larrecin 
hinzu,  so  sehen  wir,  dass  vortonig  tri  fro  vor  der  Er- 
weichung der  Tenues  zu  ter  wurde,  also  initreturo  zu 
iiKt^rtiire,  woraus  später  iiorftiire  u.  s.  w.  —  Nicht 
richtig  ist  dagegen,  wenn  hoisso»,  veiiron  auf  vulirlat. 
bij)tio  Vtntio  zurückgeführt  werden,  weil  das  Abstractum 
zu  hattre  batleison  laute.  Kann  denn  nicht  hihltione, 
vciiditioiie  auf  lautlichem  Wege  zu  bessoii,  venco»  ge- 
worden sein  zu  einer  Zeit,  wo  battre  noch  gar  kein 
Abstractum  bildete?  Die  Annahme  eines  Participiums 
bipfii.i  entbehrt  jeder  anderweitigen  Stütze,  da  ital. 
betlola  aus  becdtola  entstanden  ist,  s.  Storni,  Arch. 
glott.  IV,  .388.  ---  Unter  Suflixverwechslnng  worden 
zuerst  ein  paar  Fälle  besprochen,  die  man  vielleicht 
besser  als  tiexivische  Abweichungen  bezeichnen  könnte: 
sourU  und  breliz,  sodann  -u-ul  und  -icid,  mit  längerer 
Auseinandersetzung  über  V'daiile,  als  dessen  Grundlage, 
wenn  ich  recht  verstehe,  eine  Diniiniitivbildung  von 
volaliciis  oder  von  volatus  angenonnnen  wird.  Allein 
volaillc  TolatTlia  ist  ganz  in  der  Bedeutung  des  fran- 
zösischen Wortes  gut  lateinisch,  und  so  werden  wir  eben 
bei  der  Annahme  bleiben  müssen,  dass  -Jlid  an  Stelle 
von  -iliu  getreten  sei:  die  unleugbare  Thatsache  wiegt 
schwerer  als  Erwägungen  über  die  Möglichkeit  einer 
derartigen  Vertauschung,  um  so  mehr,  als  wir  ein  zweites 
ebenfalls  sicheres  Beispiel  haben:  iisitHia,  seit  dem  8-.  .71i. 
in  Italien  belegt,  bergam.  osailei,  osdei,  piem.  osdei, 
niail.  iisadei,  im  Grisost.  25,  17  useer/li,  Wörter  die  in 
Bedeutung  und  Form  so  sehr  zu  frz.  uutH  stimmen,  dass 
man  sich  schwer  entschliessen  kann,  sie  besondens  zu 
betrachten:  dann  aber  haben  wir  wieder  -7Jia  oder 
-Tliiiiii  ersetzt  durch  -//-.  In  dem  iisifiliti  selbst  wird 
nichts  anderes  zu  sehen  sein  als  ?ite[ii/siliii  mit  l'm- 
stellung  des  ungewohnteu  l(ej.-;  zu  s{c)t.  Der  .\nlaut- 
vokal  macht  keine  Schwierigkeiten,  denn  die  Annahme, 
dass  ü  in  dem  lateinischen  Worte  lang  sei,  beruht  auf 
keiner  Dichterstelle,  sondern  nur  auf  der,  in  morpho- 
logisclier  Hinsiclit  ohnehin  mehr  als  bedenklichen  Her- 
leitung von  iitor.  Wenn  dadiircii  der  Eisatz  von  -llia 
duich  -dia  gesichert  scheint,  so  könnte  auch  loitdlv 
Sonimei'sprosse,  ital.  leiiliyUa  doch  am  Ende  Suflix  diu 
enthalten.  —  Es  folgen  -anu :  -aiieii,  mit  richtigen  Be- 
merkungen über  die  verschiedenen  Gestaltungen  von 
capilntiits,  capituinus  und  unrichtiuen  über  fusaiti,  das 
a\\('fiiS(i(/o  beruht,  eine  zutretlende  Deutung  von  it-ro>/)ie 
(urs]niinglich   \'erl(alabstractum)    und    iiiciisdiii/c;    weiter 


•eculii :  -icidu,  -ore :  -ura,  endlich  sehr  eingehend  -atu  : 
■itti : -ut;i  imd  -eide  .-entii.  —  Unter  „scheinbarem 
Suffix  Wechsel"  wird  -«7«  aus  -tlu  besprochen,  wobei  der 
rein  lautliche  Vorgang  wohl  schärfer  hätte  betont  werden 
sollen  und  die  Vertreter  von  manuphi  einer  sorgfäl- 
tigeren Besprechung  bedurft  hätten,  da  sich  einmal  mit 
wirklicher  Suffixverwechslung  gemeinromaniscU  mamicUi 
findet,  anderseits  aber  auch  eiuzelsprachliche  Vertreter 
Von  maniiplu.  Zu  eher  die  will  ich  obwald.  elavifflia 
Nagel,  Pflock  (bei  Carisch  Nachtrag)  anführen,  das  viel- 
i  leicht  für  eltincla  spricht.  Ueber  -ein  und  -ellu  ira 
Lateinischen  wage  ich  nicht,  mich  zu  äussern;  wo  wir 
im  Franz.  -eile  statt  -ede  treffen,  handelt  es  sich,  Wiis 
wohl  auch  die  Ansicht  des  Verf.'s  ist,  um  Schriftwörter, 
nur  chamean  hat  Suffixumprägnng  erfahren,  aber,  wie  ' 
ich  meinen  möchte,  erst  in  französischer  Zeit.  Zwar 
stimmt  es  zu  ital.  ramrilo,  aber  nicht  zu  siz.  eainiddii, 
dessen  /  lat.  r  verlangt  und  dessen  dd  auf  lat.  //  oder 
anf  gr.  /.  beruht,  also  wohl  direet  Ktiir/'/.nc  wiedergibt, 
auch  nicht  zu  span.  eaiiiello,  das  e  oder  j  als  Suffix- 
vokal  voraussetzt.  —  Für  -iuus  statt  -eiiiis  wird,  da 
die  Wörter  alle  griechischen  Ursprungs  sind,  Darstellung 
des  griech.  t;  durch  /  angenommen,  reiiiii,  das  mit  span. 
rcuiiii)  (nicht  rum.  vetii»,  das  nichts  beweist,  da  e  vor 
n  zu  /  wird)  auf  reiiiiiKm  weise,  sei  aus  vet>[en]i)ium 
enstanden.  Ein  Anhang  verzeichnet  die  Wörter  auf 
-Heins  statt  -ielus.  In  eitroiiillc  wird  wie  in  ital.  ei- 
fridlo  die  neapolitanische  Form  von  cUreolus  zu  sehen 
sein.  Als  scheinbar,  d.  h.  auch  wieder  auf  lautlichen 
Gründen  beruhend  wird  noch  Suffixwechsel  bezeichnet  in 
aufel,  liidcl,  endlich  der  in  eutradles,  das  als  selbstän- 
dige Bildung  mit  -alio  von  iutro  erklärt  wird.  — 
Der  zweite  Abschnitt,  Suffixveränderung,  wird  eröft'net 
mit  einer  Besprechung  von  ioliis:  dabei  sind  mir  die 
Gründe,  die  Verf.  gegen  die  Neumannsche  Auffassung 
der  Tonverscliiebung  vorbringt,  ebenso  wenig  klar  ge- 
worden wie  seine  eigene  Erklärung;  auch  an  essieii  aus 
it.reoliis  vermag  ich  nicht  zu  glauben,  da  mir  die  zahl- 
reichen, *f/xi7e  sichernden  Formen  lebender  ihuidarten 
mehr  gelten,  als  die  in  der  ganzen  grossen  altfranzös. 
Literatur  nur  zweimal  belegte  Schreibung  esxd  bezw. 
esiies.  —  Um  so  lieber  pflichte  ich  der  Regel  bei,  die 
über  die  Vertheihuig  von  ieid  und  eitil  gegeben  wird. 
An  sie  schliesst  sich  eine  Sammlung  der  Wörter  auf 
ole  an  und  eine  Bemerkung  über  verteuil.  Sodann  folgt 
-i)tnie  aus  Ixdiiie,  wofür  eine  der  .Ascolischen  (nicht, 
wie  es  S.  265  fälschlich  heisst,  Canellosclien)  ähnliche 
Erklärung  gegeben  wird.  Den  Schluss  bildet  -ier  aus 
-ari'is,  für  welches  schwierige  Suffix  der  Verf.  eine 
neue  Deutung  bringt:  durch  T)issimilation  wäre  überall 
da,  wo  der  Stamm  des  Wortes  auf  eine  Palatale  aus- 
ging, ri  zu  /■  geworden,  also  coiisdiariu  zu  eonsdiaru, 
woraus  dann  eoiiseil/ier  ganz  correct.  Ein  Anhang  be- 
handelt die  Wörter  auf  -ax,  -aeus,  -aciits,  -ix,  -ieius 
u.  dgl.,  bezeichnet  mordache  mit  Recht  als  italienisches 
Lehnwort,  wendet  sich  gegen  Schwans  Annahme  eines 
Wechsels  von  -uea  und  -iitd  in  eliarrue  u.  dgl.,  sieht 
in  parrain  eine  Neubildung  aus  patir  -\-  aiiiis,  umge- 
kehrt in  afr.  haiilin  *(dtiniis  und  erklärt  zutreffend 
afr.  fai)i-eillos  als  Anbildung  an  sc-eillos. 

Dies  der  Inhalt  des  an  Gelehrsamkeit  wie  auch  an 
eignem  Denken  weit  über  dein  Durchschnitt  der  Erstlings- 
arbeiten  stehenden  Buclies.  Bei  weitern  Arbeiten  wäre 
eine  etwas  einfachere  .\usdrucksweise  zu  wünschen:  der 
Kunst,   mit  der  die  Perioden  aufg<'baut  sind,  ist  oft   die 


305 


1891.     Literaturblutt  für  germanische  uml  roraanisclio  Philologie.     Nr.  9. 


306 


Verstäiiillichkeit  uiitl  selbst  die  gTammatikalisclie  CoiTect- 
lieit  geiipfei't. 

Wien.  W.  Meyer-Lübke. 


Nord  feit,  Alfred,  Etndes  snr  la  clianson  des  Enfances 
Vivien.  These  pour  le  doetorat.  Stockliolin,  l'Iniprimeiie 
centrale.   1891.  XXXIX  S.  4. 

Diese  völlig  ausgereifte  mul  vielfach  fördernde 
Dissertation  enthält:  I.  Classement  des  nianuscrits  — 
Comraent  il  faiit  etablir  le  texte;  II.  Versiticatiuu ;  III. 
Place  de  la  chanson  dans  la  geste  de  Guillaume;  IV.  Age 
et  dialccte  du  poeme;  V.  Yalenr  litteraire,  stj'le  et 
auteur  de  la  chanson.  —  Eemarques  diverses  sur  les 
Enfances   Vicien. 

Von  diesen  Abschnitten  ist  der  erste  eine  revidirte 
Ausgabe  von  einem  Artikel  des  Verfassers  im  ersten 
(schwedischen)  Becueil  Gaston  Paris.  Die  Resultate 
dieses  Artikels  werden  in  allen  Punkten  aufrecht  er- 
halten. In  der  That  war  es  nicht  schwer  zu  zeigen, 
dass  die  Hs.  A  eine  erste,  die  vier  C  eine  zweite,  die 
zwei  D  eine  di-itte  Gruppe  einer  Familie  a  repräsen- 
tiren  und  zwar  so,  dass  die  vier  C  und  die  zwei  D 
eine  höhere  Gruppe  oder  Unterfamilie  x  bilden.  Schwie- 
riger war  es  den  Platz  der  Hs.  B  (Boulogne-sur-mer) 
zu  linden.  Ob  der  ihr  vom  Verf.  angewiesene  der  rich- 
tige ist,  ob  wii'klich  der  Schreiber  von  h  eine  Haud- 
schrift  aus  der  Gruppe  d  nebst  seiner  eigentlichen  Vor- 
lage vor  Augen  gehabt,  ist  nicht  ausser  allen  Zweifel 
gestellt ;  ein  sichereres  Resultat  Hesse  sich  jedoch  schwer- 
lieh gewinnen.  Um  einen  kritischen  Text  herzustellen, 
bezw.  um  sich  eine  möglichst  treue  Auffassung  des 
Originals  zu  verschaffen,  ist  von  A  (Paris  B.  N.  f.  fr. 
144y)  auszugehen,  obwohl  auch  diese  Handschrift  auf 
eine  theilweise  remauiirte  Vorlage  zurückgeht.  Im 
Vorbeigehen  erklärt  Verf.  ansprechend  die  eigenthüm- 
liche  Thatsache,  dass  in  die  Mitte  von  D-  (Paris,  B.  N. 
f.  fr.  24369)  der  Siege  de  Barhastre  eingeschaltet 
worden  ist. 

In  der  Behandlung  der  Versification  macht  Verf. 
eine  kecke  Opposition  gegen  bisherige  Ansichten  Gautiers, 
Paris'  und  vieler  Anderen  über  die  sogenannten  i)etit 
cers,  die  in  einer  Handschrift  (b)  die  Laissen  des  Ge- 
dichts schliessen.  Verf.  sieht  hierin  eine  Remanieur- 
neueruug,  und  in  den  Fällen  wo  ein  Gedicht  diesen 
Vers  in  allen  Handschriften,  demnach  als  etwas  Ur- 
sprüngliches hat,  betrachtet  Verf.  denselben  als  Zeichen 
späten  Datums.  Alles  in  scharfem  Gegensatz  zu  der 
bisherigen  Theorie.  Ich  muss  gestehen,  dass  des  Verf.'s 
Ausführungen  in  diesem  Punkt  mich  völlig  überzeugt 
haben.  Ich  benutze  diese  Gelegenheit,  um  seine  Beweis- 
gründe mit  folgenden,  der  Chanson  d'Aliscaus  entnom- 
menen Thatsachen  zu  erhärten.  Von  diesem  Gedicht 
gibt  es  dreizehn  Handschriften,  von  denen  nur  eine,  a 
(Arsenalhs.  6.562),  diesen  Vers  kennt.  Ich  kenne  zwar 
nicht  das  Veiiiältniss  aller  dreizehn  Handschriften,  aber  ich 
kenne  das  der  sieben  Pariser  Handschriften.  Es  ist,  roh 
ausgedrückt,  der  Art,  dass  a  eine  von  den  übrigen  sechs 
freistellende  Gruppe  repräseutirt,  also  in  zweifelhaften 
Fällen  etwa  die  gleiche  Ge\\ähr  für  den  ursprünglichen 
Text  als  die  übrigen  zusammen  liefert.  Wie  verhält  es 
sich  nun  mit  dem  kleinen  Verse  einerseits  in  a,  ander- 
seits in  sagen  wir  b  {=  den  sechs  übrigen  Pariser  Hand- 
schriften)? Erstens  ist  zu  bemerken,  dass  der  Schreiber 
von  a,  ganz  wie  der  Schreiber  von  b  in  Enfances 
Vivien,  als  Remanieur  zu  betrachten  ist;  er  hat  nämlich 
die   Episode    vom  Kloster   St.  Vincent,    V.  3540 — 3722 


der  Edition  Guessards  und  llontaiglons  weit  ausführlicher 
und  komischer  als  die  andern  Handschriften  behandelt. 
Obwohl  er  im  Allgemeinen  eimMi  guten  Text  gibt,  ist 
er  also  des  eigenen  Schaffens  überführt.  Zweitens  fehlen 
sogar  in  dieser  Handschrift  die  kleinen  Verse  am  Ende 
der  zwei  ersten  Laissen,  was  vielleicht  so  zu  verstehen 
ist,  dass  der  Schreiber  im  allerersten  Anfang  noch  nicht 
darauf  bedacht  war,  seine  Laissen  mit  einem  refrain- 
artigen Putz  auszuschmücken;  vgl.  Xordfelts  ähnliches 
Räsonucinent  betreffs  zweier  anderer  Gedichte  S.  XXI. 
Sehen  wir  drittens  zu,  wie  sich  der  kleine  Vers  von  a 
gegenüber  den  Lesarten  der  Hs.  b  (^  den  sechs  übrigen 
Pariser  Hs.)  ausnimmt.  Er  ist  manchmal  ein  offenbarer 
Flickvei's,  z.  B.  der  ei'ste  (S.  3  der  obengenannten 
Edition) : 

Parini  ses  plaies  voit  ses  boiaus  issir 
Ell  III  lieits  OH  en  IUI: 
besser  b,  wo  er  fehlt; 

S.  10:  Cd  Sunt  fort  a  nierrelle; 

besser  b,  wo  er  fehlt  oder  anders  gestaltet  ist; 
S.  57 :  Non  fas  jou,  sire,  Jliesus  nos  sott  aidans! 

Dist  la  damc  honoree; 

felüt  b.  —  Oder  er  ist  sogar  unpassend,  wie  S.  33 : 

Ainc  ne  fu  honi  de  la  soie  bonte 

Com  fu  li  qiiens  d'Orenge-, 

fehlt  b.  —  Bisweilen  ist  er  zwar  nothwendig,  aber  dann 

immer  mit  entsprechenden  Zehnsilblern  in  b  ersetzt;  z.  B. 

S.  44:     Ha'i!  Guillumes,  fei  tra'itres  inastin, 

Com  vos  sares  de  honte! 

b:         Tant  vos  sarez  de  barat  et  d'ensin. 
S.  46:     Li  quens  Gttillame.s  n'a  garde  en  nide  giiise, 
Se  ne  chict  Folatise  . . 

b:  Se  desoz  lui  ne  chiet  Folatise."^ 

S.  50:       Anchois  sera  rostres  cies  desarmes 
Ke  vos  ovre  la  parte. 

b:     Qii'il  vos  soit  parte  ne  gidchet  deffinez. 

In  anderen  Fällen  sind  die  Lesart  von  a  und  die 
von  b  (d.  h.  meist  Fehleu  des  betreffenden  Verses  von  «) 
gleichwerthig.  Ich  kenne  keinen  Fall,  es  sei  denn  S.  46, 
wo  der  von  a  gegebene  kleine  Vers  den  Lesarten  der 
anderen  Handschriften  vorzuziehen  wäre.  Ein  bestechen- 
der Einwaud  ist  der,  dass.  wo  der  Sechssübler  in  a 
steht,  die  übrigen  Handschriften  oft  sehr  auseinander 
gehende  Versionen  haben.  Man  könnte  daraus  schliessen, 
dass  die  verschiedenen  Schreiber  sich  auf  verschiedene, 
selbständige  Weisen  bemüht,  den  Sechssilbler  umzusetzen. 
Betrachtet  man  aber  genauer  die  Verfahriingsweise  der 
hier  in  Frage  stehenden  Schreiber,  so  wü'd  man  bald 
inne,  dass  sie  sehr  frei  ihre  Vorlage  gestaltet  haben  und 
dass  diese  Freiheit,  wie  gewöhnlich,  besonders  am  Ende 
der  laisses,  als  einem  passenden  Platze,  ausgeübt  wird. 
Sie  besteht  auch  oft  in  Ausschliessung  oder  Zusatz 
mehrerer  Verse,  wobei  es  sich  nicht  um  die  Umdichtung 
nur  eines  einzigen  kleinen  Verses  handeln  kann.  Im 
Gegensatz  also  zu  den  Literarhistorikern,  zu  den  Editoren 
des  Äliscans,  Jonckbloet  und  Guessard  und  Moutaiglon, 
und  zu  Dr.  Gade,  der  noch  1890  über  das  Metrum  und 
die  Sprache  des  Gedichts  eine  Inaugural-Dissertation 
schrieb,  glaube  ich  jetzt,  dass  der  kleine  Vers  etwas 
dem  Original  von  Aliscans  Fremdes,  von  einem  Sclu-eiber- 
Remauieur  Zugefügtes  ist.  Ich  habe  mich  bei  dieser 
Frage  ziemlich  lange  aufgehalten,  weil  sie  wirklich 
äusserst  wichtig  und  vielbesprochen  ist. 


Neunsilbler;  vielleicht  zu  lesen:  n'ochieiit  Folatise. 


307 


1891.     Litcraturblntt  für  ffornmnisolio  und  romanische  Pliiloloffii*.     Nr.  9. 


308 


Die  Stellung  der  Enfances  Vivieii  ist,  wie  dies 
vim  vorne  herein  zu  vernmthen  war,  die,  dass  das  Ge- 
diclit  als  Einleitung?  zu  den  Vivien  besonders  verherr- 
lichenden, sehon  vorhandenen  Gediihten  Corvnnul  Vivien 
und  Aliscani<  verl'asst  wurde.  Indess  sind  nieht  alle 
vom  Verf.  in  diesem  Abschnitte  gemachten  Behauptungen 
buchstäblich  stichhaltig.  Wenn  ein  Jongleur  auf  Ereig- 
nisse, die  in  einer  andern  Chanson  erziihlt  werden,  an- 
spielt, so  bedeutet  das  nicht  notliwendig,  dass  er  diese 
Chanson  gekainit  habe,  wie  man  sich  oft  vorstellt,  son- 
dern nur  dass  er  von  dem.  was  sich  das  Volk  davon 
berichtete  oder  durch  alte  Gesänge  kannte,  Kcnntniss 
hatte.  Wir  haben  davon  im  Aliscatis  einen  deutlichen 
Beweis.     Es  heisst  in  diesem  Gedicht  S.  91: 

Huimais  canchons  commence  a  esforcier; 

Aiiis  tel  iie  fii  des  le  (ans  Macabier, 

Com  cos  orres,  se  iie  Juilleut  dciiicr, 

De  L'tiiiioiiart  ki  ocisf  Loqiiifer, 

Le  plus  (jrani  liome  Ici  iiioidasi  sor  destrier. 

La  conqiiist  il  iiiie  loke  de  fer, 

K'il  ne  douuast  por  'M'  livres  d'ormier. 

Mdiid  Sarrasiu  tu  /ist  2)iiis  boaillier, 

De  Loijitifenie  (dxtfi  le  clocier,  etc. 
Mau  s(dlte  daraus  nicht  schliessen.  dass  der  Verfasser 
Voll  Alisaais  die  Ciianson  de  la  JJataille  de  Loqitifer 
kannte,  wenn  luan  damit  die  auf  uns  gekommene  Ba- 
taille  meint,  sondern  nur  dass  er  von  den  Thaten,  die 
später,  und  zwar  sehr  spät,  dieses  Gedicht  veranlassten, 
hatte  sprechen  oder  singen  hören.  Hierauf  scheint  Verf. 
nicht  genügend  Kücksidit  genommen  zu  haben,  wenn 
mau  nach  seüiicni  Vergleich  sowolil  im  dritten  wie  im 
vierten  Kapitel  von  den  Eiifanccs  einerseits  und  Aiiiieri 
de  Xarboiine  oder  Covenant  anderseits  urtheilen  darf. 
Die  Behauptung  ferner  (S.  XXIX),  die  Enfances  ständen 
dem  Covenant  viel  näher  als  dem  Aliscans,  weil  jene 
dieselbe  Versitication  wie  Covenant  haben  und  sich  in 
denselben  Handschriften  tinden,  kann  irreleitend  sein. 
Auch  Aliscans,  der  in  der  jetzigen  Fassung  fast  durdi- 
gängig  gereimt  ist,  war  wohl  ursprünglich  nur  assonirend; 
und  er  findet  sich  wie  Covenant  in  allen  acht  Hand- 
schriften der  Enfances. 

Die  Sprache  des  Gedichtes  ist  das  Literarfranzösisch, 
wenn  auch  einzelne  Handschriften  nördliche  oder  östliche 
Dialektzügc  zeigen.  Weniger  sicher  ist  das  vom  Verf. 
bestimmte  Datum  der  Enfances,  der  Anfang  des  XIII. 
Jahrhunderts. 

Der  Stil  des  Gedichts  ist  uneben;  im  ersten  Drittel 
frisch  und  coulant  de  sonrce,  im  zweiten  Drittel  matt, 
im  letzten  Drittel  zunftmässig  und  ermüdend.  Er  er- 
innert übrigens,  wie  auch  manche  Episode,  an  GIrard 
de  Viiinc  von  Bertrand  de  Bar-SHr-.\ube,  und  man  dürfte 
sogar  an  eine  Nachbildung  nach  dieseBi  (iedicht,  kaum 
an  Betrands  Autorschaft  denken.  Schliesslich  wird  eine 
partielle  Uebereinstinimung  mit  Ilervis  de  Metz  berührt; 
das  letztere  Gedicht  wäre  hier  jedoch  von  den  Enfances 
abhängig. 

Es  dürfte  wohl  aus  diesem  Allem  hervorgehen, 
welch  eine  bedeutende  und  fruchtbringende  .Arbeit  Nord- 
felts  Dissertation  ist.  Sie  soll  der  Ausgabe  der  Enfances 
Vivien  von  W'ahlund  und  Feilitzen  als  Einleitung  vor- 
gesetzt werden;  gewiss  ist  sie  ein  der  schönen  Publi- 
kation würdiger  Prolog. 

Lund.  Jühan  Vising. 


Oötsinger,   Wilhelm,   Die  romanischen   Ortsnamen 

des  Kantons  St.  Gallen.   Mit  einer  Karte.  St.  Oallcn.  1891. 

In  der  Einleitung  behandelt  der  H.  Verfasser  ver- 
schiedene Punkte,  welche  mit  der  Erklärung  der  Namen 
in  näherer  Beziehung  stehen.  Nach  einer  kurzen  Be- 
merkung über  die  vorroinanische  Einwohnerschaft  be- 
spricht er  eingeliender  die  Art  der  Ansiedelung  nach 
der  Eroberung  des  Landes  durch  die  römischen  Legionen 
und  die  verschiedene  Dichtigkeit  der  romanischen  Namen 
im  betreffenden  Kantone.  Daran  reiht  er  kurze  Be- 
merkungen über  frühere  Forschungen,  welche  er  vorge- 
funden, über  die  Quellen,  welche  er  benutzt,  und  über 
lautliche  Veränderungen,  welche  er  bei  den  Ctrtsnamen 
beobachtet.  Zweimal  besuchte  er  den  Kanton,  um  durch 
persönlichen  Augenschein  die  Eichtigkeit  oder  Möglich- 
keit der  Deutung  zu  erproben  und  aus  dem  Munde  der 
Eingebornen  die  .Ausspräche  der  Namen  kennen  zu  lernen. 
Auch  urkundliche  Formen  führt  der  Verf.  an;  nur  haften 
sie  nicht  immer  an  dem  Namen,  welcher  zu  deuten  ist, 
sondern  an  einem  andern.  Der  Verf.  hat  auf  die  Arbeit 
grosse  Sorgfalt  verwendet  und  den  weitaus  grössteu  Tlieil 
der  behandelten  Namen  in  richtiger  Weise  gedeutet. 

Nur  in  wenigen  Fällen  linde  ich  etwas  auszustellen; 
doch  ist  das  auch  nur  meine  persönliche  Ansicht,  welche 
auf  Unfehlbarkeit  gar  keinen  Anspruch  macht.  Zuerst 
nehme  ich  einige  Wörter  vor,  welche  anf  as,  os,  aits 
enden:  Eontnds,  Plattsnds,  Muntenös  und  Pradenaiis. 
Es  gibt  zwar  noch  vier  andere  auf  os,  nämlich  Bliinös 
1300,  Pätrös  Alp,  Vidpalüs,  Davös;  auch  1319  davos 
Gasas,  was  Gärtner  Rätor.  Gr.  §  li  am  Ende  mit  de 
abvorsuni  erklärt.  Ueber  Blnnös  und  Valpalös  wage 
ich  keine  Vermuthung:  l'älrosalp  Kt  alpis  pctrosa.  Bei 
Fontnas  führt  der  Verf.  eine  stattliche  Reihe  von  Formen 
an:  Fiintnas  1351,  Fitntenatces  1299,  Fnntanans  1344, 
Tuntanaus  1270;  die  erste  und  zweite  Form  kommen 
je  zweimal,  die  dritte  achtmal,  die  letzte  dreimal  vor. 
Ich  glaube  aber  dennoch,  dass  die  zweite  und  letzte 
Form  die  allein  richtigen  sind,  und  ans  statt  aus  seinen 
Grund  in  der  undeutlichen  Form  des  u  hat,  welches  der 
Abschreiber  für  n  gelesen.  Ein  Wechsel  der  Anhängsel 
aus  und  ans  ist  unmöglich.  Solche  doppelte  Lesungen 
sind  mir  sehon  ein  paar  Jlal  vorgekommen.  Dass  die 
Dcntnngen  fontanaf US  imd  fontanalis  richtig  sind,  glaube 
ich  nicht,  weil  nach  Gärtner  Rätorom.  Gr.  §  59,  82 
Ende  'das  Schluss-s,  wo  es  keinen  flexivischen  Werth 
hat,  meist  abfällt'  und  'secundäres  au  aus  lat.  al  nur 
vor  Dentalen  erscheint'.  Pradenaus  ist  nach  dem  Verf. 
pratenatos.  Dieses  s  musste  stehen  bleiben;  aber  dennoch 
bezweifle  ich,  dass  aus  pratenatos  Pradenaus  werden 
konnte.  Schon  der  Ausfall  des  t,  eigentlich  (/  ist  nicht 
sicher,  wie  (Partner  §  78  behauptet,  doch  kann  ich  ans 
Tirol  dafür  anführen  locum  nuncupatuni  India,  quod 
vulgus  Campogelau  vocantur  770,  ad  Inticha  quod 
dicitur  Campo'jelau  828  (Innichen  im  Pusterthale)  = 
campus  (jelatus  Eisfeld.  Dass  sich  der  Ausgang  os 
schon  früh  in  es  nach  dem  Muster  der  dritten  Decli- 
nation  umgewandelt,  bezeugen  Ahazanes  1000  heute 
Ahsam  bei  Halb  im  Innthal  =  abaliauos,  Vundenates 
1144  im  Navisthal  bei  Steinach  am  Brenner  — =  fonta- 
natos,  Ganipedelles  1353,  Gampes  13.  Jh.  Os  steht 
in  Campellos  7()6,  Montnniolos  831;  Cucullos  788  in 
Salzburg  'Kuclil'.  Ich  meine,  dass  Bück  AI.  245  richtig 
gesehen,  wenn  er  diese  Namen  auf  utius  zurückführt. 
Muntenös  bildet  die  Zwischenstufe  zwischen  Pradenaus 
imd   Fontnas.     Vgl.  Grafanas    1400,   Gravinus  12157, 


300 


1891.     Litoratuiblatt  für  gerninniKclie  und  rnmnnisclie  Pliilulogie.     Nr.  9. 


310 


Graßnuzza  1278;  Sultans,  13.  Jh.  Saltnzce  in  Passeir; 
Seif  Ulis,  1322  Zcrfuus,  1251  Ser/ti:  =  serriitiKS, 
selvutius.  Danacli  dürften  so  auch  die  vorliegenden 
Namen  foiituiiiititis,  iHoiitaiiiitiiis  {moiifaiwsits  ist  hier 
der  Bedeutung  wegen  unmöglich),  prutiinitiiix  sein; 
Pluffsiids  gehört  zu  plu^zu  niclit  pluttu:  Ruck  a.  a.  ü. 
bringt  ui/er  P/usciians  1200  Mohr  I,  2.34  bei.  Üb  er 
zu  unserem  AVorte  gehört,  weiss  ich  nicht;  aber  wahr- 
scheinlich ist  Piutfsiiuf!  auch  plu-zziinitius. 

Unter  mons  bringt  der  Verf.  ohne  urkundliche  Be- 
lege Matels,  Matlinis,  Mut'niis,  3Iatriiif/,  Mutnisoii, 
Matschüs,  Mntsc}ni(/f/a  unter;  die  beiden  letzten  Xamen 
scheinen  Ableitungen  vou  it.  iiiuc/(jio,  oberwäld.  iiiuijf 
zu  sein,  wie  in  Tirol  MutsrJiutsrh  und  Matschat  davou 
gebildet  sind.  Die  übrigen  Namen  können  vom  römisclien  i 
PN.  Mutiiiö-,  Matfiiis,  oder  vielleicht  auch  von  it.  mottu 
scoscendimento  di  terreno  e  la  parte  della  parte  sco-  j 
scesa:  ven.  iiiofa  di  sassi  =  sassi  rocinati;  chw.  viutt 
hergeleitet  werden.  Aus  Tirol  habe  ich  mehr  als  20 
Namen,  in  denen  der  Stamm  iiuit,  mad  steckt,  weshalb 
ich  der  Ansicht  bin,  dass  in  Eiitien  ein  jetzt  uiclit  mehr 
verständliches  Wort  vorhanden  war,  welches  zieralicli 
häufig  zur  Ürtsbezeichnung  verwendet  ward.  Zu  Mont- 
liver  und  Uli  Lifer  führe  ich  zur  Vergleichung  aus 
Tirol  an  'curia  vinaria  super  MyoJ,  der  geheissen  ist 
zu  dem  Olivieren    1385;  Bück,  AI.  224. 

Bei  den  Namen  die  von  prüf  um  liergeleitet  werden, 
linden  sich  Pardiel,  Pardcllu,  Bardellen,  Bürdet  seh, 
Pardäfsch,  Budöiii.  Ich  gestehe  zu,  dass  Umstellung 
des  r  urkundlich  bezeugt  ist;  aber  ich  meine,  dass  man 
Namen,  bei  welchen  das  nicht  der  Fall  ist,  auch  von  | 
jnirs  herleiten  kann.  Bei  Partei  war  Bück  AI.  264  zu 
vergleichen.  Prudöin  nicht  =  pra  domiiii?_  Badunnieii 
und  La  Badogniu  sind  betulucus  chw.  hadoiju.  PN. 
Baduuier  ist  unser  Pirl'er. 

Auch  bei  runcus  finden  sich  Namen,  für  welche 
andere  Ableitungen,  wie  erüca,  chw.  riica  Eauke  oder 
it.  rocca  Fels,  Felsenschloss  oder  andere  herangezogen  1 
werden  müssen.  Rugell,  Beggella,  Ragol,  Raguaisch, 
Eagaf^  kann  man  nicht  von  runcus  herleiten,  wenn 
nicht  durch  urkundliche  Belege  diese  Deutung  begrün- 
det wird.  Buccnnasch  1269,  Biizinnascli  1274  gehören 
nicht  zu  runcus,  sondern  sind  vou  arrogium  Bewässerungs- 
bach, Bach  überhaupt  herzuleiten.  Darüber  Bück  AI. 
232;  Schnell.  Volksra.  172;  Unterforcher  Eätoromanisches 
aus  Tirol,  Eger  1890  S.  12  und  1891  S.  28  f.,  wo 
eine  grosse  Zahl  hieher  gehöriger  Namen  verzeichnet  ist. 

Ebenso  dürfte  der  eine  oder  andere  von  den  Namen, 
welche  unter  vallis  eingereiht  sind,  anderswo  unterzu- 
bringen sein.  Schneller  Tir.  Nam.  22.5  führt  mitlt. 
arellanarius  bei  DC.  avellanarium,  aveUauaria  Has- 
lach,  aus  lat.  Abcllana  nux  Haselnuss,  Abellana  Hasel 
weiter  gebildet,  an  und  erklärt  damit  einige  tirolische 
Ortsnamen,  welche  Steub  früher  auf  rallis  zurückgeführt. 
Ich  habe  darauf  weiter  bauend  Vulnetsch  bei  Kastelrutt 
in  Tirol  mit  avellanicius  gedeutet;  danach  dürfte  wohl 
auch  Vulndtsch  aveUanacius  sein;  ferner  zog  ich,  ge- 
stützt auf  Flechia  nomi  loc.  deriv.  dal  nome  delle  plante 
S.  13  auch  filix  zur  Erklärung  solcher  Namen  heran 
(Eätorom.  aiis  Tirol,  Eger  1891  S.  29  und  40).  Das 
Gut  Vulschnära  könnte  also  auch  filiciuarius,  Valgez 
filicatius  sein. 

In  Amagnezz,  Amefschils,  Amplasur,  Ancapan 
sehe  ich  mit  Euek  .\1.  253  die  lat.  Praep.  in.  Bei 
Pofel  kommt  auch  pöpulus  in  Betracht  nach  Bück  AI. 


263  f.  In  der  L«'.s«-Alp,  d.  h.  im  urkundlicheri  'Alpe 
de  Lazzans'  1220  steckt  ein  Stamm,  der  auch  in  Tirol 
eine  Eeihe  von  Namen  gezeugt  hat.  Pirona  vocabulario 
Friulano  232  'Lavine  =  valanga,  franu,  lavina,  luzza: 
materie  sassose  che  ruinano  dai  monti'.  Lazza  kommt 
in  melireren  Ableitungen  vor;  aber  bisher  hat  noch  kein 
Xamenforsdier  in  Tirol  es  dazu  verwendet. 

Das  sind  meine  Ansichten  und  Bemerkungen  zu  den 
Erklärungen  tiötzingers,  welcher  mehr  als  400  Namen 
in  seinem  Aufsatze  zusammengetragen  und  grossentheils 
auch  gedeutet  hat. 

Eger.  Unterforcher. 

Z  i  m  m  e  r  11 ,  J.,  Die  dentsch-französische  Sprachgrenze 
in  der  Schweiz.  I.  Tlieil:  Die  Sprncbgienzo  im  .Iura. 
Basel  und  Genf  1891.  VII,  80  S.  8.  16  Lauttabellon  nebst 
einer  Karte. 

An  die  verdienstvollen  Studien  über  die  deutsch- 
französische  Sprachgrenze  in  Elsass-Lothriugen  von  C. 
This,  über  welche  der  Unterzeichnete  im  Ltbl.  früher 
(IX,  1888,  S.  214  ff.)  referirt  hat.  schliesst  sich  die 
vorliegende  Arbeit  höchst  erwünscht  an.  Südwestlich 
von  Pfirt,  an  der  elsässisch-schweizerischen  tTrenze.  wo 
This  seine  Untersuchungen  abgebrochen  hat.  beginnt 
Zimmerli  die  seinigeu  und  führt  sie  quer  über  die  zahl- 
reichen Kämme  und  durch  die  sie  trennenden  Thäler 
des  Kettenjura  fort  bis  zum  Neuenburger  See.  Hoft'eut- 
lich  lässt  die  Fortsetzung  von  hier  bis  zu  der  Stelle, 
wo  das  deutsche,  französische  und  italienische  Sprach- 
gebiet im  Süden  der  Walliser  Alpen  an  einander  stosseu, 
nicht  allzulange  auf  sich  warten. 

Wie  Tills,  so  hat  auch  Zimmerli  nicht  nur  die 
Ergebnisse  der  amtlichen  Statistik,  insbesondere  der 
Volkszählungen  von  1870,  1880  und  1888  benutzt;  viel- 
mehr hat  er  sich  der  daukenswerthen  Mühe  unterzogen, 
im  Herbst  1889  und  im  darauf  folgenden  Winter  das 
betretiende  Gebiet  zu  durchwandern  und  an  Ort  und 
Stelle  Alles  zu  sammeln  und  aufzuzeichnen,  was  für  die 
jetzt  gesprocheneu  Sprachen  und  ihre  Grenzen  von  Belang 
ist.  Es  ist  das  Ergebniss  dieser  Untersuchungen  für  den 
Sprachforscher  und  Geographen  um  so  werthvoller,  als 
seit  Nähert  (1856)  nichts  wirklich  Neues  über  den  be- 
handelten Gegenstand  veröffentlicht  worden  ist,  und  da 
sich  gerade  in  den  letzten  Jahrzehnten  die  betreffenden 
Verhältnisse  in  vielen  Beziehungen  ganz  wesentlich  ver- 
schoben haben,  einmal  unter  dem  Eiufluse  mächtig  auf- 
blühender Industrien,  besonders  der  Uhreufabrikation, 
und  dann  in  Folge  neuer  AVegeverbiudungen,  vor  allem 
der  Eisenbahnen  und  des  durch  sie  angebahnten  leichten 
Verkehrs. 

Der  Verfasser  gibt  zunächst  (S.  1  —  6)  einen  kurzen 
geschichtlichen  Ueberblick  über  die  Besiedelung  der 
Westschweiz,  in  welcher  nach  der  keltischen  und  römischen 
Zeit  Alemannen  und  Burgunder  sich  niederliessen.  Die 
ersteren  bewahrten  ihr  Volksthum  unentwegt,  während 
die  letzteren  zum  Theil  in  den  Alemannen,  zum  Theil 
in  der  vorhandenen  romanischen  Bevölkerung  aufgingen 
und  hier  Sprache,  Volksart  und  Bauweise  aufgaben,  so 
dass  schon  etwa  seit  dem  8.  Jahrhundert  die  Sprach- 
grenze annähernd  ebenso  verlief  wie  heute;  alte  Orts- 
und Flurnamen,  Häuserbau  und  Urkunden  beweisen  dies. 
Sodann  hat  der  Verfasser  für  jeden  Wolmort,  selbst  für 
das  abgelegenste  Gehöfte  des  in  Betracht  kommenden 
Gebietes  ermittelt,  welcher  Bruchtheil  der  Bevölkerung 
sich  des  deutschen,  welcher  sich  des  alten  französischen 
Patois  oder  des  Schriftfranzösischen  als  Umgangssprache 


311 


1891.     Literaturblatt  für  s<""nianisclio  und  romanische  Philologie.     Nr.  9. 


312 


bfdieiit.  .\\\i  liiT  bi'iirt'ürobenen,  leider  ziemlich  unschönen 
Karte,  die  untretalir  im  Massstab  1:240  000  gezeichnet 
ist,  wird  nun  die  Sprachsrrenze  derart  gezogren.  dass  sie 
unmittelbar  westlich  von  den  rein  deutschen 
Ortschaften  verläuft,  d.  h.  westlich  von  Edersehwiler, 
Rosrgenburgr,  Kleiulützel,  Liesberjr,  Bärschwil,  Grindel, 
Ei-schwil.  Schelten.  Envclier,  Seehof,  AVelschenrohr,  Gäns- 
brunnen. Grenchen.  Lengnau,  Pieterlen.  Bötziiiiren,  Mett, 
lüel.  Magsliniren.  Vingelz,  Tüscherz.  Twann.  Ligerz. 
In  den  vier  letztgenannten  Gemeinden  mit  ihren  Neben- 
orten hat  die  deutsche  .Sprache  romanischen  Boden  er- 
obert, in  Vingelz,  Tüscherz  und  Twann  schon  früher, 
in  Ligerz  erst  seit  l.'iO  .Tahreii.  Heute  ist  der  west- 
liche l'ferstreifen  des  Bieler  Sees  bis  vor  die  Thore  von 
Xeuenstadt  (Xeuvevillc')  rein  deutsch.  Zininierlis  Sprach- 
grenze steigt  im  Süden  von  Ligerz  an  das  Seegestade 
herab  und  folgt  diesem  bezw.  der  Zihl  (Thiele)  bis  zum 
Xordende  des  Neueuburger  Sees. 

S^m  ist  aber  uach  den  ortsweise  zur  Darstellung 
kommenden  statistischen  Einzelangaben  des  Verfassers 
(S.  6 — 57)  diese  Linie  durchaus  nicht  die  wirkliche 
Sprachgi'enze,  und  Ref..  der  die  betrett'euden  Gegenden 
aus  eigener  Anschauung  kennt,  muss  seine  Verwunderung 
darüber  aussprechen,  dass  die  fragliche  Grenzlinie 
die  gegebene  Darstellung  gefunden  hat.  Es  ist  nämlich 
zumeist  gar  keine  Grenzlinie  vorhanden,  vieiraehr  haben 
wir  es  in  scharfem  Gegensatz  zu  Elsass-Lothringen  meist 
mit  einer  Grenzzone  zu  thun,  einer  Region  gemischter 
Bevölkerung,  welche  sich  nach  Zimmeriis  eigenen  An- 
gaben grösstentheils  kartograpliisch  festlegen  lässt.  Das 
unverniischte  Deutschthum  hat  im  Allgemeinen  längs  der 
oben  genannten  Linie  die  Westgreuze  seiner  Verbreitung, 
jedoch  mit  der  Einschränkung,  dass  Welschenrohr, 
Grenchen,  Mett,  Bötzingen  und  besonders  Biel  mit 
Madretsch  nicht  mehr  als  rein  deutsch  autgefasst  werden 
dürfen.  Ueberall  in  diesen  Orten  sind  es  die  seit  den 
letzten  .lahrzehnten  zugewanderten  welschen  Uhren- 
arbeiter, welche  früher  ungemischte  Gemeinden  jetzt, 
wenn  auch  vielfach  erst  schwach,  gemischt  erscheinen 
lassen.  In  Biel,  wo  diese  Verliältuisse  sich  am  stärksten 
geltend  machen,  sind  von  1.5  .")00  Einwohnei'n  volle  30 
l'rocent  welsch:  und  während  die  1845  gegründete  erste 
französische  Schule  wieder  einging  und  erst  seit  186G 
endgiltig  festen  Fuss  fassen  konnte,  gab  es  1890  in  der 
l'iimarschule  neben  32  Klassen  mit  1409  deutschen 
Schülern  18  Klassen  mit  1094  französischen  Schülern: 
von  1870  bis  1888  wuchs  die  deutsche  Einwohnerschaft 
um  89,  die  französische  aber  um  l.'{7  Procent!  Wir 
haben  demnach  hier  im  Osten  der  Zinnnerlischen  Grenze 
ein  (iebiet  nicht  unwesentlichen  relativen  Rückgangs 
für  das  Deutschthum  zu  verzeichnen. 

Im  Westen  liegen  die  Dinge  folgendermassen:  Mie- 
court  an  der  Elsässer  (irenze  hat  seit  Mitte  der  sech- 
ziger .Jahre  wahrscheinlich  in  Folge  wirthschaftliclien 
Niederganges  der  einheimischen  Welschen  deutsche  Ein- 
wanderung gehabt,  so  dass  hier  die  vorher  ungemischte 
Patoisbevölkerung  auf  75  Procent  zurückgegangen  ist. 
Dagegen  wird  in  Charmoille,  Pleujouse,  Pleigne,  Mo- 
velier,  Mettenberg  fast  ausschliesslich  patois  gesprochen, 
ebenso  rechts  von  der  Birs  in  den  Orten  Courroux, 
Conrcelon,  Vicques,  Recollaine,  Courchapois,  Montsevelier, 
Corban,  Mervelier,  wo  nur  vereinzelt  ganz  verschwin- 
dende deutsche  Minoritäten  zu  finden  sind.  Aber  längs 
der  Birs  und  der  Scheuss  (Suze),  d.  h.  im  Jlünster-  und 
im    St.  Imerthal,    sowie   an    den  Seitengehängen    dieser 


Thäler.  haben  wir  es  durchaus  mit  gemischter,  vielfach 
mit  überwiegend  deutscher  Bevölkerung  zu  thun.  i>ie 
Eigeiithümer,  Pächter  und  Dienstboten  der  zahlreichen 
hochgelegenen  Einzelhöfe  mit  ihren  vorherrschend  deutschen 
Namen,  welche  leider  auf  Zimmeriis  Karte  nicht  ange- 
geben sind,  welche  Ref.  aber  auf  der  Dufourkarte  und 
—  soweit  ihm  diese  gerade  zu  Händen  war  —  auf  der 
Siegfriedkarte  nachgesehen  imd  zur  eigenen  Orieutiriing 
farbig  hervorgehoben  hat,  sind  seit  längerer  Zeit  zum 
weitaus  grössern  Theil  deutsch,  und  ebenso  linden  wir 
in  den  Industrieorten  der  Thäler  starke  Mischungen,  wo 
noch  vor  wenig  Jahrzehnten  beinahe  ausschliesslich 
patois  gesprochen  wurde. 

So  hat  an  der  Birs  und  in  ihrem  (Jebiet  Soyhiere 
(Saugern)  40"  o  deutsch  sprechender  Bewohner,  Delsberg 
(Delemont)  40,  Courrendlln  21,  Choindez  (Schwende)  und 
Roche  sind  ausschliesslich  deutsch,  Rebenvilier  hat  30**  >, 
Münster  (Montier)  45,  Belprahou  20,  Granval  (Grau- 
feWen)  15,  Eschert  48,  Cremines  50,  Court  13,  Sor- 
vilier  (Surbein)  30,  Tavannes  (Dachsfelden)  30"  o  deutscher 
Bewohner.  Ueber  die  zwischen  Court  und  Dachsfelden 
gelegenen  Orte  konnte  Ref.  bei  Ziuuuerli  keine  Angaben 
linden.  Im  St.  Imerthal  wohnen  an  deutsch  sprechender 
Bevölkerung  in  Renan  30,  Sonvilier  23,  St.  Imer  30, 
Villeret  21,  Cormoret  20,  Courtelary  31,  Cortebert  33, 
Corgemont  37,  Sombeval-Souceboz  39,  la  Hütte  50,  Pery 
49°'o  der  gesaramteu  Volkszahl.  In  dem  Pery  benach- 
barten Reuchenette  sind  sogar  57,  in  Ronchätel  und 
Frinviller  (Friedlinsschwanden)  70",'o  Deutsche,  während 
das  unferne  Plague  (Pleen)  rein  Patois  spricht,  Vauft'elin 
(Wöltlingen)  nur  9  und  Romont  (Rothmnud)  2ö*'/o  Deutsche 
hat.  In  dem  nordwestlich  über  Biel  gelegenen  Evilard 
linden  sich  40,  in  Orvin  20  "/o  Deutsche,  Magglingen  ist 
rein  deutsch. 

So  haben  wir  also  in  der  Zone  zu  beiden  Seiten 
der  Birs  und  der  Scheuss  von  Saugern  bis  Renan,  d.  h. 
in  der  Region,  die  neuerdings  der  Weltindustrie  und 
dem  grossen  Verkehr  erschlossen  worden  ist,  eine  Jlisch- 
bevölkerung.  Neben  den  eingewanderten  Deutschen 
sprechen  die  einheimischen  Welschen  fast  überall  das 
alte  Patois,  so  dass  die  französische  Schriftsprache  fast 
nur  in  der  Schule  und  im  oftiziellen  Leben  Eingang  ge- 
tunden  hat,  worüber  nach  Zimmerli  von  Seite  der  Be- 
hörden und  der  Lehrer  viel  geklagt  wird. 

Ganz  eigenthümlich  und  für  unsere  Stammes-  und 
Spraohgenossen  ebenso  wenig  schmeichelhaft  als  günstig 
sind  an  den  meisten  Orten  des  gemiscliten  Gebietes  die 
Schulverliältnisse,  welche,  da  ja  in  der  Schweiz  überall 
Vollständige  Wahlfreiheit  lierrscht,  nach  der  .Meinung 
des  Ref,  Zeugniss  ablegen  von  dem  geringen  Werth, 
den  leider  für  so  viele  Deutsche  ihr  Volksthum  hat,  und 
von  ihrer  geringen  Widerstandskraft  gegen  Anders- 
sprechende, Nur  wenige  Orte  des  zweisprachigen  Ge- 
bietes haben  deutsche  Schulen ;  auch  wo  unsere  Stammes- 
genossen die  Mehrzahl  bilden,  ist  meist  die  Unterrichts- 
sprache französisch;  in  manchen  Orten  sprechen  weitaus 
die  meisten  Kinder  deutsch,  während  der  Lehrer  diese 
Sprache  überhaupt  gar  nicht  versteht!  Vielfach  mag 
der  Grund  dieser  unerfreulichen  Ei-scheinung  darin  liegen, 
diiss  die  Deutschen  sich  ihres  rauhen  alemannischen  Dia- 
lektes schämen  und  der  Jleinung  sind,  dass  ihre  Kinder 
es  im  Leben  mit  dem  Französischen  weiter  bringen. 
Dem  entsprechend  zeigt  es  sich  auch  fast  überall,  dass 
die  Deutschen  sich  bemühen,  zweisprachig  zu  werden, 
während    die  Romanen    dazu    im  Allgemeinen  gar  keine 


313 


1891.    Litcratuiblatt  für  gcrmanisclie  umi  romanisclio  Philologie.     Nr.  9. 


314 


Anstalten  treffen.  Bei  alledem  selieint  aber  ein  Kain]if 
im  .'^iniie  bölnniselier  und  ahnlielier  Zustande  nirgends 
geführt  zu  werden. 

Aelinlich  wie  au  der  Bii-s  und  Stlieuss  liegen  die 
Verhältnisse  im  Westen  der  Zimmerlischen  Grenzlinie 
von  Biel  bis  Neuenbürg-.  Am  Gebirgsabhang  gegen  die 
zwei  Seen  und  die  sie  verbindende  Zihl  liegen  hier  nur 
gemischte  Orte:  Freies  (Prögelz)  mit  10 •'/o,  Lignieres 
mit  17,  Xeuenstadt  (Xeuveville)  mit  29.  Landeron  mit 
17,  Cressier  (Grissarh)  mit  19,  Coruaux  mit  27,  Thielle- 
Vavre  mit  45,  St.  Blaise  mit  25 '^  o  Deutschen,  während 
in  Marin-Epagnier  ausschliesslich  schriftfranzösich  ge- 
sprochen wird.  Sehr  bedauerlich  ist  es,  dass  der  Ver- 
fasser seine  Untersuchungen  mit  den  letztgenannten 
Orten,  den  niirdliehsten  im  Bezirk  Neuenbürg,  abge- 
schlossen und  nicht  über  den  ganzen  Kanton  Neuenburg 
ausgedehnt  hat.  Die  folgende,  aus  seineu  Angaben  um- 
gerechnete Tabelle  zeigt,  dass  dieser  Kanton  wohl  fast 
ganz  als  sprachlich  gemischt  bezeichnet  werden  muss. 
Aus  den  bezirksweise  zusammengefassten  Zahlen  lässt 
sich  aber  die  gemischte  Zone  von  den  geschlosseneu 
Verbreitungsgebieten  der  Deutschen  und  Franzosen  nicht 
ausscheiden,  wie  dies  weiter  im  Norden  möglich  war. 


Procents.-it? 

der 

Bozirk 

deutschen  ßevc 

Ikerung 

1880 

ISSS 

Nenenburg 

17 

18 

Boudrv 

31 

27 

^'al  de  Travers 

18 

14 

Val  de  Euz 

32       ' 

28 

Locle 

90 

23 

La  C'haux  de 

Fonds 

13       , 

•12 

24       1 

21 

Und  das  erscheint  überhaupt  im  Gegensatz  zu  der 
mehrfach  erwähnten  Arbeit  von  This  über  die  Sprach- 
grenzen in  Elsass-Lothringen  an  der  vorliegenden  Unter- 
suchung als  ein  nicht  zu  bestreitender  Mangel,  dass  man 
sich  aus  ihr  kein  klares  geographisches  Bild  davon 
machen  kann,  längs  welcher  Linien  geschlossen  deutsches, 
gemischtes  und  geschlossen  französisches  Gebiet  an 
einander  stossen.  Es  fehlt  den  sprachstatistischen  Unter- 
suchungen leider  die  geographische  Methode.  Nirgends 
ist  auf  den  Verlauf  der  Wassei'scheiden  und  auf  die  Art 
ihrer  Beschaffenheit,  nirgends  auf  die  Züge  der  Thäler 
und  auf  ihre  Geh  'Uge  und  Verzweigungen,  nirgends  auf 
die  Bedeutung  älterer  oder  neuerer  Verkehrswege  u.  s.  w. 
hingewiesen:  die  so  eifrig  gesammelten  Zahlen  weiden 
nicht  zu  natürlichen  Gruppen  vereinigt,  danach  inter- 
prttirt  und  anschaulich  gemacht. 

Im  Vorsteheudeu  ist  versucht  worden,  diesen  Uebel- 
ständen  wenigstens  eiuigermassen  abzuhelfen,  und  das 
mag  auch  die  etwas  weitläufige  Besprechung  entschul- 
digen. Aus  den  bisherigen  Ausführungen  scheint  sich 
das  Folgende  zu  ergeben:  Während  in  dem  bis  vor 
Kurzem  rein  deutschen  Gebiet  uuter  dem  Einfluss  der 
angedeuteten  modernen  Verhältnisse  nur  wenig  welsche 
Elemente  eingedrungen  sind,  so  dass  sie  nur  in  Biel  und 
Madretsch  wirklich  von  Belang  wurden,  ist  im  welschen 
Gebiet,  das  schon  seit  längerer  Zeit  von  Deutschen  bis 
zu  einem  gewissen  Grade  durchsetzt  war  —  man  denke 
mu-  an  Delsberg.  Münster,  St.  Imer  —  die  Zahl  der 
Deutscheu    ziemlich    stark    in    die  Höhe    gegangen,    und 


zwar  in  den  Thälern  mit  ihren  mächtigen  AVasserkräften 
in  Folge  der  industriellen  Ent Wickelung;  im  innern  Ge- 
birge haben  Pächter  und  landwirthschaftliche  Dienst- 
boten aus  dem  deutschen  Tiieile  des  Kanton  Bern  die 
Lücken  ausgefüllt,  welche  durch  den  Zug  der  Welschen 
I  in  die  Fabriken  entstanden  waren.  Aus  den  oben  für 
i  Neuenburg  mitgetheilteu  Zahlen  kann  vielleicht  ge- 
1  schlössen  werden,  dass  dieser  Zuzug  von  Osten  seinen 
Höhepunkt  bereits  überschritten  hat.  Ob  und  wie  sich 
'  diese  deutscheu  Einwanderer  erhalten  werden,  ist  schwer 
zu  sagen.  Zimnierli  weissagt  ihnen  die  Romanisirung  in 
kürzester  Frist  überall  da,  wo  kein  ständiger  Zuzug 
erhaltend  wirkt,  und  so  wie  die  Verhältnisse  liegen,  ist 
allerdings  die  Gefakr  keine  geringe.  Die  Schule  allein 
könnte  hier  helfen:  deutsche  Schulen  zu  errichten  und 
zu  erhalten,  dazu  gehört  aber  lebhaftes  Gefühl  für  den 
^Verth  dei'  Stammeszugehörigkeit,  Ausdauer  und  etliches 
Geld,  und  es  fragt  sieh  eben,  ob  die  deutscheu  Minori- 
täten im  Jura  über  diese  moralischen  wie  materiellen 
Kräfte  genügend  verfügen. 

Den  im  Wesentlichen  statistischen  Angaben  des 
Verfassers  schliessen  sich  (S.  57 — 63)  solche  über  den 
Häuserbau  im  Jura  au,  und  es  wird  betont,  dass  die 
Verbreituugsbezirke  der  I)eutschen  und  Welschen  zu- 
sammenfallen mit  denen  des  „dreisässigen"  Hauses, 
welches  für  die  ganze  deutsche  Nordschweiz  typisch  ist, 
und  des  keltoromanischen  Hauses.  Gute  Gruudrisszeich- 
nungen  charakteristischer  Bauten  veranschaulichen  die  Aus- 
führungen. Sprachliche  Bemerkungen  über  die  deutschen 
Mundarten  und  über  das  Patois  des  Jura  (S.  64 — 80), 
endlich  16  Lauttabellen  beschliessen  die  Arbeit,  die  hier 
wesentlich  niu'  vom  geographischen  Gesichtspunkt  aus 
besprochen  werden  sollte. 

Freiburg  i.  B.  Ludwig  Neumanu. 

Ze  i  tsclirif  t  en. 

.\rchiv  f.  das  Studinm  der  neneru  Sprachen  ii.  Litera- 
turen LXXXVII.  1:  Adolf  Wohlwill,  Schiibartiana.  — 
Emil  K  0  ep  p  el,  Ueber  das  Vcrhältniss  von  Chaucers  Prosa- 
werkeii  zu  seinen  Dichtungen  und  die  Echtheit  der  „Parson's 
Tale".  —  Max  Roediger,  Goethes  Theaterleitung.  — 
F.  Holt  hausen,  Zur  mittelengl.  Antonius-Legende.  — 
J.  Z.,  Bemerkungen  über  ne.  like.  —  J.  Z.,  Xe.  hoic  als 
Relativnm.  —  J.  Z.,  Zur  Lehre  vom  Fragesatz.  —  J.  Z., 
Only  for  =  but  for.  —  Sitzungen  der  Berliner  Gesellschaft 
für  das  Studium  der  neueren  Sprachen.  —  Rudolf  Leh- 
mann, E.  Scbnippel,  Ausgeführter  Lehrplaji  im  Deutschen 
für  die  mittleren  und  oberen  Klassen  höherer  Lehranstalten. 
Ein  Entwurf.  —  Ders. ,  Ferdinand  Schultz,  ilerktafel  zu 
der  Geschichte  der  deutschen  Literatur.  —  Wilh.  Seel- 
raann,  Ernst  Jeep,  Hans  Friedrich  v.  Schönberg,  der  Ver- 
fasser des  Schildbürgerbuches  und  des  Grillenvtrtreibers. 
Eine  literarische  Untersuchung  über  das  Schildbürgerbuch 
und  seine  Fortsetzungen.  —  G.  Völckerling,  E.  Nader 
u.  A.  ^Yürzner,  Elementarbuch  der  engl.  Sprache.  —  Ders., 
E.  Nader  u.  A.  Würzner,  Grammatik  der  engl.  Sprache 
nebst  Aufsatzübungen  und  deutschen  Uebungsstücken.  — 
W.  Mangold,  Otto  Ritter,  Anleitung  zur  Abfassung  von 
engl.  Briefen  mit  zahlreichen  engl.  Mustern  und  deutschen 
Uebungen.  Für  den  Schul-  und  Privatgebrauch.  Dritte  verb. 
Auflage.  —  Julius  Zupitza,  Arthour  and  Merlin  nach  der 
Auchinleck-Hs.  nebst  zwei  Beilagen  hrsg.  von  Eugen  Köl- 
bing.  —  J.  Z.,  W.  Shaksperes  dramatische  Werke.  Ueber- 
setzt  von  Aug.  Wilh.  v.  Schlegel  und  Ludw.  Tieck.  Im  Auf- 
trag der  Deutschen  Shakspere-Gesellschaft  hrsg.  und  mit 
Einleitungen  versehen  von  Wilh.  Oechelhäuser.  —  Adolf 
Müller,  Tales  of  a  Grandfather  by  Walter  Scott.  Hrsg. 
von  Joh.  Bauer  und  Th.  Link.  —  Ders.,  Jackanapes  by 
Juliana  Horatia  Ewing.  Mit  deutsehen  Erklärungen  von  E. 
Roos.  —  J.  Z.,  Consequences.  A  Xovel.  Bv  Egerton  Castle. 
—  J.  Z.,  Knight-Errant.  By  Edna  Lyall."  —  J.  Z.,  Stand 
P'ast,  Craig-Royston.  A  Novel.  By  William  Black.  —  J.  Z., 


au 


1891.     tiitcrnturblntt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  9. 


316 


A  Diploroat's  Üiary.  By  Julien  Gordon.  —  J.  7,.,  A  Sappho 
of  üreeii  Spiinsa,  nml  otlu-r  Tnlra.  Hy  Bret  Iliiiti'.  —  J.  Z., 
A  Dmufflit  <>r  Li'tho.  Tho  UDiiiancc  of  an  Artist.  By  Roy 
Tollet.  —  Kd.  Schwan,  Gustav  Körting,  Ijateiiiisch-roinnn. 
Wörtcrbucli.  —  Fr.  B  a  c  li  ni  a  ii  n ,  H.  Brcynianii  u.  H.  Moellor, 
Französisches  Elementurbuch.  3.  Auflage,  Ausgabe  B.  — 
Der».,  W.  Ulrich,  Uebungsstückc  zum  Uebcrsctzen  aus 
dem  Ueutaclicn  ins  Französische  behufs  Kinübung  der  un- 
regelmässigen Verben.  Eine  Beigabe  zu  franz.  Scliulgram- 
matiken.  —  1)  e  r  s. ,  O.  Ulbrich,  üebungsbueh  zum  Uebcr- 
sctzen aus  dem  Dcutsclien  ins  Französisclie  für  die  mittleren 
und  oberen  Klassen  höherer  Lehranstalten.  Zweite  Aufl.  — 
Ders. ,  JacDbs,  Brinckner,  Fick,  Lesebuch  für  den  französ. 
Unterricht.  II.  —  Adolf  Müller,  Eclio  du  Fran^ais  Parle. 
Sccond  Tome.  Causeries  parisieunes  par  K.  Foulclie-Delbusc. 
Mit  einem  Specialwörterbucli  von  Christ.  Willi.  Uamour.  2. 
Auflage.  —  Fr.  Bach  mann,  Chrestomathie  fiangaise  ou 
Livre  de  Lecture,  de  Traduction  et  de  Recitation,  ä  l'usage 
des  ecoles  alleinandes  pnr  Joseph  Schwob,  cinqiiieme  eJition, 
revue  etc.  par  Th.  Droz.  —  Ders.,  L'Afrique  pittoresque 
et  nierveilleuse,  peinte  par  les  e.xplorateurs:  Baker,  Barth  etc., 
ouvrage  accompagne  d'une  Carte,  par  J.  Baum<rarten.  — 
Alfred  Schulze,  Gustav  üreyling,  Die  .\usilrucksweise  der 
übertriebenen  Verkleinerung  im  altfranz.  Karlscpos.  — 
Ders.,  Gütihold  Xaetebus,  Die  nicht-lyrischen  Strophen- 
formen des  Altfranzösischen.  —  Fr.  Bac  hin«  nn  ,  La  jeune 
Sibcrienne  par  Kavier  de  Maistrc.  Zum  Schul-  u.  Privatge- 
brauch hrsg.  von  J.  Bauer  u.  Tli.  Link.  —  Fr.  Speyer, 
Ilistoire  d'Attila  par  Thierry.  Hrsg.  von  Fritz  Bischoff.  — 
Ders.,  K.xpi'dition  d'Egyi)te  par  Thiers.  Hrsg.  v.  E.Grube. 

Neuphilologisches  Centralblatt  V,  7:  Scherffig,  Uober 
Schülerfehier  im  Franz.  (Forts.).  —  Job.  Weiss,  Gilbert 
(Forts.).  —  ICrammer,  Verhandlungen  der  neusprachl. 
Section  in  München. 

Zs.  f.  vergl.  Sprachforschung  3-',  1:  F.  Solmsen,  Ahd. 
ji'imKf  (zu  gr.  ((i«-_:(j.). 

Indogermanische  Forschungen  I,  L  2:  Brugmann  u. 
Streitberg,  Zu  Franz  Bopps  hundertjährigem  Geburts- 
tage. —  Hirt,  Vom  schleifenden  und  gestossenen  Ton  in 
den  indogerm.  Sprachen.  I.  —  B  r  u  g  m  a  n  n  ,  Lat.  riUmus, 
got.  rileliiia,  ags.  carä.  —  W.  Streit  berg,  Betonte  Nasalis 
sonans.  —  No  r  e  en,  Ueber  Sprachrichtigkeit.  —  Wiede- 
m  an  n,  Got.  Iirot. 

Revue  de  linguistique  et  de  philologie  comparöe  45 
(avril   1S91):  V.  Stcmpf,  Glossar  zu  Dechepares  Poesien. 

—  G.  D  e  V  i  1 1  e  ,  Xotcs  sur  le  develiippement  du  langage 
chez  Ics  enfants.  —  P.  Rcgnaud,  Etudes  ])honetiques  et 
murphologiques  dans  le  donmine  des  langues  indo-curopecnncs. 

—  Ders.,  Job.  Schmidt,  Die  Pluralbildungcn  der  indogerm. 
Neutra.  —  J.  Vinson,  La  langue  francjaise  en  ludo-Chine 
par  A.  Aynionier.  —  Ders.,  J.  F.  Blade,  Les  Vascons 
avant  Icur  etablissement  en  Xoveinpopulanie.  —  Victor  Hugo 
et  la  langue  basquc.  —  Vocabulaire  basque  rccueilli  par  un 
pfelerin  de  Saint  Jacques  en   I72Ci.     F. 

Zs.  f.  vergl.  Literaturgeschichte  u.  Renaissancelitera- 
tur X.  F.  IV,  4.  .'>:  Wiililemar  Frcili.  v.  I>  i  c  cl  c  r  m  a  n  n  , 
Die  Wiederholung  als  Urform  der  Dichtung  bei  Goethe.  — 
A.  L.  Stiefel,  Ein  weiterer  Beitrag  zur  Romeo-  und 
Julia-Fabel.  —  Alfred  Biese,    Hiob,   llerakles  und   Faust. 

—  Marcus  Landau,  Ein  hebräischer  Kriscnmian.  —  Carl 
Heine,  Die  auslämliscluMi  Dramen  im  Spielplane  des 
Weiinarischen  Theaters  unter  Goethes  Leitung.  —  Edinuml 
Bayer,  , Rostom  und  Sulirab"  im  Nibelungonniass  über- 
setzt von  Friedrich  Rückcrt.  Ein  Fragment  ans  dem  Nach- 
lasse des  Dichters.  —  Carl  Sc  li  ü  d  d  e  k  o  p  f ,  Eine  unbe- 
kannte Erzählung  Wimpfelings.  —  Theodor  Distel,  In- 
halt zweier,  1.^4!)  in  Brüssel  aufgeführter  Theaterstücke.  — 
Hugo  Holstein,  Ungedruckte  Gedichte  oberrheinischer 
Humanisten.  —  Anton  Engler  t,  Entlehnungen.  —  Anton 
E.  Schönbach,  Karl  Knortz,  Geschichte  der  nunlameri- 
kanischen  Literatur.  —  üskar  F.  Walze  1,  Albert  Küster, 
Schiller  als  Dramaturg.  —  Max  Koch,  Gustav  Mix,  Zur 
Geschichte  der  Caesnrtragödien.  —  Carl  Wcynian,  Elard 
Hugo  Meyer,  Homer  und  die  Ilias.  —  Carl  Heine,  Karl 
Theodor  Gaodcrtz,  Zur  Konntniss  der  altengl.  Bühne  nobst 
amlorn  Beiträgen  zur  Sliakcspeare-Litcratur ;  Arcliivalische 
Nachrichten  über  die  Theatcrzuständo  von  liildeslieim,  Lü- 
beck, Lüneburg  im  16.  u.  17.  Jh.  —  Eugen  Wolff,  Kricm- 
hild.  Volksgesang  der  Deutschen  aus  iloin  12.  Jh.  Kritisch 
wieder  hergestellt  von  Werner  Hahn. 


Le  Moyen  Age  IV,  7:  Oolther,  A.  Middleton  Reevea,  The 
finding  of  Wineland  the  good.  —  A.  Doutrepont,  Er- 
langer Beiträge  zur  engl.  Philologie.  X.  —  B  i  n  c  t ,  Langlois, 
Origines  et  sources  du  Roman  de  la  Rose.  —  H.  Lo  ge- 
rn a  n ,  Knust,  Geschichte  der  Legenden  der  Ii.  Katharina 
von  Alexandrien;  Varnhagen,  Zur  Geschichte  der  Legende 
der  Katharina  von  Alexandrien. 

Zs.  des  Vereins  f.  Volkskunde  3:  M.  Rocdiger,  Die 
Sage  von  Ermenrich  und  Schwanhild.  —  W.  Schwartz, 
Von  der  volksthümlichen  Xaturkcnntniss  mit  einem  Exkurs 
über  die  deutscheu  Pflanzennainen.  —  M.  Hocfler,  Die 
Kalenderhciligen  als  Krankheitspatrone  beim  bayerischen 
Volk.  —  J.  J.  Am  mann,  Volkssagen  aus  dem  Böhmer- 
wald.  —  0.  Zingerle,  Segen  und  Heilmittel  aus  einer 
Wollsthurncr  Hs.  des  XV.  Jh.'s. 

Am  Urquell  II.  2:  Fr.  Krauss,  Eine  deutsche  Gesellschaft 
für  Volkskunde.  —  L.  Frahra,  Volksglauben.  —  F. 
Sembizycki,  Ostpreussischc  Sprichwörter,  Volksreime  u. 
Provinzialismen.  —  3:  H.  Hände  Imann,  Zur  norweg. 
Sagenforschung.  —  H.  F.  Feilberg,  Wettermachen.  — 
K.  Knautlic,  Sagen  un  1  Märchen.  —  4:  Ders.,  Das 
Alpdrücken  in  Schlesien.  —  Fr.  Krauss,  Geheime  Spraeh- 
weisen.  (Eine  durchlaufende  Enquete;  bis  jetzt  8S  Xummcrn.) 

—  ö  f . :  Sunder  mann.  Ostfriesisches  Volksthuni.  —  Ü: 
M.  Hofier,  Das  Sterben  in  Oberbayern.  —  K..  E.  Haase, 
Sagen  und  .Märchen  aus  der  Grafschaft  Ruppin  und  Um- 
gegend. —  F.  Krauss,  Schimpfwörter.  Eine  Enquete.  — 
7:  R.  Andre  e,  Abderiten  von  heute.  —  II.  Volks  mann 
u.  J.  Spinner,  Diebglauben.  —  8:  H.  v.  Wl  i  s  lo  c  k  i, 
Urmen,  Schicksalsfrauen  der  Zigeuner.  —  Sembrzyeki, 
M  a  r  t  e  n  s  u.  Krauss,  Schimpfwörter.  —  J. Sembrzyeki, 
Ostpreussischc  Sprichwörter,  Volksreime  u.  Provinzialismen. 

—  9 :  H.  F  r  i  s  c  h  b  i  e  r  ,  Räthsel-Geschichten.  —  U.  S  c  h  e  1 1 
u.  H.  Volksmann,  Die  Fisoherin,  ein  Märchen  aus  dem 
Bereischen.  —  F.  Höft,  Abderiten  von  heute,     f. 


Germania  N.  F.  XXIV,  2:  V.  Michels,  Zur  Beurtheilung 
von  Jakob  Grimms  Ansicht  über  das  gramm.  Geschlecht.  — 
G.  Ehrismaiin,  Ahd.  tiicil  —  hit:il.  —  Jellinek,  Zur 
Declination  der  ahd.  Abstracta.  —  Hirt,  Zur  Metrik  des 
as.  und  ahd.  AlUtcrationsverscs.  —  Roth,  Deutsch-latcin. 
Gedichte  aus  der  Zeit  des  80,jähr.  Krieges.  1—3.  —  Fran- 
ke 1,  Bemerkungen  zur  Entwickelung  des  Grobianismus. — 
Sprenger,  Zu  Reineke  Vos;  zu  Reinhart  Fuchs.  —  .\. 
Bartsch,  Drei  Akrosticha.  —  R.  K  o  h  1  c  r  ,  Eine  koptische 
Variante  der  Legende  von  Grcgorius  auf  dem  Stein.  —  E. 
Loh  ine  y  er.  Zu  Germania  XXXI,  325. 

Beiträge  zur  Geschichte  der  deutschen  Sprache  n.  Lit. 
XVI,  1  u.  2:  A.  Lei  tz  mann,  Untersuchungen  über  Ber- 
thold von  Holle.  —  K.  v.  Bahdor,  Bemerkungen  zu  Rcin- 
hart  Fuchs.  —  J.  Meier,  Studien  zur  Sprach-  u.  Literatur- 
geschichte der  Ilhoinlandc.  —  Ü.  L.  K.  Jiriczck,  Die 
innere  Geschichte  des  .\.lphartliedes.  —  Fr.  Kauffyiann, 
Mythologische  Zeugnisse  aus  römischen  Inschriften.  (2.  Mars 
Thingsus  et  duae  Alaesiagae ;  3.  Dea  Xchalcnnia.)  —  E. 
Sievers,  Grammatische  Misccllen.  (1.  Germ,  u  als  Ver- 
treter von  indog.  3.  2.  Zum  germ.  geschlossenen  <•.  3.  Ahd. 
era  —  irin  und   Verwandtes.  4.  Zur  westgerm.  Gemination.) 

—  W.  Streitberg,  Slav.  -eßs-  und  gcrm.  -ös-  im  Com- 
parativ.  —  W.  van  Holten,  Grammatisches.  (Xlll.  Zur 
Geschichte  der  -jo-  und  -/o-Stäinme  im  Germ.  .\IV.  Zur 
Gescliiclitc  der  Flexionsformen  der  Pronn.  -/in-  und  //vi-  im 
Westgeiin.  XV.  Zur  Geseliichte  der  Vcdcalc  vor  ir'.  XVI. 
Zur  Chronologie  der  .\pokope  des  J>,  <?.  XVll.  Der  ngs.  afr'. 
Nom.  PI.  in.  f.  der  /(-Decl.)  —  Ders.,  Frisica.  —  Ders., 
Notiz.  —  M.  IL  Jellinek,  Das  Suffix -/o-.  —  K.  Luick, 
Unechte  und  steigende  Diphthonge.  —  F.  Holt  hausen, 
Rcqualivahanus.  —  .\.  Lei  tz  mann,  Bertliold  von  Holle 
ein  Nachahmer  Wolframs  von  Eschenbach.  —  E.  Sievers, 
Sceaf  in  den  nord.  Genealogien.  —  Ders.,  Sintarfizilo.  — 
Ders.,  Die  angebliche  Göttin  Ricen.  —  J.  Meier,  Be- 
richtigung. 

Bayerns  Mundarten  I,  2:  Holder,  J.  R.  Fischers  „letzte 
Weltsucht"  und  „dos  Peulfels  Tochter".  —  Jakob,  Aus 
Mittels<diwaben   (Forts.).  . —   Jacobi,    Schwab.  Taufnamen. 

—  Brenner,  Altbaicr.  Sprachprolien.  I.  Der  Prinz  von 
Arkadien  (1701).  —  Riegel,  Aus  .\ltregensburg.  —  II  a  r  t- 
mann,  Ein  altes  niederbayrischcs  Dialektgedicht.  —  II  im- 
melstoss.  Aus  dem  bayr.  Wald  (Forts.).  —  C.  Franke, 
Ostfränkisch  und  Obersächsisch.  —  Hart  mann,  Aeltero 
Nachrichten  über  Dialekte  (Forts.).  —  Brenner,  Der  an- 


31 : 


1891.     Literatmblntt  für  ^erinaiii8c)ie  und  romanisclio  Pliiloloijie.     Nr.  9. 


318 


liiiclitiffe  Bauer.  —  Dem  ml  er,  Einiges  aus  doni  Donau- 
Lccliwiukcl.  —  Brenner,  Zu  unserer  Ln»tbo/.eiclinun<;f. 

Arkiv  för  nordisk  liloloo;!  VIH,  i:  Soplius  liusso,  Uunc- 
stenen  IVa  ÜpeJal  i  llanlanp^er.  —  Ji'in  T  li  o  r  ke  Iss  on  , 
Personalsuftixet  -in  i  forste  Person  Kntal  lios  norske  og 
islandskc  OUItidsdigtcre.  —  Konr.  Gi'slason,  U-  og  re- 
gressiv !--omIyd  af  (f  i  islandsk.  —  Elis  Wndstein,  An- 
zeige von  ,J6n  forkelsson,  Beyging  sterkra  sagiiorda  i 
islensku'".  —  Gustaf  C  e  d  e  rs  c  hiü  1  d  ,  Anzeige  von  „Wil- 
helm Ranisch.  Die  Ynisungasaga.  Nach  Biigges  Te.xt  mit 
Einleitung  und  Glossar'". 

Noord  en  Znid  XIV,  3:  F.  Z.  Jlehler,  Pieter  Laugendijk 
(Forts.)-  De  Zwetser.  Het  wederzijdsch  huwelijksbedrog. 
Krclis  Louwen.  —  F.  A.  Stoett,  Spreekwijzen  verklaard. 
(lets  onder  de  roos  rertellen;  Slapen  als  eene  roos  en  slapen 
als  op  rozen ;  Fiolen  laten  zorgen.)  —  C.  F.  A.  Zernike, 
lets  over  werktuiglijk  lezen.  —  Taco  H.  de  Beer,  De 
Gcschiedenis  der  Xede;landsche  Letteren  1880—1890.  — 
T.  H.  d.  B.,  Verandering  van  beteekenis  door  valsche  ana- 
logie.  —  Schriftelijke  Taalopgaven  van  de  E.\amens  voor 
de  akte  van  hoofdonderwijzer(cs)  in  1891. 


Anglia  N.  F.  II,  2:  E.  Sievers,  Zur  Texterklärung  des 
Beowulf.  —  E.  Lücke,  Das  Leben  der  Constanze  bei  Trivet, 
Gower  und  Ciiaucer  (Sclil.).  —  G.  Sarrazin.  Parallel- 
stellen in  ae.  Dichtung.  —  W.  Sattler,  Engl.  Collectaneen. 

2.  üeber  das  Geschlecht  im  NE.  —  E.  Koeppel,  Chauce- 
riana.  4.  Die  Entstehungszeit  des  ,Lyf  of  seynt  Cecyle". 
ö.  Boccaccios  Amorosa  Visione.  6.  Jean  de  Meung  1)  Le 
roman  de  la  rose,  2)  Le  testanient.  —  K.  Luick,  Beiträge 
zur   engl.  Grammatik.    1.  Me.  ä  ä   im  Ne. ;    2.  J,   eye,   cii/e\ 

3.  Me.  oi,  ci  im  Ne. ;    4.  Zur  Diphthongirung  von  nie.  ü,  l. 


Romania  79  (Juli  1891):  P.  Rajna,  I  piü  antichi  periodi 
risolutaniente  volgari  nel  dominio  italiano.  —  A.  Longnon, 
Un  fragment  retrouve  du  Jleliador  de  Froissart.  —  A. 
Piaget,  La  Court  amourcuse  de  Charles  VI.  —  P.  Meyer, 
Poesie  frangaise  ä  la  Vierge,  copiee  en  Limousin.  —  P.  A. 
Geijer,  Cabaret.  —  Ad.  Hatzfeld,  A.  Thomas, 
Coquilles  lexieographiques  I.  —  .\.  Yernier,  A.  B  o  n  n  e  t , 
Le  latin  de  Gregoire  de  Tours.  —  L.  Sudro,  Egberts  von 
Lüttich  Feeunda  Ratis,  hrsg.  von  Voigt.  —  M.  Wilmotte, 
Friedwagner,  Ueber  die  Sprache  des  Huon  de  l)Ordeau.\ ; 
Esclarmonde,  Clarisse  et  Florent,  Yde  et  Olive  hrsg.  von 
Schweigel.  —  A.  Morel- Fatio,  De  Mugica,  Graniätica 
del  castellano  antiguo.  —  E.  Picot,  Burada,  CercetSri 
despre  scoalelc  romänesei  diu  Turcia. 

Revue  des  langues  romanes  Juli— Sept.  1890:  Chaba- 
neau  et  Reynaud,  Legendes  pieuses  cn  provengal  (Forts.). 

—  Marchot,  Etymolugies  liegeoises.  —  Pelissier, 
Variantes  du  te.xte  des  Reniontrances  de  Monier  de  Cliateau- 
deuil.  —  Blanc,  Canape.  —  Brenous,  Le  latin  de  Gre- 
goire de  Tours,  par  M.  Bonnet.  —  April  — Juni  1891:  Ca- 
mus, Notiees  et  extraits  des  manuscrits  frane.  de  Modene. 

—  F  0  u  r  e  3  ,  Les  jeux  des  enfants  en  Lauraguais.  —  D  e  r  s. , 
Youcaboulari   anatoumie  e  de  las  malautios  del  Lauragues. 

—  J  ou  r  d  a  n  n  e,  Jamnieto.  —  Brissaud,  Chant  de  noces 
de  l'Agenais.  —  Blanc,  A  prupos  de  l'expedition  en  Sar- 
daigne  de  Guillaume  II,  vicomte  de  Narbonne.  —  Castets, 
//  Flore  et  ses  critiques. 

Zs.  f.  franz.  Sprache  ii.  Literatur  XIII,  2.  4:  W.  Gol- 
ther,  W.  Foerster,    Christian  von  Troyes  sämmtl.  Werke. 

—  E.  Stengel,  E.  Kölbing  u.  E.  Koschwitz,  Hue  de 
Rotelandes  Iponiedon.  —  E.  Weber,  W.  Mushacke,  Alt- 
provenziilische  Marienklage  des  XIII.  Jh. 's.  —  B.  Schnei- 
der, Armana  prouveucau  per  lou  bei  an  de  Dieu  1891.  — 
Ders. ,  Bibliotheque  Felibreenne.  —  E.  Koschwitz,  IC. 
Wahlund,  La  Philologie  frangaise  au  tenips  jadis.  —  F. 
Ten  de  ring,  L'Amienne  France.  —  R.  Mahrenholtz, 
Comte  de  Puymaigre,  Jeannc  D'Arc  au  thi-ätrc  (1439 — 1890). 

—  J.  Sarrazin,  R.  Mahrenholtz,  Jeaune  dWrc  in  Ge- 
schichte, Legende  und  Dichtung.  —  R.  M  ah  r  e  nh  ol  t  z  , 
R.  Otto,  Jean  de  Mairet:  Silvanire.  —  G.  Carel,  M.  Fried- 
wagner, Goethe  als  Corneilleübersetzer.  —  R.  Mahren- 
holtz, J.  A.  Worp,  Lettres  du  Sgr.  de  Zuylichem  ä  Pierre 
Corneille.  —  Ders.,  W.  Knörich,  Molieres  Werke.  Bd.  II. 

—  M.  F.  Mann,  F.  Stein,  Lafontaines  Einfluss  auf  die 
deutsche  Fabeldichtung  des  18.  Jh. 's.  —  R.  Mahrenholtz, 
J.  Becker,  Die  Entwickelung  der  Dienerrolle  bei  Moliere.  — 
O.  Knauer,  Lady  Charlotte  Blennerhassett,  Frau  v.  Stael, 
ihre  Freunde  und  ihre  Bedeutung  in  Politik  und  Literatur. 


—  R.  Mahrenholtz,  R.  Fester,  Rousseau  u.  die  deutsche 
Geschii'litsphilosophie.  —  U  e  r  s. ,  Chatelain,  La  Folie  de 
J.-J.  Rousseau.  --  Ders.,  Andre  le  Breton,  Le  Roman  du 
XVII"  Siecle.  —  J.  Sarrazin,  M.  Hartmann,  Die  mili- 
tärischen Proklamationen  und  .Ansprachen  Napoleons  I.  — 
Ders.,  G.  PcUissior,  Lo  mouvcment  litteraire  au  XIX'  s.  — 
F.   II  e  u  c  k  e  n  ka  m  p,    Eugene   Rarabert,    Etudes  litteraires. 

—  J.  Franck,  Aiiolf  .Mager,  Geschichte  der  franz.  Litera- 
tur von  ihren  .Anfängen  bis  zur  Gegenwart.  —  F.  T  e  n - 
de  ring,  Dühr,  Zur  Theorie  der  Stellung  des  franz.  Ad- 
jectivs.  —  Ders.,  G.  Franz,  Ueber  den  Bedeutungswandel 
lat.  Wörter  im  Französischen.  —  W.  Ricken,  A.  Mende, 
Die  Aussprache  des  franz.  unbetonten  e  im  Wortauslnut.  — 
A.  Lange,  W.  Victor,  Phonetische  Studien.  —  A.Schröer, 

F.  Franke,  Die  practische  Spraeherlernung  auf  Grün  1  der 
Psychologie  der  Sprache  dargestellt.  —  E.  v.  Sallwürk, 
A.  V.  Roden,  Inwiefern  nuiss  der  Sprachunterricht  um- 
kehren. —  Ders.,  Conr.  Rethwisch,  Jahresberichte  über 
das  hübere  Schulwesen.  —  W.  Mangold,  Gutersohn,  Zur 
Methodik  des  fremdspraohl.  Unterrichts.  —  J.  Sarrazin, 
The  Teaching  and  Learning  of  foreign  languages  at  honie 
and  in  tlie  countries  wliere  they  are  spokcn.  especially 
French  anl  English.  —  F.  Hornemann,  H.  Matzat,  Die 
Uebcrfüllung  der  gelehrten  Fächer  und  die  Schulreform- 
frage. —  F.  Tendering,  J.  Rauschenfels,  Methodik  des 
franz.  Sprachunterrichts  in  Mittel-  und  Bürgerschulen.  — 
Ders.,  .\.  Dillniann,  Die  Anschauung  im  Bilde  in  ihrer  An- 
wendung auf  den  frenulsprachl.  L'^nterricht,  insbes.  auf  die 
practische  Uebung  im  mündlichen  Ausdruck.  —  Ders.,  G. 
Strien,  Elementarbuch  der  franz.  Sprache.  —  Ders.,  A. 
Kemnitz,  Franz.  Lesebuch  für  den  Anfangsunterricht.  — 
Ders.,  H.  Enkel,  Tli.  Klähr  u.  H.  Steinert,  Lehrbuch  der 
franz.  Sprache  für  Bürgerschulen.  —  Ders.,  F.  Lindner, 
Erläuterungen  zu  Ploetz'  franz.  Schulgrammatik.  —  Ders., 

G.  Ploetz,  Uebungsbueh,  Heft  III  (Syntax  des  Artikels,  des 
Adjectivs  und  des  Adverbs.  Die  Fürwörter).  —  Ders., 
Ebener-Moyer,  Gottfried  Ebeners  Frnnzös.  Lesebuch.  — 
Ders.,  W.  Bertram,  Exercices  de  Style  Francais.  —  E. 
Weber,  D.  Wolfermann,  Leitfaden  für  den  ersten  Unter- 
richt in  der  franz.  Sprache  für  Mittelschulen,  höhere  Töchter- 
schulen u.  s.  w.  —  Aymeric,  Un  nouveau  barbarisme. — 
Verein  für  das  Studium  der  neueren  Sprachen  zu  Hamburg- 
Altona.  Jalircsbericht.  —  Jahresbericht  der  Dresdener  Ge- 
sellschaft für  neuere  Philologie.  1890.  -  Dr.  Rahn,  Gegen- 
erklärung.—  Jacobs, Brincker,rick.  Erwiderung.  — 
K.  Kühn,  Erwiderung.  —  Supplementheft  VI:  Andrae, 
Sophonisbe  in  der  franz.  Tragödie  mit  Rerücksichtigung  der 
Sophonisbe-Bearbeitungcn  in  anderen  Literaturen.  114  S. 

Franco-GaHia  VIII,  8:  Besprechungen:  Friedwagner,  Ueber 
die  Sprache  des  altfranz.  Heldengedichts  Huon  de  Bordeaux. 

—  Tliiers,  Expedition  d"Egypte,  hrsg.  von  Bischoft".  —  Thierry, 
Guillaume  le  Conquerant,  hrsg.  von  Leitritz.  —  Taine,  Les 
origines  de  la  France  contemporaine,    hrsg.    von   Iloffmann. 

—  Beaumarchais,   Le  Barbier  de  Seville,  hrsg.  v.  Knörich. 
Giornale  storico  della  letteratnra  italiana    XVII,   2.  3: 

Jlalagoli,  Studi.  aniori  e  lottere  inedite  di  Guidubaldo 
Bonarelli.  —  Sabbadini,  Briciole  umanistiehe  I.  II.  — 
Volpi,  Un  cortigiano  di  Lorenzo  il  Magnifico  (Matteo 
Franco)  cd  alcune  sue  lettere.  -=-  Cian.  Gioviana.  Di  Paolo 
Giovio  poeta,  fra  poeti,  e  di  alcune  rime  sconosciute  del 
See.  XVI.  —  Gloria,  Dante  Alighieri  in  Padova.  —  1"  r  a  t  i , 
Notizie  biografiche  di  riniatori  italiani  del  sec.  XIII— XIV. 
Graziolo  Bambaglioli.  —  Merkel,  Sordello  di  Goito  e 
Sordello  di  Marauo.  —  F  1  a  m  i  n  i ,  Jacopo  Corsi  e  il  Tebaldeo. 
Rivista  critica  della  letteratnra  italiana  VII,  2:  Tor- 
raca,  Mango,  Le  fonti  dell'Adone  di  Giambattista  Marino. 

—  Flamini,  Bilancini,  Giambatt.  Giraldi  e  la  tragedia 
nel  secolo  XVI.  —  Giannini,  Villanis.  Saggio  di  canti 
popolari  dalniati,  raccolfi  a  Zara  e  in  Arbe.  —  Calvari, 
Olivieri,  I  sonctti  di  W.  .Shakespeare  trad.  per  la  prima 
volta  in  italiano.  —  Zenatti,  Bongi,  Annali  di  Gabriel 
Giulito  de'  Ferrari.  —  Giannini,  Bacci,  Ninne-Nanne, 
Cantilene,  Canzoni  di  giuochi  e  Filastrocche  che  si  dicono 
in  Valdelsa.  —  F.,  Boni,  La  lingua  viva.  —  Comunicazione : 
Torraca,  Guido  del  Duca. 

11  Proimgnatore  N.  S.  IV,  19.20:  G.  Bruschi.  Ser  Piero 
Bonaccorsi  e  il  suo  Camniino  di  Dante.  —  Pelaez,  La 
vita  e  le  opere  di  Giovanni  .\ndrea  dell' Anguillara.  — 
BeUoni,  Curzio  Gonzaga  rimatore  del  secolo  XVI.  Cenni 
Sulla  sua  vita  e  sulle  sue  opere.  —  C.  e  L.  Frati,  Imliee 
delle  carte  di  Pietro  ßilancioni.  Contributo  alla  bibliografia 


319 


1891.     Tiiternturhlntt  für  geriiinnisclie  iiml  romnnisclic  Pliilolosie.     Nr.  S>. 


320 


delle  rimc  voljfnri  dei  primi  trc  seeoli.  —  Lftzzarini,  Ln 
socomln  iinibascoriii  ili  Kraiicosoo  Petrarca  n  Venezia.  — 
Snncsi,  L'aiino  della  iiascita  Ji  Loon  liattistn  Alberti. — 
Fase.  21:  Mazzi,  Leone  Allaeci  e  la  Palatina  di  Heidel- 
berg. —  0.  Iiru8clii,  Ser  Piero  Bonnccorsi  e  il  siio  Cam- 
niino  di  Uaiite  (Sclil.).  —  Belloni,  Curzio  Goiizaga  riiiia- 
tore  del  secolo  XVI.  —  Zenntti,  Xuove  rime  d'Alchiinisti. 

—  Dcrs. ,  II  bisnonno  ilel  Petrarca. 

L'Alighieri  II,  12:  A.  Luiiiini,  II  dialetto  calabrese  nella 
Uivina  Cominodia.  —  P.,  La  eanzone  di  Guido  Cavalcanti 
, Donna  nii  prega"  ridutta  a  niii;liore  lozione  e  conientata 
massimamente  con  Dante.  —  III,  1.  2:  Passe  rini,  Di 
nna  supposta  copia  dell' originale  della  ^t'oniodia"  e  del- 
rnrnie  antica  di  Casa  Aligliieri.  —  Zoppi,  Gli  animali 
nella  Diviiia  C'ommedia  (Forts.).  —  P.,  Ragione,  Cagione, 
Causa,  Cosa  nel  Convito  <li  Dante.  —  Sac.  Oius.  Spera, 
Contradizioni  apparenti  nella  Divina  Coniniedia.  —  P., 
Che  nella  Divina  Coniniedia  non  s'lia  a  Icggere  ne  „ed 
in  pctrato"  nc  ,ed  in  peccato".  —  Coiumento  del  Re 
Giovanni  di  Sassonia  (Filalete)  alla  Div.  Com.  (Forts.).  — 
Discorso  del  Prof.  Can.  Carlo  Vassallo  per  l'inaugu- 
razione  del  monumento  u  G.  ß.  Giuliani  in  Canelli. 

Tenth  Annnal  Report  of  tlie  Dante  Society  (Cambridge) 
l>'.)\  :  NV.  C.  Lane,  Additions  to  tlie  Daiitc-CoUection  in 
the  Harvard  College  Library,  .May  1.   18ltü  —  May  1,  ISOI. 

—  Documeiits  conccrning  Dante's  Debts.  —  G.  R.  Car- 
pcnter,  Documents  coneerniug  Dante's  public  lifo.  Parti. 


Literar.  Centralblatt  Sl :  Etiemie,  La  langue  frane.  depuis 
Ics  oiiginos  Jusqu'a  la  fin  du  XP' siecle.  —  Hirzcl,  Wiciand 
un<l  Martin  um!  Regula  Künzli.  —  32:  Holder,  Altcelt. 
Sprachschatz.  —  Das  Drama  <lcr  klass.  Periode.  Hrsg.  von 
Ilauflfcn.  —  Tille,  Die  deutschen  Volkslieder  vom  Doctor 
Faust.  —  Kraus,  Das  bölim.  Puppenspiel  vom  Doctor  Faust. 

—  33:  Techmer,  Beiträge  zur  Geschichte  der  franz.  und 
engl.  Phonetik  und  Phonographie.  —  34:  Shakespeare  re- 
prints.  Ed.  by  Victor.  —  Colin,  Die  Suffixwandl.  im  Vulgär- 
latein etc.  —  35:  Häuften,  Leben  und  Fühlen  im  deutschen 
Volksliede.  —  Bremer  Beiträge,  hrsg.  von  -Muiicker.  — 
Schmidt,  liesi'liichte  der  clcutschen  Literatur.  —  Hildobrand, 
.\ufsütze  und  Vorträge  zur  deutschen  Pliilologie.  —  Greard, 
Kdni.  Scherer.  —  3H :  Sammlung  span.  Gedichte.  Mit  .\nm. 
von  Kressner.  —  37:  Deutsche  Puppenspiele.  Hrsg.  von 
Kollinann.  —  Theodor  Körner.  —  38:  Uz,  säinmtl.  poetische 
Werke.  —  Balladen  und  Romanzen,  seleeted  etc.  by  Buch- 
Iieim.  —  Paralipomeua  zu  Goethes  Faust.   Kil.  v.  Strehlke. 

Dentsche  Li  tei-aturzeit.  2!) :  R  o  e  d i  g  e  r ,  Kauti'maiin,  Deutsche 
Mythologie.  —  Hartmann,  Müller,  Zur  KntwickeUings- 
geschichte  des  indogerm.  Verbalbaus.  —  llauffen,  Flaisch- 
len,  0.  H.  von  Gemmingen.  —  K.  Weber,  Goorlich,  Der 
bürg.  Dialekt.  —  30:  Werner,  T.  Knebel-Doebritz,  K.  L. 
V.Knebel.  —  Holt  hausen,  Herzfeld,  Räthsel  des  Exeter- 
buehes.  —  31:  A.  Sauer,  .Vntoniewicz,  J.  E.  Schlegels 
ästhet.  Schriften;  Woltt',  .1.  E.  Schlegel;  Rentsch,  3.  E. 
Schlegel  als  Trauerspieldichter.  —  Meyer-Lübke,  Höl- 
Bcher,    Die  mit  -ociim  -hicitm    gebildeten    franz.  Ortsnamen. 

—  32:  Kauffmann,  Crecelius,  Oberhess.  Wörterbuch.  — 
Kühne,  Sorel,  Jladame  de  Stael.  —  33 :  W  e  r  n  e  r  ,  Reliorn, 
Der  deutsche  Roman.  —  Brand  1,  Gelber,  Shakespearesche 
Probleme.  —  34:  Kalilc,  Wisen.  Carmina  Norroena.  — 
Schönbach,  Knust,  Legenden  der  Katharina  v.  Alexan- 
dricn  und  Maria  .\egyptiaca.  —  35:  Seeinüller,  llenrici, 
Hartmanns  Iweiii.  -  Cloctta,  Appel,  Zur  KiUwickelung 
italienischer  Dichtungen  Petrarcas. 

Gott,  gelehrte  Anzeiaren  18:  Suchier,  Grass,  Das  Adams- 
s|)i('l.   —    1!  r  a  n  c|  1 ,  Schröer,   Ueber  Titus   .\ndronicus. 

PhiloloKUS  N.  F.  IV,  1:  R.  Opitz,  Ueber  den  „Weiber- 
spiegel"  des  Semonides  von  Amorgos  (mit  Beiträgen  zur 
Geschichte  der  Thiersage).     i'. 

Berliner  jihilol.  Worhensclirift  Xt,  29  f. :  K.  llartfelder, 
S.  Szaniatölski,    Ulrich   von   llultens  deutsche  Schriften.     V. 

Archiv  f.  siav,  Philologie  XIV,  1:  \V.  Rugiel,  Eine 
kleinrussisclie  Version  der  Lenorensage  (mit  reichen  biblio- 
graphischen Nachträgen  zur  Geschichte  dieses  Stoffes).  — 
V.  jagic  u.  R.  Köhler,  Eine  Midas-Sage  in  bosnischer 
Fassung.     F. 

Zs.  f.  die  ö.sterr.  Gymnasien  22,  6:  0.  Walzel,  Neue 
Quellen  zur  Geschiclite  der  älteren  romantischen  Schule.  — 
Kummer,  Stejskal,  Regeln  und  Wörterverzeichniss  für  die 
deutsche  Rechtsclireibung. 


Blätter  f.  das  barer.  Gymnasialschnlwesen   27,   3  u.  4 : 

X  ick  las,  R.  Lehmann,  Der  deutsche  Unterricht. 

Mittheilungen  der  Ge.'>ellsc'haft  f.  ilent.sche  Erziehnnsrs- 
n.  Schiilffeschichte  I.  1:  E.  Voigt,  Das  erste  Lesebucli 
des  Triviunis  in  den  Kloster-  und  Stiftsschulen  des  .Mittel- 
alters (11. — 15.  Jh.).  —  K.  Trautmann,  Arcliivalischo 
Beiträge  zur  Geschichte  der  Schulkomödie  in  München 
(1549-104S).  -  Fechner,  Zwei  alte  ABC-Bücher  (1534 
und  1587).     F. 

Historische  Zeitschrift  N.  F.  31,  2:  Th.  Wiedemann. 
Zur  (Textkritik  der)  Ilistoire  de  mon  temps  König  FriedriehsII. 
von  Preussen.  —  Im  Literaturbericht :  H.  Haupt,  S.  Ber- 
ger, Les  bibles  proven^ales  et  vaudoiscs.  —  E.  Seh  r(öder), 
iiäclitold,  Deutsche  Literatur  in  der  Schweiz.  —  Dors. , 
Dissel,  l'hilipp  von  Zesen.  —  Ders.,  Kalff,  Nederlandscho 
letterkunde.     F. 

Korrespondenzhlatt  des  Vereins  f.  sielienh.  Landes- 
kunde XIV,  iS:   J.  F.  Graf,  Mühle  u.  Müller  im  Xösnergau. 

Mittheilungen  des  Vereins  f.  Geschichte  n.  Alterthunis- 
kunde  zn  Honiburs  v.  d.  H.  3 :  E.  Kelehner.  Eriedr. 
Hölderlin  in  seinen  Beziehungen  zu  Homburg  v.  d.  II.  Nach 
den  liinterlnssenen  Vorarbeiten  des  Bibliothekars  J.  0. 
Hamel  bearbeitet.     V. 

Mittheilungen  der  niederlansitz.  Gesellschaft  f.  Anthro- 
pologie n.  .\ltprthnnisknnde  II,  l:  C.  G  ander.  Der 
wilde  Jäger  und  sein  Ross.  —  C.  Freund  u.  F.  W  ein- 
eck, Diebes-  uui  Feuersegen.     F. 

Zs.  f.  Kirchengeschichte  XIL3u.  4:  E.  Förster,  Wiklif 
als  Uebersetzer.     F. 

Allg.  Zeitung  des  .Tudenthnnis  55,  33  f.:  D.  Mendl, 
Ueber  den  Ursprung  der  Sage  vom  Ewigen  Juden.     F. 

Vierteljahrsschrift  f.  wissenschaffL'Piiilosophie  XV  3: 
A.  Marty,  Ueber  Sprachretiex,  Xativismus  und  absichtliche 
Sprachbildung.   VIII.     K. 

Zs.  f.  Philosophie  n.  philos.  Kritik  29,  1:  Ziegler, 
Melzer,  Goethes  ethische  Ansichten. 

Philosophische  Monatshefte  27,  9  u.  10:  G.  Sehne ege, 
Goethes  Verhältniss  zu  Spinoza  unii  seine  philosophische 
Weltanschauung.  II. 

Das  Ausland  li4,  23:  Fr.  Müller,  Joh.  Schmidt,  Ueber  die 
Urheimat  der  Indngerinancn.  —  27:  Th.  .V  e  h  e  I  i  3  ,  Max 
Müller  uiiil  die  Völkerkunde.  —  Joh.  Schmidt,  Noch 
einmal  die  Urheimat  lier  Indogermanen.  —  28:  Ludw. 
Fränkel,  Lehnianii-Filhes,  Isländische  Volkssagen.  — 
31:  Fr.  Müller,  Noch  einmal  die  LTrhciniat  der  Indo- 
germanen. —  G.  Bancalari,  Forschungen  über  das 
deutsche  Wohnhaus  (vgl.  Ausland  (i3,  24  —  25  u.  27).     F. 

Glohus  2 — 4:  Wink  1er,  Friesland,  Friesen  und  friesische 
Sprache  in  den  Niederlanden.  —  4:  A.  S.  Gatsehet, 
Oregonische  Märehen.     F. 

Der  Knnstwart  IV,  20:  „Volkskunst".  —  F.  .\  (ve  n  a  r  i  us), 
Oskar  von  Redwitz.  —  Der  allgemeinere  Wertli  der  National- 
lireratur  für  ein  Volk.  —  Die  französischen  Dekadenten.  — 
Die   Versform  für  den  Text  einer  Oper.     F. 

Preussisehe  ■Juhrbileher  .Vug. :  .\.  Kost  er,  Das  lyriaoho 
Drama   im   18.   Jahrhundert. 

Altpreussische  Monatsschrift  28,  3  u.  4 :  Vict.  Diede- 
richs.  Zu  Herders  Uriefwechsel.  —  J.  Scmbrzycki, 
Zu  den  Königsberger  Zwischenspielen  von  1044.  —  A. 
T  r  eiche  1,  Das  .\lphabet  in  preussischen  Redensarten. 

Dentsche  Revue  Aug.:  K.  Th.  Gaeilertz,  Ungedruckte 
Briefe  von  unil  an  Ludwig  v.  Knebel  (Schi.).  —  Unsitten 
im  Sprachgebrauch. 

Dentsche  Knndschan  Aug.:  W.  Vulpius,  Stammbuch  von 
.\ugiist  V.  Goethe.  IL  —  F.  L  e  in  m  er  may  e  r,  Friedrich 
Hebbels  Briefwechsel. 

Die  Gegenwart  29:  W.  Bolin,  Die  Vorgeschichte  der 
Mythen.  (Ueber  Laistners  , Räthsel  der  Sphin.x".) 

Blätter  f.  literar.  Unterhaltung  19  :  L.  Lier,  Zur  deutschen 
Literaturgeschichte  (Ulrich,  Die  drainat.  Poesie  in  der  2. 
Hälfte  des  17.  Jh. 's:  Geluiilieh,  Christian  Reuter;  Hartmann, 
Freiher  v.  Creuz  und  seine  Dichtungen).  —  20:  Ad.  Schrö- 
ter, Literargeschichtliches  (Bielschowsky,  Geschichte  der 
deutschen  Dorfpoesie;  Drescher,  H.  Sachs).  —  22:  M.  Gro- 
ben, Kuno  Fischers  Schiller-Schriften.  —  L.  Fränkel, 
Zur  Geschiclite  der  neuern  deutschen  und  engl.  Literatur 
(zu  Shakespeare,  J.  B.  Schupp,  Gottsched,  Riehardson,  F.  W. 
Gotter,  Goethes  Faust).  —  23:  Fr.  K  u  in  in  e  r  ,  Dramatisches 
und  Dramaturgisches.  (Enthält  u.  n.  Kritiken  von;  .\.  Tlioina, 
Das  Drama;  Miiikhanlt,  Das  Repertoire  des  weimarischen 
Theaters  unter  Goethes  Leitung ;  Th.  Lipp.s,  Der  Streit  über 


.'!21 


1891.    Literaturblatt  für  gerfflanische  und  romanische  Philulogie.    Iüt.  0. 


322 


die  Tiasüdiü.)  —  2-1:  F.  Ij  e  m  m  er  m  a  y  e  r ,  Literatur  aus 
Oestcrrcich  (Jahrb.  der  Grillpurzcr-Gesellsch.  I;  Ilosegfrt'r, 
Krinnoniiist'ii  an  R.  Hainerliiig).  —  II.  Löbner,  Zur 
deutsclion  Literatur  (Biltz,  Beiträge  zur  Oescliichte  deutsclicr 
Sprache  und  Literatur;  W.  Kühn,  Goethes  Leben  und  sein 
Faust;  J.  Friedrieli,  Der  Glaube  Goethes  und  Schillers).  — 
2.5:  A.  Kirch  hotr,  Liptays  Plan  einer  Weltsprache.  — 
26:  11.  Löhne  r,  Knortz,  Geschichte  der  iiordumerikanischeT 
Literatur.  —  L.  Franke  1,  Sehlossar,  Deutsche  Volksschau- 
spiele. —  28:  W.  ßuchner,  Des  Goethe-Jahrbuchs  12. 
Band.  —  29:  .AI.  Grüben,  Schiller-Schriften.  —  30:  II. 
Löbner  u.  K.  Sali  mann,  Das  deutsche  Lied.  —  31: 
H.  S.,  Rodenber<;9  Din<;elstedt-Biographie.  —  (Lu  Iw.  Frän- 
kel,)  Die  , Times"  über  ,Xeue  deutsche  Literatur".  —  32: 
A.  II  e  r  m  a  n  n  ,  Literarhistorisches  (zu  AVieland,  Grillparzer, 
F.  W.  Weber,  H.  Leuthold  u.  s.  w.).  —  33:  B.  Rütte- 
nauer.  Aus  der  Fremde  (P.  Bourget,  Knut  Hamson,  Bret 
Harte).  F. 
Die  Nation  41:   Geiger,  Brandes,  Das  junge  Deutschland. 

—  44  u.  45:  O.  Brahni,  Schillers  Geschichtschreibung. — 
46:  L.  Geiger,  Lenaus  Sophie.  —  G.  Ellinger,  Hoff- 
niann  von  Fallcrsleben.  —  42:  K.  J.  Schröer,  Goethes 
äussere   Erscheinung  und  Goethes  Standbilder. 

Dentscbes  Wochenblatt  lY,  31 :  Ph.  Strauch,  Zwei  Briefe 
von  Ferdinand  Wolf.  —  33:  II.  Conrad,  Gesammelte  Ab- 
handlungen von  .\lexander  Schmidt.     F. 

Die  Grenzboteu  31:  G[onibert],  Xoeh  ein  Blick  auf  das 
Grimmsche  Wörterbuch.  —  32:  E.  Groth,  Die  Aufgabe 
der  Literaturgeschichte.  —  Theodor  Körners  Braut.  —  34: 
Die  Sprachgrenze  in  Lothringen. 

Historisch-politische  Blätter  f.  das  katliol.  Dentscb- 
land  108,3:  F.  Falk,  Zur  älteren  A'olksliteratur,  Stephan 
Lanzkramas  „Ilimmelstrasse'"  (.\ugsb.  14S4)  und  Joh.  Moirs' 
, Seeleutrust'"   (Köln   1474).     F. 

Nationalzeitiing  44,  485:  Heiur.  Baumann,  J.  R.  Lowel 
als  Dichter  und  Denker.  —  G.  E  (11  i  n  g  er) ,  Zur  Geschichte 
der  deutschen  Volksdichtung  {k.  Kollmanns  Ausgabe  , Deut- 
scher Volksseluiuspiele'").     F. 

Wissenschaft!.  Ueilage  der  Leipzij^er  Zeitnng  69:  Gl., 
Homunkulus.  —  71:  F.  Franko,  Th.  Körner.  —  72:  R. 
Needon,  Damenmoden.  —  79:  R.  Prülss^  Joh.  Heinr. 
Jlerck.  —  81:  F.  Tetzner,  Gesellschaft  für  deutsche  Er- 
ziehungs- und  Schulgeschichte.  —  86:  (11.)  M  (e  n)  d  h  (e  i  m), 
Verherrlichung  der  Deutschen  in  Paris  (bei  W.  Hautf).  — 
90:  J.  R.  Haar  haus,  Erasnius  von  Rotterdam,  der  erste 
moderne  Mensch  diesseits  der  Alpen.  —  92:  F.  Sauer- 
hering, Walter  Scott  als  Geschichtschreiber.  —  F.  T(etz- 
ne^),  lieber  die  Endung  der  Zeitwörter.  —  93:  E.  Mat- 
thias, Der  Himmel  in  der  volksthümlichen  üeberlieferung. 

—  97:  R.  B(eer),  M.  Heynes  Deutsches  Wörterbuch,  111. 
Halbband.     F. 

Beilage  zur  Allg.  Zeitung  183:  M.  Carriere,  Lyrik  und 
Lyriker  (über  Werners  Buch).  —  187:  K.  Th.  Gaedertz, 
Goethe  und  Ilaler  Kolbe.  —  192:  Jugendbriefe  von  Clemens 
Brentano  und  Bettina  v.  Arnim.  —  193:  L.  Li  er,  Peter 
Probst,  ein  Zeitgenosse  und  Mitbürger  des  Hans  Sachs.  — 
196:  Goethe  in  der  Schweiz.  —  197:  A.  Bock,  Jean  Pauls 
Verliältniss  zur  Musik.  —  201:  Fr.  Meyer  v.  Waldeck, 
In  Klingers  Bibliothek.  —  205:  O.  Brennner,  Ein  öster- 
reichischer Reineke  Fuchs.  —  209:  K.  Werner,  Der  Streit 
über  die  Tragödie.  — •  210  u.  211:  W.  Bormann,  Nikol. 
Lenau  und  Sophie  Löwenthal.  —  214  u.  215:  0.  Walzel, 
Chamissüs  Prosa-Erzählungen.  —  218:  E.  Kilian,  Zur 
Bühnengeschichte  des  Don  Juan.  —  221  :  H.  F.,  Wielands 
Geschichte  der  Gelehrtheit.  —  222:  W.  Kawerau,  Ch. 
Hofmann   von   Hofmannswahlau. 

Jlünchener  Neueste  Nachrichten  330:  Ludwig  Wolfram, 
Die  deutsche  Aufklärungsepoche  und  ihre  Rückwirkung 
auf  Baiern. 

Neue  tieie  Presse  9689:  J.  Minor,  Der  Text  der  (öster- 
reichischen) Volkshjnine.     F. 

Deutsche  Zeitung  (Wien)  7010:  L.  Fränkel,  Rom,  die 
ewige  Stadt  der  Weltgeschichte,  und  die  Deutsehen  (preis- 
gekröntes Einleitungskapitel  zu  dess.  „Rom  und  die  deutsche 
Literatur").  —  7024  f.:  H.  Hurch,  lieber  den  Fund  einer 
Volksliederhandschrift  aus  dem  XVI.  Jh.  („Christoffen  von 
Schallenberg  deutsche  Poeterey" ;  auf  der  Wiener  Hof- 
bibliothek).    F. 

The  Academy  992:  Toynbee,  Chaucer's  „Compleynt  of 
Venus".  A  proposed  emendation.  —  Brown,  Tlie  Etynio- 
logy  of  „Fane".   —    993 :   The  Shakspere  Quarto  Facsimile 


Series.  —  Toynbee,  Some  notes  on  Oodefroy'a  Old-french 
Dictionary.  —  994:  Furnivall,  The  Shakspere  Quarto 
Facsimile  Series.  —  995:  Toynbee,  Notes  on  Godefroy's 
Old-french  Dictionary.  —  999:  Pearl,  an  english  poem  of 
thc  XIV  Century  p.  with  a  modern  rendering  by  Gollancz. 
—  1000 :  S  t  r  0  n  g ,  L  o  g  e  m  a  n  and  W  h  e  e  1  e  r  ,  lutroduction 
to  tho  history  of  language.  —  Toynbee,  Some  notes  on 
Godefroy's  Old-French  dictionary  IV.  —  1001:  Saints- 
bury,  Essays  on  french  novelists.  —  1002:  W.  Skeat,  A 
fe w  more  words  on  „The  court  of  Love".  —  1003  :  E.  B  a  p  s  t , 
Deux  gentilhommes-poetes  de  la  cour  de  Henry  VIII. 

The  Atiienaeiiui  3324:  Brugmann,  A  comparative  gram- 
niar  of  thc  Indogermanic  languages  11,  1  transl.  by  li.  Sey- 
mour  Conway.  —  Th.  P  a  r  k  i  n  s  o  n,  Yorkshire  legends  and 
traditions  as  told  by  her  anciont  chronicles,  her  poets  and 
journalists.  —  Waddington,  Meilin  de  Saint-Gellais  and 
the  introduetion  of  the  Sonnet  into  France.  —  Shakespeare 
Reprints  II.  Hamlet,  parallel  tcxts  of  Quartes  1  and  2  and 
Folio   1   ed.   Victor. 

The  Fortnightly  Keview  Aug.:  E.  Dowden,  Goethe's 
friendship  with  Schiller.  —  G.  Allen,  Note  on  a  new  poet, 
William  Watson.  —  J.  A.  Symonds,  Painter's  Palace  of 
Pleasure.     F. 

The  Nineteenth  Century  174:  H.  A.  Kennedy,  The  drama 
of  the  moment.  —  R.  E.  Prot  her  to,  Theodore  de  Ban- 
ville.     F. 

Antiqvarisk  Tidskrift  för  Sverige  XII,  3—4:  Robert 
Larsson.  Södermannalagens  Ijudlära.  166  S.     S. 

Nordisk  Tidskrift  for  Filologi.  Xy  R.-ekke  10.  Binde.  3. 
Kaufte:  H.  K.  Sol  t  o  f  t  -  Je  nsen  ,  Et  Par.  Brudstykker  af 
Alain  de  Lille's  Vserker,  oversatte  i  Roman  de  la  Rose. 

Revue  critique  30:  Gnapheus,  Acolastus  p.  p.  Bolte.  — 
Eckius  Dedolatus  p.  p.  Szamatölski.  —  Rössel,  Histoire 
litteraire  de  la  Suisse  romande.  —  31.  32:  Gaspary,  Histoire 
de  la  litterature  italienne  II  trad.  Rossi.  —  Hennigs,  Classi- 
fication des  pieces  de  Lope  de  Vega.  —  33.  34:  Fick, 
Diotion.  etymologique.  I.  —  Brantöme  X  p.  p.  Lacour.  — 
Chansons  populaires  de  la  P'rance  p.  p.  Crane. 

Rev.  pul.  et  iitt.  2:  Germain  Bapst,  Les  spectacles  et  les 
rejouissances  des  fetes  publiques  au  moyen  äge.  (Sehr  be- 
achtenswerthe  Sammlung  von  Berichten  namentlich  über 
dramatische  und  pantomimische  Vorstellungen  zur  Feier 
fürstlicher  Einzüge.)  —  4:  Im  Courr.  litt.:  E.  Rousse, 
Mirabeau  (Les  Grands  Ecrivains  frangais);  Maurice  Albert 
(Sohn  von  Paul  Albert),  La  litterature  frangaise  sous  la 
Revolution  1789  —  1830;  Victor  du  ßled,  Orateurs  et  Tri- 
buns 1789—1794.  —  5:  P.  Stapfer,  Histoire  des  repu- 
tations  litteraires.  I.  Le  travail  des  siecles.  —  6:  Raoul 
Rosieres,  Pourquoi  ou  ne  lit  plus  Lamartine. 

Journal  des  Sarauts  Juni:  Janet,  CEuvres  du  Cardinal 
de  Rez. 

Annales  de  la  faculte  des  lettres  de  Bordeaux  2.  3: 
Blade,  L'.\quitaine  et  la  Yasconie  Cispyreneenne  depuis 
la  mort  de  Dagobert  I"'  jusqu'ä  l'epoque  du  duc  Eudes.  — • 
A.  Benoist,  .Molicre  et  ses  predecesseurs.  —  E.  Bour- 
ciez,  Les  sunnets  de  Fernando  de  Herrera» 

Bulletin  de  la  Societe  ariegeoise  des  scieuces  lettres 
et  arts  1890,  8:  Lambert,  Contes  populaires  de  Belesta 
(.\riege)  en  dialecte  local.  —  Danos,  Prohibition  du  vin 
etranger  ä  Foix  au  quinzieme  siecle;  ordonnance  du  comte 
Jean  I"   du  21   oct.   1430  (dial.   bearnais). 

Bulletin  de  la  Societe  archeol.  du  Midi  de  la  France 
17.  Dec.  1889:  Inventaire  en  langue  romane  des  meubles 
et  immeubles  u'un  bourgeois  de  Moissac  en  1349. 

Annales  du  midi  11.  Juli  1891:  E.  Teilhard  de  Char- 
d  i  n ,  La  prcmierc  Charte  de  coutumes  de  Montferrand. 

Bulletin  d'histoire  ecclesiaatique  1890,  S.  236-251:  Ul. 
Chevalier,  Sur  un  livre  d'heures  provenQal  de  1265. 
[„Ms.  important,  actuellement  en  la  possession  des  Dames 
Trinitaires  de   Valenoe,  copie  vers  1265."] 

Le  Museon  X,  3:  R.  de  la  Grasserie,  Essai  de  la  ryth- 
mique  eomparee. 

Nuova  Antolugia  Anno  XXVI.  3.  Serie,  vol.  34.  Fase.  13: 
G.  Cliiarini,  Lord  Byron  nella  politica  e  nella  letteratura 
della  prima  metä  del  secolo. 

Uivista  di  ülosulia  suieutilica  X,  giugno :  G.  B  o  v  i  o ,  Dante 
Alighieri  apre  il  risorgimento  (Dante  di  fronte  alla  filosofia 
medievale).     F. 

Revista  Archeologica  (Portugal)  vol.  IV:  Borges  de 
Figueiredo,  L'archeologie  iles  Lusiades  de  Camoes.  — 
Leite  de  Vasconcellos,  L'etymologie  du  nom  Chelhis, 


323 


1S91.    Litcratarblatt  für  ^ermanisctie  und  romanisclie  Philologie.    Kr.  9. 


.'!2l 


—  nor^cg   iJ  e   Figueiredo,   Lcr  inscriptions   en    ver» 
löonins  on  Portugal. 


Neu  e r s c lii e II c n e  Bücher. 

liottinson.    f"r-i    Wesen    und   Entwickelung   des  komisclien 

DraniHs.  Ueilin,  Weiilninnn.   H)0  S. 
Iluc'iuer,  J.,  Zur  Geschichte  der  mittollateiMischen  Diclitung. 

Ileinriei  Augustensis  phinctus  Kviie.   Progiinnni  des  Staiits- 

gyniniisiums  im  2.   Bezirk  zu  Wien.  35  S.  8. 
Koch,   .M.,    Nationnlitüt  und  Xntioiinllitcratur.    Ueilin,    Wal- 

thcr  &,  .Vpolnnt.  2>  S. 
Lipps,    Tlieod.,    l)er  Streit  über  die  Tragüiiic.    llnmburs  u. 

Leipzig.  Voss.  79  S.  8.  inp't'äff«"  '-ur  Aestlictik  11.) 
Paul,  li.,    Priiieiples  of  the  History  of  Language.    New  and 

Ucvised  od.  8vo,  560  p.   F^ongnians.     lO/t! 
Stein  wog,  Carl,  Die  handschriril.  Gestaltungen  der  lat.  navi- 

gatio   Itrenilani.   37   S.  8.   Ilnllenscr  Djssertatinn. 
Wetz,  \V.,    Ueber  Literaturgcschiolite.   Kino  Kritik  von  Ten 

Itrinks  Rede  , Ueber  die  Aufgabe  der  Litoraturgescliichte". 

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[Krdmann,  .\.,]  Üni  studiet  av  gernianska  spräk  vid  Uppsala 
Universitet.  ,\nteckningar  et'ter  t.  I'.  professorns  i  äuinet, 
Docentcn  Axel  Krdtnanns  inledaude  t'üreläsningar  sept.  1S90. 
(Särtrvek  ur  Quousque  Tandem  5.)  Uppsala,  Almqvist  & 
Wiksoll.  32  S.  8.     S. 

Forschungen,  theatergcschichtliche.  Ilr.sg.  von  li.  Litz- 
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schichte des  Volksschauspiols.  Hrsg.  von  R.  M.  Werner. 
Vn,  152  S.  gr.  8.     M.  3. 

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of  Venus,  über  die  Tannhäusersage;  ApoUonius  of  Tyana; 
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zur  (ieschichte  des  Jahres  1813  mit  besonderer  Rücksicht 
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hrsg.  von  L.  A.  Frankl.    Stuttgart,  Cotta.    271)  S.    8.     M.  6. 

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Müller.  XI.  354  S.  8.     M.  5. 

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tische Düctrin  der  älteren  Romantik.  Programm  der  Landes- 
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selben zum  ersten  Mal  hrsg.  von  Jacob  Ocri.  Frauonfeld, 
Huber.  X.KVI,  58  S.  8. 

Stirius,  Frz.,  Die  Sprache  Thomas  Murners.  l.  Theil.  Laut- 
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Stockholms  Stads  Jordebok  1475 — 1498.  Utgifven  af  Kongl. 
Samfundet  l'ör  utgifvande  af  handskrifter  rörande  Skandi- 
naviens historia  med  umlerslö'l  af  Stockholms  stad  genom 
Hans  Hildebrand.  Stockholm,  Ivar  Ila'ggströms  boktrvckcri. 
1889.  S.  1—25«.  8.  Kr.  3,75.  (De  Svenska  Stadsböckerna 
fran  äldre  tid.  2,  I.)     S. 

Stockholms  Stads  Skottebok  1502—1510.  Utgifven  af  Kongl. 
Samlumlet  für  utgifvande  af  handlingar  rörande  Skandi- 
naviens historia  med  understöd  af  Stockholms  stail  genom 
Hans  Hildobrand.  Stockholm,  Ivar  ILoggstrüms  boktryckeri. 
1889.  S.  1—25(5.  8.  Kr.  3,75.  (De  Svenska  Stadsböckerna 
frän  äldre  tid.  3,  1.)     S. 

Ur  nagra  nntocknares  samlingar.  Gärd  af  tacksamhet  och 
vänsknp  tili  mästnrcn  i  svensk  bokkunskap  G.  E.  Klomming. 
Stockholm,  liukowski.  150  S.  4.  (Inh.:  S.  1-40:  Aksol 
Anderason,  Bildiographia  Klemmingiana  1844-1889.  — 
S.  73—87:  Henrik  Schuck,  Ofversätlaren  af  Thct  Nyra 
Testamcntit  af  iir  152B.  —  S.  89  —  115:  C.  S  i  1  f  v  e  r  s  t  ol  pc, 
En  blick  i  Vadstona  Klosters  arkiv  och  bibliotek.  —  S.  117 — 
150 :  Claos  A  n  n  e  r  s  t  e  d  t ,  Schetferus  och  Vorelius,  en  literär 
fäjd  i  sjuttonde  soklet.]     Kr.   IG.     S. 

Volkmann,  L.,  Die  tragische  Hamartia  bei  Lessing.  Jauer, 
Guercko.  17  S.  8.     M.  0,80.     (Sonderdruck.) 

Vondels  Lucifer.  Uitg.  door  N.  .\.  Cramer.  ZwoUe,  Willinto. 
kl.  8.     M.   1,20. 

Wielnnd.  Geschichte  der  Gelehrsamkeit  von  C.  M.  Wieland 
seinen  Schülern  dictirt.  Hrsg.  von  L.  Hirzel.  Frauenfeld, 
Hubor.  XII,  81  S.  8.  (Bibliothek  älterer  Schriftwerke  der 
deutschen  Schweiz,  zweite  Serie,  H.  3.) 

Wilkens,  F.,  Zum  hoehalemnnnischen  Consonantismus  der 
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graphie des  ältesten  Hochalemanuischen,  auf  Grundlage  der 
deutschen  Eigennamen  in  den  Snnet  Gallcr  Urkunden  (bis 
zum  .1.  825).  Leipzig,  Fock.  XII,  94  S.  gr.  8.     M.  3. 

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Translat.  from  ,Gesehiehte  des  .\blauts  der  starken  Zeit- 
wörter innerhalb  des  Süilenglisehen"  von  K.  I).  Bülbring 
by  W.  A.  Hadham.  London,  Englisli  Dialoct  Society.  Series 
D.  Miscollaneous  So.  (;3.  23  S.  8. 

Aschen  berg,  IL,  8ir  David  Lyndsays  Loben  und  Werke.  I. 
Sein   Leben.  Leipzig,  Fock.  35  S.  8.     M.  0,80. 

Bacon,  Francis,  The  Essays  or  Counsels,  Civil  and  Moral. 
First  l'ublished  in  1597,  and  ns  ho  lel't  them,  Newly  Writton. 
(Sir  John  Lubboek's  Hundred  Books,  Vol.  5.)  Cr.  Svo,  p.  300. 
Routledge.      l/l! 

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Leipzig,  Fock.  74  S.  gr.  8.     M.  1. 

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Notes.  In  12  Volumes.  Vol.  I:  llours  of  Idleness.  (The  Bijou 
Byron.)  12mo.  GrilTith,  Farran  and  Co.  not,  sd.  1/;  bds..  l/6;'2,6 

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5  vols.  O.fford,  Clarendon   Press.  8vo. 

Dryden,  John,  The  Poetieal  Works  of.  Edit.  by  the  Rev. 
Richard  Hooper.  5  vols.  New  ed.,  Revisod.  (Ahiine  eil.  of 
the   British  l'oets.)  Cr.  8vo.  Bell  and  Sons.     ea.  2,(i 

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3.  Bd. :  Die  Wortbildung  der  engl.  Sprache.  2.  Aufl.,  zum 
Drucke  besorgt  von  Rieh.  Wülkor.  Kassel,  Wiganil.  XXIV, 
452  S.  gr.  8.     M.   10. 

Lentzner,  Karl,  Colonial  English.  A  glossary  of  .\nstralian, 
Anglo-Indian,  Pi<lgin  English,  West  Indian  and  South  ,\mori- 
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1891.    Litoraturblutt  für  germanische  und  romanJRche  Philologie.     Nr.  9. 


326 


1'  ü  0  111  s  of  thc  Scottish  Minor  l'oets,  IVom  tlie  Age  of  Ramsay 
to  David  Gray.  Seiccted  and  Editcd,  witli  an  Introduction 
and  Xutes,  by  Sir  George  Doiifjlas,  liart.  (Canterbury  Poets.j 
Sq.   lümo,  3:i7   p.   Walter  t^eott.      1/ 

Kaeder,  lieber  die  behauptete  Identität  der  Metaphern  und 
Gleichnisse  in  Uaeons  und  Shakespeares  Werken.  Ein  Bei- 
trag zur  Shakespeare-Bacon-Frage.  'Jil  S.  4.  Progr.  Grünberg. 

Uichardson,  C.  F.,  American  Literature,  ItiüT — 188Ö.  Popu- 
lär cd.  2  Vül.s.  in   1.  8vo.  Putnam's  Sons.   12/6 

St.  Cuthbert,  Thc  Lite  ol',  in  English  Verse.  A.  D.  1450. 
From  tlie  Original  MS.  in  the  Library  at  Castle  Howard. 
Front.  (I'ublicatluns  of  tlic  Surtccs  Society,  Vol.  87.)  Deniy 
8vo,  p.  XVI  — -292.  Whittaker  and  Co.     1« 

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aula.  Upsala,  Edvard  Berlings  boktryckeri.  18  S.  8.     S. 

Shakspcre,  W.,  Works.  Editcd  with  eritical  notcs,  and 
iutroductory  noticcs  by  W.  Wagner  and  L.  Proesclioldt. 
Parts  35-39.  XI.  Bd.  S.  137—415  u.  XII  Bd.  340  S.  8. 
Hamburg,  Verlagsanstalt,     ä  M.  0,.5U. 

—  —  dasselbe.  Sejiarate  editiuns.  Hamburg,  Verlagsanstalt. 
8».  Nr.  XXXV.  Antony  and  Cleopatra.  Edited  by  L.  Proe- 
sclioldt. 143  S.  —  Xr.  XXXVI.  Cynibeline.  Edited  by  H. 
Fcrnow.  135  S.  —  Xr.  XXXVII.  I'ericies.  Edited  by  L.  Proe- 
scholdt.  los  S.  —  Xr.  XXXVIII.  Venus  and  Adonis.  The 
rape  of  Lucrece.  Edited  by  H.  Fernow.  117  S.  —  Xr.  XXXI.K. 
Sonnets  aml  puems.  Editcd  by  L.  Procscholdt.  114S.  ä  M.  0,50. 

Shakspeare,  William,  Coriolanus.  Edit.,  with  Introduction, 
Notes  aml  Glossary,  by  Benjamin  Dawson.  (University  Shak- 
speare.) Cr.  8vo,  196  p.  Sutton,  Drowley  and  Co.     1/ 

Sp  ra  c  li  p  ro  b  en  .  altenglische,  nebst  einem  Wörterbuche, 
hrsg.  von  Ed.  Mätzner.  2.  Bd.:  Wörterbuch.  II.  Lief.  (3. 
Abth.  S.   121—304.)  Lex.-8.     M.  8. 

Steffier,  G.,  „The  sege  of  Jerusalem".  Xach  dem  Bodl.  Ms. 
Laud.  F.  22  (656).   16  S.  4.   Programm,  Emden. 

Two  of  tlie  Saxon  Chronicles  Parallel.  A  Kevised  Text.  Ed. 
by  C.  Plummer.  On  the  Basis  of  an  Edition  by  John  Earle. 
Oxford,  Clarendon  Press. 


Albertazzi,  Ad.,  Romanzieri  e  romanzi  del  Cinquecento  e 
del  seicento.   Bologna,  Zaniehelli.   V,  394  p.   L.  4. 

Antona-Traversi,  Cain.,  I  genitori  di  Giacomo  Leopardi: 
scaramuccie  e  battaglie.  Vol.  II.  (Scritti  vari  di  diversi 
autori.)  Recanati.  4i2  p.  8.  L.  4.  [Inhalt:  Piergili, 
Tre  vecchi  scritti  leopardiani  (II  conte  Monaldo;  La 
libr.  Leopardi  in  Recanati ;  11  prinio  saggio  di  bibliografia 
leopardiana).  —  Ü'Ovidio,  Un  giudizio  del  De  Sanctis 
SU  Monaldo  Leopardi.  —  Chiarini,  Le  contraddizioni  di 
Giac.  Leopardi.  —  Antona-Traversi,  L' epistolario  di 
Giacomo  giudicato  da  Pietro  Regnoli  e  da  Pier  Francesco 
Leopardi.  —  Benedettucci,  Prima  idea  di  una  biblio- 
tcca  leopardiana  in  Monaldo  Leopardi :  Gara  di  contraffazioni 
trecentistiche  tra  padre  e  figlio ;  Un'opera  manoscritta  di 
Monaldo  Leopardi,  offerta  in  sussidio  a  Giacomo.  —  Me- 
stica,  Una  lettera  inedita  di  Giac.  Leopardi.  —  Gnoli, 
II  nuovo  libro  del  Ranieri.  —  Antona-Traversi,  Leo- 
pardi  e  Colletta.] 

Bondur  and,  Les  peages  de  Tarascun  (texte  prov.).  Ximes, 
Chastanier.  28  p. 

Borgoguoni,  Ad.,  Stu<li  di  letteratura  storica.  Bologna, 
Zaniehelli.  IV,  376  p.  16.  L.  4.  [1.  Lor.  di  Pier  Francesco 
De'  Medici.  2.  Tornandovi  sopra.  3.  Rimatrici  italiane  ne' 
prinii  tre  secoli.  4.  Gentile  da  Ravenna.  5.  II  sccondo  amore 
di  Pietro  Bembo.  6.  Una  inonaca  del  Cinquecento.  7.  Due 
righe  di  giunta.  S.  ün  nuovo  poema  asinario.  9.  L' ultimo 
epigrammlsta  italiano.    10.  La  quarta  pagina  del  giornale.] 

Bovrciez,  E.,  De  prajpositione  ad  casvali  in  latinitate  levi 
mcrovingici.  These.  In-8,  116  p.  Paris,  Klincksieck. 

Brunot,  Ferdinand,  La  doctrine  de  -Mallierbe  d'apres  son 
coranientaire  sur  Desportes.  Un  fort  vol.  gr.  in-S  de  XXII, 
605  p.,  avec  5  planches  en  fac-simile  photograpbique  par 
la  Maison  Luniiere,  de  Lyon.  Paris,  Massen,  fr.  10.  (Cet 
ouvrage  forme  le  tonie  I  des  Annales  de  l'üniversite  de  Lyon.) 

Cal deren  de  la  Barca,  P.,  Ausgewählte  Schauspiele. 
Zum  ersten  Mal  aus  dem  Span,  übers,  und  mit  Erläuterungen 
versehen  von  K.  Pasch.  1.  Bändchen:  Spaniens  letzter  Zwei- 
kampf. Der  Galizier  Luis  Perez.  Freiburg,  Herder.  XIX, 
276  S.  8.     M.  1,80. 

Capeller,  Die  wichtigsten  aus  dem  Griechisclion  gebildeten 
Wörter  (mots  savants)  der  franz.  Sprache.  3.  Th.  S.  45—64. 
4.  Programm  Gumbiuncn. 


Cavalcanti,  Guido,  La  canzone  „Donna  mi  prega"  ridotta 
a  niigliur  lezionc  e  commentata  massimamente  con  Uantc, 
nggiunta  una  tavola  comparativa  de'  comcnti  in  ristretto  di 
E.  Colonna,  Dino  Del  Garbo,  Paolo  Del  Rosso,  Girolamo 
Frachetta,  a  cura  di  Francesco  Pasquallgo.  Venezia,  Olschki. 
132  p.  8.     L.  5.     (Aus  Alighieri  II.) 

Cellini,  Benvenuto,  Le  rime,  pubbl.  ed  annotatc  per  cura 
di  Adolfe  Mabellini.   Torino,  Paravia.  282  p.  8.     L.  4. 

Chanson,  la,  de  Roland.  Traductiun  nouvcUe,  revue  et 
annotee  par  H.  Feuilleret.  In-8,  lUO  p.  et  gravures.  Limoges, 
E.  Ärdant  et  C. 

Ciämpoli,    Dom.,    Studi  lettorari.  Catania,  Xicc.  Giannotta. 
441  p.  16.     L.  4.     [Enthält   u.  a.    La  natuia  nelle  opcre  di 
!        G.  Leopardi ;  Alfieri,  Scott  e  Manzonl.] 

Cläre  tie,  L.,  Le  Roman  en  France  au  debut  du  XVIII"  8. 
Lesage  romancier,  d'apres  de  nouveaux  docunients.  In-8, 
VI  IL  447   p.   Paris,  Colin  et  C^ 

Codici,  I,  Panciatichiani   dclla   r.   IJiblioteca  Xazionale  Cen- 
trale  di  Firenze.  1,  3.   Roma.  p.   161-240.  8. 
I    Contarini,    Simone,    Sonetti   (tre  inediti).    Venezia.    9  p.  8. 
Pubbl.  da  C.  Castellani  per  le  nozze  di  Lodovico  Flices  con 
Luisa  Schoulz. 

D'Ancona,  Aless.,  Origini  del  teatro  italiano  libri  tre.  Con 
due  appendici  suUa  rappresentazione  dramatica  del  contado 
toscano.  2.  ed.  2  Bänile.  Turin,  Löscher,  gr.  8.     M.  16. 

Dante  Alighieri,  Das  Purgatorium  (Göttliche  Komödie  II). 
Metrisch  übertragen  von  Carl  Bertrand.  Heidelberg,  Koestjr. 
XVII,  306  S.  8.     M.  4. 

Delalain,  P.,  Etüde  sur  le  libraire  parisien  du  XIII'  au 
XV  siecle,  d'apres  les  documents  publies  dans  le  Cartulaire 
de  l'üniversite  de  Paris.  In-8,  XLIII,  77  p.  Paris,  imp.  De- 
lalain  freres.     fr.  5. 

Deltour,   F.,    Les  Enneinis    de  Raciue    au  XVII"  siecle.   5* 
I        edition,  revue  et  corrigee.    In-18  Jesus,  XIX,  394  p.    Paris, 
Hachette  et  C.     fr.  3,50. 

Dulac,    J.,   Un  dicton  gascon  dans  Montaigne:    Bouha  prou 

bouha.   Reponse   aux   Solutions    de  l'abbe  L.  Couture.   In-8, 

I        18  p.  Tarbes,  l'auteur,  26,  rue  Massey.     fr.  10. 

'    Espagnolle,    J.,    L'Origine   de  notre  vieille  langue  ou   du 

galou.  ,Speciinen  de  cet  ouvrage".  In-8  carre,  46  p.  Paris, 

impr.   Mersch. 

Etudes  de  grammaire  et  de  litterature  franjaises.  1891. 
Xr.  2.  Karlsruhe,  Bielefeld.  Preis  pro  Jahrgang  von  6 
Xummern  U.  2. 

Fagot,  P.,  Folklore  du  Lauraguais.  Premiere  partie:  Cbants 
[        speciaux;    Poesies    pastorales;    Pastourelles;    Poesies    reli- 
'        gieuses;  Noels.  In-8,  48  p.  Albi,  impr.  Amnlric. 
■    FlorisetLiriope.    Altfranz.  Roman  des  Robert  de  Blois. 
Zum  ersten  Male  hrsg.  von  W.  v.  Zingerle.    Leipzig,  Reis- 
land. XXXI,  52  S.  8.  Altfianz.  Bibliothek  XIL 

Gabotto,  Ferd.,  Appunti  sulla  fortuna  di  alcuni  autori  romani 
nel  medio  evo  (Sallustio,  Plinio,  Lucrezio,  Marziale,  Giove- 
nale,  Tcrenzio,  Plauto).  Verona,  D.  Tedeschi  e  figlio.  72  S. 
16.  (Aus  Biblioteca  delle  seuole  italiane  III,  13  f.) 

Galino,  Titus,  Musique  et  versification  francaise  au  moyen 
äge.     39  S.     8.     Leipziger  Dissertation. 

Gallerio,  G.  B.,  11  linguaggio  dei  bambini  in  Friuli.  Udine. 
8  S.  8.     Aus  „Pagine  friulane". 

Geiger,  Lod.,  Rinascimento  e  umanisrao  in  Italia  e  in  Ger- 
mania. Trad.  italiana  del  prof.  Diego  Valbusa.  Disp.  II. 
Milano.     97-144  S.      ' 

Gugel,  E.,  Ueber  den  Gebrauch  der  Präpos.  de  in  Scarrons 
Le  roman  coniique.     31   S.  4.  Progr.   Bühm.-Leipa. 

Hemon,  Felix,  Cours  de  litterature  ä  l'usage  des  divers 
cxamens.  Moliero.  Un  volume  in  12.  Pari.';,  Delagrave. 

Körting,  G.,  Lateinisch-romanisches  "Wörterbuch.  9.  u.  10. 
(Schluss-j  Lief.  Paderborn,  Schöningh.  Lex-8.  VII,  S.  113— 
174  u.  Sp.  781-828.     ä  M.  2. 

Langlois.  C.  V.,  Formulaires  de  lettres  du  XII',  du  XIII'-' 
et  du  XIV'=  siecle.  In-4,  22  p.  Paris,  Klincksieck.  Tire  des 
notices  et  Extraits  dos  manuscrits  de  la  Bibliotheque  natio- 
nale et  autres  bibliotheques  ( t.  34,  premiere  partie). 

Lungo,  Isidoro  Del,  La  figurazione  storica  del  medio  evio 
italiano  nel  pocma  di  Dante.  72  S.  Firenze,  Sausoni.  L.  1,.50. 

Mango  ,  Fr  ,  Le  fonti  deir  Adone  di  Giarabatt.  Marino:  riccrche 
e  studi.  Torino,  Clausen. 

M  a  z  z  0  n  i ,  G.,  Del  Monte  Otivetu  e  del  Mvmlo  creato  di  Torq. 
Tasso.  Bologna,  Zaniehelli.  66  S.   16. 

,  Appunti  per  la  storia  dei  teatri  padovani  nella  seconda 

metä  del   secolo  XVIII.     In  Atti  e  memorie   della   r.  aoca- 
demia  di  scienze,  lottere  ed  arti  di  Padova.  Anno  CCXCII. 


32; 


1891.    Literaturblatt  fQr  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  9. 


3i>-^ 


Michelc,  Fr.,   da  Carbonern,  studi  dantcschi.  II.  Dnntc  c  s. 

Bonaventura.  Tortona.  87  S.  Iß. 
Monticolo,  G.,  l'na  poesin  del  Cnncellicrc  Ducale  Tanto  ad 

Albertino  Mussato  nol  coil.  2""  ex  Brcra  al  R.  Arehivio  di 

statu   di    Venezin.     Venczin   S.   15.   A.    aus    Nuovo    Arehivio 

Veneto,  tomo  I.  parte  II. 
Nino,  Ant.  De,   l'si  e   costumi  nbruzzesi.    Vol.  V.    Firenze, 

IJarbera.  VIII,  209  S.     L.  2,50. 
Pariset,    Car. ,    Vocabolario    pnrmigiano-itnlinno.    Disp.  21. 

Parma,  Ferrari  o  Pellegrini. 
Pasquinate  di  Pictro  Aretino  cd  nnoiiimc  per  il  Conclave 

e  reli'zione  di  Adriano  VI.  pubbl.  od  illustr.  da  Vitto.  Rossi. 

Turin,  Locscber.   18G  p.  8.     Fr.  4,50. 
Pausn,    Oiov. ,    La   tipografia   in  Abruzzo    del   secolo  XV  al 

sccolo   XVIII,   saggio    critico-bibliografico.   Lanciano.   VIII. 

103.     L.  2,r)0. 
Pifeces  relatives  i\  la  querellc  du  Cid.    Introd.  par  A.  Gnst^. 

Paris  (1637).  (Nr.  53).  Petit  in  4,  82  p.  Ronen,  inip.  Cagniard. 
Potvin,   C,   Le    Roman    du    rennrd  niis  en  vcrs    d'iipres  les 

textes  originaux,  pri^cöd«'  d'unu  introdut^tion  et  d'une  biblio- 

grnphie.  In-32,  257  p.  Paris,  Jlnrpon  et  Flanimnrion.     Col- 

iection  des  t-popees  nationales. 
Rajna,  Pio,  La  pronunzin  dell' o  e  dcire  latino  nellc  nostre 

scuole.  Verona,  1).  Teeeschi  c  figlio.   14  S.  8.  S.-A.  aus  Bib- 

lioteca  dellc  scuole  italiniie  ».   19  vol.  III. 
Reichel,  H.,  Syntaktische  Studien  zu  Villon.  62  S.  8.  Leip- 
ziger Dissertation. 
Restori,  Ant.,  Una  CoUczione  di  Conimedie  di  Lope  de  Vega 

Carpio.  [CC.  *  V.  28032  della  Palatina  Parmense].  Livorno. 

36  S.  8. 
—  — ,  II  , Carlo  Magno",  poema  incdito  di  Pierjacopo  Martello. 

Notizia    Cremona.  77  S.  8. 
Rosa,  Ugo,  Etimologia  di  aicuni  nomi  locali  di  Val  di  Susa. 

Alessandria.     15  S.  16. 
S  a  1  v  a  t  c  1 1  i ,  Romeo,  Di  alcune  varianti  nlla  Divina  Commedia. 

Cittä  di  Castello,  Lapi.  28  .S.   16. 
Salvioni,  C,  La  Gita  di  un  glottologo  in  Val  CoUa.  Bellin- 

zona.    15  S.  8.     S.-A.   aus   Bolletino   storico    della    Svizzera 

italiana  Vol.  XIII. 
Scliindler,  11.,  Die  Kreuzzügo  in  der  nltprovenzalischen  u. 

niittclhocbdeutschen  Lyrik.  Leipzig,  Fork.  49  S.  4. 
Schulz,  Oscar,  Andre  Clu'nior.     .Vuswalil  für  die  Prima  der 

höh.  Leliranstnltcn    u.  zum  Gebrauelie   in   Universitätssemi- 

narien.  Halle,  Nieuieyer  XII,  79  S.  8.     M.   1. 
Stecher,  J. ,   Joan  Leniaire   de  Beiges:  sa  vie,  ses  oeuvres. 

Paris,  Bouillon    8      fr.  3. 
Tambara,    Gius.,    Un    mnnuscritto    di    rime    politiche    degli 

Ultimi   anni    del  seeolo  XVIII.     In  Atti  e  niemorie   della  r. 

acnJeniiii  di  scienzo,  lottere  ed  arti  di  Padova  anno  CCXCII. 
The  Song    of  Dermot    and    the  Karl:  An  Old  French  Poem 

on  the  Invasion  of  Ireland.     Edited  by  Goddard  H.  Orpen. 

Oxford,  Clarendon  Press. 
Tobler,  Ad.,  Dante  und  vier  deutsche  Kaiser.  Rede.  Berlin, 

Universität.  21  S.  4. 
Turrini,  J.,  L'Orlando  furioso  e  la  Regina  delle  fato.  Piacenza. 

58  S.  8. 
Unter forc her,   Aug.    Rätoromanisches   aus   Tyrol.     42   S. 

8.     Programm  Eger. 
Vanzolini,   G.,  Lettcra  di  Giacomo  Leopardi,  p.  per  nozze 

Vaccai-Picciöla.   Pesaro.  4. 
Vinson,   J.,    Essai  d'une  bibliographie  de  la  Inngue  basque. 

Grand  in  8,  XLVIII-479  p.  Paris,  Mnisonnouve. 
Vi  sing,  Joh.,  Frnnsk  Spräklilra.  II.  Formläia.  Lund,  Glcerup. 

S.  41  —  119. 


Literarische  Mittlieiluiigen,  Persona  1- 
nacliricliten  etc. 

Dr.  11.  .Vlthof  in  Weimar  bereitet  eine  neue  Ausgabe 
und   eine  neue  IJi'bersetzung  des  Walthnriliedes  vor. 

Im  Verlage  von  Gösohen  in  Stuttgart  und  unter  der 
Leitung  von  Dr.  .Julius  Elias  in  Berlin  soll  ein  kritischer 
Jahresboriclit  über  neuere  deutsche  1/itteraturgeschichte  er- 
scheinen, und  zwar  in  monatlichen  Heften. 

Eine  kritische  Ausgabe  der  Heimskringla  wird  von 
Dr.  Gustav  Morgenstern  in    Leipzig- Lindeniiu  vorbereitet. 

Der  allgemoine  deutsche  Sprachverein  setzt  einen  Preis 
von  3000  Mark  aus  für  eine  Schrift  üb(.'r:  Unsere  Mutter- 
sprache, ihr  WerdiMi  und  ilir  AVoson.  Die  Arbeit  soll  womög- 
lich den  Umfang  von  10  bis  15  mittleren  Druckbogen  nicht 
übersteigen.  Sie  soll  eine  auf  wissenschaftlichem  Boden  ruhende 


I  gemeinverständliche  und  übersichtliche  Schilderung  der  räum- 
lichen und  zeitlichen  Entwickelung  unserer  Sprache  sein,  die 
das  Hauptgewicht  auf  das  Neuhochdeutsche  legt.  An  diese 
kurzgefusste  Geschichte  der  Muttorspracho  soll  sich  eine  an- 
regende Darstellung  der  gemeinen  liochdeutschon  Schrift- 
sprache unserer  Zeit  schliessen ,  die  nicht  in  der  Form  einer 
lehrmässigen  Uebersicht  oder  eines  Xaclisohlagebuches ,  son- 
dern als  eine  lebendige  und  anschauliche  Erörterung  gedacht 
ist,  und  zwar  in  einer  Weise,  die  geeignet  erscheint,  die  äusser- 
liclie  Auffassung  vom  Wesen  der  Sprache  zu  bekämpfen  und 
die  weiten  Kreise  der  Gebildeten  zu  fesseln  und  zu  unter- 
richten. 

Die  Verlagshandluiig  L.  Ehlermann  in  Dresden  schreibt 
für  drei  zur  Veröffentlichung  in  der  von  Dr.  Anton  Bettel- 
heim herausgegebenen  Sammlung  , Führende  Geister"  geeignete 
Biographien  drei  Preise  (1.  Preis  30(t0  Mark.  2.  Preis  1500\ 
Mark,  3.  Preis  1000  MarkJ  aus.  Der  erste  Preis  soll  einer^ 
Goethe-Biographie  zuerkannt  werden. 

Privatdooent  Dr.  F.  llolthausen  in  Göttingen  ist  auf 
Einladung  clor  philosO|)hischen  Facultät  zu  Oicssen  an  diese 
Universität  übergesiedelt. 

t  zu  Tübingen  am  23.  August  Dr.  W.  L.  Holland,  im 
69.  Lebensjahre 


Abgeschlossen  am  16.  Soptember  1891. 


«Cx:   Literarische  Anzeigen.   ^O* 

Verlag  des  Art.  Institut  Prell  Fiissli  in  Zürich. 


Eleiiientarbiicli  der  Iraiizösisclieii  Sprache 

für  Olicrrcalschulon,  Realschulen  und  ver- 
wii[idte  Anstillten.  Von  Dr.  Gnstav 
Luppe,  Oberlehrer  an  der  Oberrealschulo 
zu  Kiel  und  Jnlins  Ottens,  ord.  Lehrer 
an  der  Oberrealschulo  zu  Kiel. 
FÜR  I.  TKIfj.     Das  erste  Schuljahr.     In  Rück- 

SEXT.\  und   Eckleder  geb.  M.  1.50. 

Fi'R  II.  TEIL.    Das  zweite  .Schuljahr.    In  Rück- 

QÜIXTA         und  Eokleder  geb.  M.   1.80. 

FÜR  IIL    TEIL.      Das     dritte     Schuljahr.      In 

QUARTA         Rück-  und    Kckloder  geh.  M.  2.— 

Französische  Schul^rammatik  im  Aiischliiss 

rr  '^'".n    I        ""    '^"''  Elomentarbucli   von  Li(i>j>e-Oltens. 
UNTEim-RFIA     Bearbeitet  von  J.  Ottens.    In  Rück-  und 
UNTERSKKIND.\   Eckleder  geb.   M.  2.-I0. 

***  Der  in  dieser  Grammatik  gebotene 
Lernstoff  ist  auch  für  Obersekunda  und 
Prima  ausreichend. 

Übungsbuch  z.  Übersetzen  ins  Französische. 

Fl'K  Im    .Vnsclijusse    an    des  Verfassers   Schul- 

B[S  grammatik  von  J.  Ottens.   In  Rück-  und 

UNTERSEKUNDA  Eekleder  geb.  M.  1.40. 


Soeben  ist  volL-itändig  erschionoii: 

Latßiniscli-roniäniscliesWörterkGli. 

Mit  ans(.'liliesst'in]i'in  roiuaiiisclicii   vi.  deutsclicii 
Wörterverzeichnisse 

von  Gustav  Körting. 

828  Spalten  u.  182  S.  4".  22  Mark,  in  Halbfrzb.l.  25  Mark. 

Verlag   von   Ferdinand   Schöningh   in   Paderborn. 


F.  A.  ItrorL-ltffus'  Aiifi(/norhnn  in  Lcipnlg. 

Anfang  Oktober  ds.  J.  erscheint  und  stellt  auf  Verlangen 
uubereclinet  und  postfrei  zu  Diensten: 
Kalnlorj  Xu.   108. 

Romanische  Sprachen. 

Sprachwissenschaft.  Literatur  u.  Literaturgesch.    1577  Nrn. 

Bibliollu'k   dos 

t  Prof.  Dr.  Heinr.  Körting  in  Leipzig. 

Leipzig.  F.  A.  Brockhaus'  Antiquarium. 


Hierzu  eine  Beilage  von  .loh.  Ambr,  Barth  in  Leipzig. 


Verantwortlicher  Redacteur  Prof.  Dr.  Fritz  Nenmann  in  Heidelberg.  —  O.  Otto's  Hofbuchdruckciei  in  Darmsladt. 


LITERATURBLATT 


FUH 


GKRMÄN18CHE  und  ROMANISCHE  PHILOLOGIE. 

IIICHAÜSGEGEBEN  VON 

D«-  OTTO  BEHAGHEL  u.nü  D''-  FRITZ  NEUMANN 


o.  0.  Profossor  ilt-r  ^'criiiiiitisL-liuii   IMiiluIu^'if 
HD  der  UiiivL-rsiliit  tiicssi'ii. 


0.  ü.   Professor    lier  runiimiM;Iien   l'liiluluyii.' 
an  der  Uiiiverbitiil  Heidelberg'. 


Er8clieiiit  monatlicb. 


VEKLAG    VOM 
O.  R.  REISLAND,  LEIPZIG. 


Preis  halbjährlich  M.  5. 


XII.  Jahrgang. 


Nr.  10.    October. 


1891. 


O  r  c  n  <i  e  1 ,    ein    deutsches  Spielniannsgedicht  hrsg.  |  Schultz,    Die    Sprache    der    „English    Gildtj'"    aus  [  W  i  s  t  si  s  s  e  I  e  m  o  i  n  e.   Afr.  Abenteuerroman  hrsg- 


voll  Berger  (R  o  e  t  h  i'). 

W  r  c  d  0 .     Die    Sprache     der    Ostgoten     in    Italien 
(V.  G  r  i  c  n  b  c  r  g  e  r). 

Kahle,      Die     altnord.    Sprache     im    I>ionste    des 
Chrisic-iitliuins  (U  e  u  s  1  e  n. 


dem  Jahre  1389  (H  o  1 1  h  a  u  s  e  nj.  von  Koerster  u.  Trost  .Tobleri. 

Rönistedl,      Die    englische     Schriftsprache  bei    i!  f^'J  ";';;;;",;■"""■"  P''°™"'"'*^^  '«""'"■'"  ff'" 

Caxtou  (Hülthausen).  ;  L  i  t  e  r  a  r  1  »  c  h  e     M  i  1 1  h  e  1  I  u  n  s  e  n  ,      IVrsonal- 

Das    A  d  a  in  s  s  p  i  e  1.      Airn.    Gedicht     hrsg:.  von  ■      nachrichten  etc. 

Grass  (Tobleri.  Zingerle.Zu  meiner  Ausgabe  v.  „Floris  et  I.iriopc". 


Orende).  Ein  ileutsclies  Spiolniaimsijediclit  mit  Einleitung 
uml  Anmerkungen  lierausfjegeben  von  Arnold  E.  Berger. 
Bonn,  Eduard  Weber.s  Verlag  (Julius  Flittner).  1S88.  CXV, 
1<I2  S.  gr.  8.     M.  9. 

Eine  neue  Ausgabe  der  mlid.  Orendeldichtung'  war 
Jüngst  ein  entsehiedenes  ßedürfniss.  v.  d.  Hagen  (1844) 
legt  mit  Consequeiiz  die  schlechtere  unserer  beiden  Haupt- 
(luellen,  die  Strassburger  Hs.,  seinem  Abdrucli  zu  Grunde, 
und  Ettiiiiiller,  der  diesen  Fehler  vermied,  macht  seinen 
durch  manche  geistvolle  Emendation  ausgezeichneten 
Te.Nt  (1858)  dadurch  phihilogiscli  unbrauchbar,  dass  er 
in  ihm  eine  ungenügend  begründete  .Stroiilientheorie  mit 
Gewalt  und  Willkür,  dabei  ohne  eimlringeiide  philo- 
logische Sorgfalt  durchsetzte.  Bergers  neuer  Ausgabe, 
der  diese,  leider  recht  verspätete,  Anzeige  gilt,  lässt 
sich  Geschick  und  ein  gesunder  Sinn  für  das  Erreichbare 
niclit  absprechen:  wenn  sie  aber  einen  sehr  erheblichen 
B'ortschritt  über  ihre  Vorgänger  hinaus  bedeutet,  so  ver- 
dankt sie  das  weit  mehr,  als  aus  der  anspruchsvollen 
Vorrede  klar  wird,  Harkensees  vortrefflicher  Disser- 
tation über  den  Orendel  (1879).  B.  fehlt  es  nicht  an 
hübschen  und  fördernden  Gedanken ;  aber  eine  energisch 
sich  vertiefende  Untersuchung  ist  weniger  seine  starke 
Seite:  das  Skizzenhafte.  Flüchtige,  das  der  Einleitung 
anhaftet,  wo  er  da  auf  eigenen  Füssen  steht  —  seine 
etwas  sorglose  Art  im  Citiren  der  Vorarbeiten  macht 
es  nicht  immer  leicht,  sein  und  Anderer  Eigenthum 
zu  Scheiden  —  ,  wird  auch  in  der  Ausgabe  nicht 
selten  fühlbar.  So  gern  ich  anerkenne,  dass  B.  einen 
brauchbaren  Text  besorgt  hat,  es  hätte  durch  ein 
sicliereres  und  energischeres  Einsetzen  philologischer 
Methode  doch  ein  reinlichei'es  und  befriedigenderes  Er- 
gebniss  erreicht  werden  können. 

Am  störendsten  drängt  sich  B.'s  Unsicherheit  in 
sprachlicher  Beziehung  auf.  Gleich  was  er  über  die 
Sprache  des  Augsburger  Druckes  (D),  der  Strassburger 
Hs.  (H)  und  über  den  vorauszusetzenden  Dialekt  ihrer 
(Jnelle  (U)  vorbringt,  ist  ganz  unzulänglich:  da  niuss 
der  Reim  <(  ;  <>  einmal  fiir  elsässisclien.  das  andere  Mal 
füi'  bairisch-östreicliischen  Ursprung  das  Hauptzeugniss 
abgeben:  in  liiinte  soll  ai  für  mhd.  e  stelin  u.  a.  Schlim- 
mer noch  und  erheblicher  ist,  was  B.  aus  den  Reimen 
der  r)ichtung  für  die  Mundart  des  Originals  ei'schliesst. 
Der  Reim  hotibet  :  (fepcmicet  verlangt  die  Labialaspirata'; 
aus  dem  Reim  grliuohe  :  nngefuoye  folgt  ihm  palataler 
('harakter    des    y;    ein  Kennzeichen  des  Mitteldeutschen 


ist  ihm  das  Fehlen  des  Umlauts;  der  Dativ  Plur.  ]iiin(h)i 
wird  als  Hauptbeleg  dieses  Fehlens  angeführt:  der  Reim 
her :  schar  gilt  ebenfalls  als  charakteristisch  md. :  in 
gwerte  {:  heijurte)  liegt  Verdunipfung  des  e  durch  ir  vor; 
'brüste :  feste  (d.  i.  brüste :  faste)'  soll  mundartlich  rein 
sein,  wälirend  vier  Seiten  weiter  lüften :  kreflen  unter 
den  unreinen  Reimen  steht  u.  s.  w.  Es  ist  natürlidi 
keine  Entschuldigung,  dass  schon  Harkensee  einen  Theil 
dieser  Merkwürdigkeiten  vorbringt:   was  1879  durchgeiin 

;  mochte,  macht  1888  doch  schon  ein  andev  Gesicht.  Das 
Gefährlichste  freilich  bei  dieser  ganzen  Untersuchung 
über  die  Sprache  des  Originals  liegt  dai'in,  dass  B.  un- 
bedenklich und  ohne  die  nöthigste  Vorsicht  die  klingenden 
Reime  ebenso  als  sprachliche  Zeugen  betragt  wie  die 
stumpfen,  so  ziemlich  der  ärgste  und  unter  Umständen 
verhängnissvollste  methodische  Fehler,  der  bei  der  sprach- 
lichen   Prüfung    eines    (iedichts    aus    der  Mitte    des    12. 

\  Jh. 's  —  und    etwa    um    1  DiO  setzt  B.  ilen  Orendel  an, 

!   allerdings    mit    ganz  ungenügenden  Gründen    —    irgend 

j  begangen  werden  kann. 

Unter  diesen  Umständen  will  ich  es  niclit  bedauern, 
dass  B.  völlig  darauf  verzichtet  hat,  das  Gedicht  in 
seiner  ursprünglichen,  iniftelfränkischen  Mundart  zu  geben 
oder  ihr  auch  nur  aiizuiKilieni.  Dieser  Verzicht  lässt 
sich  durch  die  überaus  späte  und  unzuverlässige  Ueber- 
lieferung  nur  zu  leicht  vertlieidigen;  mindestens  aber  hätte 
die  Resignation  nicht  so  gründlich  sein  brauchen,  dass  uns 
B.  z.  B.  das  Prou.  du  im  Reime  :  friio  mit  dem  Druck  von 
1512  in  ein  dno  umwandelt,  obgleich  er  erkennt,  dass 
da  der  Reim  di'i :  fru  vorliegt.  Die  sprachliche  Gestalt, 
in  der  der  Orendel  bei  B.  auftritt,  bleibt  jedesfalls  nur 
ein  höchst  unbehaglicher  und  unbefriciligeiuler  Xnthbehelf. 
H,  die  Handschrift  von  1477,  und  D,  der  Augsburger 
(Froschauersche)  Druck  von  1512,  gehn  zurück  auf  eine 
starke  Umaibeitung  des  Originals,  U,  die  B.  ohne  jeden 
zwingenden  Grund  nach  Oberdeutschland  und  aus  Ende 
des  13.  Jh. 's  setzt;  die  zahlreichen  Reime  langer  und 
tonlanger  Vokale,  die  dem  alten  Orendel  gewiss  nicht 
angehören  —  schimmert  doch  z.  B.  bei  dem  typischen 
Reime  here :  iiiere  das  ältere  seire  in  den  Lesarten  noch 
ein  paar  Mal  durch  — ,  würden  eher  nach  Mitteldeutsch- 
land (oder  in  eine  erheblich  spätere  Zeit)  weisen.  Dieses 
U  des  13.  Jh. 's  will  B.  herstellen.  Da  er  nun  aber 
über  die  sprachliche  Beschaffenheit  von  U  nichts  Rechtes 
weiss,    begnügt   er  sich,    die   Schreibweise  von  HD,    die 

24 


331 


1891.     Litcraturblntt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  10. 


^■^2 


für  die  .''pr.'nlic  des  Oieudel  doch  nicht  den  geringsten 
ui'knndlichen  Werth  liat,  in  einigen  nicht  sehr  ein- 
schneidenden Punkten  zn  mildern:  das  Deutsch,  das  dabei 
herauskommt,  mit  dem  ewigen  ciiom  (mlid.  ^ein),  tcö  (mhd. 
sici'i),  dem  flectirten  ir,  den  abscheulichen  Plur.  Praet. 
auf  -ent,  gar  mit  dem  Dativ  jtdiiii  u.  s.  w.,  ist  dann 
eben  doch  nur  ein  l>eutscli  des  15.  .Ih.'s  und  keineswegs 
um  130Ü  glaublich,  wohin  B.  U  doch  setzt.  Schon  der 
fatal  stillose  Eindruck,  den  solch  ein  Deutsch  bei  einem 
archaischen  Gedicht  des  12.  Jh. 's  macht,  lässt  mir  diese 
Lösung  der  siirachlichcn  Frage  nicht  glücklich  erscheinen. 
Folgerichtig  hätte  II  Grendels  Vater  auch  nicht  Ougel 
nennen  dürfen,  eine  Form,  die  er  nur  aus  einem  in  U 
zerstörten  Reim  erschliesst,  die  aber  U  gewiss  nicht 
hatte.  Nun  aber  begnügt  sich  B.  sonst  keineswegs 
damit,  U  herzustellen:  er  geht,  und  mit  Recht,  einen 
nicht  unerheblichen  Schritt  weiter  zurück;  seine  'con- 
scrvative'  Behandlung  dei  Sprache  ist  also  doppelt  un- 
gerechtfertigt. 

Schon  Harkensee  hatte  betont,  dass  in  einem  Oth- 
marschen  Drucke  von  1.512  (P)  die  Piosaanflösung  eines 
Textes  vorliege,  der  von  HD,  also  auch  von  U,  luiab- 
häugig  gewesen  ist,  und  er  hatte  eine  Anzahl  Text- 
besserungen aus  P  entnommen.  B.  hat  das  Verdienst, 
P  in  consequentcr  Benutzung  für  seinen  Text  fruchtbar 
gemacht  zu  haben.  Einmal  indem  es  für  D  oder  H, 
wo  sie  auseinander  gehn,  entscheidet:  dabei  war  aller- 
dings mehr  mit  der  Möglichkeit  zu  rechnen,  dass  der 
Bearbeiter  von  P  auch  D  gelegentlich  herangezogen 
hat,  wofür  die  bereits  von  Harkensee  bemerkte  Ver- 
wandtschaft der  Titel  von  P  und  D  spricht.  Dann  aber 
indem  Fehler  und  Entstellungen,  Lücken  und  Verwir- 
rungen in  U  ans  P  aufg,  .leckt  una  corrigirt  werden : 
der  Ertrag  ist  nicht  gering.  Ob  B.  P  ausgeschöpft  hat, 
kann  ich  leider  nicht  controliren,  da  er,  was  ich  sehr 
bedaure,  P  nicht  abdruckt,  wozu  unter  den  Lesarten  der 
rechte  Platz  gewesen  wäre;  die  Angaben  in  der  Ein- 
leitung sind  doch  eben  nur  eine  subjective  Auswahl,  die 
zum  Xacharbeiten  nicht  genügt  und  manche  Frage  un- 
beantwortet lässt,  die  sich  autdiiingt;  es  ist  ausserdem 
unerlaubt  unpractisch  und  uiibei|uem,  dass  der  Leser  sich 
über  die  oft  ausschlaggebende  Lesung  von  P  das  Nöthige 
in  der  Einleitung  zusammensuchen  muss  und  im  Apparat 
kein  Wort  auch  nur  des  Hinweises  findet.  Ob  es  richtig 
war,  ganze  Prosapartien  aus  P,  die  B.  altes  Gut  zu 
enthalten  schienen,  mitten  in  den  Text  des  Gedichts 
hereinznscliieben,  oder  ob  auch  sie  nicht  besser  unter 
dem  Text  stünden,  darüber  lässt  sich  streiten.  Ein  jiaar 
Mal  geht  mir  B.  in  der  Vorliebe  für  I'  jedesfalls  zu 
weit.  Bloss  weil  da  angeblich  irgend  ein  banaler  Reim 
durchschimmert,  durfte  nie  etwas  aus  P  aufgenommen 
werden.  1704  ff.  zerstört  B.  P  zu  Liebe  gradezu  die 
deutlich  gew(dlte  Symmetrie  der  Dreiheit:  Orendel  durch- 
bricht dreimal  das  Heer:  die  erste  Schaar  jagt  er  am 
ei'Sten  Tage  ins  Klebermeer,  die  zweite  am  zweiten  ins 
Wettcrische  Meer,  die  dritte  am  dritten  in  den  flüstern 
Tann;  schon  dass  ein  vierter  Ort  des  Verjagens  nicht 
vorkommt,  beweist  doch  wohl,  dass  für  eine  vierte  Schaar 
liier  kein  Platz  ist.  Warum  die  echt  mhd.  ironische 
Wendung  24St()  mit  P  trivialisirt  wird,  verstehe  ich 
nicht,  ist  l!l(i2f.  richtig  aus  P  hergestellt,  so  niusste 
der  gleiche  Text  auch  ].5H()f.  aus  H  eingesetzt  werden: 
an  solchen  kleinen  Unsauberkeiten  fehlt  es  auch  sonst 
nicht:  vgl.  z.  B.  514  f.  mit  542  f.,  2257  f.  mit  2H58  f.; 
das  Aergste  der  Art  ist  wohl,  dass  B.  nach  Vogts  Vor- 


gang die  Verse  630 — (it)5  als  interpolirt  einklammeri. 
dagegen  die  unlöslich  damit  zusannnenhängenden  Vei^si 
993—1010.  2229  30.  2247  8  unbeanstandet  lässt. 

B.  schliesst  sich  der  oft  ausgesprochenen  Jleinnng 
an  (Kap.  III  der  Einleitung),  dass  der  Orendel  in  Mortdt- 
strophen  verfasst  war;  diese  seien  erst  in  U  zerstört 
worden.  Man  sollte  nun  meinen,  er  werde  zur  Stütze 
seiner  Ansicht  P  ins  Feuer  führen,  dessen  (Quelle  ja 
doch  über  U  zurückliegt.  Aber  nein,  der  Beweis  wird 
lediglich  mit  einigen  in  U  stehen  gebliebenen  oder  durch- 
schimmernden Moroltstrophen  geführt:  darunter  erscheint 
sogar  eine  ohne  syntactisclie  .Abgeschlossenheit  (77()  ff.); 
derartige  Strophenenjambements  kommen  ja  auch  im 
Jlorolt  Vor,  werden  aber,  wo  es  sich  um  Nachweis  der 
Strophenform  handelt,  jedesfalls  besser  ausgeschlossen. 
Ich  halte  es  für  sehr  möglich,  dass  B.  Recht  hat;  die 
strophische  Anlage  ist  meines  Erachtens  unverkennbar; 
auch  in  der  überarbeiteten  Gestalt  fühlt  man  die  vielen 
kleinen  Einheiten  in  Satzbau  und  Sinn  durch,  man  lese 
nur  einmal  den  Rother  zum  Vergleich:  und  die  Mor<dt- 
strophe  mit  iliren  fünf  Zeilen  hat,  da  jene  Einheiten 
zwischen  2  und  3  Reimpaaren  schwanken,  auch  abgesehn 
davon,  dass  sie  literarhistorisch  naheliegt,  von  vornherein 
eine  gewisse  Wahrscheinlichkeit  für  sich.  Nur  liess  sich 
die  Untersuchung  doch  wohl  eindringender  führen.  Es 
bedurfte  einer  Prüfung,  inwieweit  das  Gedicht  in  solche 
Einheiten  sich  zerlege,  es  l)edurfte  mindestens  einer  Angabe 
darüber,  inwieweit  P  B.'s  Striii)lienthe(irie  zu  begünstigen 
scheine,  es  bedui-fte  namentlich  einer  zusammenhängenden 
Musterung  der  zahlreichen  wiederkehrenden  Vcrsgrnppeu. 
Mor.  317  verglichen  mit  297/8  lehrt  ja  freilidi.  dass 
solche  wiederkehrenden  Versgruppen  nicht  nothwendig 
an  derselben  Stroplienstelle  stehn  brauchen :  aber  das 
ist  doch  eine  Ausnahme  und  beeinträchtigt  den  metho- 
dischen Werth,  den  diese  Versgruppen  für  die  Fest- 
stellung der  strophischen  Form  haben  müssen,  nur  wenig. 
—  In  B.'s  sonstigen  metrischen  Bemerkungen,  die  recht 
flüchtig  sind,  ist  mir  eine  grosse  Unsicherheit  der  Be- 
tonung aufgefallen;  von  den  acht  Belegen  z.  B.,  die  er 
p.  XL  für  '3  Hebungen  (dnie  dazwisclienli(;gende  Senkung' 
gibt,  ist  nnr  einer  richtig;  es  wild  wohl  ähnliche  Ur- 
sachen haben,  wenn  B.  in  der  Mehrsilbigkeit  der  Sen- 
kungen keinen  Unterschied  zwischen  den  Versfüssen 
wahrnehmen  konnte.  Warum  er  zu  Synkopen  wie  hei- 
scJiriit,  eilende  (!)  u.  ä.  griff,  wenn  er  —  und  gewiss 
mit  Recht  —  mehrsilbige  Senkungen  einmal  zugab,  das 
ist  mir  unklar  geblieben. 

Es  ist  nicht  meine  Absicht,  hier  auf  alle  die  Fragen 
einzugehn,  die  in  B.'s  Buch  berührt  werden:  ich  kann 
namentlich  auf  eine  Erörterung  des  dem  Mythus  gewid- 
meten 5.  Kapitels  verzichten,  da  B.  dort  wesentlich  den 
mit  nicht  eben  geschmackvollem  Enthusiasmus  gepriesenen 
Orendelaufsatz  seines  Freundes  Beer  wiedergibt.  Die 
.Abschnitte  über  Sage  und  Ccmiposition  stehn  unter  dem 
stärksten  Einfluss  dei-  Miillenliort'schen  Bemerkungen  über 
Orendel  (D.  Alterth.  1,  32  IT.):  nicht  nur  dass  B.  mit 
Jlüllenhoft'  die  Orendelsage  iils  alte  Heimkehrsage  fasst, 
sondern  er  folgt  ihm  auch  in  den  meisten  Einzelheiten, 
schliesst  ■/..  B.  mit  Müllenhoff'  aus  Ises  Rossfang,  dass 
Orendel  von  diesem,  nicht  von  Jlerzian  sein  Ross  habe, 
und  sieht  in  der  von  ihm  mit  Jliillenliofl'  überschätzten 
Minoltepisode  einen  besonders  deutlichen  Rest  der  lieini- 
kehrdiclitung.  Ich  bekenne  in  all  diesen  Dingen  meine 
Skepsis,  Grade  die  von  B.  herangezogene,  gewiss  er- 
wägenswerthe  Stelle  des  Apolloniusromans,   der  er  Ein- 


333 


1891.     Literaturblntt  für  germanische  und  romanisolie  Pliilologio.     Nr.  10. 


334 


Huss  auf  Ises  Gestalt  zusclircibt,  ist  der  von  I?.  Ise  zu- 
gescliubeiieu  Rosssiheiikuiii^-  nicht  günstig',  und  die  Minolt- 
gesclii eilte  stimmt  so  ganz  zu  den  Fortsetzungen  des 
Morolt  und  des  Eutlier,  dass  es  mir  wenig  einleuchtend 
sclieint,  wenn  U.  in  dieser  typischen  Spielmannsertindung 
besonders  alte  Züge  und  Reste  einer  besondern  Orendel- 
dichtung  wittert.  Auch  die  unmittelbar  folgende  Eiu- 
schliifernng  Wolfliarts,  für  die  B.  Judith  und  Holofernes 
niclit  bemühen  brauchte,  stimmt  ja  doch  ganz  zu  den 
(hileii  'rränken  Morolts.  Von  den  beiden,  sich  aus- 
schliessenden,  Scenen  Ises  an  Örendels  Hofe  scheint  mir 
die  er.ste,  in  der  Ise  den  lang  ausgebliebenen  Knecht 
sncht,  zweifellos  alterthümlicher  als  die  zweite,  die  sich  B. 
8.  LXXIII  nur  allzu  einfach  und  romanhaft  befriedigend  so 
zurechtgelegt  hat,  dass  Ise  vou  dem  dankbaren  Urendel 
an  den  Hof  berufen  werde,  um  ihn  dort  zu  belohnen; 
einzelne  alte  Verszeilen  sind  da  nicht  ausschlaggebend. 
So  hätte  ich  gegen  Kap.  IV  und  \l,  die  Untersuchung 
von  Stoff  und  Quellen,  noch  Manches  auf  dem  Herzen, 
versage  mir  aber  um  so  lieber  hier  weitere  Erörterungen, 
als  uns  von  berufener  Seite  eine  Beleuchtung  des  Orendel- 
stotfes  von  ganz  anderm  Standpunkt  in  nahe  Aussicht 
gestellt  ist.  —  Im  Aufdecken  der  störenden  Inter- 
polationen und  Unklarheiten,  die  durch  spätere  Spiel- 
mannszuthaten  hereingebracht  sind,  hätte  vielleicht  noch 
mehr  geschehn  können:  ist  es  z.  B.  richtig,  dass  auf 
Grendels  Gebet  453  If.  unmittelbar  grade  sein  grösstes 
Missgeschick  folgt,  während  seine  Gebete  sonst  stets 
vom  schönsten  Erfolge  gekrönt  sind?  Sehen  die  Verse 
475 — 78  nicht  vielmehr  aus,  als  befände  sich  Orendel 
im  "Walde  als  im  Meere?  Die  Rüstung  Örendels  9li6  ff. 
ist,  wie  schon  ein  Vergleich  mit  den  fast  gleichlautenden 
andern  Rüstungsschilderungen  lehrt,  kaum  in  Onluuug 
u.  s.   w. 

Eine  abschliessende  Leistung  ist  B.'s  Buch  nach 
keiner  Seite  hin:  das  wird  schon  durch  die  Xachlässig- 
keit  verhindert,  mit  der  B.  die  wichtigste  Frage  der 
Abfassungszeit,  mit  der  er  das  Sprachliehe  und  Metrische 
abthut.  Aber  das  Buch  ist  flott  geschrieben  und  nicht 
arm  an  anregenden  Bemerkungen ;  dazu  rechne  ich  auch 
das  Eine  und  Andere  unter  den  metrisch-stilistischen 
Andeutungen,  die  die  Vorrede  der  Geschichte  der  Reim- 
formeln widmet,  so  wenig  Gewinn  ich  mir  sonst  von 
derartigen  anspruchsvoll  flüchtigen  Skizzen  verspreche. 
Göttingen.  Roethe. 

Wrede,  Ferdinand,  Ueber  die  Sprache  der  Ostgoten 
in  Italien.  Strassbui-g,  Trübuer.  1891.  160  S.  8.  M.  4. 
QF.  6S. 

Das  Buch  gliedert  sich  gleich  der  1886  erschienenen 
Schrift  Wredes  über  die  Sprache  der  Wandalen  in  drei 
Theile:  Zusammenstellung  des  Materials  in  chronologischer 
Ordnung,  Erläuterung  der  einzelnen  Wörter  in  etymo- 
logischer und  lautlicher  Hinsicht,  grammatische  Zusammen- 
fassung der  Dialektmerkmale. 

Der  Verfasser  beschränkt  sich  auf  die  Zeit  des 
Ostgotenreiches  in  Italien  und  schliesst  für  den  Zweck 
seiner  Untersuchung  sowohl  die  Urkunden  von  Arezzo 
und  Neapel  und  das  Kalenderfragment  als  auch  den  sog. 
got.  Trinkspruch  der  Anthologia  latina  aus,  da  er  von 
den  erstereu  urtheilt,  dass  sie  nicht  im  Dialekte  des 
ostgot.  Volkes  in  Italien,  sondern  in  der  überkounneneu 
Sprache  der  theologischen  Literatur  (.Geheimschrift  der 
Geistlichen!  sie  p.  139)  verfasst  seien,  von  dem  letzteren 
aber,  dass  er  wegen  eih  statt  ostgot.  (liX'l  der  früheren 
Zeit  des  Westgoten  Alarik  (410)  angehören  müsse. 


Es  stehen  denniach  nur  Personennamen  zu  Gebote, 
welche  aus  den  (Quellen  des  li.  und  7.  .lahrhunderts  ge- 
sammelt und  in  20»)  Artikeln  abgehandelt  siuil.  Quellen 
des  5.  und  4.  .Ih.'s  sind  der  ausgesprochenen  Absicht 
gemäss  nur  gelegentlich  und  im  Zusammenhange  mit 
späteren  Namensforraeu  benützt.  In  diesem  eng  um- 
schriebenen und  zeitlicii  abgegrenzten  Gebiete  hortt  der 
Verfasser  zu  einer  gesicherten  dialektischen  Ciiarakteri- 
sirung  gelaugt  zu  sein,  mit  Recht  aber  bezeichnet  er 
dieselbe  nur  als  „Versuch  einer  ostgot.  Grammatik", 
denn  nicht  um  die  grammatischen  Merkmale  des  Ost- 
gotischen in  ihrer  Gesammtheit  kann  es  sich  in  .\nsehung 
des  zu  Grunde  gelegten  Materials  handeln,  sondern  nur 
um  die  Lautlehre  des  Dialektes,  genauer  gesagt  um  die 
Buchstabenlehre  der  ostgot.  Personennamen  aus  der 
italienischen  Zeit. 

Es  kann  indessen  nicht  behauptet  werden,  dass  die 
Arbeit  Wredes,  auch  wenn  wir  sie  mit  reducirtem  Titel 
als  Versuch  einer  ostgot.  Lautlehre  bezeichnen,  den  be- 
rechtigten Erwartungen  durchaus  entspreche,  wir  werden 
vielmehr  seine  Anschauungen  oft  als  einseitig,  seine 
Schlüsse  als  übereilt  zu  erkennen  in  der  Lage  sein. 

Mau  vermisst,  um  zunächst  Formelles  zu  berühren, 
im  grammatischen  Theile  die  Zusammenstellung  der  Be- 
lege —  als  Noten  augebrachte  Verweisungen  sind  un- 
bequem — ,  man  vermi-;st  sehr  oft  die  genaue  Abwägung 
desjenigen,  was  dem  Ostgot.  wesentlich  sein  konnte, 
gegenüber  jenem,  was  dem  vulgärrömischen  oder,  wie 
maj  auch  schon  sagen  könnte,  romanischen  Vermittler 
des  einzelnen  Wortes  zuzurechnen  ist,  man  vermisst 
endlich  exacte  Zählungen  und  gew'issenhafte  lautphysio- 
logisclie  Benrtheilung.  Auf  Grund  von  vier  oder  fünf 
halbwegs  sicheren  Belegen:  ostro-,  roseminl,  odwiii, 
oderic,  vielleicht  auch  osiriii  ((/oda  gehört  nicht  hierher, 
morra  und  iotda  sind  etymologisch  sehr  anfechtbar)  be- 
hauptet Wrede  eine  durchgreifende  Monophthongirung 
des  got.  nn  zu  ostgot.  ö  und  erklärt  den  Buuto  bei 
Ennodius  (vgl.  an.  haiifa,  ags.  hi'utan,  ahd.  iiösun), 
welcher  ihm  das  Concept  stört,  nicht  etwa  bloss  für 
nicht  ostgot.,  sondern  sogar  für  ungermanisch.  Aber 
diese  Belege  beweisen  an  sich  nur  ostgot.  ö  vor  s  und 
d,  bemerkensvverther  Weise  Fälle,  in  denen  auch  das 
Ahd.  Oll  zu  ö  raonophthongirt,  und  sie  gestatten  demnach 
nicht  den  Schluss,  dass  got.  an  im  Ostgot.  etwa  so  w'ie 
im  As.  durchaus  zu  ö  geworden  sei,  da  ja  auch  eine 
dem  Ahd.  gemässe  Spaltung  des  Diphtholigen  in  oh  und 
ö  doch  mindestens  das  gleiche  Recht  der  Wahrschein- 
lichkeit besitzt.  Ja  es  ist  gar  nicht  ausgemacht,  dass 
die  römische  Schi-eibung  coio  p.  111  ostgot.  (jöja  dar- 
zustellen habe,  es  kann  auch  die  Diphthongstufe  (joiijit 
bedeuten,  welche  mit  den  Mitteln  latein.  Orthographie 
des  G.  Jh. 's  kaum  anders  als  durch  o  ausgedrückt  werden 
konnte. 

Falsch  ist  auch  die  Ansicht  Wredes,  dass  ostgot.  ü 
immer  nur  durch  u,  nicht  durch  o  dargestellt  werde; 
denn  freilich  Umlaut  werden  wir  das  nicht  nennen,  wohl 
aber  graphische  Repräsentation  und  die  Fälle  holdir/ern 
und  opfarif  bedürfen  weder  der  Emendation,  noch  nichts- 
sagender Künsteleien,  um  eine  Schwierigkeit  zu  be- 
seitigen, welche  thatsächlich  gar  nicht  vorhanden  ist. 
fz  z  in  tziillri  tzftlicn  tiitta  zeia  ist  romanische  Laut- 
substitution für  ostgot.  aspirirtes  alveolares  t,  tli  in 
tliei'i  tliiiUjilu  aber  die  genaue  Darstellung  desselben. 
Wrede  wirft  dieses  t2  2  mit  jenem  aus  tj  und  dj  in 
Sfotzas  Scciudza  zusammen  und  redet  von  Assibilatiou, 


■.v.\r, 


1891.    Literaturblatt  fOr  ^ermanlBohe  und  romnnische  Philologie.     Nr.  10. 


33r, 


ein  .\iisdruck,  der  niclit  einmal  bei  Tzilia  jiasst,  bei 
T:aUii  Tzdliro  aber  doch  gewiss  nicht  angewendet 
werden   sollte. 

Die  etymologischen  Ergebnisse  in  dem  mit  so  weit- 
iiiiiHirer  lieredsamkeit  geschriebenen  IJuclie  lassen  gleich- 
falls vieles  7M  wiinscheu  übrig.  Wrede  untersehiitzt  die 
Lebiiidiirkeit  des  got.  Spraihmaterials  in  den  Xameii 
und    iilii'fschätzt  weitaus  das  r'rincii)  des  llypocorismus. 

Falsch  giMlentet  ist  Vnscila  als  Iluuxld,  viel  näher 
liegt  U'iiiiftcilu;  Jioio  gehört  zu  Ixouin  und  hat  mit 
kelt.  liojo-  nichts  zu  thun.  Coslila  ist  trotz  Stark  und 
Wrede  giitisch  und  erläutert  sich  aus  ags.  cost  erprobt. 
()ri(i<i  (Hiiniu^  fiiiirt  auf  Wnijd,  vielleicht  aus  trraf/pi 
Ablaut  zu  got.  irrölis'.  Zu  IllKruunviOu  im  Sinne  von 
Miilitiisiriiit/iii  vgl.  got.  7i(ilitinii<ifi<  mit  a  als  €om- 
positionsvokal  und  alid.  MahtiinV .  GiiltiUt  ist  natür- 
lich (ji'iH-ihi,  sicher  nicht  f/a-t'ild.  Hei  Tein  ist  mit 
Unrecht  eine  gute  Erklärung  trwjii  der  Ordner  ver- 
lassen, um  eine  schlechte  *taif/j(i  Trinker  (V)  an  ihie 
Stelle  zu  setzen.  Dass  Tila  ein  zweiter  Beiname  des 
des  Teia  sei,  ist  nicht  ausgemacht,  denn  die  einzige 
authentische  Slünze  bei  Friedländer  Tafel  3  hat 
1>N  TlllL  .\R1X,  was  viel  eher  einem  Vollnamen  Thila- 
rir  got.  Tilitri'iks  gleichsieht,  als  einem  Beinamen  Thila 
plus  dem  allerdings  für  lat.  vex  vorkumnienden  ostgot. 
rix.  Dagegen  führt  Eulharicus  in  der  That  drei  Bei- 
namen, wobei  die  Erklärung  von  Cillicn  als  Cilicier  (!) 
wieder  bei  den  Haaren  herbeigezogen  erscheint.  Die 
einfachste  historische  Erwägung  hätte  Wrede  vor  einem 
derartigen  llirngespinuste  bewahren  können. 

Der  Raum  eidaubt  niclit  auf  Weiteres  einzugehen. 
Es  soll  niclit  geläugnet  werden,  dass  die  vorliegende 
.Arbeit  Wredes  viele  hübsche  I>eobaclitungen  nnd  F,v- 
klärungen  vermittelt,  von  denen  ein  gewiss  beträchtlicher 
Theil  nicht  bloss  auf  Rechnung  der  mit  grossem  Fleisse 
benutzten  Litei'atur  gestellt  werden  mag,  es  kann  aber 
auch  nicht  verhohlen  werden,  dass  die  Gesammtsumme 
der  Ergebnisse  mit  der  ausserordentlich  breiten  und 
redseligen  .Anlage  des  Buches  in  keinem  gerechten  Ver- 
hältnisse steht  und  dass  das  Hauptverdienst  der  Arbeit 
doch  eigentlich  weniger  auf  den  Etymologien  oder  den 
grannnatisciien  .Abstractionen,  als  vielmehr  auf  der  ver- 
anstalteten Sammlung  ostgotiselier  Namen  beruht,  welcher 
nach  Berechnung  der  Paginirung  24  Seiten,  das  ist 
gei'ade  ein  .Vchtel  des  Buches,  eingeräumt  sind.' 
Wien.  Theodor  v.  Grienberger. 

Kahle,  liernhard,  Die  altnordische  Sprache  Im  Dienste 
des  Cliristenthnins.  I.  Tlioil:  Die  Prusn.  (Actii  Ocr- 
nianicii  I,  4.)  IJoilin,  Mayer  &  Müller.  1890.  137  S.  8. 
Durch  die  chiistlichen  Sendboten  und  Lehrer  wurde 
der  heidnische  (iermane  in  einen  Kreis  völlig  neuer 
])ild(;r  und  Ideen  eingeführt.  S(>ine  Sprache  so,  wie  sie 
gesprochen  wurde,  reichte  iiiiht  aus  das  Neue  zu  ver- 
mitteln. Sie  mussle  erst  dazu  herangebildet  werden. 
Fni'  man<he  Dinge,  besonders  Concreta,  behalt  man  sich 
mit  ilem  mehr  oder  weniger  angegliidienen  Fremdwort. 
Die  llauiitaufgabe  aber  war,  für  die  fremdartigen  Be- 
gritfe  die  nächsten  Analoga  unter  dem  15ekannten  und 
(leläutigeu  zu  linden  und  denigemäss  mit  einer  Jlenge 
von  kleinen  Beclentungsverscliiebungen  den  heidnischen 
Sprachschatz    in    das    christliiln-    Bett    zu    leiten.      Die 


'  I  Wrciles  Aiisclinuinigen  über  Hpnicliliclio  Vorgiingo 
hIiiiI  bisweilen  liiiclist  niprkwünlij,' ;  auf  fS.  IT.'i  hält  er  es  für 
ib'iikbar,  iliiBS  got.  irair"  '.selilimriii'r'  „ileii  iiiitprsclicidendon 
Scliwiiinl   (le9  s"  in  iriiir  'Mann'  lit'fünlert   liabeü     O.   B.J 


islUndisch-noi-wegische  Sprache  ist  dieser  .Aufgabe  mit 
einer  erstaunlichen  Schmiegsamkeit  nachgekommen.  Ohne 
von  den  feinen  Schattirungen  der  lateinischen  Kirchen- 
sprache viel  zu  verwischen,  bewährt  sie  in  ihrer  Wieder- 
gabe eine  gewisse  energische  Selbständigkeit  nnd  gelangt 
meist  zu  einfach-klaren,  jdastiscben  .Ausdiücken.  Gewiss 
war  es  kein  Kleines,  Dinge  wie  abstinentia  carnis,  cim- 
templativa  vita,  corruptil)ile  corpus,  siniplex  )iuritate, 
aeternae  beatitudinis  meritum  so  wiederzugeben,  wie  wir 
es  auf  S.   113  ft'.  der  vorliegenden  Schrift  linden. 

Der  Verf.  hat  die  christliehen  Termini  des  Nor- 
dischen mit  grossem  Fleiss  znsannuengetiagen  und  ein 
werthvolles  Nachschlagebuch  geschatfen.  llunh  gewandte 
Darstellung,  duich  Einreihen  gut  stilisii'ter  kleiner  .Ab- 
schweifungen beniiilit  er  sich  das  Buch  auch  lesbar  zn 
machen.  Er  übertritlt  darin  sein  Vorbild,  das  dritte 
!  Buch  von  Raumers  "Einwirkung  des  Christenthums  auf 
die  ahd.  Sprache'.  Zugezogen  wurde  nur  die  religiöse 
und  die  Gesetzes-Literatur,  also  nicht  die  |irofanen 
Sögur,  die  manches  Interessante  böten. 

Die  .Anordnung:  die  lateinischen  Termini  nach  sach- 
lichen Kategorien  aufzählend,  jeweils  mit  den  nordischen 
Entsprechungen,  hält  sich  ziemlich  genau  an  Raumer. 
W'egen  des  A'ortheils,  der  hieraus  für  die  vergleichemle 
Benutzung  entspringt,  dürfen  wir  dem  A'eif.  wohl  dank- 
bar sein,  dass  ei'  hierin  auf  Originalität  verzichtete. 
Ein  Uebelstand  bleibt  bei  dieser  realencyklopädischen 
Behandlung  nicht  aus.  Der  Ueberblick  geht  veidoren, 
wie  viel  von  den  zuströmenden  neuen  Begritt'en  der 
Scandinavier  mit  den  angestammten  Sprachmitteln  be- 
wältigte, wie  viel  er  mit  dem  fremden  Wort  ausdrückte ; 
und  im  ersten  Falle,  inwieweit  er  alte  Ausdrücke,  event. 
technische  Termini  von  theilweise  specitiscli  heidnischer 
Färbung,  anwandte,  inwieweit  er  neue  AVörtei-  oder 
stehende  Wortverbindungen  schuf  (z.  B.  (/ctara,  lireiii- 
life,  grähröpr,  Irremrr,  hofnpliii,  siplrteaitia/»-,  lihiimi 
.y'u)i).  Vielleicht  hätte  der  A'erf.,  ohne  im  Ganzen  nach 
diesen  (Tcsichtspunkten  zu  gruiipiren,  doch  innerhalb  dei 
einzelnen  Abschnittchen  Zusannnenfassendes  dai'über  geben 
können.  Die  .Angaben,  ob  ein  nord.  .Ausdruck  aus- 
schliesslich für  den  christlichen  Begriff  belegt  ist,  und 
das  Eingehn  auf  den  Bedeutungswandel  von  der  pro- 
fanen zur  christlichen  A^erwendung  hat  K.  entweder 
ganz  unterlassen  oder  so  gehalten,  dass  nicht  deutlich 
wird,  wo  der  neue  EinHuss  einsetzt.  A'gl.  z.  B.:  für 
Ketzerei,  Heidenglauben,  Aberglauben  geht  das  AVort 
vilht  „welches  eigentlich  'das  .Abweichen  vom  i'ichtigen 
Wege'  bezeichnet,  dann  in  überti'agenem  Sinn  'den  Irr- 
thum,  den  falschen  Glauben'"  (S.  70).  Die  letztere  Be- 
deutung, haeresis,  superstitio,  als  die  specilisch  christ- 
liche, knüpft  unmittelbar  an  die  ältere  'Irreführung,  Ver- 
drehung', vgl.  lo(/rill(i  'a  fraudulent  procedure'.  —  Man 
ist  jetzt  auf  die  fortwährende  Zuziehung  der  Wörter- 
bücher angewiesen,  um  sich  das  Bild  zu  vei'Vollständigen, 
wie  die  altnord.  Sprache  den  Dienst  des  Christenthums' 
antrat.  Den  hübsciien  .Amleutungeu  auf  S.  10  der  Ein- 
leitung hätte  man  von  der  kundigen  Feder  des  Verf.'s 
selber  weitere  Ausführung  gewünscht. 

Unklar  ist  mir  die  Bemerkung  S.  (58,  dass  die 
Worte  /ides  (jalaiilid  tri'ta  einmal  'die  Zuverlässigkeit 
des  Objectes,    an    welches   man   glaubt'    bedeutet    hätten. 

In  vielem  Einzelnen  wird  man  der  *^chi'ift  mannig- 
fache  Belehrung  zu   ilankiii    habrii. 

Basel.  .\.    Ilensler. 


337 


1891.     Literaturblait  für  germnnische  und  romanische  Philologie.     Nr.  10. 


33ft 


Schnitz,  Ernst,  Die  Sprache  der  „En^lish  Gilds"  ans 
(lern  J.abre  13S9.  Ein  ßeiti-ni;  zur  Diiili-ktkiimle  von 
Norfolk.  Jt'nacr  Dissert.ition.  Hildi'sheini,  Druck  von  Gebr. 
tierstcnberg.   1S91.  4«  S.  8. 

Verf.  untersucht  die  von  Miss  Tuulmiii  .Sniitli  in 
Band  XL  der  Early  Engl.  Text  Soc.  0.  S.  veröffent- 
lichten Urkunden  und  Satzungen  der  Gilden  und  Bruder- 
sfhaften  von  Xortolk,  welclie  iliese  in  Folge  eines  Par- 
lanientsbeschlusses  im  .Tahre  138H  einsenden  niussten. 
Sie  sind  tlieils  Abschriften  englisclier  oder  l'ehersetzungen 
französischer  resp.  lateinischer  Originale.  Mit  berück- 
sichtigt wurde  jedoch  eine  längere  Urkunde  der  St.  Georgs- 
gilde von  Xorwich  aus  der  Zeit  Heinrichs  V.  (15.  Jh.)  sowie 
das  Proniptorinm  Parvulorum  von  Galfridus  Graunnaticus. 
Die  sorgfältig  und  niethodiscli  angelegte  Arbeit 
zeugt  von  guter  Scliule  und  erörtert  klar  und  genau  die 
Laut-  und  Formenverliältnisse  dieser  Denkmäler,  wobei 
aucli  öfter  Darstellungen  älterer  oder  verwandter  Er- 
zeugnisse Berücksichtigung  finden,  z.  B.  der  nie.  Genesis 
and  Exodus,  von  Bokenams  Legenden,  vor  allem  die 
treffliche  Urkundengrammatik  Morsbachs.  S.  bildet  über- 
haupt zu  diesem  Buche  eine  werthvolle  Ergänzung  und 
somit  eine  weitere  wichtige  Vorai'beit  für  die  me.  und 
ne.  Grammatik.  Von  hübschen  Einzelbeobachtungen  möchte 
ich  das  S.  2S  über  die  eigenthümliche  Bezeichnung  des 
auslautenden  -th  diu'ch  ti„  t  und  "^t,  ht,  sowie  umgekehrt 
des  -t  durch  th,  <J  Gesagte  hervorheben.  Beispiele 
dafür  bietet  u.  a.  auch  das  von  .  Miss  Toulmin  Smith 
Anglia  VII,  323  ff.  herausgegebene  'Play  of  Abraham 
and  Isaac'  aus  Suffolk. 

Am  Schlnss  gibt  S.  in  einer  üebersicht  das  Eesnltat 
seiner  Untersuchungen,  besonders  um  die  Stellung  der 
Denkmäler  gegenüber  den  nördlichen  und  südlichen  Ein- 
flüssen zu  charakterisiren.  Einmal  (S.  28  Anm.)  führt 
er  auch  Parallelen  aus  dem  heutigen  Dialekt  an,  ohne 
aber,  was  zu  bedauern  ist,  diesen  für  seine  Arbeit  auch 
sonst  zu  verwerthen.  Dieselbe  hätte  dadurch  entschieden 
gewonnen,  besonders  der  Abschnitt  über  den  Vokalisnuis. 
Solche  Darstelluugen  älterer  Sprachperioden  gleichen 
Urarisszeichnungen;  Licht  und  Schatten,  vor  allem  aber 
Farbe,  kommt  erst  dui'ch  die  Vergleichung  mit  der 
lebenden  Mundart  hinein. 

Xur  einen  Fehler  habe  ich  beim  Durchlesen  ge- 
funden: S.  9,  2  steht  unter  den  Fällen,  wo  ae.  kurzes 
/  in  offener  betonter  Silbe  zu  e.  wird,  auch  Ieiieli/-heei/e 
'vivacitas'  aus  der  Prompt.  In  ne.  livdihood  hat  aber 
doch  das  erste  i  die  phonetische  Geltung  von  ai,  geht 
also  auf  ae.  l  zurück!  Uebrigens  finden  sich  auch  zu 
dieser  Schreibung,  e  =  T,  Parallelen ;  ich  verweise  nur 
auf  spretes  ■=--  spr'njhts  'Geister',  Bale,  Com.  conc.  3 
laws  v.  429  (Anglia  V,  173),  sowie  lektjnfi  =  liki/nr/ 
York  Pla3's  p.  496,  153  und  leke  =  llke  einmal  bei 
Caxton,  s.  Römstedt,  Die  engl.  Schriftsprache  bei  C.  p.  20. 
[Ich  benutze  die  Gelegenheit,  um  zwei  störende  Druck- 
feliler  in  einer  frühereu  Anzeige  zu  berichtigen:  Ltbl. 
XI  1890  Xr.  9,  Sp.  337  ergänze  „falsch  isf  Z.  22 
hinter  „sein  brauche"'.  Ebenda  Z.  17  v.  u.  1.  „setzest 
du"  St.   ,.setztest  du".] 

Göttingen.  F.  Holthausen. 

Römstedt,    Hermann,   Die    ensliscbe   Schriftsprache 

bei    Caxton.      Von    der    philos,    Factiltiit    der    Universität 

Göttinnen  gekrönte  Preisselirit't.    Güttingen  ISUl.  V,  .i4  S.  4. 

Dem  Thema  zufolge  waren  wenigstens  zwei  Werke 

Caxtons,    eins    aus   seiner   jüngeren   und  eins  aus  seiner 

älteren  Zeit,  im  Anschluss  an  die  Arbeiten  von  ten  Brink 


und  Morsbach  der  Untersuchung  zu  Grunde  zu  legen, 
..S(i  dass  die  Veränderung  der  Schriftsprache  von  Chaucer 
l)is  zu  Caxton  l'unkt  füi'  Punkt  hervoitritt.  Um  zugleich 
die  Weiterentwicklung  der  Scluiftspradie  bis  Shakspere 
zu  beleuchten,  ist  bei  jedem  Punkte  die  Schreibung  der 
Shakspere-Folio  ans  der  Abhandlung  von  Lunimert  über 
diesen  Gegenstand  mit  anzugeben".  Verf.  hat  das  liool,- 
of  Cxrtesi/e  und  Tleijnard  the  Fox  ganz,  Blanchnrdijn 
und  E</!antine,  Foure  Soiines  of  Aymon,  Le  Mortc 
Darthur  und  Eneydos  dagegen  nur  theilweise  für  seine 
Arbeit  benutzt  und  ausser  den  verlangten  grammatischen 
Werken  noch  die  Dissertationen  von  Salge,  Schoeneberg, 
Sopp,  AVille  und  AVürzner  berücksichtigt.  Xatüidich 
steigt  der  Werth  des  Buches  dadurch  beträchtlich,  dass 
man  nun  auch  bequem  die  sprachlichen  Eigenthümlich- 
keiten  der  in  diesen  Schriften  behandelten  L)ichte)'  und 
Prosaiker  überblicken  kann. 

Zwei  Fragen  wirft  E.  in  der  Einleitung  auf,  dei'cn 
Beantwortung  seine  Arbeit  gewidmet  ist:  1.  Was  sagt 
uns  Caxton  als  passiver  Zeuge  über  die  Veränderungen 
des  Sprachgebrauchs,  die  in  den  100  .Jahren  nach  Chaucer 
und  den  ältesten  Londoner  Urkunden  eingetreten  waren? 
2.  Hat  C.  auch  activ  in  die  Entwicklung  der  Schrift- 
sprache eingegriffen? 

Das  Urtheil  der  Facultät:  „Der  Verf.  hat  methodisch 
und  gewissenhaft  die  Sprache  C.'s  dargestellt  und  sie, 
wie  es  die  Aufgabe  vorschrieb,  detaillirt  mit  der  nächst 
vorhergehenden  und  folgenden  Entwickelungsstufe  der 
englischen  Schriftsprache  verglichen.  In  löblicher  Weise 
hat  er  dabei  durch  synoptische  Tabellen  Uebersichtlichkeit 
hergestellt,  durch  ein  Verzeichniss  von  C.'s  Abkürzungen 
und  Druckfehlern  allerlei  miverlässliches  Material  aus- 
geschieden und  auch  die  Hauptresultate  richtig  heraus- 
gestellt. Im  Einzelnen  könnte  noch  manches  klarer  ge- 
fasst,  manches  Resultat  fruchtbarer  verfolgt  werden. 
Aber  der  Fleiss,  die  sicheren  grammatikalischen  Kennt- 
nisse und  die  besonnene  Darstellungsgabe  des  Verfassers 
verdienen  entschiedene  Anerkennung"  kann  ich  mit  voller 
Ueberzeugung  unterschreiben.  E.  behandelt  in  der  Laut- 
lelu'e  zunächst  die  Quantität  der  Vokale,  und  zwar  erstens 
ihre  Bezeichnung,  zweitens  die  Kriterien  tür  ihre  Be- 
stimmung; darauf  die  Qualität,  getrennt  für  betonte  und 
unbetonte  Stellung.  Ausgegangen  wird  dabei  von  dem 
mittelenglischen  Lautstande.  Eine  kurze  Tabelle  mit 
einigen  Beispielen  versinnliclit  die  Entwicklung  vom  Ae. 
bis  Chancer,  Urkunden,  Caxton  und  Shakspere.  Am 
Schlüsse  dieses  Theiles  sind  die  gei-man.  und  roman. 
Vor-  und  Endsilben  sehematisch  übersichtlich  behandelt. 
Der  Consonantismus  konnte  beträchtlich  kürzer  abgethan 
werden,  ausführlicher  tritt  in  der  Flexion  das  Yerbura 
hervor,  dessen  Endungen  wieder  in  Tabellenform  gegeben 
sind.  In  derselben  practischen  Weise  repräsentiren  sich 
auch  als  Abschluss  die  Praeterito-Praesentia.  Einzel- 
heiten aus  der  Arbeit  hervorzuheben  geht  nicht  wohl 
an.  Ich  verzeichne  hier  kurz  die  Resultate  (bei  R. 
S.  51   ff".): 

Caxton  hat  keine  Kentismen  in  die  Schriftsprache 
hinein  gebracht,  seine  Drucke  haben  ein  noch  weniger 
kentisches  Gepräge  als  die  Schriften  Chaucers.  Audi 
gemein-südliche  Eigenthümlichkeiten.  wie  sie  die  ursprüng- 
liche Schriftsprache  charakterisirten,  sind  selten  geworden, 
indem  z.  B.  «  vor  Nasal  -\-  Cons.  seltener  als  bei  Ch. 
zu  0  geworden,  ausl.  <h  viel  consequenter  abgeworfen 
und    für    3    vor   palat.  Vokal    öfters  g    eingetreten    ist. 

25 


339 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  lU. 


3-10 


Das  End-c  ist  stumm.  In  der  Flexion  sind  die  alten 
Gen.  Sg.  der  femin.  nnd  conson.  Declination.  die  Phir. 
her,  fu'in  des  Pronoiiiens  der  3.  Pers.  nur  ausnalnus- 
weise  erhalten.  l>er  Pliiralvokal  der  Ablautsreilien  ist 
dem  des  Sg.  olt  frleich  geworden.  Die  scliwaelicn  \'erben 
2.  Klasse  haben  das  Suffix  -i-  verloren,  ae.  habban  mid 
lici/(in  ei-scheinen  stets  mit  nur  einfacher  Consonanz. 
Die  Endinigr  -eth  des  Plur.  ist  selten,  im  zweisilbigen 
st.  Part.  Praet.  ohne  nachaccentuelle  Nasalis  fehlt  das 
Endungs-«  selten  mehr.  Xur  ausnahmsweise  erscheint 
das  Praetix  //-. 

Wenn  sieh  also  auch  die  nördlichen  Tendenzen  bei 
V.  stärker  zeigen  als  in  den  Urkunden,  so  hat  er  doch 
Eigenthümlichkeiten  wie  das  -s  der  2.  und  3.  Person 
im  Verb,  die  Formen  sho,  sali  n.  a.  m.  ausgeschlossen, 
wenn  sie  nur  vei-einzelt  angenommen  waren. 

Der  Accent  in  romanischen  Wörtern  hat  sich,  wie 
die  schwankende  Schreibung  der  Prae-  und  Suffixe  lehrt, 
nodi  entschiedener  auf  die  ei^ste  Silbe  zurückgezogen. 
)•  bewirkt  Zerdehnung  vorhergehender  langer  und  offene 
.\Hssprache  vorhergehender  kurzer  Vokale:  zwischen  /, 
>•  -f-  w  erscheint  ein  Gleitelaut.  //  überwiegt  hit,  thoos 
konnnt  wieder  auf,  das  bei  Cli.  und  In  den  Urkunden 
fehlt,  während  es  im  Norden  (Ywain  a.  Gawain,  Sege 
off  Melayne)  erhalten  war.  Die  Verbalflexion  ist  durch 
rnitoniiirnng  und  .\ussterben  mehrerer  Formen  bedeutend 
Vereinfacht  worden.    Der  Plur.  des  Verb,  snbst.  ist  ar. 

C.  ist  fortschrittlicher  als  Ch.,  er  ist  zugleich  ein- 
heitlicher als  die  Urkunden,  weil  er  aus  der  Mannigfaltig- 
keit der  Zeichen  und  Formen  eine  Auswahl  zu  treffen 
snclit.  So  sondert  er  zwischen  ie  =  c  und  ea  =  t, 
festigt  das  Schwanken  im  Gebranch  von  au  +  h,  ai  -\- 
lit,  Oll  +  ht,  scheidet  fhun  und  then,  myn,  my  und 
ihyn,  thy,  wählt  zwischen  den  verschiedenen  Formen 
einer  Anzahl  von  Wörtern,  wo  sein  Vorgang  für  später 
nuissgebeud  geblieben  ist.  Für  dz  führt  er  die  Schrei- 
Imng  (/(/,  für  gntt.  //  die  Zeichen  yh  und  17»  ein,  für 
3  gern  y  oder  //.  Er  bleibt  sich  jedoch  nicht  durchaus 
gleich,  indem  in  veischiedenen  Werken  verschiedene 
Orthographie  erseheint.  Dies  lässt  sich  aber,  wie  E. 
S.  54  schön  nachweist,  in  jedem  einzelnen  Falle  genügend 
erklären. 

C.  hat  das  damalige  gute  Londoner  Durchschnitts- 
Englisch  in  seinen  Diucken  als  gefestigtere  Schriftsprache 
übcrlirfi'i't.  .Aus  dem  Mangfl  an  principiellen  Ver- 
änderungen wälirend  seiner  IJjährigcn  Thätigkeit  lässt 
sich  auf  ziemliche  Constanz  der  Sprache  sehUessen ;  auch 
wollte  er  wohl  aus  practisclien  Gründen  das  einmal 
Eingeführte  nicht  mehr  ändern.  Denn  manches  wäre 
doch  gewiss  noch  besser  zu  machen  gewesen! 

R.'s  Arbeit  darf  als  ein  höchst  werthvoller  Beitrag 
zur  Uli-,  und  ne.  (Jrammatik  bezoichnet  werden,  zngleicli 
als  <'in('  wiclitige  Ergänzung  von  Morsbaclis  Ruclie,  dessen 
Ergebnisse  sie  übrigens  glänzend  bestätigt.  Dies  hätte 
m.  E.  ein  wenig  mehr  hervorgehoben  werden  sollen!  — 
Hei  einer  nach  dem  Studium  der  Schrift  vorgenommenen 
Lectüri'  von  Caxtons  Caecilienlegende  in  den  Oriyi- 
nah  (Dill  Aiiiiloyiief!  p.  207  ff.  der  ("haucer-Society 
sowie  der  Wenefreda-Legende  in  Anglia  3,  Sit.")  ff',, 
wclclie  beide  von  R.  nicht  heranzogen  sind,  bekam  ich 
di-n  Eindruck,  dass  die  systematische  Darstellung  wirk- 
lich ein  vidlkommenes  und  klares  Bild  von  Caxtons 
S])rache  bietet.  Einiges  habe  ich  mir  als  neu  notirt, 
das  ich  zusammen  mit  kritisch"en  Bemerkungen  zu  R.'s 
Schiift    den   Fachgenossen    vorlogen  möchte.      Der  Verf. 


wird  daraus  mein  Interesse  an  seiner  Arbeit  erkennen, 
deren  Werthe  sie  übrigens  in  keiner  Weise  Abbruch  thnn. 
S.  4  oben.  Für  langes  a  bietet  noch  Caec.  211 
einen  Beleg  in  chaast  (vgl.  auch  S.  7,  3  ß).  —  S.  7 
oben.  Neben  ueet  findet  sich  ireite  Wen.  300,  II,  aber 
uvtyiiy  ib.  313,  26.  Kürze  zeigt  auch  sclion  das  Subst. 
suelte  W.  297,  48.  —  Ib.  4.  loose  geht  nicht  auf  ae. 
losian  zurück,  sondern,  wie  Zupitza  längst  nachgewiesen, 
auf  an.  lou.'n^.  —  Ib.  irair  und  liool  erklären  sich  ge- 
nügend aus  den  melirsilbigen  Paradignuifornii-ii,  weshalb 
die  betr.  Verba  nicht  angezogen  zu  werden  biauchten.  — 
S.  8,  1.  Weitere  Kürzmigen  sind:  claihle,  vgl.  S.  32 
imter  tli  und  Caec.  209;  triiste  (an.  traust)  W.  296, 
23;  duste  W.  297,  48.  Zu  den  zwischen  altem  a  und 
neuem  e  schwankenden  Praett.  und  Partt.  habe  ich  noch 
notirt:  dredde  W.  302,  41;  ledde  W.  300.  39;  ladde 
W.  301,  42;  spred  W.  299,  35;  lefle  W.  302,  29. 
Kürze  liegt  gewiss  auch  vor  in  hreste  dxec.  209;  ileii- 
sytiye  W.  297,  48;  clen)ies(se)  Caec.  207;  heltlie  W. 
295,  12;  299,  20.  Statt  letjan  ib.  lies  httan;  lote  ist 
wohl  die  luibetonte  Satzdonblette  von  Ute.  —  Ib.  3. 
Ein  weiterer  verkürzter  Comparativ  ist  liidder  W.  309, 
35.  —  S.  10,  1.  Fro  ist  =  an.  frä.  —  Ib.  2.  Bemh 
ist  =  ae.  beiidl  —  S.  1 1  oben,  lieber  lamb  vergl. 
Deutsche  Literatmzeit.  1888,  Nr.  47,  Sp.  1714  luiten. 
—  Ib.  Kann  die  Aussprache  von  miiversify  als  „schwan- 
kend" bezeichnet  werden?  —  Ib.  unten.  Ne.  miire  geht 
natürlich  nicht  auf  ae.  miere  zurück,  sondern  ist  eine 
Neubildung  nach  dem  Masc.  iiiearh.  Das  a  von  lorye, 
ijiKirel,  paryl  kann  icli  nicht  als  in  offener  Silbe 
stehendes  ansehn;  r  gehört  hier  zu  beiden  Silben,  wie 
die  ne.  Aussprache  lelirt!  —  S.  12.  Zu  ipike  vgl.  he- 
sprijnct(e)  W.  298,  23  und  299,  48.  —  S.  14,  b. 
chehßi  ist  =  ae.  deren,  vgl.  Kluge  Et.  "Wb."*  unter 
Küchlein  nach  Sarrazin  P.  Br.  Beitr.  IX,  585  f.  — 
Ib.  unten.  Ich  kenne  kein  ae.  bylr  neben  hyle.  Nach- 
zutragen wegen  ne.  biiild  ist  byhle  W.  295,  12.  — 
S.  16,  2.  wurm  ist  erst  eine  späte  Schreibung  (.\elfric) 
für  ae.  tpyrm,  vgl.  Sievers  Ags.  Gr.^  §  72  Ainn.  — 
S.  17  i(,  ß.  Für  sykenes,  sike  (ne.  siik)  ist  vielleicht 
an.  sijki  in  Betracht  zu  ziehn?  —  S.  19  oben.  Vgl. 
noch  frelnes  W.  300,  27.  —  Ib.  unten.  Ueber  loose 
vgl.  oben  zu  S.  7;  niost  kann  auch  anordh.  imht  ent- 
sprechen! Bei  smoofh  citirt  R.  Skeats  unmögliche 
Deutung  aus  ae.  *!<iiii'iil,  ohne  ihr  glüikliclicrweist'  bei- 
zutreten. Es  geht  natürlich  auf  ein  Adv.  swöde  zurück, 
das  sich  zu  dem  Adj.  siiiMe  verhält  wie  söffe  zu  s^fte, 
swöte  zu  swite,  ch'nie  zu  ilmic,  sinoltHce  zu  sinylfe, 
hddor  zu  hd'dre.  Wr.-Wül.  7,  26  gibt  aspera  :  uus- 
\  mopi  =  350,  29  uiisniode.  Siiiöp-  ist  aus  *sminifi, 
1  smmij)  entstanden,  wie  nd.  (Soester)  snidc,)  'geschmeidig", 
mnd.  s^uiwde,  beweist,  dass  gerade  wie  .röP<:,i  'Gänse', 
mud.  yivse,  zu  beurtheilen  ist,  vgl.  meine  Soester  llund- 
art  §  77,  b.  Ich  stelle  germ.  *smau]d-  zu  as.  uien- 
diau,  ahd.  menden,  meuthan  'sich  freuen'  und  erinnere 
der  Bedeutungsentwicklung  wegen  an  e.  glad  =  nhd. 
ylatt.  —  S.  21  unten.  Ne.  rnom  hat  nicht  wie  yreaf, 
hrenk,  hroiid,  wrath  ,.den  offeneren  Laut  wegen  des 
vorausgehenden  r  angenommen'',  sondern  ;7  ist  hier  offen- 
bar an  der  Diphthougirung  verhindert  worden,  so  dass 
00  hier  ü  bezeiclinet.  In  den  andern  Wörtern  hat  r 
den  offenen  Laut  erhalten.  Unter  den  Kürzungen  fehlt 
das  S.  30  unter  b  fälschlich  auf  „ae.  /)«)//«"  zurückge- 
führte thoiiibe,  das  dieselbe  Kürzung  wie  ne.  diiiiib. 
plinii   und  srinii  zeigt.     Ausser  vor  111   wurde  ä  im   Me. 


:!ll 


1801.     Litoiatuibhitt  für  gcriiiiiniBclie  und  roniiinisclie  Philologie.     Nr.   10. 


342 


verkürzt  vor  <jh,  k  iiiul  v,  vgl.  ne.  rongh,  slough; 
huck,  duck,  hurk,  pKck,  siick,  stuck,  niul  eiullicli  ihre, 
sJiooe.  Xacli  r  bliel)  n  (uler  wurde  zu  ii,  doch  niclit 
zu  (I  verkürzt:  ruom,  hrouk.  Ebenso  steht  ü  vor  p: 
coop,  (Ifoop,  loop,  p'Jup,  stoop,  swoop,  triloop;  aber 
a  in  >>it[)\  —  S.  24  oben.  Ne.  iltOH(/h  braucht 
nicht  mit  Brate  auf  uruord.  *pdh  zurückgeführt  zu 
werden,  vgl.  Feist,  Grundr.  der  got.  Etyra.  S.  J20. 
—  S.  28.  Das  lateinische  Suffix  -atem  erscheint  als 
-ee  in  iiiugmnupmjtee  Caec.  207;  emomje  tinde  ich 
noch  Caec.  211  und  219.  —  S.  30.  In  dämme,  Praet. 
von  ae.  cUmhun,  soll  h  „unter  Einfluss  des  schw.  clim- 
miaii"  abgefalleu  sein.  Das  bei  Bosworth-Toller  ver- 
zeichnete cUjmmkm  (Sal.  u.  Sat.  414  liest  die  Hs. 
übrigens  clijmme(t,  vgl.  Angl.  1,  122)  hat  natürlich  mit 
jenem  ^'erb  nichts  zu  thuu;  b  nach  m  war  eben  schon 
verstummt,  wie  titomhe  =~  ae.  pih)i(i  (nidit  puma'.)  be- 
weist, wenn  ina  ;  hier  nicht  etwa  Einfluss  von  tJtimhle 
annehmen  will.  —  Ib.  Assimilirung  von  h  vor  t  zeigt 
ijplci/iieil  Caec.  215.  —  Ib.  /^' erscheint  in  pruuffijtuhle 
Caec.  211.  —  S.  31  unten.  Ein  ae.  rad  'Rad'  gibt  es 
nicht,  rntte  ist  das  mnl.  raV.  Interessant  ist  die  Form 
hruder  (vgl.  S.  32  unter  ih  und  W.  305,  40  und  306, 
1,  20.  26),  offenbar  in  Anlehnung  an  fader  und  moder 
gebildet.  Lehrreich  für  den  Wechsel  zwischen  d  und 
th  vor  r  ist  Bales  'Comedy  concernynge  thre  lawes", 
Angl.  V,  160  ff.  —  S.  32  oben.  Ohne  inneres  d  er- 
scheint noch  kijnrede  Caec.  217.  —  Ib.  cladde  war 
nicht  mit  den  übrigeu  Formen  so  zusammenzustellen.  — 
S.  33.  Das  /  in  growle  steckt  schon  in  mud.  (jniweln, 
und  ist  natürlich  kein  „eingeschobenes"' ;  daselijd  hat 
nichts  mit  ae.  dwa-sigean  zu  thuu,  wie  E.  nach  Skeat 
meint,  sondern  gehört  zu  au.  dasa.  —  Ib.  unter  n  wäre 
das  häutige  Westmcäre  (z.B.  Caec.  207)' zu  erwähnen 
gewesen,  llouillirtes  n  gibt  C.  durch  gn  und  ngii  wieder : 
li/giuii/e  Caec.  209;  digne  W.  295,  37;  bengngne  W. 
297,  38;  -ly  ib.  299,  *3.  —  S.  34  zu  r.  Wegen  der 
Metathese  füge  ich  hrenngng  Caec.  207:  reinietli  W. 
311.  33;  reiuigiig  W.  298,  17  hinzu;  thgrd  erwähnt 
übrigens  schon  Jlorsb.  Urk.  S.  119  und  .Sclmltz,  English 
Gilds  S.  32  unten.  Ich  glaube  nicht,  dass  smoldred 
etwas  mit  smoriaii  zu  tliun  hat.  —  Ib.  Ich  notire  wegen 
c  für  g:  necUjgent  W.  310,  2,  das  au  ae.  wckbcu, 
wcleaw  (Eleue)  erinnert.  —  8.  38,  2a.  dasscn  'Dachse' 
ist  aus  dem  Nl.  übernommen.  —  S.  42  unten.  Von  ae. 
ceosaii  notire  ich  Sg.  Praet.  chase  W.  302,  1  und  Part. 
Praet.  chosen  ib.  299,  2.  —  S.  44,  Klasse  VI.  Ich 
notire  Inf.  she  Caec.  209  und  217,  Praet.  wesshe  W. 
311,  34,  Part.  Praet.  wcsshen  ib.  31.  —  S.  45,  4. 
Mit  t  statt  (/  erscheint  auch  feite  Caec.  213.  —  S.  51. 
ie  für  geschl.  e  ist  bereits  fast  Regel  in  den  Vices  a. 
Virfites  (um   1200). 

Göttingen.  F.  Holt  hausen. 

[Nachtrag.      Kluge    Et.    Wtb.-*    stellt    e.    siiKjuth 
zu  dem  uhd.  Lehnwort  Schmant.] 


Das    Adamsspiel.      Aiiglonormannisclies    Gedicht    des    XII. 

Jahrliundüits  mit  einem  Anhang,  die  t'ünl'zolin  Zeichen  des 

jüngsten    Gerichts,   herausgegeben    von    Dr.  Karl  Grass. 

(Romanische  Bibliothek  hrsg.  von  W.  Foerster.  VI.)   Halle, 

Nienieyer.   1891.   VIII,   174  S.  8.     M.  4. 

Das  Ergebniss  einer  durch  Foerster  ausgeführten 
Vergleiclmug  von  Luzarches  Druck  mit  der  Handschrift 
aus  Tours  kenueu  zu  lernen  wird  Vielen  erwünscht  sein. 
Auch  wenn  die  beiden  Gedichte  so  alt  nicht  sein  sollten, 
wie  die  Meisten  annehmen,   so  sind  sie  und  ist  nament- 


lich das  erste  von  nicht  geringer  geschichtlicher  Be- 
deutung und  eingehenden  Studiums  —  übrigens  uiclit 
lediglich  von  selten  der  Sprache  —  unzweifelhaft  wertli, 
und  dafür  boten  die  bislierigen  Ausgaben  eine  aus- 
reichende (iriindlage  nicht.  Sollte  aber  eine  kritische 
Bearbeitung  gegeljeu  werden,  dann  empfahl  sich  wohl 
in  diesem  Falle  Gegenüberstellung  eines  diplomatischen 
Abdrucks  und  eines  Textes,  wie  er  als  Zeit  und  Ort  des 
Ursprungs  angemessen  nach  Prüfung  aller  Umstände  den 
Herausgebern  erscheinen  musste.  So  haben  wir  ein 
Mittelding,  stark  abweichend,  namentlich  durch  Correct- 
heit  des  Versbaues,  vom  Ueberlieferten,  und  doch  ganz 
gewiss  nicht  entsprechend  dein  Sprachstande,  wie  er  für 
Werke  so  sorgfältiger  Verstechnik  anzunehmen  ist;  mit 
einer  Kühnheit,  die  ich  nicht  missbilligen  will,  ist  ge- 
tilgt und  zugesetzt,  wo  immer  das  Versmass  es  erheischte 
(z.  B.  Adam  63),  und  anderseits  bei  Dingen  verblieben 
\ne  tei:moi;  grant  graces;  tuit  für  tot  u.  dgl.  iu 
Menge.  Auch  der  Umstand  ist  nicht  geeignet  das  freu- 
dige Geniessen  des  Lesers  zu  steigern,  dass  der  als 
Herausgeber  genannte  Herr  Grass,  von  dem  die  über- 
flüssig breite  „sprachliche  Untersuchung"  herrührt,  und 
sein  Lehrer,  der  Herausgeber  der  „Bibliothek",  öfter 
ungleicher  Me'nung  sind,  der  Text  des  ersteren  in  den 
Anmerkungen  des  letzteren  Zurückweisung  erfährt,  jener 
von  Cäsuren  im  achtsilbigeu  Vers  nach  S.  .S2  nichts 
wissen  will,  während  dieser  nach  der  Anmerkung  zu 
Z.  1  an  der  Tonlosigkeit  der  vierten  Silbe  Anstoss  zu 
nehmen  scheint  (s.  übrigens  Z.  4,  16,  26,  32  oder,  wenn 
nur  von  den  Fällen  gesprochen  sein  soll,  wo  mit  der 
vierten  Silbe  die  Rede  einer  Person  endet,  Z.  132). 
Derartige  Meinungsverschiedenheiten  würden  sich  wohl  ohne 
Schwierigkeit  vor  Beginn  des  Druckes  begleichen  lassen. 
Eine  eingehende  Besprechung,  welche  Suchier  in 
den  Gott.  Gel.  Anz.  1891  S.  685—698  der  Ausgabe 
gewidmet  hat,  eine  Besprechung,  der  ich  übrigens  nicht 
in  jeder  Einzelheit  zustimmen  kann,  aber  an  dieser  Stelle 
auch  nicht  entgegen  treten  will,  überhebt  mich  der 
Mühe  alles  vorzubringen,  was  ich  über  den  Text  oder 
die  Anmerkungen  etwa  zu  bemerken  hätte.  Nur  einige 
Kleinigkeiten  seien  nachgetragen.  Z.  14  der  Bühnen- 
anweisung ist  sie  für  sint  die  nächstliegende  Besserung. 

—  Z.  16  1.  l'ai  ja.  —  Z.  24  1.  reparieren.  —  Z.  59 
ist  ele  eingeschoben,  wo  es  nach  den  Regeln  der  W'ort- 
stellung  nicht  stehn  darf.  Sucliiers  fol'oie  ist  mir 
stilistisch  bedenklich.  —  Z.  64  1.  cois  statt  cors,  „in 
eure  Wahl";  vgl.  Z.  74.  —  Z.  115.  Adams  Antwort 
verträgt  sich  nicht  mit  seinen  zwei  nächsten;  er  wird 
hier  sagen  müssen  jo  ti'en  ai  nid  talcid.  —  Z.  143 
stelle  ich  mich  zu  Foerster  gegen  Suchier,  der  wenigstens 
n'eident  vorschlagen  musste;  vgl.  sem  lonc  atent,  .Toufr. 
2082,  2087.  —  Z.  199  ist  de  beizubehalten  möglieh, 
wenn  man  joi  einfuhrt.  —  Z.  218.  pois  ist  allerdings 
keine  richtige  zweite  Person,  aber  es  wird  piie^  damit 
gemeint  sein.  —  Z.  256  1.  qnanqne  est  u  estre.  — 
Z.  55  der  Bühnenanweisung  ist  mir  völlig  unverständ- 
lich; 1.  gaudens  statt  (jiio  diu.  —  Z.  387  mag  ia  ver- 
lesen sein  für  ici.  —  Z.   103  der  Anweisung  1.  rustrum. 

—  Z.  585  1.  Hostre  iert  Ja  forfaiture.  —  Z.  588  ist 
sa  mustrauce  mir  unverständlich:  1.  s'iimistance.  — 
Z.  612  ist  der  Conjuuctiv  voille  durch  nichts  gerecht- 
fertigt, wenn  man  mit  Foerster  liest;  ich  sehe  das  Rich- 
tige in  Vostre  doctrine  s'est  qid  voille  escoter,  wobei 
das  Object  von  escoter  vor  die  Conjunction  gestellt  ist 
wie    Z.   106    und    108    die    adverbiale    Bestimmung    ihr 


ri4."> 


1891.     Literaturblatt  fDr  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  10. 


344 


vuraiigeht.  —  Z.  HSS  1.  ile  euer  entler  (;  lider).  — 
Z.  679  1.  nie  vuldrai.  —  Z.  704  scheint  iiifinand  an 
iliT  unmöjrliehen  nud  in  der  Granimatik  des  L>eukmals 
S.  140  übergangenen  Indicativforni  oriex  .\nstoss  zu 
Mt-linien;  wer  das  richtige  ocis  einführt,  ist  anderer 
Aendcrung  überlioben.  —  Z.  70ti  I.  Sc  le  inesfis,  eleu. 
-  Z.  "118  1.  Aiiiz  liis  qtie  fesiss€!<.  —  Z.  728  ist  mir 
der  einirelührte  Conjunctiv  deie  unklar :  1.  devrai.  — 
Z.  742  wird  nach  Jlassgabe  von  2Iii,  718  en  tu  creance 
zu  schreiben  sein  („während  er  sich  auf  dich  verliess"). 

—  Z.  178  der  Anweisung  ist  ohne  Erklärung  oder 
Hesserung  geblieben;  es  wird  iieissen  müssen  El  vocen- 
tiir  per  nomen  .  .  .  /)rocesseriut.  —  Z.  80ii  sclieint  mir 
iiiciir  ganz  übel  angebracht;  nie  wird  meines  Wissens 
liamit  eine  schlimme  Eigenschaft  bezeichnet,  die  das 
Alter  mit  sich  brächte:  viel  daneben  seheint  aus  Z.  894 
wiederholt:  vielleicht   Tu  me  semhles  devineor. 

Die  Deutung  von  consercaije,  die  Foerster  zu  22 
gibt,  ist  vielleicht  nicht  ganz  zutreffend;  vgl.  it.  coii- 
serra  und  cuiiserV(i(/i/io.  Worauf  sich  die  .\nnahme 
gründet  (zu  563),  rctraile  heisse  „Busse",  ist  mir  nicht 
bekannt,  acoveitier  in  NDChartres  (zu  liU4)  hat  mit 
•  upiditas  nichts  zu  thun.  Dass  espeir  „Hoffnung"  heisst 
(zu  !'2iM.  ist  nur  darum  nicht  belegt,  weil  wir  kein  Wörter- 
buch haben,  das  den  alt  französischen  Gebrauch,  auch  wo  er 
mit  dem  heutigen  zusannnentallt,  kennen  lehrte:  selten 
ist  das  Wort  in  dem  angegebenen  Sinne  nicht,  s.  ausser 
Z.  525  auch  Ron  I,  245^  II.  2407,  Rom.  u.  Past.  I, 
38,  67,  Ferg.   71,   18;  C'leom.  3644. 

Für  das  (iedicht  von  den  fünfzehn  Zeichen  hätte,  wenn 
die  Weiteren  Handschriften  nicht  zur  Verfügung  standen, 
wenigstens  die  durch  Sucliier  abgedruckte  Umsetzung  ins 
Provenzalische  verwertliet  werden  sollen.  .\ber  auch 
ohne  diese  Hessen  manche  Jlissgriffe  sich  vermeiden: 
Z.  110  ist  die  Hs.  mit  ne  vos  /et  pas  a  taire  „darf 
euch  nicht  verschwiegen  bleiben"  im  Rechte  gegen  des 
Herausgebers  atraire.  —  Z.  125  darf  man  den  Artikel 
vor  nuirt  tilgen  um  für  eus^eid  Raum  zu  gewinnen.  — 
Z.    160  1.  zerrauf :  denn  //  fiioiid  sind  hier  „die  Berge". 

—  Z.  214.  luuah/eti'  ist  der  Gegensatz  zu  /Hirdurableti'. 

—  Z.  281  verlangt  der  Zusammenhang  bien  en  set.  — 
Z.  317  liegt  es  nahe  f/resitz  zu  schreiben,  bis  greüiz 
anderswo  sich  findet.  —  Was  ist  wohl  merfs  in  Z.  14? 
Wfder  eine  Anmerkung  noch  das  Glossar  gibt  irgend 
welchen  .\nfschluss.    S(dl  man  rers  „Würmer"  schreiben? 

Was  als  Glossar  am  Schlüsse  steht,  ist  sehr  kurz 
gcfasst.  Freilich  geben  die  beiden  Texte  auch  nicht 
viel  .\usbeute  für  den  Lexikographen ;  aber  gern  hätte 
doch  wohl  einer  oder  der  andere  Leser  vernommen,  was 
die  Heransgeber  von  poste  359,  von  dem  (hier  nun  weg- 
I  inendirten)  initstnnu-c  588  denken,  wie  sie  devise  605 
(idcr  fräiu  486  zu  übersetzen  rathen. 

Schliesslich  sei  noch  bemerkt,  dass  das  S.  VI  er- 
wähnte „^lirakel"  von  Sardenay  nicht  „unedirt",  sondern 
in  der  Romania  Bd.  XI  eben  nach  der  Handschrift  von 
Tours  gedruckt  ist. 

Berlin.  Adolf  Tobler. 


Wistasse  le  moinc.     Altfranzösiselier  Abenteuerroman    dos 

XIII.  .Jahiliuiulrrts    iiiK.li    iler  chizigcn  Pariser  Handscliril't 

vun  nouriii  hrrnusgegeben   von  Wendel  in   Foerster  und 

J  0  h  a  n  n  T  r  o  8  t.  (Komnn.  Bihliotli.  hrsg.  von  Wend.  Foerster, 

Nr.  4.)      Halle.  Niemcycr.  ISill.  XXXI,  »8  S.  8.     M.  3. 

Was    zu    dem    vorliegenden    Bändcheu    Herr   Trost 

beigetragen  hat,  ist  ausser  dem  Ertrage  der,  durch  einen 

Andern  ausgeführten,  Vergleiciiung  von  Jlichels  Ausgabe 


mit  der  Handschrift  nur  die  Einleitung;  und  diese  ist. 
von  ganz  geringfügigen  Zusätzen  abgesehen,  nichts  als 
die  Wiederholung  oder  L'ebersetznng  der  sehr  gelehrten  j 
„Notice",  die  Michel  1834  seinem  Texte  vorangestellt 
hat.  Es  wäre  schicklich  gewesen  das  mit  noch  mehr 
Offenheit  auszusprechen,  als  S.  XXI  Z.  8  v.  u.  und 
S.  XXVI  Z.  3  V.  o.  geschehn  ist,  und  die  Einleitung 
gradez»  als  die  Arbeit  llichels  zu  bezeiehnen.  zu  der 
man  anmerkungsweise  dies  und  das  hi)izuzutügen  l"ar  gut 
gefunden  habe.  Andernfalls  hätte  man  unter  Hinweis 
auf  die  durch  den  französischen  Gelehrten  zusammen- 
getragenen Quellenstellen  eine  kurze  Uebersicht  der  den 
Eustachius  angehenden  geschichtlichen  Thatsachen  geben 
können,  die  bei  Michel  fehlt.  .\n  Eigenem  des  Herrn  T. 
bemerke  ich  S.  XV  eine  wenig  lehrreiche  Bemerkung 
über  mittelenglisch  lof,  S.  XX  und  S.  XXI  je  einen 
auf  das  Spittel  in  Sandwich  bezüglichen  Zusatz  und  vou 
S.  XXVI  ab  wenig  sagende  Hinweise  auf  Robin  Hood 
und  Foucon  Fitz  Warin.  die  übrigens  in  andenu  Zn- 
sannnenhang  auch  von  Jlicliel  beigezogen  sind,  sowie  auf 
den  Unibos,  welcher  letztere  auch  nach  Foersters  Urtheil 
(S.  77)  mit  dem  Gedichte  über  Eustace  kaum  etwas 
gemein  hat.  Dagegen  sind  nicht  einmal  neuere  Ausgaben 
der  durch  Michel  herangezogenen  (Juellenschriften  ver- 
glichen, nicht  einmal  seine  Bezeichnungen  Bibliotheque 
Harleienne,  College  d"Armes  u.  dgl.  übersetzt,  nicht  die 
heutige  Nummer  der  Pariser  Hs.  (1553)  angegeben. 
S.  VIII  A.  1  ist  Michels  Angabe  übersehn,  dass  im  Ur- 
text der  Urkunde  der  Name  richtig  zu  lesen  ist;  S.  XI 
vor  Deliberacio  obsiduiu  sind  die  zwei  Seiten  LVIII  und 
LIX  der  „Notice"  gewiss  nur  aus  Versehn  übergangen; 
S.  XIV  würd  der  Bartholoniäustag  als  der  21.  August 
bezeichnet;  S.  XVI  Z.  10  v.  o.  ist  Michels  klares  Fran- 
zösisch missverstanden;  S.  XVIII  Z.  21  v.  u.  ist  zwar 
ci/  cnseynn,  was  man  bei  Michel  liest,  richtig  mit  lij 
ensei/na  vertauscht,  und  Z.  5  v.  u.  wird  l'i/  in  der  That 
besser  sein  als  li/,  dagegen  ist  Z.  19  durch  eine  Aen- 
derung  des  Ueberlieferten  ganz  sinnlos  geworden:  die 
nicht  verstandenen  Worte  des  Textes  heissen  „ein  sehr 
angesehener  Hafen  ist  bisher  diese  Stadt  gewesen" :  auch 
Z.  12  v.  u.  ist  mir  die  Richtigkeit  des  für  acfun  still- 
schweigend eingeführten  a  sun  zweifelhaft  und  möchte 
ich  eher  ai/  un  schreiben;  8.  XIX  in  Z.  6  des  Ab- 
schnittes De  hospitali  wird  statt  veez  wohl  nees  zu 
leseu  sein. 

\\'as  nun  die  Ausgabe  betrifft,  der  diese  wenig  ver- 
dienstliche Einleitung  vorangescliickt  ist,  so  hat  durch 
sie  der  Text  wesentlich  gewonnen.  Zwar  die  erneute 
Heranziehung  der  Hs.  hat  wenig  ergeben:  dass  Foerster 
2305  Zeilen  gibt,  während  Michel  2306  zählte,  ist  bloss 
Folge  eines  Versehens  des  letztern  beim  Zählen  (drei 
falsche  Zahlen  hat  auch  ersterer  S.  30  unverbe.ssert  ge- 
lassen), und  die  .\liweicliungen  in  den  Angaben  über 
den  Buchstaben  der  Hs.  sind  meist  von  wenig  Belang 
(65.  103.  106.  919.  1026.  1303.  1304.  1342.  1344. 
1381.  1539.  1600,  wo  eine  Aenderung  so  gut  wie  207 
unterbleiben  konnte,  1757.  1767.  1817.  1824.  1985. 
2125).  Dagegen  ist  an  ziemlich  zahlreichen  Stellen  das 
Ueberlieferte  besser  gedeutet  oder  durch  ansprechende 
.Aenderung  annehmbarer  gemacht  (90.  254.  284  ff.  167. 
506.  508.  541.  604.  650.  697.  719.  74(>.  759,  wo  Kti 
a  (juatre  Uistace  espictes  vielleicht  vorzuziehn  ist,  844. 
890.  1928.  1984.  2044.  2062.  2105.  2118.  2173,  wo 
ntracant  aber  eher  „unter  Segel  gehend"  heissen  wird, 
2256.  2282). 


345 


1891.     LiteraturWlatt  Tür  germniiisclie  unil  romanische  Philologie.     Nr.   10. 


.34r, 


Freilicli  Wölbt  an  tlem  Gedichte  iiiiiuer  noch  weiteres 
zu  tliun,  naniiiitlieh  aiuli  nach  lier  Seite  ilcr  saeliiieiieii 
Erläuterung-  hin,  wo  die  neue  Au»f!;abe  über  das  von 
Michel  Gebotene  wenig  hinausgellt,  bezüglich  der  t)rts- 
Hud  der  Personennamen  sogar  zurückbleibt.  Ich  erlaube 
mir  iu  geziemender  Bescheidenheit  einige  kleine  Beiträge. 
Z.  5 — 7  scheint  mir  Michels  Interpunktion  richtiger. 
Zu  Z.  10  niuss  ich  an  meine  Verm.  Beitr.  8.  158  er- 
innern. Z.  18  sehe  ich  in  dem  Reimwort  experimentum, 
vgl.  Foerster  und  Koschwitz,  Uebungsb.  S.  161  Z.  8  v.  u. 
—  Zu  Z.  U)  vgl.  wegen  en  l'ps/jee  (/anler  H.  d'Andeli 
IV,  135;  und  zu  Z.  21  Weigand,  Sprache  der  Ulj'mpo- 
Walachen  S.  16.  —  Z.  77  scheint  l'oinme  als  N.  PI. 
dadurch  nicht  gerechtfertigt,  dass  anderwärts  l'ahbe  als 
N.  Sg.  vorkommt.  Darf  man  auf  Grund  von  SThom. 
3851  und  4264  eine  Form  brais  neben  hraies  (ebd.  5708) 
annehmenV  —  Z.  SO  hestil  steht  im  Londoner  Girart 
von  Eoussillou,  nicht  in  dem  von  Mignard  herausge- 
gebenen. —  Z.  97  verdiente  eine  Anmerkung;  vgl.  Enf. 
Og.  4038,  Rose  5375,  16772.  —  Z.  lOU  könnte  leicht 
bei  Michel  besser  interpungirt  sein;  von  den  Fragesätzen, 
die  nicht  mit  dem  Frageworte  beginnen,  ist  Verm.  Beitr. 
55  gehandelt.  —  Z.  127  und  128  wird  man  passend 
nach  122  einschalten;  so  sind  wohl  auch  die  auf  193 
folgenden  zwei  Reimpaare  umzustellen.  —  Z.  204.  Das 
von  Foerster  ohne  Zweifel  richtig  erklärte  vois  ist  das- 
selbe, das  iu  dem  wohlbekannten  avois  mit  der  Inter- 
jection  (/•  verbunden  ist;  dies  letztere  mit  ä  roiz  nicht 
zu  vermengen.  —  Z.  213  wird  qn'U  les  acuife  zu 
schreiben  sein.  —  Z.  245.  Eine  Auslassung  von  ait 
neben  (hluiit  ist  nicht  anzunehmen,  da  es  eben  ein 
ilehaif  für  sich  nach  Paris  nicht  gibt.  —  Z.  247.  Beide 
Herausgeber  hätten  die  directe  Rede  nach  riceiit  schliessen 
sollen.  —  Z.  321  conte  de  Boiiluigiie  ohne  Artikel 
wüi-de  nach  Zs.  f.  rem.  Pliil.  13,  197  nicht  sprach- 
widrig sein.  —  Z.  478.  Das  Sprichwort  hat  der  in  der 
Anmerkung  Genannte  unter  gebührendem  Hinweis  auf 
Michel  an  zwei  weiteren  Stelleu  gezeigt.  —  Z.  558. 
Eine  afrz.  Dichterstelle,  wo  haroii  in  etwas  abweichender 
Weise,  nämlich  aus  HustiiKjs  und  Bon  abgeleitet  wird, 
hat  P.  Meyer  in  den  Not.  et  Extr.  XXXIII,  1  S.  13 
kennen  gelehrt.  —  Z.  589  ist  mit  passolejit  jedenfalls 
paissoient  gemeint.  —  Z.  596  1.  M'istasce  siitf  ohne 
Et.  —  Z.  649.  Die  Interjection  belu  ist  höchst  seltsam 
und  für  einen  der  Zunge  Beraubten  jedenfalls  schwer 
aussprechbar.  Darf  man  daran  erinnern,  dass  im  BSeb. 
XV,  825  bahu(s)  Interjection  zu  sein  scheint?  —  Die 
zu  665  gegebene  Erklärung  von  esfordris  befriedigt 
wenig;  abgesehn  davon,  dass  das  angenommene  Stamm- 
wort nirgends  eine  Spur  hinterlassen  hat,  müssten  auch 
die  Art  der  Ableitung  und  die  Bedeutung  befremden. 
Es  liegt  wohl  näher  ein  schwaches  Participium  von 
essonrdrv  in  transitivem  Sinne  anzunehmen:  das  "Wort 
kommt  viir.  und  vom  Simplex  wenigstens  ist  transitiver 
Gebrauch  und  schwaches  Perfectuni  zu  belegen.  —  Zu 
739  ist  bezüglich  der  Stelle  im  Rou  auf  Rom.  IX,  608 
zu  verweisen,  obschon  Foerster  ohne  allen  Zweifel  die 
richtige  Lesart  allein  gefunden  haben  kann.  ■ —  Die 
Interpunktion  783  scheint  mir  nicht  richtig:  es  ist  zu 
bedenken,  dass  der  Graf  von  Boulogne  eben  Reuaud  de 
Dammartin  war:  zudem  sagt  ja  Eustaclie  806,  er  komme 
aus  Brügge.  —  Z.  789  merdis  ist  eine  gewagte  An- 
nahme. —  Z.  880.  Dass  zweisilbiges  iiii  oft  begegnet, 
ist  sicher:  aber  ist  denkbar,  dass  es  jiü  gesprochen,  das 
iti    des    einfachen    hui   zerlegt    worden    sei?     Die    Aus- 


sprache wird  widil  i-ni  gewesen  sein.  —  Z.  931.  Der 
Vers  verlangt  j>i)iloif,  vyl.  941.  —  Z.  964.  Zu  der 
eigenthümliehen  .Ausdrucks weise  Irois  r;t  iiHiiVc,  für  trnix 
dcniers  cf  iiiaillc  (3'-.'  d.  sind  ja  in  der  Tliat  der 
Zehnte  von  3  Sous,  d.  h.  von  dreimal  12  Deniers,  so 
gut  sich  derselbe  eben  baar  zahlen  lässt)  trifft  man  ein 
Seitenstück  bei  Montaiglon,  Fabl.  Bd.  IV,  S.  82,  wo 
ein  Weib  ihrem  Manne  eine  et  uiaille  mitgibt,  vorher 
von  deniers  keine  Rede  gewesen  ist.  —  (Z.  1096.  Was 
bedeutet  S.  69  Z.  3  v.  u.  die  Abkürzung  Zschft.V)  — 
Z.  1132  ist  nicht  richtig  verstanden:  j'nrai  fait  hcisst 
„ich  werde  fertig  sein".  —  Zu  1146  kann  man  auch 
auf  Rom.  XIX,  310  verweisen.  —  Z.  1155.  deiis  mos 
darf  man  gradezu  mit  „zweimal"  übersetzen,  natürlich 
nur  wo  von  Worten,  Tonsätzchen  die  Rede  ist.  So  ist 
denn  der  Accusativ  neben  dem  reflexiven  Verbum  er- 
klärlich. Vgl.  Li  ijnens  Ybcrs  c'est  escr'ies  frais  mos: 
Or  del  requerre;  rar  U  drois  en  est  nos,  ECambr.  2374 
und  ähnlich  5934.  —  Z.  1175.  Die  in  der  Anmerkung 
angeführte  Stelle  steht  nicht  bei  Guiart,  sondern  bei 
Guiot.  —  Z.  1323.  Es  wird  zu  schreiben  sein  n'etist 
f/arde.  —  Z.  1393  schreibe  iiicor.  —  Z.  1675.  Für 
das  erforderliche  komme  gewinnt  man  Raum,  wenn  man 
Que  oder  nid  aufgibt.  —  Z.  1761  schreibe  ja  für  ht. 
—  Z.  1817.  Statt  des  schwer  glaublichen  esmeidliers 
liegt  es  am  nächsten  semelUers  zu  schreiben.  —  Z.  1843. 
coiiriete  d.  h.  couch'iete  würde  eine  ganz  undenkbare 
Bildung  sein.  Es  liegt  nahe  soufiete  „List"'  dafür  zu 
schreiben,  das  neben  soutioetv  grade  so  gut  bestanden 
haben  kann,  wie  joVide  neben  jolieete.  —  Z.  1849. 
Schreibe  Ke  M'istaces  ot  pr.  —  Z.  1959.  L.  aterre, 
welches  Participium  öfter  verkannt  worden  ist;  so 
auch  Wace  SXic.  860.  —  Z.  2039  wird  sich  empfehlen 
bei  entasse  zu  bleiben.  —  Z.  2086.  merde  in  der 
Bedeutung  „knauserig"  trifft  man  auch  in  .Tubinals 
XRec.  II,  15:  lonoisson  Franceis  a  tex,  A  fitnf 
merdes,  a  fant  aoex  (=  avers?)  Qii'en  les  devreil 
fiier  0  pex.  —  Z.  2110.  Die  Bedeutung  ..brandschatzen" 
für  tenser  bleibt  mir  zweifelhaft.  Sollte  nicht  auch  an 
den  von  Du  Cange-Carpentier  beigebrachten  Stellen  es 
sich  überall  um  Ableitungen  von  census  „Zins"  handeln? 
Zu  2115  wäre  eine  Anmerkung  zu  erwarten  gewesen.  — 
1  Z.  2113  ist  um  eine  Silbe  zu  lang.  —  Z.  2150  scheint 
I  bei  Michel  richtiger  interpungirt.  —  Z.  2201  wird 
'  Frunchois  iu  den  Reim  zu  Englois  zu  bringen  sein.  — 
Z.  2243.  Erwähnung  des  Katzenfettes  als  eines  Mittels, 
das  Schlauheit  verleiht,  tindet  sich  auch  Renart  Supplem. 
j  S.  149:  N'i -a  mestier  süins  de  chat,  Hai  prendra 
I  iin  vostre  harat  "(bei  Martin  Bd.  III  S.  34  zu  1286) 
und  Cour.  Ren.  1112:  motdt  troriens  poi  s'ienteiis  Le 
siede;  or  est  plains  de  Inirat,  Xiis  ne  raitt  rien  sans 
sai)i  de  rat.  —  Z.  2273.  rar  kann  die  Form  des 
Relativpronomens  que  sein,  die  auch  Suchier  zu  Reim- 
pred.  I,  4  anerkennt.  —  Z.  2290  ist  um  eine  Silbe 
I   zu  kurz. 

Auch  zu  dem  kleinen  (rlossar  seien  noch  einige 
Bemerkiuigeu  und  Zusätze  gestattet;  einiges  Hergehörige 
ist  schon  oben  erledigt,  d'üir  199  heisst  „eifrig", 
„stürmisch"';  vgl.  Et  li  Borf/oins  oenoit  de  grünt  dir 
(der  geliebten  Frau  entgegen),  Mitth.  246,  30;  Les 
sains  sone  de  graut  dir,  Ren.  3340  u.  dgl.  —  ane 
„Ente"*  237  ist  nicht  zu  bezweifeln;  im  Texte  aber  steht 
atie,  was  als  gleichbedeutend  mit  amie,  awe,  auwe  = 
j  öe,  oie  auch  aunehmbar  wäre.  —  canole  ist  wohl  eher 
1  Halsröhre  als  Schlüsselbein.   —  soi  deduire  1665   ..sich 


347 


1891.     Tjitcraturbintt  für  germaiiisclK-  iiml  roiiianisclii-  I'liilolusit.'.     Nr.  10. 


348 


beiiPlmicii",  (lesfaire  le  coiite  „einen  Strich  dnrcli  die 
Ri'clinini;?  mailieu"  37H,  gugier  „zu  zalilon  sicli  ver- 
l>Hiclit('M"  l.")42,  hariKis  „Tross"  G39,  iiidiv  „zum  Ver- 
ilrusse  •rercirlicu"'  11)8(5,  puis  .  .  /iiiig  .  .  ..bald  .  .  bald  .  ." 
251»,  Iciiir  ..bcliandtdu''  824,  ti/nnit  ..liiiscwiclif'  487 
Iiätti'ii  Herücksichtiijuiig'  vi-rdieut.  —  Zu  foiirxeiier  208 
war  der  reflexive  Ciobraucli  zu  bemerken.  —  Huef  204 
ist  suliworlich  eine  luterjection.  —  upvendre  UKciin  sa 
IHtteniiistre  „Jemand  dazu  brins^en  sicli  zu  t'iigen'*  be- 
freHrnct  aucli  bi'i  IJustebuef  (1.  .\us^.)  I,  2l)i).  —  orlel 
ii;57  ist  mit  dum  Sutti.\  al  i^ebildot,  alsi)  schwerlicli 
deminutiv. 

liirliu.  .\il(plt  Tübltr. 


Res  fori,    Aiitoiiin.    Lptteratnra    jirovenzale.     Milano, 

II.M'pli.    IMil.   IX.  -l-H)  S.   s.     Manuali   lli.fpli. 

Hiiii'  iinivi'nzalisciii'  I.iteiatur;rcstliiiliti'  auf  tJrund 
der  niUiTen  Foi-seliunffen  tVlilte  bisbiT:  dran  ilic  .arbeiten 
VDU  üartsili  und  Chabaneau  kiinnen  nur  als  Jlaterial- 
sammlunir  für  eine  solche  angeselien  werden.  Demnach 
war  es  durchaus  zu  billigfen,  dass  in  die  bekannte  unter 
dem  Titel  Jianuali  Hoepli  erscheinende  Samnilnng  von 
llandbiichern  auch  ein  sidches  über  die  provenzalisclie 
Literatur  .\ut'nalime  jrefunden  liat.  l)em  Charakter  Jener 
.Sammlung  entsjjrechend  ist  das  ]5ucli  nicht  für  die  Ro- 
nianisteu  von  Fach  bestimmt,  macht  daher  keinen  An- 
spruch ilarauf,  wissenschaftlich  Neues  zu  bring'eu,  sondern 
bezweckt  lediglich,  den  gebildeten  Laien  einen  klaren 
und  anschanliclien  IJegrift'  von  der  i)rovenzalischen  Litera- 
tur und  ihren  hervorragenden  Denknuilern  zu  gehen. 
Der  Verf.  erklärt,  dass  ihm  das  lUichlein  viel  Miihc  ver- 
ursacht habe,  und  es  ist  anzuerkennen,  dass  er  im  All- 
gemeinen seinen  Zweck  erreicht  hat.  Er  hat  sich  ein- 
gehend mit  seinem  Gegenstande  beschäftigt,  weiss  ihn 
anziehend  vorzuti'agen  und  durch  ab  und  zu  eingestreute 
Proben,  die  er  im  Interesse  seiner  Leser  stets  über- 
setzt, anschauliche!'  zu  machen.  Bei  den  einzelnen 
WerkiMi  unfeirichtet  er  uns  kurz  über  den  Inhalt,  die 
metrische  Form,  den  \'erfasser  und  die  Fntstehungszeit, 
oft  auch  über  die  Handschriften,  in  denen  sie  enthalten 
sind,  und  diese  Angaben  sind  fast  immer  zutreffend,  weil 
der  Verf.  seine  Kenntniss  stets  aus  den  zuverlässigsten 
Quellen  zu  entnehmen  bestrebt  gewesen  ist.  Dass  er 
bei  den  IJeziehungen  der  provenzalischen  Literatur  zu 
Italien  mit  besonderer  \'(jrliebe  verweilt,  ist  leicht  er- 
klärlich. 

Seine  Literaturaugaben  beschränkt  er  auf  einige 
Hauptwerke  und  auf  die  neuesten  Specialarbeiten,  in 
denen  frühere  den  gleichen  (iegenstand  behandelnde 
Bücher  mitgetheilt  werden.  In  der  Einleitung  erfahren 
wir  Einiges  über  alte  und  moderne  Provcnzalisten  sowie 
über  die  Cieschichte  und  das  (Jebiet  der  langue  d'oc, 
wälii-end  in  einem  Schlusskapitel  ein  kurzer  Ueberblick 
über  die  literarischen  Zustände  Südfrankreichs  seit  dem 
Ausgange  des  Jlittelalters  gegeben  wird. 

Ich  erlaube  mir  nun,  auf  einige  Punkte  hinzuweisen, 
ilie  meiner  .\nsicht  nach  besserungsbedürftig  sind.  Zu- 
nächst scheint  mir  schon  die  Uesamuiteintlicihing  des 
Stoffes  eine  nicht  ganz  glückliche  zu  sein.  Wenn  näm- 
lich zuerst  von  der  Lyiük,  dann  von  der  jirufanen,  end- 
lich von  der  religiösen  Literatur  gesprochen  wird,  in 
letzterer  wieder  von  religiöser  Lyrik,  so  sucht  man  hier 
vergebens  nach  einem  einheitlichen  I'rincip.  .\bei'  auch 
innerhalb  der  einzelnen  Kapitel  sind  olt  g.uiz  verschieden- 
artige  Dinge  zusammen  behandelt,    z.  B.  die  Fabel   mit 


'  der  Epik,  wobei  die  bekannte  Parabel  des  Peire  Car- 
dinal auch  mit  luiter  die  Fabeln  gerechnet  wird,  das 
Drama  mit  der  geistlich.-n  Didaktik  und  Lyrik  u.  s.  w. 
Die  Prosa  wird  überhaupt  nicht  als  besonderer  Ab- 
schnitt besprochen,  sondei'n  ihre  Erzeugnisse  werden  nur 
gelegentlich  erwähnt. 

Au  Einzelnheiten  nenne  ich  folgende:  S.  30  f.  In 
dem  Kapitel  von  den  ältesten  Denkmälern  werden  auch 
solche  aufgeführt,  die  dem  12.  und  selbst  dem  13.  .lahr- 
hundert  angehören.  —  S.  56.  Nur  die  Alba  ist  sehr 
alten  Ursprungs,  die  Serena  ist  lediglich  eine  Jüngere 
Xaehbjldung  derselben:  das  einzige  auf  uns  gekommene 
Beispiel  einer  solchen  hat  den  liuiraut  liiquier  zum  Ver- 
fasser. —  S.  87.  Die  Estampida  soll  von  den  Proven- 
zalen  zu  den  Franzosen  gekommen  sein,  in  Wirklichkeit 
ist  das  Verhältniss  gerade  umgekehrt.  —  S.  93.  Die 
Xamen  der  deutschen  ilinnesiiiger  sind  zum  Theil  ent- 
stellt: auch  die  Titel  deutscher  Bücher  und  Zeitschriften 
i  weisen  zuweilen  Fehler  auf.  —  S.  11. 3.  Das  Epos  von 
,  trirart.de  Rossillon  soll  1150  entstanden  sein;  die  uns 
1  vorliegende  Gestalt  stammt  jedoch  aus  dem  Ende  des 
12.  .lahrhunderts.  —  S.  115.  Die  Widerlegung  der  An- 
sicht von  der  Ursprüugliclikeit  des  provenzalischen  Fiera- 
j  bras  verdanken  wir  nicht  iTautier  sondern  Gröber  (Die 
handschriftliche  tfestaltung  der  Chanson  de  geste  Fiera- 
bras.  Leipzig  1869).  —  S.  142.  Matfre  Ermengand  be- 
gann sein  Breviari  d'amor  nicht  1282,  sondern  nach 
seiner  eigenen  Angabe  (v.  15  — 16)  erst  1288;  das  Werk 
zählt  34597  Verse  (nicht  circa  27000).  —  S.  167.  Wir 
besitzen  vier  verschiedene  Cfedichte  über  die  Freuden 
der  .Jungfrau  Jlaria,  nämlich  ausser  den  drei  auf  S.  168, 
Anm.    1    aufgezählten  noch  das  in  den  Levs  d'Amors  I, 


264 — 67  enthaltene. 


S.  172.  Man  vermisst  die  allei 


dings  nur  bruchstücksweise  auf  uns  gekommenen  Lebens- 
beschreibungen der  h.  Fides  und  des  h.  Anmntius;  von 
der  der  h.  Enimia  gibt  es  auch  eine  Sonderansgabe  von 
C.  Sachs.  Berlin  18.")7.  —  Schliesslich  erwähne  ich  noch, 
dass  der  Name  Rajnas,  des  bekannten  Landsmannes  des 
Verfassers,  S.  180  und  mehrfach  in  der  Form  Rayna 
erscheint. 

Kiel.  Albert  Stimraing. 

Zeitschriften. 

Nenphilol.  CentralbiRtt  V,  9:  Schcrffig,  ücber  S.liiiler- 
f'chlor  im  Fraiizüsi.sclion  (b'urt.'i.).  —  Job.  Weiss,  Gilbert 
(t'orts.).  —  Verhaiidl.  clor  neuspraclil.  Section  in  München 
(Broymann,  Der  Kiiiiipr  set;''"  ''"^  eiiglisclio  Theater  der 
Restaura  tiuiiszcit). 

Phonetische  ^Studien  V,  1:  K.  J.  Lloyd,  Speccli  soiinds: 
their  iiatiire  and  caiisation  (Korts.).  —  0.  U  o  1  i  ii ,  Ksüni 
de  grainniaire  phoneticiue  (Schi).  —  F.  A  r  a  u  J  o  ,  Koclierches 
sur  la  ])lioiu''tique  espagnole  (l'"ort8.).  —  K.  Stengel, 
Tobicr,  Kiiinan.  IMiilolegio  an  deutschen  Univorsitiiton ; 
Morf,  Das  Studium  <ler  romun.  I'hiU)le2;ie.  —  R.J.  Lloyd, 
Sunmcs,  An  infroduetion  to  l'honetics  (lOn^lish,  l'renoh  and 
German) ;  with  reailiiiif  Hook.  —  K.  Stengel,  Auszüge 
aus  GcotVoy  Torys  t'hanip  Kleury.  Paris  \b'i'^.  —  Karl  üor- 
fcld.  Zum  franz.  Sprachunterricht.  —  Victor,  Ueant- 
wortungon  des  Fragebogens  „Zur  Methodik  dos  Sprach- 
untorriclit-i". 

Alelnsinn  V,  11:  (i.  Donciou.x,  La  Helle  ilans  la  tour, 
texte  criliquo.  —  Ii.  Gaidoz,  Le  tien  et  lo  mien.  — 
Ders. ,  Chansons  popnlairos  ile  la  liasso-Iirctagno:  XXIX. 
Lo  liarzaz-IJroiz  de  M.  de  Villemarque.  —  Ders.,  La 
Fratcrnisation. 

Zs.  f.  dentsehe  Pbilologie  XXIV,  2:  Tb.  Siebs,  Beiträge 
zur  doutsülicn  Mytholugio.  I.  Der  Tndesgott  ahd.  Ilonno 
Wötan  -^  Mercurius.  —  Ma.x  Pa])  po  n  h  e  i  ni ,  Zum  gnnga 
undir   jardarmen.    —    A.  JcittcIcs  und   II.  L  e  w  y  ,   Zum 


349 


18yi.     Litenitiiiblatt  für  germanische  untl  romanische  Philologie.     Nr.  10. 


.350 


Sprucli  von  den  zehn  Altersstufen  iles  Menschen.  —  O. 
Streiclier,  Zur  Kntwickeluni?  der  nihd.  Lyrik.  —  G.  Ka- 
werau,  Neue  Bek'};c  für  den  (iebraueh  von  Ihälr  =  mlid. 
eiitele  bei  Luther.  —  0.  Krause,  Kin  lirief  Ciuttsclieds 
an  den  Küuigsberjjer  l'rofesSDr  Klottwoll.  —  K.  Borinski, 
Bericht  über  die  Vcrliamllungen  der  deutseh-roni.  Section 
der  41.  Versammlun;;  deutscher  Phihdegen  um!  Schulmänner 
zu  Münclien.  —  E.  Martin,  Paul,  ürundriss  der  gernian. 
Philologie  II,  1,  2-4.  H,  2,  1-2.  —  L.  Tobler,  R.'  Brand- 
stetter,  Prolegoniena  zu  einer  urkundlichen  Geschichte  der 
Luzerner  Mundart.  —  A.  Socin,  11.  Blnttner,  Ueber  die 
Mundarten  des  Kantons  Anrgau.  —  K.  Bernhardt,  G. 
H.  Balg,  A  coniparative  glossary  of  tlie  gotliic  language.  — 
F.  Vogt,  F.  Saran,  Harfmann  von  .\ue  als  Lyriker.  — 
Ders. ,  F.  Keinz,  Die  Lieder  Xciilharts.  —  Ders. ,  W.  Uhl, 
Unechtes  bei  Xeifen.  —  K.  Kiuzel,  Th.  llanipe,  Die 
Quellen  des  Strassburger  .-ile.xander.  —  Uers. ,  E.  Kettner, 
Untersuchungen  über  Alpharts  Tod.  —  K.  Tonianetz, 
W.  Cordes,  Der  zusammengesetzlo  Satz  bei  Nieulaus  von 
Basel.  —  II.  W  u  n  d  e  r  1  i  c  h  ,  0.  Mensing,  Untersuchungen 
über  die  alid.  und  mlid.  Coneessivsütze.  —  M.  Rachel, 
Neuere  Schriften  über  Hans  Sachs.  —  E.  Ma  1 1  h  i  a  s,  M. 
Herrmann,  Das  Ehebüchlein  des  Albrecht  von  Eyb.  —  \V. 
S  c  h  u  ni ,  G.  Kaufmann,  Die  Geschichte  iler  deutschen  Uni- 
versitäten 1.  —  G.  Roethe.  E.  Wolff,  Prolegoniena  der 
literar-evolutionistischen  Poetik.  —  C.  U  eine,  B.  Litzmann, 
Friedrich  Ludwig  Schrö  1er.  —  F.  Prosch,  O.  Koller, 
Klopstockstudien.  —  I  Z  i  n  g  c  r  1  e ,  rüse.  —  H.Holstein, 
Ein  Gedicht  aus  dem  Ende  des  15.  Jh. 's.  —  E.  Wolff, 
Ein  Brief  Jacob  Grimms.  —  M.  Pappenheim,  driholde 
scheren.  —  J.  Minor,  Zu  Wielands  Werken;  dramatische 
Aufführungen  im  Ki.  u.  17.  Jh.  —  M.  Spanier,  F.  B  e  c  h  , 
J.  Peters,  Nachträge  zu  Köstlins  Lutherstudien  Zs.  XXIV, 
o7  f.  —  Neue  Erscheinungen.  —  Nachrichten. 
Zs.  f.  d«n  d«»ntschen  Cnterricht  V,  8:  Rudolf  Hilde- 
brand, Deutschland  grammatisch,  zur  Geschichte  seiner 
Form.  —  Karl  Koch,  Zum  deutschen  Aufsatz  in  den  unteren 
und  mittleren  Klassen.  —  Karl  Strubel,  Etwas  vom  Lesen 
und  Lesebuch  in  der  Volksschule.  —  Karl  Franke,  Wo 
und  wie  studirt  man  ausserhalb  des  CoUegs  und  der  Studir- 
stubc  Germanistik?  —  Bernh.  May  dorn,  Gegen  den  Miss- 
brauch des  Apostrophs.  —  Kenl.  Scliultz,  Ferdinand, 
Albas,  und  Don  Karlos,  Philipps  Sohn.  Eine  Aufsatzbe- 
sprechung. —  H.  Dralle  im,  Zu  Goethe  und  Schiller.  — 
O.  Glöde,  Noch  einmal:  .^uf  eigenem  Znum.  —  Rudolf 
Reichel,  Zu  Schillers  Kampf  mit  dem  Drachen.  —  Otto 
Lyon,  Fr.  Kluge.  Etymologisches  Wörterbuch  der  deutschen 
Sprache.  —  Franz  Kern,  Hans  Meyer,  Festspiele  für 
Schulen.  —  Kleine  Mittheilungen.  —  Zeitschriften.  —  Neu 
erschienene  Bücher.  —  V,  9 :  Rud.  Hildebrand,  Zum 
AVesen  des  Reims,  auch  des  Stabreims,  dabei  eine  Berich- 
tigung W.  Scherers.  —  0.  Glöile,  Zur  Erklärung  des 
Hasennameus  Lampe.  —  Otto  Lyon,  Goethes  Gespräche.  — 
R.  Sprenger,  Bemerkungen  zu  deutschen  Volksliedern.  — 
Heinr.  Gloel,  Wider  die  Chrie.  —  L.  Zürn,  Die  Leetüre 
der  Hamburgischen  Dramaturgie  Lessings  in  der  Ober- 
prima. —  F.  Kluge,  Das  Wort  Buch  in  seinem  Verhält- 
niss  zu  Buche.  —  Karl  Menge,  Deutsch  reden.  —  Moritz 
Koehler,  Zu  dem  Liede:  Napoleon  du  Schustergeselle.  — 
R.  Sprenger,  Zu  Matthisons  „.\dclaide";  Zu  Schmidt  von 
Lübecks  „Paul  Gerhardt";  Ein  Gedicht  aus  dem  Jahre  1S4S: 
Kleine  Bemerkungen  zum  ö.  Bande  der  Zeitschrift;  Zur  Be- 
urtheilung  Grillparzers ;  Zu  Scheffels  Eckeliard;  Aus  dem 
Unterricht.  —  Schür  mann,  Gunsten  und  Gnailen.  — 
Koch,  Ueber  Wortverstümmelungen.  —  Meidel,  Zudem 
Aufsatz  von  Keller  über  Zscliokke  und  Hebel.  —  Rudolf 
Becker,  Zu  dem  Aufsatz:  , Verw,  rtliung  der  Redensarten 
im  Unterricht"  von  C.  Müller.  —  Franz  Sohns,  Zu  Müllers 
,Verwerthung  der  Redensarten  im  Unterricht"  und  zu  Hilde- 
bramls  Aufsatz:  ,Wie  die  Sprache  altes  Leben  fortführt".  — 
Heu  w  es.  Eine  Reihenfolge  ähnlich  lautender  Versstellen. 
Zu  Goethes  „Herbstgefühl".  —  Carl  Franke,  Rud.  Brock- 
liaus,  Theodor  Körner.  Zum  2.^.  Sept.  1S91.  —  R.  Kade, 
Johann  Jungfer,  Der  Prinz  von  Homburg.  —  Kleine  Mit- 
theilungen. —  Zeitschriften.  —  Neu  erschienene  Bücher. 

Englische  Stndien  XVL  1:  W.  Wetz,  Die  inneren  Be- 
ziehungen zwischen  Shakespeares  „Macbeth"  und  seinen 
Künigsdramen.  —  A.  Ackermann,  Studien  über  Shelleys 
Prometheus  Unbouml.  —  W.  Sattler,  Zur  engl.  Gram- 
matik.  Vü.  (Schi.)  —  A.  Würzner,  Ein  Erlass  des  öster- 


reichischen Unterrichtsministeriums  betr.  die  Kchriftlieheu 
Arbeiten    aus  den  modernen  Sprachen  an  den  Itealschulen. 

—  A.  Schröer,  .\n  Eight-Century  Latin-.inglo-Sa.ton 
Glossarv  preserv(^d  in  the  Library  of  Corpus  Christi  College, 
Cambridge  (Ms.  Nr.  144).  Ed.  by  J.  H.  Ilessel.".  -  G.  Sar- 
razin, K.  Müllenhoff,  Beovulf.  Untersuchungen  über  das 
ags.  Epos  und  die  älteste  Geschichte  der  germ.  Seevölker. 

—  O.  Brenner,  K.  Lentzner,  Das  Kreuz  bei  den  .Angel- 
sachsen. —  Ders.,  G.  Herzfeld,  Die  Räthsel  des  Exeter- 
buches  uu'l  ihr  Verfasser.  —  Ders.,  Uno  Lindelöf,  Die 
Sprache  des  Rituals  von  Durham.  Ein  Beitrag  zur  altengl. 
Grammatik.  —  Ders.,  G.  Otteii,  The  Language  of  the 
Rushworth  Gloss  to  the  Gospel  of  St.  Matthew.  Part  I  : 
Vowels.  —  Ders.,  W.  Hinze,  Zum  allenglischen  Gedicht 
„Andreas".  L  Theil.  —  E.  Kölbing,  Zwei  mittelengl.  Ge- 
schichten aus  der  Hölle.  Kritisch  hrsg.  von  Anno  L.  Leo- 
nanl.  —  Ders.,  Shakespeares  Macbetli  nach  der  Folio  von 
1625  mit  den  Varianten  der  anderen  Folios  hrsg.  von  Albr. 
Wagner.  —  M.  Koch,  H.  Beckhaus,  Sliakespeares  Macbeth 
und  die  Schillersche  Bearbeitung.  Ostrowo  1SS9.  —  Ders., 
G.  Schatzmann,  Schillers  Macbeth  nach  dem  engl.  Originale 
verglichen.  Trautenau  1889.  Progr.  der  k.  k.  deutschen 
Staatsüberrealschule.  —  Ders.,  Bernh.  Sandmann,  Schillers 
Macbeth  und  das  engl.  Original.  Tarnowitz  1S88.  Beilage 
zum  Osterprogr.  des  Realgymnasiums.  —  Ders.,  Lübbo 
Wilken,  An  historical  and  metrical  LitroJuction  into  the 
Study  of  Shakespeare's  Works  with  particular  Regard  to 
his  Julius  Cäsar.  Part  the  second.  Osterprogr.  des  k.  Real- 
progymn.  zu  Biedenkopf.  1889.  —  A.  Schröer,  J.  Schip- 
per, Zur  Kritik  der  Shakspere-Bacon-Frage.  —  Ders.,  K. 
Lentzner,  Zur  Shakespeare-Bacon-Tlieorie.  —  Ders.,  R. 
Wülker,  Die  Shakspere-Bacon-Theorie.  Sonderabdr.  aus  den 
Berichten  der  k.  sächs.  Gesellseh.  d.  Wiss.  1889.  —  E. 
Kölbing,  Th.  Bierfreund,  Palemon  og  Arcite.  En  literatur- 
historisk   undersogelse   som  bidrag  til  Shakespearekritiken. 

—  Ders.,  S.  Smiles,  A  Pubüsher  and  his  friends.  Memoir 
and  Correspondence  of  the  late  John  Murrey,  with  au 
Account  of  the  Origin  and  Progress  of  the  House,  1768 — 
1843.  —  Laura  So  am  es,  H.  Sweet,  A  Primer  of  Phonetics; 
A  Printer  of  Spoken  English.  —  Aug.  Western,  0.  Jes- 
persen,  The  Articulations  of  Speech  Sounds  represented  by 
means  of  Analphabetic  Symbols.  —  E.  Koeppel,  A  Uni- 
versal English-German  and  German-English  Dictionary  by 
Dr.  Feli.x  Flügel.  Allgemeines  englisch-deutsches  u.  deutsch- 
engl.  Wörterbuch  von  Dr.  Felix  Flügel.  4.  gänzl.  umgearb. 
Aufl.  von  Dr.  J.  G.  Flügels  vollständ.  Wörterbuch  der  engl, 
und  deutschen  Sprache.  —  Ders.,  E.  Muret,  Encyclop. 
Wörterbuch  der  engl,  und  deutschen  Sprache.  —  X.,  Noth- 
würterbuch  der  engl,  und  deutschen  Sprache  für  Reise, 
Leetüre  und  Conversation.  1.  u.  2.  Theil  von  E.  Muret.  — 
M. Krummac  her,  O.  Kares,  Methodical  Hints  for  Speaking 
English.  First  Series.  —  F.  Laudiert,  Ueber  das  engl. 
Marienlied  im  13.  Jh.  —  F.  Jentsch,  Zur  Frage  nach 
den  Quellen  der  mittelengl.  Romanze  Richard  Coeur  de 
Lion.  —  F.  Holt  hausen,  Beiträge  zur  Erklärung  und 
Textkritik  alt-  und  mittelengl.  Denkmäler.  —  G.  Herz- 
feld, Bruchstücke  von  Aelfrics  Lives  of-Saints.  —  E.  Köl- 
bing,  Zu  der  Winteney- Version  der  Regula  S.  Benedicti. 

—  H.  Varnhagen,  Zur  Etvmologie  von  preosi.  —  F. 
Kluge,  Zu. Engl.  Stud.  XIII,'p.  529.  —  M.  Kaluza,  Zu 
den  „Boten  des  Todes"  (Engl.  Stud.  XIV,  182  ff.).  —  R. 
Sprenger,  Zu  John  Lilly's  Campaspe.  —  Ders.,  Zu 
Marlowas  Edward  the  secoml.  —  Ders.,  Zu  Philip  Mas- 
singers „The  Virgin-Martyr".  —  Ders.,  Zur  Hattosage  in 
England.  —  E.  Kölbing,  Zu  Drydens  Annus  Mirabilis. — 
Ders.,  Zu  Byrons  Prisoner  of  Chillon  v.  55.  —  M.  Krum- 
maclier,  Berichtigung.  —  zu  r  Ja  c  obs  m  üb  len,  Verein 
für  das  Studium  der  neueren  Sprachen  zu  Haraburg-Altona. 

—  E.  Nader  u.  A.  Würzner,  Aus  einem  Briefe  an  den 
Herausgeber.  —  Alexander  John  Ellis  j. 

MittheHnngen  ans  dem  gesammten  Gebiete  der  engl. 
Sprache  d.  Literatur  IL  1:  E.  F.,  William  Painter,  The 
Palacc  of  Pkasure.  Ed.  Jos.  Jacobs.  —  Koeppel,  Un- 
gemach, Die  Quellen  der  fünf  ersten  Chester  Plays:  .Acker- 
mann, Quellen,  Vorbilder,  Stoffe  zu  Shelleys  poct.  Werken. 

—  Brandl,  Brentano,  Die  Stellung  der  Gebildeten  zur 
socialen  Frage.  —  Kurze  Anzeigen:  F.  Pabst,  Marsh. 
Livingston  Perrin,  Ueber  Tlionias  Castelfords  Chrnnik 
von  England  (Gott.  Bibl.  Ms.  Nr.  664).  —  A.  Wächter,  Ueber 
Rob.  Southey's  Orient.  Epen.  —  Krämer,  Die  Verwendung 
des  Reims    in    dem  Blankverse    des    engl.  Dramas  zur  Zeit 


351 


1891.     Literaturblatt  für  germaiiische  und  romanisclie  Philologie.     Nr.  10. 


352 


Shakflpcres.  —  Rcckliaus,  Shakespeares  Mnoheth  und  die 
Scliillersehe  Bearbeitung.  -  Soliat/.niann,  Schillers  Macbeth 
mit  dem  en-jl.  Originale  verglielicn.  —  lleycrs.lmff,  Uiord. 
liruiiu  unil  Shakespeare.  —  Müller,  Grundlegung  und  Knt- 
wiiklung  des  Clinrnklers  Richards  III.  bei  Sluikespeare.  — 
2:  Kincnkel,  Vogels,  lland.sehrirtl.  Untersuchungen  über 
die  engl.  Version  Mnndevilles.  —  E.  F.,  Sir  Phil.  Sidney, 
An  apologie  for  Poetrie  ed.  by  Kvclyn  S.  Shuekburg.  — 
;i:  lioyle  u.  K.  F.,  New  Shakspcrc  Society.  —  Kurze  An/,.: 
Siieliler,  Streifzüge  auf  dem  Gebiete  der  neusprachlichen 
Kefornibewegung.  —  Tänzer,  Die  Natur  unserer  Sprachlaute 
mit  üerücks.  des  Franz.  und  Kngl.  —  4  :  K  o  e  ]i  p  e  I ,  Köl- 
bing,  .\rrhuur  and  Merlin.  —  Scliirmer,  Hagniiinn,  Der 
Traum  vun  Hyron.  Ueliers.  —  Kurze  .\nzeigen:  Klinghardt, 
Uealien  zur  Macaulay-Lectüre.  —  Kuntze,  Beiträge  zu  einem 
engl.  Wörterbuch  bes.  aus  Dichtungen  von  Kents  (I'rogr. 
Stettin).  —  Blasehke,  A  few  Steps  to  a  completc  Dictionary 
of  Kngl.  Dinlects.  —  Müller,  Reniarks  on  tlio  first  regulär 
Coniedy  of  Kngl.  Literature.  —  Merschberger,  Die  Anfänge 
Shakespeares  auf  der  Hamburger  Bühne.  —  5:  Scliirmer, 
Douglas  Hyde  and  All'r.  Nutt,  Beside  the  Fire.  A  Collcction 
of  Irish  Gaelie  Kolk  Stories;  Nutt,  Les  derniera  travaux 
»lleniands  sur  la  legende  ilu  Saint  Graal.  —  (J/T  :  Koeppcl, 
lliieckid,  Das  Sprichwort  bei  Chauccr.  —  K.  F.,  Cliaracter 
Wrilings  of  the  XVIl"'  Century  ed.  by  Henry  Morley.  — 
Kurze  Anzeigen:  Schwalbnch,  Comnientar  zum  ersten  Buche 
von  -Miltons  I'aradise  lost.  —  Lenk.  Addison  uml  der  Spec- 
tntor.  —  Thiel,  A  critieal  annlysis  of  Kdward  Youngs  Night 
Thoughts.  —  Tunk,  Die  Behandlung  des  Wortschatzes  im 
fremdsprachlichen  Unterricht. 


Zs.  f.  rom.  Philologie  XV,  3.  4:  G.  Schiavo,  Fede  e 
Supcistizione  nell'nntica  pocsia  francese  (Forts.).  —  A.  L. 
Stiefel,  Lope  de  Rueda  und  das  ital.  Lustspiel.  —  C. 
Voretzsch,  Der  Reinhard  Fuchs  Heinrichs  des  Gliche- 
züre  und  der  Roman  de  Rennrt.  —  Ch.  B  o  n  n  i  e  r  ,  Lettres 
de  Soldat.  —  C.  Salvioni,  11  , Sermone'"  di  Pietro  de 
Barsegape  riveduto  sul  cod.  e  nuovamcnte  edito.  —  A.  Hor- 
ning,  Zur  Behnndlung  der  tonlosen  Paenultima  im  Fran- 
zösischen. —  A.  Schulze,  Zur  Lehre  vom  franz.  Infinitiv. 
—  II.  Suc.  hier,  Provenzal.  Verse  aus  Nürnberg.  —  A. 
T  übler,  Zu  Dantos  Convivio  IV,  12.  —  H.  R.  Lang, 
Zu  C'nideron.  —  W.  Focrster,  Sebre  im  Roland.  —  R. 
Lenz,  Zur  spanisch-amcrikanisclien  Formenlehre.  —  W. 
Foerster,  Etymologien  (fr.  train,  prone,  pouliiiii,  to-raiii, 
it.  jiiiijiiali;  pro  und  prutle  nebst  prvdnni).  —  J.  Cornu, 
Paisible.  —  V.  Crescini,  Nomi  dati  nel  medio  evo  a' 
franeesi  meridionali.  —  E.  L  e  v  y  ,  K.  Stichel,  Beiträge  zur 
Lexikographie  des  provenz.  Verbums.  —  G.  Meyer,  Prince 
L.-L.  Bonapurtc,  Lingwistic  Islands  of  the  Neapolitan  and 
Sicilian  j)rovinces  of  Italy,  still  existing  in  1889.  —  E.  Dias, 
\.  Pimentel,  Obras  do  j)oeta  Cliindo.  —  A.  Horning,  P. 
Marihot,  Le  Pntois  de  Saint-Hubcrt.  —  H.  11.  Lang,  F". 
Araujo,  GramiUica  rnzonada  histörico-critica  de  la  lingua 
frnncesa.  —  W.  Riiilow,  Ar.  Densusianu,  Istoria  limbci 
.si  literaturei  romäne.  —  Ders.,  G.  Popa,  Tablcle  cerato 
descopcrite  in  Transilvanin.  —  W.  Foerster,  Le  Bestiaire 
hrsg.  von  Reinsch.  —  H.  S  ebne  e  g  n  n  s  ,  L.  Pirandollo, 
Laute  und  Lautentwickelung  der  Mumlart  von  Girgenti.  — 
A.  Gaspary,  II  Propugnntore  N.  S.  Vol.  III,  fasc.  3—4, 
Gennaio — Aprile  IS'JÜ.  —  1)  e  r  s.  u.  R.  W  c  n  d  r  i  n  e  r  ,  Gior- 
nnle  Storico  della  Letteratura  Italiana.  Anno  VIII,  Vol. 
XVI,  fase.  1—2.  3;  Anno  IX,  Vol.  XVII,  fasc.  1.  —  E. 
Levy.  Revue  des  langues  romancs.  Tome  XXXIl.  Oct. — 
ileceiiibre,   18S8.    Tome   .XXXIIl.    Jnnvior  — dccenibro,    18,89. 

Arcliivio  storico  dnlla  letteratnra  XVIII,  1.  2:  J.  Sa- 
nesi,  Bindo  Boniclii  da  Siena  e  le  suc  rinie.  —  G.  Run, 
Intorno  al  „Libro  della  originc  delll  volgari  proverbi"  di 
Aloisc  Cinzio  ilei  Fabrizii.  —  F.  Novati,  Le  scrie  alfa- 
bctiche  proverbiali  e  gli  alfabcti  disposti  nella  letteratura 
italiana  de'  prinii  tre  seeoli.  Testi.  Serie  prima  e  scconda.  — 
So  lert  i- Lan  z  a  ,  II  teatro  Fcrrarese  nella  seeonda  nietä 
del  See.  XVI.  —  E.  Pöreopo,  Lnudi  e  devozioni  della 
cittä  di  A(piila  (Schi.).  —  R.  S  n  b  b  a  d  i  n  i ,  Briciole  unia- 
nisliche.  111.  Bartol.  Gunsco.  IV.  Tommaso  Pontano  e  Tom- 
nuiso  Seneea.  V.  Giorgio  da  Trebisondn.  —  E.  Bettazzi, 
Liiudi  della   cittä  di   Borge  S.  SepoliTo. 

Rivlala  criticn  della  letteratura  italinna  A'II,  3:  S. 
Morpurgo,  Flamini,  Ln  Urica  toscana  did  Rinascimento 
anteriore  ai  tcmpi  del  Miignilico.  —  Conuinicazione :  G.  Da 
14  e,    I  tre  primi  slntuti  sulle  corae  rlei  palii  di  Verona.  — 


Bell.  bibl. :  I  migliori  libri  italinni  eonsigliati  da  cento  illusiri 
contempornnei :  S.  Cipolla,  II  passo  dello  Stige:  M.  Snvi 
Lopez,  U  -Medioevo  in  relazione  coi  niaggiori  poemi  italiani; 
G.  Zannoni,  „De  leggitinio  amore"";  R.  I'ittcri,  Rcniiniscenza 
di  scuoIr;  A.  Giannini,  Canti  popolari  pisani  raccolti  e 
annotati. 

Literar.  Centralblatt  39:  Soames,  An  introduetion  to  pho- 
nelics.  • —  Funk,  Lavator  uml  der  Markgraf  KnrI  Friedrich 
von  Baden.  -  Strohlke,  Wörterbuch  zu  Goethes  Fiinst.  — 
40:  Steyror,  Ursprung  der  Sprache  der  Arier.  —  Barlne, 
Bern,  de  Sainl-Pierre.  —  Haas,  Rügensche  Sagen  u.  .Mär- 
chen. —  41:  Sütterlin,  Zur  Geschichte  der  Verba  denonii- 
nntiva  im  Altgriechischon.  —  42:  Bartliidonme,  Imlogerm. 
.-I:  un.l   .v/,7/. 

Deutsche  Literatiirzeitiing  :ii;:  Nchring,  Murko,  Ge- 
schichte von  den  sieben  Weisen  bei  den  Slaven.  —  Voigt, 
Ehrcnthal,  Zu  den  Liedern  der  Vaganten.  —  Sauer, 
Prölile,  Abhandlungen  über  Goethe,  Schiller,  Bürger.  — 
Hausknecht,  .Murot,  Engl.  Wörterbuch.  —  Zscheeh, 
Lopez,  La  donna  italiana  dol  Treconto.  —  37:  Rannow, 
Kelle,  Zur  Uoberlieferung,  Uebersetzung,  Grammatik  iler 
Psalmen  Nütkers.  —  38:  Tobler,  Blattner,  Mundarten  des 
Cantons  Aargau.  —  Schönbach,  Knortz,  Nordamerik. 
Literaturgeschichte.  —  39:  v.  Weilen,  Reullng,  Die  kom. 
Figur  in  den  wichtigsten  deutschen  Dramen  bis  zum  Ende 
des  17.  Jh. 's.  —  Weber,  Friedwagner,  Sprache  des  altfr. 
Huon  de  Bordeaux.  —  4t):  Schönbacli,  lüolschowsky, 
Neidliart  von  Rcuenthal.  —  Kon  rat  h,  BUlbring,  The 
EarliestjComplete  Englisli  Prose  Psalter  I.  —  41  :  P  n  i  o  w  c  r, 
Froitzheim,  Lenz  u.  Goethe.  —  M  e  y  e  r  -  L  ü  b  k  e  ,  Schneller, 
Tirol.  Namenforschungen;  Göt^inger,  Roman.  Ortsnamen 
im  Canton  St.  Gallen. 

Gott.  Gelehrte  Anzeigen  17:  v.  Below,  Boos,  Urkunden- 
buch  der  Stadt  Worms.  II.  —  Minor,  Burckhardt,  D.ns 
Repertoire  des  Weinnirisclion  Theaters  unter  Goethes  Leitung. 

Bcirsenblatt  f.  den  deutschen  Bnchhandel  218  u.  2I.'>: 
E.   Peso  hei,   Bibliographie  Theoilor   Körners. 

Gymnasium  ir, :  Scli  n  eiil  e  w  i  n,  Zur  Kritik  von  R.  Loh- 
manns Organisationsvorschlägen  für  den  deutschon  Unterricht. 

Chronik  des  Wiener  Goethe- Vereins  8  u.  9:  Schröer, 
Altgraf  Hugo  Franz  zu  Salm  und  Goethe.  —  Ein  ungo- 
dvucktcr   Brief  Karl   Augusts. 

Neue  Heidelberger  Jahrbücher  1,  2:  A.  Hausrath,  Fest- 
rede gehalten  bei  der  Enthüllung  des  Sohelfeldenkmals  zu 
Heidelberg  am  11.  Juli  1S91. 

Deutsche  Kuudscbau  Sept. :  Anton  S  e  h  ö  n  b  n  c  h ,  Wolfram 
von   Eschenbach.   —   W.   Lang,  Lenaus   Verhängniss. 

Nord  u.  Süd  Oct.:  L.  Fulda,  Der  .Misanthrop  von  Moliero 
in  deutschen   Versen.    —    Ilcrm.   Hirt,   Franz   Bopp. 

Westermanns  Monatshefte  Aug.  u.  Sept.:  A.  v.  Heydcn, 
Das  Turnier. 

Die  Nation  51:  R.  Fellner,  Der  Dichter  von  ,Leyer  und 
Schwerts 

Die  Grenzboten  37:  Zu  Franz  Bopps  hundertstem  Geburts- 
tage.  —  38:  Gottli.  Kreyenberg,  Körners  Vater. 

Beilage  zur  Allg.  Zeitung  214—219:  Jul.  Winkel,  Die 
Nationalbibliotliek  zu  Paris.  —  M.  Landau,  Aus  der  vor- 
nehmen ital.  Gesellschaft  des  17.  Jh.'s.  —  M.  Neck  er, 
NestroT-Studien.  —  E.  Koppel,  Altschottische  Dichter: 
Thomas  von  Erceldoune.  —  220 — 225:  Scartazzini,  Ans 
der  neuesten  Dante-Literatur  1.  2.  —  E.  Koppel,  .\lt- 
schott.  Dichter:  Hucliowne  of  the  Awle  Ryale;  Unbekannte 
Dicliter  des  1.').  Jh.'s.  —  K.  Weinhold,  Zur  Erinnerung 
an  Theodor  Körner.  —  23fi:  J.  N.  Sepp,  Das  vorbiblische 
Alter  der  Edda.  —  237:  W.  Golther,  Zur  Oesclii(dito  der 
nordischen  Mythologie.  —  242  u.  243:  K.  Droscher,  Zur 
Schiller-Literatur  (über  Kühnemann,  Die  Kiintischen  Stu<lien 
Schillers  und  Küster,  Schiller  als  Dramaturg).  —  251  :  E. 
K  i  1  i  a  n  ,  Eine  Karlsruher  Handschrift  der  ersten  Goetheschen 
Bühncnhcarbcitung  dos  Götz.  —  2(j4  :  K.  Wo  in  hohl,  Zur 
Erinnerung  an   Theodor  Körner. 

Wissenscbaftl.  Beilage  der  Ijeipziger  Zeitung  lOl :  E. 
H  0  y  d  0  n  r  e  i  c  h  ,  Die  geistigen  Bostr<'lunigcn  der  Residonz- 
sta<lt  Dresden  und  ihrer  Umgehung  zur  Zeit  Winckelmanns. 
—  102:  Ein  Besuch  des  Gnetheliauses  in  Fraidtfurt.  —  103: 
Goethes   Mutter  in   ihren   Briefen. 

Münchner  Neueste  Nachrichten  430:  K.  v.  Reinhanl- 
stöttner,   lli'inrich   Heine  in  Portugal. 

Skandinavisches  Archiv.  Zs.  für  Arbeiten  skandinavischer 
Gelehrten  auf  dem  Gebiete  der  Philologie,  Philnsnpliio  und 


353 


1891.     Literuturblutt  für  ^ormnnUchc  und  romaiiigcliu  Pliiluluu 


Nr.  10. 


354 


Uosohiclito.  Hrsg.  von  E.  Tli.  Walter.  [Luml,  CHoonip.  Der 
iSaiul  1.1  Mark.]  I,  1/2:  A.  Ktiek,  Untersucliungcn  zur  ost- 
unJ  wt'stnonlisclien  Orauiiiiatik :  1.  Zur  Krage  iilier  den 
Noni.  Sgl.  auf  -it  in  mascul.  //-Stämmen.  2.  Zur  lirocluing 
des  tj  im  .Mtselnvedisclien.  3.  Ostnord.  Kudungsvdkale.  4. 
Vokalverlust  bei  Hiatus  im  Altsoliwed.  .').  Zum  Wcrtli  von 
c  im  .\lt8Cli\ved.  —  Kr.  W  ulf  f,  Von  der  Rolle  des  ,\kzentes 
in  der  Versbildung.  1.  Von  Akzent  und  Quantität.  2.  Von 
lilijtbmus  und  Satzakzent.  3.  Scliwed.  Verse.  \.  IJie  gewöhnl. 
nioilerne  Senndirung  lat.  Verse. 
The  Afaileniy  1UU4:  Skoat,  Tbe  nrrangement  of  Cliaucer's 
Canterbury  Tales.  —  Toynbcc  a.  Murray,  Tlie  etymo- 
logy  of  batelimcnt.  —  lüü.j:  Graues,  Wordswortli  and 
Sbakespeare.  —  GoUanez,  Pearl.  —  1006:  The  |)iietical 
works  of  Tliomas  Lovell  lieddocs  ed.  Gosse.  —  Hay,  Swift, 
tbe  mystery  of  bis  life  and  love.  —  Tbe  new  English  Dictio- 
nary,  special  quotations  wanted.  I.  —  Percival,  sonie  notes 
on  tbe  Kacry  yuceno.  I.  —  Skeat,  Tbe  tbree  fragm.  of 
the  Komaunt  of  Rose.  —  O'Noill,  Tbe  ctymul.  of  liateli- 
ment.  —  1007:  Wetz,  Sbakespeare  vom  Standpunkt  der 
vergl.  Literaturgescbiohte.  I.  —  Tbe  new  engl.  Dictionary, 
special  quotations  wanteil.  II.  —  Old  frencb  /(/,  feloii.  — 
Brandl,  Ivyd's  span.  Tragedy.  —  1008:  Brailley,  A  new 
Engl,  dictionary  111,  1.  —  1009:  Daniel,  Kyd's  span. 
Tragtedy.  —  1010:  Blaneo  Wbite's  sonnet  ,nigbt  and  deatli". 

—  Schröer,  Tbe  dato  of  Kyd's  ,Spnnisli  Tragedy".  — 
1011:  Balladen  und  Romanzen  ed.  Bucbbeim.  —  1012: 
Maybew,  Synopsis  of  old  english  Phonology.  —  L.  Soa- 
111  es,  Introd.  to  Phonetics. 

Tbe  Atbenaeum  3327:  Crane,  The  Exenipla  of  illustrative 
stories  from  tbe  Sermones  Vulgares  of  Jacques  de  Vitry.  — 
Skeat,  Larboard.  —  Haies,  Milton's  Lycidas.  —  3328: 
Gollancz,    Pearl,  an  english  poem  of  the  XIV"'  Century. 

—  A.  Heulhard,  Rabelais,  voyages  cn  Italie,  son  exil 
ä  Metz.  —  Aitken,  .'<wift  and  Stella.  —  G.  B.,  Larboard. 

—  Dyer,  Tbe  authorship  of  tales  from  Boccaccio  and 
Florentine  Tales.  —  3329:  Walter  of  Henley's  Husbandry, 
togetber  witli  an  anonymous  husbandry,  sencsebaucie  and 
Robert  Grosseteste's  rules,  tbe  transcripts,  translations  and 
glossary  by  Elizabeth  Lamond,  witb  an  introd.  by  W.  Cun- 
ningbam.  —  Larboanl,  lair-cart.  —  The  ^utborship  of 
tales  from  Boccaccio  and  Florentine  tales.  —  3330:  Rhys, 
Studies  in  tbe  Artburian  legend.  —  Keats.  —  3331:  Skeat, 
Demure.  —  3332 :  Letters  of  John  Keats  to  bis  family  and 
friends  ed.  Colvin.  —  3333:  Sir  Philip  Sidney,  an  apölogie 
for  poetrie  ed.  Schuckburgb ;  Sir  Pb.  Sidney,  The  defense 
of  poesy  ed.  Cook.  —  Colvin,  Keats's  letters.  —  3334: 
B^orman,  Keats's  letters.  —  333-5:  English  writers;  an 
attempt  towards  a  history  of  English  literature  by  H.  Mor- 
ley.  VI.  From  Chaucer  to  Ca.xton.  VII.  From  Caxton  to 
Coverdnle. 

The  Quarterly  Review  345;  Plautus  and  bis  imitators. 

Revoe  critiqne  3ö,'3G:  A''arnhagen,  La  legende  de  sainte 
Catherine  d'Alexandrie.  —  Petit  de  Julleville,  Les  tragedies 
de  Montchrestien.  —  OEuvres  oratoires  de  Bossuet  p.  p. 
Lebarq.  —  Clouzot,  Notes  pour  servir  ä  l'bistoire  de  l'im- 
primerie  ä  Niort  et  dans  les  Deux-Sevres.  —  37/38 :  Rod, 
Dante.  —  Pelissier,  Lettres  de  Bayle  et  de  Baluze.  — 
D'Ancona,  Origines  du  theätre  italien.  —  Kürscbner.  Littera- 
ture  nationale  alleniande.  Vol.  125  — 160.  —  39:  Bonnet,  Le 
Latin  de  Gregoire  de  Tours.  —  De  Puyuiaigre,  Les  vieux 
auteurs  castiUans.  —  Bizos,  Ronsard.  —  D'Haussonville, 
M'  de  Lafayettc.  —  De  Crozals,  Saint-Simon.  —  Rousse, 
Mirabeau.  —  40:  Flamini,  La  poesie  lyrique  en  Toscane.  — 
Lotheissen,  Etudes  sur  l'bistoire  de  France  au  XVII"  et  au 
XVIII"  siecle.  —  Dejob,  Bernardin  ile  Saint-Pierre.  — 
Albert,  La  litterature  frangaise  sous  la  Revolution,  l'Enipire 
et  la  Restauration.  —  41 :   Vollmöller,  Le  laberinto  anioroso. 

Rev.  poL  et  litt.  7:  T.  de  Wyzewa,  Uue  soeur  de  Char- 
lotte Bronte:  Emily  Bronte.  —  Im  Courr.  litter.:  P.  Loti, 
Le  Livre  de  la  Pitie  et  de  la  Mort.  —  8:  Ch.-V.  Laug- 
lois,  La  societH  du  moyen  äge  d'apres  les  fableaux.  — 
P.  Gau  tili  ez,  La  Renaissance  italienne  et  son  dernier 
bistorien  franQais  (Eugene  Müntz).  —  F.  Vanderem, 
Parnii  les  lelibres,  notes  de  voyage.  —  9:  Beriebt  über 
L'Enquetc  sur  l'evolution  litteraire  par  Jules  Huret  (Unter- 
redungen mit  G4  Literaten  über  die  heutige  franz.  Literatur). 

—  10:  J.  Guillemot,  La  comedie  et  l'esprit  parisien.  — 
Im  Courr.  litt.:  Jules  Simon,  Nouveaux  niemoires  des 
autres.    —  II:  G.  Lanson,  Le  theätre  classique  au  tenips 


d'Alexnndre    Hardy.      -    Üeorgos    Üramles,    M.    Guy    ile 

Maupassant.  » 

Lectnres  et  Jlemoires   de  rAcaileniie  de  Sainte-Croix 

Tome  VP'  (Orle.ms.  Herluisnn):   Baguenault,  Deux  frörcs 

poetes  au   WV    siecle.  Jean  et  Jac(|ui>»  de  la  Taille. 
Menioires  de  PAcademie  de  Stani.slas  1889:  .M.  Iiruim, 

Le  Comte  de  Tressan. 
Revue    de    riiistrnction    pnbliqne    en    Belgique    .34.    4: 

T  h  i  1- I.  o  r  r  a  in  ,   \5n   liabcdais  ineonnu. 
Nuova  Aiitologia  Anno  XXVI,    3.  Serie,    vol.  3.5.   läse.  17: 

R.   Reni/'r,    butl'uni,  nani  c  sehiavi  dei  Gonzaga  ai   tempi 

d'Isabella  d'Lsto. 
Atti  della  r.  accademia  di   archeoloo;ia   lettere  e  belle 

arti.   Napoli.    XV:    B.  Z  u  ni  b  i  n  i ,    I    Proinessi    sposi    c-    il 

lago  di  Lecco.    —    M.  S  c  b  e  r  i  1 1  o  ,    La   niorte  di  Beatrice. 


NeuerscliieneneBüclier. 

Chevalier,    L.,    Zur    Poetik    <lcr  Ballade.    I.    I'rogr.  Prag. 

Leipzig,  Fock.  Gl  S.  8. 
Eiiglert,  A.,   Beiträge  zur  Literatur  des  geistlichen  Liedes. 
I        Progr.   München.   Leipzig,  Fock.  47  S.  8. 
j    Lefmann,   S.,    Franz  Bojip.    Sein  Leben   und  seine  Wissen- 
schaft.   I.   Hälfte.    Mit    Bopps    Bildniss    und    einem  Anbang 
aus  Briefen   und  anderen  Schriften.    Berlin,  Reimer.     M.  8. 
Uli  t  e  r  be  r  ge  r ,  J.,  Ueber  Kreuzlieder.  Programm  Salzburg. 
Leipzig,  Fock.  42  S.  8. 

',    Amersbach,  K.,  Aberglaube,  Sage  unl  Märchen  bei  Griin- 
j       melsbausen.  I.  Progr.  Baden-Baden.  32  S.  4. 
Besler,  M.,  Die  Ortsnamen  des  Lothringischen  Kreises  For- 
bach. II.  Progr.  Forbacb.   Leipzig,  Fock.  49  S.  4. 
Brockhaus,   Rud.,    Tbeodor   Körner,   zum,  23.   Sept.   1891. 

Leipzig,  Broekbaus.  198  S.  4. 
Classikor,   deutsche,    des  Mittelalters.   Mit  Wort-  u.  Sacli- 
erklärungen.    Begründet  von  F.  Pfeiffer.    8.  Bd. :  Gottfricils 
V.  Strassburg  Tristan.  Hrsg.  von  R.  Bechstein.  2.  Tbeil.    3. 
Aufl.  Leipzig,  Brockbaus.  V,  378  S.  8.     M.  3,50. 
Drescher,  Carl,  Studien  zu  Hans  Sachs.  Neue  Folge.  Mar- 
burg, Ehvert.  10  Bogen  .S.     M.  4. 
Frank,    K.,    Schillers    , Prinzessin    von   Zelle"    und    Heyses 
,Graf   Königsmark".    Progr.   M.-Schönberg.    Leipzig,    Fock. 
14  S.  8. 
Goethes    Werke.     Hrsg.     im    Auftrage    der    Grossherzogin 
[        Sophie  V.  Sachsen.    Weimar,    Böhlau.    Kleine    Ausg.    gr.  8. 
I        Grosse  Ausg.  Lex. -8.  I,  29.  III,  25.5  S.  M.  2 ;  grosse  Ausg. 
M.  2,60.    II.  Naturwissenseliaftl.  Schriften.  6.  Bd.  Zur  Morpho- 
i        logie   1.  Tbeil.  VIII,  452  S.  M.  4,60;  grosse  Ausg.   .M.  5,75. 
'■       m.  Tagebücher.    4.    Bd.    1809-1812.    IV,  431  S.    M.  4,40; 
grosse  Ausg.  M.  5,50.     IV.  Briefe.    7.  Bd.    Weimar.   1.  Jan. 
1785  —  24.  Juli  178G.  XIV,  478  S.  M.  5;  grosse  Ausg.   M.  G,25. 
Grimm.    Deutsche  Sagen.    Hrsg.    von   den    Brüdern   Grimm. 
'        3.    Aufl.    In    zwei    Bänden.    Besorgt    von    Herman    Grimm. 
Berlin,  Nicolai,  gr.  8.     M.  6. 
Halatschka,  R.,  Versuch  eines  sprachlichen  Coniraentares 
zu   Goethes   Ipbigenie    auf  historischer  __Grundlage.    Progr. 
'        Wien.  Leipzig,  Fock.  47  S.  8. 
Hebbels,  Fr.,  sämmtl.  Werke.  (Neue  billige  Ausgabe  in  12 
Bänden.)  1.  Halbbd.    Hamburg,  Hoffmann  &  Campe.   128  S. 
8.     M.  0,50.  • 
Hegewald,  Die  Vorzüge  der  deutschen  Sprache.  Ein  Wort 
an  Lehrer  und  Laien.  München,  Liter.  Institut.  34  S.  8.  M.  1. 
Jahrbuch   des  Vereins  für  niederdeutsche  Sprachforschung. 
Band  XVI   (Jahrg.  1890).  Norden,  Soltau.   10'  .  Bogen  gr.  8. 
M.  4.    [Inhalt:  Herrn.  Brandes,  Hernien  Botes  Bock  van 
veleme   rade.    —    Edw.  Schröder,   Jacobs   von   Ratingen 
Lied    auf   das    Breslauer    Hostienmirakel    von    1453.    —    C. 
Walt  her,  Zum  Redentiner  Spiel.    —   K.  E.  H.  Krause, 
Die  Bohne  und  die  Vietzebobne.  —  Alfr.  Puls,  Tannbäuser- 
lied    und    Maria    tzart.    —    Ludw.  Hansel  mann.     Brauu- 
schweigische  Fündlinge.  VIII.  Sanct  Annen  Preis.  IX.  Marien- 
ieich. X.  Ave  maris  Stella  verdeutscht.  XI.  Ritmen  de  assen- 
sione  doinini.  XII.  Weiss  und  grün.  XIII.  Weltsprueh.  XIV. 
Judeneid.    XV.    Heilzauber.    XVI.    ,Wo    soll    ich    mich   bin 
kereii"    etc.    niederdeutsch.     XVII.    Schampernollcken.     -- 
D  e  r  s. ,  Eine  merkwürdige  alte  Fälschung.  —  C.  W  a  1 1  h  e  r  , 
Ueber  die  Sprache  der  Wedenier  Urkunde.    —   Ders. ,    In 
Drunten    varen,    na    Drunten    gliden.    —    L.  H.  Fischer, 
Job.  Leonb.  Frisch   als  Sammler  märkischer  Idiotismen.  — 
Edw.  Schröder,  Ei/lenspiegels  Grabstein.  —  H.  J  e  1  li  ng- 
haus  ,  Lübecker  Sehulvokabular  v.J.  1511.  —  R.  Sprenger, 


355 


1891.     Litcniturblatt  für  germanische  uml  romnnisclie  Philologie.     Xr.  10. 


356 


Hemcrkiiiiijcn  und  ncssorun<jcn  zum  Sündcnfall.  —  Ders. , 
Zur  Kritik  uml  Krkläruujj  <ks  Tliio|)hilus.  —  lid.  Dnin- 
kühK-r,  Zu  HiThiird  vuii  MindiMi.  —  Kdw.  Sihrüiler, 
Kin  liit.-nii'dordeulselies  Trin'tnt  aus  Hursl'ildo.  —  Juli. 
Luther,  .'^alzwedel  und  die  übriseii  Urtsuaincn  auf  -wedel. 
—  O.  lirenier,  van  Ueltoii,  Altosifrios.  tiraniinntik.  | 

Khull,  l'"..  Die  Geschichte  i'alnntekis  und  iler  Jonisburger, 
nach  der  jünjjsten  altnordiäclicn  Bearbeitung  erzählt.  Ornz, 
Leuschnei-  Ä:  Luben.sky.  ;i2  S.  Lex.-S.     M.   1,30. 

Kl  ui  bc  IIS  c  h  e  d  I ,  IL,  Krzhcrzog  Ferdinand  IL  von  Tirol 
als  Scliauspiohlichter.   Progr.   Görz.    Leipzig,   Fuek.   -CJ  S.  S. 

K  r  e  )•  e  n  b  e  r  g  ,  G..  Theodor  Kürner.  Kin  Lebens-  u.  Charakter- 
bild. Dresden,  Khlermiinn.  VIL  71   S.  !<.     M.  2,40. 

Läng  in,  Th.,  Die  Sprache  des  jungen  Herder  in  ihrem  Ver- 
hältnlssznr  Schriltsprache.  Leipzig,  Fock.  109  S.  gr.  S.   M.  1,.")0. 

Lateinische  Literaturdenkmal  e  r.  lieft  4  :  Philippus 
Melanclitlion,  ausgewählt  und  hrsg.  von  Karl  llartfelder. 
lierlin,  Speyer  &  Peters.     M.   1,75. 

M  ü  1 1  e  r- F  r  a  u  ens  t  0  i  n,  Georg,  Von  Ileinricli  v.  Kleist  bis 
zur  Grätin  Maria  Ebner-Ksehenbnch.  Zehn  gemeinverständ- 
liche Vorträge  über  die  neueste  deutsche  Literatur.  Han- 
nover, Ost.  a92  S.  8.  M  4,.50.  (Inhalt:  I.  Die  deutschen 
Befreiungskriegs- Dichter.  2.  Dcutsclic  Romantiker.  3.  Die 
schwäbische  Diclitnng.  4.  Üesterreicli.  Diclitcr.  f^.  Rückert, 
Platen,  Heine.  6.  Das  junge  Deutschland.  7.  Die  deutsche 
Lyrik  in  der  Mitte  des  19.  .Ih.'s.  8.  Deutsche  Erzähler  aus 
iler  Mitte  iles  19.  Jh. 's.  9.  Deutsche  Dramatiker  aus  der 
Mitte  des  19.  Jh. 's.  10.  Romanschriftsteller  und  Novellisten 
der  neuesten  Zeit.] 

Nicssen,  W.,  Das  Liederbucli  des  Leipziger  Studenten 
Clodius  vom  Jahre  16ü9.  Ein  Beitrag  zur  Geschiclite  des 
deutschen  Liedes  im  17.  Jh.  Berliner  Üiss.  Leipzig,  Fock. 
fi6  S.  8. 

Oswalds  v.  W  o  I  k  e  n  s  t  o  i  n  Dichtungen,  übersetzt  von  L. 
Paasarge.  Reelams  Universalbibliothek  Nr.  2839—40. 

Pasch  ke,  P.,  Ueber  das  anonyme  nilid.  Gedicht  von  den 
sieben  weisen  Meistern.  Breslauer  Diss.  Leipzig,  Fock.  54  S.  8. 

Predigten,  nltdentsclie.  Hrsg.  von  Ant.  E.  Schünbach.  3. 
Bd.:  Texte.  Graz,  Styria.  l.\,  450  S.   Lex.-8.     M.  9. 

Salz  er,  A.,  Die  Sinnbilder  und  Beiworte  Maricns  in  der 
deutschen  Literatur  und  lateinischen  Ilymnenpoesie  des 
Mittelalters.  Mit  Berücksichtigung  der  patristisclion  Litera- 
tur. Eine  litcrarliistor.  Stuilie.  (Fortsetzung.)  Progr.  Seiten- 
stettcn.   Leipzig,  Fock.  52  S.  8. 

Soll  eich,  R.,  Der  Humor  in  den  Predigten  Bertliolds  von 
Regensburg.  Progr.  Mähr.  Weisskirchen.  Leipzig,  Fock. 
24  S.  8. 

Sokolüwsky,  Rud.,  Das  Aufleben  des  altdeutschen  Minne- 
sangs in  der  neueren  deutschen  Literatur.  Jenenser  Diss. 
44  S.  8. 

Specht,  F.,  Das  Vcrbum  reflexivum  und  die  Superlative  im 
Westnordisclicn.  Ein  Beitrag  zur  nord.  Grammatik.  Sonder- 
druck.  Berlin,  Mayer  &  .Müller.  5(i  S.  gr.  S.     M.   1,80. 

T  o  in  a  n  e  k  ,  E.,  Ueber  <len  Einfluss  des  ('echischen  auf  die 
ileutsche  Umgangssprache  in  Oesterr. -Schlesien,  besonders 
von  Troppau  und  Umgebung.  Progr.  Troppau.  Leipzig,  Fock. 
39  8.  8. 

Weist  hümer.  Die  tirolischen,  im  Auftrage  der  k.  Akademie 
der  Wissensch.  hrsg.  von  Ignaz  v.  Zingerle  u.  Josef  Egger. 
IV.  Theil:  Burggrafcnamt,  Etschland,  Elsackthal  u.  Pustor- 
thal.  Zweite  Hälfte  (Oesterr.  Weisthümer  V.  Bd.  IL  Hälfte). 
41  Bogen  gr.  8.  M.  40.  —  Als  Separatnbdruck  hieraus: 
Glossarium  zu  dem  I.  bis  IV.  Theil  iler  Tirolischen  Weis- 
thümer. Zusammengestellt  von  Josef  Egger.  lO'/j  Bogen 
gr.  8.     M.  10.     Wien,  Braumüller. 

Welsmnnn,  IL,  Tlieoilor  Körners  Leier  u.  Sehwert,  vom 
biiigraphisclien,  ästlietischen  und  kulturgescliichtl.  Stand- 
punkte aus  betrachtet.   Leipzig,   Fock.  .52  S.  gr.  8.     M.    1. 

Wi  ssler,  Hans,  Das  Suffix-/  in  der  Berner  resp.  S(diwcizer 
Mundart.  Ein  Beitrag  zur  vergl.  Wortbildung  und  Flexion 
der  schweizer.  Mundart.  Dissertation.  Bern,  Iluber  &  Co. 
39  S.  gr.  8.     M.  0,75. 


Beljnnic,  A.,  Cours  pratique  de  prononciation  anglaise,  avec 
dcux  Cents  exercices  gradues  sur  la  prononciation,  l'accen- 
tuntion,  les  linmoiivmes,  les  paronyines,  etc.  3''  i'ilifidii.  In-8, 
IV,  312  i>.   Paris,   ilaclii.ttc  et  C'.     fr.  2. 

1!  I  u  m  e  II  t  h  a  1  ,  Fr.,  Lord  Byron's  mystery  ,C'ain'"  aml  its 
relatloii  tu  Miltiiirs  „Parndise  lost"  and  Gessner's  „Death  of 
Abel".  Progr.  der  Oberrcalscli.  zu  Oldenburg.   12  S.  4. 


Dallois,  Jos.,  ^tudog  niorales  et  litteraires  ä  propos  de 
lord  Bvron,  recueillics  et  publiees,  avec  une  introduction, 
par  l'iibbe  A.  Rosne.  Paris,  Didot.  XLIII,  297  p.  18.  fr.  2,50. 

Erlanger  Beiträge  zur  engl.  Philologie.  Hrsg.  von  II. 
Varnhagen.  XL  Heft:  Lnrd  Byrons  Trauerspiel  , Werner'' 
uml  seine  Quelle.   Erlangen,   Deichert.     .M.   1,80. 

Klinghardt,  H.,  Realien  zur  Macaulay-Lectüre  (Forts.). 
Programm   Reichenbach  i.   Schi.  24  S.   4. 

Müller,  A.,  Ueber  Miltnns  .Vblüingigkeit  von  Vondel.  Ber- 
liner  Dissertation.   Leipzig,   Fock.  151   S.  8. 

.Murray,  James  A.  II.,  X  New  English  Dictionary  ou  Histo- 
rical  Principles.  Part  VI.  Clo — Consigned.  London,  Sainpson 
Low,  Marston  &  Co.      12  sli.  C  d. 

Music  Society,  The  Plainsong  and  Medineval.  Songs  and 
Madrigals  by  English  Composers  of  tlic  Fifteeiith  Century. 
ISeven  Songs,  Six  Madrigals  by  various  Cimiposers,  and  an 
Instrumental  Piece  by  King  Henry  VIII. J  London,  Quarltch. 
Price  25  s. 

Otten,  O.,  The  language  of  the  Uushworth  gloss  to  the 
gospel  of  St.  Jlalthew.  Pars  II.  Progr.  des  Gymnasiums  zu 
Nordhausen.  48  S.  4. 

Reiniger,  0.,  Die  neuengl.  starken  Verba.  Programm  Prag. 
Leipzig,  Fock.  20  S.  8. 

Scottish  Text  Society.  Logends  of  the  Saints  in  the 
Scottish  Dialect  of  the  XIV"'  Century  edited  witli  introd., 
notes  and  Glossarial  Index  by  W.  M.  Metcalfe.  III.  Edin- 
burgh and   London,   W.   Blackwood  aml  Sons.   192  S.  8. 

Shakespeare,  W.,  Hamlet,  Prince  of  Denmark.  Mit  Ein- 
leitung und  Anmerkungen  von  Fritsche.  Leipzig,  Neumann. 
164  S.   gr.  8.      M.   1,80. 

—  — ,  Othello,  the  Moor  of  Venice.  Eingerichtet  und  erklärt 
von  Curt  Wumler.  Döbeln,  Schmidt.     M.   1,20. 

Sweet,  Henry,  Eleinentarbuch  des  gesprochenen  Englisch 
(Grammatik,  Texte  und  Glossar).  3.  verb.  Aufl.  Leipzig, 
Weigel  Nachf.   155  S.  12.     M.  2,40. 

Tessmann,  .A..,  Aelfrics  altengl.  Bearbeitung  der  Interro- 
gntiones  Sigewulfl  Presbyter!  in  Genesin  ilcs  Alcuin.  Berliner 
Dissertation.  Leipzig,   Fock.  38  8.  8. 

Tudor  Library.  Pracht-Wiederabdrücke  der  seltensten 
engl.  Literaturili'nkuirtler  des  1(5.  Jh. 's.  I.  Giovanni  Pico 
della  .Miraiidühi.  llis  lifo  transliitod  from  the  Latin  by  8ir 
Thomas  More.  Nach  der  Ausgabe  von  15I(t.  Mit  Einleitung 
von  d.  H.  Rigg.  M.  10,50.  —  II.  Daphnis  and  Chloe.  Die 
Uebersetzung  der  Angel  D.iy  (1587).  Abdruck  des  einzig 
bekannten  Exemplars.  Mit  literaturgcschiclitl.  Einleitung  von 
1).  Jacobs.  M.  10,50.  —  III.  I'oliphili  Hypnerotomachia. 
The  Strife  of  lovc  in  a  dreame  (1592).  Abdruck  des  einzig 
beka  nten  Exemplars.  Mit  Einleitung  von  A.  Lang.  M.  21. 
London,  D.  Nutt. 

Angeli,  Üb.,  Notizie  per  la  storia  del  tcatro  a  Fircnze  nel 

secolo  XVI,  spccialmente  circa  gli  intcrmezzi.  Modena.  35  p.  8. 
Barozzi,   L.,  e  Rcmigio  Sabbadini,    Studi  siil  Panormita 

e  sul  Valla.  (R.  Istituto  di  Studi  superiori  pratici  e  di  per- 

fezionamento  in  Fircnze.)  Fircnze,  Lenumnier.  XI,  268  p.   L.  7. 
Bast  in,  J.,  Etüde  sur  les  principaux  ndverbes.  Affirmation, 

Negation,  Maniere.   Paris,   Houillon.  In-8.     fr.  3. 
Biblioteca    italiana.    Für    den   Unterricht    im  Italienischen 

mit  Anmerkungen  in  deutscher,  frnnz.  n.  engl.  Sprache  hrsg. 

von  A.  Scartnzzini.  6.  Bämlchcn:  Fiorilcgio  di  ))oesie  italiane. 

Scelte  in  ogni  secolo  della  Ictterntura  italiana  per  A.  Scar- 

tazzini.  Daves,  Richter.  248  8.  gr.  8.     M.  3. 
Bibliothek,  italienische.   Hrsg.  von  J.  Ulrich.  II.  Bd. :  Aus- 
gewählte Novellen  Sncchettis,  Ser  Giovannis  und  Sercambis. 

Mit  einer  Einleitung  versehen  v.  J.  Ulrich.  Leipzig,  Rcnger. 

XXVIII,  190  S.  gr.  S.     M.  4. 
Binet,    IL,   Le  style  de  la  lyriquc  courtoise  cn  France  nux 

XII  et  XIII  sieoles.  Paris,  Bouillon.   106  p.  8.     fr.  3,50. 
Blanco  Garcia,  F.,  La  literatura  espanola  en  el  siglo  XIX. 

Parte   I.   Madrid.  XV,  443  p.  4.     M.  8. 
Bonfigli,    Clüdomiro,    Cinque    lottere    ineditc    di    Vinecnzo 

Monti.  Ferrnra,  Taddei.  Per  le  nozze  Federici-Trcvisan. 
Gar  nel,    D.,    Le    Dialecte    flamnnd    de  France.    Etüde  pho- 

n^tique  et  morphologique  de  ce  ilialecle,  tel  {|u'il  est  parle 

speeialcment  ä  Bailleul  et  ses  cnvirons  (Nord).  Paris,  Bouillon. 

90  p.  in-8,  accompagne  d'une  carte,     fr.  2,50. 
Chnrtier,    A.,    La   Dänin   sanza    merceile,    Version    italienne 

du    poenie    d'Alain   Cbarlier,    ,1a   Belle   Dnme    saus   meri'y". 

Puhliee  nvec  intrmliK'tiun  et  nutis  par  Werner  SaMlerlijelm. 

In-8,  X,  27  p.   .Montpellier,  imp.  Hamelin  fröres.  Extrait  de 

I»   Revue  des   langues  roinanes. 


357 


1891.     Mtcraturbliitt  für  (^crinaniscliu  unJ  riiniaiiUclic  rliilulo^ic.     Nr.  10. 


.•?.58 


Cogo,  G.,  Due  sonetti  inetliti  di  Giovanni  Dondi  dell'Orologlo 
n  Francesco  Vininozzo.  Pailova.  21  p.  24.  [Aus  cod.  59  der 
Bibl.  di-l  Soniiiiario  di  Padova.J  Per  le  nozzc  d'argcnto 
Indri-liersclli. 

Cülecciüu  de  Escritores  castellanos.  Tomo  LXXXIX.  Obras 
completiis  de  D.  Andres  liello,  Opüsculos  grumatica'.es.  Tomo 
II.  Änälisis  ideolögica ;  compendio  de  fjraniätica  castclluna. 
Madrid,   Murillo.  En  8,  4UU  p.     4  y  4,n0. 

Colonna,  Vittoria,  Tre  sonetti  Inediti.  Ronin.  12  p.  16. 
Pubbl.  da  Donicnico  Tordi  per  il  jfioruo  natalizio  della 
figlia  Giulietta. 

Correggiari,  Mat.,  Le  rime,  a  cura  di  Ernesto  Lamnia. 
Bologna,  Roniagnoli.  LXIII.  öl  p.  IB.  L.  3,50.  Scelta  di 
curiosita  Ictterarie  etc.  CCXLI. 

Cosmo,  Unib.,  Primi  saggi.  Padova.  58  p.  8.  [Inb.:  Le  primc 
ricercbc  intorno  alh»  originalitä  dantesca :  Le  stampe  della 
comracdia  e  dello  opere  rainori  di  Dante  nel  secento;  Gli 
aniori  di  papa  Henedetto  XII  con  Selvaggia  sorella  del 
l'etrarca,  storia  di  una  leggcnda.] 

Dante  A  1  i  g  b  i  e  r  i ,  II  Paradiso,  col  conimento  del  prof. 
T.  Casini.  Firenze,  Sansoni. 

D'Aragona,  Le  rime  di  Tullia,  cortigiana  del  secolo  XVI 
edite  a  cura  e  studio  di  Enrico  Celani.  Bologna,  Romagnoli. 
LXIII,  176  p.  lö.  L.  8.  Scelta  di  curiosita  Ictterarie  etc. 
CCXL. 

Dönne,  F.,  Syntactiscbe  Bemerkungen  zu  Don  Juan  Manuels 
Scliriften.  Progr.  Jena.  Leipzig,  Fock.  24  S.  4. 

Erec  und  Enide  von  Christian  von  Troyes,  hrsg.  von  Wen- 
delin Foerster  (Christian  von  Troyes  sämratl.  Werke,  t.  3). 
Halle,  Xicmeyer.  In-8,  LV,  340  p.,  plus  une  i)age  de  , Zu- 
sätze". Das  Verhältniss  von  Christians  von  Troyes  Erec 
et  Enide  zu  dem  Mabinogion  des  rothcn  Buches  von  Bergest 
Geraint  ab  Erbin  (Inaug.-Diss.  von  Karl  Otbmer.  Köln,  Du 
Mont,  impr.,  TU  p.  in-8):  par  M.  W.  In-8,  7  p.  Chalon-sur- 
Saöne,  inipr.   Marcau.   E.xtr.  du  Moyen   Age  de  juin   1891. 

Extraits  de  la  Chanson  de  Roland.  Publies  avec  une  intro- 
duction  litteraire,  des  observations  granimaticales,  des  notes 
et  un  glossaire  complet  par  Gaston  Paris.  3'  edition,  revue 
et  corrigee.  Petit  in-lti,  XXXIV,  166  p.  Paris,  Hachette 
et  C     fr.  1,50.     Classiques  francais. 

Fiammazzo,  A.,  I  Celti  in  Friuli:  nota.  Udin«.  9  p.  8.  ?.-A. 
aus  ,In  alto",  anno  II,  Xo.  4. 

Flamini,  Franc,  La  Lirica  toscana  del  Rinascimento  an- 
teriore ai  tempi  del  Magnifico.  Turin,  Loescher.  811  p. 
gr.  8.     fr.  20. 

Fleury,  Jean,  La  Presqu'ile  de  la  Manche,  ou  Supplement 
au  Patois  normand  de  la  Hague.  Paris,  Maisonneuve.  56  p. 
8.     fr.  1,50. 

Fumoso.  Discordia  d' amore  :  commedia  nuova  rusticale  com- 
posta  per  il  pellegrino  ingegno  del  Fumoso  de  la  congrega 
de'  Rozzi,  novamente  starapata  [a  cura  di  Curzio  Mazzi]. 
Siena.  31  8.  16.  Biblioteca  popolare  senese  del  secolo  XVL 
Nr.  2. 

Gidel,  Charles,  Histoire  de  la  Litterature  frangaise  de  1815 
ä  nos  jours  (2"  partie).  ün  vol.  in-12.  Paris,  Lemerre,  fr.  3,50. 

Goldoni,  Car.,  Teatro  scelto,  illustr.  da  Giacomo  Manl:e- 
gazza.  Milano,  Sonzogno.  709  p.  4.     L.  10. 

Keiper,  P.,  Französische  Familiennamen  in  der  Pfalz  und 
Französisches  im  Pfälzer  Volksniund.  I'rogr.  Zweibrücken. 
Leipzig,  Fock.  76  S.  8. 

—  — ,  Franz.  Familiennamen  in  der  Pfalz  und  Französisches 
im  Pfälzer  Volksmund.  2.  Aufl.  Kaiserslautern,  Gotthold. 
84  S.  8. 

Labanca,  Bald.,  Carlomagno  nell'arte  cristiana.  Roma, 
Löscher.  292  p.   16. 

Leclaire,  C,  Etüde  sur  La  Fontaine.  Progr.  Prag.  14  S.  8. 

Le  Xeveu  de  Rameau,  par  Diderot,  satyre  publiee  pour  la 
premiere  fois  sur  le  ms.  originale  autographe,  avec  une 
introduction  et  des  notes,  par  G.  Monval,  accompagnee  d'une 
notice  sur  les  premieres  editions  de  l'ouvrage  et  de  la  Vie 
de  Jean  Rameau,  par  Er.  Thoinan.  Paris,  Plön  et  Xourrit. 
XXXIII,  232  p.     fr.  6. 

Lettres  de  Menage  ä  Magliabecchi  et  k  Carlo  Dati,  publ. 
avec  une  introduction  et  des  notes  par  Leon-G.  Pelissier. 
(Documents  annotes,  XII.)  In-S.  VI,  37  p.  Montpellier,  inip. 
Haraelin  freres.    E.xtrait  de  la  Revue  des  langues  roraanes. 

Medin,  A.,  Del  capitanato  in  Padova  di  Obizzo  degli  Übizzi 
e  del  nome  ,Ecerinis",  risposta  al  prof.  A.  Gloria.  Padova. 
— ,  II  probabile  autore  del  poemetto  falsamente  attribuito 


a  Francesco  il  Vecchio  da  Carrara.  Venezia. 


:d  p. 


Menendcz  y  Pelayo,  M.,  Ant<ilogi'a  de  poetas  li'ricos 
castellanos  desde  la  forniaciön  del  iilioma  haata  nuestroR 
dias,  ordenada  por  D.  Mareelino  Menendez  y  Pelayo.  Tomo 
IL  Madrid,  Impr.  de  la  Viuda  de  Hernando.  Eu  8,  LXXXIII, 
304  p.     3  y  3,.50.     Biblioteca  cläsica.   Vol.   149. 

Menghini,  M.,  Versione  in  ottava  rima  del  ,Miraeolo  de' 
tre  pellegrini"  (cod.  363  della  Bibliot.  V.  Kmanuele  di  Koma, 
prima  metä  del  sec.  XV).   Per    le   nozze  Marohesini-Crotta. 

lliserocchi,  Gactano,  Due  Sonetti  di  Lorenzo  Mosclii,  tre- 
centista.  Pesaro,  Federice.  Per  le  nozze  Vaecai-I'iociola. 

M  y  s  t  er  e  ,  le,  ile  Saint-Eustache.  joue  cn  1504  sous  la  dircction 
de  B.  Chancel,  et  public  par  l'abbe  Paul  Guillaume.  2''  ed., 
suivi^  d'une  traduction  frangaise.  In-8,  163  p.  Montpellier, 
inip.   llamelin  freres. 

Xinni.  A.  P.,  Ribruscolando.  Saggio  di  una  raccoltina  di 
indovinelli,  proverbl,  canzoncine,  componimenti  rimati  ed 
altri,  usafi  anche  oggidi  dal  popolino  veneziano.  Venezia, 
Longhi  e   Montanari.'  2  Hefte.  8.  S.   1-107:   111—222. 

—  — ,  Voci  banibinesche  della  lingua  vernacola  vencziana. 
Venezia,  ib.  11  S.  8. 

—  — ,  Xozioni  del  popolino  veneziano  sulla  somatomanzia. 
Venezia,  ib.  16  S.  8.     2'  edizione  con  aggiunte.  27  S.  8. 

—  — ,  Superstizioni  e  credenze,  proverbi,  indovinelli,  ecc.  del 
contado  di  Treviso.  Venezia,  ib.  38  S.  8. 

—  — ,  Aralilica  pescatoria.   Venezia,  ib.  8  S.  8. 

,  Giunte  e  correzioni  al  Dizionario  del  Dialetto  Vene- 
ziano. 3  Serien.  Ven-zia,  ib.   121  —  148—263  S.  8 

Orsi,  Delfino,  II  teatro  in  dialetto  piemontese:  studio  critico. 
Milano.  93  p.     L.  2. 

Petrei,  Piero,  In  lode  del  vino  di  Lucolena:  capitolo  [con 
note  di  I.  Dol  Lnngo].  Firenze.  Pubbl.  da  Carlo  Del  Lungo 
per  le  nozze  di  Alfonso  Marchesani  con  Leontina  Hombert. 

Roman,  le,  en  prose  de  Tristan,  le  Roman  de  Palamede  et 
la  conipilation  de  Rusticien  de  Pise.  Analyse  critique  d'apres 
les  manuscrits  de  Paris  par  E.  Loeseth.  Paris.  Bouillon. 
XXVI,  542  p.  gr.  8,.  fr.  18.  Forme  le_  82«  fascicule  de  la 
Bibliotheque  de  l'Ecole  des  Hautes  Etudes  (Section  des 
Sciences  historiques  et  philologiques). 

Romizi,  Ang.,  Paralleli  letterari  fra  poeti  greci,  latini  e 
italiani.  II.  ed.  ampiata.  Livorno.  281  p.  16. 

Samarini,  Pa.,  Silenzio  di  Dante  e  disdcgno  di  Guido:  con- 
tributo  alla  critica  dantesca.   Oneglia,  Ghilini.  21   p.  4. 

S  a  m  o  u  i  1 1  a  n  ,  Alex.,  Etüde  sur  la  chaire  et  la  societe  fran- 
caise  au  XV"  siede.  Olivier  Maillard.  Sa  predication  et  son 
temps.  I'aris,  Thorin.  353  p.  8. 

Satires  et  Portraits  au  XVII"  siecle :  Boileau,  Racine,  La 
Bruyere,  avec  notices;  par  Emile  Fagnet.  Un  volunie  orne 
de  portraits  (reproduction  de  la  Bibliotheque  nationale). 
In-8,  144  p.  Paris,  Lecene,  Oudin  et  C.  I'etite  Bibliotheque 
des  auteurs  francais,  publiee  sous  la  direction  de  H.  Lecene. 

Schäfer,  H.,  üeber  die  Paiiser  Hss.  1451  und  22555  der 
Huon  de  Bordeaux-Sage.  Beziehung  der  Hs.  1451  zur  ,chan- 
son  de  Croissant":  die  „ehanson  de  Huun  et  Callisse";  die 
,chanson  de  Huon,  roi  de  foerie".  Marb.  Diss.  48  S.  8. 

Schmid,  P.,  Erklärung  schwieriger  Stellen  in  Corneilles 
Horace.  Leipzig,  Renger  i.  Comm.  8  S.  4.     M.  0,40. 

Schnellbächer,  K.,  Ueber  den  syntactischen  Gebrauch 
des  Conjunctivs  in  den  Chansons  de  geste:  Huon  de  Bor- 
deaux, Amis  et  Amiles,  Jourdains  de  Blaivies,  Aliscans, 
Aiol  et  Mirabel  und  Garin  le  Loherain.  Giess.  Diss.  59  S.  8. 

Söderhjelm,  Werner,  Das  Martinleben  des  Pcan  Gatineau. 
Bemerkungen  über  Quellen  und  Sprache.  Helsingfors.  48  S. 
8.  S.-A.<ius  den  Coninientationes  variae  in  menioriani  actorum 
(;CL  annorum  edidit  Universitas  Hulsingforsienses. 

Solerti,  Angelo,  Versi  del  padre  Dionigi  Solerti  (f  9  giugno 
1633).  Per  le  nozze  Ferrari-Solerti. 

Steffens,  Georg,  Rotrou-Studien.  I.  Jean  de  Rotrou  als 
Xachahmer  Lope  de  Vegas.  Oppeln,  Maske.     M.  3. 

Tancredi,  Giov.,  La  figura  di  Carlomagno  nel  „Morgante 
maggiore".  Sapoli.  20  p.  8. 

—  — ,  La  materia  e  le  fonti  del  poema  maecheronico  di 
Teofilo  Folengo,  corredate  di  riscontri  con  le  pruduzioni 
straniere  di  F.  Rabelais  e  M.  Cervantes:  tesi  di  laurea 
presentata  nella  r.  univ.  di  X^apoli.  Xapoli.  111  S.  16. 

Tasso,    Torquato.   Poemi   minori.     Ed.  erit.  a  cura  di  Ang. 

Solerti,  con  studi  di  G   Mazzoni  Vol.  II.    Rologna,  Zanichelli. 

LXXVII,  555  S.  16.  iliih. :  1.  Del  Montoliveto  e  del  Mondo 
I        creato:  studio  di  G.  Mazzoni.     2.  Illusrratioui   bibliografiehe. 

3.   II   iiioiidu   ifCiit-i.     4.    Appendiei    (I  primi    tre   canti   e   i 

canti  V,  IX,  XII  della  Gerusalemme  secondo  un  primitive 
1       abbozzo ;  correzioni  autografe  al  canto  XII  della  Gerusalemme 


;5<t 


18'Jl.     Litoi'UturbliiU  für  gomiiiniticlR'  und  ruiiiuiiiüclie  l'liiloluf^iv.     Nr.   10. 


360 


(lii  Uli  iiiunusci'ittu  ili  Moiilpellier ;  lu  Vita  üi  S.  itciiudctto, 
8taiizo  ujj;;''""''  "'  Kluridiiiitc  du  Beniaido  TassoJ. 

Ti'/. a.  Km.,  I'i  uii  cuiii|ioii<liu  dt-l  C'oiaiiii  in  ispagiiido  con 
Iflleie  arabirlii!  (mss.  fioii'iil.):  iiüta.  Rmna.  !<  p.  H.  Aus 
lU'iidicoiiti  di'lla  r.  iiccadL'nÜH  dei  Liiioei  vol.  VII,  2"  hc- 
iiU'8ti-(',  fasc.  ;t. 

rßrracii.  F.,  Mnnunle  dclln  Icttcraturu  italiaiia,  vol.  III. 
Si'C.  edizione   rivixta  e  iiccresciutn.   Kireiize,  Saiisi>iii. 

V  (Kta  I)  ola  r  i  o  dt'gli  accndcniioi  ilclla  Crusea.  (Juinta  impr. 
Vol.  VIJ,  l'aso.  2.  Giurniilista  — Uraiia.  Kirciize,  Le  Monnicr. 
S.  241—480.   4. 

V  11  re  t  z  s  1- li ,  C,  Ueber  die  Sage  von  Ojjici-  dem  nSiien  und 
die  Kntstcliuiif;  der  Clicvalerio  Ofjicr.  Kiii  licilra;;  zur  Knt- 
wicklunR  des  altlVaiiz.  Ileldeiirpus.  Halle,  Nieiiioyer.  127  S. 
8.     M.  3. 


Literarische  Mitt  heilungeu,  1' er  so  na  1- 
nachriclitcn  etc. 

Viini  Sprachatlas  des  Deutschen  Reichs,  mit 
Unterstutzuiif;  des  Reichs  und  des  k.  preuss.  Ministeriums  der 
geistl.  etc.  .\n!;eleseulieilen  bearbeitet  von  Dr.  (!.  Wenker 
in  Marburg  und  den  derzeitigen  beiden  HiH'siirbeitern  Dr.  F. 
Wreile  und  Dr.  E.  Maurmaiin,  wcrilen  Jetzt  reselmässiK 
im  Jniin;ir  und  Juli  <lie  in  Ilanilzeiehiuiiiic  fertigen  Karten  an 
die  k.  liililiothck  zu  iierlin  abgeliefert,  de  drei  Karten,  ".")  :  80 
cm  gross,  im  Massstabe  1  :  1  OOU  000,  l)ililen  iils  lilatt  nordwest, 
nordost,  Südwest  das  Deutsche  Reich  und  bringen  Kin  Wort 
zur  Darstellung,  indem  dessen  heutige  Formen  aus  den  ca. 
40000  deutschen.  .'i02  französischen,  >''-  littauischen,  7!»  wen- 
dischen, 12.J7  |)olnisehen,  HO  bühniischen  Orten,  aus  welchen 
Dr.  \V.  Material  besitzt,  in  ilie  stets  gleiche  geegraphische 
ITfiterlago  farbig  eingezeiclinet  sind,  .ledern  Worte  ist  ein 
handschriftlicher  Text  zur  Erläuterung  beigegeben.  Es  sind 
bis  jetzt  folgende  23  Wörter  (=  HO  Karten)  abgeliefert  worden: 
balil,  lictt,  Urot,  drei.  Eis,  Feld,  Gänse,  gross,  Hunil,  Kind, 
fjuft.  Mann,  müde,  nichts,  Pfund,  Salz,  sechs,  sitzen,  toilt, 
was,  Wasser,  Wein,  Winter.  —  lieber  die  weiteren  Abliefe- 
rungen soll  an  dieser  Stelle  jedesmal  im  Januar  und  Juli  be- 
richtet werden. 

l'rivatdocent  Dr.  Theodor  Vetter  wunle  zum  ao.  Pro- 
fessor für  engl.  Spraclie  und  Literatur  an  der  Universität 
Zürich  ernannt. 

An  der  Universität  Halle  habilitirte  sich  Dr.  C.  Vo- 
retzsch  für  das  Fach  der  romanischen  Philologie. 

K.  Muret  wurde  zum  I'rofessor  der  rom.  Philologie  an 
der  Universität  Genf  ernannt. 

t  zu  Paris  im  August  Aug.-Cli.-Jos.  Vitu  (geb.  7.  Oct. 
1823). 

t  am  8.  August  zu  La  Bourbole  der  Professor  der  roman. 
Phih)logie  an  der  Universität  Freiburg  i.  Schw.  Hubert-Eugene 
Rabiet  (geb.   Ili.  Juli    Is.iS  zu   Bourberain   |  Cöte-irOr]). 

t  zu  Leipzig  am  l.i.  Octobcr  Professor  Dr.  p'riedrich 
Zar  ticke  (geb.  7.  Juli  1825  zu  Zahrenstorf  bei  Brücl  in 
Mecklenburg). 

Her  ic  ht  ig  u  ng.  Sp.  324,  Z.  G  v.  u.  I.  .,South  .\fri- 
can"  statt  , South  American". 

Abgeschlossen  am   15.  October  1891. 


Die  Herren  Fachgonosscn  werden  gebeten  vor  Benutzung 

meiner  Ausgabe  von  ,Flori8  et  Liriope"  folgcmlc  Besserungen 
vornehmen  zu  wollen:  S.  XVII  Z.  15  v.  o.  1.  foineruis  st. 
iiiiifiroin.  —  Z.  25  V.  o.  1.  ileseiiraiice.  —  S.  XVIIl  Z.  3  v.  o. 
1.  Xoniin.  8t.  Plural.  —  S.  XX  Z.  3  v.  u.:  suii  (^  snlui)  und 
von  (  roliii)  erklären  »ich  durch  Analogie  zu  tsii/mi  oder 
eher  aus  rail"""-  und  .soll""".  —  S.  XXI  Z.  7  v.  o.  I.  14(>,  237 
st.  145,236.  —  Z.  12  \.  u.:  Jiiiicr  findet  sich  allerilings  schon 
in  ältiMcn  Texten  (  -  Jiiiiaic).  —  S.  XXIII  Z.  2  v.  o. :  cc  (lat. 
.11  und  lat.  .v/c  als  coordinirende  Partikel).  —  Z.  1 1  v.  u.  von 
,1422"  an,  sowie  Z.  10  sind  zu  streichen,  da  \i'S'2  qm-lr  . ,  .qiir 
das  verallgemeinernde  Pronomen  ist,  lö2'.l  besser  eil  steht 
(Parataxe  st.  Ilypota.xe)  unil  12113  S'iiroc  der  IIs.  beibehalten 
werden  kann,  wenn  man  nach  euliiiii'  Punkt  und  nach  eoh'S 
Komma  setzt.  —  S.  XXIV  Z.  22  f.  v.  o.  sind  .53t>  liitiiite::, 
'.lO'.t  (/oi((0)-f,  (>'J,  1210  colors  ebenso  Z.  7  v.  u.  ö3()  (/iiiiiz,  als 
Nominative,  zu  streichen.  —  Z.  13  v.  u.  281  rciius  ist  ein 
SchrcibfchliT.  —  Bei  der  Fle.xion  des  Adj.  und  Partie,  wäre 
noch   zu  erwähnen  331  Kciiilihinic  und  784  scmbliint;  auch   331 


könnte  -iil  stelon,  wenn  iumh  rjiie  in  schreibt.  —  Beim  Zalil- 
wortc  ist  au(di  1024  ninhii  N.  V.  zu  nennen,  da  Floris  als 
Mädchen  zum  .Mädchen  spricht.  —  Zu  S.  XXV  Z.  1  ist  zu 
erwähnen  das  einmalige  Vorkommen  der  uiiorg.  Form  im 
CoiiJ.  der  I.  Conjg.  —  Z.  12  v.  o.  1.  siii  st.  hii,  Z.  13  la  Im 
st.  Sil  I.,  welch  letzteres  wie  3t;4  //  sims  nttrib.  Poss.  ist.  — 
Z.  1!»:  1107  hv  „wer"  ist  subst.  Pron.  für  ki.  —  Z.  1  v.  u. : 
(loiinl  Conj.  tlil/euii/.  —  v.  20  viell.  besser  lies  st.  ml.  — 
28  Scinicolun  nach  jireii.  —  3S  Punkt  nach  avroil.  —  3!t 
Komma  nach  dcsciwem.  —  40  pnre  (Ptp.)  st.  purer  und  Seini- 
eolon  nach  dlnrs.  —  83  Komma  nach  flur,  —  237  st.  ii'eii 
viell.  besser  ii'i.  —  27t>  aiiciine  st.  uiieuiie.<.  —  281  eerlu  st. 
eerliia.  —  2S7  Qii'ele  st.  (^iie  le.  —  344  I.  Knir'eiis.  —  430  I. 
ptirocit.  —  445  Komma  nach  jiurra.  —  475  Komma  nach  iiil. 

—  483  I.  hieiii'ii/iiaiit.  —  513  c'enliisse.  —  523  Oeti.  —  ,52^ 
Viell.  iie  St.  je,  oder  veolr  im  Gegensatz  zu  esijiirder.  —  53i', 
1.  yriins  biaiilez.  —  539  or  nie.  —  541  tuiile  cliose.  —  554 
c'cle.  —  573  non.  Doiil.  —  590  Fragezeichen  nach  umie.  — 
641  Punkt  nach  eiilvr.  —  642  Komma  nach  ilolour.  —  643 
h-e  —  ki.  —  658  poiiiy.  —  676  Komma  nach  deulresce.  — 
Nach  728  scheinen  dem  Sinne  nach  zwei  Verse  zu  fehlen.  — 
Nach  746  .Anführungszeichen,  nicht  nach  752.  —  Nach  764 
Scinieolon.  —  Nach  765  tilge  Komma.  —  769  I.  ^os.  —  801 
.s^-sleiif.  —   858  (/(/h/»7        in/iiit.   —   863  tilge  Komma  nach   (»7. 

—  879  Fragezeichen  nach  eliaiit.  —  893  Dm.  —  947  I.  s\li 
se.   —   1016  r/r<iHs.   —   1023  Qiiaiif.  —   1071    Vidi,  besser  mV». 

-  1103  SemiColon  nach  moi.  —  1116  -Anführungszeichen  am 
Emle.  —  1165  I.  Com.  —  1175>i-.  —  Nach  1210  Punkt.  — 
1222  Anführungszeichen  nach  deroie.  —  1266  Komma  vor 
veiiez  und  1274  vor  jjoii.  —  1281  1.  eil.  —  1282  zu  /.<■  vgl. 
1018.  —  12S6  1.  redrcciee.  —  Zu  1293  s.  oben  die  Bemerkung 
zu  XXIII.  —  1307  Komma  nach  Dame.  --  1331  I.  mere,  luni 
Ar.  —  1369  nach  jitiis  Semicolon.  —  1370  1.  seiis;  Komma 
nach  reqiih.  —  Semicolon  nach  1390  und  nach  1431.  —  1456 
viell.  besser  fiii  iip.  —  1532  Komma  nach  ei.  —  1552  besser 
(tint  st.  tiil.  —  1573  Komma  nach  ./;»■/,  F'unkt  nach  jirisl.  — 
1698  Anführungszeichen  nach  veiiiit!  st.  1097.  —  1706  besser 
liiil  st.  toiil.  —  1708  I.  ((//  St.  11/  ci  a.  —  1731  I.  eher  oiil 
pechie.i  und  die  Wortstellung  von  A.  —  Anmerk.  69,  536, 
1210  und  1708  sind  wegzulassen.  —  689  cumaiis  gehört  dein 
Schreiber. —  Im  Wortverzeichniss  1.  eseliupeiiieiit  st.  ecli.  unii 
et-ehiiiifer  st.  eeli.  .Aufzunehmen  wären  noch  1592  denlntili 
und  383  mirrois.  W.   v.   Zingcrle. 

«tl«   Literarische  Anzeigeu.   H^ 

Verlag  des  Art.  Institut  Prell  Füssli  in  Zürich. 
Eleiueiitarbucli  (lor  Irauzösischeii  Spraclie 

füi  Oberrealschulen,  Roalschiilen  und  ver- 
wandte Anstalten.  \'on  Dr.  Gustav 
Luppe,  Oberlehrer  an  der  Oberrealschulo 
zu  Kiel  und  Julius  Üttens,  ord.  Lehrer 
an  der  Oberrealsehule  zu  luel. 

I.  TICIL.  Das  erste  Schuljahr.  In  Rück- 
und   Kckledcr  geb.  M.  1.50. 

II.  TEIL.  Das  zweite  ."^chiiljshr.  In  Rück- 
und  Eckleder  geb.  M.   1.80. 

III.  TEIL.  Das  dritte  Schuljahr.  In 
Rück-  und  Eckleder  geb.  M.  2. — 


IHllt 
S  E  X  r  A 

QUINTA 

FÜK 
Q  ü  A  U  T  A 


Fiaiizosisclie  Schiil^raminatilv  im  Anschliiss 

l'l'l"  an    das  Elomeutarbuch    von   Luppe-Olteiis. 

^'^"'"''''iVIs''''''''^     Bearbeitet  von  .1.  Ottens.    In  Rück-  und 
UNTEIiSKKlNl).\.   Eckleder  geb.   M.  2.-4i>. 

*  n*  Der  in  dieser  Gramnuilik  gebotene 
Lernstoff  ist  auch  für  Oborsekunda  unil 
Prima  ausreichend. 

sbncli  z.  Übersetzen  ins  Französische. 

fi'I!  Im    .\nscldua30    an    des   Verfassers    Schul- 

'^'''''''lUS ''''^     grammatik  von  J.  Ottens.    In  Rück-  und 
UNTERSEKUNDA  Eekleder  geb.- M-  1.40. 

fjt^  Hierzu  eine  Boilag:e  von  F.  A.  BrockllilllS 
in  J.iipzig-,  sowie  ein  Piospect  der  Firma  T.  ().  Weigel 
Xachf.  in  Leipzig,  bctietfeml  im  Preise  ermässigte 
Werke  aus  dem  Gebiete  der  Sprailikunde. 


Übnng 


Vorantworilicher  Redactcur   Prof.  Dr.   Fritz  Neuninnn  in  Heidelberg.  —  0.  Otto's  Hofbuehdruckeici  in  Darmsladt. 


LITERÄTURBLATT 


FÜR 


GERMANISCHE  UND  ROMANISCHE  PHILOLOGIE. 


HERAUSGEGEBEN  VON 

J3R.  OTTO  BEHAGHEL  und  D"-  FRITZ  NEUMANN 


o.  ö.  Professor  der  germanischen  Pliiloloffie 
!in  der  Universität  Uicä^en. 


0.  ö.  Professor  der  romanischen  I'hiJolofjie 
an  der  Universität  Heidelber;;. 


Erscheint  monntlicli. 


VERLAG    VON 
O.  R.  REISLAND,  LEIPZIG. 


Preis  halbjährlich  M.  5. 


XII.  Jahrgang. 


Nr.  1 1 .    November. 


1891. 


Wolfs  Linj^uist.  Vademecura  (Dehajfhel). 
Müller,     Zur    P-ntwieklunijsgesehiehte    des    indo- 

pcrmaii.  Verhalbaus  (Bebaijhelf. 
Schmidt,    Die   Pluralbildungen   der   indogcrniaQ, 

Xcutra  (S  ü  tt  er  1  inf. 
J  c  1  1  i  n  c  k  ,    Beiträge   zur    Erklärung    der    gCTiaaa. 

Flexion  tU  i  r  t). 
Hart  mann  von  Aue,   Iwein,  hrsg:.  von  Hcnrici 

(Heh  a  gh  e  lt. 
Kckius     dedolatus,     hrsjj.     von     Szamati'ilski 

(Franke  1). 
P  i  n  1  o  ch  e  .  De  Shakespearii  Haraleto  et  germanica 


tragoedia   quac  inscribitur  »Der  bestrafte  Bruder- 
mord- (G  1  ij  de). 
Flaischlen,     Otto    lleinrich    von    Gemmingen 

(M  u  ue  k  er). 
B  ii  1  b  r  i  n  g  ,    The   earliest  eomplete  english  Prose 

Psalter  (K  o  e  p  p  e  1). 
Kristian  von  Tpoyes,  Yvain  hrs^.  v,  FoersteP 

(O  o  1 1  h  e  rl. 
Meier,  Ueber  die  Didotragödien  des  Jodelle,  Hardy 

und  Scudery  (Ma  h  r  e  n  h  o  1 1  z). 
Pirandello,     Laute     und     Lautentwicklung     der 

Mundart  von  Girgenti  (M  e  y  e  r  -  L  ü  bk  e). 
Rossi,  Guarini  ed  11  Pastor  Fido  (Stiefel). 


Munthc,  Anteckningar  om  folkmalet  i  cn  trakt  af 

vestra  Asluricn  (Bai  st). 

,  Folkpoesi  fran  Asturien  (B  a  i  s  t). 

,  Romance  de  la  tierra  (Bai  st), 

»  Observations    sur    les    composcs    cspa^ols   du 

type  „atial'ierto*  (B  a  i  s  t). 
Wolff,    Prolegomena  der  literar-evolmionistischcn 

Poetik  (Siebeck). 
Bibliographie. 
Literarische     Mittheilungen,      Pcreonal- 

naehrichten  etc. 
Fränkel.  Anfrage  und  Bitte. 


Wolfs  Linguistisches  Vademecnni.  Eine  alphabetisch  und 
systcniatiscli  geordnete  Handbibliothek  ausgewählter  Werke, 
AbbandUinsjen,  Dissertationen  und  Programme  auf  dem  Ge- 
biete der  Linguistik.  III.  Deutsclie  Philologie.  Allgemeine 
Linguistik.  Hilfswissenscliaften.  Die  Literatur  bis  1886  1 
enthaltend.  Mit  Register  der  Schlagwörter.  Leipzig,  Levien. 
214  S.  8. 

Gerne  nimmt  mau  jedes  Werk  eutgegeii,  das  ivus 
ein  neues  bibliograiihisclies  Hilfsmittel  darbietet.  Das 
Vorliegende  Yademecnm  freilich  wUl  wesentlicli  bucb- 
liändleiischcu  Zwecken  dienen  mid  macht  Jteiue  höhern 
wissenscliaftlichen  Ansprüche;  aber  auch  so  könnte  es 
dem  Forscher  nützlicli  sein,  wenn  es  nur  etwas  besser 
g-earbeitet  wäre.  Xach  welchen  Gesichtspunkten  die  Aus- 
wahl stattfand,  ist  schwer  zu  erkennen.  Beispielsweise 
sind  ans  den  Beiträg'en  die  Abhandlungen  von  Braune 
und  Paul,  freilich  unvollständig-,  verzeichnet,  dageg'en 
nicht  die  von  Kluge;  ebenso  fehlen  die  wichtigen  Arbeiten 
von  Tümpel  und  Xörrenberg.  Das  Verzeichniss  der 
Schlagwörter  könnte  vollständiger  sein:  es  fehlt  z.  B. 
Kinderlieder.  Kinderspiele,  Sjaitax.  Wer  wird  Opitz 
luiter  Jlartin,  Manzeunamen  unter  Botanik,  Waidmanns- 
sprache unter  Forstsprache  suchen?  Die  Zusammen- 
fassungen unter  den  einzelnen  Schlagwörtern  sind  theil- 
wcise  äusserst  mangelhaft.  Die  Namen  von  Verfassern 
metrischer  Arbeiten  stehen  theilweise  unter  Metrik,  theil- 
weise  unter  Verskunst,  und  l)ei  weitem  nicht  Alles  ist 
aufgezählt,  was  unter  den  Einzelrulniken  verzeichnet 
steht.  Das  Gleiche  gilt  von  dem  Artikel  Mundarten; 
hier  fehlt  z.  B.  Wiuteler!  Dafür  erscheint  unter  Luzeru 
Zingerle  mit  seinem  Lusernischen  Wörterbuch,  unter 
Fränkisch  Lachmann,  offenbar  wegen  seiner  Specimina 
linguac  francicae.  Weinhold  wegen  seiner  Bemerkungen 
ülier  die  Bruchstücke  des  frk.  Gespräehsbüchleiiis,  Wendler 
ich  weiss  nicht  weshalb.  i 

Wir  möchten  dem  Herausgeber  dringend  rathen, 
bei  einer  Neubearbeitung  gründlicher  zu  Werke  zu  gehen 
und  einen  Fachmann  zu  Eathe  zu  ziehn.  In  der  vor- 
liegenden Gestalt  erfüllt  seine  Arbeit  nicht  einmal  die 
Anforderungen  des  Buchhändlers  in  genügender  Weise. 
Basel.  0.  Behaghel. 


Müller,  Heinr.  Dietrich,  Zur  Entwicklnngsgeschichte 
des  indogermanischen  Verbalbans.  Göttingen,  Vnnden- 
hoeck  &  Ruprecht.  177  S.  8.     M.  4. 

Die  Schrift  enthält  Untersuchungen  über  die  Her- 
kunft und  die  Grundbedeutung  indogermanischer  Formen, 
insbesondere  der  Personalendungen,  der  Tempora  und 
Modi.  Beispielsweise  wird  die  historische  Gestalt  der 
3.  Pers.  Sgl.  Ind.  Praes.  mit  dem  schwachen  Participial- 
stamm  gleichgesetzt  und  der  Nachweis  versucht,  dass 
ursprünglich  nur  der  zweiten  Person  eiue  Endung  zu- 
gekommen sei.  Trotz  unleugbaren  Scharfsinns  bringt 
es  der  Verfasser  nicht  weiter  als  zu  luftigen  Hypothesen, 
Dank  vor  Allem  den  Mängeln  seiner  Methode.  Das, 
was  gewesen  sei,  will  er  erschliessen  ans  dem,  was  ge- 
wesen sein  müsse.  Ich  kann  aber  z.  B.  nicht  einsehen, 
weshalb  bei  der  zweiten  Person  die  Bezeichnung  der 
Person  nöthiger  war,  als  bei  der  ersten,  warum  nicht 
in  beiden  Fällen  die  blosse  Deixis  gleichmässig  genügte. 
Ferner  schreibt  er  der  Ursprache  eine  merkwürdige 
Neigung  zu,  den  Abfall  von  Vokalen  zu  verhüten  durch 
Dehnung  oder  Zusatz  beliebiger  Consonanten.  Ebenso 
merkwürdig  sind  seine  Kenntnisse  auf  dem  Gebiete  des 
Germanischen;  vgl.  z.  B.  S.  21,  wo  er  meint,  dass 
gr.  ctxriQ  „lautlich  genau"  as.  oäar  entspreche,  und  dies 
wieder  mit  odey  identiticirt  wird,  oder  S.  25:  „mau  er- 
klärt gewöhnlich  swer,  swaz  aus  so  wer,  so  was,  was 
zu  verwerfen  ist,  da  ein  langer  Vokal  nicht  abfallen 
kolinte-'. 

Giessen.  0.  Behaghel. 

Schmidt,  Jobannes,  Die  Plnralbildungen  der  indo- 
germanischen Neutra.  Weimar,  Hermann  Böhlau.  1889. 
Vin,  457  S.     M.  12. 

In  der  sprachwissenschaftlichen  Literatur  der  letzten 
Jahre  nimmt  J.  Schmidts  Buch  über  die  Pluralbildungeu 
der  idg.  Neutra  einen  hervoiTagenden  Platz  ein.  Zwei 
Erscheinungen,  führt  der  Verf.  in  den  einleitenden  Ab- 
schnitten aus,  machen  es  zunächst  wahrscheinlich,  dass 
der  Nom.  Acc.  Plur.  des  Neutriyns  von  Hause  aus  ein 
Nom.  Sing,  eines  femininen  Colleeti\'nms  war.  Einmal 
ist  es  im  Griechischen  Brauch,  den  neutralen  Nom.  Plur. 
mit   dem  Singular   des   praedieativen   Verburas  zu   ver- 

26 


363 


1891.    Litcraturblatt  fQr  germanische  und  romnnischc  Philologie.    Nr.  11. 


364 


binden;  zweitens  aber  gehören  häufig-,  besonders  wieder 
im  Grieehischen,  aber  auch  iu  andern  Sprachen,  neutrale 
Plui-ale  zu  münnlicheu  oder  weiblichen  Siugularen  auf 
-US,  wie  gr.  ö  <iTtoc  neben  r«  öTnt,  ö  /('/(joV  neben  t« 
fiijofi,  lat.  locus  neben  loca.  Das  Ug.  hat  also  darin 
etwas  Aehnliches  wie  das  Arabische  in  seinen  Plurales 
fracti,  die  im  Gegensatz  zu  den  gcwölinliclKii  Plurales 
sani  eine  Mehrzahl  von  Individuen  nicht  als  einzelne, 
sondern  als  (iesamratheit  bezeichnen  (alidroia  mehrere 
Sklaven,  'abldiui  Sklavenscliaft).  Der  spätere  neutrale 
Nom.  Acc.  Plur.  '^fuf/ä  z.  B.  war  demnach  urs]trünglich 
ein  Xom.  Sing,  eines  femininen  rt-Stammes,  der  nach 
Untergang  der  zugehörigen  Cas.  tM.  *juf/as  ^juijai 
u.  s.  w.  zu  *ju(jöm  *pigoisii,  den  pluralischen  Casus 
obliqui  des  neutralen  o-Stamms  *jii(/<h)i,  in  Beziehung 
trat,  selbst  neutral  wurde  und  nach  dem  Mnster  des 
Singulars  *juf/öi)i  auch  als  Accus,  verwendet  wurde,  j 
War  dieses  *J}irj6in,  wie  manche  annehmen,  ein  alter 
Accusativ,  so  fand  eben,  was  an  sich  gar  nicht  auffällig 
ist,  im  Plural  zwischen  Nom.  und  Acc.  gerade  die  um- 
gekehrte Ausgleirliung  in  der  Verwendung  statt  als  ehedem 
im  Singular.  Eine  Ersetzung  des  Nom.  Plur.  durch  ein 
singulares  Collecti\iim  aber  konnnt  ja  auch  sonst  in  allen 
Sprachen  vor  (vgl.  nur  Otfrieds  ißthigini,  f/ihiilifi  für  I 
t/iegana,  knchfa).  Sodann  ist  für  die  hier  behaupteten 
Bezieliungen  im  Allgemeinen  zu  beachten,  dass  überliaupt  ; 
Neutralformen  öfter  neben  einem  femininen  Singular 
ohne  Unterschied  der  Bedeutung  in  derselben  oder  in 
zwei  verwandten  Sprachen  hergehen  (hom.  rd  oiy.irt  und 
jj  nhln,  got.  hairi  und  gr.  a}  jimit),  sowie  dass  neutrale 
Plurale  schlechtliin  wie  Singulare  gebraucht  werden, 
gerade  wie  wenn  sie  feminine  Singulare  wären  (gr.  r« 
ro'J«  im  Sinne  von  rn  rritov).  Eine  solche  Vertauschung 
ist  aber  nur  bei  einer  alten  Collectivbiklung  niöglieli, 
wie  es  das  in  der  Bedeutung  'Mitkneclit'  gebrauchte 
got.  f/askalJii  und  das  im  Sinne  von  'Genosse'  verwendete 
got.  f/omaii  'Genossenschaft'  sind.  Schon  aus  dieser 
Darlegung  folgt  übrigens,  dass  die  Neutralbildung  des 
Plurals  bei  den  appellativen  Substantiven  aufgekommen  und 
von  da  auf  die  Adjectiva  übertragen  woiden  sein  muss. 
Diese  aus  einer  allgemeinen  Betrachtung  der  Ver- 
hältnisse sich  als  wahrscheinlich  ergebende  Erklärung 
des  Plurals  der  Neutra  gewinnt  bei  eingehenderer  Unter- 
suchung bedeutend  an  Sicherheit.  Es  liegt  nämlich,  w'ie  j 
der  Verfasser  im  Haupttheil  seines  Werkes  bis  ins  Ein- 
zelnste auszufüllreu  sucht,  neben  jeder  der  drei  im  Idg. 
nadiweisbareu  Bildungen  des  Nom.  Acc.  Plur.  der  Neutra 
die  ganz  gleiche  Form  eines  Nom.  Sing,  von  Feminin-  , 
Stämmen.  Die  erste  Bildung,  die  nur  im  Griech.  unter- 
gegangen ist,  geschieht  durch  das  Suffix  (/  und  findet 
sich  bei  den  o-,  i-  und  (/-Stämmen:  vgl.  a)  got.  pika 
]at.jiifj(i  ved.  i/ii(/ä  abg.  iy<i  aus  idg.  *ju(/(l,  b)  gr.  rain 
lat.  frifjhifci,  ved.  tri,  altir.  fn,  altb.  tri,  ahd.  ilIirT 
(Isid.  Villa  18  p.  15,  -i  Weinh.),  nach  dem  Verl.  aus 
idg.  *lriä,  c)  gr.  vnXhi  ved.  ^;»r»  (ahd.  vielleicht  vor- 
liegend in  Notkers  N.  Acc.  PI.  feho)  aus  idg.  *polv-a  j 
'*pjva  neben  dem  Femininum  vot-öfid  aus  "notöflfn.  \ 
Die  zweite  Bildungsweise  umfasst  die  consonantischen 
Stämme  besonders  di(^  auf  -vien,  -s,  -tit  und  -r;  sie  be- 
steht in  der  'Dehnung  und  der  ijualitativen  ^'eränderung 
des  letzten  Vokals',  diese  Plurale  gehen  also  auf  -mOn, 
■öS,  -öut,  ör  aus:  vgl.  a)  ved.  nani('i(n)  abg.  hni^  (aus 
*hiien  für  älteres  *imün)  gr.  ;(fi/((f'iv,  mit  verändertem 
Geschlecht  lit.  stomfi  got.  Idiinmt  ahd.  namo,  b)  Abk. 
hazäo  ags.  sigor  gi-.  <fm«i^  abg.  (izu  lat.  nngös  uiigür, 


c)  Abk.  nnzhdavän  lit.  vezd,  d)  gr.  riliD«  alid.  trazzur 
abg.  voda  lit.  vandü',  dazu  e)  einsilbige  Stämme  wie 
gr.  vvQ,  idg.  *sal  (lat.  sdl  altir.  säl),  *niär  (ahd.  tniior), 
*ös  in  lat.  ös  (aus  älterem  *öus  wegen  der  schwächeren 
Form  aus  in  lat.  ausndari,  aurlga,  altisl.  eijrr),  '''dö(m) 
in  gr.  di~>.  Die  dritte  Bildung  fügt  i  an  die  Form  einer 
der  beiden  ersten  Bildungen:  vgl.  lat.  ijuac,  preuss.  häi- 
gi,  lit.  kai  n'irtai  abg.  cc  bo/JJsi  abk.  rn>:trili  neben 
altind.  catcuri  got.  ßdwor  ags.  feöwer  lit.  ketun  (au- 
geblich aus  idg.  ^(/etirör-i).  altind.  nämOni,  vdcnihsi, 
sätiti.  Es  ist  das  nach  Schmidt  dasselbe  /,  das  sich 
auch  bei  singularisclien  Neutren  findet  wie  in  altind. 
ydd-i,  thess.  nni-jniöi,  ved.  hrdi,  got.  fon  (aus  *föni), 
also  nicht  gleich  mit  dem  a  in  gi'.  rifidann,  das  von 
Hause  aus  nur  bei  den  i-  und  /(-Stännnen  berechtigt  war. 
Im  Anschlüsse  an  diese  Hauptdarstellung  bespricht  der 
Verfasser  die  Fälle  aus  dem  Altind.  und  Altbaktr.,  wo 
der  Nom.  Acc.  Sing,  eines  Neutrums  statt  der  ent- 
sprechenden Casus  des  Plurals  gebrauclit  wird,  ferner 
die  Bildung  der  «s-Stänune  im  Griecli.  und  Arischen, 
die  idg.  Benennungen  des  Auges,  die  Declination  der 
Participia  auf  -nt,  die  nach  ihm  auch  bei  den  thema- 
tischen Verben  abstufend  flectlrten,  und  endlich  in  einem 
Excurs  die  Natur  der  aspirirten  Dauerlaute  des  Grie- 
chischen. 

Es  verstellt  sich  von  selbst,  dass  bei  einer  so  um- 
fangreichen Untersuchung  auch  eine  Menge  einzelner 
Fragen  aus  allen  Spracligebieten  zur  Besprechung  kommen 
musste.  Für  das  Germauische,  das  uns  hier  allein  näher 
angeht,  ist  dabei  ausser  dem  bereits  oben  Berührten 
noch  Folgendes  wichtig.  Das  germanische  Wort  für 
Lende  (ahd.  lenti,  ags.  lend,  altisl.  lend)  war  ein  alter 
femininer  Dual  in  der  Gestalt  '^landwT,  der  wegen  seines 
Zu!>annnenfalis  mit  den  fem.  /«-Stämmen  seine  Cas.  obl. 
nach  deren  Muster  bildete  und  später  selbst  als  Nom. 
Sg.  eines  solchen  m-Stammes  empfunden  wurde  (S.  t3  f.  A.). 
Das  gotische  Nomen  fadrein  ist  ein  altes  neutrales 
Collectivum,  das  selbst  in  der  Bedeutung  yov&Tc  oder 
TKmyot'oi,  abgesehen  von  der  eigenartigen  Stelle  II.  Cor. 
12,  14,  im  Niim.  und  Acc.  seine  liergebrachte  singularische 
neutrale  Form  behält  und  nur  mit  masculinem  pluralischem 
.\rtikel  und  masculinem  pluralischem  Prädicat  verbunden 
wird,  während  es  im  Dat.  überall  pluralische  Flexion 
aufweist  (S.  14  f.).  In  got.  hrojtrahaiis,  altisl.  fedgar 
madgiir,  ascliw.  inschr.  fajirh(r,-muprki(,fedgiti  ma-dgiii 
xyslkiii  liegen  alte  Colleetivformen  vor,  die  nachträglich 
pluralische  Flexion  angenommen  haben  ganz  ebenso  wie 
die  in  ober-  und  mitteldeutschen  Dialekten  gewöhnlich 
als  Singulare  gebrauchten  Collectiva  auf  -ach  -ech  -ich 
auch  manchmal  in  den  Plural  gesetzt  werden  (vgl.  mit 
lüMaheu,  tmrlieleheii  Bertli.  173,  4).  Ferner  geht 
got.  marei  as.  weri  neben  got.  niari-  in  Jiiarisaiu^s, 
ags.  nierc  ahd.  meri  an.  »larr  auf  ein  Collectivum  urg. 
*marT  (idg.  *mari-a)  zurück,  ebenso  altisl.  ki/r  auf  germ. 
*köi(üz  idg.  *göwls,  altisl.  d-r  auf  *(iirlz,  mwr  auf 
"^niatcXz,  während  bei  altisl.  ylgr  nicht  alti.  vrkls,  sou- 
dern  germ.  "irulgwis  zu  Grunde  liegt.  In  den  got. 
Nom.  Acc.  Sg.  hairto  aiiso  augo  haben  wir  Bildungen, 
die  durch  das  Suffix  ä  (>rweitert  und  dann  mit  den  andern 
«-Stämmen  in  die  /(-Declination  übergetreten  sind.  An 
Stelle  eines  überlieferten  *oiigi  /..  Ji.  bürgerte  sich  neben 
dem  Gen.  *o>ige)ios  und  dem  Dativ  *oiigcni  der  dem 
gr.  n-nrj  entsprechende  Nom.  *OHgä  ein;  dieses  *ougä  ward 
zu  *ongä)i,  zu  gleicher  Zeit  als  idg.  ^widheun  (alti. 
ri<llidvii)    zu  *uiduvO/i  wurde    (S.   118  f.).     Aus  diesen 


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1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  11. 


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Bezieliuiig'en  folgt  sclioii,  dass  die  orwiilmte  H-Erwcitcruug- 
des  Neiitruins  erst  nach  dem  Aufkomnieii  der  feininineu 
scliwaclien  Adjectivflexion  ins  Leben  getreten  ist,  weil 
diese  ja  selbst  erst  zu  der  Erweiterung  der  femininen 
'7-Substautiva  den  Anstoss  gegeben,  dass  sie  dagegen 
älter  ist  als  die  erst  von  ihr  beeinflusste  neutrale  schwache 
Adjectivflexion.  "Während,  wie  erwähnt,  die  ags.  Neutra 
auf  -or  wie  lombor  rulfiir  ursprünglich  Collectiva  auf 
•öS  waren,  gehen  ahd.  chiHiurru,  siijur-  in  Sigurmar 
u.  s.  w.,  ags,  cilfor-  in  cilfurlanih,  niror  ahd,  nichus 
an.  nykr  auf  alte  »«-Stämme  (S.  150  a),  got.  silm  auf 
einen  alten  ??-Stamm  zurück  (S.  153).  Ahd.  fethdhahliti 
(Gen.  feddhacho  fettacJio)  weisen  auf  idg.  *petn-,  das 
auch  in  air.  eii,  kyuir.  et»,  lat.  peiuia  erhalten  ist 
(S.  174),  währeud  die  Endung  von  anfr.  fetherac  an 
abk.  pterej-  erinnert  (S,  176  a),  Neu  ist  auch  das 
S,  197  f,  für  das  Germ,  aufgestellte  Lautgesetz,  dass 
vor  dem  Wirken  der  Auslautsgesetze  das  e  suffixaler 
Silben  vor  r  mit  unmittelbar  folgenden  dunkeln  Vokalen 
gleichfalls  zu  einem  dunkeln  Laute  geworden,  der  im 
Got,  als  a  erscheine,  in  den  westgerm,  Sprachen  zwischen 
(I  imd  e  schwanke,  nicht  wie  sonstige  suffixale  e  zu  / 
gesunken  sei  und  nirgendwo  wie  diese  Umlaut  oder 
AVandel  des  wurzelhaften  e  in  ('  bewirke  (vgl.  z,  B. 
got.  hvapar  ags.  Iiivwäer  as.  hwedar  hweder  ahd. 
liivedar  ^=  vöregoS). 

Alle  diese  Aufstellungen  sind  von  dem  Verfasser 
ausführlich  begründet  und  die  Spuren  jeder  Erscheinung 
bis  ins  Einzelnste  verfolgt.  Dass  hie  und  da  kleine 
Unebenheiten  vorkommen,  ist  bei  einem  so  weitschich- 
tigen umfa.5send  angelegten  Werk,  wie  es  das  vorliegende 
ist,  erklärlich.  So  wird,  um  ein  Beispiel  anzuführen, 
S.  164  von  lit.  vezd  vehentes  bemerkt,  es  .sei  'nicht  zu 
entscheiden,  ob  es  aus  iirspr.  -önt  oder  -oiit  entstanden 
sei,  'der  lange  Vokal  in  beiden  arischen  Sprachen  empfehle 
indess  auch  für  das  Litauische  vorhistorische  Länge  an- 
zusetzen', S.  167  aber  wird  auf  Grund  dieser  eben  nur 
vermutheten  Uebereinstimmung  des  Litauischen  und  der 
arischen  Sprachen  schon  erklärt,  die  neutralen  Plurale 
auf  -önt  seien  als  indog,  'erwiesen'.  Gerade  eine  so 
peinliche  Gewissenhaftigkeit,  die  Alles  zu  verzeichnen 
strebt,  was  irgendwie  auf  die  gerade  behandelte  Frage 
Licht  werfen  kann,  hat  zur  Folge,  dass  manchmal  unter 
den  Beweisstückeu  wegen  der  Möglichkeit  oder  Noth- 
wendigkeit  einer  andei'u  Erklärung  nur  wenig  oder  gar 
nicht  überzeugende  mit  unterlaufen.  So  kaun  z.B.  doch 
in  ahd.  hersisitht  herzisnhtiger  augiwis  (S.  110.  250), 
nuhiigaht  (S.  254)  nicht  mehr  unmittelbar  das  /  von 
alti.  lirdl,  äksi,  ndkti-  vorliegen,  da  nach  lauger  AVurzel- 
silbe  in  den  westg.  Dialekten  das  Endsilben-«  verschwin- 
det (Kluge,  Grundr,  I  S,  366),  Bei  den  hier  in  Eede 
stehenden  Wörtern  spricht  auch  die  Ueberlieferung  nicht 
gerade  für  die  Ansicht  des  Verfassers.  Denn  unter  den 
Compositen  mit  ottg-  als  erstem  Theil  hat  die  Mehrzahl 
schon  in  der  ältesten  Zeit  die  Form  oiig-  {auczoraht 
Pa.  Stein.-Siev.  I  134,  9;  ongmale  St.-S'.  1450,  6—7; 
oucringin  St.-S.  II  423,  14;  nucsiuno  R  St.-S.  I  135, 
9;  nucfunim  St.-S.  II  402,  12);  sonst  findet  sich  ouga- 
{aukazuraht  Gl.K,  St,-S,  I  224,  36;  augatora  (Graft' 
5,  447)  neben  ougi-  in  dem  erwähnten  augiwis  sowie 
in  OKckimala  (St,-S.  I  456,  29),  ougionnun  (St.-S.  II 
475,  55).  Neben  hersisu(hjtiger  verzeichnet  Graft' 
ebenso  das  mindestens  gleichaltrige  herzsulttiger.  Des- 
gleichen ist  neben  nahfigaJa  und  nahfecula  in  E  (St.- 
S.  I  93,  27.  217,  29)   auch  müdagala  iu  Ea  (St.-S.  I 


217,  28)  und  iiahkcln  in  Gl.  K  (St.-S,  ebenda)  be- 
zeugt, Dass  ahd,  ävo  i\\\i*uiicöz  zurückgehe  (S,  142  f,), 
sego  auf  *fiegö2  (S,  153),  stimmt  nicht  zu  der  allgemeinen 
Annahme  (Kluge  Gr.  I  S.  366),  dass  der  Gen.  Sing. 
geba  altes  *geböz,  der  Nom.  PI.  tuga  altes  *dagüz 
fortsetze.  Zweifelhaft  erscheint  auch  die  Zurückführung 
des  altn,  vdr  auf  *vesroiti,  da  dieses  doch  wahrschein- 
lich zunächst  *iveslroiii  ergeben  hätte  (Kluge  Gr.  I  329). 
Eher  Hesse  sich,  will  man  einmal  diese  Zusammenstellung 
nicht  aufgeben,  als  Grundform  *vcsroin  ansetzen,  wie 
sich  mit  Eücksicht  auf  die  Entwicklung  *consosrlnns  > 
ionsobrinus  \\.  ähnl.  (Brugmann  Grundriss  I  S.  430) 
auch  eher  für  das  Lat.  empfehlen  würde.  Untei'  den 
etymologischen  Zusammenstellungen  germanischer  Wörter 
endlich  erscheinen  auch  lautlich  nicht  alle  über- 
zeugend, so  germ.  hraiiva-  =  ai.  kravyam  (S.  325a), 
ags.  sealma  as.  seimo  =  gr.  as7.ua.  Ebenso  Hesse 
sich  aus  dem  Gebiete  der  andern  Sprachen  manches 
anführen,  was  zu  Zweifeln  Anlass  gibt.  Aber  wenn 
auch  des  Verfassers  Buch  nicht  alle  behandelten  Fragen 
endgiltig  gelöst  hat,  so  bietet  es  doch,  das  wird  Jeder 
anerkennen,  eine  ganze  Eeihe  werthvoOer  sicherer  Er- 
gebnisse und  gewährt  auch  in  den  noch  strittigen  Punkten 
für  die  weitere  Forschung  unendlich  viel  Anregung. 
Heidelberg.  L.  Sütterlin. 

J  e  1 1  i  n  e  k ,  Max  Hermann,  Beiträge  znr  Erklärnng  der 
germaniBchen    Flexion.     Berlin,   Speyer  &  Peters.    1891. 

107  S.  8.     iL  3. 

Die  vorliegende  kleine  Schrift  behandelt  in  der 
Hauptsache  wieder  einmal  die  germanischen  Auslauts- 
gesetze, was  man  nach  dem  Titel  zu  nrtheilen  nicht  ver- 
muthen  könnte.  Indessen  sind  allerdings  die  Auslauts- 
gesetze so  eng  mit  der  Erklärung  der  germanischeu 
Flexion  verknüpft,  dass  man  mit  dem  Verfasser  über 
den  Titel  nicht  zu  rechten  braucht.  Die  Schrift  ist  in 
vier  Kapitel  eingetheilt:  I,  Das  vokaHsche  Auslauts- 
gesetz, 1,  Die  Schicksale  auslautender  langer  Vokale 
S,  14,  2.  Die  Schicksale  auslautender  kiu-zer  Vokale 
S.  59.  IL  Die  Schicksale  langer  ursprünglich  durch 
Dental  gedeckter  Vokale  S.  74.  III.  Der  Nominativ 
Singularis  der  «-Stämme  S.  94.  IV.  Germanische  C'on- 
junctive  S.  105,  Ich  uiuss  gestehen,  dass  mich  Jellineks 
Ausführungen  über  die  Scliicksale  langer  Endvokale,  die 
den  wesentlichsten  Theil  des  Buches  ausmachen,  nirgends 
überzeugt  haben.  In  der  Kritik  seiny  Vorgänger,  der 
Jellinek  sehr  viel  —  nach  meiner  Meinung  viel  zu  viel  — 
Eaum  widmet,  ist  er  ja  meistens  im  Eecht,  aber  ich 
sehe  nicht  ein.  für  wen  eigentlich  diese  Partien  ge- 
schrieben sind.  Welchen  Nutzen  kann  es  haben,  dass 
viele  längst  veraltete  und  als  unrichtig  erkannte  An- 
sicliten  nochmals  kritisch  besprochen  werden.  Vor  allem 
ist  mir  diese  Art  und  Weise  bei  der  Behandlung  von 
-ai  im  Gotischen  aufgefallen  S,  66 — 72,  wo  nicht  nur 
Braunes  Hypothese  Btr,  II,  163  besprochen,  sondern 
auch  Alles,  was  von  Paul,  Mahlow,  Joh,  Schmidt  je 
dagegen  vorgebracht  ist,  angeführt  und  widerlegt  wird, 
um  schliesslich  zu  dem  Eesultat  zu  kommen,  dass  Braunes 
Theorie  nicht  leichter  Hand  abzuweisen  ist.  Schliesslich 
gibt  aber  doch  Verf,  seiner  eigenen  Ansicht,  dass  die 
Doppelheit  ai  —  a  im  Gotischen  auf  Satzsandhi  beruht, 
den  Vorzug.  Der  wichtigste  Punkt  von  J.'s  Ansichten 
ist  nun  der  Satz,  dass  auslautender  Dental  im  Germa- 
nischen noch  erhalten  war  und  die  Länge  bewahrte, 
„das  geht  zunächst  mit  Noth wendigkeit  aus  den  alid. 
Entsprechungen    von    '^iirpOt,    *mciiof    hervor".      Diese 


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1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  11. 


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Formen  sind  allerdings  ansserordentlicU  wichtig,  aber 
gerade  fiir  das  Oegentlieil  beweiskräftig.  Wenn  wir 
die  (rleichung  ahd.  nefo,  anord.  neß,  got.  mena  vor- 
nrtheilsfrei  betrachten,  so  ergibt  sich,  dass  diese  Dental- 
stiunine  schon  urgermanisch  in  die  Flexion  der  »»-Stämme 
übergegangen  sein  müssen,  dass  also  1.  schon  damals 
das  /  abgefallen  sein  musste  nud  2.  dass  nasallose  Nomi- 
native der  «-Stämme  (Doppelformen  aus  indogermanischer 
Zeit)  bestanden  liabeu  müssen.  Es  folgt  weiter  daraus, 
was  .1.  auf  anderem  Wege  zu  erweisen  sucht,  dass  die 
Scheidung  der  Flexion  der  «-Stämme  nach  dem  Geschlecht 
z.  Th.  erst  jung  ist.  Es  müssen  auch  für  das  Gotische 
und  Altnordische  Nominative  auf  -w  vorausgesetzt  werden, 
die  aber  dann  durch  die  auf  -Hn,  got.  hana,  anord.  lunü 
verdrängt  wurden.  Ebenso  wenig  befriedigend  wie  dieser 
Punkt  ist  .T."s  Versuch,  die  Vertretung  der  nasalirten 
langen  Vokale  zu  ermitteln.  Er  stimmt  in  I,  1  im  All- 
gemeinen Brugmanus  Ansicht  Grr.  II-,  §  213  und  passim 
zu,  wonach  ahd.  -a  auf -c«!  zurückgeht,  nur  in  ahd.  -a 
Acc.  giha  sielit  er  mit  Mahlow  die  Vertretung  von  -am. 
S.  13.  Die  Bedenken,  die  gegen  Brugmanns  Ansicht 
sprechen,  habe  ich  Indogermanische  Forsch.  Heft  3  ge- 
äussert. Eine  Sclieidung  von  idg.  ö  und  H  im  Germa- 
nischen, wie  sie  J.  hier  annimmt,  scliwebt  völlig  in  der 
Luft.  Aus  allen  diesen  Schwierigkeiten  kommt  man 
heraus,  wie  ich  glaube,  wenn  man  die  Nachwirkung  des 
gestossenen  und  schleifenden  indogermanischen  Accentes 
auch  für  das  Germauisclie  aunimmt.  .1.  liat  verschiedent- 
lich Hansseus  Meinung  citirt,  aber,  wie  es  scheint,  sie 
nicht  durchzuführen  vermocht.  Die  Schwierigkeiten  lagen 
in  den  w-Stämmen,  und  diese  konnten  erst  gelöst  werden, 
als  das  Gesetz  gefunden  w-ar,  dass  Schwund  des  Nasals 
im  Indogermanischen  mit  üebergang  zu  schleifender  Be- 
tonung verbunden  war,  dass  wir  also  Nominative  auf 
■ün  und  -ti  anzusetzen  haben.  Da  ich  diese  Punkte  aus- 
fülirlicli  in  den  Idg.  Forsch.  3  erörtert  habe,  will  ich 
hier  nicht  weiter  darauf  eingehen.  In  I,  2  sucht  J. 
vor  allem  die  Chronologie  der  Apokope  und  Synkope  im 
Nordischen  festzustellen  S.  17 — 27,  bekämpft  ausführlich 
Pauls  Formulirung  des  wgerm.  Synkopirungsgesetzes 
S.  29  ff.,  worin  ihm  zum  Tlieil  zuzustinnnen  ist,  und  for- 
mulirt  das  Wesen  des  wgerm.  und  nordischen  Vokal- 
ausfalls dahin,  ,.dass  man  bei  Wörtern  der  Gestalt  _„ 
und  „„„  die  Endsilbe  in  dieselbe  Entfernung  vom  Gipfel 
des  Hauptaccentes  setzte,  in  der  sie  bei  kurzsilbigen  sich 
schon  befand".  S.  55.  Auch  hier  kann  ich  seinen  Beweis 
nicht  für  gelungen  halten,  glaube  vielmehr  immer  noch 
an  der  Ansicht  festhalten  zu  müssen,  dass  wir  in  den 
Synkopirungsersdieinungen  des  Germanischen  Nachwir- 
kungen des  indogerm.  Accentes  haben. 

Wenn  wii-  im  Allgemeinen  .J.'s  Ansichten  gegen- 
über mehr  zum  Widerspruch  als  zur  Beistimmung  geneigt 
waren,  so  liegt  die  Schuld  vor  allem  in  der  Materie, 
die  er  behandelt,  die  eine  recht  schwierige  ist,  und  die 
verschiedenen  Ansichten  Raum  bietet. 

Leipzig.  Herinan  Hirt. 


der  seinen  Lachmann  besitzt,  möge  glauben,  dass  er 
deshalb  die  vorliegende  Neugestaltung  des  Textes  ent- 
behren könne.  Henricis  Bearlieitung  steht  in  scliarfem 
Gegensatze  zu  der  Lachmanns.  Wälireiid  tür  Lachmann 
die  letzte  Entscheidung  bei  den  von  ihm  aufgestellten 
Gesetzen  des  ^'ersbaus  lag,  denen  zu  Liebe  er  im 
Uebrigen  unanstössige  Verse  tilgte  oder  Wortformen 
bildete,  die  sonst  nicht  zu  erweisen  sind  (wie  frmre, 
iwer),  gestaltet  Henrici  seinen  Text  lediglich  auf  Grund 
dessen,  was  handschriftlicli  beglaubigt  ist;  metrischen 
Erwägmigen  scheint  er  nirgends  Einfluss  gestattet  zu 
haben.  Es  versteht  sich,  dass  dadurch  die  Schreibung 
und  das  Aussehen  der  Verse  ein  sehr  wesentlich  anderes 
geworden.  .letzt  finden  sich  zahlreiche  Zeilen  mit  zwei- 
silbiger Senkung,  zalilreiche  Verse  mit  anscheinend  bloss 
3  Hebungen,  an  denen  .Andreas  Heusler  seine  Freude 
haben  wird;  nicht  einmal  die  .Aenderung  von  iitul  in 
uitde  liat  sich  H.  erlaubt,  um  dadurch  A'ierhebungsverse 
herzustellen.  Aber  auch  an  wirklichen  Varianten  des 
neuen  Testes  gegenüber  dem  Lachmanns  ist  kein  Mangel; 
in  den  Versen  1  — 1000  habe  ich  deren  etwa  65  gezählt, 
also  durchschnittlich  eine  auf  je  15  Verse.  Jetzt  tritt 
manche  Eigenthümlichkeit  Hartmanns  scliärfer  hervor, 
die  durch  Lachmann  verwischt  worden. 

Henrici  hat  seine  Arbeit  sehr  zweckmässig  einge- 
richtet. Unter  dem  Texte  stehen  zunächst  die  Ab- 
weichungen von  Lachmanns  erster  und  zweiter  Ausgabe, 
dann  die  Lesungen  der  Handschriften,  die  in  grosser 
Vollständigkeit  vorgefülirt  werden.  An  der  Seite  der 
Spalten  sind  die  Zahlen  der  entsprechenden  Verse  von 
Chrestiens  Chevalier  au  lion  angegeben. 

Hoffentlich  sind  wir  recht  bald  in  der  Lage,  über 
den  zweiten  Band  berichten  zu  können,  der  die  zuge- 
hörigen Abhandlungen  bringen  soll. 

Giessen.  0.  Behaghel. 


Hart  mann  von  Ane,  Iwein,  der  Ritter  mit  dem 
Löwen.  Herausgegeben  von  Kniil  Henrici.  Th.  L 
Text.  Hnllc,  IJuclihandlung  des  Wnisoiilmiises.  388  S.  8. 
lOcrnianistisclic  Hnnilbibliotliek  VIII.  | 

Eine  eigentliclie  Würdigung  der  neuen  Ausgabe  ist 
noch  nicht  möglich,  da  bis  jetzt  mir  der  Text  ersdiienen 
ist,  sogar  idine  jedes  Vorwort.  Lnmeiliin  sei  sclion  jetzt 
auf  die  Arbeit  Henricis  hingewiesen,  denn  sie  nimmt 
unser  lebhaftestes  Interesse  in  Anspruch,    und  Niemand. 


Eckins  dedolatns.  Herausgegeben  von  SiegfriedSzama- 
tölski.  5lit  einer  phototypisclion  N.iebbildung.  Berlin, 
Speyer  &  Peters.  1891.  XV,  52  S.  8.  (Lateinische"  Literntur- 
denkniäler  lies  XV.  unil  XVI.  Jalirbundcits.  Hrsg.  von  Max 
Herrmann  und  Siegfried  Szamntölski.  Heft  2.). 

Mit  diesem  zweiten  Bändchen  (das  leider  nicht  wie 
das  erste  auf  der  Eückseite  des  Innertitels  als  Glied  der 
ganzen  Eeihe  bezeichnet  ist)  wird  die  durch  Boltes 
Gnapheus-Neudruck  trefflich  eröffnete  Sannnlung  gleich 
i-ülnulich  fortgesetzt.  Es  bietet  zunäclist  deu  bei  der 
Verschärfung  von  Luthers  Gegensatz  zu  Rom  hervor- 
getretenen Dialog  ..Eckius  dedolatus",  der  auf  dem 
Titelblatte  das  Verfasserpseudonym  '.Johannes  Franciscus 
Cotta  Lembergius'  trägt,  aber  bis  heute  noch  nicht  einem 
bestinnuteu  der  humanistischen  Satiriker  jener  streit- 
erfüllten Tage  zuertheilt  werden  konnte.  In  der  Hocli- 
scliätzung  dieses  äusserst  anzieheiiden  Gesprächs,  das  wir 
als  unmittelbaren  Niederschlag  der  frisch  aufkeimenden 
Reformationsneigungen  gewisser  Humanistenkreise  zu  be- 
trachten haben,  sind  die  kü'clien-  und  literarhistorischen 
Beurtheiler  einmüthig.  Wie  schon  Luther  in  einem 
Briefe  an  Spalatin  4.  März  1520  hervorhebt,  liegt  hier 
ein  Kind  der  zuerst  durch  die,  'Epistolae  obscurorum 
virorum'  ausgesprochenen  Stinnnung  vor,  eine  scharfe 
Absage  an  den  verknüclierten  Scliolasticismus,  der  im 
praesultor  Dominicastrorum',  Dr.  .Tohann  Eck  von  Ingol- 
stadt, durch  persönliche  Satire  eniptindlicli  getroffen  wird. 
Der  Ton  ist  nicht  gereizt  oder  gar  bissig.  s<indern  folgt 
trotz  stellenweiscr  Derbheit  einem  Motive  von  weltmän- 
nischer   Laune,    obwohl    der    Ausdiuck    mehrfach    stark 


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1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  11. 


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sarkastiscli  gefärbt  erscheint.  Die  einzige  literarische 
Nacliwirkuug  des  Dialogs  stellt  die  vom  Herausgeber 
angefügte  kurze  ,,Eckü  dedulati  ad  caesaream  maiestatem 
niagistralis  oratio"  dar,  eine  Folge  der  Verhandlungen 
des  1530er  Augsburger  Eeichstags  —  wie  der  Dialog 
eine  der  Leipziger  Disputation  von  1519  —  eine  satirische 
Festnagelung  und  Beantwortung  der  404  Artikel  Ecks. 
Dem  Abdrucke  beider  ist,  wie  der  Plan  der  Sammlung 
es  bestimmt,  eine  knappe  Einleitung  beigegeben,  die 
doch,  wie  bei  Szaniatölski  zu  erwarten,  über  alles 
Wissensnötliige  nnd  -würdige  gediegen  und  streng  sach- 
gemäss  unterrichtet.  Man  ersieht  hier,  welchen  Dienst 
dieser  Abdruck  leistet,  wo  derjenige  Böckiugs  in  seiner 
Hutten-CTesammtausgabe  sowohl  versteckt  wie  kritiklos 
ist.  Die  sonst  von  Szamatölski  beigebrachten  erläuternden 
Dinge  lassen  von  seinen  zum  Theil  im  Druck  befindlichen 
Hutten-Forschnngeu  das  Beste  erwarten.  Möge  die 
ganze  Sammlung  weiter  ebenso  ausgezeichnet  versorgt 
werden  wie  bis  jetzt!  Der  Dank  gegen  die  beidea 
Gelehrten,  die  das  Unternehmen  ins  Leben  riefen,  ist 
gewiss  allerseits  aufrichtig  und  herzlich,  bei  Germanisten, 
Historikern,  Kirchenhistorikeru  und  Theologen. 

Leipzig.  Ludwig  Fränkel. 

Pinlocbe,  Ä.,  De  Shakespearii  Hamleto  et  Germanica 
tragoedia  quae  inscribitur  ,Der  bestrafte  Brudermord  oder 
Prinz  Hamlet  aus  Daennemark"  quantopere  inter  se  distent 
aut    congruaut,    utra  aetate  major  et  alteri  exeniplo  fuerit, 
disputatur.      Thesim    Faoultati    Litterarum    Parisiensi    pro- 
ponebat  Ä.  Pinloche.     Paris,  Colin  et  Cie.  1890.  84  S.  8. 
Wh-   haben    in    der    vorliegenden   Abhandlung    eine 
vorurtheilsfreie,  sachliche  Untersuchung  über  Shakespeares 
und  den  deutschen  Hamlet  von  einem  Franzosen  in  der 
lateinischen  Gelehrtensprache.    Der  Schluss,  zu  dem  der 
Verf.  kommt,  wird  durch  gute  Gründe  gestützt,  die  ein- 
schlägige Literatur  ist  gründlich  benutzt.    Nach  Pinloche 
hat    der  Verfasser    des    deutschen    Stückes    den    Shake- 
spearescheu Hamlet  nicht  gekannt   „neque  ex  illius  per- 
fecte   opere    imaginem    detortam    et    pejorem    exemplari 
expressisse  [consentiunt  etc.]".    Da  nun  aber  Inhalt  und 
Oertliehkeiten  der  beiden  Stücke  sich  sehr  ähnlich  sind, 
so  bleibt  nichts  anderes  übrig  als  anzunehmen,  dass  die 
deutsche    Fabel    oder    vielmehr    das    englische    Original, 
woraus  das  deutsche  Stück  übersetzt  ist,  viel  vor  Shake- 
speares Tragödie    esistirt  hat  und  dem  grossen  Dichter 
durchaus    nicht    von   Nutzen    gewesen    ist    (vgl.  p.  82). 
■\Vie   weit   der  Verf.    davon    entfernt   ist,    Shakespeares 
Euhm    zu    schmälern,    zeigen    die    Worte    p.    82:    Quae 
quidem  si  vera  aguoveris,  nihil  damni  illustrissimi  poetae 
gloriae  alferes,   cum  ex  illis  omnibus,  quae  hie  disserui- 
nms,  nihil  aliud  apparet,  uisi  quanta  sit  ingeniosi  poetae 
vis    et   virtns    ad   materiam  vulgarem  informemque  arte 
commendandam  et  quasi  renovandam. 

In  dem  Prooemium  (S.  1  — 11)  weist  der  Verf.  auf 
H.  0.  A.  Eeichard  hin,  der  im  Theater-Kalender  an{ 
das  Jahr  1779  einige  Stellen  aus  dem  deutschen  Stück 
veröffentlichte,  vor  allen  Dingen  aber  setzt  er  sich  mit 
Albert  Cohn  auseinander  (Shakespeare  in  Germanj*  in 
the  sixteenth  and  seventeeuth  centuries,  London  1865). 
Obgleich  kein  Codex  vor  1710  gefunden  ist,  so  steht 
doch  fest,  dass  die  Fabel  bei  weitem  älter  ist.  Pinloche 
weist  hier  zum  ersten  Male  auf  Akt  II,  2  des  deutschen 
Stückes  hin,  wo  es  heisst:  „In  Teutschland  zu  Strass- 
burg'',  wovon  doch  1710  nicht  die  Rede  sein  konnte. 
In  Kap.  1  gibt  der  Verf.  ein  Sunnnarium  des  deutschen 
Dramas    nach    den    fünf    Akten.      Kap.  II    handelt    de 


scriptura,  Kap.  III:  De  actione,  Kap.  IV:  De  Hamleti 
et  Opheliae  mutuo  amore,  V.  De  Hamleti  niorte.  Im 
VI.  Kapitel  werden  die  einzelnen  Personen  besprochen: 
De  Hamleto,  de  Unibra,  de  Rege,  de  Regina,  de  Laerte 
(in  der  deutschen  Fabel  Leonhard),  de  Ophelia,  de  Po- 
lonio  (den  das  deutsche  Stück  Corambo  nennt).  Der 
Verf.  geht  bei  der  ^'ergleichuug  des  englischen  und 
deutschen  Dramas  so  gründlich  vor,  dass  ich  nicht  an- 
stehe, seine  Meinung  über  das  Verhältniss  von  Shake- 
speares Stück  zum  deutschen  als  die  richtige  anzuer- 
kennen. Das  VII.  Kapitel  (Quae  fuerit  apud  utrumqne 
scriptorem  componendi  ars  et  scribendi)  dient  nur  dazu, 
um  nachzuweisen,  wie  sehr  Shakespeare  dem  deutschen 
Schriftsteller  überlegen  ist. 

"Wismar  i.  M.  0.  Glöde. 

Flai  schien,   Cäsar,   Otto  Heinrich  von  Gemmingen. 

Mit  einer  Vorstudie  über  Diderot  als  Dramatiker.  („Le 
pere  de  famille"  —  »Der  deutsche  Hausvater".)  Beitrag 
zu  einer  Geschichte  des  bürgerlichen  Schauspiels.  Stuttgart, 
G.  J.  Göschensche  Verlagsiiandlung.  1890.  VI,  163  S.  8. 
Mit  zwei  tüchtigen,  ziemlich  gleichzeitig  erschienenen 
Arbeiten  hat  sich  Cäsar  Flaischlen  seinen  Platz  imter 
den  deutschen  Literarhistorikern  errungen,  mit  einer 
graphischen  Literaturtafel,  welche  die  wechselnden  Ein- 
flüsse fremdei-  Literaturen  auf  das  deutsche  Schriftthura 
von  dessen  Anfängen  an  bis  auf  die  Gegenwart  in  an- 
schaulichster, practisch  lehrreicher  Weise  darstellt,  und 
mit  einer  Untersuchung  über  Gemmiugen  und  das  bürger- 
liche Schauspiel  in  Deutschland  um  das  Jahr  1780. 
Diese  letztere  Schrift  setzt  dankenswerth  ergänzend  in 
eine  sehr  bemerkbare  Lücke  ein,  die  in  der  geschicht- 
lichen Erkenntniss  des  deutschen  Dramas  des  18.  Jahr- 
hunderts klafft.  Das  letzte  Jahrzehnt  hat  uns  unter 
anderm  vortreffliche  Aibeiten  über  die  bürgerliche  Ko- 
mödie, die  Gottsched  mit  seiner  Gattin  nnd  seinen 
Schülern  begi'ündete,  über  das  bürgerliche  Trauerspiel, 
das  an  Lessings  „Miss  Sara  Sampson"  anknüpfte,  über 
das  Ritterdrama  der  Stiu'm-  und  Drangzeit  gebracht; 
andere,  ältere  und  neuere  Abschnitte  in  der  Geschichte 
des  deutschen  Dramas  sind  gut  untersucht  oder  wenigstens 
zum  Theil  klar  beleuchtet  worden:  eine  zusammenfassende, 
wissenschaftlich  eindringende  Geschichte  des  büi-gerlicheu 
Schauspiels  fehlt  uns  noch.  Und  doch  wirkten  für  diese 
Gatti^ng  des  Dramas  die  auf  lange  hinaus  beliebtesten, 
noch  heute  zum  Theil  unvergessenen  Theaterdichter 
Deutschlands,  ein  Iffland,  ein  Kotzebne,  mit  üiren  zahl- 
losen Genossen  und  Nachfahren.  Wie  viel  Neues  auf 
diesem  Zweiggebiete  der  deutschen  Literaturgeschichte 
noch  aufzufinden,  wie  viel  Fehlerhaftes  noch  zu  berich- 
tigen wäre,  davon  gibt  Flaischlens  Monograpliie  ein 
schönes  Beispiel.  So  stellt  sie  zunächst  schon  die  äussern 
Umi'isse  von  Gemmingens  Lebensgeschichte  und  schrift- 
stellerischem Wirken  zum  ersten  Mal  endgiltig  fest. 
Indem  der  Dichter  Otto  Heinrich  v.  Gemmingen  von 
seinem  gleichnamigen  Vater  (1727 — 1790)  und  andern 
Verwandten,  mit  denen  er  in  früheren  Arbeiten  mehr- 
fach verwechselt  wurde,  bestimmt  unterschieden  wird, 
werden  wir  belehrt,  dass  dieser  Dichter  am  5.  November 
1755  zu  Heilbronn  geboren  wui'de,  die  Rechte  studirte, 
mindestens  seit  1777  in  Mannheim  als  Mitglied  der  kur- 
pfälzischen deutschen  Gesellschaft  schriftstellerisch  thätig 
war,  im  Sommer  1782  nach  Wien  übersiedelte,  hier 
zuerst  als  Herausgeber  moralischer  Wochenschriften, 
dann  als  politischer  Schriftsteller  wirkte,  eine  Zeit  lang 
daselbst  auch  der  diplomatische  Vertreter  des  badischeu 


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1891.    Literaturblatt  für  germanisclic  und  romanische  Philologie.    Nr.  11. 


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Hofes  war,  später  aber  in  tiefster  Zm-ückgezogenlieit 
auf  seinen  Gütern  lebte  und  als  badischer  geheimer  Rath 
am  15.  März  1836  starb.  Seine  schriftstellerischen 
Arbeiten,  neben  einigen  Vorlesungen  in  der  kuri)fälzischen 
Gesellschaft  und  seinen  journalistischen  und  publicistischen 
Versuchen  in  Wien,  besonders  die  Uebersetzungen  von 
Rousseaus  „Pygmalion",  von  Shakespeares  „Ridiard  IL", 
von  Miltons  ,.Allegro  und  Penseroso",  die  Bühnenbear- 
beitung  von  .Shakespeares  „Richard  III.",  das  Duodrama 
„Seniiramis"  (von  5Iozart  componirt),  die  ..Mannheimer 
Draniatiugie"  und  die  Schausj)iele  „Die  Erbschaft"  und 
„Der  deutsclie  Hausvater",  werden  der  Reihe  nach  er- 
örtert, dabei  das  von  Andern  ihm  zugeschriebene  Drama 
„Sidnej'  und  Silly"  mit  allem  Recht  ihm  abgesprochen. 
Am  ausfuhrlichsten  verweilt  der  Verfasser  bei  dem 
„Deutschen  Hausvater",  der  nach  allen  Seiten,  auf  seine 
Quelle,  seinen  Inhalt,  scenischen  Aufbau,  ästhetischen 
Werth,  theatralischen  Erfolg,  auf  seine  bibliographischen 
Schicksale,  seine  Aufnahme  bei  der  zeitgenössisclien 
Kritik,  namentlich  auf  sein  Verhältniss  zu  frühern  und 
spätem  Autoren  des  biu-gerlichen  Dramas  hin  gi-ündlich 
untersucht  wird.  Nach  einer  km-z  und  scharf  charak- 
terisirenden  Einleitung  über  das  bürgerliche  Schauspiel 
in  England,  Frankreich,  Italien  und  Deutschland  wird 
zu  diesem  Behufe  eine  besondere  Vorstudie  über  Diderot, 
sein  dramaturgisches  System,  seinen  ,.Pere  de  famille" 
und  dessen  Nachahmungen  der  eigentlichen  Hauptunter- 
suchung vorausgeschickt,  eine  Vorstudie,  die  vornehmlich 
durch  klare  Darstellung  und  scharfe  Hervorhebung  der 
füi"  Gemmingens  Stück  wichtigen  Punkte  ausgezeichnet 
ist.  Neben  Diderots  Drama  ergeben  sich  besonders 
Lessings  Trauerspiele,  stellenweise  auch  Heinrich  Leopold 
Wagners  „Kinderraörderin"  und  Goethes  ..Götz"  als 
Quellen,  aus  denen  Gemmingen  einzelne  Motive,  mitunter 
auch  gewisse  stilistische  Wendiuigen  schöpfte,  unter 
den  Dichtern,  die  er  wiederum  durch  seinen  „Deutschen 
Hausvater"  anregte,  hebt  Flaischlen  zum  ersten  Mal 
nachdrücklich  Schiller  liervor  und  stellt  gut  die  einzelnen 
Punkte  zusannuen,  in  denen  der  Verfasser  von  ,. Kabale 
und  Liebe"  sich  mit  dem  älteren  Dichter  füi-  die  Mann- 
heimer Bühne  berührte.  Sorgfältig  vergleicht  Flaischlen 
ferner  die  verschiedenen  Drucke  und  Bearbeitungen  des 
„Deutschen  Hausvaters",  theilt  aber  nur  die  sachlich 
bedeutendsten  Aenderungen  der  spätem  Ausgaben  mit. 
Ohne  dass  einem  unverständigen  Uebermass  in  der  Auf- 
zählung solcher  Varianten  hier  das  Wort  geredet  werden 
soll,  darf  doch  das  Bedauern  ausgesprochen  werden,  dass 
Flaischlen  nicht  auch  auf  die  rein  sprachlichen  und 
stilistischen  Veränderungen  seines  Dichtei'S  etwas  näher 
eingegangen  ist.  Lob  verdient  seine  Gewohnheit,  kurze 
Inhaltsübersichten  aller  Stücke,  die  er  bespricht,  zu 
geben.  Dadurcli  wird  der  Leser  rascli  und  einfacli 
orientirt  und  kann  zu  den  meisten  Beliauptungen  des 
Verfassers  über  das  Verliältniss  der  einzelnen  Stücke  zu 
einander  u.  dgl.  selbst  ohne  viele  Mühe  Stellung  nehmen. 
Aber  gelegentlich  liefern  diese  Inhaltsangaben  auch  noch 
andere  Ausbeute,  die  man  zunächst  gar  nicht  hier  suchen 
würde.  So  ersehe  icli  z.  15.,  um  nur  einen  Fall  anzu- 
führen, auf  den  midi  eigne  Specialstudien  hinweisen,  aus 
der  sechsten  Beilage  (S.  158),  dass  Klopstocks  Ode 
„Der  Nachruhm",  die  der  Dichter  in  das  Jahr  1782 
verlegt,  von  der  aber  bis  jetzt  kein  früherer  Druck  als 
der  in  der  Göschenschen  Gesammtausgabe  der  Werke 
von  1798  bekannt  war,  schon  1784  in  dem  von  Gem- 
mingen zu  ^Vien  herausgegebenen  „Magazin  für  Wissen- 


schaften und  Literatur",  Theil  I,  erschienen  ist.  Und 
so  bietet  Flaischlens  fleissige  Arbeit  dem  literargeschicht- 
i  liehen  Betrachter  überall  reichen  Aufschluss.  Gut  ge- 
1  schi'ieben,  vermag  sie  auch  durdi  ihre  Form  die  Auf- 
merksamkeit des  Lesers  zu  fesseln.  Es  wäre  fiii'  die 
deutsche  Literaturgeschichte  nur  ein  Gewinn,  wenn  der 
Verfasser  seine  Forscliungen  auf  diesem  Sondergebiete, 
das  indessen  allerwärts  an  die  bedeutendsten  Jlittelpunkte 
der  vergleichenden  literarhistorischen  Untersuchung  streift, 
weiterhin  fortsetzen  wollte,  um  uns  endlich  die  Gesammt- 
geschichte  des  büi'gerlichen  Schauspiels  in  Deutschland 
zu  schenken. 

München.  Franz  Muncker. 

The  Earliest  Complete  English  Prose  Psalter  togothcr 
with  Eleven  Cantides  nnd  a  Translation  of  tlie  Athanasian 
Creeil  edited  fconi  the  only  two  Mss.  in  tbc  librarics  of  thc 
British  Museum  and  of  Trinity  College,  Dublin,  with  Prefacc, 
Introduction,  Notes  and  Glossary  by  Karl  D.  Bül  bring. 
Part  I:  Preface  and  Text.  (E.E.T.S.)  London  1891. 
XVI,  196  S.  8.     15  sh. 

Jede  dem  Buch  der  Bücher  entstammende  Ueber- 
setzung  verdient  und  fesselt  die  Aufmerksamkeit  weiter 
Ki-eise.  Mit  Freude  und  Dank  begrüssen  wir  daher 
diese  neueste  Veröffentlichung  der  Early  English  Text 
Society,  welche  uns  zum  ersten  Mal  die  älteste  mittel- 
englische Prosaübersetzung  des  ganzen  Psalters  bietet. 
Ueberliefert  ist  uns  diese  Version  in  zwei  Handscliriften, 
Bülbring  druckt  den  Londoner  Text,  welchem  unten  die 
selir  wichtigen  Varianten  der  Dnbliner  Handschrift  bei- 
gegeben sind.  Der  Text  ist  mit  grosser  Vursidit  und 
Schonung  behandelt,  wie  wir  denn  überhaupt  beim  Durch- 
lesen dieses  ersten  Bandes  den  Eindruck  erhalten,  dass 
der  Herausgeber  seine  Aufgabe  mit  löblichster  Gewissen- 
haftigkeit erledigt  hat. 

In  seiner  Vorrede  tritt  Bülbring  der  Ansicht  ent- 
gegen, dass  William  von  Shoreham  der  Verfasser  der 
Prosa-Uebersetzmig  sei.  Er  stützt  sich  dabei  mit  Recht 
vor  allem  auf  die  dialektischen  Verschiedenlieiten,  welche 
den  Psalter  von  Williams  Gedichten  trennen.  Diese 
zuverlässigste  exiermd  evidence  wird  sich  durch  tiefer 
liegende  Argumente  verstärken  lassen.  William  war 
zwar  auch  kein  bedeutender  Dichter,  aber  er  besass  doch 
poetisches  Empfinden,  und  die  kraftvolle  und  bilderreiche 
Sprache  der  Heiligen  Schrift  wüi-de  in  ihm  einen  ver- 
ständnissvollen Interpreten  gefunden  haben.  Unser  Ueber- 
setzer  hingegen  war  in  dieser  Hinsicht  seiner  Aufgabe 
keineswegs  gewachsen.  Dass  er  uns  keine  schwungvolle 
Paraphrase  bietet,  wie  der  angelsächsische  Bearbeiter 
des  50.  (51.)  Psalmes,  wird  ihm  niemand  verargen,  denn 
er  ist  Uebersetzer;  mit  um  so  grösserem  Missvergnügen 
bemerken  wir  aber,  dass  er  sich  häufig  Abschwächungen 
und  Verdünnungen  des  Wortlauts  der  Vulgata  gestattet 
hat.  Sein  Verfahren  wird  luis  besonders  auffällig,  wenn 
wir  seine  Arbeit  mit  der  altenglischen  Interlinearversion 
des  Psalters  vergleichen,  deren  68.  Psalm  uns  in  Zupitzas 
Uebungsbuch*  p.  16  ff.  vorliegt.  Auch  der  Angelsachse 
klebt  am  Wort,  aber  während  er  consequent  auch  alle 
Tropen  und  Bilder  nach  bestem  Können  überträgt,  setzt 
unser,  im  Allgemeinen  ängstlich  getreuer,  Interpret  die- 
selben nur  allzu  uft  in  die  nüchternste  Prosa  um.  Schreit 
der  Psalniist  aus  tiefen  Wassern,  aus  den  stürmisciien 
Fluthen  des  Meeres  zu  Gott,  so  spricht  er  von  Ver- 
suchungen, von  den  Reichthüniern  der  Welt  und  der  ihn 
verblendenden  Habsudit  (p.  80,  1/3);  zeigt  uns  jener, 
wie  die  am  Tlior  sitzenden  Leute  und  die  Zecher   beim 


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1891.     Literatuvblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  11. 


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AVoiiip  ihn,  den  Bekümmerten,  verspotten,  so  verwischt 
der  Uebersetzer  die  kräl'tiffen  Striche  dieses  Bildes 
gänzlich  (p.  81,  15);  nach  dem  Text  der  Vulgata  klagt 
der  Psalmist,  dass  seine  Widersacher  ihm  Galle  und 
Essig  bJiten  —  wie  matt  klingt  die  erklärende  Ueber- 
setzung  des  Engländers  (p.  82,  26)!  Beaclitenswerth 
ist  eine  kleine  Abweichung  vom  Urtexte,  weklie  wir 
sowohl  bei  dem  Angelsachsen,  als  auch  bei  unserem,  von 
ihm  gewiss  ganz  unabhängigen,  Uebersetzer  finden.  Die 
Vulgata  hat  68,  36  Dens  salvaiii  faciet  Sion,  et  aedi- 
ficabuntnr  civitates  Jiida ;  der  Verfasser  der  Interlinear- 
Versiou  hat,  obwohl  ihm  sein  lateinischer  Text  die 
Worte  aedifjcahioüur  ckitates  Judae  vorschrieb,  doch 
das  Wort  Judae  nnübersetzt  gelassen:  hioä  tlmhrede 
ceslre  (1.  c.  p.  18,  36),  und  auch  in  der  nie.  Prosa  ist 
das  Wort  unterdrückt  oder  vielmehr  durch  ein  anderes 
ersetzt:  For  God  slial  make  sauf  pe  folk  of  Syon, 
and  tlie  seges  of  heuen  shnl  ben  fulfild  (p.  83,  40). 
Oder  wird  in  all  diesen  Fällen  der  mittelenglische 
Uebersetzer  entschuldigt  durch  den  Wortlaut  des  von 
ilnu  übertragenen  lateinischen  Textes,  welcher,  wie 
Biilbring  p.  X  bemerkt,  in  beiden  Handschriften  die 
Uebersetzung  begleitet?  Ueber  diesen  Punkt  und  manche 
andere  Frage,  die  sich  an  dieses  wichtige  Denkmal 
knüpft,  werden  wir  wohl  Aufscliluss  erhalten  in  Bülbrings 
zweitem  Theil,  der  Einleitung,  Anmerkungen  und  Glossar 
bringen  soll.  Wir  sehen  ihm  mit  lebhaftem  Interesse 
entgegen. 

München.  E.  Koeppel. 

Foerster,  W.,  Kristian  von  Troyes  Yvain.  Neue  ver- 
besserte Textausgabe  mit  Einleitung  und  Glossar.  (Rom. 
Bibl.  V.)     Halle,  Niemeyer.  1891.  X'XIV,  187  S.     M.  4. 

Der  Text  erscheint  in  der  kleinen  Ausgabe  in  etwas 
veränderter  Gestalt,  indem  einige  Stellen,  'wo  die  grosse 
Ausgabe  der  Hs.  V  folgte,  nunmehr  nach  der  zweiten 
besseren  Haudschriftengi-uppe  gegeben  werden  und  meh- 
rere Besserungsvorschläge  Mussafias  (Ltbl.  1889,  Sp. 
220 — 224)  und  Coruus  Aufnahme  fanden,  im  Ganzen  aber 
ist  der  bewährte  Text  der  grossen  Ausgabe  beibehalten. 
S.  XXI  If.  steht  eine  Collation  des  Hollandschen  Textes. 
Das  Glossar  ist  wesentlich  von  dem  zur  kleinen  Cliges- 
ausgabe  verschieden,  da  nur  ungewöhnlichere  und  schwie- 
rigere Ausdrücke  mit  der  Zahl  der  Verszeile  verzeichnet 
wui'den. 

In  der  literarhistorischen  Einleitimg  ist  der  kj'ui- 
rischen  und  irischen  Prosabearbeitung  des  Crestienschen 
Yvain  natiü'licli  die  allein  mögliche  und  richtige  Stelle 
angewiesen.  Jlit  neuen  und  guten  Grümlen  stützt  Foerster 
seine  Ansiclit  von  der  Herkunft  des  Yvainstotfes,  den 
er  bekanntlich  aus  der  Novelle  von  der  leicht  getrösteten 
Wittwe  herleitet,  besonders  diu-ch  Hinweis  auf  die  Verse 
1809  f. 

.  .  .  c'est  cele  qiii  prist 
celui  qiii  son  seignor  ocist ! 
womit  Crestien  sein  Thema  angegeben  habe.  Wer 
Foersters  Nachweisuugen  zum  Cliges  anerkennt,  wo  dcch 
auch  ein  Motiv  aus  dem  SalonKJU  und  Markolfroman  ^'er- 
wertung  fand  und  wenigstens  die  Vorgeschichte,  die  vom 
Tristangeiste  durchweht  ist  (vgl.  z.  B.  545  tf.).  au  Artus 
anknüpft,  hat  keine  Ursache,  denselben  Vorgang  im  Yvain 
so  verwunderlich  zu  finden  uud  wegen  der  bretonisclien 
Lokalsage  von  der  Wuuderquelle  gleich  den  Gesammt- 
inlialt  aus  bretonischeu  Feenmärchen  u.  dgl.  zu  deuten. 

Die  kleine  Crestienausgabe  ist  mit  lebhafter  Freude 
zu    begrüsseu,    nicht    alleiu    deshalb,    weil    sie    den   Zu- 


gang zu  den  schönen  Werken  des  Dichters  weiteren 
Kreisen  ermögliclit.  sondern  aucji  weil  der  unermiiilliclie 
Forscher  dadurch  sich  veranlasst  sieht,  seine  Arbeit  noch 
einmal  zu  prüfen  und  in  noch  vollkommenerer,  besserer 
Form  darzubieten. 

München.  Wolfgang  Golther. 


Meier,  Konr.,  Ueber  die  Didotragödien  des  Jodelle, 
Hardy    tind    Scnderv.      Inaugural  -  Dissertation.     Leipzig 

1891.  58  S. 

Von  den  zehn  Bearbeitungen,  welche  die  Didosage 
auf  Grund  von  Vergils  verschönernder  Darstellung  bei 
den  französischen  Dramatikern  des  XVI. — XVIII.  .Jahr- 
hunderts erfuhr,  bespricht  Verf.  die  drei  bedeutendsten. 
Jodelle  verfasste  sein  Stück  im  Jahre  1560,  Hardj' 
1595,  Scuderj'  1636.  So  liegen  beinahe  acht  Jalirzehnte 
voll  der  entscheidendsten  \'orgänge  uud  Umwandlungen 
zwischen  Jodelle  und  Scudery.  Natürlich  sind  drei  so 
weit  von  einander  getrennte  Dramen  ihrem  Wesen  nach 
grundverschieden.  Jodelle  hielt  sich  iu  dem  damals  für 
antik-klassisch  geltenden  Schema,  prunkte  mit  Vergil- 
stellen  uud  mj'thologischen  Reminiscenzen,  liess  die 
Personen  endlos  lange  Reden  deklamireu,  vernachlässigte 
aber  die  Handlung  und  C'harakterzeichnung.  Hardj', 
dessen  Hauptquelle  auch  Vergils  Aeneis  war  mid  der 
nebenbei  Jodelle  ausnutzte,  erfand  den  ersten  Akt  ganz 
selbständig,  erweiterte  den  di'amatischen  Stoff,  indem  er 
sich  nicht  bloss  auf  die  eigentliche  Katastrophe  be- 
schränkte, fügte  vier  neue  nicht  allzu  bedeutende  Rollen 
hinzu,  gestaltete  die  Handlung,  welche  bei  ihm  nicht 
durch  das  Drei-Einlieitsscheiiia  eingeschränkt  war,  reich- 
haltiger und  vertiefte  die  Charakterzeichuung.  Das  geht 
auch  aus  M.'s  Darlegung  hervor,  wenngleich  dieselbe 
das  Bestreben  zeigt,  Hardy  möglichst  gegen  den  ge- 
lehrteren, aber  gänzlich  uudramatischen  Jodelle  herab- 
zusetzen. Der  Verf.  kennt  zu  seinem  Schaden  die  bahn- 
brechende Schrift  E.  Rigals:  Alex.  Hardij  et  le  Theätre 
francais  ä  la  fin  du  XVI'  ei  au  commencement  du 
XV ir  S.  noch  nicht  und  wiederholt  daher  manches 
Irrige  oder  Einseitige.  So  macht  er  nach  alter  Tradition 
Hai'dy  zum  Theaterdichter  der  Maraistruppe,  sieht  iu 
der  gerechteren  Würdigung,  die  jener  eigenartige  Dichter 
in  uuserm  Jahrhundert  erfuhr,  willkürliche  Ueberschätzung 
u.  s.  w.  Auch  R.  Ottos  Ausgabe  von  Mairets  „Silva- 
uire''  (iu  Vollmöllers  Sammlung)  ist  ihm  unbekannt.  Aus 
der  eingehenden  imd  schlagenden  Darlegung  der  Ge- 
schichte der  „drei  Einheiten",  wie  sie  Otto  als  Ein- 
leitung gibti,  hätte  M.  für  seine  eigene  Darstellung 
(S.  29  ff.)  manches  lernen  können.  Auch  der  „geschicht- 
liche Ueberblick"  der  französischen  Tragödie  von  der 
Renaissance  bis  zu  Corneille  (S.  5 — 14)  hätte  vertieft 
werden  können. 

Scudery,  der  seineu  Vorgäup'  r  Hardy  nur  in  sehr 
eingeschränkter  und  nebensäqy  eher  Weise  benutzte, 
spiegelt  in  seinem  Didodrama'  die  Geistesrichtnng  des 
Preziösenthunis  wieder,  ist  in  Sprache  und  Versbau 
correcter,  von  der  antiken  Ueberlieferung  unabhängiger, 
als  seine  Vorgänger.  —  M.'s  Arbeit  hat,  wie  die  meisten 
Erstlingsschriften,  uuxnche  Mängel  und  angreifbare  Stellen, 
aber  als  Baustein  zu  der  noch  immer  nicht  hinreichend 
erforschten  Literaturgeschichte  des  XVI.  Jahrhunderts 
in  Frankreich  hat  die  fleissige,  gut  geordnete  Unter- 
suchung Anspruch  auf  die  Beachtung  aller  Fachgenossen. 
Dresden.  R.  Mahrenholtz. 


1891.    Literatarblatt  für  germanisohe  und  romanische  Philologie.    Nr.  11. 


.376 


Pirandello,  L.,  Laute  nnd  Laotentwicklnns  der 
Mnndart  von  Girgenti.  Halle,  Buchdruckerei  des  Waisen- 
Imuscs.  ISIU.  52  S.  8.     (Bonner  Dissertation.) 

Moiiugrapliieii  über  einzelne  lebende  Mundarten  thnu 
der  roinaulscheu  Sprachwissenschaft  jetzt  am  meisten 
Xütli.  Die  Grundziig'e  der  Entwicklung  sind  fast  überall 
klar  gelegt,  die  Begrenzung  der  Lauterscheinuugen  aber 
ist  an  den  meisten  Orten  noch  uuraüglieh  und  ist  das 
notliwendige  Bedingniss  für  die  Lösung  weiterer  Fragen. 
Oass  die  Eingeboruen  dabei  vor  uns  Ausländern  einen 
bedeutenden  Vorsprung  haben,  ist  selbstverständlich  und 
wir  selber  werden  uns  über  UuterstUtzung  von  ihnen  am 
allermeisten  freuen,  namentlich  wenn  sie  in  so  beschei- 
dener und  zugleich  so  befriedigender  Form  geschieht 
wie  in  der  vorliegenden  Arbeit.  Der  Verf.  berichtigt 
und  ergänzt  im  Ganzen  Schneegans'  treffliche  Arbeit 
(Ltbl.  IX,  223),  nicht  ohne  deren  Verdienste  anzuer- 
kennen nnd  sehr  Viele.s,  so  die  Ausführimgen  über  eijn  = 
hahen,  von  ihm  anzunehmen.  Die  Hauptabweicliuug  be- 
steht darin,  dass  er  die  Annahme  der  ,.Aftectdiphtlion- 
girung''  leugnet.  Wer  recht  habe,  kann  ich  natürlich 
nicht  entscheiden,  doch  ist  zu  bemerken,  einmal,  dass 
die  von  P.  für  Casteltermiui  und  Canicatti  angegebene 
Diphthongirung  bei  -u  schon  von  Sclineegans  vom  Affect- 
diphthongen  geschieden  und  richtig  beurtheilt  worden 
ist,  und  ferner,  dass  sein  Hauptbeobachtungsgebiet 
Messina,  nicht  Girgenti  ist.  —  Von  bisher  nicht  oder 
in  der  von  P.  untersuchten  Gegend  nicht  nachgewiesenen 
Erscheinungen  finden  sich  nun:  a  zu  ua  nach  Labialen 
und  Gutturalen,  was  ganz  neu  ist,  da  sonst  in  Sicilien 
na  durch  vorhergehendes  u  bedingt  oder  bedingungslos 
ist,  und  /  zu  e  in  Eecalmuto,  die  Betonung  tapänii  = 
trepano,  al  zu  an'  auch  in  der  Stadt  Girgenti',  tonlos 
au  zu  a:  acedtht,  hkitari  (yiautare),  der  Wandel  von 
gr,  kr  zu  giir,  kur:  (juranu,  kuradu,  gedehntes  c,  n, 
tu,  d  im  Anlaut  von  Schriftwörtern,  wenn  ich  recht 
sehe,  c  aus  cl,  pl  auch  in  Licata,  sf  zu  sp,  hl  zu  U, 
was  ich  Ital.  Gramm.  234  Anm.  noch  nicht  mit  Sicher- 
heit auszusprechen  wagte,  s/  zu  s.  Einzelne  Punkte 
wären  wohl  etwas  anders  zu  formulireu,  so  durfte  nicht 
gesagt  werden,  dass  in  inknnia  aus  incudine  das  d  ge- 
fallen sei,  da  ja  sonst  d  in  Proparo}'tonis  zu  f  wird,  es 
ist  hier  vielmehr  wie  fast  in  ganz  Italien  und  in  Süd- 
frankreich von  *i)icugine  auszugehen;  3.  Sg.  Perf.  umd 
ist  nicht  lautgesetzlich;  bei  ^'erdoppelung  des  m  hätte 
bemerkt  werden  dürfen,  dass  sie  nur  in  Proparoxytonis, 
da  aber  stets  auftritt ;  guttea  ist  für  goccia  eine  ebenso 
uinnögliche  Grundlage  wiejecere  (S.  6)  für  gisir.  Wenn 
cicer  hier  likiri  lautet,  so  ist  damit,  dass  es  als  „Eest 
der  alten  gutturalen  Aussprache"  bezeichnet  wird,  nichts 
uiesagt;  weshalb  soll  dies  eine  Wort  ein  Vorrecht  haben? 
Ob  auch  der  Vokal  unregelmässig  ist,  wie  im  alban. 
kikerg,  dann  also  die  sicilianische  Form  sich  ganz  zu 
span.  cliicharo  gesellt,  ist  leider  nicht  zu  ersehen.  Ich 
vermnthe  griechisch-afrikanische  Vermittelung,  habe  aber 


'  Wenn  der  Verf.  mir  vorwirft,  ich  hätte  Ital.  Gr.  §  281 
unnütliiger  Weise  das  h  in  aiitru  aus  it)i  altrit  orkl.irt,  so 
übersieht  er,  dass  ich  an  der  betrcll'enden  Stelle  nicht  von 
Girgenti  spreche,  sondern  von  einem  „in  vielen  Mundarten" 
vorkomnienilen  aiilru,  wobei  der  Zusnninicnlianjj  lehrt,  dass 
ich  .Mundarten  im  Auge  habe  (z.  U.  die  eniilianische),  wo  nur 
in  diesem  einen  Worte  /'  zu  ii'  wird,  der  Vorgang  also  eine 
besondere  Erklärung  fordert.  Den  gesetzmässigen  Wandel 
von  l'  zu  »'■  in  Sicilien  höbe  ich  Ital.  Gr.  §  '234  berührt. 
Dagegen  ist  der  Verf.  durchaus  im  Recht,  wenn  er  meine 
Herlcitung  von  impiiliddire  aus  Impiillidire  ablehnt  und  als 
Grundwort  imimlrlhirv  ansetzt. 


nicht  die  Mittel,  die  mehr  noch  in  die  Pflauzengeographie 
einschlagende  Frage  zu  lösen.  —  Den  Schluss  der  trotz 
dieser  und  einiger  anderer  Schwächen  anerkennenswerthen 
Arbeit  bilden  ein  paar  Verbesserungen  zu  dem  Buche  von 
De  Gregorio,  Appunti  di  fonetica  siciliana. 

Wien.  W.  Meyer-Lübke. 

Rossi,   Vittorio,   Battista  Gnarini  ed  il  Pastor  Fido. 

Studio  biografico-critico  con  documcnti.  Torino,  E.  Loescher. 
18S6.  XVI,  323  S.  gr.  8. ' 

Das  italienische  Pastoraldrama,  welches  Jahrhunderte 
hindurch  einen  so  gewaltigen  Einfluss  auf  die  Literatur 
fast  aller  Kulturvölker  ausgeübt,  hat  noch  immer  nicht 
seinen  Historiker  gefunden,  und  doch  hängt  gerade  von 
der  gründlichen,  klaren  Kenntniss  desselben  die  richtige 
Würdigung  der  Hirtenspiele  in  anderen  Ländern  ab, 
die  sich  alle  mehr  oder  minder  als  Xachahmungen  des- 
selben erweisen.  Den  Höhepunkt  iu  der  Entwicklung 
des  eigenartigen  dramatiselien  Erzeugnisses  bildet  der 
Pastor  lido,  d.  li.  dasjenige  Pastoraldrama,  welches  sofort 
nach  seiner  Veröffentlichung  zum  Gemeingut  aller  Xationen, 
und  bekannter  und  verbreiteter  wurde,  als  irgend  ein 
Drama  der  alten  oder  modernen  Zeit.  Wir  sind  daher 
Eossi  zum  aufrichtigen  Danke  vei pflichtet,  dass  er  es, 
sowie  seinen  Verfasser  zum  Gegenstand  einer  ebenso 
gründlichen,  als  geistvollen  Studie  machte. 

Das  Werk  zerfällt  in  zwei  Theile;  der  erste  (S.  1  — 
160)  ist  der  Biographie  des  Dichters,  der  zweite 
(S.  161 — 265)  dem  Studium  seiner  Pastorale  ge- 
widmet. Ein  Anhang  (S.  269—323)  enthält  „Docu- 
nieiiti". 

lieber  das  Leben  Guarinis  stand  seinem  Biograplien 
ein  reichliches  Aktenmaterial  zur  Verfügung,  Dank  der 
bedeutenden  politischen  Eolle,  die  Gnarini  gespielt,  und 
der  ewigen  Händel,  in  die  er  sich  durch  sein  streitbares 
Xaturell  verwickelt  sah.  Merkwürdiger  Weise  hatte 
man  bisher,  so  bekannt  der  Dichter  und  seine  Dichtung, 
so  reich  und  leicht  zugänglich  die  (Quellen  zu  seiner 
Biographie  auch  waren,  keine  selbständige  Darstellung 
seines  Lebens  versucht.  Was  mau  in  den  literarhisto- 
rischen Compendien,  oder  iu  den  Ausgaben  der  Werke 
des  Dichters  über  ihn  liest,  ist  mit  wenigen  Ausnahmen 
oberflächlich  und  unkritisch  und  selbst  jene  Ausnahmen 
Ap.  Zeno,  Tiraboschi,  Petrucci,  Casella,  wiewohl  im 
Einzelnen  treffend,  wissen  sich  nicht  immer  von  Irr- 
thümern  fern  zu  halten  und  lassen  die  Vollständigkeit 
vermissen.  E.  bietet  uns  zum  ersten  Male  eine  akten- 
mässige  tuid  erschöpfende  Biographie.  In  18  Kapiteln 
beschäftigt  er  sich  mit  den  Vorfahren  des  Dichters,  mit 
seiner  Erziehung,  seinen  Studien,  seinen  Lebensstellungen, 
seinen  Familienverhältnissen,  seinen  diplomatischen  Sen- 
dungen, seiner  Eolle  am  Hofe  zu  Ferrara,  seinem  Ver- 
hältniss  zu  Gelehrten,  Diclitcru  (besonders  zu  Tasso)  und 
Staatsmännern,  seiner  Theilnahme  an  gelehrten  Akade- 
mien (Eterei,  Innominati,  Acad.  Fiorentina,  Crusca),  seinen 
Eechtshändeln  u.  s.  w.  Daneben  werden  wir  mit  der 
Entstehungsgeschichte  des  Pastor  fido  bekannt.  Mit 
riihnu'iiswerther  (iründliclikeit  und  grossem  Scharfsinn 
Werden  eingewurzelte  Irrthümer  beseitigt,  Daten  richtig 
gestellt  und  legendarisclie  Ausschmückungen  zurück  ge- 

'  Zu  meinem  lebhaften  Bedauern  bat  sich  die  Besprechung 
des  vorstehenden  Buches  dadurch  verspätet,  dass  dasselbe 
mir  bei  einem  Umzug  abbanden  gekommen  war  und  erst 
kürzlich  wieder  aufgefunden  wurde.  —  Ich  benutze  die  Ge- 
legenheit, um  niitzuthellen,  dass  ich  eine  umfassende  Geschichte 
des  Pastoraldianias  vorbereite. 


1891.    Literaturblatt  für  germanisclie  und  romanische  Philologie.    Nr.  11. 


.T7K 


wii'siii.  Es  siml  interessante  Bilder,  die  sich  vor  unseren 
Aug'en  entrollen:  Italien  und  seine  Fürsten,  sein  poli- 
tisches, literarisches  und  Hufleben  in  der  zweiten  Hälfte 
des  U).  .Jahrhunderts  und  darauf  im  Vordergrunde  die 
charakteristische  Figur  des  Dichter-Staatsmannes,  rastlos 
wandernd,  besonders  im  letzten  Theile  seines  Lebens, 
gerade  als  er  ernsthaft  au  die  Vollendnug  des  Pastor 
fldo  ging-.  Da  sehen  wir  ihn  jetzt  in  Padna,  hierauf  in 
Turin  bei  Carl  Emanuel  I.,  dann  wieder  in  Ferrara, 
woselbst  er  vorher  (von  1567 — 83)  das  Hofleben  ja 
schon  gründlich  gekostet,  sodann  der  Reihe  nach  in 
Venedig,  in  Florenz,  abermals  in  Venedig,  wieder  in 
Turin,  zum  dritten  Mal  in  Venedig,  in  Mautua,  in  Rom, 
zum  vierten  Mal  in  Venedig,  abermals  in  Rom,  aufs 
neue  in  Ferrara,  dessen  Hof  er  jetzt  (1601)  eudgiltig 
verlässt,  um  am  Hofe  zu  Urbino  sein  Heil  zu  suchen. 
Vergeblich!  Rom  und  Venedig  sehen  ihn  wieder  in 
ihren  Mauern,  bis  in  letzter  Stadt  endlich  der  Tod  den 
Ruhelosen  zur  ewigen  Ruhe  bettete  (7.  October  1612). 
Den  unerquicklichsten  Theil  dieser  Wanderjahre  bilden 
die  Streitigkeiten  mit  seiner  Familie,  den  pikantesten 
seine  politische  Thätigkeit,  den  wichtigsten  aber  seine 
literarischen  Beziehungen. 

Im  n.  Theil  gibt  uns  Rossi  im  ersten  Kapitel 
eine  kurze,  aber  leider,  offenbar  in  Folge  Raummangels, 
nur  unvollständige  Skizze  der  ersten  Anfänge  des  Pastoral- 
dramas. Im  zweiten  prüft  er  die  Xachrichten  über  an- 
gebliche Aufführungen  des  Dramas  vor  seinem  Druck 
und  kommt  zu  dem  Resultat,  dass  es,  trotz  der  bestimmten 
Versicherung  verscliiedeuer  Literarhistoriker,  damit  durch- 
weg bei  dem  blossen  Versuch  sein  Bewenden  hatte. 
Das  3.  Kapitel  hat  die  innere  Geschichte  des  Pastor 
lido,  d.  h.  das  Verhältniss  der  verschiedenen  erhaltenen 
Jlanuscripte  und  Drucke  zu  einander,  den  Inhalt  des 
Stückes  und  die  Hauptquelle  der  Fabel  (Pausanias)  zum 
(regenstand.  Das  4.  behandelt  die  Schicksale  des  P.  f., 
besonders  seine  Aufführungen  nach  dem  ersten  Druck 
(1.590).  Das  5.  beschäftigt  sich  mit  dem  über  das 
Drama  sich  entspinnenden  grossen  literarischen  Streit 
und  endlich  das  6.  mit  den  Nachahmungen  des  P.  f.  in 
Italien  und  andern  Ländern. 

Die  „DocKinenti"  des  Anhangs  enthalten  Briefe  von, 
an  oder  über  Guarini,  eine  Beschreibung  der  Inter- 
mezzi fiii'  zwei  verschiedenene  Vorstellungen  des  P.  f. 
u.  a.  m.,  und  endlich  ein  umfangreiches  Verzeichniss  der 
Ausgaben  des  Textes  und  der  Uebersetzungen  in  den 
verschiedenen  Ländern  Europas. 

Ich  möchte  zunächst  einige  Bemerkungen  au  das 
1.  Kapitel  des  IL  Theiles  anknüpfen.  R.  geht  von  der 
Ansicht  aus,  dass  sich  das  Pastoraldrama  aus  den  ein- 
fachen, nach  Vergils  Muster  geschriebenen,  aber  wirklich 
aufgeführten  Eklogeu  (ecloga  dramm.  aulica)  stufenweise 
zu  vollstäudigen  mehraktigen  Stücken  fortentwickelt  habe. 
Er  sucht  dies  an  Eklogen  von  Taccoue,  Serafino 
Aqnilano,  Caretto,  G.  di  S.  Vitale,  Bellincioni, 
B.  Castiglione,  Tansillo  etc.-  und  an  der  Commedia 
\m%to\A\e  V AiiKtranta  von  G.  B.  Casalio  (gedr.  1538) 
zu  zeigen  nud  geht  hierauf  zur  ersten  wahrhaften  Pasto- 
rale  modernen    Stils   dem    Sucrifizio   (gedr.    1555)    des 

-  R.  stellt  diese  Ansicht  übrigens  nicht  als  neu  hin,  ver- 
weist vielmehr  auf  Menage,  Fontanini,  Ginguene, 
Klein  etc.  Der  gleichen  Meinung  war  auch  der  ausgezeich- 
nete Kenner  des  ital.  Theaters  D'Ancona  in  On'yliü  äel 
Teatro  in  It.  (1877)  II  p.  204  A. ;  in  der  2.  Auflage  dieses 
vortrefflichen  Werkes  (II  p.  70  A.)  hat  er  einige  weitere  Stücke 
denen  Rossis  hinzugefügt. 


Agostino  Beccari  über.  An  diese  Pastoralen  reiht  er 
mit  wenigen  Worten  die  Aretiim  des  A.  Lollio  (gedr. 
1564),  den  Sfurtiinnto  des  A.  Argenti  (gedr.  1568) 
und  den  Aminta  des  Tasso,  um  auf  diese  Weise  den 
Uebergang  zum  Pastor  fido  zu  gewinnen. 

Fragt  man,  wo  bleibt  bei  dieser  Desceudenztheorie 
der  Orfeo  des  Poliziano  und  der  Cefalo  des  Cor- 
regio,  welche  die  Historiker  des  italienischen  Dramas 
sonst  als  die  ersten  Hirtendramen  anführen,  so  antwortet 
R.  (p.  174  N.  8),  dass  diese  zwar  immerhin  als  die 
ersten  Hirtendramen  gelten  mögen,  aber  dass  das  später 
von  Beccari,  Tasso  und  Guarini  gepflegte  bukolische 
Drama  mit  ihnen  in  keiner  Weise  zusammenhängt.  R. 
schreibt:  Uazione  infafti  di  quellt,  tratta  dalle  fuvulv 
della  mitologia  tjreca,  e  di  vuruttere  nssoltttamoite 
dicerao  da  quellu  dellc  pastorcdi  posteriori  che,  t/io- 
catidosi  della  mitologia,  tie  prendono,  dirö  quasi,  l'oiii- 
hiente,  senza  preiiderne  i  fafti.  Oltre  di  die  sarebbe 
molto  strano,  per  iion  dire  iiiesplicabile,  che  %t»a  formtt 
dranimatica  f/iunta  ad  nn  t/rado  di  scolgiiwuto  iiiidfo 
aoamuto,  rimanesse  iiifruttuosa  per  niia  sdtuntina 
d'anni  per  risorgere  poi  sotto  nn  aspetto  del  tufto 
direrso.  Ich  möchte  Rossis  Ansichten  mit  einigen 
Modificationeu  beipflichten.  Es  leuchtet  ein,  dass  die 
fast  immer  zu  festlichen  Gelegenheiten  gedichteten  und 
gespielten  Eklogen  sich  mehr  und  mehr  zu  wirklichen 
Drameu  erweiteru  und  dadurch  zu  der  eigenthümlichen 
Form  des  Pastoraldramas  führen  raussten,  die  im  Amitita 
uud  Pastor  fido  ihre  grössten  Triumphe  feierte.  Aber 
welches  waren  die  Einflüsse,  die  Vorbilder,  die  diese 
Fortschritte  bewirkten,  diese  Entwicklung  beförderten? 
R.  deutet  nm-  leicht  auf  einen  Einfluss  hin,  auf  den, 
welchen  die  ecloga  dramm.  popolare'''  d.  h.  jene  kleinen 
volksthümlichen  Stücke  ausübten,  wie  sie  z.  B.  die  Rozzi 
schrieben,  üeber  den  wichtigsten  Einfluss  äussert  er 
sich  nicht,  und  der  ging,  meines  Erachtens,  von  dem 
gleichzeitigen  Lust-  und  Trauerspiel  ans.  Waren  einmal 
die  Eklogen  zu  Aufführungen  verfasst,  so  lag  für  die 
di'amatischen  Dichter  der  Gedanke,  ihnen  einen  grösseren 
Umfang,  eine  reichere  Handlung  zu  verleihen,  nahe 
genug.  Es  ist  aber  in  der  Natur  der  Sache  begründet, 
dass  mau  nicht  mit  einem  Male,  sondern  schrittweise 
das  Experiment  wagte.  Schade,  dass  R.  seuie  Nach- 
forschungen nicht  weiter  ausgedehnt  und  uns  nicht  mit 
den  zwischen  Casalio  uud  Beccari  liegenden  Mittel-  und 
üebergangsstufen  bekannt  gemacht  hat.  Beccari  kann, 
nach  seiner  ganzen  Art,  nicht  ein  Erfinder  in  solch 
eminentem  Sinne  sein,  wie  er  es  wäre,  wenn  er  den 
gewaltigen  Schritt  der  zwischen  der  Amaranta  und  seinem 
Stück  liegt,  allein  gethan  hätte.  Eine  solche  Mittel- 
stufe*  bildeten   vielleicht    u.  a.   Bastiauo    di  Francescos 


'  „Qualche  influsso  reciproco  poträ  forse  essere  posto  in 
luce  da  uno  studio  intelligente  e  minuto"  (R.  p.  166);  den  Ein- 
fluss der  Rozzi  bezweifelt  er  (p.  17i  A.)  jedoch;  gewiss  mit 
Unrecht. 

*  Unbegreiflich  ist  es  mir,  dass  R.  nicht  das  9.  Kapitel 
im  IV.  Buche  von  Crescimbenis  Comentarj  beachtet  hat,  wo 
u.  a.  hierher  Gehörigem  von  zwei  Commeiiie  des  A.  Capcrano 
(nach  Allacci,  521  bezw.  667  sind  die  Titel  Melandro  und 
Rifo  gedr.  1508)  beide  bukolischen  Inhalts  die  Rede  ist. 
Caperano  war  —  was  nicht  zu  übersehen  ist  —  ein  Lands- 
mann Casalios  und  es  fragt  sich,  welches  Verhältuiss  ihre 
Hirtenspiele  zu  einander  bieten.  Ich  füge  den  bei  Crescira- 
beni  genannten  Stücken,  von  denen  einige  übrigens  der  comni. 
alla  villanesca  anzugehören  scheinen,  noch  hinzu  die  Egloga 
Flavia  (gedr.  1528)  und  die  com.  past.  Lylia  (gedr.  1538  und 
noch  viermal  bis  1612). 


379 


1891.    Litoraturblatt  für  germanische  und  romanische  Philolof^ie.    Nr.  11. 


380 


Ainicuiu,  Ecl.  past.  (1543),  Filenio  Addiacciatos  Silvia, 
Cum.  p.ist.  (1545).  und  Gins.  Gibertis  Ecloga  amorosa 
(1547).  Ich  spreche  damit  eine  blosse  Vernmthnng^  ans, 
da  mir  die  Stücke  bisher  nocli  nicht  erreichbar  waren. 
Aber  eine  höchst  interessante  Uebergangsstnfe  sind  die 
beiden  Eklogen  des  Xovaresen  Giovan  A^ostino  Cazza 
l'Krbiisto  nnd  Fihnu,  beide  154(j  gedruckt''  nnd  viel- 
leicht schon  einige  Jahre  früher  verfasst.  Die  ei-stere, 
dreiaktig,  ist,  gleich  den  älteren  Eklogen,  in  Terzinen 
geschrieben,  der  Prolog  dazu  indess  ist  in  Prosa.  Sie 
hat  folgenden  Inhalt:  Der  alte  >lirte  Erbustn  ist  in  die 
junge  schöne  Hirtin  Flora  verliebt,  die  ihn  aber  ver- 
schmälit  und  einen  jungen  Hirten  Xaniens  Anieto  liebt. 
Erbnsto  klagt  vei-zweifelt  den  AVäldern,  Thälern  und 
Bergen  sein  Leid.  Sein  Freund  Laerito,  dem  er  seine 
Leidenschaft  gesteht,  weiss  den  begiuistigten,  etwas 
flatterhaften  Liebhaber  zu  besfinmien,  zu  Gunsten  Er- 
bustos  auf  Flora  zu  verzichten,  und  ebenso  entreisst  er 
der  Hirtin  die  Zusage,  dass  sie  Erbusto  die  Hand  reichen 
wolle,  falls  ihre  Mutter  es  zufrieden  sei.  Wiilirend  der 
glückliche  Erbnsto  zu  dieser  Jlutter,  Creonta  genannt, 
eilt,  bereuen  Flora  sowohl,  als  Auieto  ihr  gegebenes 
Wort  und  erstere  begibt  sich  schleunigst  nach  Hause, 
um  ihrer  Jlutter  zu  erklären,  dass  sie  unter  keinen  Um- 
ständen dem  alten  Erbnsto  angehören  wolle.  Heftiger 
Wortwechsel  hieriiVter.  Erbnsto  kommt  dazu,  und  das 
(iespräch  mit  Creonta  fülirt  zu  der  wichtigen  Entdeckung, 
dass  Flora  gar  nicht  ihre,  sondern  Erbustos  eigene,  beim 
Krieg  in  Piemont  verlorene  Tochter  Nivetta  sei.  Natür- 
licli  werden  jetzt  die  jungen  Leute  ein  Paar. 

Die  Sprache  der  „Egloga"'  ist,  wie  in  den  Volks- 
stücken, oft  derb  oder  gar  obscön.  Was  die  Fabel  be- 
trifft, so  ist  der  Einfluss  des  damaligen  Lustspiels'', 
speciell  der  Intronateukoinödie  unverkennbar.  Was  das 
Stück  nun  von  Beccaris  Pastorale  unterscheidet  ist,  ausser 
dem  Versmass,  der  geringeren  Länge  und  Aktenzahl, 
dass  es  keine  sich  kreuzenden  Liebesverwicklungen,  keinen 
SatjT,  keine  Priester  und  keinen  Chor  hat.  Das  gleiche 
Verhältniss  besteht  auch  zwischen  der  FilciKi  und  dem 
S<tcrifi<io,  nur  dass  jene  vier  Akte,  eine  etwas  reichere 
Handlung  als  der  Erbnsto  und  ausserdem,  gleich  il 
Sacrißzio,  Canzonen  enthält. 

Einen  Sdiritt  weiter  füliren  uns  A.  Calmos  Euhtjhe 
past.  (gedr.  1553).  Die  alten  Metren  (Terzinen  und 
Octaven)  sind  liier  fast  ganz  verschwunden  und  an  ihre 
Stelle  die  endcrasillahi  sdniccioli  sciolti  getreten,  statt 
eines  Liebespaares  liaben  wir  schon  zwei,  ferner  einen 
Satyr  (in  der  3.  Ekloge),  mytliologische  Figuren  und 
der  Scliauplatz  ist  .\rcadien.  Ja,  Calmo  gellt  noch  über 
Beccari  und  dessen  unmittelbare  Nachfolger  hinaus,  er 
entliält  bereits  alle  f^lcnieiite  des  späteren  Hirtendiaiiias: 
Orakel,  Zauberer  und  Zauberei,  Verwandlungen,  Echo 
n.  s.  w.  Das  Wiclitigste  aber  ist,  dass  Calmos  Pasto- 
ralen äiinliche  früliere  Dichtungen  zur  Voraussetzung 
liaben,  denn  der  Venetianer  zeigt  sich  in  seinen  anderen 
Dramen  so  gründlicli  in  Form  nnd  Inlialt  als  blosser 
Nachahmer,  dass  wir  berechtigt  und  sogar  gezwungen 
sind,  audi  in  seinen  Hirtenspicieii  iliii  als  solchen  zu 
betrachten.    Demnach  existirten  schon  vor   1553  Muster 


*  Rimo  di  M.  Oio  Affostino  Cazzn  etc.  Venezia  O.  Giolito 
de  Kerrnri   154G  »"  (f.  (i.j*— T.')"  und  76"— Oi""). 

'  Üazzn  scheint  sich  übrifjens  selbst  mit  Komödien- 
schreiben  bcfasst  zu  haben,  denn  im  l'rolo^  des  Erbuslo  sagt 
er  von  sich :  egli  .  . .  ui  promelle  di  fariii  xenlire  in  breue 
unu  Comediu  in  prosa  etc. 


von  Pastoralen,  die  ebensowohl  Calmo,  wie  Beccari  vor- 
gelegen haben  können. 

Wirkte,  wie  wir  oben  sahen,  das  Lustspiel  auf  den 
Inhalt  des  Pastoraldramas,  so  gab  das  Trauerspiel  mehr 
für  die  Form,  dnrch  seine  gehobene  Sprache  (Verse), 
seine  Chöre,  seine  einfache  Handlung  das  Vorbild  ab. 
Für  den  Inhalt  des  neuen  Dramas  war  noch  eine  andere 
Dichtung,  ein  Kind  des  Alterthums,  der  griechische 
Roman'',  von  hoher,  bisher  wenig  erforschter  Wichtig- 
keit. Grade  in  jener  Zeit  fand  er  in  Üebcrsetzungen 
grosse  Verbreitung  in  Italien.  Das  Nähere  Iiierüber  an 
anderer  Stelle.  Dies  Alles  zusammengefasst,  erscheint 
Beccaris  Leistung,  auch  ohne  dass  mau  die,  übrigens 
sehr  wünschenswerthen,  Nachforschungen  nach  seinen 
unmittelbaren  Vorgängern    fortsetzt,    schon   erklärlicher. 

Was  nun  Rossis  Meinung  betreffs  des  Orfeo  anbe- 
langt, so  kann  ich  sie,  so  bestechlicli  sie  audi  klingt, 
iiiclit  theilen.  Es  ist  wahr,  der  Orfco  und  /7  Sacri- 
fizio  ähneln  sich  nicht  viel:  dennoch  ist  es  walirschein- 
lich,  dass  jener,  wenn  aucli  nur  indirect,  auf  das  letztere 
Stück  Einfluss  ausgeübt  hat.  Ganz  unrichtig  ist  es,  dass 
der  Orfeo  „rimanesse  iiifrnttuosa  per  uiia  settantina 
d'anui".  R.  citirt  selbst  einen  von  D'Aucona  zuerst 
bekannt  gemachten  Brief  eines  Floriano  Dulfo**,  worin 
die  Aufführung  eines  fünfaktigen  Pastoraldramas  in 
Bologna  beschrieben  wird,  das  offenbar  unter  der  Ein- 
wirkung des  Orfeo  und  Cefalo  entstanden  ist.  Es  ist 
auch  gewiss  kein  Zufall,  dass  dem  Veranstalter  dieser 
Aufführung,  dem  protonotario  A.  Galeazzo  Benti- 
voglio  der  erste  bekannte  Druck  des  Orfeo  dedicirt 
ist.  Jenes  ungedruckt  gebliebene  Stück  war  sicher  nicht 
das  einzige  seiner  Art.  Es  wäre  auftallend,  wenn  der 
Orfeo,  von  dem  wir  drei  Auflagen  bis  1524  kennen,  so 
spui'los  vorüber  gegangen  wäre.  Ich  will  dahingestellt 
sein  lassen,  ob  B.  Castigliones  Tirsi,  welcher  Canzonen 
und  einen  Clior  hat,  vom  Orfeo  beeiuflusst  war,  aber 
nadi  Andeutungen  bei  Cressimbeni*  möchte  ich  es  von 
dem  kleinen  Drama  Filolauro  (gedr.  1520)  verniuthen. 
Sicher  scheint  es  mir  aber,  dass  Giraldi  Cinthio  der  Ver- 
fasser der  E(ih^^  (1545)  und  Calmo,  oder  vielleicht 
seine  unmittelbaren  Vorbilder  den  Orfeo  gekannt  haben. 
Anderseits  gehört  Egle  zu  Beccaris  Vorbildern,  eine 
Ansicht,  die  schon  Crescimbeni "  ausgesprochen  hat,  und 
Calmo  und  seine  Vorgänger  mussten  dem  Verfasser  des 
Sacriftzio  auch  bekannt  sein,  somit  wäre  der  indirecte 
Einfluss  des  Orfeo  auf  Beccari  erwiesen.  Die  von 
Poliziano  eingefülirte  Gattung  mythologischer  Pastoral- 
dramen sollte  überhaupt  auch  noch  später  Pflege  linden. 
L.  Groto  mit  seiner  Calisto  steht  ganz  auf  dem  gleichen 
Boden'-  und  ähnelt  Poliziano  auch  in  der  Benützung 
der  (Quelle  (Ovid).  Ebenso  H.  Zoppio  mit  seinem  1573 
gedruckten  Midu.    Ferner  gehört  noch  hierlier  A.  Pau- 


'  lieber  dessen  Einfluss  auf  das  Drama  uberlmupt  habe 
ich  eine  Arbeit  begonnen. 

s  Wieder  obffedruckt  in  D'Anconas  Oriijini  eto.  2.  Aufl. 
(1891)  II  p.  a70  ff. 

9  Conientar)  etc.    IV.  1.  D.  cp.   (Londra  1803  II  p.  217). 

'"  Die  Beweise  bierfür  nn  anderer  Stelle. 

•'  Coniontiirj  (I.e.):  .  .  egli  e  pero  bcn  vcro,  che  secondo 
il  nostro  parcrc,  nH'invcnziono  del  Beccari  niolto  dovettc 
coopernrc  la  faticn  del  Giraldi,  a  ciii  eomc  diccnimo,  sc 
non  si  puö  dnro  il  pregio  d'  inventor  doUa  buunn  pastoral 
poesla  accomodata  alla  seena  pur  gli  si  debbe  quelle  d' esserc 
State  ad  cssa,  diciam  oosi,  condottiere. 

"  Es  ist  beaclitenswertli,  dass  der  Verfasser  des  Cefalo 
auch  eine  (nicht  gedruckte)  Fabiila  di  Calisto  schrieb  (s.  D'An- 
cona  Oriijini  II  p.  380)7 


381 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanigche  Philologie.    Nr.  U. 


382 


lillos  löCt)  gedrucktes  Giudhio  di  Paride  u.  a.  m. 
Ich  f;laube  daliei-,  dass  man  den  Orfto  mit  Reflit  an 
der  Spitze  der  Pastoraldianien  nennt. 

Als  einen  Mangel  emptinde  Ich  es,  dass  E.  uns  nicht 
etwas  mehr  mit  den  unmittelbaren  Vorläufern  Guarinis 
bekannt  gemacht  hat.  Ich  würde  lieber  seine,  ja  doch 
einmal  unvollständige,  Skizze  zur  Geschichte  des  Pastoral- 
dramas vermissen,  als  eine  Klarlegung  dessen,  was  Gua- 
i'inis  Vorgänger,  von  Beccari  au,  für  das  Schäferspiel 
gethan  und  wie  er  sicli  ihnen  gegenüber  verhält.  R. 
gibt  uns  niclit  einmal  eine  vollständige  Liste  von  ihnen. 
Ich  finde  noch  erwähnt,  ausser  den  vorhin  genannten, 
Sc.  Diouisios  Amor  Corfese  (1570?)  degli  Angelis 
Licjuriiio  (1574),  Grotos  Peiifimenfo  Amoroso  (1576) 
und  C.  della  Valles  Fillide  (1579),  die  noch  vor  dem 
Aminta  gedruckt  worden,  und  vor  der  Abfassung,  bezw. 
vor  dem  Druck  des  Pastor  fido  erschien  eine  ganze 
Reihe  von  Dramen,  bei  denen  immerhin  zu  untersuchen 
bliebe,  iu  welchem  Verhältniss  sie  zu  jenem  stehen.  Ich 
nenne  nur:  G.  Frattas  Nir/ella  (1580),  Ch.  Castellettis 
Amarilli  (1580),  Cuchettis  Pazzia  (1581),  A.  Pasqua- 
ligüs  GVlnfricati  (1581).  G.  Zinanos // Crt/-»/e  (1582), 
Crescis  Tirrena  (1584),  Miaris  Manr'uinno  (1584), 
P>art.  Rossis  Fiamella  (1584),  Rondinellis  Galizia  (1583), 
sowie  Pastoralen  von  Girol.  Vida,  Ingegneri,  G.  Sorboli, 
R.  Borghini,   G.  Avanzi,  Ch.  Lauro  u.  a.  m. 

Von  dem  gewaltigen  Einflnss  des  Pastor  fido  auf 
das  Drama  anderer  Völker  konnte  E.  natüilich  keine 
auch  nur  flüchtige  Darstellung  geben.  Er  beschränkte 
sich  auf  einige  kurze  Bemerkungen  über  d'Urfe,  Mont- 
chrestieu,  Eacan,  Hardj',  Mairet  und  Gottsched,  und 
liätte  meines  Erachtens  besser  gethan,  den  italienischen 
Xachahmungen  des  Pastor  fido  mehr  Aufmerksamkeit 
zuzuwenden,  als  diese,  doch  nicht  auf  eigenen  Studieu 
beruhenden,  Dinge  vorzubringen.  Die  Zahl  der  directen 
Xachbildnugeu  des  Pastor  fido  in  Italien  allein  ist  schon 
eine  sehr  grosse.  Den  fünf  von  E.  erwähnten  möchte 
ich,  auf  Grund  meiner  spärlichen  Hilfsmittel,  noch  folgende 
wenig  bekannte  hinzufügen:  A.  Niccolinis  Kitoro  Pastor 
fido  (s.  a.),  6.  M.  Guicciardis  Sogno  (1601),  Gir.  Mal- 
mignatis  Clorindo  (1604),  R.  Campeggis  Filarniiiido 
(1605),  A.  Cataldos  II  Pastor  Costunte  (1606),  P.  A. 
Torrianis  Floriano  U  Fido  (1612),  Pandimos  Amorosa 
Fede  (1620),  L.  Moros  II  Pastor  Infido  (1621),  A. 
Fellecchias  II  ßdo  Alessio  {l'oAl),  L.  Coriglias  l'iVi/i'/o 
//  Fido  (1650),  und  endlich  II  Pastor  Vedovo  des  Dio- 
nisio  Rondinelli;  jedoch  ist  bezüglich  des  letzten 
Stückes  zu  bemerken,  dass,  falls  die  Ausgabe  von  1579, 
von  welcher  uns  die  Bearbeitung  der  Drammatnrgiu 
Allaccis  von  1755  bei-ichtet  (col.  608),  kein  Traum  ist, 
Guarini  als  Xach ahmer  erscheinen  würde.  Mir  scheint 
letzteres  indess  nicht  recht  glaublich. 

Lehrreich  ist  die  Bibliographie  der  Ausgaben  und 
Uebersetzungen  am  Ende  des  Buches.  Man  ersieht 
daraus  die  iin  geheuere  Verbreitung  des  Stückes,  das  sich 
vom  Augenblick  seines  Erscheinens  an,  bis  in  unsere 
Tage,  in  der  Heimath,  wie  im  Ausland,  trotz  des  der 
Schäferdichtung  abholden  Zeitgeschmacks,  dauernd  in  der 
Gunst  des  Publikums  erlialteu  hat.  Und  doch  ist  die 
Liste  Rossis  weit  entfernt  davon,  erschöpfend  zu  sein. 
Bei  einigen  Jahren  führt  er  keine  Ausgaben  an,  und  es 
ist  nicht  wahrscheinlicli,  dass  in  denselben,  besonders  in 
der  ersten  Zeit,  Stillstand  eingetreten  sei.  So  fehlen 
Drucke  für  die  .Jahre  1593,  1597,  1601,  1604,  1606/7, 
1609  —  12,    1614,    1617,   1619  20    u.  s.  w.     Ohne  sou- 


derliclie  Anstrengung  vermochte  ich  den  etwa  115  Text- 
au.s gaben  Rossis  (für  die  Zeit  von  1590—1830)  noch 
folgende  51  mir  theils  aus  Katalogen,  theils  aus  Biblio- 
theken bekannte  hinzuzufügen:  Ven.  Franceschi  1597, 
Ven.  Ciotti  1600,  Ven.  Ciotti  1602  16",  Treviso  1603, 
Ven.  1604,  Ven.  1606,  Ven.  1611,  Ven.  1613,  Ferrara 
1613,  Ven.  1618,  Ven.  1619,  Ven.  1621  Ciotti  4",  Ven. 
JHserini  1627,  s.  1.  1639  12',  Ven.  1650,  Ven.  1654, 
Par.  1656,  Ven.  1663,  Roma  1700,  Ven.  1701,  Päd. 
1711,  Frankfurt  1717,  Par.  1734,  Verona  1735,  Lps. 
1750,  Par.  1759,  Lps.  1768,  Ven.  1768,  Ven.  1783, 
Orleans  1785,  Par.  1785,  Par.  1786,  Ven.  1788  (col- 
l'Euridice  del  Rinuecini),  Roma  1797,  Strassb.  1797,  Ven. 
1798,  Erfiu-t  1799,  Erlangen  1806,  1807,  Londra  1809, 
Gie.ssen  1810,  Erlangen  1813  und  1814,  Gfiessen  1817, 
Roma  1819,  Zwickau  1819,  Avignon  1816,  Lpz.  1829, 
Amst.  s.  d.  32,  s.  1.  e.  a.  (circa  1650),  Roma  s.  a.  16". 

Ausgaben  französisclier  Uebersetzungen  habe 
ich  zu  den  25  bei  Rossi  noch  weitere  25  gefunden, 
ferner  noch  2  englische,  7  deutsche  und  8  holländische. 
Die  ei'ste  Ausgabe  der  französischen  Uebersetzung  von 
De  Torche  erschien  nicht,  wie  E.  meint,  zuerst  1665, 
sondern  1664  und  zwar  zugleicli  bei  Barbin  und  Quinet. 
Als  Verfasser  der  holländischen  Uebersetzungen  tiguriren 
neben  dem  einen  von  Rossi  genannten  de  Pott  er  noch 
G.  van  der  Eembd,  ein  Anonj-mus  (J.  V.  D.  M.  D.  H.), 
H.  Bloemaert  und  A.  Pej's. 

Da  nun  den  Uebersetzungen  oft  auch  der  italienische 
Text  beigegeben  ist,  und  zahlreiche  Ausgaben  sich  meinen 
und  Eossis  Nachforschungen  entzogen  liabeu  dürften,  so 
übertreibt  man  nicht,  wenn  man  behauptet,  dass  der 
Pastor  fido  von  seinem  ersten  Drucke  an  (1590)  bis 
1830  fast  jedes  Jahr  mindestens  einmal,  aber  oft  wieder- 
holt aufgelegt  worden  ist.  Darnach  sind  Es.  Angaben 
S.  235 — 36  über  die  Zahl  der  Ausgaben  zu  berichtigen. 
Ich  glaube  Ap.  Zeno  hat  sich  mit  Unrecht  über  den 
armen  Fontanini  lustig  gemacht  '3,  welcher  die  Zahl  der 
bis  1602  erschienenen  auf  27  und  die  bei  Lebzeiten 
Guarinis  gediuckten  auf  48  schätzte. 

Eossi  zeigte  in  dieser  seiner  ersten  Studie  bereits 
alle  die  glänzenden  Eigenschaften,  die  er  später  in  an- 
deren Arbeiten,  in  der  Ausgabe  von  Calmos  Briefen 
(s.  Ltbl.  1888,  Sp.  540)  und  in  der  trefflichen  Ueber- 
setzung von  A.  Gasparj-s  meisterhafter  Geschichte  der 
italienischen  Literatiu'  weiter  enfaltete.  Möchte  er  uns 
noch  mit  vielen  Früchten  seiner  gi'ündlichen,  scharf- 
sinnigen Forschung,  seines  geistvollen  UrtheUs  erfreuen. 
Nürnberg.  A.  L.  Stiefel. 


13  Biblioteca  delV Eloqueuza  ital.  etc.  Ven.  1753.  I.  p.  421  A. 
D&r  Widerspruch  Zenos  erklärt  sich  daher,  dass  dieser  nicht 
wusste,  dass  es  zwei  Ausgaben  des  I'.  f.  A'en.  1602  4"  gab, 
wovon  sich  eine  auf  dem  Titelblatt  als  XX.  impressione,  die 
andere  als  XXVII.  impressione  bezeichnet.  Zeno  kannte  nur 
die  erstere,  Fontanini  die  letztere.  Nachdem  ich  selbst  schon 
23—24  Ausgaben  bis  1602  gezählt  habe,  sclicint  die  Zahl  27 
eher  zu  nieder  als  zu  hoch  gegriÖcn.  —  Von  den  48  Aus- 
gaben sollen  übrigens  nur  40  in  Italien  erschienen. 


383 


1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Kr.  11. 


384 


Mnnthe,  Ake  W:son,  Anteckningar  om  folkmälet  i 
en   trakt   af  vestra  Asturien.    Akaücmisk    nfliandling. 

üpsnin,  Aliiiquii^t.   ISST.  'JS  S.  8. 
,  Folkpoesi  frän  Astnrien,  I.  II.  III.   Upsala,  Akad. 

Boktryck.    18SS— Sil.    r>(;  S.    8.     (S.-A.   aus    Upsala  Univcrs. 

ärsskrift  lSS8-8ii.) 
—  —  ,  Komance  de  la  tierra.  Clianson  popiilairc  asturienne. 

6  S.     (S.-A.  aus  Ri'cueil  de  meiu.  pliilol.,   Stuckliolm  188!t.) 
,   Obscrvations   sur   les   composes   espagnols   du 

type  „aliabierto".  2,5  S.  (S.-A.  aus  Ree.  clc  niöm.  i)Iiilol.) 
Der  Junge  nordische  Gelehrte  hat  einen  Aufenthalt 
von  wenig  Wochen  im  westlichen  Asturien  vortrefflich 
ausgenützt.  Die  reichhaltigen  sprachlichen  Beobach- 
tungen, welche  er  auf  dem  Lande,  einige  Stunden  von 
Cangas  de  Tineo  gesammelt  hat,  sind  unter  Heranziehung 
der  ganzen  Hable-Literatur  und  mit  umsichtiger  Be- 
nützung des  einschlägigen  pliilologisclien  Materials  in 
den  Antäckningar  sehr  gut  bearbeitet:  die  erste  wissen- 
schaftliche Klarstellung  eines  nordspanischen  Dialekts. 
Zu  bedauern  ist  hier  nur  die  Anwendung  der  schwe- 
dischen Sprache:  in  Deutschland  kann  man  wolil  von 
dem  Philologen  verlangen,  dass  er  sich  mit  ihr  abfindet, 
aber  nicht  in  den  romanischen  Ländern.  Eine  hübsche 
Sammlung  von  Romanzen  (darunter  mehrere  recht  interes- 
sante), Liedchen  und  Kinderversen  schliesst  sich  an, 
deren  Werth  diu'cli  die  Anmerkungen  noch  wesentlich 
erhöht  wird.  Nicht  ganz  so  glücklich  wie  bei  fast  allen 
seinen  Beobachtungen  über  den  astur.  Dialekt,  ist  Munthe 
in  den  letzten  der  verzeichneten  Arbeiten,  so  gerne  ich 
anerkenne,  dass  Fleiss  und  Methode  ein  gesichertes  Er- 
gebniss  verdient  hätten.  Die  Existenz  jener  Composita 
im  Altspan,  ist,  gegen  seine  Annahme,  vollkommen  ge- 
sichert, ihre  Häufung  in  späterer  Zeit  beruht  auf  neuen 
stilistischen  Bedürfnissen,  nicht  auf  latinisirender  Tendenz, 
und  die  Quelle  liegt  an  einer  bestimmten  Stelle  des  mittel- 
alterlichen Sprachgebrauchs,  Der  eingehende  Nachweis 
würde  indessen  hier  zu  weit  führen, 

Freiburg  i,  B.  G.  Baist, 


Wolff ,  E,,  Prolegomena  der  literar-evolutionistischen 
Poetik.  Kiel  u.  Leipzig,  Lipsius  &  Ti.schor.  1890.  32  S.  8. 
Die  Tendenz  des  Verfassers  geht  dahin,  den  Be- 
gi-iff  der  Entwickelnng,  den  er  für  ein  zuerst  von  der 
modernen  Naturwissenscliaft  zur  Geltung  gebrachtes 
Princip  hält,  als  den  grundwesentlichen  Factor  für  den 
wissenschaftlichen  Aufhau  der  Poetik  nachzuweisen. 
Dabei  soll  jedoch  nicht  Scherers  Verfahren  massgebend 
sein,  welches  eine  Geist  Wissenschaft  wie  die  Poetik  ..auf 
die  naturwissenschaftliche  Entwickelnng  selbst  pfropfe-' 
(S.  7),  Sündern  die  objectiv  historische  Betrachtung  des 
Ganges,  welchen  die  Ausbildung  der  Poesie  in  der  Auf- 
einanderfolge der  Zeitalter  und  bei  den  verschiedenen 
Völkern  eingeschlagen  hat,  Demgemäss  soll  der  „regu- 
lirende  Massstab"  der  Abschätzung  im  Ganzen  und  Ein- 
zelnen nicht  aus  der  „beschränkten  Sphäre"  einer  be- 
sonders liervorragenden  Periode  (S,  1 1)  entnommen, 
sondern  aus  der  Hereinnähme  aller  ..lebensfähigen  Keime" 
der  verschiedenen  Entwickliingsstadien  hergestellt  werden. 
Als  Grundgesetz  der  Entwicklung  ergibt  sich  dem  Verf, 
auf  diesem  Wege  (im  Gegensatze  zu  Scherer),  dass  die 
älteste  Form  der  Poesie  allenthalben  einen  epischen 
Charakter  trägt,  dessen  ,,starre  Objectivität"  im  Ver- 
laufe seiner  Fortbildung  ,,allmälig  durdi  individuell 
lyrische  EmiitindHiigcn  erweicht  und  durchbroclien  wird" 
(9),  —  was  nach  S.  12  eine  Analogie  mit  dem  allge- 
meinsten Inhalte  der  Descendenzlehre  ergibt.  S,  13  f, 
sucht  an  einem  Ueberblicke  der  deutschen  Literatur  den 


weiteren  Gang  der  Entwickelnng,  wie  er  von  jenem 
Anfange  aus  wesentlich  mit  bedingt  erscheint,  wie  au 
einem  typischen  Vorgange  aufzuzeigen.  Das  Folgende 
ist  ein  Vei-such  der  Vennittelung  des  „evolutionistischen" 
Princips  mit  der  ,, herrschenden  Poetik",  die  der  Verf. 
einfach  dem  ,.Kanon  Aristoteles"  (in  dessen  Definition 
der  Tragödie)  gleichsetzt  und  als  im  ßegritte  der 
y.ühuijoic  (=  Entladung)  gipfelnd  auffasst.  Die  Ge- 
sannntdefinitiou  aller  poetischen  Wirkung  ist  (24):  „Ent- 
ladung von  eignen  immanenten  Seelenaffectionen,  thätige 
Erleichterung  der  eignen  Seele  durch  Darstellung  frem- 
den (?)  Lebens",  wozu  als  Ergänzung  S.  25  die  Be- 
stimmung, dass  die  Lust  an  der  Darstellung  ,.fremden" 
Lebens  nicht  bloss  negativ-erleichternd,  sondern  auch 
„positiv-bereichernd"  sei.  Wir  „fühlen  uns  mit  Lust 
aufgehen  im  Ganzen". 

Da  die  kleine  Schrift  ein  Programm  des  Verf.'s 
mehr  bezeichnen  als  begründen  will,  so  ist  eine  ein- 
gehende Kritik  nicht  am  Platze.  Was  in  der  modernen 
Poetik  seit  unserer  klassischen  Zeit  von  dem  ,.Kanon 
Aristoteles"  noch  nachwirkt,  i,st  allerdings  nicht  so  vor- 
wiegend die  Quintessenz  seiner  Definition  der  Tragödie, 
als  vielmehr  die  Bestimmimg  der  poetischen  Auffassung 
und  Darstellung  im  Sinne  nicht  bloss  des  o'ia  lyv  tj  fativ 
sondern  des  o'ta  ilvai  ö(T  (Poet,  Kp,  25),  d.  h,  das 
idealisirende  Jloment  aller  künstlerischen  Thätigkeit, 
Eine  Auseinandersetzung  mit  diesem  Princip  wäre  für 
den  Zweck  der  Schrift  trotz  der  durch  ihren  Rahmen 
geboteneu  Kürze  nicht  überflüssig  gewesen.  Bei  Gelegen- 
heit einer  solchen  würde  sich  freilich  vielleicht  ergeben 
(gegen  S,  31),  dass  die  nothwendige  Berücksichtigung 
des  evolutionistischen  Wesens  der  Poesie  keine  Veran- 
lassung gibt,  das  Bestehen  von  stetigen,  durch  alle  Ent- 

j  Wicklungsstufen    durchwaltenden    poetischen  Gesetzen  zu 

1  leugnen, 

Giessen,  H.  Siebeck. 


Zo  i  tsch  r  i  f  t  eu. 

Revne  de  linguistiqne  et  de  Philologie  coniparee  Juli : 
Hovelacque,  Les  liniites  de  la  langue  franfaise.  — 
Stenipf,  Glossar  zu  Dechepaics  Poesien  (Sclihiss).     F. 

Am  Urquell  II,  10:  B.  W.  Schiffer,  Sümlcnkauf.  —  11. 
Frischbier,  Riithscl-Gcschicliteii.  —  II.  Volks  mann, 
Abdcriten  von  heute.  —  J.  Se  ni  b  r  zy  c  k  i ,  Ostpreussiscbe 
Sprichwörter,  Volksreimo  u.  Provinzialismen.  —  II.  Tliccn  , 
Volkslied  au.s  Schlcswijf-IIolstcin.  • —  Knautho,  Schimpf- 
wörter. —  H.  Sundcrniann,  Üstfricsisches  Volkstlunn.  — 
R.  F.  Kaindl,  Der  Eid  im  Volksleben.  —  II.  Volks- 
ni  a  n  n ,  Thierfubeln.  —  K.  Ed.  Ilaasc,  Sagen  und  Er- 
zählungen aus  der  Grafschaft  Ruppin  und  Ünigcgond.  — 
Ln. ,  M.  Landau,  Pfeifer,  II.  Volksniann,  Kleine 
Mittheilungen.  —  11:  L.  Frey  tag,  J,  Loeb,  K,  Knau- 
the,  H.  Vol  ksmann,  Zaubcrglnuben.  —  R,  F.  Kaindl, 
Knauthe,  H.  V  o  1  ksmann,  Uiebglaubcn.  —  Feilberg 
u.  Schlegel,  Geheime  Spracinveisen.  —  Knauthe  u. 
W.  Lehr  mann,  Bnuopfer.  —  II.  v.  Wlislocki,  Volks- 
lieder der  Siebenbürger  Sachsen.  —  R.  Oftcrding,  Ab- 
deritcn  von  heute.  —  J.  Stanke,  Geisterglauben.  Die 
Geister  der  nordischen  Felsenwelt,  —  H.  Senibrzycki, 
Ostpreussisclic  Sprichwörter  u.  s,  w.  —  H,  Volksniann, 
Schimpfwörter,     F. 

Vierteljahrsschrift  f.  Literaturgeschichte  IV,  4:  Fritz 
Winter,  Goethes  Anthcil  am  Wandsbecker  Boten.  —  Gust. 
Kettner,  Schillers  Malthcser.  —  Th.  Odinga,  Hermann 
Kirchners  Coriolanus.  —  Th.  Distel,  Ein  Gedicht  Ulrich 
Königs,  —  Felix  Lindner,  Rostocker  Findlinge.  —  Karl 
Obser,  Friedrich  Eugen  von  Würtemberg  und  Klinger.  — 
Herrn.  Fischer,  Ein  Jugondbriof  Hölderlins.  —  Bcrnlmrd 
Scuffert  Gedichte  Hölderlins.  —  Fritz  Jonas,  Briefe 
Max  von  Sclienkendurfs.    —    H.  Löbner,   Zu  Hans  Sachs. 


385 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Xr.  11. 


386 


—  Daniel  J  a  c  o  b  y ,  „Hans  Sachsens  poetische  Sendung".  — 
Register.  —  Berichtigungen  und  Nachträge. 

Stnd.j  di  tilologia  ronianza  Fase.  !):  C.  De  Lollis,  II 
Canzonicrc  provoiizali'  A  (Schluss).  —  Fase.  15  :  A.  R  e  st  o  r  i , 
La  coUezione  CC*  IV.  2so;J3  dclla  Biblioteca  Palatina-Par- 
meiise.  [Coniedias  ile  ditterentes  autores.)  —  V.  Creseini, 
Note  provenzali  I.  Per  un  luogo  di  Gaucclm  Faidit.  II.  Per 
Uli  luogo  (li  Laiifranco   Cigala. 

Fraueo-Gallia  VIII,  9/10:   L'n.sere  franz.  Schulgranimatiken. 

—  Hurabert,  Die  Wendungen  faire  qc.  eulre  deux  porles, 
faire  les  ceiit  pas,  a  cäte  df,  <i  son  cOte,  aux  cOles  de  und 
n  ses  ciiti.i.  —  Besprechungen:  Körting,  Lat.-roman. 
Wörterbuch.  —  W  i  1 1  h  ü  f  t,  Sirveiites  Joglaresc.  —  B  ad  lie  , 
Beiträije  zur  Lehre  von  den  franz.   Fürwörtern. 

L' Alighieri  IH,  3.  4:  G.  B.  Zoppi,  Gli  aniniali  nella  Di- 
vina Conimedia  (Forts.).  —  Fl.  Pelle  grini,  Franimenti 
d'  un  codice  sconosciuto  della  Div.  L'ommedia.  —  A.  A  g  r  e  s  t  i , 
Eva  in  Dante  e  in  Pier  Lonibardo.  —  P.,  „Voglia*"  assuluta 
e  „altra**  nella  D.  C.  —  Coninicnto  del  Re  Giovanni  di 
Sas.?onia  (Filalete)  alla  Divina  Conimedia  (Forts.).  —  P., 
Ausführl.  Recensionen  über:  AgncUi,  Topo-eronografia  del 
viaggio  danteseo  und  I.  Del  Lungo,  Beatrice  nella  vita  e 
nella  poesia  del  fecolo  XIII. 

Bnllettino  della  Societä  Dantesca  Italiana  1:  Barbi, 
Bibliografia  Dantesca  deli'anno  1889.  (Forts,  in  den  folgenden 
Nummern.)  —  2/3:  ü.  Jlarchesini,  I  Danti  del  „Cento". 

—  4:  I.  Del  Lungo,  Un  doeumento  inedito  del  Priorato 
di  Dante.  —  U.  Jlarchesini,  Ancora  dei  Danti  ,del  Cento". 


Llterar.  Centralblatt  43 :  Naetebus,  Die  nichtlyr.  Strophen- 
formen des  Altfranzösischen.  —  44:  Paulson,  Fragmentum 
vitne  sanctae  Catbarinae  Alexandrinensis.  —  Restori,  Let- 
teratura  provenzale.  —  Ein  altfr.  Marienlied  aus  einer 
Pariser  Hs.  des  13.  Jb. 's  bisg.  von  Andresen.  —  Wetz, 
Shakespeare  vom  Standpunkte  der  vergl.  Literaturgeschichte. 

Göttingische  gelehrte  Anzeigen  15:  Walther,  Brandes, 
Die  jüngere  Glosse  zum  Reinke  de  Vos. 

Mittheilun^en  des  Vereins  f.  Hambnrj;.  Geschichte  1890: 
Tli.  Schrader,  StOrtebecker.  —  C.  F.  Gaedchens, 
Englisches  Theater  in  Hamburg. 

Württemberg.  Vierteljahrshefte  f.  Lanflesgeschichte 
1S9Ü.  I  u.  II:  Blind,  Der  Scbellenberg  (Etymol.);  Zum 
medizinischen  Aberglauben. 

Jahresbericht  des  flistor.  Vereins  f.  die  Grafschaft 
Ravensberg  zn  Bielefeld  1891 :  Bielefelder  Rathsverhand- 
lungen  von  1.5S6 — 162S. 

Mitttieilnngen  des  Mnsennisvereins  f.  Krain  IV,  1:  S. 
R  u  t  a  r  ,  F.  von  Krones,  Die  deutsche  Besiedelung  der  öst- 
lichen Alpenländer. 

Berichte  des  Freien  deutschen  Hochstifts  3  u.  4:  M. 
Koch,  Neuere  Goethe-  und  Sohillerliteratur.  —  O.  Heuer, 
Pb.  Chr.  Kayser,  Goetlie  und  Klinger. 

Prenssische  Jahrbücher  68,  4:  M.  Bernays,  Vor-  und 
Nachwort  zum  neuen  Abdruck  des  Schlegel-Tieckschen 
Shakespeare. 

Nord  und  Süd  Oct. :  Herrn.  Hirt,  Franz  Bopp,  der  Be- 
gründer der  vergleichenden  Sprachwissenschaft. 

Die  Gegenwart  38:  A.  W.  Ernst,  Theodor  Körner.  —  39: 
Th.  Zolling,  Theodor  Körners  Stammbuch. 

Die  Grenzboten  41:  W.  Ribbeck.  Lenau  und  Sophie 
Löwentbal.  —  42 :  Das  Grillparzer-Jahrbucb. 

Schweizerische  Rundschau  7:  F.  Wald  mann.  Die  Hohe 
Karlsschule  und  die  Schweiz. 

Blätter  f.  literar.  Unterhaltung  37:  A.  Brieger,  Zolas 
,Geld''.  —  Ad.  Schrötern.  A.  H  e  r  ra  a  n  n  ,  Zur  Geschichte 
modernen  Geistes.  —  F.  Bienein  an  n.  Zum  Gedäclitnisse 
Theodor  Körners.  —  38:  L.  Fränkel,  Neues  zur  , Faust- 
Philologie"  (Stiller,  Goethes  Entwürfe  zum  Faust ;  Strelilke, 
Paralipomena  zu  Goethes  Faust;  Ders.,  Wörterbuch  zu 
Goethes  Faust;  Kraus,  Das  böhmisclie  Puppenspiel  vom 
Doctor  Faust :  G.  Hauck,  Technikers  Faust-Erklärung).  — 
39:  H.  Düntzer,  Ein  neues  rätbselhaftes  Blatt  Goethes 
über  seinen  Faust.  —  F.  Bienemann,  Die  Spracbenfrei- 
heit  —  ein  neues  völkerrechtliches  Problem.  —  42:  M. 
Groben,  Ein  Liebespaar  (Lenau  und  Sophie  Löwenthal). 
—  F.  B  i  e  n  e  m  a  n  n  u.  K.  S  a  1 1  m  a  n  n  ,  Biographien  (Neues 
über  Lenz;  Sander,  Fr.  Lückes  Briefwechsel  mit  den  Brüdern 
Grimm).  —  A.  Schi  ossär.  Zur  Volkspoesie  (Volkslieder- 
Sammlungen).  —  43:  L.  Fränkel,  Die  deutsche  Jahres- 
ausbeute der  Shakespearekunde  (1891).     F. 


Nationalzeitnng  44,  4t;.j  u.  479:  K.  Fr(enzel),  Friedrich 
Hölderlin.  —  477:  S.  S(aino8ch),  Sclilaraffenlanil  (Mathible 
Seraos  ,11  paese  di  Cuccagna",  1891).  —  507:  M.  v.  Bun- 
sen,  George  Mcredith,  ein  englisclier  Erzähler.  —  .^09: 
P.  Seliger,  Der  deutsche  Götterglaube  und  die  bildemlc 
Kunst.  —  513:  E.  Zabel,  Tartarin  in  Frankreich.  —  519 
u.  523:  JIa.\  Ring,   Karl  Philipp  Moritz.     F. 

Beilage  zur  Allg.  Zeitung  270  u.  271:  Burckhard, 
Moderne  Bearbeitungen  der  Siegfriedsage. 

Frankfurter  Zeitung  196:  Ludw.  Geiger,  Moser,  der 
Freund  Heines.  —  233  u.  234:  K.  v.  R  c  i  n  h  ar  d  s  t  o  c  1 1- 
ner.  Der  Kaufmann  in  der  Dichtung.  Eine  liternrhistor. 
Studie.  —  267.  269.  271 :  Otto  B  rali  m.  Aus  Schillers  Leben. 

—  294  u.  295:  II.  Ostlioff,  Germanischer  Spratdie  Eigen- 
art. —  297:  L.  Fränkel,  Friedrich  Zarncke.  —  304:  L. 
Geiger,  Goethes  Mutter. 

Wissenschaftl.  Beilage  der  Leipziger  Zeitung   111:   P. 

Rache,  Die  deutsche  Scliulkomödie.  —   120:  R.  Reedon, 

Heimiselie   Flurnamen. 
Neue  freie  Presse  (Wien)  9699:  J.  B.,  Theodor  Körner.  — 

9713:  Gust.  Meyer,  Zigeuner-Philologie.     F. 
The  Academy  1013:  El.  H.  Meyer,  Gernian.  Mythologie.  — 

Pineau,   Contes  popul.  du  Poitou.  —  Skeat,  A  bailade  of 

our  lady,  by  Lydgate.  —  Content,  Contents.  —  1014:Alleyn 

and  Shakspere,  a  warning.  —  1015;  Whiteford,  Measure 

for  measure  I,  1.  —  Paget  Toynbee,  Guill.  de  Digulleville. 
The  Athenaenm  3336:   Dowden,    Fragm.    of  a    destroyed 

ed.  of  Laud's  Scottish  Prayer-Book. 
The  Classical  Review  Oct.  1891:  Lindsay,  Latin  Accen- 

tuation.  —  Stracbau,  ambulare.    —    Bespr.   von  Hesseis, 

Latin  Anglo-Sa.xon  glossary;  l'aul,  History  of  Language. 
Blackwoods  Edinburgh  Magazine  Sept. :  Macbeth  as  the 

Celtic  type.    —    Oct.:    H.  M.  Trollope,    Molieres    Debüts 

on  the  tlieatre. 
The    Xineteenth    Century    176:     Agnes    Lambert,    The 

private  life  of  Sir  Thomas  More.  —  Rbys,  Welsli  fairies. 

—  Emily  La  wies  s,  A  bardic  chronicle.     F. 

The  Atlantic  Monthly  408:  H.  F.  Randolph,  In  London 
witb  Doctor  Swift.     F. 

The  Contemporary  Review  310:  W.  E.  H.  Locky,  Car- 
lyle's  message  to  bis  age.     F. 

Bibliotheque  de  l'ecole  des  chartes  LH,  3:  Ch.de  Grand- 
maison,  Graignieres,  ses  correspondants  f besonders  Feue- 
lon]  et  ses  collections  de  portraits.     F. 

Revue  critique  42 :  Tasse,  Petits  poemes  p.  p.  Solerti.  — 
43:  Warner,  Jean  de  Mandeville.  —  Campbell,  Annales  de 
la  typographie  neerlandaise  au  XV  siede.  —  44:  Paulson, 
Vie  de  saint  Catherine  d'Ale.xandrie.  —  ßrunot,  Le  doctrine 
de  Malherbc.  —  Tamizey  de  Larroque,  La  Pierre  d'Cnet, 
Livre  de  raison  des  Dudrot. 

Le  nioyen  äge  4,  8,9:   H.  Logeraan,  Pearl,  ed.  Gollancz. 

—  A.  Doutrepont,  O  Roma  nobilis.  philol.  Unter- 
suchungen von  L.  Traube.  —  S..  Lichtenberger,  Le  poenie 
et  la  legende  des  Nibelungen.  —  F.  Novati,  Rajna,  Tre 
Studi  per  la  storia  del  libro  di  Andrea  Capellano.  —  M. 
Wil  motte,  Les  oiigines  du  ronian  breton. 

Rev.  pol.  et  litt.  14:  A.  Barine,  Un  editeur  et  ses  clieuts. 
(Aus  A  Publisher  and  bis  friends,  Memoir  and  Correspon- 
dence    of  tbe  late  John  Murray  by  Samuel  Smiles,   2  vol.) 

—  P.  Stapfer,  Histoire  des  reputations  litteraires  (Forts.). 

—  15:  H.  B  er  enger,  Les  idees  modernes  dans  les  livres 
de  M.  de  Vogüe  (Le  Roman  russe,  Diseours  de  reception. 
Remarques  sur  l'Exposition  du  Centenaire,  Spectacles  cou- 
temporains).  —  E.   D  u  b  i  e  f .  Le  Journal,  hier  et  aujourd'hui. 

Revue  des  deux  uiondes   15.  Sept.:   La  n  son,   La  littera- 

ture  francaise  sous  Henri  IV:  Antoine  de  Montchrcstien. 
Le  Museun  X,  4:    De  la  Grasserie,  Essai  de  rythmique 

comparee. 
Annales  du  Midi  12:  A.  Tho  mas,  Textes  romans  du  Gard. 
Annales   de   l'Est    Oct.    1891:    Ch.  Benoit,    Les    origin'es 

historiques  du  ronian  de  Paul  et  Virginie,  de  Bernardin  de 

Saint-Pierre.    —    Pierson,    Helvetius    et   la   critique   im- 

pressioniste. 
Bibliotheque  universelle  et  revue   snisse  LH.  154:    L. 

Quesnel,  Poetes  anglais  contemporains :  Rob.  Buclianan.  F. 
Revue  internationale   de   l'enseignement   XI,   8:  J.  G. 

Magnabal,   La    graminaire    et  la  pbilologie  ä  rncadeinie 

espagnolc.     F. 
•Atti  e  Meniorie  della  K.  Accadeniia  di  scienze,  lettere 

ed  arti  in  Padova    A.    CCXCI.    N.  S.    vul.    VL   S.    177— 

190:    Creseini,  Appunti  su  Jaulre  Rudel.  —  Mazzoni, 


387 


1891.    Literaturblatt  fQr  {germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  11. 


388 


ün  libcllo  padovnno  in  liiiia  dcl  sec.  XV.  —  Crescini, 
l'cr  In  qucstione  ilelle  Cuiti  d'Amore. 

Atti  della  r.  Accadeniia  dei  Lincei.  Remlicunti.  Scr.  IV. 
vol.  VI,  1:  V.  de  B  ar  t  h  o  lo  mac  i  8,  Di  un  eodice  Senese 
di  Sucre  rappicscntaziüni.  —  2:  Crescini,  Del  Canzoniere 
provcn^ale  \  (.Marc.  App.  XI).  —  O.  B.  Siragusn,  L'e- 
pistola  „Immeinor  haud  vestri"  e  l'epitufKo  per  Roberto 
d'Angiii  del  Petrarca.  —  Zaniioni,  Serihi  inediti  di  Lo- 
renz!) Valln. 

Atti  del  R.  Istitato  Venetu  di  Scienze,  lettere  ed  Arti 
XXXVIII,  7.  ser.  t.  1,  VIII:  E.  Tezn,  Veisi  Spagnoli.  — 
X:  Morsolin,  Franiniento  del  ,Lamentuni  Viiginis'" 
])ucnia  del  see.  XIV. 

L'Ateneo  Veneto  Ser.  XIII,  vol.  1,  fasc.  1.  2:  V.  Pas- 
quini,  La  concubina  di  T-tone  nel  IX  del  Purgatorio.  — 
Vol.  II,  1—3:  Sabal  ich.  Per  la  storia  critica  di  un  vcrso 
dnntescho  (Inf.  VII,  1).  —  4  —  0  :  L  n  ni  ni  a  ,  II  triunt'o  d'Aniüre. 

Archivio  storico  per  le  provincie  Napoletane  XV,  1: 
Ci.  Kacioppi,  Per  In  storia  di  l'ulcinella. 

Sliscellanea  Francescana  di  Storia,  di  Lettere,  d'Arti 
vol.  V,  1:  Xovati,  Suirnutore  del  piü  nntieo  poeuia  della 
vita  di  S.  Francesco,  congetturc  e  riHessioni.  —  2:  ¥. 
Cristofani,  Memorie  del  b.  Pietro  Pettinagno  da  Siena 
(zu  Purg.  XIII,  52).  —  3:  Ed.  d'Alenjon,  Sul  piü  autico 
poenia  della  vita  di  S.  Francesco.  —  Novnti,  LWnti- 
cerberus  di  fr«'  Bongiovanni  da  Cavrinna  analizzato  ed 
illustrato. 

11  Bibliofllo  XI,  12:  U.  Cosmo,  Lc  stampe  della  Commedia 
e  ilellc  üpeie  luinori  di  Dnnte  nel  scicento. 

La  Biblioteca  delle  scnole  italiane  vol.  IL  7:  Catta- 
neo,  Del  sentimento  nristocratico  di  Dante.  —  9:  Filo- 
ni  usi-Guelfi ,  L'angelico  caiibo  (Purg.  XXXI,  132).  —  10: 
C  o  1  a  g  r  0  s  s  0  ,  La  nietricn  nclla  cronologin  del  Canzoniere.  — 
F  i  1  o  m  u  s  i  -  G  u  c  1  f  i ,  Ancora  due  parole  sul  vedere  di  Salomone. 

—  11:  Rajna,  Lo  sclienin  della  Vita  Xuovn.  —  12:  liat- 
tistella,  Quattro  sonetti  inediti  di  Cecco  Angiolieii  da 
Siena.  —  13:  Fiammazzo,  Di  un  nuovo  Invoro  sul  testo 
critico  della  D.  Commedia.  (Ueber  Negroni  s.  Ltbl.  XI,  273.) 

—  Colagrosso,  Per  una  Variante  di  punteggiature  (Par. 
XIII,  lOä).  —  14:  Fiammazzo,  Di  una  lezione  secon- 
dnria  della  D.  Commedia  (Purg.  XXI,  25).  —  Amirante, 
Ancora  sul  v.  107  del  o.  V  dell' Inferno.  —  III,  1:  Medin, 
Suir  U80  del  verbo  Solere.  —  2:  Foffano,  II  classicismo 
nel  Morgante  del  Pulci.  —  Pasquini,  II  desdcgno  di  O. 
Cavnlcanti.  —  3:  Biadene,  Caribo.  —  Filoniusi- 
Guelfi,   Le  Pnroffie  del  Cielo    (Dnnte,  Par.  XXVIII,  84). 

L'Arcadia  11,  1.2.3.5.7.8.  11:  A.  Bartolini,  Commento 
popolare  della  Divinn  Commedia.  —  2.  3.  4.  5.  11.  12:  E. 
Salvadori,  La  vita  politica  di  F.  Petrarca.  —  5:  Ders. , 
Note  Dantcsche  (Par.  I,  38— 41).  —  12:  B  ar  t  o  1  i  ni ,  Dante 
c  la  neve. 

Nuova  Antoln^ia  A.  XXVI.  3.  serie.  Vol.  35.  fasc.  19:  G. 
Cliiarini,  Theodor  Körner. 

Revista  ile  Espana  15.  u.  30.  Juli:  Menendez  y  Pe- 
layo,  De  los  origenes  del  criticisnio  y  del  esocpticismo  y 
especialmente  de  los  piecursores  espanoles  de  Kant.  —  Dela 
Sala,  Costumbres  espafiolas  cn  el  siglo  XVII. 


Neu  erschienene  Bücher. 

Amira,  K.  v.,  Thierstrnfcn  und  Tliicr|irozesse.  S.-A.  aus  den 
Mittlicilungen  des  Institut.s  für  üstcrr.  Gescliichtsforschung 
XII.  Bd.  4.  Heft.  S.  545— G02.  Innsbruck,  Wagner. 

Borinski,  K.,  Orundzüge  des  Systems  der  artikullrten  Pho- 
netik zur  Revision  der  Principien  der  Sprachwissenschaft. 
Stuttgart,  Göschen.  XI,  G(j  S.  gr.  8.     M.   1,50. 

Jesperscn,  Otto,  Freinskridt  i  sproget.  Kjobcnhavn,  Klein, 
et)  S.  8.  (Studier  fra  sprog-  og  oldtidsforskning  udgivne  nf 
den  philolügisk-historiske  samfund  N.  4.) 

Per.sson,  P.,  Studien  zur  Lehre  von  der  Wurzelerwcitcrung 
und  Wurzelvarintion.  Upsnla,  Akud.  Buchhandlung.  VI, 
294  S.  8.     M.  8,80. 

Varnh  age  n  ,  Herrn.,  l'assio  sanctnc  Cntherinne  Alexandrinac 
mctrica  c  duobus  libris  manuscriptis  ed.  H.  V.  Erlanger 
üniversitätsprograniin.  25  S.  4. 


Bisch  off,  IL,  Th.  Kürners  Zriny,  nebst  einer  allgemeinen 
Uebersicht  über  Th.  Körner  als  Dramatiker.  Leipzig,  Fock. 
90  S.  8.     M.  1,50. 

Brandstetter,  Renward,  Die  Reeeptiun  iler  neuhoch- 
deutschen Schriftsprache  in  Stadt  und  Landschaft  Luzcrn, 
IGOO  -  1830.  (Aus  dem  Geschichtsfreund  der  V  Orte,  Jnhrg.  46.) 

Burghnuser,  Gustav,  Die  neuhochdeutsche  Dehnung  des 
mild,  kurzen  Stammvokals  in  offener  Silbe,  vornehmlich 
unter  phonetischem  Gesichtspunkte.  25  S.  8.  Aus  dem  XV. 
Jahresbericht  der  deutschen  Staatsrealsch.  in  Karolinenthnl. 

D  c  n  k  ni  ii  1  e  r  der  älteren  deutschen  Literatur  für  den  literntur- 
gcscliichtlichen  Unterricht  an  höheren  Lehranstalten  hrsg. 
von  G.  Büttichor  und  K.  Kinzel.  II,  1  :  VValther  von  der 
Vogehveido  und  des  Minnesangs  Frühling.  2.  Aufl.  VIII, 
115  S.  M.  0,90.  —  III,  4:  Kunst-  und  Volkslied  in  der 
Reformationszeit.  VII,  140  S.  JI.  I.  Halle,  Buchhandlung 
des  Waisenhauses. 

Erdmnnn,  Axel,  Ueber  die  Heimat  und  den  Namen  der 
Angeln.  |  Skrifter  utgifna  af  Humanistika  Vetenskapssnm- 
fundet  i  Upsala  I.  l.]'Upsaln.  .Vlnuivist  &  Wiksell.  1890—91. 

—  — ,  Die  Grundbedeutung  und  Etymologie  der  Wörter  Kleid 
und  Filz  im  Germanischen  nebst  einem  Excurse.  [Ebenda 
L  3.]  Up.sala.  48  S. 

—  — ,  Om  folknamen  GSIar  och  Goto:  Stockholm,  IIcDgg- 
ström.  34  S.  8. 

Lichtenheld,  A.,  Grillparzer-Studien.  Wien,  Graeser.  VII, 
106  S.  8.     M.  2. 

Ludwig,  D.  A.,  Das  Oberammergauer  Possionsspiel.  Daves, 
Richter.  lOG  S.  8.     M.  1,25. 

Reis,  IL,  Beiträge  zur  Syntax  der  Mainzer  Hundart.  Giess. 
Dissertation.  4G  S.  8. 

Richter,  A.,  Ernsmus-Studien.  Leipzig,  Fock.  XXIV,  64  S.  8. 

Rydberg,  Viktor,  Tcutonic  Mythology.  Authorised  Trans- 
lation from  the  Swedish,  by  Rasmus  B.  Anderson.  702  p.  8. 
Sonnenschein.     lÜ/G 

Schauspiele,  schweizerische,  des  IG.  Jh. 's,  bearb.  unter 
der  Leitung  von  Jakob  Bnechtold.  Zweiter  Band.  Susnnnn 
von  Sixt  Birck  und  der  Weltspicgel  von  Valentin  Boltz, 
bcnrb.  von  Alb.  Gessler.  Fraucnfeld,  Huber  in  Comm. 

Wolff,  J.,  Deutsehe  Dorf- und  Stadtnamen  in  Siebenbürgen. 
Beilage  zum  Progr.  des  Gvmnasiums  in  Mühlbach,  Sieben- 
bürgen. 31  S.  4. 

Wörterbuch,  deutsches,  VIII,  7:  Romanbauherr— Ruck, 
bearbeitet  unter  Leitung  von  M.  Heyne. 


Balg,  O.  IL,  The  first  gcrmanic  Bible  translatod  from  the 
greek  by  the  gothic  bishop  Wulfdn  in  the  fourth  Century 
und  the  other  rcmains  of  the  gothic  language.  Ed.,  with 
an  introductio.i,  a  syntox,  and  a  glossary.  Milwaukce,  Wis. 
XXII,  4G9  S.  8. 


Brown,  Edward  Milcs,  Die  Sprache  der  Rushworth-GIosson 
zum  Evang.  Matthäus  und  der  mercische  Dialekt.  I.  Vokale. 
Göttingen. 

Douglas,  Sir  G.,  Poems  of  the  Scottish  Minor  Poets.  From 
the  Age  of  Kamsay  to  David  Gray.  Selected  and  edit.,  with 
an  Tntroduction  and  Notes.  (Canterbury  Poets.)  364  p.  16. 
W.  Scott.     1/ 

K  0  e  p  p  e  1 ,  Emil,  Studien  zur  Geschichte  der  italienischen 
Novelle  in  der  englischen  Literatur  des  IG.  Jahrhunderts. 
Strassburg,  Trübner.  VIII,   100  S.  8.     QF.  70. 

Lentzner,  Karl,  Wörterbuch  der  englischen  Volk.isprache 
Australiens  und  einiger  englischer  Mischsprachen.  Halle, 
E.  Karrns.  gr.  Lex. -8.     M.  S. 

Lewis,  J.  G.,  Christopher  Marlowc :  Outlines  of  bis  Life  and 
Works.  28  p.  8.  Gibbings  (Canterbury).  Siiiipkin.     1, 

Mnundeuill,  The  Büke  of  John,  being  the  travels  of  Sir 
John  Mandeville,  Knight  1322  —  135G,  a  hitherto  unpublished 
English  Version  from  the  unique  copy  (Egcrton  Ms.  1982) 
in  the  British  Museum  ed.  together  with  the  Freneh  text, 
notes  and  an  introduetion  by  George  F.  Warner.  Illustrated 
with  twenty-eight  miniatures  reproduced  in  fac-siniile  from 
the  ndditional  Ms.  24,  189.  l'rinted  for  the  Roxburghe  Club. 
Wostminster,  Nichols  and  Sons.  gr.  4.  XLVl,  232  p.  28  min. 


Albert,  P.,  La  Littdraturc  franjaise  au  XVII"  sidcle.  8° 
edition.  In-18  Jesus,  471  p.  Paris,  Ilachette  et  C.  fr.  3,50. 
lübliotheque  variee. 

Blonilel,  R.  CEuvres  de  Robert  Blondel,  historien  normand 
du  XV"  sieile.  Publiecs  d'apre,s  les  manuscrits  originaux, 
avec  introduetion,  notes,  variantes  et  glossnire,  por  A.  Ilöron. 
T.  1°''.  In-8,  507  p.  Konen,  Lestringant.  Publication  de  la 
Societe  de  l'histoire  de  Norinnndio. 

Camino,  Vit.  Da,  La  metrica  comparntn  latinn-italiann  e 
lc  odi  bnrbnre  di  G.  Carducci,  con  la  nuova  metrica  clas.sicn 
itnliana,  seguitn  ilnlle  odi  classiehe  di  Vittorio  Da  Camino. 
Torino,  G.  B.  Pnrnvin  e  C.  XV,  343  p.     L.  5. 


389 


1891.     Literatarblatt  für  germanische  und  romanische  Pliilologie.     Nr.  11. 


390 


Canti  politici  popolaii,  raccolti  a  Vittorio  e  ncUe  suo  vici- 
nanzc  da  L.  Mnrsou:  capitolo  di  saggio  d'una  raccolta,  giä. 
proiita  per  la  stanipa,  di  canti  popolari  trevigiani.  Vittorio. 
84  p.  16.   Per  le  nozzc  Sbrojnvacca-Marson. 

Canti  popolari  pisani,  raccolti  c  ainiotati  da  Alfrede  Gian- 
nini.  l'isa.  100  p.  lij. 

Carrettü,  Galeotto  Del.  Ciuque  poesie  spagnuole  attribuite 
a  Galeotto  Del  Carietto,  tratte  dal  codice  estense  XI.  B. 
10.  Caipi.  Pubbl.  da  Hetty  ed.  .\lc3s.  Spiiielli  per  le  nozze 
di   Donienico   Vandelli  con   Laura  Muratori. 

C  r  e  s  c  i  n  i ,  V.,  II  contrasto  bilingue  di  Rambaldo  di  Vaqueiras. 
l'adova,  Randi. 

Crovato,  G.  B.,  Camillo  Scroffa  e  la  poesia  pedantesca. 
l'arma,  L.  Battei.  157  p.  16.     L.  2. 

Dante.  .V  translation  of  Dante's  Eleven  letters,  with  e.xplana- 
tory  notes  and  histurical  comments  by  Charles  Sterrett 
Lathani.  Edited  by  George  Rice  Carpeutcr.  With  a  preface 
by  Charles  Eliot  Norton.  Student's  Edition.  Boston  and 
New  York,  Hougliton,  Mit'flin  and  Comp.  XV,  284  p.  8. 

Delfour,  L.  C,  La  Bible  dans  Racine.  In-8,  X.'CVI,  267  p. 
Paris,  Leroux. 

Doli  sie,  L.,  Ancicnues  traduetions  frangaises  du  Traite  de 
Petrarque  sur  les  reraedes  de  l'une  et  l'autre  fortune.  In-4, 
36  p.  Paris,  Klincksieck.  Tire  des  Notices  et  Extraits  des 
raanuscrits  de  la  ßibliotheque  nationale  et  autres  biblio- 
theques  (t.  24,  premiere  partie). 

—  — ,  Xotice  sur  un  psautier  latin-frangais  du  XIP  siele 
(Ms.  latin  1670  des  nouvelles  acquisitions  de  la  ßibliotheque 
nationale).  In-4,  18  p.  et  planche.  Paris,  Klincksieck.  Tire 
des  Notices  et  Extraits  des  manuserits  de  la  Bibliotheque 
nationale  et  autres  bibliotheques  (t.  24,  premiere  partie). 

Du  Camp,  51.,  Les  Grands  Ecrivains  francais.  Theophile 
Gautier.  In-18  Jesus,  201  p.  et  portrait.  Paris,  Hachette  et 
C^     fr.  2. 

Dugit,  E.,  Racine  et  la  tragedie  classique.  In-8,  25  p.  Gre- 
noble,  impr.  Allier  pere  et  fils.  E.\trait  des  Annales  de  l'en- 
seignement  superieur  de  Grenuble  (t.  8,  u°  1). 

Eicke,  Theodor,  Zur  neueren  Literaturgeschichte  der  Roland- 
sage in  Deutscliland  und  Frankreich.  Eine  literarhistorische 
Studie.  Leipzig,  Fock.  56  S.  8.     M.  2. 

Escrig  y  Martinez,  J.,  Diccionario  valenciano-castellano 
de  D.  Jose  Escrig  y  Martinez,  y  un  ensayo  -de  Ortografia 
lemosinu-valenciana,  por  una  Sociedad  de  literatos,  bajo  la 
direcciön  de  D.  Constantino  de  Llombart.  Cuaderno  22. 
(Päginas  841  ä  880.)  En  4.  Madrid,  Murillo.     1  y  1,25. 

E  .X  t  r  a  i  t  s  des  Chroniqueurs  frangais.  Villehardouin,  Joinville, 
Froissart,  Commines,  publies  avec  une  introduction,  des 
notices,  des  observations  grammaticales,  un  glossaire,  des 
notes  et  une  carte  ä  l'usage  de  la  classe  de  seconde  par 
Gaston  Paris  et  A.  Jeanroy.  Paris,  Hachette.  In-16.     fr.  2. 

Fioravanti,  A.,  11  Saladino  nelle  loggende  francesi  e 
italiane  del  medio  evo:    appunti.    Reggio  Calabria,  Caruso. 

Frati,  C.  e  L.,  Indice  delle  carte  di  P.  Bilanoioni  :  contri- 
buto  alla  bibliografia  delle  rime  volgari  de'  primi  tre  seooli. 
Fase.  3.  Bologna,  Fava  e  Garagnani. 

Gavuzzi,  Gius.,  Yoeabolario  piemontese-italiano.  Torino, 
L.  Rou.\  e  C.  XII,  692  p.  16.     L.  5. 

Hatzfeld,  Da  rni  e  s  t  e  t  er  u.  T  h  o  m  a  s  ,  Dictionnaire  gene- 
ral  de  la  langue  frangaise.  Paris,  Delagrave.  6  Fase,  ce- 
phalalgie — coUier. 

Heuckenkamp,  Ferd.,  Le  Dit  de  la  Rose  von  Christine 
von  Pisan.  Hall.  Habilitationsschrift.  VI,  19  S.  8. 

Leopardi,  Giac,  Lettcra  (30  marzo  1821)  al  conte  Giulio 
Perticari.  Pesaro.  4  p.  4.  Pubbl.  da  Giac.  Vanzolini  per  le 
nozze  di  Giuseppe  Picoiola  con  Bice  Vaccai. 

Littre,  E.,  et  A.  Beaujean,  Dictionnaire  de  la  langue 
frangaise.  Abrege  du  Dictionnaire  d'E.  Littre.  Nouvelle  ed., 
entierement  refondue  et  conforme,  pour  l'ortliographe,  ä  la 
derniere  edition  du  Dictionnaire  de  l'Acadeniie  fran^aise. 
In-8  ä  2  col.,  XI,  1,  296  p.   Paris,  Hachette  et  C.     fr.  13. 

Marchesini,  U.,  Due  studi  biografici  su  Brünette  Latini. 
Venezia,  Antonelli. 

^  — ,  Documenti  inediti  di  A.  Mussato.  Bologna,  Fava  e 
Garagnani. 

—  —  ,1  Danti  del  cento.  Firenze,  La"ndi. 

Marien  lob.  Ein  altfranzösisches,  aus  einer  Pariser  Hand- 
schrift des  18.  Jh. 's  zum  ersten  Male  hrsg.  von  Hugo  An- 
drescn.  Halle,  Niemeyer.  48  S.  kl.  8. 

Maruffi,  G.,  Piccolo  manuale  di  metrica  italiana.  Terra- 
nova  di  Sicilia. 


Mazzoni,  G.,  Un  pianto  dclla  Vergine  in  decinia  rima. 
Venezia,  Antonelli. 

Monticolo,  G.,  Poesie  latine  del  principio  del  sec.  XIV. 
Bologna,  Fava  e  Garagnani. 

Mosch  i,  Lor.,  Sonetti  due.  Pesaro.  2  p.  4.  Estr.  dal  codice 
Riccardiano  1108  e  pubbl.  per  le  nozze  di  Giuseppe  Picciola 
con  Bice  Vaccai. 

Novati,  F.,  Donato  degli  Albanzani  alla  Corte  Estense.  Fi- 
renze, Cellini. 

Oehlert,  Gustav,  .\lt-Veroneser  Passion.  Text,  Laut-  und 
Formenlehre.  Glossar.  Hallenser  Dissertation.  62  S.  8. 

Petrarca,  Francesco,  I  Trionfi.  Facsimile  in  Zinkographie 
nach  der  höchst  seltenen  in  Florenz  1499  gedruckten  Aus- 
gabe. Rom,  Loescher  &  Co.  72  S.  mit  Holzschn.     fr.  20. 

Ra.jna,  P.,  Le  origini  della  lingua  italiana.  Milano,  Trevcs. 

Roman  de  T  liebes,  Le.  publie  d'apres  tous  les  manuserits 
par  L.  Constans.  2  Bände.  513  u.  CLXIX,  400  S.  8.  Publ. 
der  Societe  des  anciens  textes  frangais. 

Romani,  I.,  Abruzzesisnii.  2."  ediz.  Teramo,  Fabbri. 

Ronsard,  P.  de,  Qi^uvres.  Nouvelle  edition,  collationnee  sur 
Celle  de  1609,  avec  notice  par  Benjamin  Pifteau.  In-12,  XII, 
260  p.  Paris,  üelarue. 

Rossmann,  Phil.,  und  F.  Schmidt,  Lehrbucli  der  franz. 
Sprache  auf  Grundlage  der  .Anschauung.  Bielefeld  u.  Leipzig, 
Velhagen  &  Klasing.  VII,  262  S.     M.  2. 

S  alo  m  0  n  e- M  a  r  in  0  ,  S.,  Come  si  prepari  la  sposa:  uso 
nuziale  dei  contadini  di  Sicilia.  Palermo,  Vena. 

,  Buon  capo  d'anno!  uso  contadinesco  siciliano.  Palermo, 

Giorn.  d.  Sic. 

S  0  1  e  r  t  i ,  Ang.,  Notizie  del  padre  carmelitano  Dionisio  Solerti. 
Bologna,  Zanichelli.  19  S.  8.  Seguono:  la  Magnificat,  l'Anima 
pellegrina  e  il  Fuoco,  poesie  di  Dion.  Solerti.  Pubbl.  per  le 
nozze  di  Vincenzo  Ferrari  con  ßeatrice  Solerti. 

Thomas,  A.,  Vivien  D'Aliscans  et  la  legende  de  St.  Vidian. 
Paris,  Bouillon. 

Tocco,  F.,  Nuove  pubblicazioni  del  P.  F.  Elirle  sul  ranvi- 
mento  francescano  nel  sec.  XIV.  Estr.  d.  Arch.  stör.  ital.  1891. 

Literarische  Mittheilungen,  Personal- 
nachrichten etc. 

Die  Beschäftigung  mit  der  neueren  deutschen  Literatur- 
geschichte soll  nunmehr  vom  Beginn  des  nächsten  Jahres  ab 
gleich  den  anderen  Wissenschaften  ein  Organ  erhalten,  das 
dazu  bestimmt  ist,  die  Gesainmtheit  der  Fortschritte  auf  ihrem 
ganzen  Forschungsgebiete  in  jährlichen  Berichten  zusammen- 
zufassen. Der  Titel  des  neuen  Organs  wird  lauten  , Jahres- 
berichte für  neuere  deutsche  Literaturgeschichte".  Für  die 
einzelnen  Theile  sind  als  Mitarbeiter  die  hervorragendsten 
Fachgelelirten  gewonnen,  wie  Prof.  Dr.  Jakob  Bächtold,  Prof. 
Dr.  Michael  Bernays,  Dr.  Johannes  Bolte,  Prof.  Dr.  Wilhelm 
Creizenach,  Dr.  Georg  EUinger,  Dr.  Ernst  Elster,  Prof.  Dr. 
Ludwig  Geiger,  Prof.  Dr.  Ludwig  Hirzel,  Dr.  Otto  Harnack, 
Prof.  Dr.  Gustav  Kawerau,  Dr.  Karl  Kochendörtfer,  Dr.  Albert 
Köster,  Dr.  Rudolf  Leiiniann,  Prof.  Dr.  Berthold  Litzmann, 
Wirkl.  Geheirarath  Dr.  Gustav  v.  Loeper,  Dr.  Victor  Michels, 
Prof.  Dr.  Franz  Muncker,  Dr.  Ernst  Naumann,  Dr.  Otto 
Pniower,  Director  Dr.  Carl  Chr.  Redlich,.  Prof.  Dr.  Alexander 
Reifl'ersoheid,  Prof.  Dr.  Max  Roediger.  Prof.  Dr.  Gustav  Roethe, 
Prof.  Dr.  August  Sauer,  Prof.  Dr.  Erich  Schmidt,  Prof.  Dr. 
Edward  Schröder,  Prof.  Dr.  Philipp  Strauch,  Prof.  Dr.  Max 
V.  W'aldberg,  Dr.  Oscar  F.  Walzel,  Dr.  Alexander  v.  Weilen, 
Prof.  Dr.  Richard  Maria  Werner.  Die  Leitung  ruht  in  den 
Händen  der  Herren  Dr.  Julius  Elias,  Privatdocent  Dr.  Max 
.Herrmann  und  Dr.  Siegfried  Sz  ama  t  6  1  s  k  i  (sämmtlich  in 
Berlin).  Die  , Jahresberichte  für  neuere  deutsche  Literatur- 
geschichte'" werden  im  Verlage  der  Göschenscheu  Buchhand- 
lung zu  Stuttgart  erscheinen;  die  Redaction  befindet  sich  in 
Berlin  W'.,  Mafthäikirchstr.  4  II. 

An  der  Universität  Halle  habilitirte  sich  für  romanische 
Philologie  Dr.  F.  Heuckenkamp. 

Antiquarische  Kataloge:  Geering,  Basel  (218 : 
Deutsche  Litcraturgeseh.,  Folklore  u.  Sprachw.) :  Hecken- 
hauer, Tübingen  (123 :  Germ.  Sprachen  u.  Lit.) :  J  o  1  o  w  i  c  z , 
Posen  (Deutsche  Lit.);  Lindner,  Strassburg  (Deutsche  Spr. 
u.  Lit.);  List  &  Franke,  Leipzig  (233:  Volkskunde,  volks- 
thüml.  Lit.);  Otto,  Erfurt  (438:  Neuere  Spr.  u.  Lit.;  439: 
Literaturgeschichte,  Deutsch). 

Druckfehler.  Sp.  351  Z.  16  v.  u.  1.  Giornale  storico 
della  letteratura  italiana. 

Abgeschlossen  am  9.  November  1891. 


391 


1891.    Litcruturblatt  fQr  gorniADische  und  romiiDischc  Philologie.    Nr.  11. 


392 


Anfrage  und  Bitte. 

üntcrzeichiiotor  pi-suelit  nl!c  diejenigen,  die  Handscliriftcn 
(aucdi    Ix'ii'its    iiodiiK-ktcr)    l'lilandsclior  Oodiolito,    liriofo  von 


i  seiner  Hand  oder  nn  ihn  sowie  sonstifje  auf  ihn  bczüf^liche 
Papiere  besitzen  oder  von  ilcrcn  Vorhandensein  nn  verstecktem 
Orte  wissen,  um  gütige  Mittlieilung. 

Leipzig.  I)r.  Ludwig  Fränkel. 


N  0  T  I  Z. 

Den  ccrmaiiistisctien  Theil  rcdigirt  Otto  Behaffliel  (Giessen,  BahnhofetraeAC  71),  den  romanietieclien  und  engUechcn  Thril  Fritz  »amann 
(llt^dclborc^.  Hohrbachcretr.  51).  und  man  bitlet  die  neilra;;c  (  Kecetiaionen,  kur/.e  Notizen.  Peraonalnacbricbtei.  etc.)  dem  Piiteiprcchend  grrftUi{:et  /.u  adrcesiren. 
i)io  Urdnctton  richtet  an  dio  Herren  Verleger  wie  Vorfnaser  die  Bitte,  dnfür  Sorge  trafen  /u  wollen,  dasB  alle  neuen  Werke  ;;ernianiBti0chen  und 
roniaiiistif)ctien  Inhalts  ihr  gleich  nach  KthcIi  einen  entweder  dircct  oder  durch  Vcrnuttelung  von  O.  K-  Koisland  in  l^ciprÄj;  zu^eeaudl 
worden.  Nur  in  diesem  Falle  wird  dieKrdactiun  stets  im  Stande  sein,  über  neue  Publicatioueii  cineBeBprecbung  oder 
k  ii  r  r.  r  r  e  K  e  m  o  r  k  u  n  :•  (In  der  B  i  b  1 1  o  t;  r.)  /.  u   b  r  i  n  y-  e  ii.     An  O-  11.  Uoisland  sind  auch  die  Aufragen  über  Honorar  und  Sonderabzüj^e  zu  richten. 


11  Preis  für  dreigespaltcne  11 
II  Petitzeile  25  Pfennige.  | 
\<^^—^    —rrr —^^ 


Beilagegebührcn  nach 
Umfang  M.  12,  15  u.  18. 


Verlag  von  O.  R.  REISLAND  in  Leipzig. 

Phrases 

d- 

tous    les  jours 

l.ar 
Felix  Franke. 

Q  u  a  t  r  i  r  m  0  c  d  i  t  i  0  n. 
•!ll  S.     8.     Preis  di  0,  SO. 

Ergänzungshefte  zu  Franke,  Phrases. 
Krgän/,iiiit;sheft  zu  Phrases  de  tous  los 
jours.    Von  Felix   Franke.    Dritte 
_  Aufl.  1801.  Geh.  M  0,  80. 
Kv(!ryday  Talk  boing  tho  English  Equi- 
valents  of  Franke's  Phrases  de  tous 
les  jours    by   E.  Th.  True,    Frcneh 
and    Oerman    Master    in    the    Harris 
^  .\cademy,  Dundee.   1890.  Ji  0,80. 
Kingoführt  in  : 


Literarische  Anzeii^eii. 

Verlag  von  O.  R.  Reisland,   Leipzig. 


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g Verlag   von   J.  A.  Barth  in  Leipzig,: 

Silurch  alle  Huclihandlungen  zu  beziehen;^        „     ,  ,. 

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jFr.  Diez,  Leben  und  Werke  derj 
^  Troubadours.  2.vcim.  Aufl.,  Ins^-.ä 
^    V.  Karl  Bartsch.  506  S.  8«.  J6  I0.*)a 

|—  Die  Poesie  der  Troubadours. ii 
I  2.  vtim..\urt.,hr.s-v.  Karl  Bartsch.-^ 
I     337  Seiten.  8".  Ji   6.40.*) 

§      *)  Ex.  in  Ilalbfranzband  M.  1.25  mehr. 

g     Beide   Werke    bilden    dio    Grundlage 
Sdcs  jetzt  so  aufgeblühten  Studiums  ilor 


.\nistcrdam. 

Berlin. 

Boehuni. 

Bonn. 

Cliiiatiania. 

Detmold. 

Dundee. 

Elberfeld. 

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Genf. 

Glasgow. 

Graz. 

Hannover. 

Jin'n. 

Kiel. 

Köln. 

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Leipzig. 

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Marburg. 

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Prag. 

Rotterdam. 

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Tilsit. 

Traunstein. 

Upsala. 

"Wien. 

Zürich. 


Dieliter.  —  Sie  sind  rbciisoj 
gilires  wissens(diartlichen  Wortlies,  alsS 
Qdes  schönen,  gut  veratändlicliin  StilsE 
plialber  klassisch  zu  nennen  und  gewäliron;^ 
gauch  solchen  Freunden  der  mittolaltcil. J 
S.Minnepuesie  reichen  Genuss  und  Be-r 
Blehrung,  welche  die  provenzal.  Spracliej 
gnicht  spccicU  studiren. 

3jL>i-ri:y,-rLFi-rLrrrcm>r»Tyi  n  ri  m  rrm-wrwt . 


Dr.  Gottlob  Egelhaaf 

Professor  um  Karlsi^ymnasium  zu  Stuttgart 

Gruudzüge  der  deutscheu 

Litteraturgeschiclite 

Ein  Hilfsbnch  für  Schulen  und  Privat- 
gebraiich. 

Afhic  Anihiiie.    Mit  /eiltafel   u.   Ui'gister. 
Prds  ]i(li.  2  M.,  ijeh.  31.  -JAO. 

-=  Auch  für  MädchenschDlen  geeignet.  =— 

Amtlich     em|ifoldcn     vom     Grossh.    Bad. 

Oberschulrat  in  Karlsruhe. 


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Zwei  Sbakespeare'sche  Fraaen-Ctiaraktere. 

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Karl  Lentzner. 

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Oldenburg, 

An  ArbOr  (Ame- 

Sohw. Hall. 

l'for/.heim. 

rika). 

Heidelberg. 

Planen. 

Ba>loii-Bailon. 

Ileilbronn. 

Kaelatt. 

Berlin. 

Hilrhenbach. 

Keulliiigen, 

Itiberfti'b. 

I-Iau. 

moi'kholm. 

BruebKal. 

l'istcrburg. 

Htrarsburg. 

Biickcburg. 

Kartsruhe, 

Stuttgart. 

Bnnzlau. 

Königsberg. 

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Canstatt. 

Konstanz. 

Tübingen. 

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Kope'ihagen. 

Ulm. 

Dresden. 

Leipzit.'. 

Upsala. 

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Lürrach. 

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Emmendingen. 

Ludwige>burg. 

Wert  beim. 

Frankfurt  o.  M. 

Mannheim. 

\\  ien. 

Freiburg  i.  B. 

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Zutphen. 

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Verlag  des  Art.  Institut  Prell  Füssü  in  Züricli. 

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für  Obcrrcalscliulen,  Koalschulon  und  ver- 
wandte Anstalten.  Von  Dr.  Gnstav 
Luppe,  Oberlehrer  an  der  Oberrealsehulo 
zu  Kiel  und  Julius  Ottens,  ord.  Lehrer 
nn  der  Oborrealscliule  zu  Kiel. 
FÜI!  I.  TKIfi.     Das  er.sto  Scbuljabr.     In  Rück- 

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Ki'U  II.  TKIL.    Das  zweite  Schuljahr.    In  Rück- 

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Bearbeitet  von  J.  OttenB.  In  Rück-  und 
r.ckledor  geb.   M.  S.dO. 

*j*  Der  in  dieser  Grammatik  gebotene 
Lernstoff  ist  auch  für  Obersekunda  uml 
Prima  ausreichend. 

Übnn^sbncli  z.  Übersetzen  ins  Französische. 

l-'i'U  Im    Anscldusse    an    des  Verfassers   Schul- 

"^"'"'''lUs''^'''''^     grammatik  von  J.  Ottens.    In  Rück-  und 
UNTERSEKUNDA   Kckleder  geb.  M.   1.40. 


Verlag  von  O. 


R.  REISLAND. 


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SpokeU  Euglish,  Everyday  talk  with  phonetlc 
tranacription  by  E.  T.  TrilP.  french  and 
german  master,  Harris  Academy,  Dundee  and 
Otto  .lesper.seil.  Ph.  D.,  Leeturer  at  the  Uni- 
versity  of  Copenhagen.  (iv,  (iO  S.  kl.  S».!  Preis: 
broch.  80  Pf. 

(Knglisclie  Ueberselzung  und  Bearbeitung  von: 
Franke,  phrases  do  tous  les  jours,  englischer  Text  mit 
]>lionetischpr  Umschreibung.) 

Kurze  Darstellung  der  euglischen  Aus- 
sprache für  Schulen  und  zum  Selbstunterricht 

von   An;ü,'.    We.Steni.  2.,  vermehrte  Auflage.  (121  S. 
kl.  8».)     Preis:  br.  80  Pf 

Dio  Vermehrung  bringt  ein  nlphabotisches  Wort- 
verzoichniss  und  S|iraehproben,  beide  mit  phonotisober 
Umschreibung. 


Verantworlliclier  Uedacteur  Prof.  Dr.   Fritz  Neuinaiin   in   Heidelberg.  —  O.  Otto's  Hofbuchdruckerci  in  Darmstadf. 


LITERATURBLATT 


FÜR 


GERMANISCHE  UND  ROMANISCPIE  PHILOLOGIE. 

HERAÜSGKGEBEX  YOX 

J3R.  OTTO  BEHAGHEL  uxd  D''    FRITZ  NEUMANN 


o.  5.  Professor  der  germanischen  Philolog-ie 
in  der  Universität  Giossen. 


o.  ü.  Professor  der  romanischen  Philologie 
an  der  Universität  Heidelberg. 


VERLAG    VOX 


Erscheint  monatlich. 


O.  R.  REISLAND.  LEIPZIG. 


XII.  Jahrgang. 


Nr.  12.    December. 


PreiH  halbjährlich  M.  5. 

1891. 


Müllfnhoff,    Deutsche  Alterthumskunde    iG  v  \ - 

t  h  e  r». 
H  e  e  er  e  r .    L'eber    die  Trojanersii^e  der  Franken  u. 

Normannen  'Beha^b'elt. 
Tan    Hellen,    Ahosifries.   Grammatik   t  K  a  a  f  f  - 

mannt. 
Ooldbeck-Loewe,   Zur  Geschichte   der   freien 

Verse  in  der  deutschen  Dichtung  (Heuslerj. 
B  e  r  g  e  r  .    Friedrich   der  Grosse   und   die   deutsche 

Dichtune  (M  u  tu-  k  e  rt. 


Wetz.    Shakespeare    vom   .Standpunkte   der   ver^I.  '  Restori,  Le  gesta  del  Cid  (Bai  st). 

Literaturgeschichte  (Pröscholdti.  [PhilologischeAbhandlun^en,  Schweizer 

Kosrbwitz,     Grammatik    der    neufrauz.    Schrift-  i       Sidier  gewidmet  iS  c  h  u  c  ha  rdti. 

Sprache  tMeyer-Lübke).  Bibliographie. 

La  Fontaine,  tEuvres.  X.  Ed.  par  M.  H.  Regier  (Literarische    Mittheilungen,     Personal- 

iMann).  |      nachrichten  etc. 

P  1  a  1 1  n  e  r  ,  Franz.  Stilschule  (Becker).  I  W  r  e  d  e  .  Berichtigung. 

Peregrinaggiü   di    tre  giovani,   figliuoli  del  re     v.  Grienberger,  Antwort. 

di  Serendippo.    Xach  dem  Drucke  von  15öT  hrsg.    Cambridge  University  Press. 

v«in  Gassner '("W  i  e  s  ei.  Foi'rster.  Zu  nie  et  Galeron. 


Müllenb  off.  Deutsche  Alterthnmsknnde.   V,  2.   Berlin, 
Weidmann.  1S91.     M.  2. 

Das  Xaehtragsheft  zu  DA.  V,  1  enthält  einen  40 
Seiten  starken  Commentar  zu  den  eddischeu  Nibelungen- 
liedern nach  Müllenlioffs  CoUegieuhet't  und  ein  fiesammt- 
register  zum  5.  Bande.  Der  Commentar  behandelt 
Siiifiotlaluk,  Gripisspö.  Eeginsmöl,  Föfnesmöl,  Sigrdrifo- 
nif'd,  Brot  af  .Sigur|)arkv..  Siginjiarkv.  eii  skamma,  Hel- 
iei{),  dräp  Nillunga  imd  die  drei  (jupriinlieder.  Scharf- 
sinnig und  feinfühlig  sind  die  Gedichte  auf  ihren  Inhalt, 
auf  echte  und  unechte  Theile,  auf  Strophenordnung,  auf 
ihr  gegenseitiges  Abhängigkeitsverhältniss  'hin  geprüft. 
MüUenhoff  beschäftigt  sich  in  dem  veröffentlichten  Theile 
des  Commentares  nur  mit  den  Liedern  in  ihrer  über- 
lieferten Fassung.  Auf  die  hinter  ihnen  stehende  Sage 
und  deren  Scliicksal  wird  nicht  eingegangen.  Solche 
l'ntersucliungen,  wie  sie  hier  geboten  werden,  sind  aber 
als  unerlässliche  Vorarbeiten  zur  Entscheidung  weiterer 
Fragen  von  hoher  Wichtigkeit.  Die  verschiedenen  Lieder, 
ilie  eingeschalteten  Prosastücke,  die  einzelnen  Strophen 
im  selben  Gedicht  und  endlich  die  auf  den  Liedern  be- 
ruhenden Prosadarstellungen  weisen  liäufig  abweichende 
und  unter  einander  widersprechende  Berichte  auf,  aus 
denen  wir  auf  die  Gestalt  der  nordischen  Xibelungen- 
<a.ge  ZV.  schliessen  haben.  Ehe  man  zu  einem  klaren 
lüld  der  Sagenform,  wie  sie  im  Xorden  zu  verschiedenen 
Zeiten  umlief,  vorzudringen  vermag,  nuiss  man  die 
Genesis  der  erhaltenen  literarischen  Quellen  kennen: 
denn  gar  Vieles  kam  erst  mit  ihnen  durch  allerlei  selt- 
same Missverstäudnisse  und  Umdeutungeu  auf.  Ein  ein- 
ziger unrichtig  aufgefasster  .\usdi-uck  brachte  mitunter 
tiefgreifende  Veränderungen  mit  sich,  vgl.  z.  B.  S^nnons, 
Zs.  f.  d,  Ph.  24,  15  ff.  über  sifjrdrifa.  Das  literarische 
Leben  der  Sage  mit  seinen  oft  wunderlichen  An-  und 
Auswüchsen  nniss  in  erster  Linie  erforscht  werden,  ehe 
eine  sichere  Entscheidung  möglich  ist  über  die  Grund- 
züge der  Sagenform,  die  in  der  ui'sprünglichen  nordischen 
r>ichtnng  blühte,  die  aus  deutschen  Quellen  floss.  Diese 
Aufgabe  aber  führt  Müllenhoffs  werthvoller  Commentar 
um  ein  gutes  Stück  Weges  dem  Endziele  zu.  Einige 
besonders   treffende  Parthien    seien   hier  hervorgehoben. 

Gut  ist  Gripisspö  charakterisirt  als  das  jüngste  Lied 
der  .Samraliuig,    das   die  ganze  Sammlung  und  zwar  mit 


allen  ihren  Interpolationen  voraussetzt.  Für  Föfnesmöl 
schlägt  Mhff.  die  Strophenordnung  2.5,  28— .31,  2ti,  27 
und  dann  Prosa  vor,  was  mit  einleuchtenden  inneren 
Gründen  und  durch  Hinweis  auf  Vols.  gerechtfertig^t 
wird.  Fm.  40  verstellt  Mhff.  von  der  Sigrdrifa,  wohl 
schwerlich  mit  Eecht:  die  Strophe  meint  Gulirün,  vgl. 
Sj'mons  Zs.  f.  d.  Ph.  24,  13.  Besonders  geglückt  scheint 
uns  der  Abschnitt  über  'das  erste  Gujirünlied,  Gulinms 
Klage,  das  schon  W''.  Grimm  HS.  3.50  angefochten  hatte. 
Die  Schwachheit  der  Erfindung  und  Ausführung,  die 
Fnselbständigkeit  und  Armuth  des  Inhalts  und  Ausdnicks 
wird  im  Einzelnen  in  sehr  überzeugender  Weise  klar 
gelegt.  Ebenso  vortrefflich  sind  die  Ausfülirnngen  übei' 
die  Signr[)arkvi[ia  en  skamma.  Das  Lied  ist  bekanntlich 
als  'kurz'  bezeichnet,  aber  das  längste  der  .Sammlung. 
„Es  gab  vielleicht  einmal  ein  altes  kurzes  Sigur[)slied, 
das  später  irgendwie  dm-ch  Interpolationen  entstellt  und 
zu  dem  Lied  aufgeschwellt  ^\^lrde,  das  wir  heute  unter 
dem  Titel  Sigurliarkvijia  en  skamma  kennen.  Ist  diese 
Annahme  berechtigt,  so  niuss  die  philologische  Kiütik 
im  Stande  sein,  die  späteren  Einschiebsel  zu  entfernen 
und  das  alte  SigurpsUed  oder  wenigstens  seine  Bruch- 
stücke frei  zu  legen."  Xnr  im  Anfang  (1  —  5),  in  der 
Mitte  (22,  23,  29,  31  —  33)  und  am  "Ende  (von  47,  3 
resp,  48  ab)  finden  sich  vorzügliche  echte  alte  Strophen, 
während  die  .meisten  andern  mit  dem  Inhalte  des  ur- 
sprünglichen Gedichtes  im  Widerspruche  stehen,  einen 
ganz  verschiedenen  Ton  anschlagen  und  noch  obendrein 
aus  andern  Liedern  zusammengestohlen  sind.  Das  alte 
„kurze  Sigurlislied"  umfasste  etwa  30  Strophen:  sein 
Hauptinhalt  war  eine  kiu-ze  Geschichte  Signrps  und  der 
Brynhild.  SigurJ)  hatte  mit  den  G.jükungen  einen  Bund 
geschlossen  und  Guliriiu  zum  Weib  erhalten.  Dann  ritten 
sie  aus,  um  Brj'nhild  zu  werben.  Sigurji  gewann  die 
Maid  tTir  Gunnar  und  hielt  ein  keusches  Beilager  mit 
ihr,  ein  Schwert  lag  zwischen  ihm  und  der  .Ttmgfrau. 
Aber  grimme  Xornen  traten  dazwischen.  Es  war  hierauf 
wohl  von  dem  Streit  Gudruns  und  Biynhilds  die  Rede. 
Von  SigTU-ps  Ermordung  haben  sich  schöne  Strophen  er- 
halten, BrjTihild  aber  Hess  Sigurps  Scheiterhaufen 
prächtig  autrichten,  sie  selber  dui'chbohrte  sich  im 
Schmucke  der  Goldbrüiine  mit  dem  Schwert  und  befahl 
neben    den    todten  Helden    gebettet   zu  werden,    so    wie 

28 


395 


1891.    Literaturblatt  für  germanischo  und  romanische  Philologie.    Nr.  12. 


39ß 


L-inst  das  scharfe  Sc-liwert  dazwischen,  um  gemeinsam 
'.nit  Sig'ur]!  nach  Valhidl  zu  fahren.  Die  .Sisrur[iarkvijia 
en  skamuia  ist  für  die  Kenntniss  der  nordisiheu  Sagen- 
iiberliefernMg-  von  der  grüssten  Wichtiirkeit  (vgl.  Symons, 
Zs.  f.  d.  Pli.  ä4.  23  tf.).  weslialb  eine  genaue  Unter- 
suchung über  edite  und  unechte  Stücke  darin  lie.<ouderes 
Interesse  hat.  Die  Helreip  betrachtet  iiliti.  als  ein 
völlig  in  sich  abgeschlossenes  Denknuil  und  stimmt 
CJrundtvigs  und  Bugges  .\thetesen  von  H.  S.  9,  10  nicht 
zu:  ebenso  Symons.  Zs.  f.  d.  Ph.  24,  20  ft'.  '/  lilyin- 
tlqliiui'  fasst  Mhft'.  mit  Recht  als  einen  poetischen  Xamen 
für  'Schlachtfeld',  woraus  die  spätere  Sage  eine  Orts- 
bezeichnung heraus  las  und  wohin  sie  den  Heimir,  Bryn- 
hilds  Erzieher  verlegte.  Dann  aber  ist  Str.  11,  wo 
Bryiihilds  föstre  erwähnt  wird,  ein  späterer  Zusatz. 
Symons  meint.  Heimir  gehöre  von  Anfang  an  in  die 
HelreiJ).  Mhtl'.'s  Erklärung  scheint  mir  den  Vorzug  zu 
verdienen.  11.  E.  wai'  in  Str.  11  ursprünglich  einfach 
von  Sigurjis  Flamnieni'itt  in  (^unnars  Gestalt  (ob  die 
alte  Sage  überhaupt  einen  andern  gekannt  und  hier  also 
von  einer  zweiten'  Zusannnenkunft  sprach,  scheint  mir 
fraglich)  die  Rede;  dann  ist,  wie  ja  auch  Symons  aus- 
führt, Alles  in  f)rdnung,  und  Mliff.'s  Bemerkungen  auf 
S.  3110  fallen.  Ein  Interpolator,  den  ich  mit  JIhtt'.  für 
Str.  1 1  in  ihrer  überlieferten  Form  annehme,  brachte 
den  föatre  herein,  vielleicht  weil  er  schon  durch  Str.  6 
au  ihn  erinnert  wurde.  Sehr  ansprechend  deckt  SIhff. 
S.  387  f.  die  Missverstäudnisse  der  einleitenden  Prosa 
der  Helrei|)  auf  und  bahnt  damit  dem  richtigen  Ver- 
ständniss  des  Liedes  selber  den  Weg. 

.Als  Entstellungszeit  des  dritten  lTU|irunliedes  wird 
S.  39;'  der  Anfang  des  1 1.  .rahrliunderts  nachgewiesen: 
das  zweite  (Tu[irunlieil  aber  setzt  das  dritte  voraus,  und 
das  erste  Gulirunlied  wiederum  das  zweite,  so  dass  diese 
beiden  ebenfalls  frühestens  dem  11.  .Fahrhundert  ange- 
hören. 

Das  von  Ilanisch  ausgearbeitete  Register  zu  DA. 
V.  1  und  2  ist  bei  der  äusseren  Formlosigkeit  des 
Jlüllenhoft'scheu  Werkes  ein  walires  Bedürfniss  gewesen 
und  erleichtert  sehr  die  Benützung. 

München.  W.  Golther. 

Heeger,  Ceber  die  Trojanersagen  der  Franken  und 
Normannen.  Programm  der  Studlenanstalt  zu  Landau. 
38  ^.  8. 

Heeger  untersucht  zuerst  die  Trojanerberichte  Frede- 
gars.  Danach  kann  es  keinem  Zweifel  mehr  unterliegen, 
dass  die  fränkische  Trojasage  rein  gelehrten  Ursprungs 
und  das  Ergebniss  einer  Reihe  von  ergötzlichen  Miss- 
verständnissen und  Willkürlichkeiten,  ist.  Das  gleiche 
Ergebniss  erhält  er  für  die  normannische  Trojasage;  sie 
ist  eine  freie  Schöpfung,  die  wir  der  groben  Unwissen- 
heit Dudos  von  St.  (^uentin  verdanken.  Die  kleine 
Arbeit  macht  einen  vortreftiichen  Eindruck. 

Giessen.  O.  Behaghel. 


van   Reiten,    W.    L.,    Altostfriesiscbe    Grammatik. 

Herausgegeben    im  Auftrag    de«  Friescli  Genootschap  voor 
GeHcliied-,    Oudlieiii-  en  Taalkunde  te  Leeuwarden.     Leeu- 
warden,  A  Meijer  (U.  Kuipers  &  J.  G.  Wester).   1890. 
Die  Gegenwart  verfügt  über  eine  in  ungewöhnlichem 
Masse     vervollkonimnete     Methode     der     grammatischen 
Forschung    und    Darstellung.      Wir    besitzen    eine    fest- 
stehende Scala  von  Kategorien,  die  ein  für  allemal  zum 
Apparat  si)ra(hgeschichtlicher  Untersuchung  gehört,  der 
sich    erfreulicher  Weise    heutzutage    niemand    mehr  eiit- 
schlagen    kann.     Unsere  Meister    dürfen    mit    hoher  Be- 


friedigung auf  dieses  festgefügte  \Verk  ihres  Fleisses 
und  ihres  Scharfsinns  blicken.  Wir  .lungeren  haben  die 
dankbare  Arbeit,  jede  einzelne  Kategorie  so  scharf  wie 
möglich  zu  bestimmen  un<l  im  einzelnen  Fall  ilie  Grund- 
sätze für  das  \'erständuiss  der  Thatsachen  fruchtbar  zu 
machen:  geschähe  dabei  auch  nur  sn  viel,  dass  jede 
Erscheinung  in  die  (Tesammtheit  der  grannnatischen  Zu- 
sammenhänge an  ihrer  richtigen  Stelle  eingeordnet  wird. 
Was  wir  leisten  wollen,  ist  damit  allerdings  keineswegs 
erreicht:  wissenschaftliche  Ergebnisse  werden  nicht  mit 
der  blossen  Anhänfung  von  Daten  gewonnen.  Wer  ge- 
wohnt ist.  die  historische  Gramnuitik  im  Zusammen- 
hang der  .\lterthumswissenschaft  zu  betreiben,  wird  sich 
aber  auch  hüten,  einer  sachgemäss  angelegten  Statistik 
von  Laut-  und  Wortformen  das  wissenschaftliche  Ver- 
dienst abzusprechen,  wie  es  gegenwärtig  leider  häutiger 
geschielit,  als  sich  von  einem  Standpunkt  aus  verant- 
worten lässt,  auf  dem  die  Grannnatik  als  der  eigentliche 
(rrund-  und  Eckstein  unseres  gescliichtlichen  Verständ- 
nisses in  Ehren  gehalten  wird. 

Herr  van  Hellen  hat  grossen  Fleiss  aufgewendet 
uns  eine  möglichst  reichhaltige  grannnatische  Statistik 
des  altostfriesischen  Dialektes  zu  bieten.  Er  hat  das 
Seine  gethan  uns  in  erster  Linie  zu  vergewissern,  dass 
die  gramuuUischen  Formen,  die  er  verzeichnet,  auch 
thatsächlich  überliefert  sind.  v.  Richthofens  treffliche 
Ausgabe  der  friesischen  Rechtsdenkmäler  hat  er  zu 
Grunde  gelegt,  sich  aber  die  Mühe  nicht  verdriessen 
lassen,  die  Handschriften  bezw.  die  Abschriften  der  uns 
verloren  gegangenen  Manuscripte  nochmals  zu  vergleichen, 
so  weit  ihm  ..dazu  nicht  die  Gelegenheit  gefehlt  hat". 
Er  hat  für  die  Correctheit  der  Citate  keine  Arbeit  ge- 
spart und  v.  Richthofens  sorgfältige  Lesung  mit  ver- 
schwindenden Ausnahmen  richtig  befunden  (vgl.  z.  B. 
Noten  wie  §  21  Anm.:  „thusternesse  ist  in  der  Hand- 
schrift ganz  unlesbar"'),  deswegen  auch  Belegstellen  in 
der  Regel  nicht  erwähnt,  wenn  dieselben  in  genügender 
Zahl  und  richtig  in  v.  Richthofens  Altfriesiscliem  Wörter- 
budi  zu  tinden  waren.  Sind  demnach  in  dankenswerther 
Weise  die  Beilingungen  erfüllt,  welche  die  erste  Voraus- 
setzung der  grammatischen  Statistik  bilden,  so  sind  wir 
leider  im  Unklaren  gelassen  über  andere  wichtige 
Vorfragen. 

Mit  der  Beschränkung  auf  das  altostfriesiscbe  Gebiet 
bin  ich  vollkommen  einverstanden,  weil  es  am  ehesten  mit 
Hilfe  der  Rüstringer  Texte  gelingen  wird,  in  das  Ge- 
wirre der  Sprachfornien  des  friesischen  Jlittelalters 
sichtende  Ordnung  zu  bringen.  Wii'  besitzen  für  den 
Rttstringer  Dialekt  zwei  Handschriften,  die  eine  aus  dem 
Jahre  1327  in  einer  Abschrift  Oelrichs,  die  andere  im 
Original,  das  inn  die  Wende  des  13.  und  14.  Jahrhun- 
derts geschrieben  ist,  wie  van  Helfen  meint,  während 
Siebs  dasselbe  noch  ins  13.  .lahrhundert  versetzt  haben 
will.  Für  das  Brokmerland  stammen  unsere  beiden 
Texte  frühestens  aus  dem  zweiten  ^■iertel  des  14.  Jh.'s, 
die  Hunsigoer  Sammlung  ist  um  wenig  älter,  die  Auf- 
zeichnungen im  Emsigo  gehören,  von  einem  einzigen 
Fragment  des  14.  Jh.'s  abgesehen,  der  ersten  Hälfte 
des  15.  Jh.'s  an  und  damit  scheint  die  Fivelgoer  Hand- 
schrift iKilu-zu  gleichaltrig  zu  sein.  Sehen  wir  bei  diesem 
Ueberblick  über  die  ostfriesischen  Texte  von  den  älteren 
(13.  Jh.),  aber  geographisch  noch  nicht  detiuitiv  lixirten 
Psalmenbruchstücken  aus  Drenthe  ab,  die  Gallee  ver- 
öffentlicht hat,  lassen  wir  auch  mit  unserem  Verfasser 
die  Namensformell    bei  Seite,    so    müssen   strengere  Au- 


397 


1891.    Litoraturblatt  für  gernianisclie  und  rorannisclic  Philologie.    Nr.  12. 


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forderungen  an  die  Festsetzung  des  clironologrischen 
Vt'i'iuiltnisses  gestellt  werden,  als  in  der  vorliegen- 
den Darstellung  geschehen  ist.  Siebs  hat  in  seiner 
Behandlung  des  Gegenstandes  in  Pauls  Gi'undriss  der 
irermanischen  Philologie  was  ich  meine  wenigstens  aufs 
Jvoru  genommen,  aber  wenn  er  fiir  den  Brokmerbrief 
und  die  Hunsigoer  Sammlung  eine  Vorlage  des  13.  .Ih.'s 
vennuthet  und  behauptet  die  Emsigoer  Texte  gehen  alle 
auf  eine  "\'orlage  vom  Ende  des  13.  oder  Anfang  des 
14.  Jh. 's  zurück,  so  ist  uns  damit  wenig  gedient.  So 
lange  nicht  allen  Ernstes  eine  Geschichte  des 
Textes  der  friesischen  Gesetze  ausgearbeitet 
wird,  kann  die  jetzt  mit  so  grossem  Fleiss  und 
Eifer  in  Angriff  genommene  friesisclie  Gram- 
matik nicht  auf  dauernden  Erfolg  reclinen.  Herr 
van  Helten  gesteht  denn  auch  zu.  dass  fiir  Ihn  das  Altei' 
der  Jlanuscripte  ein  ungefährer  Massstab  fiii'  das  Alter 
der  Sprachformen  gewesen  sei,  möglicher  Weise  sei 
die  Sprachstufe  älter.  Noch  deutlicher  gibt  sich  die  Unzu- 
länglichkeit zu  erkennen,  wenn  er  sich  dahin  ausspricht. 
dass  in  einzelnen  Fällen  die  Entscheidung,  ob  die  Ver- 
schiedenheit des  Sprachmaterials  auf  der  Verschiedenheit 
des  Alters  oder  des  Ortes  beruhe,  nicht  zu  treifen  sei. 
Hier  liegt  die  Ursache,  wenn  die  grammatische  Dar- 
stellung nicht  die  Anerkennung  linden  wird,  die  des 
Fleisses  würdig  wäre.  Dritthalbhundert  Seiten  gleich- 
massigen  Druckes,  so  unübersichtlich  als  nur  möglich, 
fast  jede  Seite  mit  Formen  und  Citateu  vollgepfropft, 
werden  nicht  einmal  als  Xachschlagebuch  v.  Eichthofens 
Wörterbuch  Concurrenz  machen.  Die  zusammenfassenden 
Bemerkungen  sind  fast  nur  auf  den  Eingang  einzelner 
Paragraphen  beschränkt  und  leiden  zuweilen  unter  auf- 
fallender Unbestimmtheit. 

Es  ist  dem  Verf.  nicht  geglückt,  Grundlinien  zu 
ziehen.  Die  Schuld  liegt  einerseits  daran,  dass  er  sicli 
nicht  tief  genug  mit  den  Jlusterdarstellungen  verwandter 
Gebiete  vertraut  gemacht,  zum  andern  wesentlich  daran, 
dass  er  sein  Material  nicht  bis  zu  dem  Grad  verarbeitet 
hat,  dass  die  Gruppen  sich  wie  von  selbst  sonderten. 
Textgeschichtliche  Studien  hätten  nach  dieser  Seite  hin 
grossen  Xutzen  gestiftet.  Aber  auch  ohne  diese  hätte 
der  Verf.  sich  und  der  mitlernenden  Wissenschaft  viel 
unnöthige  Mühe  erspart,  wenn  er  auch  nur  die  Sprach- 
formen der  einzelnen  Handschriften  für  sich  mit  Rück- 
sicht auf  die  orthographischen  Mittel  jedes  Schreibers 
studirt,  oder  auch  nur  die  Aufmerksamkeit  des  Lesei'S 
auf  orthographische  Einzelfälle  hingewiesen  hätte. 

Die  Beschränkung  auf  das  altostfries.  Territorium 
zwischen  Lauwers  und  Weser  nebst  den  vernuitlilich  im  12. 
Jh.  aus  Eüstringerlaud  besiedelten  Würden  und  Wursten 
auf  der  rechten  Seite  des  Flusses  empfiehlt  sich,  weil 
wir  dem  Westfriesischen  nur  im  Zusanunenhang  mit  der 
niederländischen  Sprachgeschichte  gerecht  werden  und 
das  Xordfriesische  noch  nicht  verwerthet  werden  kann. 
Es  ist  zu  loben,  dass  Herr  van  Helten  von  den  nächst- 
verwandten Dialekten  abgesehen  hat.  Wenn  es  ihm 
nur  darauf  ankam  den  Sprachzustand  des  Altostfrie- 
sischen zn  beschreiben,  musste  von  einer  Norm  aus- 
gegangen und  von  ihr  das  Unregelmässige  abgehoben 
werden.  Dazu  eignete  sich  der  ältere  Eüstringer  Text 
(E').  Eine  Laut-  und  Formenlehre  um  das  Jahr  1300 
hatte  den  Grundriss  zu  bilden,  die  Abweichungen  von 
Br  brauchten  nicht  in  gleicher  Vollständigkeit  der  Belege 
gegeben  zu  werden  und  waren  im  Contact  der  Dar- 
stellung von  E'  mit  Geschick  unterzubringen.    Die  Ver- 


weise auf  das  Wurstenor  Vokabular  (Beitr.  XIII,  .')30  ff.) 
aus  dem  .Taiire  16MS  könnten  dabei  zu  Gunsten  der 
Entwicklungsgeschichte  etwas  nachdrücklicher  hervor- 
gehoben werden,  als  es  in  der  vorliegenden  Arbeit  ge- 
schehen ist.  Die  Verschiedenheiten  des  Brokmerlandes, 
des  Hunsigo,  Emsigo  und  Fivelgo  wären  danach  in 
Noten  (Petit)  zu  rubricircu  gewesen  nach  ähnlichen 
Grundsätzen  wie  Braune  seine  althochdeutsche  Gram- 
matik eingerichtet  hat.  Dadurch  gewann  der  Verfasser 
nicht  bloss  an  Eaum,  sondern  auch  an  Uebersichtlichkeit 
und  Ordnung  des  Gleich-  und  Ungleichmässigen,  was  die 
Grundvoraussetzung  für  die  grammatische  Belehrung 
bildet.  Ich  meine,  es  sollte  den  Verf.  nicht  verdriessen, 
falls  er  sich  von  der  Durchführbarkeit  dieses  Vorschlags 
überzeugte,  uns  eine  weniger  schwerfällige  Sammlung 
zu  liefern,  die  nicht  so  viel  an  Zahlen  und  Buchstaben, 
jedoch  niehi'  an  Ei'gebnissen  bringen  wird. 

Eine  Felilerliste  aufzustellen  ist  hier  nicht  der  Ort. 
Die  Vorliebe  für  urgermanische  Constructionen  geht  mir 
etwas  zu  weit,  namentlich  hätte  ich  Uuformen  wie  fon- 
Jioni,  feiihiäi  etc.  (Beitr.  XIV,  241  fanhidi)  und  was 
damit  zusammenhängt,  §  274  nicht  wiederzufinden  ge- 
hofft. Die  german.  Dative  (S.  21)  *ihainuis  und  danach 
als  Analogiebildung  *iwaiinuz  sind  mir  neu'.  Was  lit. 
teniKS  beweisen  soll,  weiss  ich  nicht;  ich  kenne  datür 
nur  lit.  tems.  Die  fries.  tliäm  und  ttcäm  dürfen  von 
ags.  ädin  und  tiräi»  (neben  dem  lautgesetzlichen  ä(Pm 
und  twf'em)  nicht  getrennt  werden  und  sind  leicht  genug 
zu  erklären,  aflitha  (S.  9(i)  aus  *uthwo  (zu  efh  Eid) 
mit  der  angesetzten  Grundbedeutung  halte  ich  mit  den 
von  Siebs,  Engl,  fries.  Sprache  S.  71  aufgeführten 
Dialektformen  nicht  vereinbar.  Bezüglich  der  Palatali- 
sirungsfrage  will  ich  nicht  versäumen  zu  constatiren, 
dass  van  Helten  im  Gegensatz  zu  Siebs  (Pauls  Grundr. 
I,  71.5  f.)  anl.  k-  mit  Eecht  nicht  bloss  vor  primären 
Palatalvokalen,  sondern  auch  vor  e  als  Umlaut  von  a 
(nicht  vor  e  als  ..Tonerhöhuug"  von  a  z.  B.  kerl  aus 
*ka>i,  tserl  aus  *ke)i)  die  Assibiliruug  eintreten  lässt. 
Zn  lat.  catimis,  catillus,  got.  katils  sind  die  fries.  Formen 
Dat.  Sg.  sthitle  (Eustr.)  Nom.  Sg.  szetel  (Brokm.)  u.  a..  mit 
Ausnahme  von  westfries.  Icetel  unserer  Texte,  dem  nicht 
bloss  die  auf  Schierraonnikoog  lebende  Form  tjöU,  son- 
dern ebenso  die  weiteren  von  Siebs,  Engl,  fries.  Sprache 
S.  102  verzeichneten  neueren  Belege  widersprechen. 
Die  AssibiUrung  zeigt  das  Westfries,  wie  zu  erwarten 
in  dem  von  van  Helten  nicht  citirten  Izylik  aus  calikeiH 
(Kelch).  Bei  dem  ausserordentlich  verwickelten  Problem 
ist  nur  von  .den  heutigen  Mundarten  eine  Entscheidung 
zu  erwarten  und  ich  rathe  dringend,  die  neueste  Ent- 
wicklung für  das  Verständniss  der  alten  Texte  zum  Aus- 
.  gangspunkt  zu  nehmen.  Auf  eine  höchst  bedenkliche 
Weise  hat  sich  unser  ^'erf.  mit  den  Schreibungen  (ich 
setze  von  ^--Formen  her,  was  ich  vor  Jahren  mir  aus 
V.  Eichthofens  Ausgabe  notirt  habe)  für  Kirche  abge- 
funden: Dat.  kerka  H.  AV.  Acc.  B.  Dat.  kerk  E.  Acc. 
kurka  B.  Gen.  PI.  kerkaiie  W.  kerspel  W.  kerec- 
f reihe  E.  kerkfu-d  W.  kerek(/n)if/e  H.  kerclier  W.  (gegen 
tsiurkhera  E).  kerchuue  H  (gegen  tzerkhoii  W  u.  a.). 
kerckef;f  E.  Für  diese  Orthographie  wird  S.  107  eine 
,.eigenthümliche  sich  dem  a-Laute  nähernde  Qualität  des 
e"  verantwortlich  gemacht  und  S.  108  noch  einmal  von 
einem  ,.e  mit  eigenthümlicher  Färbung"'  gei'edet.    Sater- 


'  Vom  Verf.   jetzt   selbst   zuriickgeuommcu  Beitr.  XVI,  . 

296  Anm.  2  [Correcturnote].  / 

29  / 


/ 


399 


1891.    Litcraturblfttt  für  germanische  und  romanisehe  Philologie.    Nr.  12. 


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länd.  sier/cj,  nordfries.  sjörk,  westfries.  tsiwrht  etc. 
(Siebs,  Engl,  tries.  Sprache  S.  153),  lassen  derartige 
.Ansrtiulite  nicht  zu.  Nollstaudig  hilflos  steht  van  Helten 
dem  Wörtchen  kiitd  (uieuials  szind)  gegenüber;  hier 
müsse  das  k  «oIil  als  -zufälliges  Residiuuu"  gelten 
und  der  Leser  sich  damit  trösten,  dass  dasselbe  k  als 
Residuum  auch  im  Adj.  luid  Subst.  rikc  sich  finde.  Was 
das  letztere  betriftt  (vgl.  r'ik,  rick  der  Kialekte),  so  ist 
damit  dem  Leser  viel  zugemuthet,  der  einerseits  bedenkt, 
dass  die  Assibiliiung  bekauntlicli  nicht  url'riesisch  ist, 
und  anderseits  nicht  vergisst,  dass  die  Flexion  der  [a- 
Stännue  in  westgerm.  Periode  gewisse  Veränderungen 
erfahren  hat,  welche  die  Erhaltung  des  k  sehr  wohl- 
begründet erscheinen  lassen  (z.  B.  edse  neben  e(fc/e  u.  a. 
§  13!i.  1.59  ft".  Ifi.^).  Das  isolirte,  jedem  Lautgesetz  spot- 
tende ^kiiid''  (vgl.  dagegen  sziiibaciiui  B.  sziwe  B)  ist 
ein  ganz  vortrefHiches  Musterbeispiel  dafür,  dass  in  die 
friesischen  Texte  Fremdwörter  eingedrungen  sind, 
welche  von  den  Lautwaudlungen  des  mundartlichen  Wort- 
schatzes nicht  berührt  wurden.  Es  fehlt  nämlich 
dieses  AVnrt  (ich  muss  leider  daran  erinnern)  nicht  bloss 
dem  Ost-  und  Xordgerm.,  sondern  aucli  dem  Engl.,  und 
wie  wir  nunmehr  nach  dem  lautlichen  Kennzeichen  zu 
schliessen  iiaben,  auch  dem  Friesischen :  es  ist  ein  Lehn- 
wort aus  der  niederdeutschen  Schriftsprache  wie  so  viele 
andere.  In  den  heutigen  friesischen  Dialekten  ist  keine 
Spur  des  Wortes  kimi  zu  finden,  vielmehr  gebrauchen 
dieselben  ausschliesslich  hani  oder  itiin/  u.  älinl.  (Siebs, 
Engl,  fries.  Sprache  S.  48  f.  17ii).  Die  Textgescliichte, 
das  ortiiograi)liische  System,  der  heutige  Dialekt  liefern 
Erkenntnissquellen,  die  niemand  heutzutage  vernachläs- 
sigen sollte. 

Marburg  i.  H.  Friedricli  Kauffmann. 


Groldbeuk-Loewe,  Adolf,  Zur  Geschichte  der  freien 
Verse  in  der  deutschen  Dichtung.  Von  Klopstock  bis 
Goethe.     Kiflor  Dis.*ertation.  1S91.  82  S.  8. 

Eine  recht  gute  Arbeit,  die  in  klarer  Anordnung 
und  mit  meist  richtigem  Blicke  eine  Erscheinung  der 
deutschen  Versgescliichte  behandelt.  Unmotivirt  dünkt 
mich  die  breite  15esprechung  von  Willaniows  'Dithyramben', 
die  doch  nur  zum  kleinern  Theile  den  Namen  der  'freien' 
Verse  verdienen.  Warimi  statt  seiner  nidit  z.  B.  Schubart? 
Nicht  nur  die  Benennung  dieser  'freien  Verse',  son- 
dern auch  die  Autfassimg  ihres  Charakters  ist  eine 
wechselnde  gewesen.  Der  Verf.  lässt  seine  Vorstellung 
mehr  durchblicken,  als  dass  er  sie  genauer  präcisirte. 
Die  Eigenart  dieser  Verse  liegt  darin,  dass  sie  weder 
in  ilirer  Takt  zahl  noch  in  ihrer  Taktfüllung  einem 
bestimmten,  regelmässige  Wiederkehr  gebietenden  Schema 
folgen.  In  dem  ersten  Punkte,  der  ungeregelten  Takt- 
zalil,  zeigten  diese  Verse  ein  bedingungslos  neues  Phä- 
nomen: seit  urgermanischer  und  indogermanischer  Zeit 
hatte  es  zum  Wesen  der  gebundenen  Rede  geliört,  dass 
die  Zahl  dei-  Takte  planmässig  fixirt  war.  In  dem 
zweiten  Punkte,  der  ungeregelten  Takttülhmg,  wurde 
nnbewusst  auf  ältere  Principien  der  deutschen  Kunst- 
dichtung zurückgegangen,  die  in  der  deutscheu  ^'olks- 
dichtung  ja  zu  keiner  Zeit  erloschen  waren.  (Dass  der 
mehrsilbige  .Auftakt  seit  Konrad  von  Würzburg  ans  der 
deutschen  \'erskunst  verbannt  war,  S.  32,  ist  ein  wunder- 
licher Irrthum.) 

.\us  diesen  Bedingungen  folgt  ohne  weiteres,  dass 
auch  eine  wirkliche,  ohrenfüllige  Stroiihenbiklung  einer 
'freien'  Dichtung  abgehn  muss.  Ein  strophisch  gegliedertes 
(lejiclii    verlangt    planmässige    Wiederkehr   von   Versen 


mit  gleicher  Taktzahl,  wenn  auch  nicht  mit  gleicher 
Taktfüllung.  Mögen  also  innerhalb  einer  Versgruppe 
die  Zeilen  verschiedener  Taktzaiil  sich  noch  so  bunt 
mischen  (wie  etwa  im  mhd.  .Minnesang),  —  das  Plan- 
lose. Freie'  hört  auf,  sobald  die  nämliche  bunte 
Mischung  in  einer  zweiten  und  dritten  Vei-sgruppe  wieder- 
holt wird.  Klopstocks  .später  durchgetührte  \'ierzeilen- 
gruppen  (S.   IK  (f.)  sind  in  der  That  keine  Stroi)lien. 

Ein  weiterer  Zug,  wiederum  in  engem  Zusammen- 
liang  mit  den  zuerst  genannten,  dürfte  stärker  betont 
werden.  Die  freien'  Verse  lassen  es  häufig  fraglich,  in 
,  welchem  Tonfall  sie  dem  Dichter  im  Ohre  klangen;  sie 
überlassen  es  häufig  dem  Vortragenden,  die  Form  für 
sie  zu  wählen;  sie  bieten  ilim  ein  Rhythmizomenon, 
welchem  er  erst  den  concreten  Rhythmus  aufzuprägen 
hat.  Für  die  Austheilung  der  Icten  wie  der  Zeittheile 
(auch  der  pausirten)  bieten  sich  oft  eine  ganze  Reihe 
von  Möglichkeiten:  man  versuche  es  mit  Gruppen  wie 
der  folgenden: 

Zürnest  Du,  Herr, 

Weil  Nacht  Dein  Gewand  ist? 

Diese  Nacht  ist  Segen  der  Erde. 
A'atcr,  Du  zürnest  nicht  I 

Eine  statistische  Scheidiuig  3-,  4-,  5-hebiger  Verse  u.  s.  w. 
ist  deshalb  von  vornherein  unsicher.  Ich  würde  in 
Goethes  Oden,  abweichend  von  dem  S.  (59  Bemerkten, 
sehr  viele  einsilbige  Takte  lesen;  z.  B. 

Und  ruht  tiefträuernd; 
Dich,  (li'ch  strömt  mein  Lied; 
Auch  so  das  Glück 
Tappt  unter  die  Menge, 
Fässt  bAId  des  Knaben  .... 

Nach  alledem  kann  man  nicht  sagen,  dass  mit  diesen 
freien  Versen  Klopstock  „aus  der  Theorie  der  Schweizer 
die  letzte  Consequenz"'  zog,  und  dass  die  bewussten 
\'erse  dem  Hau]>tgrundsatz  der  altdeutsciien  Verskunst 
entsprachen  (S.  4).  Was  Breitinger  in  dem  S.  2  citirten 
Ausspruche  (der  in  denkwürdiger  Weise  zeigt,  dass  er 
die  Hans  Sachsischen  Verse  noch  zu  lesen  verstand  und 
nicht  den  Irrthum  der  spätem,  silbenzählenden  Theorie 
theilte)  als  empfehlenswerthe  Freiheit  des  alten  Verses 
hinstellte,  das  bezog  sich  lediglich  auf  die  Füllung  der 
Takte,  nicht  auf  ihre  Anzahl.  Und  dass  die  freien 
Verse  keine  ..quantitirende  Messung"  haben  (S.  4),  das 
tlieilen  sie  —  insoweit  der  Ausdruck  überhaupt  richtig 
angewandt  ist  —  mit  sämuitlichen  alten  und  neuen 
Versen  seit  der  Entstehung  des  germanischen  Nachdruck- 
accentes. 

Was  diese  'freien'  Verse  dennoch  als  Verse  von 
der  oratorischen  Prosa  abhebt,  das  kann  nichts  anderes 
sein  als  der  taktische  Vortrag;  —  natürlich  nicht  so 
streng  taktirend,  dass  man  dazu  schreiten  könnte,  aber 
doch  mit  beständigem  Durchschimmern  des  Taktmasses. 
Ich  zweifle  nicht,  dass  die  Dichter  an  einen  solchen 
gebundenen'  Vortrag  dachten,  wenn  sie  ihre  Gedichte 
in  abgebrochenen  Zeilen  hinschrieben,  und  ich  theile  des 
Verfassers  Widerspruch  (S.  60)  gegen  Schmeckebier,  der 
die  betr,  Gedichte  als  ungebundene  Rede  gelesen  und 
darum  als  fortlaufende  Zeilen  geschrieben  wissen  will. 
Wer  z.  B.  die  Goethischen  'Oden'  in  Schuberts  Com- 
positionen  gesungen  oder  gehört  hat,  der  wird  kaum 
umhin  können,  sie  in  den  nämlichen  oder  verwandten 
lihyt innen  auch  beim  Lesen  erklingen  zu  lassen.  Dann 
ist  es  bei  aller  Freiheit  gebundene  Rede,  —  aber,  das 
wird  man  zugeben,  sie  steht  an  der  Grenze  der  eigent- 
lich metrischen  Region,  wie  ja  auch  dem  Widerspruche 


401 


1891.     Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  12. 


402 


g-eg-en  die  metrische  Einengung:  die  ganze  Art  ihr  Dasein 
verdankt. 

Weder  mit  den  liithyraniben  noch  mit  den  'bar- 
disclien'  Versmassen  sind  diese  freien  Verse  metriscli 
verwandt.  Die  Berufung  auf  jene  wie  auf  diese  berulite 
auf  Illusion.  Es  ist  einer  der  Fälle,  wo  die  vermeint- 
liche Naclibildung'  eines  missverstandenen  Vorbildes  der 
deutschen  A'ersgeschichte  neue  Formen  zuführte. 

Der  Verf.  t»etont  mit  Recht  den  Unterschied  der 
tioethischen  freien  Verse  von  den  Klopstockschen.  Ich 
möchte  geradezu  bezweifeln,  ob  man  die  betr.  Producte 
aus  Goethes  späterer  Zeit  (iu  der  Iphigenie.  dem  west- 
östlichen Divan  und  dem  zweiten  Faust)  zu  dieser  Vers- 
klasse stellen  kann:  man  ist  versucht,  ihnen  in  sanglich 
gedehntem  \'ortrage  gleichmässige  Taktzalil  zu  geben. 
Allein  hier  beginnt  wieder  das  Subjective;  und  ein 
Factor,  auf  den  unser  Verf.  keine  Rücksicht  genommen 
hat,  das  schwerst  zu  controlirende  Element  des  Rhj'tli- 
mus,  die  Pause,  spielt  dabei  keine  geringe  Rolle. 
Basel.  A.  Heusler. 


Berber,  Arnold  E.,  Friedrich  der  Grosse  nnd  die 
deutsche  Literatur.  Akademisclie  .\iitrittsrede,  gehalten 
am  iö.  April  1890  in  der  Aula  der  Kgl.  Rheinischen  Friedrieh- 
Wilhelnis-Üniversität  zu  Bonn.  Bonn,  Strauss.  1890.  38  S.  8. 
Seit  ungefähr  einem  Menschenalter  ist  Friedrichs 
des  Grossen  Verhältniss  zu  unserer  Literatur  und  zwar 
meistens  in  der  apologetischen  Absicht  behandelt  worden, 
das  alte  Märchen  von  der  Gleichgiltigkeit  des  grossen 
Königs  gegen  deutsches  Wesen  und  deutsche  Dichtung 
und  Wissenschaft  zu  zerstören.  Etwas  sachlich  Neues 
dürfte  sich  schwerlich  mehr  über  dieses  Thema  sagen 
lassen,  so  lange  nicht  neue,  bisher  verborgene  Urkunden 
entdeckt  werden.  Durch  die  Mittheilung  einzelner  solcher 
Documeute  hat  zuletzt  Bernliard  Suphan  sein  Büchlein 
über  Friedrichs  Schrift  von  der  deutscheu  Literatiu- 
(Berlin  bei  Wilhelm  Hertz,  1888)  geschmückt;  Bergers 
Vortrag  über  Friedrich  gründet  sich  nicht  auf  neues 
Material.  Aber,  obwohl  er  somit  den  selbständigen 
Forscher  auch  nichts  Neues  lehrt,  bietet  er  ihm  doch 
eine  überaus  geistvolle  und  klare  Charakteristik  des 
Verhältnisses  Friedrichs  zum  deutschen  Geistesleben. 
Berger  stellt  durchaus  in  den  grössten  Zügen  zusammen- 
fassend dar,  ohne  irgendwie  am  Kleinen  oder  Einzelnen 
haften  zu  bleiben;  er  betrachtet  Friedrichs  Beziehungen 
zu  unsern  Dichtern,  Gelehrten  und  Denkern,  zu  der  ge- 
sammten  schönen  und  wissenschaftlichen  Literatur  (nicht 
nur  zu  den  poetischen  Werken),  seinen  mannigfaltigen 
Antheil  an  der  geistigen  Bildung  und  Hebung  des 
deutsehen  Volkes.  Er  gibt  dabei  einen  eigenartig  ge- 
ordneten, diu-chweg  von  selbständiger  Auffassung  zeugenden 
üeberblick  nahezu  über  das  g-anze  deutsche  Schriftthum 
im  vorigen  Jahrhundert.  Stilistisch  ist  der  Vortrag  ein 
Meisterstück,  rhetorisch  schön  abgefasst,  mit  dichterischen 
Bildern  und  Ausdrücken  reich  ausgestattet.  Mitunter 
verleitet  vielleicht  gerade  die  poetische  Färbung  der 
Darstellung  den  Verfasser  zu  einigen  enthusiastischen 
Ueberschwängliclikeiten,  die  bei  einer  nüchterneren  Er- 
örterung eher  vermieden  worden  wären.  So  geht  es 
doch  wohl  etwas  zu  weit,  in  Friedrichs  naehträg-- 
licher  Entschuldigung,  er  hätte  für  die  deutsche  Literatur  i 
nichts  Vortheilhafteres  thun  können  als  sich  nicht  um 
sie  zu  bekümmern,  den  Schlüssel  zu  seinem  Verhalten 
gegen  unsere  Dichter  und  ihre  Werke  finden  zu  wollen, 
gleich  als  habe  sich  der  grosse  König  von  vornherein 
in    dem    sicheren    BeW'Usstsein,    dass    er    damit    unserer 


Literatur  am  meisten  nütze,  von  den  deutschen  Dichtern 
fern  gehalten.  Dass  Friedrich  sein  deutsches  Volk  liebte 
und  auch  das  geistige  Beste  desselben  wollte  und  un- 
endlich viel  zur  selbständigen  Entwicklung  des  deutschen 
Geistes  und  der  deutschen  Kunst  beigetragen  hat,  kann 
kein  verständiger  Historiker  leugnen ;  aber  daneben  sollte 
doch  auch  betont  werden  (viel  stärker,  als  Berger  es 
gethan  hat),  dass  er  von  den  wirkliclien  Fortschritten 
deutscher  Wissenschaft  und  Dichtkunst  unter  seiner 
Regierung  nichts  oder  doch  so  viel  wie  nichts  wusste. 
Seine  Vorschläge  in  der  Schrift  „De  la  litteratui-e 
allemande"  (1780)  sind  daher  fast  ausnahmslos  bewunderns- 
würdig richtig,  seine  Urtheile  dagegen  über  die  bereits 
vorhandenen  Leistungen  deutscher  Autoren  ebenso  lücken- 
haft oder  schief.  Dieser  bestimmten  Thatsache  gegen- 
über erscheint  Bergers  Satz  (wenn  er  anders  richtig  ist) 
wenigstens  zu  unbestimmt  ausgedrückt :  Friedrich  „  fühlte 
sich  angeweht  von  einer  neuen  Luft,  umflüstert  von 
Regungen,  die  er  nicht  zu  deuten  wusste,  in  denen  er 
aber  schwirrende  Vorboten  eines  mählieh  anbrechenden 
Frühlings  ahnte".  Den  Genuss  und  die  Anregung,  welche 
die  Lectiüe  des  Schriftchens  gewährt,  schädigen  indessen 
solche  wenige  Einzelheiten,  die  zum  Widerspruch  heraus- 
fordern können,  keineswegs. 

München.  Franz  Muncker. 

Wetz,  W.,  Shakespeare  vom  Standpunkte  der  ver- 
gleichenden Literaturgeschichte.  Erster  Band.  Die 
Menschen  in  Shakespeares  Dramen.  Worms,  P.  Reiss.  1890. 
XX,  579  S.  8.     M.  7,20. 

Wenn  unsere  Anzeige  des  W.  "sehen  Buches  etwas 
verspätet  erscheint,  so  hat  dies  nicht  etwa  seinen  Grund 
darin,  dass  wir  es  bei  Seite  geschoben  und  ihm  zu  wenig 
Beachtung  geschenkt  hätten,  sondern  im  Gegentheil  darin, 
dass  es  uns  seit  langen  Monaten  in  gar  mancher  freien 
Stiuide  beschäftigt  hat,  ohne  dass  wir  zu  einem  ab- 
schliessenden Urtheil  darüber  hätten  gelangen  können. 
Ein  Gutes  hat  indessen  diese  Verspättmg  für  sich  gehabt, 
insofern  sich  nämlich  W.  iu  der  Zwischenzeit  noch  ein- 
gehender als  in  der  Einleitung  zu  seinem  Shakespeare 
in  seiner  Kritik  der  ten  Brinkschen  Rede  über  das  ge- 
äussert hat,  was  er  als  die  Aufgaben  luid  Ziele  der 
Literaturgeschichte  betrachtet  wissen  will.  Xeu  sind 
diese  Aufgaben  und  Ziele,  wie  Wetz  selbst  sagt,  keines- 
wegs; aber  der  Weg.  auf  dem  sie  gelöst  und  verfolgt 
werden,  ist  in  Deutschland  bisher  nui'  von  Wenigen  be- 
treten worden.  Er  gleicht  daher  noch' einem  versteckten 
Pfad,  der  nur  geringe  Fussspui-en  aufweist;  Wetz  aber 
will  ihn  zur  breiten  Heerstrasse  ausbauen,  auf  der  alle 
Literaturforscher  bequem  und  sicher  einherschreiteu  sollen. 
Von  Deutschen  sind  es  Otto  Ludwig  und  Kleiu,  in  zweiter 
Linie  Flathe  und  Sievers,  deren  Ansätze  zu  vergleichen- 
der Literaturforschtmg  AVetz  weiter  ausgestaltet  hat. 
Der  Hauptsache  nach  kann  man  ihn  indessen  als  einen 
Schüler  und  Gefolgsmaim  Taines  bezeichnen.  Ein  eng- 
lischer Kritiker  hat  gesagt,  in  der  .Auffassung  und  Be- 
urtheilung  der  Shakespeareschen  Dichtweise  sei  Wetz 
ganz  französisch,  in.  der  Anwendimg  und  Diu'chführung 
seiner  vergleichenden  Methode  rein  deutsch.  Bis  zu 
einem  gewissen  Grade  dürfte  dieser  Ausspruch  das  Rich- 
tige treffen. 

W.'s  Literaturforschung  hat,  wie  er  (auf  S.  5)  selbst 
sagt,  mit  eigentlicher  Literaturgeschichte  gar  nichts 
gemein.  Der  Titel  seines  Buches  hat  daher  etwas  Irre- 
leitendes an  sich,  so  lange  man  nicht  darüber  unterrichtet 
ist,    was   der  Verfasser   unter  vergleichender  Literatur- 


402 


1891.    Literaturblatt  fQr  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  12. 


404 


gescliiehte  verstellt.  Nach  ihm  ist  sie  diejenige  Literattu'- 
betradituiig,  die  'durch  Verg-leicliung  analnger  Erschei- 
uuiigen  unter  einander  in  das  innerste  Wesen  jeder 
einzelnen  dei-selben  einzudringen,  die  Gesetze  zu  ent- 
decken [sucht],  welche  die  Aehnlichkeiten  wie  die  Ver- 
schiedenheiten bewirkt  haben'.  Ihre  Aufgabe  besteht 
also  darin,  durch  Vergleichung  der  Eigcntliümliclikeiten 
literarischer  Erscheinungen  zuniulist  niiifrlichst  scharf 
und  Vollständig  zu  erkennen,  und  dann  eine  causale 
Erklärung  dafür  zu  geben.  Kiese  Erklärung  tindet 
sie  dadurch,  dass  sie  von  dem  Werk  auf  den  Dichter 
selbst  zurückgeht,  dass  sie  seiner  .\nsicht  von  Welt  und 
Menschen  nachfoi-scht  und  so  ertahrt,  warum  er  gerade 
solche  und  nicht  andere  Cliaraktere  schuf.  Sie  misst 
die  Helden  und  ihre  Handlungen  nicht  an  einer  be- 
liebigen, sondern  lediglich  an  des  Dichters  eigenster 
Psychologie.  Die  bisherige  ästhetische  Literaturgeschichte 
war  vorwiegend  beschreibend;  sie  begnügte  sich  mit  der 
Feststellung  des  ästhetischen  Thatbestandes,  besprach  die 
.Mannigfaltigkeit  und  Wahrheit  der  vom  Dichter  ge- 
scliaftVnen  Figuren,  prüfte  ihre  Handlungen  nnd  legte 
scblit'sslich  das  tragische  Problem  und  dessen  dichterische 
Behandlung  dar.  Das  alles  geschah  aber  nach  der  Xorm 
einer  von  vornherein  feststehenden  ästhetischen  Theorie. 
.\llein  eine  solche  erkennt  die  vergleichende  Literatur- 
geschichte überhaupt  nicht  an:  für  sie  sind  die  ästhe- 
tischen Hegriti'e  nicht  etwas  üegebenes,  sondern  vielmehr 
erst  zu  Suchendes;  sie  will  der  Aesthetik  zuverlässiges 
Material  liefern,  auf  das  sie  sich  bei  der  Feststellung 
ihrer  Begriffe  nnd  Deliuitionen  stützen  kann.  Auf  eine 
Wiederbelebung  der  ästhetisirenden  Literaturgeschichte 
hat  es  Wetz  denniach  ebenso  wenig  abgesehen  wie  auf 
die  Fortführung  des  in  handwerksmässige  Zerstückelung 
ausartenden  philologischen  Literaturbetriebs.  Auf  die 
Pliiloloiren  hat  Wetz  überhaupt  einen  Zahn  und  hält  es 
für  eine  Anmassung  und  Ueberhebung,  dass  sie,  die  doch 
ein  so  weites  sprachliches  Forschungsgebiet  haben,  sich 
auch  in  die  Literaturgeschichte  einzudrängen  bemüht  sind. 

Zu  dem  eigentlichen  Gegenstaude  seines  Buches, 
den  Werken  Shakespeares,  übergehend,  sucht  Wetz  zu- 
nächst die  Grundlage  für  die  Psychologie  der  .Tugend- 
dramen  zu  gewinnen.  Unter  diesen  wählt  er  als  seinen 
Zwecken  am  meisten  dienlich  Titus  Andronicns,  die  drei 
Theile  Heinrichs  VI.  und  Romeo  und  .Julia  aus.  Als 
hauptsächlichstes  psychologisches  Merkmal  der  .Tugend- 
tragödien ergibt  sich  das  impulsive  Wesen  aller  Haupt- 
charaktere.  Bei  ihnen  setzt  sich  jede  Begehrnng  sofort 
in  die  That  um;  immer  ist  der  erste  Antrieb  bestimmend, 
jeder  neue  verdrängt  den  früheren  vollständig.  Die 
Menschen  sind  daher  Sklaven  des  .\ugenblicks,  lassen 
Geübtlieit  des  Intellects  vermissen  und  kennen  fast  nur 
die  auf  der  Selbstliebe  bernhenden  Gefühle  (Liebe  der 
(ieschwister,  Familienliebe  und  Freundschaft).  Das  Be- 
wusstsein  von  Recht  und  Unrecht,  der  Begriff  von  der 
sittlichen  I'fliclit  geht  ihnen  noch  ganz  ab.  Ueherall 
wirken  persönliche  Jlotive  stark,  abstracte  nur  schwach 
oder  gar  nicht.  Es  fehlt  also  völlig  an  dem,  was  man 
Gewissen  nennt.  Gerade  dieser  Punkt  unterscheidet 
nun  abei-  die  frühern  von  den  spätem  W'erken.  die 
letztern  sind  ganz  nnd  gar  auf  dem  Gewissen  basirt 
und  können  geradezu  Tragödien  des  Gewissens  genannt 
werden.  Liegt  in  den  frühern  Werken  der  Nachdruck 
auf  den  äussern  Vorgängen,  so  bringen  die  spätem  viel- 
nielir   die    innern    Leiden,    den    duriTi    das  Gewissen    be- 


wii-kten  Seelenschraerz   und  die  dadm-ch  hervorgerufene 
völlige  Gemüths Verödung  zur  Darstellung. 

Sehr  eingehend  behandelt  Wetz  das  Verhältuiss 
zwischen  Vernunft  und  Leidenschaft  bei  den  Shake- 
spearescheu Charakteren.  Dabei  gelangt  er  zu  dem 
Ergebniss,  dass  die  Vernunft  so  gut  wie  gar  keinen 
Einfluss  auf  ihr  Handeln  ausübt;  dies  wird  fast  aus- 
schliesslich durch  die  Neigungen,  Triebe  nnd  Leiden- 
schaften bestimmt,  I)er  Charakter  ist  zumeist  schon 
durch  die  Geburt  ererbt;  Erziehung,  äussere  Umgebung, 
fremde  Einflüsse  wirken  erst  in  zweiter  Linie  ein,  Tugend 
ist  bei  den  Shakespeareschen  Gestalten  nur  dann  zu 
finden,  wenn  man  unter  ihr  nichts  anderes  als  die  stete 
unbeabsichtigte  Uebereinstinnnung  zwischen  dem  Wollen 
lind  Sollen  versteht.  Für  den  Conflict  bei  Shakespeare 
ist  es  bezeichnend,  dass  er  den  Seelenschmerz,  den  der 
Mensch  empfindet,  zum  Ausdruck  bringt,  während  sich 
andere  Dichter  damit  begnügen,  nur  die  Verlegenheit, 
in  der  sich  ihre  Helden  beim  Conflict  befinden,  darzu- 
stellen. Wurde  an  Titus  Andronicus  die  Masslosigkeit 
in  den  Empfindungen  wie  in  den  Handinngen  im  Einzelnen 
nachgewiesen,  so  gibt  Othello  .\nlass,  die  völlige  Ver- 
dunkelung nnd  Verblendung  der  Vernunft  durch  die 
Leidenschaft  zu  zeigen.  Im  Gegensätze  zu  den  meisten 
frühem  Shakespeare-Erklärem  erblickt  Wetz  in  Othello 
weit  mehr  eine  Leidenschafts-  als  eine  Intriguanten- 
tragödie.  .\ber  selbst  wenn  man  den  W. "sehen  Aus- 
führungen bis  zu  einem  gewissen  Punkte  die  Folge- 
richtigkeit nicht  abzusprechen  vermag,  so  zeigt  sich  doch 
gerade  an  ihnen,  dass  Wetz  durch  zu  strenge  Handhabung 
seiner  Methode  das  Ziel  überschiesst.  Um  die  Verblen- 
dung Othellos  recht  augenfällig  zu  machen,  wird  dem 
Wesen  .Tagos  alles  Intriguante  abgesprochen  und  sein 
Thun  und  Treiben  als  plump  hingestellt.  Das  ist  es 
aber  keineswegs  in  dem  Grade,  wie  Wetz  seine  Leser 
glauben  machen  möchte.  Im  Gegentheil,  je  weniger 
thatsächliche  Wahrheit  den  ^'orspiegelungen  .Tagos  zu 
Grunde  liegt,  desto  grösserer  Geschicklichkeit  bedarf  es, 
sie  als  glaublich  darzustellen.  Auch  in  Bezug  auf  die 
("harakteristik  des  Brutus  wird  der  Verfasser  bei  vielen 
seiner  Leser  auf  Widerspruch  sto.ssen.  Sie  werden  sich 
trotz  alles  sj'stematischen  Vorgehens  W.'s  schwerlich 
davon  überzeugen  lassen,  dass  der  ruhige,  bedächtige, 
jeden  seiner  Schritte  abwägende  Brutus  von  der  Leiden- 
schaft verblendet  sei.  Ebenso  muss  gegen  das  von  Wetz 
gezeichnete  Charakterbild  Falstaffs  Einwand  erhoben 
werden.  Dem  fetten  Ritter  wird  moralische  Verblendung 
zugesehrieben,  insofern  er  sich  unter  dem  Einfluss  der 
Ijeideiischaft  einzureden  sucht,  dass  sein  verwerfliches 
Treiben  thatsächlich  nicht  verwerflich  sei.  Man  sieht, 
die  von  Taine  überkommene  zu  starke  Hervorkehrnng 
iler  liCidenschaft  und  ihi'es  Einflusses  auf  die  Charak-tere 
und  deren  Handlungen  führt  W.  zu  weit.  Indessen  das 
soll  ihm  nicht  zum  Vorwurf  gereichen.  Er  zieht  so 
heftig  gegen  die  bisherige  Weise  der  Shakespeare- 
erklärung nnd  der  Literaturbetrachtung  überhaupt  zu 
Felde,  dass  ein  Ueberspannen  des  Bogens  als  eine  Noth- 
wendigkeit  erscheint,  wenn  anders  seine  Art  der  Aus- 
legung ihres  Eindrucks  nicht  verfehlen  will  und  nach 
ihm  Kommende  das  rechte  Mass  einhalten  sollen.  Kann 
man  auch  nicht  die  scharfen  und  harten  Aeusserungen 
gut  heissen,  die  Wetz  im  l'ebermass  gegen  Anders- 
denkende, besonders  gegen  lierviiius,  schleudert,  ist  mau 
auch  nicht  im  Stande,  bei  einem  Werke  wie  Elzes  Shake- 
speare mit  ihm  das  Gefühl  des  Unheimlichen  zu  tlieilen, 


4or, 


1891.    Literaiurblatt  für  germanisclic  und  rotnanioolic  Philologie.    Kr.  12. 


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Sil  braucht  man  iloch  nicht  anzustehen,  das  Erscheinen 
seines  Buches  als  einen  Wendepunkt  in  der  Shakespeare- 
forscbung-  zu  bezeichnen.  Es  geht  viel  fruchtbare  An- 
regung von  ihm  aus,  und,  was  die  Hauptsache  ist,  es 
will  streng  wissenschaftliche  Methode  in  die  Literatur- 
forschung- bringen.  Zwar  hat  man  den  Eindruck,  dass 
der  Verf.  die  Unfehlbarkeit  seiner  Methode  überschätzt, 
zumal  wenn  er  mit  ihrer  Hilfe  die  Ergebnisse  der 
Literaturforschung  als  ebenso  sicher  wie  diejenigen  der 
exacten  Xaturwisseuschafteu  hinstellen  will;  allein  so 
viel  steht  fest,  dass  sie  ebenso  wohl  der  persönlichen 
Willkür  wie  dem  eiteln  Dilettantismus  ein  Ziel  zu  setzen 
geeignet  erscheint.  Möge  uns  der  Verfasser  mit  der 
Herausgabe  des  Schlussbandes  recht  bald  in  die  Lage 
versetzen,  ein  endgiltiges  Urtheil  über  sein  Werk  ab- 
zugeben ! 

Friedrichsdorf  (Taunus).  L.  Proescholdt. 

Koscbwitz,  £.,  Grammatik  der  neufranzösischen 
Schriftsprache  (IG.— 19.  Jahrhundert),  l.  Theil :  Laut- 
lehre.    Oppeln  u.  Leipzig.  1S89.   VH,  132  S.  8. 

Was  uns  die  französischen  Grammatiker  seit  dem 
XVII.  Jh.  über  Laute  und  Aussprache  ihrer  Mutter- 
sprache berichten,  hat  bekanntlich  Thurot  in  ungemein 
gewissenhafter,  nur  ganz  selten  zu  Nachträgen  Ver- 
anlassung gebender  Weise  zusammengestellt  in  seinem 
zweibändigen  Werke  De  la  prononciation  frantjaise  depuis 
le  commencement  du  XVI*"  s..  einem  für  Jeden,  der  sich 
mit  der  Geschichte  des  Xeufranzösischen  beschäftigt,  un- 
entbehrlichen, leider  aber  nur  noch  sehr  schwer  erreich- 
baren Buch.  Jede  weitere  Forschung  hat  an  Thurot 
anzuknüpfen  und  die  Werthschätzung  einer  neuen  Arbeit 
auf  dem  Gebiete  neufranzösischer  Lautlehre  wird  sich 
aus  ihrem  Verhältniss  zu  Thurot  ergeben.  Die  vor- 
liegende Schrift  von  Koschwitz.  der  in  läng'eren  Fristen 
noch  Formeulehre  und  Syntax  folgen  sollen,  scheint  sich 
zur  Aufgabe  gestellt  zu  haben,  das  von  dem  fleissigen 
Franzosen  zusammengetragene  Material  nicht  sowohl  zu 
einer  Geschichte  der  französischen  Aussprache  zu  ver- 
arbeiten, als  vielmehr  durch  Weglassung  aller  Citate  und 
Wiederholungen  und  durch  Unterdrückung  mancher  Einzel- 
heiten denen  bequem  zugänglich  zu  machen,  die  keine 
Lust  verspüren  zu  eignen,  tiefern  Studien  über  den  be- 
treifenden Gegenstand,  sich  aber  doch  eine  bestimmte 
Masse  von  Wissenswerthem  aneignen  wollen.  Ausserdem 
ist  ausführlicher  als  bei  Diez  I,  41.5 — 467  die  Corre- 
spondenz  französischer  und  lateinischer  Laute  dargestellt, 
und  werden  die  Eegeln  über  die  Quantität  und  Qualität 
der  neufranzösischen  Vokale,  über  die  Aussprache  aus- 
lautender Consonanten  u.  dgl.  in  grösserer  Vollständig- 
keit gegeben  als  in  den  gangbaren  Grammatiken,  aber 
freilich  beides  nicht  vollständig,  wie  schon  Xj-rop  Ltbl. 
1891  Sp.  16.5  hervorgehoben  hat.  Altfranzösische  Kennt- 
nisse werden  beim  Leser  kaum  vorausgesetzt,  wenigstens 
bringt  der  Verf.  nur  selten  altfranzösische  Formen,  und 
diese,  was  schlimm  ist.  keineswegs  immer  richtig.  So 
heisst  es  S.  15:  „pröne  noch  im  16. — 18.  Jh.  wie  afr. 
preone;  prceconium".  Ich  kenne  afr.  nur  proiie  und 
tinde  premie  weder  bei  Littre  noch  Godetroy  noch  Thurot; 
das  Etymon  ist  daher  auch  nicht  prwcomum  sondern, 
wie  die  afr.  Bedeutung  zeigt,  pronaos,  wozu  sich  pröne, 
afr.  auch  prosne,  verhält  wie  frone,  trosne  zu  throiius; 
S.  15  afr.  aurai,  saiirai,  während  afr.  doch  nur  nvrai, 
arai,  savrai,  sarai  vorkommt;  S.  24  ..afr.  ei,  ei,  e  in 
treibe,  seise",  vielmehr  afr.  ganz  correct  freze,  sese 
(vgl.  z.  B.  Burg-\;y  I,   108  f.);  S.  39   „afr,  aissel,  esseis. 


esse?/s,  pik.  wall,  easieu",  vielmehr  afr.  oissil,  essil.i, 
es^iei(S\  ebenda:  afr.  iicilz,  ues,  eus,  pik.  wal.  ieiis, 
was  mindestens  missverständlich  ist,  da  ieits  wie  ßimt 
n.  s.  w.  doch  zu  allen  Zeiten  auch  die  Form  der  He  de 
France  war  u.  s.  w.  Vertrautheit  mit  dem  Latein  oder 
wenigstens  Interesse  für  lateinische  Formen  dagegen 
wird  verlangt,  doch  dürfte  ein  aufmerksamer  Leser  an 
xcüteUa  S.  47  (neben  sciifella  S.  28),  an  bntijrum  S.  31, 
und  wenn  er  gar  selbständig  dächte  und  wüsste,  dass 
nur  Plinius  serale  kennt,  an  klass.  lat.  secäle:  vulglat. 
seeale  (S.  24)  Anstoss  nehmen  und  sich  fragen,  mit 
welcher  Berechtigung  kl.  lat.  siicäle  angesetzt  sei.  — 
Was  die  Anlage  und  die  Vertlieilung  des  Stotfes  betrilft, 
so  wird  im  ersten  Kapitel,  S.  1  — 10,  die  Orthographie 
etwas  zu  knapp  abgehandelt,  da  doch  auch  der  Wirr- 
warr französischer  Schreibung  manche  mei'k  würdige 
Eegel  zeigt,  das  zvieite  spricht  von  den  Einzellauten, 
so  zwar,  dass  zunächst  eine  genaue  Beschreibung  der 
Artikulation  gegeben  wird,  dann  allfällige  orthographische 
bezw.  die  Aussprache  betreffenden  Schwankungen  inner- 
halb der  letzten  vier  Jahrhunderte,  endlich  die  latei- 
nischen oder  germanischen  Quellen  des  französischen 
Lautes.  Ein  zutreffendes  Urtheil  über  den  ersten  Theil 
wird  nur  der  geborne  Franzose  fällen  können,  doch  muss 
ich  sagen,  dass  die  Ausführungen  mir  den  Eindruck  des 
Zuverlässigen  und  Allgemeinverständlichen  machen;  die 
beiden  andern  sind  ziemlich  mechanisch  und,  fürchte  ich, 
nicht  immer  fasslich.  Wenn  es  z.  B.  S.  23  von  den 
Quellen  des  ai  heisst:  ,, Ausnahmsweise  (analogisch)  in 
i'aire  {rädere)  aus  lat.  freiem  a  und  in  airain  (aeramen) 
aus  vortonisch  ac,  das  im  Altfranzösischen  und  noch  im 
16.  Jh.  durch  a  ersetzt  wurde",  so  stehe  ich  diesem 
Satze  rathlos  gegenüber,  da  ich  mit  dem  ,,  analogisch  "^ 
nichts  anzufangen  weiss,  und  nicht  einsehe,  weshalb  raire 
(afr.  rere)  von  den  wenige  Zeilen  vorher  genannten 
aile,  pair,  clair  losgerissen  wird.  Und  ähnlicher  Fälle 
gibt  es  noch  manche.  Auch  schiefe  oder  niissverständ- 
liche  Ausdrucksweisen  begegnen,  so  S.  44,  wo  als  Quelle 
für  oy  vortonisches  S  -\~  Pal.,  etwas  weiter  unten  als 
Quelle  für  oii  vortonisches  lateinisches  o  bezeichnet  und 
als  Beispiel  dort  foi/er  {focarium),  hier  loner  (locare) 
gegeben  wird.  Da  auch  in  noyaii  ^=  niicalis  die  ,,Pala- 
talis"'  an  dem  ''  Schuld  ist,  so  weiden  die  meisten  Leser 
imter  der  Palatalis  das  lateinische  c  verstehen,  sich  aber 
kaum  Eechenschaft  geben  können,  weshalb  c  das  eine 
Mal  scheinbar  zu  i  wird,  das  andere' Mal  spurlos  fällt. 
Die  Auswahl  der  Beispiele  ist  im  Ganzen  eine  sorg- 
fältige, doch  durfte  eciirie  nicht  unter  die  Fälle  von  u 
aus  ui  gerechnet  werden,  nachdem  Ltbl.  1885,  455, 
Rom.  1887,  624  die  richtige  Herleitung  gegeben  war. 
•Schlinnuer  ist  es,  dass  der  ^'erf.  immer  nur  constatirt, 
nie  erklärt,  wodurch  das  Buch  gerade  für  den.  der  nicht 
bloss  todten  (Tedächtnisskram  in  sich  aufnehmen  will, 
fast  werthlos  wird.  So  heisst  es  S.  87:  ,,/>  entstand 
aus  b  .  .  . ,  zuweilen  aus  lateinischem  intervokalischem 
p,  auch  wenn  es  vor  l  tritt:  abeille,  boutirpie,  ciboide, 
Grenoble".  Dass  keines  dieser  Wörter  französisch 
ist,  vielmehr  das  erste  provenzalisch ,  das  zweite 
italienisch,  weiss  der  Fachmann,  kann  aber  der  Leser, 
für  den  das  Buch  bestimmt  ist,  nicht  wissen,  und  so 
bleibt  er,  wenn  er  überhaupt  über  die  Dinge  nachdenkt, 
vor  einem  Räthsel,  das  zu  lösen  ihm  seine  „Grammatik" 
auch  nicht  einmal  einen  Wink  gibt.  Und  das  halte  ich 
für  einen  grossen  Mangel  des  Buches.  Dem  Romanisten 
bringt    es   kaum    etwas   Neues   und   will    es   auch  nicht 

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1891.    Literaturblatt  für  ^crmanisclic  und  romanische  Philologie.    Kr.  12. 


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bringen,  den  lernbeffieiigen  Studenten  oder  Lehrer  kann 
es  nicht  anreg'cn,  weil  Jedes  Mittel  (auch  ■/..  H.  die 
Literaturangaben),  sich  über  die  (irenzen  des  Heftes 
hinaus  weiter  zu  unterrichten,  fehlt.  —  Das  letzte 
Kapitel  handelt  von  den  Lauten  im  Wort  und  im  Satzglied, 
also  von  der  Silbentheilung-,  der  Betonung,  dem  rheto- 
rischen Accent.  der  Tonhöhe,  der  Silbenquaiitität,  dem 
CousonantenausJaut.  der  Bindung  und  den  damit  zusammen- 
hängenden Erscheinungen.  Es  gibt,  was  man  über  diese 
schwierigen  Fragen  geben  kann,  so  lange  noch  nicht 
ein  genauer  Phonogi-aph  erfunden  ist,  in  guter,  ver- 
ständlicher Fassung  und  kann  Manchem  willkommene 
liienste  leisten. 

Wien.  W.  Meyer-Liibke. 

Les  tirands  Ücrivains  de  la  France.  Oeuvres  de  J.  de 
La  Fontaine.  Xouvelle  Edition  par  M.  Henri  Regnier. 
Paria,  Hachette.  1SS3  ff. 

Bei  (Gelegenheit  der  Einweihung  eines  La  Fontaine- 
Denkmals  in  Paris  im  .Sommer  dieses  .Tahres  bezeichnete 
der  Festredner  Sully  Prudliomme  von  der  Acadhme 
fraJKjtiise  den  grossen  Fabulisten  als  plim  qu'immnriel, 
foujoitrs  Jeinie.  Dieses  foiijoiirs  jeiüie  kommt  in  der 
That  La  Fontaine  in  höherem  Grade  als  ii'geud  einem 
anderen  französischen  Dichter  zu.  Nach  Legouves  klas- 
sischem Zeugnisse  {La  Lerture  eii  acfioii,  eh.  VI)  lernen 
schon  die  kleinen  Kinder  seine  Fabeln  auswendig,  die 
älteren  studiren  sie  in  den  Schulen,  reife  Männer  kehren 
zu  ihnen  zurück,  und  die  berühmtesten  Seliauspieler 
wählen  sie  gern  für  ihre  Eecitationen.  Und  wer  die 
zeitgenössische  schöne  Literatur  oder  die  Tagespresse 
verfolgt,  wird  oft  genug  auf  La  Fontaine  und  La  Fon- 
tainesche  Wendungen  stossen.  Er,  der  ,, französischste 
Dichter",  ist  in  seinem  Vaterlande  volksbeliebt  wie  kein 
anderer,  so  dass  immer  neue  Ausgaben  erscheinen  uiul 
schnell  Absatz  finden,  während  bei  uns  selbst  die  besten 
der  Käufer  harren. 

Auch  die  vorliegende  Ausgabe  spricht  deutlich  für 
des  Dichters  Werthschätzung  bei  seinen  Landsleuten  und 
reiht  sich  den  Scliwesterausgaben  derselben  Sammlung 
würdig  an.  Sie  war  seit  Langem  vorbereitet :  schon  vor 
dem  grossen  Kriege  lag  der  gi-össere  Theil  des  ersten 
Bandes  druckfertig  vor,  aber  der  damalige  Herausgeber 
.Julien  Girard  konnte  leider  seine  Arbeit  nicht  weiter- 
führen. Da  ist  Henri  Regnier  in  dankenswerther  Weise 
für  ihn  eingesprungen,  uud  er  führt  nun  nach  jahre- 
langen eifrigen  Studien  das  so  glücklich  begonnene  Unter- 
nehmen seiner  N'ollendung  entgegen.  Bd.  1.  18H3  er- 
schienen, entiiält  ausser  einer  Noticc  hio(/ri(phkiue,  die 
durch  die  massvolle  Besonnenheit  in  der  Beurtlieilung  des 
Dichters  besonders  anspricht  und  die  vollendete  Akribie 
der  Grands  Kcrivaius  von  neuem  zeigt,  die  ersten  fünf 
Bücher  der  Fal/Ies,  die  in  Bd.  2  (1884)  bis  zum  neunten 
Buche  fortjresctzt  und  in  Bd.  8  (188.5)  abgeschlossen 
werden.  Bd.  4  (1887)  ist  den  beiden  ersten  Theilen 
der  Coiites  gewidmet,  Bd.  5  (1889)  bringt  den  .'}.  und 
4.  Theil,  während  der  letzte  Theil  in  Bd.  6  (1890) 
folgt.  Derselbe  Band  enthält  auch  noch  die  grösseren 
Gedichte:  PhiUtnon  ei  Bands,  Les  Filles  de  Minie, 
Adonis,  La  captirUe  de  saint  Male,  Le  (Jiiinrjnitia. 
Im  7.  Bande  (1891)  werden  die  dramatischen  Versuche 
(mehr  sind  sie  ja  nicht  gewesen)  des  Dichters  veröffent- 
licht: zuerst  sein  Erstlingswerk,  eine  Uebersetzung  des 
Kunuchus  des  Terenz,  L'Ennwjne,  dann  Les  Kieurs 
du  Beau-Rkhard,  Clymene,  Dapimi,  Galatee,  Ragotin, 
Ae  Florentin,   Tai  Coupe  enrhantie,   Le  Vean  perdu. 


Astrce,  Je  rous  prends  saus  verd,  und  endlich  ArliUle. 
Der  eben  ausgegebene  8.  Band  (1892)  bietet  Folgendes: 
Les  Amours  de  Psyche  et  de  Cupidon,  Fragments  dn 
Songe  de  Vaux,  Opuscules  en^prose  et  Epitres  didi- 
catoires,  Poesies  direrses  (Eligies,  Ödes,  PUces 
melees,  Tradnctions  en  vers).  So  weit  ist  das  Unter- 
nehmen bisher  gediehen.  Ein  letzter  Band  wird  wohl 
die  Briefe  des  Dichters  ])ringen  und  ein  \Vörterbnch, 
dem  jeder  Romanist  mit  Spannung  entgegen  sieht. 

Der  Berichterstatter  hat  die  ersten  sieben  Bände  zum 
Theil  wiederholt  durchgearbeitet  und  ist  von  der  Liebe 
wohlthuend  berührt  gewesen,  mit  der  der  Herausgeber 
alle  Werke  des  Dichters  ohne  rnterschied  ihres  litera- 
rischen Werthes  behandelt  hat,  selbst  die  also,  die  längst 
einer  verdienten  Vergessenheit  anlieimgefallen  sind.  Mit 
einer  erstaunlichen  Belesenheit  in  antiken  und  modernen 
Schriftstellern  zieht  Regnier  ein  reiches  Material  zur 
Yergleichung  oder  Erläuterung  schwieriger  Stellen  heran. 
Besonders  ergibig  für  seine  Arbeit  sind  da  die  fran- 
zösischen Dichter.  Es  ist  bekannt,  dass  La  Fontaine 
an  verschiedenen  Urten,  so  in  den  Vorreden  zu  den 
Fabelsammlungen,  auf  die  Männer  zu  reden  kommt,  an 
deren  Werken  er  sich  gebildet  hat.  Da  werden  neben 
den  lateinischen  Klassikern  bunt  durcheinander  Malherbe 
und  Racan.  Voiture  und  Marot,  Houore  dTrfe  und  andere 
genannt,  und  einmal  fügt  er  hinzu:  j'unbliais  ma'itre 
Franrüis  (Rabelais)  dont  je  nie  dis  encore  le  disciple. 
Der  Eintiuss  dieser  Dichter  auf  seine  ästhetische  Ent- 
wicklung wird  durch  Regniers  Anmerkungen  man  möchte 
sagen  statistisch  erwiesen.  .\us  einer  ganzen  Reihe  von 
Parallelen  ergibt  sich  z.  B.  Rabelais'  nachhaltige  Ein- 
wirkung, und  wenn  auch  eine  Nachlese  noch  manche 
wichtige  Stelle  zu  Tage  fördern  kann,  so  darf  bei  dem 
Umfange  der  zu  bewältigenden  Literatur  dem  Heraus- 
geber daraus  kein  ^'ür\vurf  gemacht  werden.  Bei  schwie- 
rigen Wendungen  wäre  eine  ausgedehntere  Heranziehung 
der  anderen  Werke  wünsclienswertli  gewesen,  doch  ist 
das  vielleicht  dem  Wörterbuche  vorbehalten.  So  heisst 
es  in  der  Fabel  Le  Chat  et  un  vienx  Rat  (III,  18):  ('// 
rat,  saus  plus,  s'absfient  d'allcr  flairer  autour.  Ueber 
die  Bedeutung  dieses  sans  plns  haben  selbst  Franzosen 
keine  befriedigende  Auskunft  geben  können.  Es  kommt 
aber  bei  La  Fontaine  öfters  vor,  so  dass  der  Sinn  völlig 
gesichert  erscheint.  D'interprete,  sans  plns,  Je  sers 
d  votre  plre  heisst  es  im  Enmiqne  (V,  3):  als  Dol- 
metscher und  niclits  anderes  diene  ich  eurem  Vater. 
Ferner  bedarf  der  Ausdruck  marfin-btiton  aus  der  be- 
kannten Fabel  U Aue  retu  de  la  peau  du  Lion  (V,  21) 
einer  Richtigstellung,  denn  er  bedeutet  da  nicht  Knecht, 
sondern  zunächst  nur  Stock;  und  anderes  mehr. 

Das  Hauptinteresse  nehmen  natürlich  die  Fabeln  in 
Anspruch,  insbesondere  auch  deshalb,  weil  der  Heraus- 
geber hier  etwas  Neues  bietet.  Zu  jeder  einzelnen  gibt 
er  nämlich  die  hervorragenderen  Fabeln  gleichen  oder 
ähnlichen  Gegenstandes  an,  die  bei  irgend  einem  Volke 
vor  La  Fontaine  oder  zu  seiner  Zeit  gedichtet  worden 
sind,  während  von  den  späteren  nur  die  angezeigt  werden, 
deren  Vergleichung  wirklich  lohnend  ist.  Ferner  ver- 
weist er  auf  die  entsprechenden  Fabeln  der  Mijthologia 
aesopica  Xeveleti  (Francofurti  1610)  aus  der  La  Fon- 
taine häutig  geschöpft  hat.  So  raarschiren  denn  vor 
jeder  einzelnen  Fabel  Aesopus,  Aphthonius,  Avianus, 
Babrins,  Phaedrus,  Roniulus,  5Iarie  de  France,  Haudent, 
Corrozet,  Le  Noble  und  viele  andere  auf.  So  dankens- 
werth  diese  Hinweise  mit  ihrer  Fülle  von  Gelehrsamkeit 


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1891.    Literaturblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.     Nr.  12. 


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und  Belehrung  aucli  sind,  und  so  sehr  man  die  Findig- 
keit Regnlers  anerkennen  nmss,  so  wirkt  doch  die  Zu- 
sammenstellung der  heiteren  Kinder  der  Jlusen  mit  einem 
so  gelehrten  Apparate  beinahe  wie  die  frohe  Schaar  der 
Jäger  in  einem  Festznge  liinter  schwerbepanzerteu  Rittern. 
La  Fontaine  ist  nun  einmal  alles  Andere  denn  ein  ge- 
lehrter Diihter  gewesen.  Oft  genug  war  es  ein  Bild, 
eine  gliiekliche  Wendung  in  einem  Schriftsteller,  die 
eine  verwandte  Saite  in  ihm  anschlug  und  erklingen  Hess, 
keinesfalls  aber  hat  er  etwa  systematisch  Quellenstudien 
getrieben.  Aber  gerade  bei  der  Eigenart  seines  Wesens 
möchten  wir  gern  wissen,  woher  ihm  die  Anregungen 
gekommen  sind,  und  der  Berichterstatter  ist  deshalb  der 
Ansicht,  dass  es  Wünschenswerther  gewesen  Aväre,  statt 
jener  Hinweise  anzugeben,  woher  La  Fontaine  seinen 
Stoff  entlehnt  hat,  so  weit  man  überhaupt  bei  ihm  von 
Stoffentlehuung  sprechen  kann.  Freilich  hatten  diese 
Angaben  oft  eine  peinliche  Untersuchung  erfordert,  aber 
Regnier  wäre  ja  auch  der  riditige  Mann  dazu  gewesen. 
Bei  der  Fabel  Le  Loup  devenu  Berger  (III,  .3)  wii-d 
übrigens  auf  Verdizottis  {Cento  farole  morali,  Venetia 
1590)  //  Lupo  et  le  Pecore  als  mögliche  Quelle  hin- 
gewiesen. Das  ist  dem  Berichterstatter  durchaus  un- 
wahrscheinlich. Andere  Fabeln  desselben  \'erdizotti  da- 
gegen erinnern  nicht  nur  im  Wortlaute,  sondern  auch  in 
ihrem  frischen  Tone  an  La  Fontaine,  z.  B.  //  Gafto 
e' l  Gallo  an  Le  Loup  et  l'A(jrteau,  aber  da  verraisst 
man  einen  Verweis  auf  Verdizotti. 

Selbstverständlich  sollen  diese  Ausführungen  das 
Werk  nicht  heruntersetzen.  Es  ist  ein  Werk,  zu  dem 
man  Verlagsbuchhandlung  und  Herausgeber  nur  beglück- 
wünschen kann. 

Leipzig.  Max  Fr.  Mann. 

Plattner,  Pb.,  Französische  Stilschnle.    Ausgewählte 
Abschnitte    aus    Schillers    Geschichte    des    dreissigjährigen 
Krieges  mit  ausführlichen  Bemerkungen  für  die  Uebertragung 
in   das  Französische   und   einer   vergleichenden  Zusammen- 
stellung verschiedener  Uebersetzungen.     Karlsruhe   1891. 
Vorliegendes  Werkchen    enthält   45   Xuuunern,   83 
Seiten   Text,    130  Seiten   überaus   reichhaltiger  Anmer- 
kungen.   Ich  will  es  nicht  besprechen,  sondern  empfehlen ; 
ich   habe  es  zu  Uebungen  im  romanischen  Seminar  ver- 
wendet und  glaube,  dass  es  sich  durchaus  bewährt  hat. 
Auch  für  obere  Klassen  von  Mittelschulen  scheint  es  mir 
geeignet. 

F'reiburg  i.  B.  Ph.  Aug.  Becker. 

Erlanger  Beiträge  zur  englischen  Philolosie.    Heraus- 
gegeben von  Hermann  Varnhagen.   X.  Heft.  Peregri- 
naggio   di  tre  giovani,   figliuoli  del  re  di  Serendippo.     Per 
opra  di  M.  Christoforo  Armeno  dalla  persiana  nell' italiana 
lingua    trapportato.     Nach  dem  ältesten  Drucke  v.  J.  1.557 
herausgegeben  von  H  e  inr  ich  G  ass  n  e  r.   Mit  einem  anti- 
kritischen   Vorworte    von    Hermann    Varnhagen.     Er- 
langen, Fr.  Junge.  1891.  XIX,  112  S.  gr.  8.     M.  2,.50. 
Varnhagens  Antikritik,  welche  der  Ausgabe  voran- 
steht,   weist    in    sachlicher  Weise   die  Vorwürfe  zurück, 
die  ein  anonymer  Recensent  in  den  Mittheilungen    (Bei- 
blatt zur  Anglia)  VIII    gegen  Dicks  Einleitung   zu  der 
Ausgabe  der  Gesta  Romanorura  (Erlanger  Beiträge  zur 
englischen  Philologie  X.  7)  erhebt.  —   Gassner  hat  sich 
die  Aufgabe    gestellt,    einen  genauen  Abdruck  der  oben 
erwähnten    editio    princeps    zu    geben.     Als    Einleitung 
lesen  wir  eine  knappe,  aber  völlig  ausreichende  Inhalts- 
angabe  des  Wei-kes  in  Ueberschriftenform,    Nachrichten 
über  sonstige  Drucke  und  eine  Aufführung  der  Literatur, 
welche    sich    mit    dem   Denkmal    beschäftigt.     Im  Texte 


I  sollen  nur  offenbare  Druckfehler  gebessert  werden,  der 
Apostroph  bei  de'  ne'  n.  s.  w.  wird  streng  durchgeführt, 
am  .\nfang  der  Sätze  sind  grosse  Buchstaben  gesetzt, 
und  die  Interpunktion  ist  geregelt.  Wurde  in  einem 
Falle  eine  bestimmte  Schreibung  durchgeführt,  so  sieht 
man  nicht  ein,  weshalb  dies  nicht  auch  z.  B.  bei  den 
Accenten     geschehen     ist.      .Jetzt    herrscht    ein    stetes 

I  Schwanken  zwischen  iisd  und  i(.<o,  ciftä  und  citta,  cid 
und  cio  u.  s.  w.  Gegen  Ende  mehren  sich  die  Accente. 
Dafür  hätte  auf  ä  und  inä  der  Accent  wegfallen  können. 
Für  weniger  kundige  Leser  wäre  vielleicht  auch  eine 
Scheidung  von  n  und  v  am  Platze  gewesen.  Die  Ver- 
besserungen im  Texte  sind  vielfach  unnöthig.  Richtig 
ist  (jravamente  S.  10,  nelle  S.  13  {carrere  ist  oft  f.  pl. 
z.  B.  in  der  Margarethenlegende) ;  de  =  di  konnte  S.  24 
Z.  11  u.  und  4u.  wie  auch  S.  76  Z.  3  S.  94  Z.  14  u. 
bleiben.  Ebenso  hätte  ich  S.  27  Z.  7  u.  di  =  dei  stehen 
lassen,  wie  schon  S.  5  Z.  10  di  Franchi.  S.  28  Z.  7 
war  fjl'  zu  belassen;  so  steht  auch  S.  100  Z.  17:  S.  32 
ist  ordinorono  eine  richtige  Form;  S.  34  Z.  18  arro- 
scisse  wie  S.  74  Z.  12  arroscitosi:  S.  34  ist  au  fufta 
tre  Z.  10  u.  kein  Austoss  zu  nehmen;  ebenso  hier  S.  66 
Z.  3  u.,  S.  67  Z.  19  (so  auch  inia  u.  s.  w.  als  Masc); 
S.  35  Z.  19  ist  che  nicht  zu  ergänzen  (oft  so  altitalie- 
nisch); S.  37  Z.  17  ist  der  Satz  Onde  nascea  nnvoll- 
ständig;  lies:  diidsando  passauci;  S.  45  Z.  13  ist  liii- 
centiato  richtig;  ebenso  S.  56  Z.  14  voi  fussi:  es  steht 
auch  S.  111  Z.  7  u.  neben  potessi;  S.  66  Z.  18  ist  die 
Aenderung  uscite  zu  uscito  unmöglich  und  überflüssig, 
da  uscite  die  3.  Sg.  Pf  ist;  S.  84  Z.  11  u.  1.  coricafo; 
S.  90  Z.  14  u.  1.  hauessero-,  S.  99  Z.  8  kann  das  eine 
io  getilgt  werden.  Ich  hätte  auch  Formen  wie  pasasse, 
missero,  spaccio,  quaW  u.  s.  w.  unbeanstandet  gelassen. 
Das  S.  10  in  der  Anmerkung  hervorgehobene  (jamhello 
ist  auch  sonst  bekannt.  Vgl.  Mussafia.  Beitrag  s.  v. 
Von  Druckfehlern  merkte  ich  an:  S.  XVII  Z.  16  u.  1. 
1557:  S.  12  Z.  2  1.  comparso;  S.  15  Z.  15  u.  1.  con- 
tentisimo;  S.  59  Z.  8u.  1.  qualunchc;  S.  67  Z.  16  u. 
1.  e  statt  e\  S.  70  Z.  8  1.  aiientura;  S.  70  Z.  12  u. 
1.  scritte:  S.  77  Z.  8  1.  restare  di;  S.  88  Z.  15  u.  1. 
E;  S.  90  Z.  4n.  1.  auenuto*:  S.  94  Z.  11  1.  deyiiino; 
S.  94  Z.  7n.  1.  acroncio;  S.  96  Z.  15  1.  fu;  S.  99 
Z.  13  u.  1.  all'hora. 

Diese  mehr  nebensächlichen  Bemerkungen  thuu  dem 
Werthe  des  Buches,  der  ja  nicht  in  der  sprachlichen 
Seite  zu  suchen  ist,  keinen  Abbrucfi.  Wir  sind  dem 
Herausgeber  für  den  Neudruck  zu  grossem  Danke  ver- 
pflichtet. 

Halle.  Berthold  Wiese. 


Restori,  Ant.,  Le  gesta  del  Cid,  raccolte  e  ordinale. 
(Antologia  spagnola.)  Milano,  Hoepli.  1890.  272  S.  8. 
Restori  lässt  ausführlichen  Auszügen  mit  ergänzender 
Analyse  aus  dem  Poema  kürzere  Proben  der  verschieden- 
artigsten Behandlungen  in  ^'ersen  und  Prosa  folgen, 
welche  die  Materie  vom  t"id  im  Lauf  der  span.  Literatur- 
entwickluug  erfahren  hat.  Man  wii'd  die  Bruchstücke 
aus  zum  Theil  nicht  leicht  zugänglichen  Drucken  gerne 
entgegennehmen,  darunter  auch  eine  solche  aus  der  iin- 
gedruckten  Arlantina  des  Arredondo,  welche  freilich  das 
ungünstige  Urtheil  Ticknors  nur  bestätigt.  Bei  der 
Auswahl  aus  der  älteren  Tradition  hätte  ich  eutschiednere 
Berücksichtigung  der  wichtigsten  Episoden,  bes.  der  Be- 
lagerung Zamoras  empfohlen.  r)ie  neuere  Literatur  ist  in 
Trueba  etwas  dürftig  vertreten:  sie  bietet  viel  kräftigere 


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1891.    Literaturblatt  für  ^erinanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  12. 


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poetische  Naclikläng'e.  Da  die  Texte  treu  wiedergegeben 
sind,  ist  die  SaiiiinluiiK  /u  rehungsz wecken  zu  empfehlen, 
um  so  mehr  als  Vollniiillers  Abdruck  des  1'.  C.  erschöpft 
ist.  Ein  Wort-  utul  l'ersonenverzeicliniss  schliessen  sich 
an,  sorgfältig,  wenn  auch  in  der  Erklärung  schwierigerer 
Formen  nicht  gerade  glücklich.  Auch  die  literarischen 
.\ngaben  des  Vorworts  sind  brauchbar  (Zs.  VI,  167  hat 
R.  nicht  gefunden):  die  persönlichen  Ansichten  freilieh 
sind  höchst  bedenklich.  So  hören  wir,  dass  der  Held 
des  Poenia  feudal  und  höfisch  ist,  im  (.Gegensatz  zu  dem 
der  Romanzen,  als  besonders  charakteristisches  Zeichen 
dieses  Unterschiedes  wird  das  Fehlen  der  Benennung 
myo  Cid  in  den  Romauzen  angeführt.  Die  „Frage" 
nach  dem  Verhiiltniss  Diamantes  zu  Corneille  sollte  end- 
lich einmal  verschwinden:  es  ist  nachgerade  oft  genug 
auf  die  entscheidende  Notiz  liarreras  bei  Latour  hin- 
gewiesen worden:  R.  citirt  sie,  hat  sie  aber  nicht  ge- 
lesen. Was  von  ihm  an  dem  Poema  selbst  geschehen 
ist,  entspricht  der  völlig  werthlosen  Abhandlung  im 
Propugnatore  20,  1  u.  2:  das  Beste  daran  ist,  dass  es 
sich  leicht  abstreifen  lässt.  Die  Correcturen  sind  Gemein- 
plätze oder  falsch,  die  metrische  .\uftassung  die  unhalt- 
barste, welche  noch  dem  Denkmal  entgegen  gebracht 
worden  ist.  Der  Verfasser  selbst  wird  es  später  be- 
dauern sicli  die  Sache  so  leicht  vorgestellt,  und  Halb- 
vei-se  gebaut  zu  haben  wie 

1  De  los  !<os  ojos  tun  \  fiierte  wientre  lorando 
5  E  sin  falcones  e  \  sin  adtores  mitdados. 
Freiburg  i.  B.  G.  Baist. 

Philologische  Abhandinngen  Heinrich  Schweizer-Sidler  zur 
Feier  des  fünt'ziK)ährigen  Jubiläums  seiner  Docententliätig- 
keit  an  der  Zürcher  Hochschule  gewidniet  von  der  I.  Section 
der  philosophischen  Facultät  der  Hochschule  Zürich.  Zürich, 
Druck  von  Zürcher  und  Furrer.   1891.  IV,  79  S. 

FAn  .Tubelstrauss  wie  der  dem  ehrwürdigen  Schweizer- 
.Sidler  dargebrachte,  erfreut  uns  zunächst  durch  die  Bunt- 
heit der  Blumen,  die  doch  den  gemeinsamen  Ursprung, 
die  gemeinsam  empfangene  Besonnung  niclit  verleugnen. 
In  den  fernen  Osten  führen  uns  A.  K<egi  und  F.  Misteli; 
jener  erbringt  den  Beweis  dass  ,.die  Xeunzahl  bei  den 
Ostariern"  die  entsprechende  Rolle  spielt  wie  bei  den 
Griechen,  Römern,  Germanen,  dieser  stellt  einen  Ver- 
gleich zwischen  „Neupersisch  und  Englisch"  an,  welcher 
die  völlige  Beherrscliung  des  Gegenstandes  bekundet, 
dessen  Zweck  ich  aber  wohl  erst  nacli  dem  Erscheinen 
des  lange  vorbereiteten  Werkes  „Charakteristik  ausge- 
wählter Tj'pcn  des  Sprachbaues",  dem  es  als  Abschnitt 
angehört,  völlig  verstehen  werde.  A.  Surber  handelt, 
au  Früheres  anknüpfend,  das  nnvcrdientermassen  keine 
Berücksichtigung  gefniiden  zu  haben  scheint,  „über  die 
Verwerthung  der  wissenschaftlichen  Ergebnisse  für  die 
Schulsyntax  des  lateinischen  Infinitivs".  W.  Meyer- 
Lübke  vertieft  sich  in  Probleme  der  lateinischen  Laut- 
geschichte: „Ueber  <>'  und  ii  im  Lateinischen".  Die  all- 
gemeinen Bemerkungen  mit  denen  er  an  seine  Aufgabe 
tritt,  veranlassen  mich  zu  ein  paar  Worten:  man  kann 
sich  über  Etwas  nicht  verständigen,  ohne  sich  vorher 
verstanden  zu  liaben.  Nienumd  denkt  daran  die  Sprache 
je  vom  Zufall  —  der  ^'erneinung  des  Kausalgesetzes  — 
beherrscht  sein  lassen  zu  wollen,  .ledermann  fragt  nach 
den  Ursachen  der  einzelnen  sich  in  so  mannigfachem 
Widerspruch  zu  einander  darstellenden  Erscheinungen. 
Aber  wie  ich  sclion  längst  ansgesijroclien  habe  (z.  B. 
Ltbl.  18«7  S.  24),  man  darf  sich  über  den  Werth  der 
aufgefundenen  Ursachen    nicht  täuschen;    wenn  es  nicht 


leicht  ist  in  jedem  Falle  unter  so  vielen  und  vielartigen 
an  sich  denkbaren  eine  als  die  wirkende  und  zwar  aus- 
schliesslich wirkende  mit  grösserer  Wahrscheinlichkeit 
zu  bezeichnen,  so  ist  es  meistens  unmöglich  zu  erklären 
warum  sie  wohl  in  diesem  Falle,  nicht  aber  in  andern 
entsprechenden  gewirkt  hat.  Der  Unterschied  zwischen 
den  Tonvokalen  in  pondiis  und  dn/iiiiidi  wird  auf  den 
Unterschied  zwischen  Anlautsilbe  und  Mittelsilbe  zurück- 
geführt (S.  H>):  man  muss  sofort  fragen  inwieweit  sonst 
an  den  letzteren  Unterschied  gleichartige  Folgen  ge- 
bunden sind.  Stellen  wir  uns  vor  dass  wir  innerhalb 
irgend  welcher  Grenzen  schliesslich  das  unendliche  Ge- 
wirr der  nach  allen  Richtungen  hin  verlaufenden  Laut- 
bahnen in  seiner  Gänze  aufnähmen,  würden  wir  den 
Eindruck  der  Gesetzmässigkeit  wohl  in  einem  besondern 
Masse  empfinden?  M.-L.  zeigt  auch  in  dieser  Unter- 
suchung die  glänzenden  Eigenschaften  die  wir  an  ihm 
kennen,  daneben  aber  hie  und  da  jene  Ueberhastung  die 
den  W>rtli  numcher  früheren  Arbeit  von  ihm  nicht  wenig 
beeinträchtigt;  ich  meine  Ueberhastnng  nicht  bloss  was 
die  Schlussfolgerungen  auch  was  die  Grundlegungen 
anlangt.  In  einer  Wissenschaft  welche  es  recht  eigent- 
lich mit  den  „Tüpfelchen  auf  dem  «'"  zu  thun  hat,  ist 
die  „.Akribie"  wie  sie  einst  besonders  von  Fr.  Ritschi 
gepflegt  und  gelehrt  wurde,  das  allererste  Erforderuiss, 
dessen  sich  auch  die  Besten  mit  der  Entschuldigung  dass 
sie  ihre  Zeit  besser  verwenden  könnten,  nicht  entbinden 
dürfen.  S.  Iti  sagt  er:  „auch  colosira  ist  nach  Aus- 
weis von  span.  calostra  portg.  costra  mit  0  oder  aber 
mit  ü  anzusetzen".  Port,  costra  ist  „Schorf"  und  > 
lat.  crusta;  das  hier  gemeinte  Wort  lautet  costro,  man 
wird  ihm  aber  nicht  in  allen  Wörterbüchern  begegnen, 
lind  es  darf  nicht  als  port.  ohne  Weiteres  bezeichnet 
werden.  M.-L.  hätte  sagen  sollen  woher  er  es  ge- 
nommen hat;  ich  vermnthe,  aus  dem  Grundriss  (I,  780), 
uiul  zwar  steht  da  costro  (Moi-aes  Silva  hat  dafür  crosto). 
Coruu  führt  das  auf  colostro  zurück,  und  diese  Aussprache 
gibt  auch  Moraes  Silva  an;  bei  Madureira  (Ausg.  vo)i 
1861)  S.  229  finde  ich  aber:  „colostro,  e  näo  cöstnr 
(o  =  q).  Ob  man  nun  colostro  oder  colostro  spricht, 
ist  deshalb  von  wenig  Belang  für  uns  weil  das  W'ort 
gelehrte  Form  trägt;  aus  dem  o  von  costro  lässt  sich 
aber  auch  Nichts  über  die  Natur  des  mittleren  o  er- 
schliessen.  Statt  (span.)  calostra  ist  colostro  zu  lesen; 
die  Möglichkeit  dass  wir  es  hier  mit  einer  halbgelehrten 
Form  zu  thun  haben  (es  ist  früher  auch  colostro  ge- 
schrieben worden),  können  wir  im  Hinblick  auf  port. 
colostro  nicht  ganz  abweisen.  Wenn  aber  span.  calosfro 
wirklich  auf  ein  lat.  colUstrum  oder  colöstrinii  zurück- 
weist, lebt  denn  das  \\'ort  nur  auf  der  pyrenäisclien 
Halbinsel?  Warum  ist  nicht  von  ital.  colostro  (sizil. 
culostra)  die  Rede?  Und  falls  dies  etwa  als  gelehrte 
Form  betrachtet  werden  sollte,  verdient  nicht  das  pistoj. 
calostra  dasselbe  Vertrauen  wie  das  span.  calostro? 
Denniach  würden  wir  tür  das  Latein  Italiens  Colostrum, 
■a,  für  das  Spaniens  colüslrum,  -a  (weini  nicht  Colostrum, 
-a)  anzusetzen  haben,  wie  z.  B.  auch  ein  schlechtweg 
als  lateinisch  angefülirtes  westlat.  trncta  einem  ostlat. 
tröcta  gegenüber  gestanden  zu  haben  scheint.  Jenes 
coliistrum  ist  übrigens  oft  genug  belegt;  M.-L.  hätte 
sich  nicht  bloss  anf  Caper  berufen  sollen.  Im  Osten  des 
adriatischen  Jleeres  würden  wir  wieder  coliislruin  haben, 
wenn  Gustav  Jleyers  Herleitung  des  alb.  kiiiinsts,  „Jlilch" 
die  richtige  ist  (die  ital.  .\lbanier  haben  h'l'oistrf,  kulostrs 
„Biestmilch").    Das  liumän.  bietet  uns  colasträ,  corastrd. 


113 


1891.    Literaturblatt  für  gornianiBohe  und  romanische  Philolojfie.     Nr.  12. 


414 


corastä,  ein  Wurt  welches  die  rumänisclieu  Hirten  unter 
die  Grieclieu,  Magyaren,  Rutlienen.  Slowaken,   Pulen  ge- 
bracht   liaben.     Ich  glaube  nicht  dass  hier  (/,    wie  man 
anzunehmen  pflegt,  aus  oa  entstanden  ist;  vielmehr  ver- 
niuthe  ich  ein  '''colastra  neben  dem  für  anderswo  anzu- 
setzenden *calostruiu,  -a.    Wenn  das  Friaulische  ciijostre 
>  -mtra    sagt,    sd    hat   sich    hier  das  Wort  für   ..Lab- 
niilch"  eingemischt,  indem  dies  mit  dem  Wort  für  ,.  Biest- 
milch"  öfter  verwechselt  wird  (vgl.  altfranz.  mer  hetve, 
..Lebermeer"*);    adhustre,    calastre    heisst    in    südfranz. 
Mundarten    die  Labmilch,    auch    caulisfre.     So  ist  auch 
kroat.  kiiljada,   „Biestmilch"    (;\[iklosich  Et.  Wb.  führt 
unter  kolastra  nur  slowen.  kohida  und  zwar  zweifelnd, 
aus    einer   älteren    Quelle    an)    der    Form    nach   >   ital. 
(piaffliata.  ladin.  (Vorderrheinth.)  cuc/liadn  (ven.  cagiada). 
Im   Mittellatein    (Hiefenbach)    begegnen    wir   jenen    und 
ähjilichen    Formen:    Colostrum,    colustrum,    cohistrum, 
colistnim,  calustrum,  zum  Theil  auch  iu  der  Bedeutung 
von   „Labmilch"'.     Ich    habe    mich    durch   M.-L.'s    unge- 
nügenden Hinweis   auf  das  Romanische  verleiten  lassen 
diesem  Worte  weiter  nachzugehen,   und  dabei  hat  es,  wie 
das    oft    geschieht,    von    der    Beweiskraft    die    es    beim 
ersten    Blick    in    „lautgesetzlicher""   Richtung   zu    haben 
schien,    viel    eingebüsst.     Auch   M.-L.    hat    seiner   laut- 
geschichtlichen eine  wortgeschichtliche  Studie  hinzugefügt, 
nämlich  über  mampliiir:  die  lautliche  Vermittelung  von 
franz.    mandrin   (das  Südfranz,   kennt   das  Stammwort: 
mcuidro,  niandre)   mit  mundartl.-ital.  iiidiifano  u.  s.  \v. 
ist  eine  sehr  scharfsinnige  und  glückliche.     S.  24  wü"d 
„das  ntu'  auf  Lischriften   vorkommende  dunque  —    ital. 
dunque"    erwähnt:    aber    nicht    dunqiie,    sondern    dune 
kommt  auf  den  Inschriften  vor,  und  das  ist  um  so  wich- 
tiger   weil    ein    dunqite   der   neuerdings   beliebten  Her- 
leitung  des  romanischen  Wortes  von  donique  Vorschub 
leisten  würde.     Allerdings    bezieht  Zimmermann   an  der 
von  M.-L.    angeführten  Stelle    auch   diaic   auf  donique 
oder  vielmehr  donicum-,  aber  das  Nächstliegende  ist  doch 
das    Beste:    dune,    „während"'    steht    neben    dum    wie 
tunc  neben  tum.   Begrifflich  geht  das  romanische  Wort 
meines  Erachtens   auf   eine  Vermischung  von  duuc  und 
tuiic   zurück.     Wenn   das    franz.    donc   beim    Imperativ 
ganz    dem  lat.  dum    entspricht,    so    wohl   erst  in  Folge 
späterer  Entwickelung,  wie  A.  Tobler  innerhalb  dieser 
Festschrift    in    seinen     ..kleinen   Beiträgen    zur    franzö- 
sischen  Grammatik"'    lehrt  (S.  3).     Ausser  donc,  dessen 
I     Gebrauch    einen    merkwürdigen    Parallelismus    mit    dem 
'      des  deutschen  doch  aufweist    („komm  doch!",   „wie  un- 
wissend bin  ich  dochl"'),  werden  noch  andere  syntaktische 
Punkte  in  Toblers  gründlich-gediegener  Weise  besprochen. 
Den  Schluss  bildet  H.  Morfs  interessante  Untersuchung 
über  tutti  e  tre.    Er  geht  von  einem  tutfu  tre  aus  und 
weist   zahlreiche   Seitengänge    eines   solchen    alten    pro- 
nominalen Xeutralpliu-als  im  Italienischen  und  im  Roma- 
nischen überhaupt  nach.    Gelegentlich  der  Formen  mia, 
tua,  sua   möchte    ich    hier    eine    Frage    vorbringen  die 
allerdings  mit  der  Hauptfrage  Nichts  zu  tliun  hat.     Ich 
finde    überall    nur    von    ihrer    pluralischen    \'ei'wendung 
gesprochen;    ich    habe  mir  aber  vor  fast  einem  Viertel- 
I     Jahrhundert  in  Rom,  allerdings  nicht  aus  gehörter  Rede, 
I     und  auch  nicht  ans  Belli,  sondern  aus  andern  Schriften 
■•  in  römischer  Mundart  Fälle  wie  /yo  niiu,  er  nome  sua, 
a  commido  sua,   lo  sposo  mia   u.  s.  w.    aufgezeichnet. 
Kommt    nun  Solches  wirklich    in  der  Volkssprache  vor? 
Morf  hat  eine  Kleinigkeit  übersehen ;    futf'  </  tre,  tutt'  e 
tre   sind   nicht  nur  durch  die  .Schreibung  von  tultu  tre, 


tutte  tre  unterschieden.  B.  Bianchi,  „Storia  della  pre- 
posizione  «"',  der  von  Morf  S.  72  hätte  angeführt  werden 
können,  sagt  ausdrücklich  S.  ;{9:  „che  la  nuda  pronunzia 
toscana  delle  diverse  dizioni  e  tuttuddue,  tuttettre". 
In  der  S.  72  aus  Nerucci  mitgetheilten  Stelle  steht 
nocciur  tnttadna;  aber  dieselbe  Stelle  bietet  in  Fan- 
fanis  Ausgabe  der  „Mea  di  Polito"  S.  2:  nörciur  tuttiddua. 
Wenn  ich  nun  auch  als  Ursprüngliches  tutta  tre  gelten 
lasse  und  daneben  tutte  tre  gelten  Hesse  (obwoiil  die 
Anbihlung  von  tutte  an  due  mir  nicht  wahrscheinlich 
ist),  Eines  steht  fest:  die  heute  herrschende  Sprechweise 
zeigt  Einmischung  von  a  >  ad  und  von  e  >  et.  Wo 
aber  deren  secundäres  Auftreten  zweifellos  ist,  ist  min- 
destens ihr  primäres  nicht  so  unwahrscheinlich  wie  Morf 
S.  71  f.  annimmt.  Und  wenn  wir  auch  ital.  uniemlue  > 
*aniheddue  (Ascoli  Arch.  glott.  it.  I,  204)  auf  *ambe 
due  und  dies  auf  "ainha  dua  zurückführen  könnten, 
von  dem  sich  *ai)ibaddua  (oberengad.  amanduos;  vgl. 
Span,  ainhos  d  dos)  abgezweigt  hätte,  so  sind  doch 
altrettauto,  altrettale  unmittelbar  aus  altrotanto,  altro- 
tale  hervorgegangen.  Man  vergleiche  ogitiduii,  quul- 
cheduno,  helV  e  fatto,  und  Anderes  worüber  ich  Romauia 
III,  18  f.  gesprochen  ^  Wie  in  tutt' e  tre,  tutt' a  tre, 
stehen  e  und  a  neben  einander  in  röm.  quant' e  tte, 
com'  e  tte  =  neap.  quant'  a  tte,  cumm'  a  tte  (s.  auch 
d'Ovidio  Arch.  glott.  it.  IV,  180  f.):  vgl.  sizil.  com' ed 
ora  =  ital.  conie  ora.  Auch  in  dem  prov.  cuma  (neben 
com)  mit  dem  alt-  und  volksthümUch-port.  coma  (neben 
como)  steckt  die  Präposition  «;  das  altfranz.  come 
(neben  com)  entspricht  diesem  coma,  es  muss  zunächst 
nur  vor  dem  Xomen  (com  vor  dem  Verbum)  gebraucht 
worden  sein  wie  es  im  Campobassoschen,  d'Ovidio  a.  a.  0. 
zufolge,  heisst:  cummette  „wie  Du"',  aber  cumme  te 
chiame,  „wie  heisst  Du'?'  Dieser  ganze  erweiterte  Ge- 
brauch von  et  und  ad  ist  bisher  nur  gestreift  worden, 
hier  wäre  der  Platz  gewesen  ihn  ausführlich  darzustellen. 
Graz.  H.  Schuchardt. 


Zeitschriften. 

Archiv  f.  das  Stndiniu  der  neuern  Sprachen  n.  Litera- 
turen LXXXVII,  2.  3:  Alb.  Leitzmann.  Beiträge  zur 
Kenntniss  Georsf  Forsters  aus  ungedrucklen  Quellen  (Forts.). 

—  Hans  S  t  r  0  h  m  e  y  er ,  Das  Verbältniss  der  Handschriften 
der  Reimelirouik  Roberts  von  Gloueester.  —  W.  Foerster, 
Zum  Beaudous  Roberts  von  Blois.  —  Herrn.  Hager,  Joseph 
Green  Cogswells  Beziehungen  zu  Goetiie.  —  Fr.  Meyer 
V.  Waldeck,  Die  Memoiren  des  Marschalls  von  Bassoni- 
pierre  und  Goethes  Unterhaltungen  der  Ausgewanderten.  — - 
A.  S.  Napier,  Bruchstücke  einer  altenglischen  Evangelien- 
handschrift. —  Der  8.,  Eine  weitere  Fassung  des  nie.  Ge- 
dichts Worldes  lAis  ne  last  no  throne-  —  F.  Holthausen, 
Zu  Chaucers  Ciieilienlegende.  —  E.  Stengel,  Collation 
des  Originalabdrucks  von  Bezas  Traotat  De  francicoe  lin- 
(juie  recta  pronunfiatione  mit  A.  Toblers  Neuausgabe.  — 
Adolf  Tobler,    Nachtrag   zu  Archiv  LXXXVI,  442,  Änm. 

—  G.  Ellin  ger,  C.  Reuling,  Die  komisclie  Figur  in  den 
wichtigsten  deutschen  Dramen  bis  zum  Ende  des  17.  Jh.'s. 

—  J.  Bolte,  Die  jüngere  Glosse  zum  Reinke  de  Vos,  hrsg. 
von  Herman  Brandes.  —  G.  Ell  in  ger,  Johannes  Rentsch, 
Johann  Elias  Schlegel  als  Trauerspieldichter  mit  besonderer 
Berücksichtigung  seines  Verhältnisses  zu  Gottsched.  —  Fr. 
Speyer,  Sämmtliche  poetische  Werke  von  J.  B.  üz.  Hrsg. 
von  A.  Sauer.  —  A.  Döring,  Wilhelm  Cosack,  Materialien 
zu  Gotthold  Ephraim  Lessings  Hamburgischer  Dramaturgie. 
Zweite  vermehrte  u.  verb.  Auflage.  —  R.  Palm,  German 
Classics  edited  with  English  Notes,  etc.  by  C.  A.  Bucliheim. 


*  Zu  ital.  taV  e  quäle  vgl.  südfranz.  tau  e  quau,  port. 
(C.  de  Figueiredo  Licöes  prät.  da  lingua  port.  S.  256)  tal 
c  quäl. 


415 


1891.    Literatarblatt  für  germanische  und  romanische  Philologie.    Nr.  13. 


41ti 


—  .\cl.  Müller,  Muret,  EncyklopSil.  Wörterbuch  der  en^l. 
u.  deutschen  Sprache.  —  W.  Mangold,  Otto  Kares,  Me- 
thodical  Hints  for  Spcakin^  Kn<;lish  following  closely  the 
lines  of  Instruction  indicuted  by  each  soparnte  lesäon  of 
Degenhardt's  Lehrgang  der  engl.  Sprache.  First  Series, 
Part  I.  Lesson  1  —  34.  -  J.  Z..  The  Works  of  William  Shak- 
sperc.  Editeil  with  Critical  Notes  and  Introductory  Xotices 
by  W.  Wagner  and  L.  l'riescholdt.  —  R.  Palm.  Julius 
Cajsar  by  William  t^hakspere.  Studcnts'  Taiichnitz  Edition. 
Mit  deutschen  Erklärungen  von  Dr.  Immanuel  Schmidt.  — 
Joseph  Schick,  Ueber  Titu.s  .\ndronicus.  Zur  Kritik  der 
neuesten  Shakspereforschung  von  Arnold  Schröer.  —  O. 
Glüde,  II.  Beyer,  Edward  .Moore.  Sein  Leben  und  seine 
dramat.  Werke.  —  J.  /..,  A  Winter's  Tale.  By  Mary  K. 
Mann.  —  J.  Z.,  A  Maideu  Fair  to  See.  By  F.  Philips  and 
C.  J.  Wills.  —  J.  Z.,  Kirstcen.  The  Story  of  a  Scotch  Family 
seventy  Years  ago.  liy  Mrs.  Oliphant.  —  J.  Z.,  Tlie  Duclies.«. 
X  Story.  By  Mrs.  Ilungerford.  —  J.  Z.,  The  Hired  Bnby 
with  ütlier  Stories  and  Social  Sketches.  By  Marie  Corelli.  — 
J.  Z.,    Klialed.  A  Tale  of  Arabin.   Bv  F.  Marion  Crawford. 

—  J.  '/,.,  Eight  Day.s.  By  R.  E.  Forrest.  —  J.  Z.,  Sunny 
Stories  and  Some  Shady  Ones.  By  James  Pnyn.  —  J.  Z., 
Recha.  By  Dorothea  Gcrard.  —  J.  Z.,  Nouglits  and  Grosses. 
Stories,  Studios  and  Sketches.  By  Q.  —  j.  Z.,  New  Grub 
Street.  A  Novel.  By  George  Gissiiig.  —  J.  Z.,  E.xtenuating 
Circum.stanccs,  a  Novel ;  ami  A  Freneh  Marriage,  a  Xovel. 
By  F.  C.  Philips.  —  J.  Z.,  The  Blacksmith  of  Voe.  A  Novel. 
By  Paul  Cusliing.  —  J.  Z.,  Winchester  Meads  in  the  Time 
of  Thomas  Ken,  D.  D.,  sometime  Risliop  of  Bath  and  Wells. 
By  Emma  .Mnrshall.  —  J.  Z.,  The  Sniuggler's  Secret.  .\ 
Romance.  By  Frank  Barrett.  —  J.  Z.,  A  Scarlet  Sin.  By 
Florenco  Marryat.  —  J.  Z.,  Misadventuie.  By  W.  E.  Norris. 

—  J.  Z.,  The  Light  of  Asia;  or,  The  Great  Renunciation. 
Being  the  Life  and  Teacliing  of  Gautama,  Prince  of  India 
and  Founder  of  Buddhism  (as  told  in  Verse  by  an  Indiau 
Buddhist).  By  Sir  Edwin  Arnold.  —  J.  Z.,  Micah  Clarke  his 
Statement  as  made  to  his  thrce  Orandchildren  Joseph,  Ger- 
vas,  and  Reuben  during  tlie  Hard  Winter  of  1734.  By  A. 
Conan  Doyle.  —  J.  Z.,  More  Social  Vicissitudes.  By  F.  C. 
Philips.  —  J.  Z.,  Letters  from  High  Latitudes;  being  some 
Account  of  u  Voyagc,  in  1856,  in  the  Schooner  Yacht 
'Foam',  to  Iceland,  Jan  Mayen,  and  Spitzborgen.  Bv  the 
Earl  of  DuB'erin.  —  J.  Z.,  Not  Like  Other  Girls.  A  Novel. 
liy  Rosa  Nouchette  Carey.  —  J.  Z.,  Donald  Ross  of  Heimra. 
By  William  Black.  —  J.  Z.,  Prisoners  and  Captives.  By 
Henry  Seton  Mcrriman.  —  J.  Z.,  A  Group  of  Noble  Dames. 
By  Thomas  Hardy.  —  J.  Z.,  Won  by  Waiting.  By  Edna 
Lyall.  —  R.Sprenger,  Thomas  Naogeorgus  Pammachius 
hrsg.  von_  Johannes  ßolte  und  Erich  Schmidt.  —  A.  Tob- 
1er,  E.  Eticnne,  La  Langue  fran^aise  dcpuis  les  origines 
jusqu'ü  la  fin  du  XP  siecle.  Tome  premier.  Phonetique, 
dcclinaison.  conjug.-iison.  —  Ders.,  Ein  altfranz.  Marienlob 
aus  einer  Pariser  Handschrift  des  13.  Jh. 's  zum  ersten  Mal 
hrsg.  von  Hugo  Andresen.  —  Ders.,  Chansons  Populaires 
de  la  France.  A  Selection  from  Freneh  Populär  Ballads 
edited  with  Introduction  and  Notes  by  Th.  Fred.  Crane.  — 
Fr.  Speyer,  Leitfaden  für  den  ersten  Untcrriclit  im  Fran- 
zösischen. Unter  Benutzung  von  „Hölzeis  Wandbildern  für 
den  Anschauungsunterricht"  und  mit  Aufgaben  zum  Selbst- 
cunstruiren  durch  die  Schüler.  Von  S.  Alge.  —  Ders., 
Lesebuch  für  den  franz.  Unterricht  auf  der  unteren  und 
mittleren  Stufe  höherer  Lehranstalten  zur  Einführung  in 
Land,  Art  und  Geschichte  des  fremden  Volkes  von  Hans 
Rahn.  Ausg.  für  Mädchenschulen.  —  J.  Sarrazin,  A. 
Ricard,  Manuel  d'liistoire  de  la  litterature  fran^aise,  resumö 
encyclopödiqne  h  Pusage  des  maisons  d'education  et  des 
aspirants  au  diplönie  de  professeurs  (sie!)  de  fran^ais.  4* 
edition  revue  et  auguientee.  —  Fr.  Speyer,  Athalie.  Tra- 
gödie Tiree  de  l'Ecriture  Sainte  1691.  Par  J.  Racine.  Hrsg. 
von  Herrn.  Holfelil.  —  Ders.,  Histoire  de  la  Revolution 
franfaise  dcpuis  17S8  jusqu'en  1S14.  Par  Mignet.  Hrsg.  von 
O.  Tiede.  Th.  I.  —  Ders.,  Therfeso  ou  la  petite  Sccur  de 
Charitc  par  A.-E.  de  Saintes.  Hrsg.  von  B.  Klntt.  —  Ders., 
Neun  Erzählungen  aus  Lettres  de  mon  Moulin  und  Contes 
choisis  par  Daudet.  Hrsg.  von  J.  Wychgram.  —  E.  Braun- 
holtz,  „Sirventes  Joglaresc".  Ein  Blick  auf  das  altfranz. 
Spicimannsleben.  Von  Fr.  Witthoeft.  —  A.  T.,  L.  Cere- 
botani,  Vorwort  zu  dem  sechs  bis  acht  Üctavbände  starken 
druckfertigen  Werke:  Der  Organismus  und  die  Aesthetik 
iler  klassisch-italien.  Sprache  nebst  einem  reichhaltigen 
Sprachpromptuarium    für  jedes    Conccpt    nach    den    besten 


Klassikern  elukubrirt.  —  E.  Pariselle,  G.  A.  Scartazzini, 
Prolegomeni  clella  Divina  Commedia.  Introduzione  allo  studio 
di  Dante  Alighieri  e  delle  sue  Opere.  —  H.  Buchholtz, 
L' Alighieri,  Rivista  di  cose  dantesche  diretta  da  F.  Pasqua- 
ligo.  —  Ders.,  Gramätica  del  Castellano  antiguo  por  Pedro 
de  Mugica.  Primera  parte;  Fonetica.  —  L.  Hölscher, 
Programmschau. 

Modern  Lansuage  Notes  VI,  7:  Ch.  H.  Ross,  Chaueer 
and  ,the  Mother  of  God'.  —  H.  A.  Todd,  A  new  cxegcsis 
of  Purgatorio  \IX,  51.  —  E.  Hausknecht,  The  m.  e. 
hlauniut:  —  C.  St.  Wake,  The  Language  of  Madagascar. 
—  K.  Franckc,  Minor,  Schiller.  —  T.  Logie,  Fontaine, 
Merimce's  Colomba.  —  W.  F.  Hewett,  Walzel,  Friedr. 
Schlegels  Briefe.  —  J.  A.  Fontaine,  Edgren,  a  compcn- 
dious  freneh  grammar.  —  A.  S.  Cook,  Mayhew.  Synopsis 
of  old  english  phonology.  —  H.  A.  Rennert,  Ricci,  L'ul- 
timo  rcfugio  di  Dante:  .\gnelli,  Topo-cronografia  del  viaggio 
Dantesco ;  Del  Luiigo.  Beatricc  nclla  vita  e  ncUa  poesia 
del  s.  XIII.  —  Ders.,  Hcnnigs,  Studien  zu  Lopc  de  Vcga 
Carpio.  —  Fr.  N.  Scott,  Pronunciation  of  spanish-american 
worils.  —  W.  M.  Tweedie,  Chaucer's  prologue.  —  W. 
M.  H.  Browne  u.  J.  W.  Bright,  Postscript  to  Chauccrs 
Prologue.  —  H.  Senger,  Schiller  Translation.  —  G. 
H  e  m  p  1 ,  irli  in  America  ;  The  etymology  of  niichtern. 

Beiträse  znr  Kunde  der  indogerin.  Sprachen  XVII,  3.  4: 
II.  Collitz,  Die  Herkunft  des  schwachen  Praeteritums 
der  germ.  Sprachen.  —  St  räch  au,  Fick,  Etymologien 
(got.  hiitis ;  lat.  cxpio  =  got.  hiii/Ja ;  lat.  bnciiliim  und  ahd. 
eheyil:  lat.  </raculus,  ahd.  chrayil:  ß'/.tvra  zu  ahd.  chlenaii: 
germ.  rienia  und  »o«.'»!'/.»; ;  got.  gildit;  an.  gn/)u:  nd.  döbel\ 
ahd.  zimhay  =  ^f^ifpo,-). 

Arcbivio  per  lo  studio  delle  tradizioni  popolari  X,  2: 
A.  Ungarelli,  Proverbi  bolognesi :  Agricoltura,  Econoraia 
rurale.  —  G.  Crimi-Lo  Giudice,  Come  si  giuoca  coi 
bambini  a  Naso.  —  Luigi  De  Pasquale,  Tre  Leggende 
calabresi:  I.  Fratia.  II.  Marcu.  III.  S.  Stcfanu.  —  Paul 
Sehillot,  Contes  ile  Marins  recueillis  en  Haute-Bretagne : 
XHI.  Le  Prince  Marin.  XIV.  Le  Marin  Georges,  le  Diablo 
ecc.  XV.  Le  Bar  et  lo  Maquereau.  XVI.  Le  Homard  et  le 
Congre.  —  Pio  Mazzucchi,  Due  macihiette  carnevalesche. 
I.  L'orso.  La  torotolela.  —  M.  Mcnghini,  Canti  popolari 
roniani:  1.  II  ritorno.  2.  L'abate  che  rimaiie  senza  camicia. 
3.  L'  anellü  caduto  uel  niare.  4.  U  Oonfessore.  5.  La  fan- 
ciulla  che  vuole  marito.  6.  II  mal  d' amore.  —  G.  Pitre, 
Blasone  popolare  sieiliano.  —  Angela  Nardo-Cibele, 
La  filata,  o  la  coltivazione  del  canape  nel  Bellunese :  Appen- 
dice.  —  G.  Kumagalli,  Nuovo  Contributo  alla  Biblio- 
grafia  paremiologica  Italiana:  I.  Aggiunte  Bernstein.  —  S. 
S  a  1  o  mo  n  e  -  M  a  r  i  n  o  ,  La  onnipotenza  dei  proverb.j  di- 
mostrata  da  una  novclletta  popolare  siciliana.  —  Riccardo 
Forster,  Fiabe  popolari  dalmate:  V.  Fiaba  de  la  Menega 
rabiosa.  VI.  El  re  serpente.  VII.  El  fazzoleto.  VIII.  El 
Destin.  IX.  El  pesse-can.  —  G.  B.  Corsi,  Sena  vetus: 
Ninne-nanne,  preghiere,  storie:  Storia  di  Giovanni  di  Bor- 
dighiera.  Susanna.  Lisetta.  —  Alighiero  Castelli,  II  Canto 
di  S.  Giorgio.  ■ —  G.  B.  Corsi,  Le  dodici  parole  della 
veritü  in  Siena.  —  G.  Per  rare,  Folk-Lore  dell' Agricol- 
tura. —  Miscellanea  :  La  regina  Giovanna  I"  nella  tradiziono 
popolare.  —  La  festa  di  Maggie  in  Ärras  (Francia).  — 
Come  si  leghi  la  febbre  nel  Belgio.  —  La  morte  di  Alessio, 
figlio  di  Pictro  il  Grande  e  quella  di  sua  nioglie  nella 
tradiz.  popolare.  —  Una  superstizione  su  Napoleone  1°.  — 
II  malocohio  in  Senegambia.  —  Alberto  Lumbroso,  Una 
leggenda  Chinese.  —  Rivista  Bibliografica:  G.  Anialfi, 
Croce,  Lo  Cunto  de  li  cunti  di  G.  B.  Basile.  —  G.  Pitre, 
De  Nino,  Usi  e  Costumi  abruzzesi  —  Ders.,  Ninni,  Alcunc 
pubblicazioni.  —  Ders.,  Rua,  Intorno  alle  ,Piacevoli  Notti" 
dello  Straparola.  —  Ders.,  Questionnaire  de  Folklore 
Wallou ;  Child,  English  and  Scottish  Ballads. 

La  Tradition  V,  4:  H.  van  El  ven,  Les  proces  de  sorcellorie 
au  moyen  Age.  (Forts,  in  5.  6.)  —  Fr.  de  Beaurepaire, 
Chansons  pop.  de  Quercy.  (Forts,  in  6.)  —  A.  Harou,  Le 
folklore  de  la  Belgique."  —  Th.  Davidson,  Clements  de 
traditionnisme  ou  Folklore.  —  A.  Desrousseaux,  Monstrcs 
et  geants.  (Forts,  in  5.)  —  .\.  MiUien,  L'enfant  noy6.  — 
Bercnger-Ferau  d,  Contes  de  Provence.  —  R.  Stiebal, 
Surnoms  des  regiments  et  dos  grades  dans  l'armöe  alle- 
mande.  —  5:  liercnger-Fe  r  a  ud ,  Le  feu  de  Promdthöe 
chez  les  provemaux  de  nos  jours.  —  St.  Prato,  Un  Conte 
d'Andree  de  Nerciat  dans  une  nouvelle  pop.  livournaise  in- 
edite.    —    M.  de  Z  m  i  g  r  od  zk  i ,    Le    folklore    polonais.    — 


417 


1891.    Litcraturblatt  für  germanisclie  und  romanische  Philologie.    Nr.  12. 


418 


6 :  B  e  r  c  n  ij  e  r  -  F  0 1-  a  u  (1 ,  Lc  crime  (rOcdipe  Jaus  un  conto 
provenfal  cuntompurain.  —  St.  Pratu,  ün  conte  de  Gri''- 
court  Jans  une  nuuvelle  pup.  comiisque  de  Cavallasca.  — 
T.  Cannizzaro,  Chansons  pop.  de  Sieile.  —  P.  Vigni'-, 
Croyanees  et  Cüutunicä  an  Dnliomey.  —  G.  Doncieux,  Le 
roi  Kenaud.  (Linious.  Version.)  —  H.  Menü,  Chansons 
pop.  de  la  Pieardie. 
Revue  des  traditions  populaires  VI,  4 :  D.  F  i  t  z  g  e  r  a  1  d  , 
Sur  quelques  origines  de  la  tradition  celtique.  —  La  bonne 
feninie  es  preunes.  (Norm.  Vers.)  —  F.  Sebillot,  Tra- 
ditions  et  superstitions  des  ponts  et  chaussees.  VIII.  —  A. 
Ilarou,  Les  chemins  de  fer.  —  A.  Certeux,  Pelcrins 
et  pelerinages.   VIII.  —  E.  P  e  n  y  ,  Les  mines  et  les  mineurs. 

IX.  X.  —  R.  Basset,  Allusions  h  des  oontes  populaires.  — 
5:  G.  Doncieux,  Le  cycle  de  Sainte  Marie-Madeleine 
dans   la   clianson  pop.  —  jlad.  P.  Sebillot,  Le  rossignol. 

—  R.  Basset,   Les  chaussees  et  les  digues.  (Forts,  in  6.) 

—  Les  cloches.  —  A.  Certeux,  La  galette  de  paiu.  I.  — 
A.  H  a  r  0  u ,  Les  pendus.  —  H.  G.  M.  M  u  r  r  a  y  -  A  y  n  s  1  e  y  , 
Quelques  usages  de  la  semaine  Sainte  en  Espagne,  en  Italic 
et  ä  Corfou.  —  R.  Basset,  Contes  arabes  et  orientaux.  V. 

—  A.  Certeux,  Les  eaux  thermales  et  minerales.  III.  — 
A.  Perraud,  Traditions  et  superstitions  du  Dauphine.  IX. 

X.  —  H.  Le  Bournisien,  Le  premier  dimanche  de 
Careme.  II.  —  A.  Harou,  Les  mines  et  les  mineurs.  XI. 
XII.  —  A.  M  i  1 1  i  e  n  et  P.  S  e  b  i  1 1 0 1 ,  Les  pourquoi.  LV.  — 
6:  R.  Rosieres,  Aneiennete  de  quelques  looutions  usuelles. 
F.  Arnaudin,  Quelques  usages  de  la  Semaine  Sainte.  II. 
Dans  les  Landes.  —  J.  Tier  so  t,  Si  j'etais  hirondelle 
(2  Vers.).  —  R.  Basset,  La  legende  de  Didon.  —  M.  De 
Zmigrodzki,  Les  mines  et  les  mineurs.  XIII.  —  L. 
Court hion.  Legendes  valaisannes.  6.  —  E.  Auricoste 
de  Lazarque,  Folk-lore  de  Lorraine.  —  B.  Bezier, 
Blason  pop.  de  la  Loire-Interieure.  —  La  chansou  de  Bricou 
(mehrere  Versionen). 


Zs.  f.  deatscbes  Alterthnm  n.  deutsche  Literatur  35,  4: 

M  u  c  h  ,  Die  Sippe  des  .\rminius.  —  D  e  r  s. ,  Jupiter  Tanarus. 
—  Ders. ,  Requalivahanus.  —  Schröder,  Excurs  über 
die  got.  Adjectiva  auf  -alis.  —  Franck,  Zu  Bruder  Her- 
manns Jolande.  —  v.  G  r  i  e  n  b  e  r  g  e  r  ,  Germaniselie  Götter- 
nanien  auf  rheinischen  Inscliriften.  I.  Mars  'Halamardus. 
IL  Dea  SandrauJriga.  III.  Mercurius  Leudisio.  IV.  Dea 
Vagdavercustis.  V.  Hercules  Saxo.  —  Duemmler,  Le- 
genden vom  heiligen  Xicolaus.  —  Petschenig,  Altdeutsche 
Glossen  aus  Laibach.  —  Schönbach,  Zwei  altdeutsche 
Predigten.  —  Ders.,  Ein  Bruchstück  aus  dem  Alexander 
des  Ulrich  von  Eschenbach.  —  Schröder,  Heimath  und 
Ueberlieferung  der  Vorauer  Sündenklage.  —  B  olt  e,  Königin 
Maria  von  Ungarn  und  die  ihr  zugeeigneten  Lieder.  — 
Levissohn,  Eine  obersteirische  Fassung  des  Volksliedes 
vom  Tanhäuser.  —  H.  E.  Meyer,  Rydberg,  Undersökningar 
i  german.  mythologi  II.  —  Krause,  Jacob,  Welche  Han- 
delsartikel bezogen  die  Araber  des  MA.'s  aus  den  nord.- 
balt.  Ländern  ?  —  C  o  1 1  i  t  z ,  Jellinek,  Beiträge  zur  Erklärung 
der  german.  Flexion.  —  Heus  1er,  Brandstetter,  Prolego- 
mena  zu  einer  Geschichte  der  Luzerner  Mundart.  —  Ders., 
Blattner,  Ueber  die  Mundarten  des  Kantons  Aargau.  — 
Ders.,  Hoffmann,  Der  mundartliche  Voknlisraus  von  Basel- 
stadt. —  Schröder,  Kraus,  Vom  Rechte  und  Die  Hoch- 
zeit. —  B  i  e  1  seh  0  wsky  ,  Schütze,  Die  Lieder  Heinrichs 
von  Morungen.  —  Bethge,  Mennung,  Der  Bei  Inconnu 
des  Renaut  de  Beaujeu.  —  Spengler,  Wolkan,  Böhmens 
Antheil  an  der  deutschen  Literatur  des  XVI.  Jh.'s.  —  K. 
Meyer,  OJinga,  Das  deutsche  Kirchenlied  der  Schweiz  im 
Reformationszeitalter.  —  Köster,  Goldbeck-Loewe,  Zur 
Geschichte  der  freien  Verse  in  der  deutschen  Dichtung.  • — 
Walzel,  Litzmann,  Friedr.  Hölderlins  Leben.  —  R.  M. 
Meyer,  Werner,  Lyrik  und  Lyriker.  —  Steinmeyer, 
E.  Brauns  Briefwechsel  mit  den  Brüdern  Grimm  und  Lass- 
berg. —  E.  H.  Meyer,  Sepp,  Die  Religion  der  alten 
Deutschen.  —  R.  M.  Meyer,  Hjelmquist,  Xaturskildringarna 
i  den  norröna  diktningen.  —  Steinmeyer,  Kelle,  Unter- 
suchungen zur  Ueberlieferung  der  Psalmen  Notkers.  —  R. 
M.  Meyer,  Denecke,  Beiträge  zur  Entwickelungsgeschichte 
des  gesellschaftlichen  Anstandsgefühls.  —  Singer,  Murko, 
Die  Geschichte  von  den  sieben  Weisen  bei  den  Slaven.  — 
Ders.,  Patzig,  Zur  Geschichte  der  Herzmäre.  —  Szama- 
tölski,  Votsch,  U.  V.  Hütten.  —  Spengler,  Reuling, 
Die  kom.  Figur  in  den  Dramen  bis  zum  XVII.  Jh.  —  Ders., 
Rachö,  Die  deutsche  Schulkomödie.  —  Seuffert,  Rentsch, 


J.  E.  Schlegel  als  Trauerspieldichter.  —  Köster,  Vetter, 
Züricli  als  Vermittlerin  engl.  Literatur.  —  Wölfflin,  Frey, 
Gaucienz  v.  Snlis-Seewis.  —  Seemüller,  Tesch,  Die  Lehre 
vom  Gebrauch  der  grossen  Anfangsbuchstaben. 
Vierteljahrschrilt  f.  Literaturgeschichte  IV,  4:  Winter, 
Goethes  Antheil  am  Wandsbecker  Boten.  —  Kettner, 
Schillers  Maltheser.  —  Od  Inga,  Hermann  Kirchner.s  Corio- 
lanus.  —  Distel,  Ein  Gedicht  Ulrich  Königs.  —  Lind- 
ner.  Rostocker  Findlinge.  —  Obser,  Friedrich  Eugen  v. 
Würtemberg  und  Klinger.  —  Fischer,  Ein  Jugendbrief 
Hölderlins.  —  S  e  u  ff  e  rt ,  Gedichte  Hölderlins.  —  Jonas, 
Briefe  Max  von  Sohenkendorfs.  —  Löbner,  Zu  Hans  Sachs. 

—  Jacobv,  Hans  Sachsens  poetische  Sendung. 

Zs.  f.  den  deutschen  Unterricht  V, -Ki:  Rudolf  Hilde- 
brand, Zur  Metrik  des  Nibelungenliedes.  —  Aug.  Nebe, 
Die  Lehnwörter  im  deutschen  Unterricht.  —  E.  S  p  e  c  k  , 
Zur  Erklärung  von  Schillers  Jungfrau  von  Orleans.  —  W. 
Cremer,  Wanderungen  und  Wandlungen  eines  Volksliedes. 

—  Jos.  Koulen,  Ein  alter  Heilspruch.  —  S.  Feist,  Das 
S  und  Z  in  den  deutsehen  Mundarten.  —  Schmitz,  Stein 
und  Bein  schwören.  —  K.  J.  Schmidt,  Der  Wolf  als 
günstiges  Vorzeichen.  —  Karl  Krüger,  Zu  dem  Liede 
vom  „Rummelpott".  —  0.  Gl  öde,  Vom  Osterhasen.  — 
Alfred  Puls,  „Auf  eignen  Zaum'".  —  G.  B  ö  1 1  i  c  h  e  r  ,  Rud. 
Lehmann,  Der  deutsche  Unterricht.  Eine  Methodik  für  höhere 
Lehranstalten.  —  Ludw.  Fränkel,  Albert  Bielschowsky, 
Geschichte  der  deutschen  Dorfpoesie  im  13.  Jh.  —  F. 
Kuntze,  Theodor  Längin,  Die  Sprache  des  jungen  Herder 
in  ihrem   Verliältniss  zur  Schriftsprache. 

Zs.  des  allgem.  deutschen  Sprachvereins.  Wissensch. 
Beihefte  Nr.  2:  Wackernell,  Eine  Rector-Rede  über  die 
Geschichte  der  nhd.  Lexicographie.  —  C.  Müller,  Die 
Wiederbelebung  alter  Worte.  —  Imme,  Andeutungen  über 
das  Wesen  der  Sprache  auf  Grund  der  neuern  Psychologie. 

—  Zur  s-Frage:  1)  L.  Tob  1er,  Ueber  das  «  in  nhd.  Zu- 
sammensetzungen. 2)  K.  Seheffler,  Einwendungen  gegen 
Trautmann.  —  van  Hoffs,  Das  Marschlied  der  Lands- 
knechte. —  Unterforcher  u.  Lohmeyer,  Zu  Diomnot. 

Noord  eu  Znid  XIV,  4:  F.  Z.  Mehl  er,  Pieter  Langendijk 
(Slot).  Xantippe;  Papirius ;  De  Spiegel  der  vaderlandsche 
kooplieden.  —  A.  J.  Servaas  van  Rooijen,  Een  brief 
van  Mr.  Jacob  van  Lennep  aan  den  Hoogleeraar  T.  Roorda 
over  taal.  —  C.  H.  denHertog,  De  leer  van  den  samen- 
gestelden  zin  (Forts.).  Samentrekking.  Onderschikkend  zins- 
verband. —  G.  A.  Geerligs,  lets  over  de  kunst  van 
stellen  voor  Candidaat-Hoofdonderwi.jzers.  —  C.  J.  Vier- 
h  0  u  t,  Bijwoorden  en  onbuigbare  adjectieven.  —  G.  Duflou, 
Anna  Bi.jns.  —  T.  H.  de  Beer,  Taal-revolutie.  —  C.  H. 
den  Hertog,  Kollewijns  voorstel.  —  Nauwkeurig  lezen, 
VIII.  Uit  PÖtgieters  Proza.  't  Is  maar  een  pennelikker 
(fragment).  C.  Busken  Huet.  Max  Havelaar  en  de  Camera 
Obscura. 

Arkiv  tör  nordisk  fllologi  XVIII,  2:  R.  C.  Boer,  Ueber 
die  Orvar-Odds  saga.  —  j\.dolf  Nor  een,  Bidrag  tili  den 
fornnordiska  slutartickelus  historia.  —  Gustav  Mo  rg  en- 
stern,  Zur  Ueberlieferung  der  grossen  Olafssaga  Trygg- 
vasonar.  —  Natanael  ßeekman,  Om  ((-typen  som  tecken 
för  ändelsevokaler  i  Sia^linna  Trost.  Ett  bidrag  tili  forn- 
svenskans  länga  ändelsevokaler.  —  Ad.  Noreen,  Bidrag 
tili  äldre  Vä^tgötalagens  täkstkritik.  II.  —  R.  C.  Unger, 
Bemsrkninger  om  nogle  islandske  og  norske  Haandskrifter 
fra  Middelalderen.  —  Theodor  Wisen,  Anmälan  av  , An- 
dreas Heusler,  Der  Li6{)ahättr.  Eine  metrische  Untersuchung'". 

.  _  Gustaf  Cederschiöld,  Anmälan  av  ,Händskriftet 
Nr.  2365  4:to  (Codex  regius  af  den  a?ldre  Edda),  üdg.  ved 
Ludv.  F.  A.  Wimmer  og  Finnur  Jönsson".  —  Otto  Lund, 
Nekrolog  över  G.  F.  V.  Lund. 


Englische  Studien  XVI,  2:  M.  Kaluza,  Strophische  Gfie- 
derung  in  der  mittelengl.  rein  alliterirenden  Dichtung.  — 
E.  H.  C.  Oliphant,  The  works  of  Beaumont  and  Fletcher. 
IIL  —  P.  Holz  hausen,  Drydens  heroisches  Drama 
(Schi.).  —  W.  Swoboda,  Vermittler  im  Streite  um  die 
Reform  im  Sprachunterricht.  —  Karl  D.  Bül  bring,  Ar- 
thour  and  Merlin  nach  der  Auchinleck-Hs.  nebst  zwei  Bei- 
lagen hrsg.  von  Eugen  Kölbing.  —  E.  Kölbing,  Pearl, 
An  English  Poem  of  the  Fourteenth  Century.  Edited  with 
a  Modern  Rendering  by  Israel  Gollancz.  —  Ders.,  Chaucer, 
The  Prologue  to  the  Canterbury  Tales.  Edited  by  the  Rev. 
Walter  W.  Skeat.  —  Ders.,  English  Miracle  Plays,  Mo- 
ralities   and  Interludes.    Specimens   of  the  Pre-Elizabethan 


410 


1801      Litcralurblait  CGr  germanische  und  roinanischo  Philologie.    Nr.  12. 


t-20 


Drnma  eJiteil,  witli  an  Introduction,  Kotes  and  Glossnrr, 
liy  .\lfro.l  W.  Pollnr.l.  -  A.  Soliröer,  W.  Wetz.  Shake- 
speare vom  Stanilpunkte  rler  vergleichenden  Literatur- 
gesoliiclite.  Krster  Uainl:  Die  Menschen  in  Shakespeares 
Üramen.  —  M.  Koch,  Erwin  Hcuse,  üeber  die  Erscheinung 
des  , Geistes"  in  Hamlet.  —  Ders. ,  Ophelia  und  Porzia. 
Zwei  Shakespearesche  Frauen-Charaktere.  Nach  liriefen  von 
Helena  Kaucit  Martin  ins  Deutsehe  übertragen  von  Karl 
Lentzner.  —  L.  Toulniin  Smith,  The  Exempla,  or  Illustra- 
tive storics  from  tlie  Serniones  Vulgares  of  Jacques  de 
Vitry.  Edited  with  intniduction,  analysis  and  notes  by  T.  F. 
Crane.  —  J.  E.  Wüll'ing,  Alfred  Rose,  Darstellung  der 
Syntax  in  Cynewulfs  C'rist.  —  .M.  Krumraacher,  Otto 
Krancke,  Was  haben  die  Engländer  für  die  Reinheit  ihrer 
Sprache  gctiian  ':■  —  W.  \V  i  I  k  e  ,  Eiuil  Penner,  Metrische 
Untersuchungen  zu  George  Peele.  —  Uers. ,  Carl  Knauf, 
Ucber  die  Metrik  Robert  Greene's.  —  E.  Kölbing,  G. 
Wittenbrinck,  Zur  Kritik  und  Rhythmik  des  alteugl.  Lais 
von  Havclok  dem  Dünen.  —  Ders.,  F.  IJaelimann,  Die 
beiden  metrischen  Versionen  des  mittelengl.  C'anticum  de 
creatione.  —  Ders. ,  H.  Aschenbcrg,  Sir  David  Lyndsay's 
Leben  und  Werke.  I.  Sein  Leben.  —  J.  Caro,  Mettlich, 
Bemerkungen  zu  dem  anglonorm.  Lied  vom  wackeren  Ritter 
Hörn.  —  L.  Proescholdt,  Joseph  Spies,  Otway's  Titus 
and  lierenice  and  Racine's  Berönice,  a  parallel.  —  Ders., 
M.  Krummacher,  Uebersetznngen  aus  üoldsmith  (IV)  mit 
Anmerkungen.  —  M.  Koch,  Richard  Thiel,  A  critical  ana- 
lysis of  Edward  Young's  Nigth  Thought.s.  —  E.  Kölbing, 
Fricdr.  Blumenthal,  Lord  Byron's  Mystery  ^Cain"  and  its 
relation  to  Milton's  „Paradise  Lost"  and  Gessner's  ,Death 
of  Abel".  Oldenburg  1891.  —  .M.  .Mangold,  E.  A.Sonnen- 
schein, Parallel  Gramniar  Series.  An  Englisli  Grammar  for 
schools,  based  on  the  principles  and  requirements  of  the 
Grammatical  Society.  Stereotyp.  Edition.  London  1890. 
Part  I.  Parts  of  Speech,  .\ceidence,  by  J.  Hall,  M.  A.  and 
E.  A.  Sonnenschein.  Part.  II.  .\nalysis  and  Syntax,  by  A. 
J.  Cooper,  F.  C.  P.  and  E.  A.  Sonnenschein,  M.  A.  —  A. 
Würzner,  Sammlung  franz.  uml  engl.  Schriftsteller.  Biele- 
feld u.  Leipzig,  Velliagen  &  Klasing.  Vol.  48—51  ;  54—56. 
1891.  —  R.  Thum,  George  II  and  George  IH,  by  W.  M. 
Thackeray.  Hr.ng.  u.  mit  .\nmerkungen  versehen  v.  R.  Palm. 
Anglia  XIV  (N.  F.  H),  :i:  K.  Luick,  Beiträge  zur  engl. 
Grammatik  (ö.  Zur  Entstehung  des  ne.  ui.  0.  Frz.  eii  ieii 
im  Engl.  7.  Der  Lautwcrth  von  nie.  ne.  oi).  —  F.  Holt- 
hausen,  Zu  alt-  u.  mittelengl.  Dichtungen  II  (16.  Die 
nördl.  Benedictincrregel.  17.  Lob  der  Frauen.  18.  A  peni- 
wor])  of  Witte.  19.  How  a  niercliande  dyd  hys  wyfe  betray. 
2U.  Hurn  Childe  and  niaiden  Rimnild.  21.  Thomas  of  Ercel- 
doun.  22.  Lied  auf  Weihnachten  ii.  Epiphanias.  23.  Legende 
von  Papst  Cclestin.  24.  De  St.  Wenefreda  sermo.  25.  St. 
Hieronymus.  26.  AE.  Legenden  ed.  Horstniann.  27.  Ywain 
unil  Oawain.  28.  Zu  Chaucer's  Squiere's  tale.  29.  Reden  der 
Seele  an  den  Leichnam.  W.  Die  Boten  des  Todes.  31.  Bale's 
coniedy  conccrnyng  Ihre  lawes).  —  G.  Sarrazin,  Die 
Entstehung  der  Hanilettragüdie.  IV:  Die  Modernisirung  der 
Sage.  —  E.  Flügel,  Die  Gedichte  der  Königin  Elisabeth 
(1.  Uebersetzung  in  Blankverse  aus  dem  Chore  zum  2.  Akt 
des  Hercules  Oetaeus.  2.  Psalm  14.  3.  On  Fortune.  4.  Ät 
hir  departing  out  from  Wooilstoke.  5.  „In  defiance  of  for- 
tune".  6.  Wlicn  I  was  faire  and  young.  7.  Epitaph  aus  John 
SüüWthern's  Pnndora  the  Musyquo  of  the  iJeautie  of  bis 
Mistresse  Diana  1584.  8.  The  doubt  of  future  foes.  9.  Liebes- 
klage, lü.  Elizabeth's  nnswer  to  a  Pupish  Priest.  11.  Rebus 
on  .Mr.  Noel.  12.  Characters  of  4  Knights  of  Nottingliam- 
«hire.  13.  An  Engl.  Hexam.  14.  Sir  W.  Ralcigh).  —  P. 
Grade,  Das  Negcrenglisch  an  der  Westküste  von  Afrika. 
—  F.  H  0  1 1  h  au  so  n  ,  Zu  alt-  und  mittelengl.  Dichtungen 
IIL  32  Robert  Grosseteste's  Chastcau  d'amour. 


pforta   und   der   franz.    Unterricht   auf   den  Gymnasien.  — 
Kühn,  üeber  unsere  Schulausgaben  franz.  und  engl.  Schrift- 
steller. 
Franco-Gallia  VIII,  U:  Humbert,  Einige  Vorurtheile  die 
der  Würdigung   des  klass.    franz.  Dramas   im  Wege  stehn. 


Koinan.  Forschungen  VII,  l:  C.  Steinweg,  Die  hand- 
schriftl.  Oestaltuiigon  der  lat.  Navigatio  Brcndani.  —  C. 
Michaelis  de  VasconcoUos,  Der  port.  Infinitiv.  — 
Dies.,  Zur  Cabdi'ireal-Frage.  —  E.  Teza,  Der  Cancionero 
von  Neapel. 

Zs.  f.  frauz.  Sprache  u.  Literatur  XIII,  5:  G.  Ritter, 
Corrcspondancc  de  Sainte-Bouvc  nvec  Hermann  Reuciilin.  — 
R.  Mahrenboltz,  Die  Reformen  des  höhern  Unterrichts- 
wesens in  Frankreich  seit  1871  und  ihre  Literatur.  —  E. 
Stengel,  Textprobe  einer  neuen  Ausgabe  der  Chanson 
des  Lohcrnins.  —  E.  Rigal,  Le  theätre  d'Alexandre  Hardy. 
—  K.  A.  Martin  Hartmann,  Roctor  Volkniann  von  Schul- 


Litvrar.  Centralblatt  45:  Reich,  Grillpnrzcrs  Kunstphilo- 
sophic.  —  Rahstede,  Wanderungen  durch  die  franz.  Litera- 
tur. —  46:  Armeno,  Peregrinaggio  di  tre  Giovani.  —  47: 
Lungo,  Beatrice  nella  vita  e  nella  poesia  del  secolo  XIII.  — 
48:  D'Haussonville,  Mme.  de  la  Fayette.  —  Körting,  La- 
tcinisch-roman.  W'örterbuch.  —  48:  [Mo]gk,  Vodskov, 
Rig-Veda  og  Edda.  —  49:  Brunetiere,  L'evolution  des 
genres  dans  l'histoire  de  la  litterature.  —  Jonsson,  Codex 
regius  nf  den  teldre  Edda.  —  v.  d.  Gabelentz,  Die  Sprach- 
wissenschaft. —  W.  Caxton's  Infantia  Salvatoris.  Hrsg.  von 
Ilolthausen. 

Deutsche  LiteraturKeitung  42:  Kölbing,  Die  Volsunga- 
sage  hrsg.  von  Raniscli.  —  Sauer,  Bulthaupt,  Dramaturgie 
des  Schauspiels  tGrillparzer,  Hebbel,  Ludwig,  Gutzkow, 
Laube).  —  B  o  1 1  e ,  Haragiola,  II  canto  popolare  a  Bosco  o 
Gurin,  colonia  tedesca  nel  cantone  Ticino.  —  43:  Roe- 
diger,  J.  Grimm,  Kleinere  Schriften  VIIL  —  Werner, 
Karpeles,  Goethe  in  Polen.  —  Herford,  Sir  Philip  Sid- 
ney's  Astrophel  anil  Stella  und  Defence  of  Poesie.  Hrsg. 
von  Flügel;  Phil.  Sidney,  An  Apologie  for  Poetrie.  Ed.  by 
Evelyn  S.  Shuckburgh.  —  44:  W.  Golther,  Rhys,  8tudie8 
in  the  Arthurian  Legend.  —  Kraus,  B.  ten  Brink,  Beo- 
wulf.  —  Baist,  Vollmöllcr,  Laberinto  amoroso;  Spanische 
Funde  1 — 3.  —  45:  Schmidt,  Schönbach,  Ueber  eine 
Grazer  Hs.  lat. -deutscher  Predigten.  —  Hauffen,  Stricker, 
de  düdesche  Schlömer,  hrsg.  von  Bolte.  —  Brandl,  Timon, 
Shakespeares  Drama.  —  46:  Hartfelder,  Albrecht  von 
Eyb,  Deutsche  Schriften  hrsg.  v.  Max  Hermann.  —  Breul, 
Erlanger  Beiträge  zur  engl.  Philologie  hrsg.  von  Varnhagen 
1.  G.  —  47:  Mali  low,  Collitz,  Die  Behandlung  des  urspr. 
auslaut.  ai  im  Got.  Ahd.  und  As.;  Jellinek,  Beiträge  zur 
Erklärung  der  germ.  Flexion.  —  Sauer,  Bonet  Maury, 
Bürger  et  les  origincs  anglaises  de  la  bailade  litteraire  en 
Allemagne.  —  Pak  sc  her,  Hoeift,  France,  Franceis  und 
Franc  im  Rolandsliede ;  Selineegans,  Die  Quellen  des  sog. 
Pseudo-Pliilomena  und  des  Officiums  von  Gerona  zu  Ehren 
Karls  des  Grossen  als  Beitrag  zur  Geschichte  des  altfranz. 
Epos.  —  48:  Voigt,  Paulson,  Legenden  om  den  hcliga 
Katarina  af  Alexandria ;  Fragmentum  vitae  Sanctae  Catha- 
rinae  Alexandrinensis  nietrioum.  —  v.  Weilen,  Köster, 
Schiller  als  Dramaturg.  —  Auerlbach,  Schiller,  Die  Künst- 
ler, erklärt  von  Emil  Grosse.  —  Michaelis,  Soames,  An 
Introduction  to  Phonetics. 

Göttingiscbe  gelehrte  Anzeigen  19:  v.  Below,  v.  Inama- 
Sternegg,  Deutsche  Wirtlisclmftsgeschichte.  II.  —  Müller, 
Jacob,  Welche  Handelsartikel  bezogen  die  Araber  des  Mittel- 
alters aus  den  nordisch-baltischen  Ländern?  2.  AuH. 

Berichte  des  Freien  deutschen  Hochstifts  zu  Frank- 
furt a.  M.  N.  F.  VIII,  1 :  S  i  e  b  e  e  k  ,  Grundzüge  zu  Goethes 
Lebensphilosophie.  —  Banner,  Die  Refornibestrebungcn 
Malherbes  auf  dem  Gebiete  der  franz.  Verskunst.  2.  — 
Henri  Boullenot,  Coup  d'oeil  sur  le  th^ätre  contemporain 
fran^ais.  —  Valentin,  Methodische  Fragen  zur  Haiulet- 
forschung.  —  Michel,  Ucber  einige  neuere  Er.'tchcinungen 
der  Slinke.'<peare-Literatur. 

Chronik  des  Wiener  Goethe- Vereins  11:  Schrüer, 
Ooetlips  äussere  Erschoiiuing  und  Goethe-Standbilder. 

Neue  Jahrbücher  f.  Philologie  n.  Pädagogik  134,  5: 
A.  Jung,  Xerrlioh,  Jean  Paul. 

Pädagogium  XIV,  1 :  R  üben  kam  p,  Die  Bedeutung  Schillers 
für  die  Jugeml. 

Zs.  f.  das  Gymnasial  Wesen  Sept.:  Naumann,  Böhme, 
Herder  und  das  Gymnasium.  —  Kern,  Lyon,  Auswahl 
deutscher  Gedichte."  —  Oct. :  Kern,  Lyon,  Abriss  der 
deutsche-i  Grammatik.  —  Nov.:  P.  Geier,  Der  deutsche 
.\biturientenaufsntz  an  den  neunklassigen  Mittelschulen. 

Correspondenzblatt  f.  die  Gelehrten-  u.  Realschulen 
Württembergs :  E.  M  ü  1 1  e  r ,  Studien  über  Schillers  Kabale 
und  Liebe.  II. 

Zs.  f.  die  österr.  Gymnasien  VII:  R.  Schachinger, 
Michael  Enk  von  der  Burg  an  Ferdinand  Wolf.  —  R. 
lleinzel,  Wosidle,  Imperativische  Wortbildungen  im 
Niederdeutschen;  Ottokar.H  Reimchronik,  hrsg.  von  See- 
müller. —  J.  Schmidt,  Muller-Frauenstein,  Handbuch  für 
den  deutschen  Sprachunterricht,  II. 


421 


1891.    Literaturblatt  für  ^ermanischo  und  romanische  Philologie.     Nr.  12. 


422 


Archivaliscbe  Zeitschrift  X.  F.  II:  L.  v.  Roc  kinger, 
Vier  Handschriften  und  ein  alter  Druck  deutscher  Rechts- 
bücher   aus    der   Bodnjnnn-lIubel-Conradyschen   Sammlung. 

Anzeis;er  des  german.  Nationalmusenms  4:  J.  R.  Die- 
terich, Deutsche  Briefe  des  (jrafen  Rudolf  von  Habsburg- 
Laufenburg  aus  dem  Jahre   1313. 

Westdeutsehe  Zeitschrift  f.  Geschichte  n.  Kunst  X,  3 : 
A.  Riese,  Die  Sueben.  Ein  Sehlusswort. 

Jahrbuch  f.  lothringische  Geschichte  n.  Alterthnms- 
kunde  ISitO:  H.  Witte,  Zur  Geschichte  des  Deutsehthums 
in  Lothringen.  Die  Ausdehnung  des  <leutschen  Sprachge- 
bietes im  5Ietzer  Bisthume  v.  der  Zeit  des  ausgehenden  Mittel- 
alters bis  zum  Beginne  des  17.  Jh. 's.  (Strassburger  Diss.) 

Sitzungsberichte  der  Altertbumsgesellschaft  Prnssia 
1890:  A.  Brosow,  Was  können  wir  aus  Jordanes  über  die 
Ursitze  der  Goten  entuehmcn? 

Mittbeilnngen  der  niederlausitzer  Gesellschaft  f.  An- 
thropologie u.  Alterthumsknnde  II,  '2:  C.  0  ander, 
Sagen  und  sagenhafte  Mittheilungen  aus  Kreis  Guben.  — 
F.  Weinuk,  Glaube  und  Brauch  in  der  Umgegend  von 
Lübben  und  Luckau.  —  C.  Liersch,  Nachrichten  über 
Tracht  und  Sitten  der  Slaven  und  Germanen  aus  dem  6. 
Jh.  n.  Chr. 

Hessische  Quartalblätter  3:  v.  Pfister,  Gegen  Eindeutig- 
keit des  chattischen  und  hessischen  Xantens. 

Rentlinger  Geschichtsblätter  11:  J.  C'aspart,  Die  Orts- 
namen im  Oberamt  Reutlingen. 

Korrespondenzblatt  des  Vereins  f.  siebenbürg.  Landes- 
kunde 14,  11:  Spuren  erloschenen  Deutsehthums  im  nord- 
östlichen Siebenbürgen.  —  Geza  Kuun,  Additament.i  zu 
dem  germ.  Glossar  des  Codex  Cuman. 

Preussische  Jahrbücher  5:  P.  Graffunder,  Der  Erd- 
geist und  ilephistopheles  in  Goethes  Faust. 

Deutsche  Revue  Nov.:  Angelo  de  Gubernatis,  Dante 
und  Indien. 

Baltische  Monatsschrift  38,  7:  L.  v.  Schi\öder,  Aus  den 
Tagen  der  Empfindsamkeit. 

Die  Gegenwart  45:  Fritz  Lern  ra'e'rmey,er ,  Neues  über 
Nikolaus  Lenau. 

Die  Nation  3  u.  4:  H.  Falkenheini,  Kuno  Fischer  als 
Literarhistoriker.  —  7:  O.  Gilde ni eiste r,  Allerhand 
Sprach  dummheiten. 

Die  Grenzboten  42:  Das  Grillparzerjahrbuch.  —  44:  Ett- 
linger,  Hofmann  von  Hofniannswaldau.  —  46:  Brief- 
weclisel  Lückes  mit  den  Gebrüdern  Grimm. 

Das  Ausland  43:  L.  Wilser,  Die  Ostgermanen. 

Beilage  zur  AUg.  Zeitung  233:  L.  G.,  Goethes  Tagebücher 
1809  —  1812  u.  sonstiges  Ungedruckte.  —  238:  A.  Schröer, 
Germanische  Mythologie  (über  E.  H.  Meyers  Lehrbuch).  — 
240 :  L.,  Die  deutsch-franz.  Sprachgrenze.  —  L.  G.,  üeber 
Foglar,  Grillparzers  Ansichten  über  Literatur,  Bühne  und 
Leben.  —  242:  J.  Ettlinger,  Otto  Heinrich  von  Gem- 
mingen (über  Flaisohlens  Schrift).  —  246 :  L.  G.,  Mörike- 
Storni-Briefwechsel.  —  252:  H.  Düntzer,  Goethes  Sesen- 
heimer  Lieder.  —  253:  J.  B.  Nord  hoff,  Die  lombardischen 
Bau-  und  Kaufleute  in  Altdeutschland.  —  Tb.  jVchelis, 
Völkerpsychologie  und  Völkerkunde.  —  257  :  F.  M  un  c  k  er , 
Ein  verschollenes  Gedicht  des  preussischen  Grenadiers.  — 
264  u.  265:  H.  Funok,  Briefe  Herders  an  Lavater. 

Münchner  Neueste  Nachrichten  526  Morgenbl. :  W.  Gol- 
ther,  Deutsche  Kunst  und  deutsche  Sage  (über  Herrraa- 
nowski.  Die  deutsche  GQtterlehre  und  ihre  Verwerthung  in 
Kunst  und  Dichtung). 

Verslagen  en  Mededeelingen  der  Koningl.  Vlaamsche 
Acadeniie  voor  taal-  en  letterkunde  1890,  9  if. :  Ueber 
eine  liäm.  Uebersetzung  der  Chronik  des  Froissart  von  Geryt 
Potter  van  der  Loo  (f  1478?).  -  S.  183  ff.:  N.  de  Pauw, 
Mittheilung  über  ein  Fragment  des  Reinaert  de  Vos  in 
Darmstadt.  —  250  £F. :  P.  Genard,  lets  over  de  oude 
Naanivalsbiugingen  der  Nederlandsche  eigennamen. 

Het  Beifort  1890,  t.  V  1"  vol.  107  ff.:  V.  van  de  Kerk- 
h  o  V  e ,  Van  de  taal-  en  letterkunde  der  Noordmannen.  — 
Vol.  2  107  tf. :  James,  De  sevenste  bliscap  van  Maria 
(Mystere  aus  dem  Anfang  des  15.  Jh. 's). 

Dietsche  Warande  X.  R.  3,  1890,  S.  100  ff.:  W.  Bäum- 
k  e  r ,  Gesprek  van  eenen  leeraar  met  zijnen  scholier  uit  de 
vijftiende  eeuw.  (Ms.  7970  der  Fideicommis  Bibl.  der  k.  k. 
Archive   zu  Wien;    Dialect    von  Limburg  oder  Umgegend.) 

The  Acaderay  1017:  Bradley,  The  old-english  Celmert- 
monn.  —  1018 :  Prince  Louis  Lucien  Bonaparte  (Xeorolog). 
—  Shelley's  centenary.   —    1019 :   Macchiavelli,  II  Principe 


ed.  Burd,  with  an  introd.  by  Lord  Acton.  —  Watts,  Life 
of  Miguel  de  Cervantes.  —  Toynbee,  The  balladc  adressed 
by  Eustache  Deschamps  to  Geoffrey  Chaucer.  —  1020:  The 
Story  of  Howard  the  Halt,  of  the  Banded  Man,  of  Hen 
Thorir,  of  the  Ere-Dwellers.  Done  into  Euglish  out  of  the 
Icelandic  by  W.  Morris  and  Eirikr  Magnussen.  —  Prince 
Louis  Lucien  Bonaparte. 
The  Athenaeum  3339:  s  k  ea  t,  The  true  source  of  Chaucer's 
Boethius.  —  Skeat,  The  verb  „to  slate".  —  3341:  La 
Morte  Darthur  p.  p.  Sommer.  —  Racine's  dramatic  works, 
transl.  by  Bosswell.  —  3343:  A.  Morel-Fatio,  Etudes 
sur  l'Espagne.  II.  —  Gaudeau,  Les  precheurs  burlesques 
en  Espague.  —  Di-^won,  Diction.  of  idiomatic  cnglish  phrases. 

—  Addv,  Supplcm.  to  the  Sheffield  glossary.  —  Behaghel, 
a  short  histcir.  graniuiar  of  the  German  language  transl. 
by  Techmann. 

Transactions  of  the  philological  Society  1888—90.  III: 
Fleischh  ac  k  er  ,  On  the  old  cnglish  Nouns  of  more  than 
one  gender.  —  Bül  bring,  On  twenty-five  Mss.  of  Richard 
Rolle's  .,Pricke  of  Conscience",  eighteen  of  then  in  the 
British  Museum,  four  in  the  Library  of  Trinity  College, 
Dublin,  the  Corser  Ms.,  and  two  in  Lishfield  Cathedral 
library.  —  Skeat,  Notes  on  english  etymology. 

The  American  Journal  of  Philology  XI,  4:  Collitz, 
Benfey,  Kl.  Schriften.  —  XU,  1;  M."  Bio  o  m  f  i  e  Id,  On 
-Adaptation  of  Suffixes  iu  Congeneric  Classes  of  Substantives. 

Bulletin  international  de  i'Academie  des  sciences  de 
Cracovie  Juli:  Porebowicz,  Catalogue  des  livres  castil- 
lans  du  XVi°  siccle  (Biblioth.  de  l'univ.  de  Cracovie). 

Revue  critique  45:  Appcl,  Petrarque.  —  Bossuet  p.  p.  Le- 
barq.  III.  —  Voltaire,  Siecle  de  Louis  XIV  p.  p.  Bourgeois. 
Bossert,  Histoire  abregee  de  la  litterature  allemande.  — 
Poncelis,  Histoire  de  la  litterature.  —  46:  Guardione,  La 
litterature  contcmporaine  eu  Italic.  — ■  48:  Molines,  Vinet, 
critique  littcraire.  —  49:  D'Arbois  de  Jubainville,  Les  noms 
gaulois  chez  Cesar.  —  G.  Paris,  Extraits  de  la  chansou  de 
Roland ;  G.  Paris  et  Jeanroy,  Extraits  des  chroniqueurs 
frangais.  —  Petersen,  Faust  et  Brand,  Hamlet.  —  Faguet, 
Politiques  et  moralistes  du  XIX"  siecle.  —  Billing,  Chro- 
nique  colmarienne,  p.  p.  Waltz.  —  Kluge,  Dictionnaire 
etymologique  de  la  langue  allemande.  5  ed. 

Rev.  pol.  et  litt.  16:  R.  Rosieres,  Histoire  d'une  ancienne 
ecole  litteraire  (1490—1540.  Das  wahnsinnige  Gebahren  der 
(Kretin,  Saint-Gelais,  Molinet  u.  s.  w.  wird  ergötzlich  mit 
dem  der  heutigen  Symbolisten  und  Decadenten  zusammen- 
gestellt). —  17:  G.  Lanson,  Etüde  sur  „Gil-Blas'",  d'apres 
un  ouvrage  recent  (Le  Sage  romancier  par  Leo  Claretie, 
1890).  —  Georges  Pelli  ssier,  Romanciers  modernes.  M. 
Marcel  Prevost.  —  18:  A.  Bar  ine.  Au  bou  vieux  temps. 
Un  erudit  napolitain  (aus  Anlass  der  Autobiografia  di  Pietro 
Giannone  pubbl.  da  Augusto  Pierantoni.  Roma  1S90J.  —  L. 
Gandera.\,  Le  „Don  Juan"  de  Meliere,  causerie  (über 
frühere  Bearbeitungen  des  Stoffes).  —  19:  T.  deWyzewa, 
Frederic  Nietsche,  le  dernier  metaphysicien. 

Le  Moyen  Age  IV,  10:  M.  \V.,  Rhys,  The  .\ithurian  legend. 

—  J.  S.  Conon  de  Bethune,  ed.  Wallensköld.  —  G.  Dout- 
repont,  Cloetta,  Beiträge  zur  Literaturgeschichte  des 
Mittelalters  und  der  Renaissance.  —  W.,  Stecher,  Jean- 
Lemaire  de  Beiges,  sa  vie,  ses  Oeuvres. 

Revue  britanniqne  67,  6:  A.  Odin,  La  Basse  Bretagne 
conteuse  et  legendaire. 

Revue  des  Deux  Mondes    15.  Oct. :    Bcdier,   Les  lais  de 

Marie  de  France. 
•Bibliotheqne   universelle   et  Revue  Suisse  Oct:   Ques- 
nel,  Poetes  anglais:  Robert  Buchanan. 

Bulletin  de  I'Academie  royale  des  Sciences,  des  Lettres 
et  des  Beaux-Arts  de  Belgique  3'  scrie.  T.  XIX.  S.  585 — 
632:  J.  Stecher,  La  legende  de  Virgile  en  Belgique.  — 
T.  XX.  S.  637-688:  Fr.  van  Veerdeghen,  een  paar 
fragmenten  van  den  Roman  van  Perchevael  (Chrestien  di 
Troyes). 

Memoires  de  rAcademie  royale  (Belgien)  XLV:  H.  Lo ge- 
rn an,  l'Inscription  anglo-sa.xonne  du  reliquaire  de  la  vraie 
croix  au  tresor  de  l'eglise  des  SS.  Michel-et-Gudule,  ä 
Bruxelles. 

Nnovo  Archivio  Veneto  II,  1 :  W  i  e  I ,  I  teatri  musicali  di 
Venezia  nel  settecento. 


423 


1891.    Literaturbintt  für  germanische  und  roiuanisohe  Philologe.    Nr.  12. 


424 


Neu  erschienene  Bücher. 

.\nderson,  Nicolai,  Studien  zur  Ycrgleicliung  der  ugro- 
finnisrlicn  und  indogerman.  Sprachen.  I.  Durpatcr  Disscrt. 
III.  322  S.  K. 

B  ar  t  h  olomao,  Chr.,  .\risfhcs  und  Linguistisches.  Sonder- 
iibilruck  aus  ilcii  Heiträgen  zur  Kunde  der  idgni.  Spniehen, 
IJd.  XV  u.  XVII.  Oöttingen,  Vandenhucck  &  Ruprecht.  M.  5. 

Bcchtcl,  F.,  Die  llauptprubleme  der  indogernian.  Laut- 
lehre seit  Schleicher.  Göttingen,  Vamlenliocck  &  Ruprecht. 
X,  414  S.  gr.  S.     M.  9. 

Iluffmnnn,  Eduard,  Stärke,  Höhe,  Länge.  Ein  Beitrag  zur 
Physiologie  der  Acccntuation  mit  bes.  Berücksichtigung  des 
Deutschen.  Strassburg,  Trübner.  51  S.  S.  (Züricher  Habili- 
tationsschrift.) 

Krause,  E.,  Tuisko-Land  der  arischen  Stämme  und  Götter 
Urheimath.  Olognu,  Flemming.  XII,  (524  S.  8. 

Krolin,  K.,  Mann  und  I'uchs.  Drei  vergl.  Märchenstudion. 
Helsingfuis.  70  S.  4. 

Ludwig.  A.,  Die  Genesis  der  grammatischen  Tormen  des 
Sanskrit  und  die  zeitliche  Rcihciilülge  in  der  Selbständig- 
werilung  der  indoeuropäischen  S|irachcn.  Prag,  Rivnac. 
Sondenir.  1H4  S.  4.     M.  4,80. 

Ploix,  Ob.,  Le  surnaturel  dans  les  contes  populaires.  Paris, 
Leroux.  IV,  211   p.   18.     fr.  3,50. 

Vodsküv,  II.  S.,  Rig-Veda  og  Edda  eller  den  komparative 
Mytologi.  lüiiiiig  til  Bestemmelscn  af  mytologiske  Metode. 
Kopenhagen,  Lehmann  &  Stage.  CXLIX,  80  S.  8. 


Behaglicl,  A  Short  Ilistoiical  Grammar  of  the  Gernian 
Language.  Trans,  and  adapted  from  Prof.  Behaghel's 
.Deutsche  Sprache'  by  Emil  Trechmann.  12mo,  p.  194.  Mac- 
milliin.     4/t> 

Behrens,  F.  \V.  B.,  Deutsches  Ehr-  und  Xationalgefühl  in 
seiner  Entwicklung  durch  Philosnphen  und  Dichter  (1600  — 
181.")).  Leipzig,  Fock.  152  S.  8.  Leipziger  Diss. 

Bürgers  Gedichte,  hrsg.  von  Arnold  E.  Berger.  Kritisch 
durchgesehene  und  erläuterte  Ausgabe.  Leipzig  u.  Wien, 
Bibliogr.  Institut.  (Mevers  KUissiUerausgabe  in  150  Bänden.) 
52,  520  S.  8. 

Dittniar,  E.,  Die  Blankenheinier  Mundart.  Eine  lautliehe 
Untersuchung.  Leipzig,  Fock.   48  S.  8.  Jenenser  Diss. 

Dumcke,  J.,  Die  deutschen  Faustbücher.  Nebst  einem  An- 
hange zum  Widmannschen  Faustbuche.  Leipzig,  Fuek.  101  S. 
8.  Leipziger  Dissertation. 

Düntzer,  IL,  Zur  Goethe-P'orschung.  Neue  Beiträge.  Stutt- 
gart, Deutsche  Verlagsanstnlt.  VII,  43G  S.     M.  6. 

Eckart,  R.,  Lexikon  der  niedersäclisischen  Schriftsteller  von 
den  ältesten  Zeiten  bis  zur  Gegenwart.  Osterwieck  a.  H., 
Ziekfeldt.  VII,  181  S.  8.     M.  4. 

E  ich  e  n  <1  0  r  f  f  s  Werke,  hrsg.  von  R.  Dietze,  kritisch  durch- 
gesehen und  erläutert.  2  Bände.  Leipzig,  Bibliogr.  Institut. 
34,  426  u.  507   S.  8.     M.   4. 

Faust  buch,  das,  des  christlich  Meyncnden,  nach  dem  Druck 
von  1725  hrsg.  von  S.  Szamatölski.  XXVI,  30  S.  mit  3  Faust- 
portraits  nach  Rembrandt.  Stuttgart,  Göschen.  M.  1,60. 
(Literaturdenkmalc  des  18.  und   19.  Jh. 's,  IL  39.) 

Fischer,  Kuno,  Schiller-Schriften.  4  (II.  Reihe,  2.  Heft): 
Schiller  als  Philosoph.  2.  neubearb.  u.  verm.  Aufl.  In  2 
Büchern.  2.  Buch:  Die  nkadem.  Zeit.  1789-1796.  S.  173  — 
396.   gr.   8.   Heidelberg,   Winter.     M.  3,50. 

Forschungen,  theatergeschichtliche.  Hrsg.  von  B.  Litz- 
ninnn.  IV:  Studien  und  Beiträge  zur  Geschichte  <ler  Jesuiten- 
komödie  und  des  Klosterdramus.  Von  J.  Zeidler.  Hamburg, 
Voss.  121   S.  gr.  8.     M.  2,80. 

Garke,  IL,  Prothese  und  Aphaerese  des  //  im  Althoch- 
deutschen. Strassburg,  Trübner.  X,  127  S.  8.   U.  3.    QF.  69. 

Gärtner,  Th.,  Bukowiner  oder  liukowinacr ?  Eine  kleine 
Wortgcscbichte.  Sonderdruck  aus  den  „Mukowinaer  Nach- 
riiditen".   Czernuwitz.  41   S.   8. 

Genelin,  P.,  Unsere  bülischen  Epen  und  ihre  Quellen.  Inns- 
bruck,  Rauch.   113  S.  8.     M.   1,.50. 

Hauff,  W.,  Werke.  Hrsg.  von  Max  Mendheim.  Kritiscli  durch- 
gesehene u.  erläuterte  Ausgabe.  Leipzig  u.  Wien,  Bibliogr. 
Institut.  3  Bde.  32,  443  S..  476  .S.,  558  S.  8. 

Hcinomann,  K.,  Goethes  .Mutter.  Ein  Lebensbild  nach  den 
Quellen.  Leipzig,  Seemann.  .\1I,  368  S.  8.     M.  6,50. 

II  o  der  nia  nn  ,  Rieh.,  LTniversitätsvorlesungen  in  deutscher 
Sprache  um  die  Wende  iles  17.  Jh. 's.  Eine  sprnchgeschichtl. 
Abhandlung.  Jenenser  Dissertation.  39  S.  8. 


Hürmann,  L.  v.,  Volksthümliche  Sprichwörter  und  Redens- 
arten aus  den  .^Ipcnländern.  Leipzig,  Liebeskind.  XIII, 
165  S.  8.     M.   1,.")0. 

Kern,  J.  IL,  Klanklcer  der  Limburgsche  Serraoenen.  Diss. 
Groningen.   VIII,  96  S.  8.  Leipzig,  Fock. 

Kern,  Franz,  Goethes  Tasso  und  Kuno  Fischer  nebst  einem 
.\nhangc  Goethes  Tasso  und  Ooldonis  Tasso.  Berlin,  Nicolai. 
8.     M.  2. 

Leinen,  R.,  Ueber  Wesen  und  Entstehung  der  trennbaren 
Zusammensetzung  des  deutschen  Zeitwortes  mit  besonderer 
Berücksichtigung  des  Gotischen  u.  Althochdeutschen.  Strass- 
burger  Dissertation.  75  S.  8.  Leipzig,  Fock. 

L  i  e  n  h  a  r  t ,  H.,  Laut-  und  Flexionslehre  der  Mundart  des 
mittleren  Zor:  thales  im  Elsass.  Strassb.  Diss.  74  S.  8. 

List,  G.,  Deutsch-mvthologische  Lnndscbaftsbilder.  Berlin, 
Lustenöder.   VII,  264  S.  8.     M.   4,50. 

Lessings  sämmtliche  Schriften,  hrsg.  von  Lachmann,  3. 
Aufl.  besorgt  durch  Muncker.  Bd.  VII.  Stuttgart,  Göschen. 
XV,  479  S.  8.     M.  6. 

Lexer.  .M.,  Mittelliochdeutsches  Taschenwörterbuch.  4.  Aufl. 
Leipzig,  Hirzel.  VII,  413  S.   12.     .M.  5. 

Meyer,  C.  H.  Ph.,  Pieter  Langendijk.  Zi.jn  leven  en  werken. 
Diss.  Haag.  XII,  568  S.  8.  Leipzig,  Fock. 

Neudrucke  deutscher  Liferaturwcrke  des  XVI.  u.  XVII. 
Jh. 's.  Nr.  95:  Somnium  vitae  humanae.  Ein  Drama  von 
Ludw.  Hollonius.  1605.  Hrsg.  von  Frz.  Spengler.  VI,  73  S.  8. 
Nr.  96 — 98:  Flugschriften  aus  der  Reformationszeit.  IX. 
Luther  und  Emser.  Ihre  Streitschriften  aus  dem  J.  1521, 
hrsg.  von  Ludw.  Enders.  2.  Bd.  XII,  223  S.  8.  Halle,  Nie- 
meyer,    ä  M.  0,60. 

01b  rieh,  C,  Nachahmung  der  klassischen  Sprachen  in 
Goethes  Wortstellung  und  Wortgebraucb.  Breslauer  Diss. 
55  S.  8. 

—  — ,  Goethes  Sprache  und  die  .\ntike.  Studien  zum  Einfluss 
der  klass.  Sprachen  auf  Goethes  poet.  Stil.  Leipzig,  Bieder- 
mann. III,  116  S.  gr.  S.     M.  2. 

Poeschel,  J.,  Die  sog.  Inversion  nach  iiiitl.  Anregung  zu 
einer  spracligeschichtlichen  Untersuchung.  In  Einladungs- 
schrift der  Fürsten-  u.   Landesscliule  zu  Grimma. 

Rache,  P.  B.,  Die  <leutsche  Schulkoniödie  und  die  Dramen 
vom  Scliul-  und  Knaben.spiogel.   Leipziger  Diss.  78  S.  8. 

Sa  g  a  -  li  i  b  1  i  o  t  li  e  k  ,  altnonlisclie.  Hrsg.  von  Gustaf  Ceder- 
schiüld,  Hugo  Gering  und  Eug.  .Mogk.  1.  Heft:  Ards  Is- 
länderbuch. Hrsg.  v.  W.  Golther.  Halle,  Niemeyer.  XXVIII, 
46  t*.  gr.  S.     M.  1,60. 

Schmidt,  E.,  Lessing.  Geschichte  seines  Lebens  und  seiner 
Schriften.  2.  Bd.  2.  Abth.  (Schluss).  Berlin,  Weidmann.  V 
u.  .S.  347—823  mit  1  Bildniss.     M.  7. 

Schriften  zur  german.  Philologie,  hrsg.  von  M.  Roediger. 
6.  Heft:  Die  Gedichte  des  Wilden  Mannes  und  Wernhers 
vom  Niederrliein,  mit  Einleitung  und  Anmerkungen  hrsg. 
V.  K.  Köhn.  Berlin,  Weidmann. XX.XVIII,  90  S.  gr.  8.  M  3. 

Schultz,  Alwin,  Deutsches  Leben  im  XIV.  und  XV.  Jh. 
Grosse  .\usgabe,  erster  Halbband.  Mit  XV  färb.  Tafeln, 
sowie  265  Voll-  und  Textbildern  in  Schwarzdruck.  Wien  u. 
Prag,  Tcmpsky.  Leipzig,  Freitag.  320  S.  gr.  8.  M.  30. 
(Kleinere  Familienausgabc  M.   15.) 

Schurtz,  Heinrich,  Grundzüge  einer  Philosophie  der  Tracht. 
Stuttgart,  Cotta. 

Schwering,  J.,  Franz  Grillparzers  hellenische  Trauerspiele, 
auf  ihre  literar.  Quellen  und  Vorbilder  geprüft.  Paderborn, 
Schöningh.  183  S.  8.     M.  2,80. 

Singer,  L.,  Grillparzers  Frauengestalten.  Wien,  Broitcn- 
stein.  1.  Lief.  24  S.  8.     M.  0,50. 

Stein,  A.,  Schillers  Denietrius-Fragment  und  seine  Fort- 
setzungen. I.  Tb.:  Das  Fragment,  l'rogr.  Mülhausen.  23  S.  4. 

Story  of  the  Ero-Dwellers  (Eyrbyggja  Saga).  With  the  Story 
of  the  Iloath  .Slaylngs  as  Appendix,  done  into  English  out 
of  the  Icelandic  by  William  Morris  and  E.  Magnussen. 
(Saga  Library.)  Cr.  8vo,  4.50  p.  Quaritch.     5/ 

Waltliers  v.  d.  Vogel  weide  Gedichte,  hrsg.  von  K. 
Lacbmann  6.  Ausg.  Unveränderter  Abdruck  der  von  K. 
MüllenhotV  besorgten  5.  Aufl.  Berlin  Reimer.  .KVIII,  234  S. 
8.     M.  3. 

Widerstreit,  Der  Sünden.  Eine  geistliche  Dichtung  des 
13.  Jh.'s,  hr.sg.  v.  V.  Zei<iler.   Graz,  Styria.   114  S.  8.  M.  3,40. 

Was  t  mann,  0..  Allerhand  Spraclulummhciten.  Kleine  deutsche 
Grammatik  des  Zweifelhaften,  des  Falschen  und  des  Häss- 
lichen.  Ein  Hilfsbucli  für  alle,  die  »ich  öllVntlicli  der  deutschen 
Sprache  bedienen.  Leipzig,  Grunow.  320  S.  8.     M.  2. 


425 


1891.     Liternturblntt  für  ffcrmanisclic  und  romnnisclie  Philologio.     Nr.  12. 


42« 


A  ro  n  .1 1  e  i  n ,  1'.,  Benjamin  Disraclis  Dichtunf;en.  Digraelis 
Leben  u.  Jusenilsclirilten.  Jlünsteianer  Dies.  Leipzig,  Foclc. 
X,  48  S.  8. 

IJallerstedt,  Kiicb,  Ueber  CLaucers  Naturscbilderungcn. 
Ein  Beitrag  zur  Kntwicklungs-  und  Quellengescliichte  des 
Dichters.  Oöttinger   DiHs.  Sil   S.  K. 

Beege,  ü.  M.  gen.  Bolling,  Byrons  Kiiifiiiss  auf  Jugcml- 
gediclite  Bulwers.    Leipziger  Diss.    Leipzig,  Kuck.   47  !S.    8. 

Beiträge,  Erlanger,  zur  engl.  Pliilolugie.  Hrsg.  von  11. 
Varnliagen.  XI.  lieft:  Lord  Byron»  Trauer.spiel  „Werner'" 
und  seine  Quelle.  Eine  Rettung.  Von  K.  t^tölisel.  Erlangen, 
Junge.   VII,  8G  S.  gr.  8.     M.  1,80. 

B  o  u  c  li  e  r  ,  Leon,  Histoirc  de  la  littcrature  anglaise.  Paris, 
Garnier.   VII,  .^12  p.   18.     fr.  a.5ü. 

Chaucer's  l'rologue  to  the  „Canterbury  Tales".  Edit.  by 
Rev.  Walter  W.  r-keat.  ^chool  ed.  12mo,  82  p.  Clarendon 
Press.     1/ 

Crawl  ey,  Howard,  Shakespeare:  The  Taming  of  the  Shrew. 
London,  Longnians  Green  &  Co.  184  p.  8. 

Dun  bar,  William,  poems,  ed.  with  introductions,  various 
readings,  and  uotes  by  J.  Schipper.  2.  part.  Aus:  „Denkschr. 
d.  k.  Akad.  d.  Wiss."  Wien,  Tempsky  i.  Comm.  Imp.-4. 
E        S.  91  — 19T.     M.  ö,6ü. 

Early  Scottish  Poetry.  Thomas  the  Rhuner,  John  Barbour, 
Andrew  of  Wyntoun,  Henry  the  Jlinstrel.  Edit.  by  John 
Eyre-Todd.  (Abbotsford  Series  of  Scottish  Poets.)  Cr.  8vü, 
220  p.  Hodge  (Glasgow).  Williams  and  Norgate.     3/6 

Faucit,  Helena,  Lady  Martin,  On  Sonie  of  Shakespeare's 
Feniale  Characters.  New  and  Kniarged  ed.  Portrait.  Cr.  8vo, 
VIII,  41U  p.  Bliickwood  and  Sons. 

Fleay,  Frederick  Gard,  A  Biographical  Chronicle  of  the 
English  Drama.  1559  —  1642.  2  vols.  8vo,  780  p.  Reeves  and 
Turner.     30/ 

Gray,  Thomas,  The  Poetical  Works  of.  English  and  Latin. 
Edit.,  with  an  Introduction,  Life,  Xotes  and  a  Bibliography 
by  John  Bradshaw.  (Aldine  Edition  of  the  British  Poets.) 
Cr.  8vo,  318  p.  G.  Bell  and  irons^     2/6 

Lehmann,  A.,  Der  syntaktische  Gebrauch  des  Genetivs  in 
Aelfreds  Orosius.  Leipz  ger  Diss.  Leipzig,  Fock.  43  S.  8. 

Muret,  E.,  Encyklopädisches  engl. -deutsches  und  deutach- 
engl.  Wörterbuch,  jlit  Angahe  der  Aussprache  nach  dem 
phonet.  i^ystem  der  Methode  Toussaint-Laugenscheidt.  Grosse 
Ausg.  I.  Theil:  Engl.-Deutsch.  .'5.  Lief.  Berlin,  Langenscheidt. 
S.  193—304.  gr.  Le.x.-8.     M.  1,50. 

Nader,  E.,  u.  A.  Würzner,  Engl.  Lesebuch  für  höhere 
Lehranstalten.  Mit  literarhistor.  u.  erläuternden  Anmerk., 
1  Karte  der  brit.  Inseln  u.  1  Plan  von  London.  2.  Aufl. 
Ausg.  f.  Deutschland.   Wien,  Holder.   XII,  521  S.  gr.  8.  M.  4. 

P  I  a  n  e  r  ,  J.,  Untersuchungen  über  den  syntaktischen  Gebrauch 
des  Verbums  in  dem  ags.  Gedicht  vom  Phoenix.  Leipziger 
Dissertation.  Leipzig,  Fock.  47  S.  8. 

Quad  rip  ar  t  i  t  US,  ein  engl.  Rechtsbuch  von  1114,  nachge- 
wiesen und,  soweit  bisher  ungedruckt,  hrsg.  von  F.  Lieber- 
mann. Halle,  Niemeyer.  X,  108  S.  gr.  8.     M.  4,40. 

Scher  er,  Edmond,  Essays  on  English  Literature.  Trans,  by 
George  Saintsbury.  Cr.  8vo,  300  p.  Low.     6/ 

Thomson,  The  .Seasons,  and  The  Castle  of  Indolence.  Edit., 
with  Biographical  Notice,  Introductions,  Notes  and  a  GIos- 
sary,  by  J.  Logie  Robertson.  (Clarendon  Press  Series.)  Cr. 
8vo,  436  p.  Clarendon  Press.     4/6 

Tolman,  A.  H.,  Shakespeare's  Part  in  „The  Taming  of  the 
Shrew".  Strassburger  Diss.  Leipzig,   Fock.  82  S.  8. 

True,  E.  Th.,  and  0.  Jespersen,  Spoken  English.  Every- 
day  talk  with  phonetic  transcription.  Leipzig,  Reisland.  IV, 
60  S.  8.     JI.  0,80. 

Western,  A.,  Kurze  Darstellung  der  engl.  Aussprache  für 
Schulen  und  zum  Selbstunterricht.  2.  Aufl.  Leipzig,  Reis- 
land. 121   S.  8.     M.  0,80. 

W  i  t  tenb  r  inck,  G.,  Zur  Kritik  und  Rhythmik  des  ae.  Laie 
von  Havelok  dem  Dänen.  Progr.  Burgsteinfurt.  45  S.  8. 

Woodward,  Benj.  Duryca.,  Palatal  Consonants  in  English. 
Dissertation,  Columbia  College. 


Allais,  G.,  De  Franciadis  epica  fabula  in  posteriore  XVI"' 
sa;culi  parte  prfesertim  apud  Petruin  Laudunium  ab  Aqui- 
leriis  (Pierre  Delaudun  d'Aigaliers),  thesim  Facultati  litte- 
rarura  Parisiensi  proponebat  Gust.  Allais.  In-8,  VIII,  108  p. 
Paris,  Thorin. 

Angel  i,  Andrea  De,  II  melodramma  nella  Gevusalenime 
Libcrata  del  Tasso.  Padova.  24  p.  16. 


Ausgaben  U.Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  roni. 

Philologie.   Vcrötfentliclit  von  E.  Stengel.  Marburg.  Elwert. 

LXXIX.  Meyer,  Fritz,  Die  Stände,  ihr  Leben  u.  Treiben, 
dargestellt  nach  den  altfranz.  Artus-  und  Abenteuer- 
romanen.    M.  3.50. 

XC.  Schäfer,   Hermann,    Ueber  die  Pariser  IIss.  1451   u. 
22555  der  Huon  de  Bonleuu.x-Sage.     M.  2,80. 
Aucassin  u.  Nicolette.  Ein  altfranz.  Roman  aus  dem   13. 

Jli.  Uebersetzt  von  Fritz  Gundlach.  Leipzig,  Reclam.    Uni- 

versalbibliothek  2848.  63  S.  8.     M.  0,20. 
Bibliotheca    normannica.    Denkmäler    normann.    Literatur 

und  Sprache,   hrsg.  von  iL  Suchier.    Halle,  Niemeyer.    IV: 

Eneas.    Texte    critique    public    par    J.    Salverda    de    Grave. 

LXXIX,  465  S.  gr.  8.     M.  14. 
Bibliothek,    romanische,    hrsg.    von    W.    Foerster.    Halle, 

Niemeyer.   8°.    Nr.  7 :    Walter  v.  Arrns.    1.   Hie  u.  Galeron. 

Altfranz.  Abenteuerroman  des  .\I1.  Jh.'s,  nach  der  einzigen 

Pariser  Hs.  hrsg.  von   W.  Foerster.  XLVIIl,  244  S.     M.  7. 

Nr.  8:  Bertran  v.  Born,  hrsg.  von  A.  Stimming.   VIII,  247  S. 

M.   4,60. 
Bijvanck.    W.  G.  C,    Un   poete   inconnu   de    la   societe  de 

FranQois  Villon.    Le  Grant  Garde  derriere,    poeme  du  XV" 

siede,  publie  aveo  introduction,  glose  et  inde.x,  suivi  d'une 

bailade  inedite  de  Franfois  Villon  ä  sa  dame.   In-16,  61  p. 

Paris,  Champion. 
Bourciez,  Les  moeurs  polies  et  la  litterature  de  cour  sous 

Henri  II.  Paris,  Hachette.  437  p.  gr.   8. 

—  — ,.De  praepositiono  ad  casvaii  in  latinitate  aevi  mero- 
vingici.  Thesis.  Paris,  Klinpksiek.  116  p.  8. 

Brunetiere,  Ferdinand,  Etudes  critiques  sur  l'histoire  de 
la  litterature  frangaise.  4.  serie  (.\lexandre  Hardy;  Le  ro- 
man  frangais  au  dix-septieme  siede;  Pascal;  Jansenistes  et 
Cartesiens;  La  philosophie  de  Meliere;  Montesquieu;  Vol- 
taire ;  Rousseau :  Le  ronian  de  .Madame  de  Stael).  In-16. 
Paris,  Hachette.     fr.  3,50. 

—  — ,  Le  Ronian  naturaliste.  Nouvelle  edition,  avec  une 
preface  et  des  chapitres  entierement  inedits.  Paris,  Calnian 
Levy.  Grand  in-18.     fr.  3,50. 

Brunot,  De  Philiberti  Bugnonii  vita  et  eroticis  versibus. 
Thesis.  Lyon,  inipr.  Storck.  III,  163  p.  8. 

Campanini,  Naborre,  Lodovico  Ariustu  nei  prologhi  delle 
sue  commedie:  studio  storico  e  critico.  Bologna,  Zanichelli. 
212  p.  16.  L.  2,50.  [Inh. :  1.  Le  commedie  di  Lod.  Ariosto 
e  11  teatro  di  corte  a  Ferrara.  2.  Prologo  alla  Ctixsan'a 
in  prosa  (1508).  3.  Prologe  ai  Supposili  in  prosa  (1509). 
4.  Prologo  ai  Su2)posili  in  versi  (1519).  5.  Primo  prologo 
al  Seijronuinte  (1520).  6.  Primo  prologo  alla  Lena  (1529). 
7.  Prologo  alla  Cassaria  in  versi  (1529).  8.  Seuondo  pro- 
logo al  yegroniante  (1530).  9.  Secondo  prologo  alla  Lena 
(1531).  10.  Prologo  alla  „Scolasticu"  eomposto  da  Virginio 
Ariosto.  11.  Prologo  alla  Scolastica,  eomposto  da  Gabriele 
Ariosto.] 

Canti  popolari  emiliani.  Firenze.  16  S.  8.  Pubbl.  per  le 
nozze  Giovanni  Niemack  con  Paolina  Carmi. 

Canti  popolari  siciliani  raccolti  ed  iUustrati  da  Giuseppe 
Pitre.  Preceduti  da  uno  studio  critico  e,  seguiti  da  melodie 
popolari.  Seconda  edizione  interamente  rifusa.  Con  un'  ap- 
pendice  di  canti  ünediti  e  un  saggio  di  canti  dell'  Isola 
d'  Ustica.  Palermo,  C.  Clausen.  2  vol.  in-16  di  p.  XXIII, 
438;  487  con  16  p.  di  musica.     L.  10. 

Cantii,  Ces.,  L' abate  Parini  e  la  Lorabardia  nel  secolo 
passato.  2"  edizione.  Milano,  Cooperativa  editrice  italiana. 
.     Vn,  435  p.  16.     L.  3,50. 

Cervantes,  Miguel  de,  Life  of.  By  Henry  Edward  Watts. 
(Great  Writers.)  Cr.  8vo,  p.  185,  XXIII.  Walter  Scott.     2/6 

Cesarotti,  Melchiore,  Frammenti  di  lettere  a  Giuseppe  e 
Tommaso  Olivi.  Padova.  16  p.  24.  Pubbl.  da  G.  Mazzoni 
per  le  nozze  di  Angelo  Rasi  con  Lena  Vanzan. 

Chapelain,  Jean,  La  Pucelle  ou  la  France  delivree,  poeme 
heroique  en  douze  chants.  Ouvrage  en  frangais  moderne, 
revu  et  annote  par  Emile  de  Molenes.  Deux  volunies  in-16 
elzevir.  Paris,  Flammarion,  fr.  5.  CoUection  des  Epopees 
nationales. 

Cimegotto,  Ces.,  Studi  e  ricerche  sul  „Mambriano"  di 
Francesco  Belle,  il  Cieco  da  Ferrara.  Padova- Verona,  fra- 
telli  Drucker  ed.  115  p.  16.     L.  2. 

Circourt,  A.  de,  Fragments  d'une  vie  inedite  de  Camoens. 
Catherine  d'Atayde.  Accompagnes  d'un  portrait  de  l'auteur 
et  precedes  de  sa  biographie,  avec  une  poesie  inedite  en 
languedocien,  de  Reboul,  adressee  k  M°"^  de  Circourt.  Grand 


427 


1891.     Litcraturblatt  für  «fermanische  und  romanische  l'hilologic.    Nr.  12. 


428 


in-n;,  121  p.  Paris,  S.  Pitrat.  üollection  camoensienne  fran-   | 
^iiisf.  II. 
Clednt,    L.,    Nouvelle    Grammaire    liistorique    ilu    franjais. 

In-12,  VI,  279  |).  Paris,  UnriiicT  IVferes. 
Cloetta,    W.,    Beitrüge    zur  Literaturgeschichte  des  Mittel- 
alters und  der  Renaissance.  II.  l)i^  Anfänge  der  Renaissance- 
tragüdio.  Halle,  Nienieyer.  IX,  244  S.  gr.  8.     M.  6. 
Crescini,    Yinc,    Per  gli  studi  roinanzi:   saggi  ed  appunti. 
Padova,  Angelo  Draghi.    VIII,  22.">  p.  8.     L.  3.     [1.  Jaufrc 
Rudel.  2.  Per  il  testo  eritico  di  una  canzone  di  ßernart  de 
Ventailorn.  3.  II  contrasto  bilingue  di  Ranibaldo  de  Vaqueiras. 
4.  Per  un  passo  di  Ranibaldo  de  Vaqueiras  e  per  la  storia 
di  Asti  c  del  Monterrato.  j.  Una  nuova  poctessa  provenzale. 
ü.  Per    la    questione    delle    corti  d'amore.    7.  II  canzoniere 
provenzale    della    Marciana.    8.    La    storia    di    Jourdain    de 
Hlaye  e  il  framiuento  d' una  Serie  d'arazzi.  !).  II  cautn  della 
gatta.  10.  Marin  Snnudo  precursorc  del  Melzi.   11.   Per  una 
fräse   di    Ruzzante.    12.   Le    vite    degli    sorittori    volgari    di 
Marcantoniü   Nicoletti.    13.    Jacopo    Corbinelli    nella    storia 
degli  studi  romnnzi.   14.  Appendice.] 
Crescini,    V.,    Per    il  testo  eritico  della  Divina  Commedia. 
Padova.   6  p.  8.   S.-A.   ans  Biblioteca  delle  scuole  italiane, 
vol.  I,  X°  5. 
Cron,   Jos.,    Die  Stellung  des  attributiven  Adjcctivs  im  Alt- 
französischen. Strassburger  Dissertation.  87  S.  4. 
Dngnct,  A.,   Le  Patois   manccau  tel  qu'il   se  parle  entre  le 
Mans  et  Laval.     Etüde  sur  les  sons,  lea  articulations  et  les 
mots  particuliers  au  Manceau,  et  la  phraseologie  nianccUe. 
„Houbilles  et  Birouiiles'",  nouvelle  en  patois  manceau.   In-i>. 
X.IV-180  p.  Laval  inipr.   V'  Bonnieux. 
Dante  Alighieri's  göttliche  Comödie.    Metrisch  übertr.  u. 
mit    krit.  u.   histor.  Erläuterungen    versehen    v.  Philalethes 
(König  Johann  v.  Sachsen).     4.  Abdr.  der  bericht.  Ausgabe 
von  1865— tiG.  Leipzig,  Teubner.  3  Theile.  gr.  8.  fXX,  285; 
VIII,    320   u.   XII,   414    S.  mit  3  Bildnissen   in  Stahlst.,  3 
Karten,  2  Grundrissen  u.  1  Tnf.l     M.  9. 
Dammann,  O.,  Die  allegor.  Canzone  des  Girant  de  Calanso  : 
,A  leis  cui  am  de  cor  e  de  sabcr'"  u.  ihre  Deutung.  Breslau, 
Koebner.  87  S.  gr.  8.     M.  2. 
Dante.    Fratris    Johannis    De    Serravalle    ordinis    miiiorum, 
episcopi  et  principis  firmani,  trnnslatio  et  commentum  totius 
libri  Dantis  Aldigherrii,  cum  textu  italico  fratris  Bartholoniaei 
a  CoUe  eiuädem  ordiiiis,  nunc  primum  cdita   cura  et  studio 
fratruni    Marcellini    a    Civezza    et    Theophili    Domeniclielli. 
Prati.  Fol.  XXXXVII.   1236  S. 
Delisle.  Bibliotheque  Nationale.  Manuscrits  latins  et  fran^ais 
ajoutös   aux   fonds   des    nouvelles   acquisitions    pendant    les 
ann^es  1875  a  1891.  Inveiitaire  alphabetique  par  L.  Delisle. 
Paris,  H.  Champion.  2  vol.  in-8.     fr.  20. 
Demogcot,   J.,   Histoire   des   litt^raturcs    ^trangeres    consi- 
derees    dans  leurs    rapports   avec    le   developpement   de   la 
litt^rature   franraise.    (Italic,  Espagne.)  3'  ed.  In-12,   VIH- 
467  p.  Paris,  Hachette  et  C.     fr.    4.     Histoire   universelle, 
publiee  par  une  societc  de  professeurs  et  de  savants ,   sous 
la  direction  de  M.  V.  Diiruy. 
Dcschamps,    E.,    (Euvres   completes.     Publiecs    d'aprfes   !e 
nianuscrit  de  la  Bibliotheque  nationale  par  Gaston  Raynaud. 
VII,  In-8,  38S  p.  Paris,  Firmin-Didot  et  C".     Publication  de 
la  So(;ietc  des  anciens  textcs  fran(.'ais. 
Diaz-Kubio  y  C  arme  na,  M.  M.,  Comiilcmento  al  estudio 
de   la   graniÄtica   espanola.    Madrid,  Saenz   de  Jubera,  her- 
manos  En  4,  469  pdgs.     8  y  9. 
Doutrepont,  G.,  i;tudo  linguistique  sur  Jacques  de  Henri- 
court  et   son   epoque.    S.-A.   aus    Bd.  XLVI    des    Memoires 
publies    par  rAoademir    royale  de  Belgique.    1891.  92  p.  8. 
Extraits  des  clironiqueur»  francais  (Villhardouin,  Joinville, 
Froissart,  Commines),    publies   avec  des  notices,  des  notes, 
un   appendice,  un    glossaire   des  ternies  techniques    et  une 
carte  par  Gaston  Paris  et  A.  Jeanroy.  Petit  in-16.  III-485  p. 
Paris,  Hachette  et  C".     fr.  2. 
Fortini,  P.,  Novelle.  I:  Le  giornate  delle  novelle  de' novizi. 
Vol.   II,    disp.    5-7.    Firenze,   Giornale    di   erudizione   etc. 
S.  385-672.  16.  L.  3  da  dispensa.  Bibliotechina  grassoccia: 
capricci    e    curiositä   letterarie    inedite   o   rare,   raccolte  da 
F.  Orlando  e  G.  Baccini.  N'  19—21. 
Franke,  F.,  Phrases  de  tous  les  jours.  4.  ^d.  Leipzig,  Reis- 
land. IV,  60  S.  8.     M.  0,80. 
Fr  icke,  F.,   Ueber   die  Chanson  de  Godin.  Marburger  Diss. 

Leipzig,  Fock.  57  S.  8. 
Godefroy,   F.,    Dictionnaire  de  l'ancienne   langue  franraise 
et    de    tous    ses    dialectes   du    IX'   au   XV-"  sieele,  composc 


d'apres  le  ddpouillement  de  tous   les  plus  importants  docu- 
ments   manuscrits    ou    imprimfs   qui    se   trourent   dans   les 
grandes  bibliotlieques  de  la  France  et  de   l'Europe  et  dans 
les  principales  archives  departementales,  niunicipales,  hospi- 
talieres  ou  privöes.  Fascicule  67.  Sordois-Sousterrer).  In-4  ä 
3  eol.,  p.  481  ä  560.   Paris,  Bouillon. 
Hart  mann 's,    Miirt. ,   Schulausgaben    französischer    Schrift- 
steller. Nr.   12;  La  Fontaine,  ausgewählte  Fabeln.  Mit  Ein- 
leitg. ,  .Vnmerkungen    u.  e.  Anh.  hrsg.  v.  Max    Frdr.   Mann. 
Leipzig.  Seemann.  XXIII,  52  u.  80  S.  8. 
Heinzel,  Rieh.,  Ueber  die  französischen  Gralromane.  [Aus: 
.Denkschriften  der  k.  Akad.  d.  Wiss.'']  Wien,  Tempsky  in 
Comm.  196  S.  Imp.-4.     M.  10. 
Hemon,  F.,  Cours  de  litterature,  ä  l'usage  des  divers  cxamens; 

VI:  Moliere.  In-12,  455  p.  Paris,  Delagrave. 
Hunger,    E.,    Der    Cidstreit    in    chronologischer    Ordnung. 

Leipziger  Diss.  Leipzig,  Fock.  97  S. 

Isola.  Le  Storio  Ncrbonesi,  Romanzo  cavalleresco  del  secolo 

XIV  pubblicato  per  cura  di  J.  G.  Isola.   Appendice:  Storia 

delle  lingue  e  letterature  romanze.  Parte  III.  Disp.  I.  gr.  8. 

fr.  3. 

Kutscher,  J.,  Die  Aerzte  des  XVII.  .lalirhunderts  nach  den 

Komödien    Moliercs.    Progr.    Karolinentluil.    Leipzig,    Fock. 

34  S.  8. 

La  Bruyere,   Les   Caracteres   ou   les   Moeurs   de   ce   siiole. 

Precödi'S  du  discours  sur  Theophraste,  suivis  du  discours  h 

l'Academie  fran(;aise.  Publies  avec  une  notice  biographiquc, 

une  notice   litteraire,   un  index  analytique  et  des  notes  par 

G.  Servois   et  A.  Röbelliau.  Petit   in-16,  XLI-572  p.  Paris, 

Hachette  et  C'.     fr.  2,50. 

La  Fontaine,   CEuvres.   Nouv.    ed.   par    H.    Regnier.   T.   8. 

II,  517  p.   8.     I  Inhalt:   Avertissement.    —   Les   Amours   de 

Psycho  et  de  Cupidon.  —  Fragments  du  Songe  de  Vaux.  — 

Opuseules  ,en    prose    et    epitres    dedicatoires.    —    Poesics 

diverses:    Elegies.    Ödes.   Pikees  mi-lees.  —  Traductions  en 

vers.l  Paris,  Hachette  et  C.     fr.  7,50. 

Laianne,  L.,  Brantöme  et  „la  Princesse  de  Cleves"  de  M""' 

de  la  Fayette.  In-8,  8  p.  Nogent  le-Rotrou,  inipr.  Daupeley- 

Gouverneur.  Paris.     Extrait  de  Touvrage  publik  par  la  So- 

ci^te  de  l'histoire  de  France:  Brantöme,  sa  vie  et  ses  ecrits. 

Lenient,    Ch. ,    La   poesie  patriotique    en  France  au  moyen 

äge.  1  vol.  in-16.  Paris,  Hachette.     fr.  3,50. 
Mainetto,  C,  Frammento  di  un  cantare  toscano  del  secolo 

XIY.  Firenze.  24  p.  8.   Publ.  per  le  nozzc  Oddi-Bartoli. 
Malatesti,  Malatesta  de",  Due  sonetti.  Pesaro.  6  p.  8.  Pubbl. 
da   Ettore  Viterbo  per  le   nozze   di  Giuseppe  Piociola   con 
Bice  Vaccai. 
Mazzoni,  Guido,  Le  rinie  profane  d'un  ms    del  s.  XV.  Pa- 
dova. 44  p.  8.  Aus  den  Atti  e  Meniorie  della  R.  Accademia 
di  scienze,  lettere  ed  arti  in  Padova.  Vol.  VII.  I. 
Meder,  F.,  Pan,  mie ,  jioiiit  im  Altfranzösisehen.  Marburger 

Diss.  Leipzig,  Fock.  37  S.  8. 
Meier,    C. ,    Ueber    P.    Corneilles    Ersttingsdrama    „M^lite" 
nebst   einem   Beitrage    zum    Leben   Jean    de    Mairets.    Gel. 
Schneeborg.  Leipzig,  Fock.  20  S.  4. 
Meyer-Lübke,   Willi.,   Ueber   <i   und    li    im   Lateinischen. 
S.-A.  aus  den  philol.  Abhandlungen  für  IL  Schweizer-Sidler. 
13  S.  4. 
Miracolo    dei   tre    pollegrini:    poemetto    sacro;   pubbl.    per 
cura  di  Mario  Menghiiii.  Bologna,  N.  Znnichelli.  Per  le  nozze 
di  Vittorio  Augusto  Marchosini  con  Carlotta  Crotta    16  S.  8. 
Moliere,  Le  jiisanthrope.  Witli  Introduction   and  Notes  by 

G.  H.  ClarUe.  (ir.  8vo.  Williams  and  Norgaie.  1/6. 
—  — ,  Le  Misanthrope:  A  Coniody.  Acted  for  the  First  Time 
in  Paris  at  the  Theatre  of  the  Palais  Royal,  on  Friday,  the 
Fourtli  of  Juno,  1606.  Edit.,  witli  Introduction  and  Notes, 
by  H.  W.  Uegg  Marklieim.  (Clarendon  Press  Series. )  Gr. 
8vo,  pp.  105.  Clarendon  Press.  3,6. 
Morf,  H.,  Tutti    0   tre.   S.-A.  aus   den  philol.  Abhandlungen 

für  lleinr.  Schwoizer-Sidler.  9  S.  gr.  8. 
Morillot,  P.,  Boilean.   (Ce  volumo   contient   de  nombreuses 
reproductions    de    la    Bibliotheque    nationale.)   In-8,   239  p. 
Pari.s,  Lecene,  Oudin  et  C".     Nouvello  coUection  des  classi- 
ques  francais. 
Musatti,  C,  Duccento  proverbi  veneziani.  Venezia.  34  S.  16. 
Mysing,  O.,  Robert  Garnier  und  die  antike  Tragödie.  Leip- 
ziger Dias.  Leipzig,  Fock.  5C  S.  8. 
Nouvelles    choisies    de    Masuccio     (XV    siiNcle).     Edition 

unique  b,  250  excmpl.  Paris,  Liseux.     fr.  20. 
Novelline,  Sei,  gragnolesi  e  due  lettere  inedite  a  Francesco 
Redi,  col  In  lista  di  un  desinare  in  ca.sa  Redi.  Firenze.  57  p. 


429 


1891.    Litcraturblatt  für  germanische  und  romaDische  Philologie.    Nr.  12. 


430 


16.  Estr.  dagli  iiutografi  dl  Vittoria  Della  Rovere  e  del 
Principe  di  Toäcana  e  pubbl.  da  l''clice  Biiriola  per  le  nozze 
di  liuggcro  üddi  cuii  Tercsu  Biirtuli. 

Oli  Vieri,  Gii>v.,  Note  dauteselie.  Campobasso.  3S  p.  8. 
uscal.   Peiisees  de  Pascal  publiees  diiis  leur  Texte  autlieii- 
tique  avec  un  coinmentaire  xuivi  ])ar  Kniest  Havel.  Edition 
classiquc  iiouvelle,    niise   au  courant  de  la  deiiiieie   edition 
coniplete.   Paris,  Cli.   Delagrave.   In-12.     t'r.  ;S,5U. 

Petit  de  Julie  ville,  L.,  Histoire  litteraire.  Leeons  de 
litterature  fraiiraise.  S'  edition,  revue  et  augmentee.  2  vol. 
In-12.  T.  l":  Des  origincis  ii  Corneille,  272  p. ;  t.  2:  De 
Corneille  ä  iios  jüur.s,  2SS  p.  Pari.*,  G.  Massen. 
I'etrarque.  F.,  I.ettres  de  Franeois  Petrarque  ä  Jean  Boc- 
cace.  Traduites  du  latin  poui-  la  iiremieie  l'ois  ]iar  Victor 
Develay.  In-18  Jesus,  XIX-29B  p.  Paris,  Flaniniarion.   fr.  3,50. 

Ilacine,  J.,  Les  Plaideurs,  oomedie.  Publiee  eonforraenieut 
au  texte  de  Tedition  des  Grands  Eerivains  de  la  France, 
avec  une  analyse  et  des  notes  grammaticales,  historiques 
et  litteraires  par  R.  Lavigne.  Petit  in-16.  100  p.  Paris, 
Hachette  et  C".     fr.  0,7.5. 

Rech,  J.,  Die  Sentenzen  und  lehrhaften  Stellen  in  den  Tra- 
gödien lies  Robert  Garnier.  Strassburger  Diss.  Leipzig,  Fock. 
62  S.  8. 

Renier,  R.,  Ricerche  sulla  leggenda  di  Uggeri  il  Danese  in 
Frnncia.  Torino ,  Clauseii.  73  p.  4.  Estratto  dalle  memorie 
della  r.  accademia  delle  scienze  etc.  di  Torino.  Serie  II,  T.41. 

Robert  v.  Blois.  s  immtliclie  Werke.  Zum  1.  Male  hrsg.  v. 
J.  Ulrich.  II.  Bd.:  Floris  u.  Liriope.  Ein  altfraiizös.  Roman 
d.  XIII.  Jahrh.,  zusammen  mit  der  Chansons  d'Amors  u.  den 
lyr.  Gedichten.  Nach  den  beiden  Haupthandschriften  hrsg. 
Berlin,  Mayer  &  Muller.  Y,  150  S.  S.     M.  3. 

Rod,  Ed.,  Stendhal.  Paris,  Hachette.  161  S.  kl.  8. 

Ronca,  Umb. ,  Principali  elementi  e  caratteri  della  cultura 
e  poesia  latina  del  niedio  evo.  Roma,  Loescher.  182  p.  16. 
L.  4. 

Rossmann,  Ph.  u.  F.  Seh  mi  d  t .  Lehrbucli  der  französischen 
Sprache  auf  Grundlage  der  Anscliauung.  Bielefeld,  Velhagen 

^  und  Klasing.  VIII,  262  S.  mit  Abbild,  gr.  8.     M.  2. 

Saint-Simon,  Memoires.  Nouvelle  edition  collationnee  sur 
le  manuscrit  autographe,  augmentee  des  additions  de  Saint- 
Simon  au  Journal  de  Dangeau  et  de  notes  et  appeudices, 
par  A.  de  Boislisle ,  membre  de  l'Institut ,  .et  siiivie  d'un 
Lexique  des  mots  et  locutions  remarquables.  Tome  VIII. 
[Memoires  de  Saint-Simon  I  1701J.  —  Appendice:  Premiere 
partie :  Addition  de  Saint-Simon  au  Journal  de  Dangeau 
(No.  345 — 386J.  —  See.  partie:  Additions  et  corrections. 
Tables.]  Paris,  Hachette  et  C'.  1  vol.  in-S.     fr.  7,50. 

Sammlung  beliebter  spanischer  Lust-  und  Schauspiele,  zur 
Vervollkommnung  u.  Unterhaltung  im  Spanischen  hrsg.  u. 
mit  deutschen  Anmerkungen  versehen  von  P.iul  Förster.  6. 
u.  7.  Bändchen:  A  Madrid  nie  vuelvo  de  Don  Manuel  Breton 
de  los  Herreros.  Leipzig,  Gloeckner.   115  S.   12.     M.  1,20. 

Schniid,  Paul,  Erklärung  einiger  Stellen  in  Corneille's 
Horace.  [Aus:  „Einladungsschrift  zur  Einweihung  des  neuen 
Gebäudes  der  Fürsten-  und  Landesschule  zu  Grimma".] 
Grimma,  Gensei.  8  S.  gr.  4.     M.  0,50. 

Targioni-Tozzetti,  Giov.,  Saggio  di  novelline,  canti  ed 
asanze  popolari  della  Ciociaria.  Palermo,  C.  Clausen.  VIII, 
108  S.  16.     L.  5. 

Thomas,  G.,  Michel- Ange  poete.  Etüde  sur  l'expression  de 
Tamour  platonique  dans  la  poesie  italienne  du  moyen  äge 
et  de  la  Renaissance  (XIV'-XVI'  sieclej.  In-s,  171  p.  Nancy, 
Berger -Levrault  et  C^.  Paris  meme  raaisoii.  Extrait  des 
Memoires  de  TAcaderaie  de  Stanislas  (18901. 

Tiktin,  H.,  Gramatica  rominä  pentru  invätämintui  seeundar. 
Teorie  si  practica.  Partea  I.  Etimologia.  Jasi,  Editura  11- 
briiriei  ^coaletor  Fratii  Saraga.  X,  248  p.  8.     Lei  2,80  B. 

Tob  1er,  Adolf,  Kleine  Beiträge  zur  franz.  Grammatik  (Donc; 
des  Cent  ans;  Asyndetische  Paarung  von  Gegensätzen;  s"il 
faisait  beau.  Je  partiraisj.  S.-A.  aus  den  philologischer.  Ab- 
handlungen für  H.   Schweizer-Sidler.   14  S.  8. 

Todeschini,  A.  M.,  Etüde  sur  Andre  Chenier.  Milan.  XVI, 
180  p.  16.     L    5. 

Turclii,  Emmanuele,  La  protasi  della  Divina  Commedia  di- 
chiarata  in  modo  da  servire  di  prefazione  allo  studio  dell' 
iutiero  poenia.  Milano,  E.  Richiedei  e  C.  edit.  59  S.  IG.    L.  1. 

Vascon  cell  OS ,  F.  Leite  de,  Poesia  amorosa  do  povo  por- 
tuguez.  Lisboa,  Carvalho.  12.  144  S. 

Vitti,  Tom.,  Studi  su  Dante.  Napoli.  63  p.  8.  L.  1,50. 
[II  Le  origini  della  Divina  Commedia.  2)  II  Cinquecento 
nella  Divina  Commedia.  3)  Saggio  di  commenti  politiei.] 


Voigt,  0.,  Das  Ideal  der  Schönheit  und  Hässlichkeit  in  den 
altfrnnzösischen  chansons  de  geste.  Marburger  Diss.   61  S.  S. 

Weigand.  G.,  Vlacho-.Megleii.  Eine  ethnograpliiäch-philolog. 
Uiitersucliung.  Leipzig,  Barth.  XXXVI,  78  S.  mit  4  Licht- 
druck-Bildern, gr.  8.     M.  3,60. 

Williams,  Cli.  A.,  die  französischen  Ortsnamen  keltischer 
Abkunft.  Sn-assburg.   Heitz.  87  S.   gr.  8.     M.  2. 

Wil  motte,  M.,  La  chaiijon  populaire  au  Moyen  äge.  Liege, 
Vaillant-Carmanne.  23  p.  S.  S.-A.  au-i  Bulletin  de  Folklore, 
Organe  de  la  societe  du  Folklore  Wallon.   I. 


M  1 1' r  iir i s c 11 e  M i 1 1 h e i  1  u u g e n ,  Personal- 

11  a  c  li  r  i  c  li  t  e  u  etc. 

In  Lüttich  erscheint  demnächst  ein  Sammelband,  der 
folgende  auf  wallonische  Sprache,  Literatur  und  Folklore  be- 
zügliche Abhandlungen  enthalten  soll:  Auguste  Gittee.  A 
propos  d'un  jeu  wiillüii;  Eugene  .Monseur,  Notes  de  mytho- 
logie  germanique;  Jules  Simon,  Les  limites  du  picard  et  du 
walon  en  Belgique:  .\.  Bovy.  Les  patois  de  Hanuut  et  de 
Jehay-Büdegnee ;  G.  Doutrepont  et  J.Haus  t,  Les  parlers 
du  Nord  et  du  Sud-Ouest  de  la  province  de  Liege;  A. 
Doutrepont.  Formes  variees  de  quelques  mots  wallons. 
(I'reis  3  fr.:  zu  beziehen  von  Herrn  Simon,  14,  Montagne 
Sainte-Walburge,  Lütticli.) 

Die  Kedaction  von  ßirlingers  .Alemannia  hat  Universi- 
tätsbibliütliekar   Dr.   F.   Pf  äff  in  Freiburg  i.  B.   übernommen. 

Prof.  A.  M.  Elliot  in  Baltimore  arbeitet  an  einer 
kritischen  .Ausgabe  der  Fabeln  von  Marie  de  France. 

Als  Nachfolger  von  Fr.  Zarncke  ist  Prof.  Dr.  E.  Sie- 
vers  in  Halle  nach  Leipzig  berufen  worden. 

Der  ao.  Professor  für  deutsche  Sprache  am  Polytechni- 
kum zu  Wien  Dr.  K.  J.  Schröer  ist  zum  o.  Professor  da- 
selbst ernannt  worden. 

Dr.  Georg  Doutrepont  aus  Lütticli  wurde  zum  ao. 
Professor  der  romanischen  Philologie  an  der  Universität  Frei- 
burg i.  Schw.  ernannt. 

Zum  o.  Piofessor  für  roman.  Philologie  an  der  Universität 
Genf  wurde  E.  Muret  ernannt. 

Dr.  Ferd.  de  Saussure  ist  zum  ao.  Professor  für  igm. 
.Sprachen  an  der  Universität  Genf  ernannt  worden. 

Dr.  Alfred  Henry  Todd,  bisher  in  Baltimore,  wurde 
zum  Professor  der  roman.  Philologie  an  der  Leiand  Stanford 
Junior  University,  Menlo   Park.  California,  ernannt. 

Dr.  Eduard  Hofmann  aus  Basel  hat  sich  an  der  Uni- 
versität Zürich  für  deutsche  Sprache  habilitirt. 

An  der  Universität  Zürich  habilitirten  sich  für  deutsche 
Philologie  Dr.  .\.   Bach  mann  und  Th.  Oilinga. 

In  Berlin  hat  sich  Dr.  W.  Cloetta  (bisher  in  Göttingen) 
für  romanische  Philologie  liabilitirt,  liest  aber  dieses  Semester 
in  Vertretung  von  Prof.  Gaspary  noch  in  Göttingen. 

Dr.  A.  Thumb  hat  sich  an  iler  Universität  Freiburg 
für  vergl.  Sprachwissenschaft  habilitirt. 

t  Dr.  Ludwig  Sieber,  Überbibliothekar  an  der  Uni- 
versitätsbibliothek  Basel,  im   Alter  von  58  Jahren. 

Antiquarische  Kataloge:  Ackermann,  München 
(Onomatologie-;  Geering,  Basel  (Deutsche  l.iteraturgesch., 
Folklore  u.  Sprachwissensch.):  H  e  i  n  r  i  c  Fi  &  Kemke,  Berlin 
(Folklore);  Koebner,  Breslau  (Deutsche  Sprache  u.  Lit.); 
Raabe,  Königsberg  (Deutsehe  Lit.);  Meincke,  Stralsund 
(Neuere  Phil,  und  Germanistik). 


Abgeschlossen  am  15.  December  1891. 

Berichtigung. 

Es  liegt  mir  fern,  auf  die  Recension  meines  Buches 
„Ueber  die  Sprache  der  Ostgoten  in  Italien"  in  der  October- 
nummer  des  Ltbl.'s  (Sp.  333  ff.)  eingehender  zurückzukommen. 
Es  genüge,  einen  einzigen  Satz  ihrer  Einleitung  zu  berich- 
tigen, wozu  ich  mich  im  Interesse  der  Leser  für  verpflichtet 
halte.  „Der  Verfasser",  heisst  es  daselbst,  „schliesst  für  den 
Zweck  seiner  Untersuchung  sowohl  die  Urkunden  von  Arezzo 
und  Neapel  und  das  Kalenderfragment  als  auch  den  sog.  got. 
Trinkspruch  der  Anthologia  latina  aus."  1)  Die  Urkunden 
von  Arezzo  und  Neapel  sind  S.  138 — 144  ausführlich  behan- 
delt; 2)  das  Kalenderfragment  ist  überhaupt  nicht  ostgot. 
(vgl.  Sievers  in  Pauls  Grundr.  I,  408);  3)  der  got.  Trinkspruch 
ist  S.  140  f.  behandelt.  Wer  im  übrigen  für  die  ganze  Ton- 
art jener  Kritik  den  Schlüssel  wissen  will,  der  suche  ihn  auf 
S.  62  meines   Uuehes. 

Marburg  i.   H.  Ferd.  Wrede. 


431 


IS'Jl.     Literaturblatt  TQr  gcrniiinisohc  und  romanische  Philüla;;ie.     Nr.   l'J. 


432^ 


A  II  t  w  o  r  t. 

Die  vorliegenile  lioriolitiijuni;  lialte  ich  für  wi>seiitlicli 
gesenstMiiilslos,  ■leim  in  meiner  Itespreoliuiijj  ist  nicht  gesagt, 
dass  lue  Urkunden  vun  Arezzo  iinil  Xea[)el  suwie  iler  ;;iitisclie 
Trinkspnicli  vun  Herrn  Wreite  ilurclinus  übergiingen,  sondern 
nur,  ilasg  diese  Denkmäler  von  ihm  für  den  Zweck  seiner 
Untersuchung  ausgesehlossen  worden  seien.  Und  das  ist 
ungefähr  dasselbe,  was  er  selbst  S.  3  sagt:  ,i|ieses  ausser- 
bililische  Material  (für  ilie  Feststellung  des  Lautstandes  des 
ostgot.  Dialektes  in  Italien)  darf  nicht  etwa  in  clen  beiden 
bekannten  gotischen  Urkunden  bestehen  .  .  .  dieses  nusscr- 
hiblische  Material  sind  vielmehr  ilie  zahlreichen  ostgotischen 
Eigennamen".  S.  140  wird  ferner  aus  den  bis  dahin  ge- 
wonnenen sog.  Kcsultiiten  über  den  ostgot.  Dinlekt  gefolgert, 
dass  der  Trinksprucli  nicht  ostgotischer  Zeit  entstammen 
könne,  umi  auch  das  werden  Leute  mit  gemeinem  Verstände 
kaum  für  etwas  anderes,  als  eine  .Vblehnung  des  Denkmals 
für  den  Zweck  der  Untersuchung  halten  können.  Das  Kalender- 
fragment weist  die  vorliegende  lierichtigung  ,als  überhaupt 
nicht  ustgotisch"  neuerdings  zurück.  Ich  sehe  daher  nicht, 
inwiefern  meine  Aeusserungen  der  lierichtigung  bedürfen. 
Dass  Herr  Wrede  die  Namen  und  einiges  aus  den  Te.\ten  der 
genanntin  gotischen  Urkunden,  was  ihm  in  di'U  Kram  passte, 
für  den  Zweck  sriner  Untersuchung  »llerdings  verwcrthet 
habe,  ist  mir  nicht  iMitgangen  und  mag  zu  seiner  lieruhigung 
hfer  ausdrücklieh  festgestellt  sein.  Wenn  Herr  Wreile  zum 
Schlüsse  bemerkt,  dass  auf  S.  ti2  seines  liuches  der  Schlüssel 
für  die  ganze  Tonart  meiner  Kritik  zu  linden  sei.  so  erlaube 
ich  mir  zu  bemerken,  ilass  die  Tonart  meiner  Besprechung 
lediglich  auf  nndner  wissensclmftliclu'n  Ueberzeugung  beruhe, 
deren  .\i'sdruck  für  mich  vermutlilicher  Weise  ebenso  billig 
ist,  wie  ihn  Herr  Wre<le  für  sicli  als  sein  unbestreitbares 
Recht  in  Anspruch  zu  nehmen  allzeit  geneigt  ist. 

W  i  I-  n.  T  h  e  0  d  o  r  v.  G  r  i  >■  n  b  e  r  g  e  r. 


The  ranibridge  Universitv  Press  is  |)repared  ti> 
take  Photographie  negatives  from  .MSS..  printed  boi.ks,  &c., 
belonging  to  the  Library  or  ilepositecl  there,  and  to  supply 
prints.  at  the  folb'wing  rates  — permission  liaving  beeu  fire't 
obtained  froin  the  Librarian: 

s.     d. 

For  a   10  in.  x  8  in.  negative 3    0 

For  an  unmounted  silver  print  from  it     .     .     .     .  4 

For  a  platinum  print  from  it |0 

For  a  Carbon  print lo 

For    printing    copies    from    one    negative   from    a 
printed  book,  in  |ihptolithography: 

•20  copies öl! 

.50  copies SO 

100  copies 12     0 

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arranged  on  application.  Only  ordinary  trouble  to  be  in- 
volved  in   making  thi'  negatives. 

Orders  to  be  accumulated  and  executed  once  a  month. 
except  in  special  cases  where  a  large  number  of  negatives 
are  required  at  one  time. 

All  Orders  should  bi-  accompanicd  by  a  remittance:  if 
postal  Orders  or  cheques  are  sent,  they  should  bc  drawn  in 
iavour  of  C.  J.  Clay  and  Sons. 


Zu  nie  und   Oaleron  (Rom.  Bibl.  VIF): 

S.  IX,  .Anm.  ;•  1.  1149— 125.S.  —  S.  XIX.  .\nm.  24.  ,Vgl. 
jedoch  Chardri  Siebenschläfer  54  JNV  de  Trixtraiii  iie  de  Ga- 
leriiii.    —   S.  228  zu  5709:    [ist  ZfrP.  XV,  524  f.  erschienen  1. 

W.  F. 


NOTIZ. 

Den  gerniauistisc&en  Theil  redigirt  Otto  Behaghel  (Gieseen,  BahnhorstraRsc  71),  den  romaatstischen  und  englischen  Theil  Fritz  N>DmaBn 
(Heidelberg-,  Rohrbacherstr.  51).  "nd  man  bittet  die  Beitrage  (Kec^nsionen,  kur7.e  Notizen,  Fersonalnachnchtet.  etc.)  dem  entsprechend  gefälligst  zu  adreasiren. 
Die  Redaction  richtet  an  die  Herren  Verleger  wie  Verfasser  die  Bitte,  daHir  Sorge  trag-en  zu  wollen,  das»  alle  neuen  Werke  germanistischen  and 
romanistischen  Inhalte  ihr  gleich  nach  Erscheinen  entweder  direct  oder  durch  Vermittelung  von  O.  K.  Heisland  in  Leipeig  sugeaftodt 
werden.  Nur  in  dieeemFalle  wird  dieKedaction  stets  imStande  sein,  über  neue  Public&tionen  eineBeeprechung  oder 
kürzere  Bemerkung  (in  A  er   B  i  b  !  i  o  ^  r.)  zu   b  r  i  n  ;;  e  n.     An  O.  R.  Reisland   ^ind  auch  die  Anfragen  übor  Honorar  und  Soiiderabzüge  tu  richten. 


^= 


Preis  für  dreigespaltene 
Petitzetle  35  Pfennige. 


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Literarische  Anzeigen. 


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Beilagegebiihren  nach 
Umfang  M.  la,  15  u.  18. 


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Verlag  des  Art.  Institut  Prell  Fiissli  in  Zürich. 

Eleineiitarbucli  der  französischen  Spraclie 

für  Oberrealschulen,  Realschulen  und  ver- 
wandte Anstiilten.  Von  Dr.  Gnstav 
Lappe,  Oberlehrer  an  der  Oberrealschule 
7.n  Kiel  und  Jnlius  Ottens.  ord.  Lehrer 
an  iler  Oberrealschule  zu  Kiel. 

I.  TKIL.  Das  erste  Schuljahr.  In  Rück- 
und   Kckleder  geb.  M.  1.50. 

II.  TEIL.  Das  zweite  ."Schuljahr.  In  Rück- 
und  Eokleder  geb.  M.   1.80. 

III.  TEIL.  Das  dritte  Schuljahr.  In 
ROck-  und  Eckleder  geb.  M.  2.— 

Französische  Schul^ramraatik  im  Anschluss 

an  das  Elemeiitnrbuch  von  Ltippe-Ottens. 
Bearbeitet  von  .T.  Otteng.  In  Rück-  und 
Eckleder  geb.  M.  2.40. 

*  «  *  Der  in  dieser  Grammatik  geboteno 
Lernstoff  ist  auch  für  Obersekunda  und 
Prima  ausreichend. 


FIR 
S  E  X  T  .\ 

FiR 
(l  ü  l  N  T  .V 

FÜR 
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FIR 

INTEÜTKRTIA 

BIS 

I'NTEKSEKINDA 


Übnnjrsbncli  z.  Übersetzen  ins  Französische. 

f'i'J  Im    Anschlüsse    an    des  Verfassers    Schul- 

•^  "^  '^^•'^'[J"''TIA     Grammatik  von  J.  Ottens.    In  Rück-  und 
UNTERSEKUNDA   Eckleder  geb.  M.  1.40. 


Vollsttindig  erschienen: 

Seniasiologisclie  Beiträge 

/utn 

lateinischen  Wörterbuch. 

Von 
Hermann    Rönsch, 

I>octor  der  Theologie. 

I.  Heft:  Sabstantiva. 
1887.     5  Bogen     Or.  8.     M  2,40. 

II.  Heft:  Adjectiva  u.  Pronomina,  Adverbia  n.  Adverbialia. 

(86  S.  Gr.  8.)    Preis  Jt  3,-. 

IIL  Heft:  Verba. 
(87  S.  Gr.  8.)   Preis  MS,-. 

Der  Verfasser  bringt  keine  semasiologischen  Untersuchungen, 
sondern  nur  das  schwer  zu  erreichende  Material  zu  solchen, 
lateinische  Wörter  in  neuen  oder  bisher  ungenügend  belegten 
Bedeutungen,  zur  Kenntniss.  Er  bat  seinen  Stoff  theils  aus  der 
Patristik,  iheils  aus  vulgär  gefärbten  Spracliquellen  (Schollen 
und  Glossen)  gezogen,  so  dass  die  , Beiträge"  besonders  auch 
für  Romanisten  von  grossem  Werthe  sind. 

Leipziff.  O.  It.  Iti'inluiul. 


Hierzu  eine  Beilage:  Prosjiect  betr.  Etymolog.  Wörterb.  der  deutschen  Sprache  von  Faulraann. 


Titel  und  Register  zum  XII.  .Jahrgang  werden  mit  einem  der  niichsten  Hefte  nachgeliefert. 


Vnr.intworrlichAr  Rednnteur  Prof.  Dr.   Fritz  KeiiiiiHnn  in  Heidelberg.  —  G.  Otfo'a  Hofbuehilrnckerei  in  Darmutadt. 


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